[0001] Die Erfindung betrifft eine Regeleinrichtung für Verdrängerpumpen, insbesondere für
Flügelzellenpumpen, in welchen ein Druckraum über eine Drosseleinrichtung mit einem
an einen Verbraucher angeschlossenen Auslaß in Verbindung steht. Weiter ist ein in
einer Gehäusebohrung verschiebbarer Stromregelkolben vorgesehen, dessen eine Stirnfläche
mit dem Druckraum Verbindung hat. Eine andere Stirnfläche des Stromregelkolbens ragt
in eine Kammer, die mit dem Auslaß stromabwärts der Drosseleinrichtung verbunden ist.
Der Stromregelkolben gibt in Abhängigkeit eines auf die beiden Stirnflächen wirkenden
Differenzdrucks eine Verbindung vom Druckraum zu einem Pumpeneinlaßkanal frei.
[0002] Eine mit einer Drosseleinrichtung zusammenwirkende Regeleinrichtung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 ist bereits aus der DE 41 01 210 bekannt. Dort ist als Drosseleinrichtung
in einer parallel zum Stromregelkolben angeordneten gestuften Gehäusebohrung ein weiterer
Kolben eingesetzt, der durch den Pumpendruck gegen die Kraft einer Feder verstellbar
ist. In der Zylinderfläche dieses Kolbens befindet sich eine Öffnung, die über eine
Kolbeninnenbohrung mit einem Auslaß in Verbindung steht. Durch die Stufe in der Gehäusebohrung,
die als Steuerkante wirkt, läßt sich beim Verstellen des Kolbens der Durchtrittsquerschnitt
der Öffnung mehr oder weniger drosseln. In Abhängigkeit von der Pumpendrehzahl und
damit von der angebotenen Fördermenge läßt sich daher der Arbeitsstrom der Pumpe begrenzen.
Der nicht benötigte Reststrom wird durch den von einem Differenzdruck gesteuerten
Stromregelkolben zum Pumpeneinlaß abgeregelt. Mit einer derartigen Drosseleinrichtung
lassen sich fallende oder auch waagrecht verlaufende Förderkennlinien erzielen, wobei
man zum Beispiel zur Versorgung von Hilfskraftlenkungen in Pkw eine fallende Kennlinie
bevorzugt. Dies bedeutet, daß sich bei höheren Fahrgeschwindigkeiten durch Verringern
der hydraulischen Lenkkraftunterstützung ein besseres Fahrgefühl einstellt. Die bekannte
Drosseleinrichtung ist so aufgebaut, daß der halbe Förderstrom den Kolben gegen Federkraft
öffnen muß, damit das Öl in den Druckraum einströmen kann. Dies gilt für alle Betriebszustände.
Dabei entsteht ein Leistungsverlust, der, wie erwähnt, von der auf den Kolben der
Drosseleinrichtung einwirkenden Federkraft herrührt. Diese Wirkung ist eine Folge
der mit zweifacher Saug- und Druckzone ausgestatteten Pumpe, wobei die Drosseleinrichtung
im Ausgang der einen Druckzone liegt.
[0003] Ferner ist noch aus der DE-PS 15 53 290 eine Flügelzellenpumpe bekannt, deren Regeleinrichtung
so aufgebaut ist, daß die zugehörige Drosseleinrichtung als querschnittsverengende
Buchse in einer zum Verbraucher führenden Gehäusebohrung (Fig. 4) untergebracht ist.
Der durch diese Drosselstelle erzeugte Differenzdruck dient gleichfalls zum Steuern
eines Stromregelkolbens. Mit einer solchen unveränderlichen Drosselstelle läßt sich
nach dem Abregeln durch den Stromregelkolben ein im wesentlichen waagrechter Kennlinienverlauf
erzielen. Die Anwendung einer unveränderlichen Drosselstelle ist daher nur auf einen
bestimmten Anwendungsfall beschränkt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Regeleinrichtung zu schaffen, die
einen druckunabhängigen fallenden Förderstrom über der Drehzahl bereitstellt, wobei
die Drosseleinrichtung so gestaltet sein soll, daß eine Vielzahl von Abwandlungen
der Förderstromkennlinie auf einfache Weise möglich sind. Eine weitere wesentliche
Forderung besteht darin, die Drosseleinrichtung mit geringem Bauaufwand in den Druckausgang
vorhandener Pumpen auch nachträglich einzubauen, so daß die Kennlinie je nach Einsatzzweck
abwandelbar ist.
[0005] Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die Ansprüche 2 bis
6 enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0006] Die im Druckausgang der Pumpe sitzende neuartige Drosseleinrichtung besteht aus einem
im Gehäuse festen Regelstift, der eine Steuerkontur aufweist. Den Regelstift umgibt
im Bereich der Steuerkontur ein gegen die Kraft einer Feder verschiebbarer Kolben,
der mit diesem eine veränderliche Regelblende bildet. Damit sich die Drosseleinrichtung
kostengünstig auch in bereits vorhandene Pumpen einbauen läßt, führt man diese vorteilhaft
als Einpreß- oder Schraubpatrone aus. Zur einfachen Bauweise trägt weiterhin bei,
daß der Regelstift in einem in die Patrone eingepreßten Führungsteil gehalten ist.
Zur Erzielung einer fallenden Kennlinie sieht man eine kegelige Steuerkontur des Regelstifts
vor. Die Steuerkontur kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung auch konkav oder
konvex geformt sein. Während man durch die kegelige Steuerkontur eine stetig fallende
Kennlinie erzeugt, erhält man durch die konkave Ausführung einen überproportional
und durch die konvexe Ausführung einen unterproportional fallenden Kennlinienverlauf.
Eine stufenförmige Steuerkontur mit einem größten Durchmesser im hinteren Bereich
ergibt eine stufenförmig fallende Kennlinie.
[0007] Die Drosseleinrichtung arbeitet dabei ohne Leistungsverlust, weil man über diese
nur den Verbraucherstrom führt.
[0008] Wählt man für die vorgeschlagene Drosseleinrichtung als Einbauteil eine Einpreß-
oder Schraubpatrone, so lassen sich Pumpen, die bisher mit einer festen Blende arbeiteten,
mit geringem Aufwand umrüsten. Da nur wenige und robust ausgeführte Bauteile nötig
sind, hat die Drosseleinrichtung eine hohe Betriebssicherheit.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Flügelzellenpumpe mit einer Regeleinrichtung im Längsschnitt und
- Fig. 2
- einen vergrößerten Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1.
[0010] In einem durch einen Deckel 1 verschlossenen Gehäuse 2 ist eine Antriebswelle 3 gelagert.
Die Antriebswelle 3 trägt in üblicher Weise auf einer Keilverzahnung einen Rotor 4.
[0011] In radialen Schlitzen des Rotors 4 sind radial bewegliche Flügel 5 geführt, die in
einem Kurvenring 6 dichtend entlanggleiten. Eine Druckplatte 7 liegt dichtend an dem
aus Rotor 4, Flügeln 5 und Kurvenring 6 bestehenden Pumpenpaket an. Eine weitere Druckplatte
8 liegt durch die Kraft einer Feder 10 gleichfalls am Pumpenpaket an. Die Flügel 5
schließen nicht sichtbare Förderkammern zwischen sich ein, die mit einem Sauganschluß
11 in Verbindung stehen. Das geförderte Drucköl tritt aus den Förderkammern über ebenfalls
nicht sichtbare Drucköffnungen der Druckplatte 8 in eine Druckkammer 12 ein. Die Druckkammer
12 hat über teilringförmige Kanäle 13 und 14 mit Unterflügelräumen 15 und 16 Verbindung.
Dadurch ist es möglich, die jeweils die Druckzone durchlaufenden Flügel nach außen
in den Kurvenring 6 zu drücken.
[0012] In einer Gehäusebohrung 17 im unteren Teil der Pumpe sind gleichachsig zueinander
ein Stromregelventil 18 und eine Drosseleinrichtung 20 eingebaut. Ein Kolben 21 des
Stromregelventils 18 steuert in bekannter Weise mit einem Steuerbund 22 einen Einlaßkanal
23. In der gezeichneten Ausgangsstellung liegt der Steuerbund 22 unter Belastung einer
Feder 24 an der Drosseleinrichtung 20 an. Der Einlaßkanal 23 ist dabei durch den Steuerbund
22 verschlossen. Ein rechts von dem Steuerbund liegender Bohrungsabschnitt 17A, der
zugleich den Druckausgang darstellt, ist an den Einlaßkanal 23 anschließbar. In dem
Bohrungsabschnitt 17A sitzt eine mit einem Verbraucher, zum Beispiel einer Hilfskraftlenkung,
verbundene Rohrverschraubung 25. Ein Zulaufkanal 26 schließt die Druckkammer 12 an
den Bohrungsabschnitt 17A an.
[0013] Die Erfindung besteht darin, daß die Drosseleinrichtung 20 als Einpreßpatrone 27
ausgeführt ist, die einen Regelstift 28 und einen den Regelstift umgebenden Drosselkolben
30 enthält. Der Drosselkolben 30 stützt sich in seiner Ausgangsstellung unter der
Kraft einer Feder an einem Anschlag 32 ab. Der Regelstift 28 ist in einem Führungsteil
33 gehalten, das auch die Feder 31 abstützt. Fig. 2 zeigt das Führungsteil 33 als
schmalen Steg, der in die Patrone 27 eingepreßt ist. Auf diese Weise bleibt seitlich
genügend Freiraum für den Öldurchtritt. Der Regelstift 28 hat in der gezeichneten
Ausführung als Steuerkontur einen kegeligen Mittelabschnitt 34. Der Mittelabschnitt
kann je nach gewünschter Kennlinie jedoch auch gestuft, konvex oder konkav gekrümmt
sein. Darüber hinaus sind noch andere Steuerkonturen denkbar.
[0014] Ein die Feder 24 des Stromregelkolbens 21 aufnehmender Raum 35 steht über eine gestrichelt
angedeutete Steuerleitung 36, eine Ringnut 37 und eine Drosselstelle 38 mit einem
Auslaß 40 der Rohrverschraubung 25 in Verbindung.
[0015] Die Regeleinrichtung arbeitet wie folgt: Der gesamte Förderstrom der Pumpe fließt
über den Zulaufkanal 26 in den Bohrungsabschnitt 17A. Bis zum Abregelpunkt bei einer
Pumpendrehzahl von zum Beispiel 1 000 min⁻¹fließt der Förderstrom an der Stirnseite
des Steuerbundes 22 vorbei zum Auslaß 40. Der Förderstrom entspricht dem gezeichneten
Durchtrittsquerschnitt zwischen dem Regelstift 28 und dem Drosselkolben 32. Dabei
verstellt sich der Stromregelkolben 21 geringfügig nach links, wobei der Steuerbund
22 jedoch noch nicht mit dem Öffnen des Einlaßkanals 23 beginnt.
[0016] Sobald der Abregelpunkt erreicht ist und die Pumpendrehzahl weiter ansteigt, überwindet
die auf die Stirnseite des Steuerbundes 22 wirkende Druckkraft die gemeinsame Kraft
aus der Feder 24 plus der Kraft des Druckes auf die gegenüberliegende Stirnseite im
Raum 35. Der im Bohrungsabschnitt 17A wirkende Differenzdruck verschiebt den Stromregelkolben
21 nach links, bis ein Teil des Förderstromes über den Einlaßkanal 23 zur Saugseite
abströmen kann.
[0017] Da der Förderstrom mit der Drehzahl proportional ansteigt, erzeugt dieser über den
Drosselkolben 30 einen entsprechend ansteigenden Differenzdruck, der den Kolben 30
gegen die Kraft der Feder 31 verschiebt. Dabei verkleinert sich der Durchtrittsquerschnitt
zwischen dem Kolben 30 und dem kegeligen Mittelabschnitt 34 stetig. Dies hat zur Folge,
daß der Differenzdruck weiter wächst und dadurch der Steuerbund 22 einen entsprechend
größeren Abregelquerschnitt zum Einlaßkanal 23 freigibt. Auf diese Weise erzielt man
mit der dargestellten Ausführung eine fallende Kennlinie des Verbrauchernutzstromes
am Auslaß 40.
| Bezugszeichen |
| 1 |
Deckel |
21 |
Kolben |
| 2 |
Gehäuse |
22 |
Steuerbund |
| 3 |
Antriebswelle |
23 |
Einlaßkanal |
| 4 |
Rotor |
24 |
Feder |
| 5 |
Flügel |
25 |
Rohrverschraubung |
| 6 |
Kurvenring |
26 |
Zulaufkanal |
| 7 |
Druckplatte |
27 |
Einpreßpatrone |
| 8 |
Druckplatte |
28 |
Regelstift |
| 9 |
- |
29 |
- |
| 10 |
Feder |
30 |
Drosselkolben |
| 11 |
Sauganschluß |
31 |
Feder |
| 12 |
Druckkammer |
32 |
Anschlag |
| 13 |
teilringförmiger Kanal |
33 |
Führungsteil |
| 14 |
teilringförmiger Kanal |
34 |
kegeliger |
| 15 |
Unterflügelraum |
|
Mittelabschnitt |
| 16 |
Unterflügelraum |
35 |
Raum |
| 17 |
Gehäusebohrung |
36 |
Steuerleitung |
| 17A |
Bohrungsabschnitt |
37 |
Ringnut |
| |
(Druckausgang) |
38 |
Drosselstelle |
| 18 |
Stromregelventil |
39 |
- |
| 19 |
- |
40 |
Auslaß |
| 20 |
Drosseleinrichtung |
|
|
1. Regeleinrichtung für Verdrängerpumpen, insbesondere Flügelzellenpumpen, mit folgenden
Merkmalen:
- Ein Druckraum (12) steht über eine Drosseleinrichtung (20) mit einem an einen Verbraucher
angeschlossenen Auslaß (40) in Verbindung;
- eine Stirnfläche eines in einer Gehäusebohrung (17) verschiebbaren Stromregelventils
(21) hat mit dem Druckraum (12) Verbindung;
- eine weitere Stirnfläche des Stromregelkolbens (21) schließt einen Raum (35) ab,
der an den Auslaß (40) angeschlossen ist;
- der Stromregelkolben (21) gibt in Abhängigkeit eines auf die beiden Stirnflächen
wirkenden Differenzdruckes eine Verbindung vom Druckraum (12) zu einem Einlaßkanal
(23) zu frei,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- die Drosseleinrichtung (20) sitzt im Druckausgang (Bohrungsabschnitt 17A) der Pumpe
und besteht aus einem festen Regelstift (28) mit einer Steuerkontur (Mittelabschnitt
34) und
- ein gegen die Kraft einer Feder (31) verschiebbarer Drosselkolben (30) umgibt den
Regelstift (28) und bildet mit diesem eine veränderliche Regelblende.
2. Regeleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drosseleinrichtung (20) als Einpreß- oder Schraubpatrone (27) ausgeführt
ist.
3. Regeleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Regelstift (28) in einem in die Patrone (27) eingepreßten Führungsteil (33)
gehalten ist.
4. Regeleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkontur des Regelstiftes (28) kegelig ausgeführt ist.
5. Regeleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkontur des Regelstiftes (28) stufenförmig ausgeführt ist.
6. Regeleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkontur des Regelstiftes (28) konkav oder konvex geformt ist.