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EP 0 359 029 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.07.1993 Patentblatt 1993/29 |
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Anmeldetag: 30.08.1989 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: F41H 3/02 |
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Tarnmittel zur Tarnung militärischer Ziele
Device for camouflaging military targets
Moyen pour camoufler des objets militaires
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE FR GB LI NL SE |
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Priorität: |
13.09.1988 DE 3831149
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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21.03.1990 Patentblatt 1990/12 |
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Patentinhaber: OGUS NETZE- UND WIRKWAREN GMBH & CO. KG |
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D-4060 Mönchengladbach 1 (DE) |
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Erfinder: |
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- Scharbert, Benno
D-7238 Oberndorf (DE)
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Vertreter: Patentanwälte
Westphal, Buchner, Mussgnug
Neunert, Göhring |
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Waldstrasse 33 78048 Villingen-Schwenningen 78048 Villingen-Schwenningen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
AT-B- 28 359 FR-A- 1 206 213
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DE-B- 1 088 843 US-A- 4 323 605
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Tarnmittel zur Tarnung militärischer Ziele gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
[0002] Bei der Herstellung von Tarnmitteln wird das als Gewebe, Folie oder dgl. vorliegende
Grundmaterial meist nach einem bestimmten Muster mit Einschnitten versehen, so daß
sich das Grundmaterial bei Einwirkung von Zugkräften quer oder schräg zu den Einschnitten
zu einem räumlichen Gebilde nach der Art eines dreidimensionalen Blätterwerkes aufstellt.
Aus der DE-PS 1 088 843 ist ein solches Schnittmuster bekannt.
[0003] Dieser Schnitt ermöglicht zwar ein dreidimensionales Aufstellen des Tarnmittels,
jedoch läßt die Aufstellwirkung nach längerer Benutzung erheblich nach, d.h. die Sprungelastizität
nimmt ab, so daß eine optimale Tarnwirkung nicht mehr gewährleistet ist.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein gattungsgemässes Tarnnetz so zu verbessern,
daß dessen Sprungelastizität erhöht wird und auch nach längerer Benutzung erhalten
bleibt.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 genannten
Merkmale gelöst. Zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
gekennzeichnet.
[0006] Das erfindungsgemäße Schnittmuster führt zu einem erheblich verbesserten Aufstellen
des Tarnmittels unter Zugbelastung. Schon bei geringer Dehnung stellen sich die Lamellen
des Tarnmittels zu einem unregelmäßigen dreidimensionalen Gebilde nach der Art eines
Blätterwerkes auf. Größere Zugkräfte, wie sie im militärischen Alltag beim Auslegen
von Tarnmitteln jederzeit auftreten können, werden von dem erfindungsgemäßen Tarnmittel
ohne weiteres aufgenommen, wobei sich die Lamellen des Tarnmittels bei starker Dehnung
lediglich stärker aufstellen. Auch nach langem Gebrauch bleibt die hohe Sprungelastizität
des Tarnmittels erhalten.
[0007] Die Stege zwischen den Lamellen stellen sich gemäß Anspruch 2 zufallsbedingt in verschiedenen
Richtungen auf oder knicken in der Mitte ab. Dadurch ist die Oberfläche des unter
Zugbelastung aufgestellten Tarnmittels noch unregelmäßiger ausgebildet, wodurch der
Eindruck einer künstlichen Fläche vermindert und die Tarnwirkung weiter verbessert
wird.
[0008] In zweckmäßiger Weise kann das Tarnmittel neben einer optisch tarnenden Beschichtung
auch weitere Beschichtungen aufweisen, die insbesondere im Radarbereich und gegebenenfalls
im UV-Bereich sowie im nahen und fernen Infrarotbereich tarnende Eigenschaften besitzen.
In vorteilhafter Weiterbildung weist eine oder mehrere der Beschichtungen des Grundmaterials
eine höhere Härte auf, als dies beim Beschichten von Tarnmitteln normalerweise üblich
ist. Beispielsweise kann einer Beschichtung auf der Basis eines Polyacryl-Lackes eine
größere Menge an Härter zugesetzt werden, wodurch das Aufstellen der Lamellen bei
Auseinanderziehen des Tarnmittels verbessert und die Sprungelastizität weiter erhöht
wird.
[0009] Die Erfindung ist anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles
nachstehend näher erläutert. Es zeigen :
- Figur 1
- eine Aufsicht auf das Tarnmittel im ungespannten Zustand,
- Figur 2
- einen Längsschnitt durch das Tarnmittel gemäß Figur 1,
- Figur 3
- eine Aufsicht auf das Tarnmittel bei Einwirkung von Zugkräften in Pfeilrichtung (Ausschnitt
A gemäß Figur 1),
- Figur 4
- eine perspektivische Ansicht des Tarnmittels bei Einwirkung von Zugkräften in Pfeilrichtung
(Ausschnitt A gemäß Figur 1) und
- Figur 5
- einen Längsschnitt längs der Linie B-B durch das Tarnmittel gemäß Figur 1 bei Einwirkung
von Zugkräften quer zu den Wellenlinien (2).
[0010] Das Tarnmittel besteht aus einem Polyamid-Gewebe mit Leinwandbindung L1/1. Dies ist
die einfachste Bindung eines Gewebes, bei welchem in Längsrichtung, also in der Kette,
und in Querrichtung, also in Schuß, jeweils ein Faden liegt. Auf das Grundmaterial
ist eine elektrisch leitfähige Beschichtung aufgebracht, die Metallpigmente enthält.
Dadurch ist die Tarnwirkung des Tarnmittels auch bei dem Einsatz von Radargeräten
sichergestellt. Auf diese erste Beschichtung ist eine zweite Beschichtung auf der
Basis eines Polyacryl-Lackes aufgebracht, der im Infrarotbereich wirksame Zusätze
enthält und der zur Erzielung der gewünschten optischen Tarnwirkung entsprechend eingefärbt
ist. Dem Polyacryl-Lack ist eine relativ große Menge Härter zugesetzt, so daß das
beschichtete Gewebe eine hohe Steifigkeit besitzt.
[0011] Gemäß Figur 1 ist das beschichtete Gewebe mit Einschnitten 1 versehen, die entlang
zueinander paralleler Wellenlinien 2 verlaufen, wobei der Einschnitt 1 einer jeden
Wellenlinie 2 an jeden zweiten Wellenberg durch einen Steg 4 unterbrochen ist und
die Unterbrechungen einer jeden Wellenlinie gegenüber den Unterbrechungen einer jeden
benachbarten parallelen Wellenlinie um einen Wellenberg seitlich versetzt sind. Um
vollständige Wellenzüge 2 kenntlich zu machen, sind in Figur 1 die Einschnitte 1 der
Wellenzüge durch Punkte miteinander verbunden. Das erfindungsgemäße Schnittmuster
führt in Verbindung mit der hohen Steifigkeit des beschichteten Materiales zu einem
besonders guten Aufstellen der Lamellen des Tarnmittels und zu einer hohen Sprungelastizität,
die auch nach jahrelangem Gebrauch erhalten bleibt.
[0012] Aus Figur 3 ist das Verhalten der Lamellen bei Einwirkung einer Zugkraft quer zu
den Wellenlinien 2 ersichtlich. Das unregelmäßige Aufstellen der Lamellen unter Zugbelastung
ist besonders deutlich in Figur 4 erkennbar. Unter Zugbelastung stellen sich die Stege
4 zwischen zwei in Belastungsrichtung hintereinanderliegenden Wellenbergen teilweise
als ebene Flächen 4′, 4‴ auf, die teilweise in einem spitzen Winkel, teilweise in
einem stumpfen Winkel gegen die Belastungsrichtung hervorstehen. Teilweise stellen
sich die Stege 4 auch als in der Mitte zwischen zwei Wellenbergen abgeknickte Flächen
4˝ auf. Durch dieses unterschiedliche, zufallsbedingte Aufstellen der Stege 4 wird
die Unregelmäßigkeit des dreidimensionalen Gebildes in der Art eines Blätterwerkes
erhöht, wodurch die Tarnwirkung noch erheblich verbessert wird.
[0013] Das Tarnmittel kann an seiner Ober- bzw. Unterseite unterschiedlich eingefärbt sein
(Sommerseite bzw. Winterseite). Je nach Jahreszeit wird entweder die Sommerseite oder
die Winterseite bei der Tarnung nach außen gebracht. Zusätzlich können am äußeren
Rand des Tarnmittels Klettverschlüsse 3, 3′ angebracht sein, wodurch sich das Tarnmittel
besonders schnell und einfach an rohrartigen Gegenständen, wie etwa Geschützrohren
oder Masten, befestigen läßt.
1. Tarnmittel zur Tarnung militärischer Ziele, mit einem Grundmaterial aus einem Gewebe
(5), einer Folie oder dgl., das durch Einschnitte unterbrochen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einschnitte (1) entlang zu einander paralleler Wellenlinien (2) verlaufen,
wobei der Einschnitt (1) einer jeden Wellenlinie (2) an jedem zweiten Wellenberg durch
einen Steg (4) unterbrochen ist und die Unterbrechungen einer jeden Wellenlinie gegenüber
den Unterbrechungen einer jeden benachbarten parallelen Wellenlinie um einen Wellenberg
seitlich versetzt sind.
2. Tarnmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wellenförmigen Einschnitte
(1) und das Grundmaterial derart dimensioniert sind, daß die Stege (4) unter Zugbelastung
quer zu den Wellenlinien (2) zwischen zwei in Belastungsrichtung hintereinanderliegenden
Wellenbergen teilweise als im wesentlichen ebene Fläche (4′, 4‴) aufgestellt sind,
die teilweise in einem spitzen Winkel, teilweise in einem stumpfen Winkel gegen die
Belastungsrichtung hervorstehen, und daß die Stege (4) teilweise als in der Mitte
zwischen Wellenbergen abgeknickte Flächen (4˝) aufgestellt sind.
3. Tarnmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe aus Polyamid-
bzw. Polyester-Fäden besteht.
4. Tarnmittel nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe die Leinwandbindung
L1/1 hat.
5. Tarnmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf
das Grundmaterial eine optisch tarnende Beschichtung aufgebracht ist.
6. Tarnmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf
das Grundmaterial eine im Radarbereich streuend reflektierende und/oder absorbierende
Beschichtung aufgebracht ist.
7. Tarnmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die im Radarbereich streuend
reflektierende bzw. absorbierende Beschichtung elektrisch leitfähig mit geringem spezifischem
Flächenwiderstand ausgebildet ist.
8. Tarnmittel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung Metallpartikel
enthält.
9. Tarnmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß metallhaltige
Fäden in das Gewebe eingewebt sind.
10. Tarnmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß elektrisch
leitfähig beschichtete Fäden in das Gewebe eingewebt sind.
11. Tarnmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf
das Grundmaterial eine Beschichtung auf der Basis eines Polyacryl-Lackes mit relativ
großer Härte aufgebracht ist.
12. Tarnmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an
der Oberseite bzw. Unterseite Klettverschlüsse (3, 3′) angebracht sind, mittels derer
Ober- und Unterseite des Tarnmittels aneinander fixierbar sind.
1. A camouflage means for camouflaging military targets, having a base material comprising
a fabric (5), a foil or the like which is interrupted by incisions, characterized
in that the incisions (1) extend along wavy lines (2) parallel with one another, the
incision (1) of each wavy line (2) being interrupted at each second wave crest by
a web (4) and the interruptions of each wavy line being laterally offset by one wave
crest in relation to the interruptions of each adjacent parallel wavy line.
2. A camouflage means according to claim 1, characterized in that the undulating incisions
(1) and the base material are so dimensioned that under tensile loading transversely
of the wavy lines (2) some of the webs (4) stand up as a substantially flat surface
(4', 4''') between two wave crests succeeding one another in the loading direction,
some of said webs projecting at an acute angle, and some at an obtuse angle to the
direction of loading, some of the webs (4) standing up as bent surfaces (4'') in the
centre between web crests.
3. A camouflage means according to claims 1 or 2, characterized in that the fabric consists
of polyamide or polyester filaments.
4. A camouflage means according to claims 1, 2 or 3, characterized in that the fabric
has a linen weave (L1/1).
5. A camouflage means according to one of the preceding claims, characterized in that
an optically camouflaging coating is applied to the base material.
6. A camouflage means according to one of the preceding claims, characterized in that
a layer of diffuse reflection and/or absorption in the radar range is applied to the
base material.
7. A camouflage means according to claim 6, characterized in that the coating of disperse
reflection or absorption in the radar range is constructed electrically conductive
with a low specific surface resistance.
8. A camouflage means according to claim 7, characterized in that the coating contains
metal particles.
9. A camouflage means according to one of the preceding claims, characterized in that
metal-containing filaments are woven into the fabric.
10. A camouflage means according to one of the preceding claims characterized in that
electrically conductively coated filaments are woven into the fabric.
11. A camouflage means according to one of the preceding claims characterized in that
a coating on the basis of a polyacrylic lacquer of relatively great hardness is applied
to the base material.
12. A camouflage means according to one of the preceding claims, characterized in that
velcro closures (3, 3'), by means of which the top and bottom side of the camouflaging
means can be attached to one another are disposed on said top and bottom sides.
1. Moyen de camouflage pour cibles militaires, composé d'un élément de base en tissu
(5), en feuille ou analogue, qui est entrecoupé de fentes, caractérisé en ce que les
fentes (1) s'étendent le long de lignes ondulées (2) parallèles entre elles, la fente
(1) de chaque ligne ondulée (2) étant entrecoupée par une baguette (4) tous les deux
sommets d'ondulation et les coupures de chaque ligne ondulée étant décalées latéralement
d'un sommet d'ondulation par rapport aux coupures de chacune des lignes ondulées voisines.
2. Moyen de camouflage selon la revendication 1, caractérisé en ce que les fentes (1)
ondulées et l'élément de base sont dimensionnés de telle manière que les baguettes
(4) soumises à l'effort de traction se dressent transversalement par rapport aux lignes
ondulées (2) situées entre deux sommets d'ondulation disposés l'un derrière l'autre
dans la direction de la charge pour former parfois des surfaces (4', 4''') essentiellement
planes qui font saillie dans la section de la charge tantôt avec un angle aigu, tantôt
avec un angle obtus , et en ce que les baguettes (4) se dressent pour former parfois
des surfaces brisées (4'') au milieu entre deux sommets d'ondulation.
3. Moyen de camouflage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le tissu
est composé de fils de polyamide ou de polyester.
4. Moyen de camouflage selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce que le tissu
comporte l'armure-toile L 1/1.
5. Moyen de camouflage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
qu'un revêtement de camouflage optique est appliqué sur le matériau de base.
6. Moyen de camouflage selon l'une des revendication précédentes, caractérisé en ce que
dans la zone du radar est appliqué, sur le matériau de base, un revêtement réfléchissant
de manière dispersive et/ou absorbant.
7. Moyen de camouflage selon la revendication 6, caractérisé en ce que le revêtement
réfléchissant de manière dispersive et/ou absorbant dans la zone du radar est conducteur
et présente une faible résistance superficielle spécifique.
8. Moyen de camouflage selon la revendication 7, caractérisé en ce que le revêtement
contient des particules de métal.
9. Moyen de camouflage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que les fils contenant du métal sont tissés dans le tissu.
10. Moyen de camouflage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que des fils recouverts d'un conducteur sont tissés dans le tissu.
11. Moyen de camouflage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
qu'un revêtement à base de laque polyacrylique relativement dure est appliqué sur
le matériau de base.
12. Moyen de camouflage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que des bandes agrippantes (3,3'), au moyen desquelles l'endroit et l'envers du moyen
de camouflage peuvent être fixés l'un à l'autre, sont fixées sur l'endroit et l'envers.