[0001] Bei in traditioneller Weise handwerklich durchgeführten Dachstuhl-Abbundarbeiten
werden die aus Bauplänen oder maßstäblichen Aufrissen entnommenen Maße mit Maßstab,
Winkel, Winkelmesser und Bleistift auf die einzelnen Holzbauteile des Dachstuhls übertragen,
worauf die Holzbauteile entsprechend den aufgezeichneten Bearbeitungsmarkierungen
bearbeitet werden. Da die an den Holzbalken anzubringenden Schnittflächen zumeist
räumlich im Winkel zur Balkenlängsrichtung liegen, bestimmt das Aufzeichnen der Bearbeitungsmarkierungen
regelmäßig einen Großteil des Zeitbedarfs und der Kosten der Abbundarbeiten.
[0002] Es ist bekannt, auf rechnergesteuerten Abbundanlagen die Bearbeitung der Holzbauteile
unter Umgehung der Anrißarbeiten unmittelbar abhängig von gespeicherten Daten, die
die Zeichnungsabmessungen beinhalten, vorzunehmen. Problematisch an derartigen Abbundanlagen
ist jedoch die Formveränderungstendenz des naturgewachsenen Baustoffs Holz, der abhängig
von seiner Feuchte, von der Temperatur usw. quellen, schwinden oder reißen kann oder
aber sich verdrehen und verwölben kann. Die automatische Bearbeitung von Holzbauteilen
unter Umgehung der Aufrißarbeiten läßt deshalb insbesondere bei Abbundarbeiten von
Dachstühlen zu wünschen übrig.
[0003] Aus dem Prospekt "Das Laser-Projektionssystem SL 2002" der Firma Seiffert Lasertechnik
GmbH, D-8261 Tittmoning ist es bekannt, mittels eines rechnergesteuerten Laserprojektors
Konturen, Umrisse oder Positionen in Form von Laserlinien auf ein Werkstück zu projizieren,
um das Werkstück für einen Bearbeitungsvorgang, beispielsweise das Aufbringen eines
Nagelbinders auf eine Dachkonstruktion, auszurichten. Das bekannte Laser-Projektionssystem
wird als Montagehilfsmittel eingesetzt, um miteinander zu verbindende, für sich genommen
jedoch bereits fertig bearbeitete Bauteile relativ zueinander auszurichten.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Weg zu zeigen, wie die Bearbeitung von Holzbauteilen,
insbesondere die sogenannten Abbundarbeiten von Dachstühlen, insgesamt beschleunigt
werden können.
[0005] Ausgehend von einem Verfahren zum Aufbringen von Bearbeitungsmarkierungen auf einem
insbesondere balkenförmigen Holzbauteil speziell eines Dachstuhl, bei welchem die
Bearbeitungsmarkierungen mit einem Zeichenwerkzeug, wie zum Beispiel einem Bleistift,
maßstabsgerecht und in vorbestimmter Lage dauerhaft auf das Holzbauteil für die nachfolgende,
den Bearbeitungsmarkierungen entsprechende Bearbeitung aufgezeichnet werden, wird
diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mittels eines rechnergesteuerten
Markierungsprojektors, der abhängig von in einem Datenspeicher gespeicherten Daten
Lichtmarkierungen maßstabsgestreu in durch die Daten bestimmten Positionen auf das
Holzbauteil projiziert und dann die Bearbeitungsmarkierungen mittels des Zeichenwerkzeugs
entsprechend den projizierten Lichtmarkierungen auf dem Holzbauteil aufgezeichnet
werden.
[0006] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, daß die eigentliche Bearbeitungszeit,
in der das Holzbauteil bearbeitet, beispielsweise gesägt, gefräst oder gebohrt wird,
eine untergeordnete Rolle spielt, verglichen mit dem zum Anreißen der Holzbauteile
benötigten Zeitbedarf. Da nur die Aufrißarbeiten rechnergestützt durchgeführt werden,
die Bearbeitung der Holzbauteile jedoch nach wie vor herkömmlich erfolgt, läßt sich
einerseits eine beträchtliche Zeiteinsparung erzielen und, andererseits lassen sich
handwerkliche Erfahrungen der Zimmererleute und auch die zustandseigenschaften des
einzelnen Holzbauteils besser berücksichtigen. Insbesondere wird das Holzbauteil während
des Aufprojizierens der Lichtmarkierungen und des Aufzeichnens der Bearbeitungsmarkierungen
zweckmäßigerweise flächig gegen eine ebene Richtfläche gespannt, um Verwindungen,
Verwerfungen oder dergleichen ausgleichen zu können.
[0007] Zur Durchführung des Verfahrens wird eine Anordnung vorgeschlagen, die einen rechnergesteuerten
Markierungsprojektor und einen Werkstück-Aufnahmetisch aufweist, dessen ebene Tischfläche
parallel zur Bildebene verläuft, in die der Markierungsprojektor Lichtmarkierungen
in durch Daten aus einem Datenspeicher maßstabsgetreu bestimmter Lage projiziert,
wobei erfindungsgemäß vorgesehen ist, daß der Aufnahmetisch ein Anlagelineal hat,
gegen dessen senkrecht zur Tischfläche verlaufende, ebene Richtfläche das balkenförmige
Holzbauteil spannbar ist. Das zweckmäßigerweise auch an der Tischfläche flächig aufspannbare
Werkstück kann so in einer bestimmten Lage relativ zu einer Maßbezugskante oder -seite
flächig ausgerichtet werden. Selbst bei räumlichem Aufreißen, bei welchem das Holzbauteil
um 90° oder ein Vielfaches davon um seine Längsachse gedreht werden muß, können Formungenauigkeiten
des Holzbauteils ausgeglichen werden.
[0008] Der Markierungsprojektor projiziert die Lichtmarkierungen auf die ihm zugewandte
Fläche des Holzbauteils. Da sich der Abstand der dadurch gegebenen Bildfläche vom
Markierungsprojektor abhängig von den Abmessungen des Holzbauteils ändert, ist die
Tischfläche vorzugsweise in Richtung zum Markierungsprojektor parallel verstellbar.
Diese Maßnahme erübrigt bei der Steuerung des Markierungsprojektors Rechenalgorithmen,
die die Abstandsänderung berücksichtigen.
[0009] Unter einem weiteren Aspekt der Erfindung betrifft diese auch die Verwendung eines
rechnergesteuerten Lichtmarkierungsprojektors, der abhängig von in einem Datenspeicher
gespeicherten Daten Lichtmarkierungen maßstabsgetreu in durch die Daten bestimmten
Positionen auf ein Werkstück projiziert zum Markieren der Lage und daraufhin von Hand
mit einem Zeichenwerkzeug dauerhaft einzuzeichnenden Bearbeitungsmarkierungen auf
einem insbesondere balkenförmigen Holzbauteil speziell eines Dachstuhls für die spätere
Bearbeitung des Holzbauteils entsprechend den eingezeichneten Bearbeitungsmarkierungen.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung
zeigt schematisch eine Lichtmarkierungsprojektionsanlage für das Aufbringen von Bearbeitungsmarkierungen
auf Holzbalken eines Dachstuhls.
[0011] Die Lichtmarkierungsprojektionsanlage umfaßt einen Werkstück-Aufnahmetisch 1, über
dessen ebener Tischplatte 3 ein Laserprojektor 5 angeordnet ist. Der Laserprojektor
erzeugt einen Laserstrahl 7, dessen räumliche Ausrichtung relativ zur Tischplatte
3 von einem Rechner 9 abhängig von in einem Datenspeicher 11 gespeicherten Daten bestimmt
wird. Der von dem Rechner 9 oszillierend bewegte Laserstrahl schreibt auf einem auf
der Tischplatte 3 liegenden Holzbauteil 13 beispielsweise linienförmige Lichtmarkierungen
15, die eine Rißlinie für die spätere Bearbeitung des Holzbauteils 13 repräsentieren.
Durch geeignete Rechenalgorithmen des Rechners 9 wird sichergestellt, daß die Linie
15 maßstabsgetreu auf die dem Laserprojektor 5 zugewandte Fläche des Holzbauteils
13 projiziert wird. Die lediglich projizierte Linie 15 wird mittels eines Zeichenwerkzeugs,
beispielsweise eines Bleistifts oder dergleichen, nachgezogen und auf dem Holzbauteil
13 dauerhaft fixiert.
[0012] Um das Koordinatensystem, in welchem der Laserprojektor 5 die Lichtmarkierungen projiziert,
relativ zum Holzbauteil 13 auszurichten, erzeugt der Rechner 9 eine Nullpunktmarkierung
17, auf die ein an dem Holzbauteil 13 an geeigneter Stelle angebrachter Bleistiftstrich
19 oder dergleichen ausgerichtet wird. Alternativ kann auch ein Stirnanschlag 21 an
dem Tisch 1 vorgesehen sein, gegen den das Holzbauteil zur Nullpunktjustierung gestoßen
wird.
[0013] Für die Längsausrichtung des üblicherweise balkenförmigen Holzbauteils 13 ist ein
Anlagelineal 23 vorgesehen, dessen ebene Richtfläche 25 senkrecht zur Richtfläche
der Tischplatte 3 verläuft. Die Tischplatte 3 und das Anlagelineal 23 sind so ausgebildet,
daß Holzbalken flächig gegen die Richtflächen gespannt werden können, um Verwindungen
und Verwerfungen während des Markierens auszugleichen.
[0014] Die Tischplatte 3 ist vertikal parallel verschiebbar, um trotz unterschiedlicher
Höhe des Holzbauteils 13 jeweils die Fläche des Holzbauteils 13, auf die projiziert
wird, auf konstanten Abstand vom Laserprojektor 5 einstellen zu können. Auf diese
Weise erübrigt sich eine Anpassung des Projektionsalgorithmus des Rechners 9 an den
Abstand des Holzbauteils 13 vom Laserprojektor 5.
1. Verfahren zum Aufbringen von Bearbeitungsmarkierungen auf einem insbesondere balkenförmigen
Holzbauteil, speziell eines Dachstuhls, bei welchem die Bearbeitungsmarkierungen mit
einem Zeichenwerkzeug maßstabsgerecht und in vorbestimmter Lage dauerhaft auf das
Holzbauteil für die nachfolgende, den Bearbeitungsmarkierungen entsprechende Bearbeitung
aufgezeichnet werden,
dadurch gekennzeichnet, daß mittels eines rechnergesteuerten Lichtmarkierungsprojektors (5), der abhängig
von in einem Datenspeicher (11) gespeicherten Daten Lichtmarkierung maßstabsgetreu
in durch die Daten bestimmten Positionen auf das Holzbauteil (13) projiziert und dann
die Bearbeitungsmarkierungen mittels des Zeichenwerkzeugs entsprechend den projizierten
Lichtmarkierungen auf dem Holzbauteil (13) aufgezeichnet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Holzbauteil (13) während
des Aufprojizierens der Lichtmarkierungen und des Aufzeichnens der Bearbeitungsmarkierung
flächig gegen eine ebene Richtfläche (3, 25) gespannt wird.
3. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, mit einem rechnergesteuerten
Lichtmarkierungsprojektor (5) und einem Werkstück-Aufnahmetisch (1), dessen ebene
Tischfläche (3) parallel zur Bildebene verläuft, in die der Lichtmarkierungsprojektor
(5) Lichtmarkierungen in durch Daten aus einem Datenspeicher (11) maßstabsgetreu bestimmter
Lage projiziert,
dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmetisch (1) ein Anlagelineal (23) hat, gegen dessen senkrecht zur Tischfläche
(3) verlaufende, ebene Richtfläche (25) das balkenförmige Holzbauteil (13) spannbar
ist.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Tischfläche (3) in Richtung
zum Markierungsprojektor (5) parallel verstellbar ist.
5. Verwendung eines rechnergesteuerten Lichtmarkierungsprojektors (5), der abhängig von
in einem Datenspeicher (11) gespeicherten Daten Lichtmarkierungen maßstabsgetreu in
durch die Daten bestimmten Positionen auf ein Werkstück (13) projiziert, zum Markieren
der Lage von daraufhin von Hand mit einem Zeichenwerkzeug dauerhaft einzuzeichnenden
Bearbeitungsmarkierungen auf einem insbesondere balkenförmigen Holzbauteil (13) speziell
eines Dachstuhls für die spätere Bearbeitung des Holzbauteils (13) entsprechend den
eingezeichneten Bearbeitungsmarkierungen.