[0001] Die Erfindung betrifft ein Gesteinsbohrwerkzeug mit Bohrkrone, wobei die Bohrkrone
einen sich in Vorschubrichtung im Innen- und Aussendurchmesser erweiternden Bereich
aufweist, an den sich in Vorschubrichtung ein zylindrischer Bereich mit konstantem
Innen- und Aussendurchmesser anschliesst, dessen Stirnseite entlang des Umfanges mit
Schneidkörpern versehen ist, die den zylindrischen Bereich axial und radial überragen
und wobei die Bohrkrone mit einem, diese axial überragenden Zentrierbohrer versehen
ist, sowie wenigstens eine im wesentlichen axial verlaufende, zur Aussenkontur hin
offene Durchtrittsöffnung für das Bohrklein aufweist.
[0002] Aus der DE-A-2 856 205 bekannte Gesteinsbohrwerkzeuge weisen einen Schaft und am
vorderen Ende einen glockenförmig ausgebildeten Bohrkopf auf. Der Bohrkopf ist an
seiner Stirnseite mit Schneidstiften versehen. Ausserdem weist der Bohrkopf vom Umfang
ausgehende Nuten auf, welche dem Durchtritt des Bohrkleins dienen. Nachdem die Führungslänge
dieses Bohrkopfes gering ist, lassen sich genaue Bohrungen, beispielsweise zur Aufnahme
von mechanisch zu spreizenden Dübeln, nicht herstellen. Durch die aufwendige Formgebung
ist eine Herstellung dieser Bohrwerkzeuge nur durch Schmieden und anschliessende spanabhebende
Bearbeitung möglich, was zu hohen Herstellkosten führt.
[0003] Aus der DE-A-3 049 135 sind weitere Gesteinsbohrwerkzeuge bekannt, deren Aussendurchmesser
vom Schaft her in Vorschubrichtung konisch zunimmt. Wie die DE-A-3 049 135 weisen
auch die aus den bekannten Druckschriften AT-A-360 734 und US-A-2 334 453 Bohrwerkzeuge
in Form einer wenigstens teilweise geschlossenen Glocke auf. Die Bohrtiefe dieser
Bohrwerkzeuge ist dadurch begrenzt. Falls mit diesen Bohrwerkzeugen Durchbrüche in
Wänden mit grösserer Wandstärke hergestellt werden sollen, so muss dies in mehreren
Etappen erfolgen, weil jeweils nach einer Etappe der Bohrkern entfernt werden muss.
Die Entleerungslöcher der AT-A-360 734 und der US-A-2 334 453 dienen der Enthiftung
des Hohlraumes in der Glocke und dem Abtransport des abgebauten Gesteins.
[0004] Neben diesen bekannten Gesteinsbohrwerkzeugen ist aus der DE-PS 2 928 445 ein glockenartiges
Meisselwerkzeug ersichtlich, das zusammen mit einem Schläge abgebenden Gerät verwendet
wird. Dieses Werkzeug ist an seiner Aussen- und Innenseite zumindest teilweise in
Vorschubrichtung konisch erweitert. Das in Setzrichtung vordere Ende des Werkzeuges
ist als Ringschneide ausgebildet. Das Werkzeug weist ferner zur Längsachse geneigt
angeordnete, von der Innen- zur Aussenseite führende Durchtrittsöffnungen auf, die
der Abfuhr des Bohrkleins dienen, das durch die konische Innenform gebrochen und zerkleinert
wird. Durch die Auslegung auf rein schlagenden Betrieb werden an dieses zum Erdbohren
verwendete Werkzeug keine Anforderungen hinsichtlich Führung gestellt.
[0005] Die US-A-4,101,238 betrifft eine hartmetallbestückte Bohrkrone mit auswechselbarem
Zentrierbohrer. Die in zentraler Lage in axialer Richtung angeordneten Durchtrittsöffnungen
bilden Absaugkanäle für den beim Bearbeiten des Untergrundes entstehenden Bohrstaub.
Bei der Erstellung von Bohrungen in Wänden mit grösserer Wandstärke müssen die sich
in der Bohrkrone befindlichen Bohrkerne immer wieder entfernt werden.
[0006] Hartmetallbestückte Bohrkronen weisen den Nachteil auf, dass die Schneiden nach ihren
äusseren Enden hin einem unterschiedlichen Verschleiss unterworfen sind. Die Fertigung
derart ausgebildeter Bohrkronen, wie sie aus der US-A-4 101 238 bekannt sind, ist
ausserordentlich schwierig. Durch die infolge der grossen, im wesentlichen linienförmigen
Auflagefläche wird die durch die Schlagwirkung hervorgerufene Sprengwirkung der Bohrkrone
stark herabgesetzt. Durch die grosse Auflagefläche wird das Bohrklein stärker zerkleinert.
Dadurch wird unnützerweise Energie abgebaut, die für den Bohrfortschritt sinnvoller
genützt werden könnte. Der allgemeine Bohrfortschritt wird dadurch geringer.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gesteinsbohrwerkzeug zu schaffen, das
sich wirtschaftlich herstellen lässt, zur Abfuhr von Bohrklein aus dem Inneren des
Gesteinsbohrwerkzeuges und zur Schaffung tieferer Bohrlöcher mit genauer geometrischer
Form geeignet ist.
[0008] Gemäss der Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass die Durchtrittsöffnung im wesentlichen
die gesamte Länge des den sich im Innen- und Aussendurchmesser erweiternden Bereiches
der Bohrkrone durchsetzt und dass die Schneidkörper stiftförmig ausgebildet sind.
[0009] Der beim Bearbeiten des Untergrundes stehenbleibende Kern wird beim Auflaufen auf
den konischen Bereich gebrochen, so dass das entstehende Bohrklein durch die Durchtrittsöffnung
aus der Bohrkrone entweichen kann und in den Bereich einer gegebenenfalls sich rückseitig
an die Bohrkrone anschliessenden Transportwendel gelangt. Im konischen Auflaufbereich
können verschleissfeste Elemente angeordnet werden.
[0010] Durch die den zylindrischen Bereich sowohl radial als auch axial überragenden Schneidkörper
wird beim Arbeiten mit dem erfindungsgemässen Bohrwerkzeug eine Ringnut herausgeschnitten.
Der Kronenkörper kommt bei axial überragenden Schneidkörpern kaum in direkte Berührung
mit dem Untergrund. Dies ermöglicht einerseits eine gute Abfuhr des Bohrkleins und
verhindert andererseits einen Verschleiss des Kronenkörpers. Das radial Überragen
der Schneidkörper kann sowohl nach aussen als auch nach innen erfolgen. Dies ermöglicht
ein Freischneiden und verhindert eine Berührung des zylindrischen Bereiches des Kronenkörpers
mit der Bohrlochwandung.
[0011] Zweckmässigerweise sind die Schneidkörper stiftförmig ausgebildet. Solche Schneidkörper
können in Bohrungen der Bohrkrone aufgenommen werden und sind dadurch in der Lage
genau positioniert, wobei sie zudem in der Herstellung einfach sind und unter Umständen
vom Anwender selbst ausgewechselt werden können.
[0012] Der sich in Vorschubrichtung an den Bereich mit sich erweiterndem Innen- und Aussendurchmesser
anschliessende zylindrische Bereich schafft eine gute Führung des Bohrwerkzeuges im
Bohrloch. Die an der Stirnseite angeordneten Schneidkörper dienen dem Bearbeiten des
Untergrundes.
[0013] Für den Anbohrvorgang sowie auch für das Weiterführen der Bohrung ist die Bohrkrone
mit einem, diese axial überragenden Zentrierbohrer versehen. Zu Beginn des Bohrvorganges
kommt zuerst der Zentrierbohrer mit dem Untergrund in Berührung. Anschliessend gelangt
die Bohrkrone am Untergrund in Eingriff. Durch den Zentrierbohrer wird ein seitliches
Verlaufen des Bohrwerkzeugs verhindert. Der Zentrierbohrer ist einem relativ hohen
Verschleiss unterworfen und sollte daher auswechselbar sein, da das Werkzeug bei einem
Ausfall nur noch bedingt funktionstüchtig ist.
[0014] Die erfindungsgemäss vorgeschlagene Formgebung ermöglicht eine wirtschaftliche Herstellung,
insbesondere durch Fliesspressen. Massgebend hierzu ist vor allem der Umstand, dass
keine grossen Sprünge in den Materialstärken vorhanden sind. Durch die kegelartige
Ausbildung in Verbindung mit dem zylindrischen Bereich sind zudem aus der Sicht des
Materialflusses ideale Voraussetzungen für ein Fliesspressverfahren gegeben. Ausserdem
wird dadurch eine bessere Stossübertragung ermöglicht.
[0015] Die Erfindung soll nachstehend anhand der sie beispielsweise wiedergebenden Zeichnungen
näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemässes Gesteinsbohrwerkzeug, teilweise im Schnitt dargestellt;
- Fig. 2
- eine Ansicht des in Fig. 1 dargestellten Gesteinsbohrwerkzeuges, in Richtung des Pfeiles
A;
- Fig. 3
- eine Ansicht des in Fig. 1 dargestellten Gesteinsbohrwerkzeuges, in Richtung des Pfeiles
B.
[0016] Das aus Fig. 1 bis 3 ersichtliche Gesteinsbohrwerkzeug besteht im wesentlichen aus
einem Schaft 1, der in seinem rückwärtigen Endbereich mit Längsnuten 2 versehen ist.
Diese Längsnuten 2 dienen der axialen Halterung und der Drehmitnahme des Bohrwerkzeuges.
Der Schaft 1 ist mit einem sich in Vorschubrichtung erweiternden, konischen Bereich
3 mit sich in Vorschubrichtung erweiterndem Innen- und Aussendurchmesser versehen.
An den konischen Bereich 3 schliesst sich ein zylindrischer Bereich 4 an. Die Länge
L dieses zylindrischen Bereiches 4 beträgt etwa das 0,2- bis 3-fache des Aussendurchmessers
D. Das vordere Ende des zylindrischen Bereiches 4 ist als ringförmige Schneidkante
5 ausgebildet. Der konische Bereich 3 ist mit Durchtrittsöffnungen 6 versehen, welche
der Abfuhr des sich im Innern der Bohrkrone bildenden Bohrkleins dienen. Die Bohrkrone
ist an ihrer Innenseite mit einer Aufnahmebohrung 7 für einen die Bohrkrone axial
überragenden Zentrierbohrer 8 versehen. Zu Beginn des Anbohrvorganges kommt zunächst
nur der Zentrierbohrer 8 mit der Oberfläche des zu bearbeitenden Untergrundes in Eingriff.
Die Bohrkrone ist im Bereich des Schneidkante 5 mit stiftförmigen Schneidkörpern 9
versehen. Bei diesen Schneidkörpern 9 handelt es sich vorzugsweise um Hartmetallstifte.
Diese Schneidkörper 9 können jedoch auch plattenförmig ausgebildet oder aus synthetischen,
in eine Matrix eingebetteten Diamanten bestehen.
1. Gesteinsbohrwerkzeug mit Bohrkrone, wobei die Bohrkrone einen sich in Vorschubrichtung
im Innen- und Aussendurchmesser erweiternden Bereich (3) aufweist, an den sich in
Vorschubrichtung ein zylindrischer Bereich (4) mit konstantem Innen- und Aussendurchmesser
an schliesst, dessen Stirnseite entlang des Umfanges mit Schneidkörpern (9) versehen
ist, die den zylindrischen Bereich axial und radial überragen und wobei die Bohrkrone
mit einem, diese axial überragenden Zentrierbohrer (8) versehen ist, sowie wenigstens
eine im wesentlichen axial verlaufende, zur Aussenkontur hin offene Durchtrittsöffnung
(6) für das Bohrklein aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchtrittsöffnung (6) im wesentlichen die gesamte Länge des sich im Innen-
und Aussendurchmesser erweiternden Bereiches der Bohrkrone durchsetzt und dass die
Schneidkörper (9) stiftförmig ausgebildet sind.
1. Rock drilling tool with cutter head, wherein the cutter head comprises an area (3)
the inside and outside diameter of which widens in the feed direction and which is
adjoined in the feed direction by a cylindrical area (4) of constant inside and outside
diameter, the end surface of which is provided along its periphery with cutting elements
(9) which axially and radially protrude over the cylindrical area, and wherein the
cutter head is provided with a centring cutter (8) which axially extends beyond the
latter, and comprising at least one passage (6) for the drilling waste, which extends
substantially axially and is open towards the outside contour, characterised in that the passage (6) passes substantially through the entire length of the area of the
cutter head the inside and outside diameter of which widens, and that the cutting
elements (9) are pinshaped.
1. Outil de perforation au rocher à couronne de fleuret, la couronne de fleuret présentant
une région (3) dont les diamètres intérieur et extérieur s'élargissent dans la direction
de creusement et à laquelle se raccorde, dans la direction de creusement, une région
cylindrique (4) de diamètres intérieur et extérieur constants et dont le côté frontal
est pourvu, le long de la périphérie, d'éléments coupants (9) qui dépassent axialement
et radialement de la région cylindrique, et la couronne de fleuret étant pourvue d'un
fleuret de centrage (8) qui en dépasse axialement, et elle présente au moins une ouverture
de passage (6) pour les déblais de forage, ouverte vers le contour extérieur et s'étendant
sensiblement axialement,
caractérisé en ce que l'ouverture de passage (6) traverse sensiblement toute la longueur de la
région de la couronne de fleuret dont les diamètres intérieur et extérieur s'élargissent,
et en ce que les éléments coupants (9) sont réalisés en forme de pointes.