(19)
(11) EP 0 565 814 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.10.1993  Patentblatt  1993/42

(21) Anmeldenummer: 93100768.6

(22) Anmeldetag:  20.01.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5: F23D 1/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE DK ES FR GB GR IT NL SE

(30) Priorität: 13.04.1992 DE 4212360

(71) Anmelder: LLB Lurgi Lentjes Babcock Energietechnik GmbH
40549 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Dehn, Günther
    W-4230 Wesel (DE)
  • Möllenhoff, Horst, Dr.
    W-4330 Mülheim/Ruhr (DE)
  • Wegelin, Rüdiger
    W-4600 Dortmund 30 (DE)

(74) Vertreter: Müller, Jürgen, Dipl.-Ing. 
Deutsche Babcock AG Lizenz- und Patentabteilung Duisburger Strasse 375
46049 Oberhausen
46049 Oberhausen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Brennerlanze zum Zerstäuben einer Kohle-Wasser-Suspension


    (57) Eine Brennerlanze zum Zerstäuben einer Kohle-Wasser-Suspension mit Hilfe eines gasförmigen Zerstäubermediums besteht aus einem inneren, die Suspension führenden Rohr (1), aus einem äußeren Rohr (2) und aus einem mit beiden Rohren (1, 2) in Verbindung stehenden Düsenkörper (10). Das äußere Rohr (2) umgibt das innere Rohr (1) unter Bildung eines das Zerstäubermedium führenden Ringspaltes (5), in dem als Drallkörper dienende Abstandshalter (3) angeordnet sind. Das äußere Rohr (2) überragt das innere Rohr (1) in der Längserstreckung der Brennerlanze und nimmt in diesem Teil den Düsenkörper (10) auf, dessen Außendurchmesser dem Innendurchmesser des äußeren Rohres (2) entspricht. Der Düsenkörper (10) weist einen Zentriwinkel von 35 bis 45 auf und endet in einer mittigen Austrittsöffnung (11).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Brennerlanze zum Zerstäuben einer Kohle-Wasser-Suspension mit Hilfe eines gasförmigen Zerstäubungsmediums gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

    [0002] Eine bekannte, der Zerstäubung von ÖI oder einer flüssigen Kohlenstaubsuspension dienende Brennerlanze (EP-B-0 172 303) enthält einen Düsenkopf, in den der zentral geführte Brennstoffstrom und der ringförmige Zerstäubungsmediumstrom eintreten. In dem Düsenkopf ist ein Vormischraum gebildet, dem ein Einmischraum mit einem engsten, mengenbestimmenden Querschnitt nachgeschaltet ist. Auf diese Weise erfolgt die Mengenbestimmung des Brennstoffes in dem freien Strom des Zerstäubungsmediums, ohne daß der flüssige Brennstoff mit den in ihm enthaltenen festen Bestandteilen mit den metallischen Wänden innerhalb des mengenbestimmenden Querschnittes in nennenswertem Umfang in Berührung kommt und dort zu einem Verschleiß führt. An den Einmischraum schließt sich eine mit mehreren Austrittsbohrungen versehene Nachmischkammer an, in der der Brennstoff und das Zerstäubungsmedium weiter zu einer Emulsion vermischt werden.

    [0003] Aus der EP-A-0 182 545 ist eine Brennerlanze für die Zerstäubung einer Kohle-Wasser-Suspension bekannt, bei der in einem äußeren Rohr ein Düsenkopf angeordnet ist. In dem Düsenkopf sind Bohrungen vorgesehen, durch die der zentral zugeführte Brennstoffstrom verzweigt und umgelenkt wird, um ihn in einen ringförmigen Strom umzuformen. Das Zerstäubungsmedium wird ebenfalls verzweigt und von innen und außen mit der Suspension zusammengebracht. Umlenkungen und Verzweigungen von flüssigen Feststoffsuspensionen sind nur bei extrem feinkörnigen Feststoffen möglich.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Brennerlanze so zu gestalten, daß die Zerstäubung einer zähflüssigen Kohle-Wasser-Suspension mit einfacheren Mitteln erfolgen kann.

    [0005] Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Brennerlanze erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

    [0006] Bei der erfindungsgemäßen Brennerlanze lassen sich in dem Ringspalt und in dem Düsenkörper solche Geschwindigkeiten in den Medienströmen einstellen, daß bei einem einfachen Aufbau der Brennerlanze eine gleichmäßige Zerstäubung der Suspension erreicht wird. Der dem Zerstäubermedium vor dem Auftreffen auf die Suspension aufgezwungene Drall erhöht die Zerstäuberqualität Der Düsenkörper eignet sich für den Durchsatz einer verhältnismäßig groben Kohle-Wasser-Suspension mit einer maximalen Korngröße von etwa 6 mm.=Dabei ist der Querschnitt der mittigen Austrittsöffnung auf diese maximale Korngröße ausgelegt.

    [0007] Die Anordnung eines Rohrstückes am vorderen Ende des inneren Rohres gemäß den Ansprüchen 2 und 3 verhindert ein Verschieben des inneren Rohres aus der koaxialen Lage als Folge eine Wärmedehnung oder einer Fertigungsungenauigkeit.

    [0008] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Brennerlanze und Fig. 2 in vergrößertem Maßstab einen Längsschnitt durch das vordere Ende einer anderen Brennerlanze.

    [0009] Die Brennerlanze besteht aus einem inneren Rohr 1, das in einem radialen Abstand von einem äußeren Rohr 2 umgeben ist. Um den Abstand einzuhalten, sind auf dem inneren Rohr 1 Abstandshalter 3 in Form von aufgeschweißten Blechstreifen oder Schweißraupen, angebracht, die spiralförmig oder schräg zur Längsachse des inneren Rohres 1 verlaufen. Diese Abstandshalter 3 dienen gleichzeitig als Drallkörper. Weitere Auftragsschweißungen 4 sind zur Abstandshaltung auf dem rückwärtigen Teil des inneren Rohres 1 aufgebracht. Zwischen den beiden Rohren 1, 2 erstreckt sich über die gesamte Länge des inneren Rohres 1 ein Ringspalt 5, dessen Breite im Vergleich zu dem Innendurchmesser des inneren Rohres 1 gering ist.

    [0010] Das innere Rohr 1 ist an eine nicht gezeigte Brennstoffleitung angeschlossen, durch die als Brennstoff eine zähflüssige Kohle-Wasser-Suspension in das innere Rohr 1 eingespeist wird. Der Ringspalt 5 ist bis zu einem Zuführungsstutzen 6 geführt, der in einem Flansch 7 am hinteren Ende des äußeren Rohres 2 angeordnet ist. Durch diesen Zuführungsstutzen 6 wird ein gasförmiges Zerstäubungsmedium, vorzugsweise Luft, in den Ringspalt 5 eingebracht.

    [0011] Das äußere Rohr 2 ist auf seiner gesamten Länge von einem Führungsrohr 8 umgeben, welches direkt in einen durch eine Rohrwand 19 begrenzten Brennraum, z.B. eine Wirbelschicht, führt. Das Führungsrohr 8 ist an dem hinteren Ende mit einem Flansch 9 versehen, der mit dem Flansch 7 des äußeren Rohres 2 verschraubt ist. Das äußere Rohr 2 ist eng geführt und kann nach Lösen der Flanschverbindung aus dem Führungsrohr 8 herausgezogen werden. Das Führungsrohr 8 und der Flansch 9 sind an der Rohrwand 19 befestigt.

    [0012] Das äußere Rohr 2 überragt in der Längserstreckung der Brennerlanze das innere Rohr 1 und nimmt in diesem Teil einen Düsenkörper 10 auf. Der Innenquerschnitt des Düsenkörpers 10 verengt sich ausgehend von dem Innendurchmesser des äußeren Rohres 2 und bildet dabei einen Konus mit einem Zentriwinkel von 35 bis 45, vorzugsweise 40°. Der Konus geht in eine zylindrische, mittig angeordnete Austrittsöffnung 11 über, deren Innendurchmesser vorzugsweise mindestens dem dreifachen Wert der maximalen Korngröße des Brennstoffes entsprechen sollte.

    [0013] Der Düsenkörper 10 ist vorzugsweise auswechselbar an dem äußeren Rohr 2 befestigt. Gemäß Fig. 1 ist der Düsenkörper 10 ein metallischer Körper 12, der über eine Schweißnaht 13 an dem äußeren Rohr 2 angeschweißt ist. Auf der Innenseite ist der metallische Körper 12 des Düsenkörpers 10 mit einer erosionsbeständigen Schicht 14 versehen.

    [0014] Gemäß Fig. 2 besteht der Düsenkörper 10 aus einem keramischen Einsatz 15, vorzugsweise aus SiC oder aus mit Si infiltriertem SiC. Dieser Einsatz 15 des Düsenkörpers 10 liegt mit einer seiner Stirnflächen an einer Ringschulter des äußeren Rohres 2 an und ist an dem austrittsseitigen Ende mit einer Schulter 16 versehen. In diese Schulter 16 greift ein Vorsprung 17 eines Rohrabschnittes 18 ein, der an dem dem Vorsprung 17 abgewandten Ende an der Schweißnaht 13 mit dem äußeren Rohr 2 verschweißt ist.

    [0015] Das vordere Ende des inneren Rohres 1 besteht aus einem Rohrstück 20, dessen dem Düsenkörper 10 abgewandtes Ende abgestuft ist und in das entsprechend angepaßte Endstück des inneren Rohres 1 teleskopartig eingreift. Das Rohrstück 20 sitzt damit locker und ohne weitere Abdichtung auf dem inneren Rohr 1. Auf dem Außenumfang des Rohrstückes 20 sind die als Drallkörper dienenden Abstandshalter 3 aufgebracht. Die Abstandshalter 3 sind über eine Schweißnaht 21 mit einer Hülse 22 verbunden, die ihrerseits über die Schweißnaht 13 an dem Rohrabschnitt 18 und dem äußeren Rohr 2 angeschweißt ist. Das Rohrstück 20 läßt sich damit konzentrisch zu dem äußeren Rohr 2 einsetzen, wobei aufgrund der axialen Dehnmöglichkeit ein Verschieben aus der koaxialen Anordnung verhindert wird. Ein solches verschieben würde zu einseitigen Erosionserscheinungen an dem Düsenkörper führen.

    [0016] Das den engen Ringspalt 5 durchströmende gasförmige Zerstäubungsmedium tritt mit erhöhter Geschwindigkeit als Ringstrom in den Düsenkörper 10 ein und trifft dort auf den zentralen, über das innere Rohr 1 zugeführten Brennstoffstrom. Durch die Abstimmung der Strömungsgeschwindigkeit des Zerstäubermediums in dem Ringspalt 5 und der Strömungsgeschwindigkeit in dem konischen Teil des Düsenkörpers 10 wird eine gute Zerstäubung der Brennstoffsuspension erreicht. Vor dem Auftreffen auf den aus dem inneren Rohr 1 austretenden Brennstoffstrom wird dem Zerstäubermedium durch die als Drallkörper dienenden Abstandshalter 3 ein Drall aufgezwungen, der die Zerstäuberqualität verbessert.


    Ansprüche

    1. Brennerlanze zum Zerstäuben einer Kohle-Wasser-Suspension mit Hilfe eines gasförmigen Zerstäubungsmediums, bestehend aus einem inneren, die Suspension führenden Rohr (1), aus einem äußeren, das innere Rohr (1) unter Bildung eines das Zerstäubungsmedium führenden Ringspaltes (5) in einem radialen Abstand umgebenden Rohr (2) und aus einem sich in Fließrichtung der Suspension verengenden, mit dem inneren und dem äußeren Rohr (1, 2) in Verbindung stehenden Düsenkörper (10), wobei das äußere Rohr (2) das innere Rohr (1) in der Längserstreckung der Brennerlanze überragt und in diesem Teil den Düsenkörper (10) aufnimmt, dadurch gekennzeichnet, daß der Außendurchmesser des Düsenkörpers (10) dem Innendurchmesser des äußeren Rohres (2) entspricht, daß der Düsenkörper (10) einen Zentriwinkel von 35 bis 45, vorzugsweise 40 aufweist und in einer mittigen Austrittsöffnung (11) endet und daß in dem das Zerstäubermedium führenden Ringspalt ein Drallkörper angeordnet ist.
     
    2. Brennerlanze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, das vordere Ende des inneren Rohres (1) aus einem Rohrstück (20) besteht, das an dem äußeren Rohr (2) befestigt ist und teleskopartig in das innere Rohr (1) eingreift.
     
    3. Brennerlanze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drallkörper auf dem Außenumfang des Rohrabstückes (20) angeordnet ist und daß das Rohrstück (20) über den Drallköper an dem äußeren Rohr (2) befestigt ist.
     
    4. Brennerlanze nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Düsenkörper (10) auswechselbar an dem äußeren Rohr (2) befestigt ist.
     
    5. Brennerlanze nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Düsenkörper (10) aus Keramik besteht.
     




    Zeichnung