[0001] Die Erfindung betrifft eine Brennerlanze zum Zerstäuben einer Kohle-Wasser-Suspension
mit Hilfe eines gasförmigen Zerstäubungsmediums gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Eine bekannte, der Zerstäubung von ÖI oder einer flüssigen Kohlenstaubsuspension
dienende Brennerlanze (EP-B-0 172 303) enthält einen Düsenkopf, in den der zentral
geführte Brennstoffstrom und der ringförmige Zerstäubungsmediumstrom eintreten. In
dem Düsenkopf ist ein Vormischraum gebildet, dem ein Einmischraum mit einem engsten,
mengenbestimmenden Querschnitt nachgeschaltet ist. Auf diese Weise erfolgt die Mengenbestimmung
des Brennstoffes in dem freien Strom des Zerstäubungsmediums, ohne daß der flüssige
Brennstoff mit den in ihm enthaltenen festen Bestandteilen mit den metallischen Wänden
innerhalb des mengenbestimmenden Querschnittes in nennenswertem Umfang in Berührung
kommt und dort zu einem Verschleiß führt. An den Einmischraum schließt sich eine mit
mehreren Austrittsbohrungen versehene Nachmischkammer an, in der der Brennstoff und
das Zerstäubungsmedium weiter zu einer Emulsion vermischt werden.
[0003] Aus der EP-A-0 182 545 ist eine Brennerlanze für die Zerstäubung einer Kohle-Wasser-Suspension
bekannt, bei der in einem äußeren Rohr ein Düsenkopf angeordnet ist. In dem Düsenkopf
sind Bohrungen vorgesehen, durch die der zentral zugeführte Brennstoffstrom verzweigt
und umgelenkt wird, um ihn in einen ringförmigen Strom umzuformen. Das Zerstäubungsmedium
wird ebenfalls verzweigt und von innen und außen mit der Suspension zusammengebracht.
Umlenkungen und Verzweigungen von flüssigen Feststoffsuspensionen sind nur bei extrem
feinkörnigen Feststoffen möglich.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Brennerlanze so zu gestalten,
daß die Zerstäubung einer zähflüssigen Kohle-Wasser-Suspension mit einfacheren Mitteln
erfolgen kann.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Brennerlanze erfindungsgemäß durch die
kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Brennerlanze lassen sich in dem Ringspalt und in dem Düsenkörper
solche Geschwindigkeiten in den Medienströmen einstellen, daß bei einem einfachen
Aufbau der Brennerlanze eine gleichmäßige Zerstäubung der Suspension erreicht wird.
Der dem Zerstäubermedium vor dem Auftreffen auf die Suspension aufgezwungene Drall
erhöht die Zerstäuberqualität Der Düsenkörper eignet sich für den Durchsatz einer
verhältnismäßig groben Kohle-Wasser-Suspension mit einer maximalen Korngröße von etwa
6 mm.=Dabei ist der Querschnitt der mittigen Austrittsöffnung auf diese maximale Korngröße
ausgelegt.
[0007] Die Anordnung eines Rohrstückes am vorderen Ende des inneren Rohres gemäß den Ansprüchen
2 und 3 verhindert ein Verschieben des inneren Rohres aus der koaxialen Lage als Folge
eine Wärmedehnung oder einer Fertigungsungenauigkeit.
[0008] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und
werden im folgenden näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine
Brennerlanze und Fig. 2 in vergrößertem Maßstab einen Längsschnitt durch das vordere
Ende einer anderen Brennerlanze.
[0009] Die Brennerlanze besteht aus einem inneren Rohr 1, das in einem radialen Abstand
von einem äußeren Rohr 2 umgeben ist. Um den Abstand einzuhalten, sind auf dem inneren
Rohr 1 Abstandshalter 3 in Form von aufgeschweißten Blechstreifen oder Schweißraupen,
angebracht, die spiralförmig oder schräg zur Längsachse des inneren Rohres 1 verlaufen.
Diese Abstandshalter 3 dienen gleichzeitig als Drallkörper. Weitere Auftragsschweißungen
4 sind zur Abstandshaltung auf dem rückwärtigen Teil des inneren Rohres 1 aufgebracht.
Zwischen den beiden Rohren 1, 2 erstreckt sich über die gesamte Länge des inneren
Rohres 1 ein Ringspalt 5, dessen Breite im Vergleich zu dem Innendurchmesser des inneren
Rohres 1 gering ist.
[0010] Das innere Rohr 1 ist an eine nicht gezeigte Brennstoffleitung angeschlossen, durch
die als Brennstoff eine zähflüssige Kohle-Wasser-Suspension in das innere Rohr 1 eingespeist
wird. Der Ringspalt 5 ist bis zu einem Zuführungsstutzen 6 geführt, der in einem Flansch
7 am hinteren Ende des äußeren Rohres 2 angeordnet ist. Durch diesen Zuführungsstutzen
6 wird ein gasförmiges Zerstäubungsmedium, vorzugsweise Luft, in den Ringspalt 5 eingebracht.
[0011] Das äußere Rohr 2 ist auf seiner gesamten Länge von einem Führungsrohr 8 umgeben,
welches direkt in einen durch eine Rohrwand 19 begrenzten Brennraum, z.B. eine Wirbelschicht,
führt. Das Führungsrohr 8 ist an dem hinteren Ende mit einem Flansch 9 versehen, der
mit dem Flansch 7 des äußeren Rohres 2 verschraubt ist. Das äußere Rohr 2 ist eng
geführt und kann nach Lösen der Flanschverbindung aus dem Führungsrohr 8 herausgezogen
werden. Das Führungsrohr 8 und der Flansch 9 sind an der Rohrwand 19 befestigt.
[0012] Das äußere Rohr 2 überragt in der Längserstreckung der Brennerlanze das innere Rohr
1 und nimmt in diesem Teil einen Düsenkörper 10 auf. Der Innenquerschnitt des Düsenkörpers
10 verengt sich ausgehend von dem Innendurchmesser des äußeren Rohres 2 und bildet
dabei einen Konus mit einem Zentriwinkel von 35 bis 45, vorzugsweise 40
°. Der Konus geht in eine zylindrische, mittig angeordnete Austrittsöffnung 11 über,
deren Innendurchmesser vorzugsweise mindestens dem dreifachen Wert der maximalen Korngröße
des Brennstoffes entsprechen sollte.
[0013] Der Düsenkörper 10 ist vorzugsweise auswechselbar an dem äußeren Rohr 2 befestigt.
Gemäß Fig. 1 ist der Düsenkörper 10 ein metallischer Körper 12, der über eine Schweißnaht
13 an dem äußeren Rohr 2 angeschweißt ist. Auf der Innenseite ist der metallische
Körper 12 des Düsenkörpers 10 mit einer erosionsbeständigen Schicht 14 versehen.
[0014] Gemäß Fig. 2 besteht der Düsenkörper 10 aus einem keramischen Einsatz 15, vorzugsweise
aus SiC oder aus mit Si infiltriertem SiC. Dieser Einsatz 15 des Düsenkörpers 10 liegt
mit einer seiner Stirnflächen an einer Ringschulter des äußeren Rohres 2 an und ist
an dem austrittsseitigen Ende mit einer Schulter 16 versehen. In diese Schulter 16
greift ein Vorsprung 17 eines Rohrabschnittes 18 ein, der an dem dem Vorsprung 17
abgewandten Ende an der Schweißnaht 13 mit dem äußeren Rohr 2 verschweißt ist.
[0015] Das vordere Ende des inneren Rohres 1 besteht aus einem Rohrstück 20, dessen dem
Düsenkörper 10 abgewandtes Ende abgestuft ist und in das entsprechend angepaßte Endstück
des inneren Rohres 1 teleskopartig eingreift. Das Rohrstück 20 sitzt damit locker
und ohne weitere Abdichtung auf dem inneren Rohr 1. Auf dem Außenumfang des Rohrstückes
20 sind die als Drallkörper dienenden Abstandshalter 3 aufgebracht. Die Abstandshalter
3 sind über eine Schweißnaht 21 mit einer Hülse 22 verbunden, die ihrerseits über
die Schweißnaht 13 an dem Rohrabschnitt 18 und dem äußeren Rohr 2 angeschweißt ist.
Das Rohrstück 20 läßt sich damit konzentrisch zu dem äußeren Rohr 2 einsetzen, wobei
aufgrund der axialen Dehnmöglichkeit ein Verschieben aus der koaxialen Anordnung verhindert
wird. Ein solches verschieben würde zu einseitigen Erosionserscheinungen an dem Düsenkörper
führen.
[0016] Das den engen Ringspalt 5 durchströmende gasförmige Zerstäubungsmedium tritt mit
erhöhter Geschwindigkeit als Ringstrom in den Düsenkörper 10 ein und trifft dort auf
den zentralen, über das innere Rohr 1 zugeführten Brennstoffstrom. Durch die Abstimmung
der Strömungsgeschwindigkeit des Zerstäubermediums in dem Ringspalt 5 und der Strömungsgeschwindigkeit
in dem konischen Teil des Düsenkörpers 10 wird eine gute Zerstäubung der Brennstoffsuspension
erreicht. Vor dem Auftreffen auf den aus dem inneren Rohr 1 austretenden Brennstoffstrom
wird dem Zerstäubermedium durch die als Drallkörper dienenden Abstandshalter 3 ein
Drall aufgezwungen, der die Zerstäuberqualität verbessert.
1. Brennerlanze zum Zerstäuben einer Kohle-Wasser-Suspension mit Hilfe eines gasförmigen
Zerstäubungsmediums, bestehend aus einem inneren, die Suspension führenden Rohr (1),
aus einem äußeren, das innere Rohr (1) unter Bildung eines das Zerstäubungsmedium
führenden Ringspaltes (5) in einem radialen Abstand umgebenden Rohr (2) und aus einem
sich in Fließrichtung der Suspension verengenden, mit dem inneren und dem äußeren
Rohr (1, 2) in Verbindung stehenden Düsenkörper (10), wobei das äußere Rohr (2) das
innere Rohr (1) in der Längserstreckung der Brennerlanze überragt und in diesem Teil
den Düsenkörper (10) aufnimmt, dadurch gekennzeichnet, daß der Außendurchmesser des
Düsenkörpers (10) dem Innendurchmesser des äußeren Rohres (2) entspricht, daß der
Düsenkörper (10) einen Zentriwinkel von 35 bis 45, vorzugsweise 40 aufweist und in
einer mittigen Austrittsöffnung (11) endet und daß in dem das Zerstäubermedium führenden
Ringspalt ein Drallkörper angeordnet ist.
2. Brennerlanze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, das vordere Ende des inneren
Rohres (1) aus einem Rohrstück (20) besteht, das an dem äußeren Rohr (2) befestigt
ist und teleskopartig in das innere Rohr (1) eingreift.
3. Brennerlanze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drallkörper auf dem
Außenumfang des Rohrabstückes (20) angeordnet ist und daß das Rohrstück (20) über
den Drallköper an dem äußeren Rohr (2) befestigt ist.
4. Brennerlanze nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Düsenkörper (10) auswechselbar an dem äußeren Rohr (2) befestigt ist.
5. Brennerlanze nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Düsenkörper (10) aus Keramik besteht.