[0001] Die Erfindung betrifft ein tassenförmiges Gehäuse eines sich selbsttätig hydraulisch
einstellenden Ventilstössels für Brennkraftmaschinen mit obenliegender Nockenwelle,
mit einer hohlzylindrischen einseitig durch einen Boden verschlossenen Wandung und
einem vom Boden konzentrisch zur Wandung abragenden Sockelring, der mit der Wandung
und einem an dieser flüssigkeitsdicht festgelegten Einsatzteil einen ringförmigen,
über wenigstens eine als Ölzufuhrkanal dienende Bohrung mit der Aussenseite des Gehäuses
in Verbindung stehenden Ölvorratsraum begrenzt.
[0002] Ein derartiges Gehäuse ist beispielsweise aus der EP-B-0 212 162 bekannt, wobei dort
der Sockelring direkt als Führungshülse für das Spielausgleichselement ausgebildet
ist. Der Abschluss des ringförmigen Ölvorratsraumes erfolgt über eine ringförmige
Scheibe, die einerseits an der Gehäuseinnenwand flüssigkeitsdicht festgelegt ist und
andererseits gegen den Sockelring mittels eines O-Ringes abgedichtet ist. Von einer
Umfangsnut in der Gehäuseaussenwand führt eine Bohrung direkt in den unteren Teil
des Ölvorratsraumes.
[0003] Aus der DE-C-34 12 176 ist weiterhin ein Einsatzteil bekannt, bei welchem das Führungsteil
für das Spielausgleichselement einends in ein Flanschteil übergeht, welches flüssigkeitsdichtend
an der Gehäuseinnenwand festgelegt ist. Die innere Begrenzung des ringförmigen Ölvorratsraumes
bildet hier das Führungsteil sowie Teile des Spielausgleichselements. Ein Sockelring
ist bei dieser Ausführungsvariante nicht vorgesehen. Die Ölzufuhr in den Ölvorratsraum
erfolgt über ein Umfangsnut sowie eine Längsnut in der Gehäuseaussenwand durch eine
Bohrung direkt in den unteren Teil des Ölvorratsraumes.
[0004] Die vorstehend beschriebenen Gehäuse werden üblicherweise aus Stahl gefertigt. Dies
bringt den Nachteil mit sich, dass der gesamte Stössel eine verhältnismässig grosse
Masse mit entsprechend hoher Verschleissanfälligkeit aufweist.
[0005] In Kenntnis dieses Standes der Technik hat sich der Erfinder die Aufgabe gestellt,
ein Gehäuse der eingangs erwähnten Art zu schaffen, welches sich bei geringem Gewicht
durch eine hohe Steifigkeit auszeichnet und der Ölzufuhrkanal in den Ölvorratsraum
auf einfache und kostengünstige Weise derart angelegt werden kann, dass in jedem Betriebszustand
die Luftmenge im Ölvorratsraum minimal gehalten werden kann.
[0006] Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt, dass der ringförmige Ölvorratsraum
über radial angeordnete, vom Boden zwischen Sockelring und Wandung abragende Verstärkungsstege
in Kammern unterteilt ist und die Bohrung in einem der Verstärkungsstege verläuft,
wobei zumindest der die Bohrung führende Verstärkungssteg in von der Wandung zum Sockelring
verlaufender Richtung einen ersten Bereich mit einer zum Durchmesser der Bohrung grösseren
Wandstärke und einen zweiten Bereich mit einer zum Durchmesser der Bohrung kleineren
Wandstärke aufweist, so dass die im zweiten Bereich endende Bohrung nach deren Austritt
aus dem ersten Bereich in eine die benachbarten Kammern verbindende Öffnung mündet.
[0007] Durch die Anordnung eines Sockelrings mit Verstärkungsstegen wird eine Versteifung
des Gehäuses erzielt, die eine verhältnismässig dünnwandige Ausführung des Gehäuses
erlaubt. Zudem kann das aus Boden, Wandung, Sockelring und Verstärkungsstegen bestehende
Gehäuseteil einstückig durch Fliesspressen aus einer hochfesten Aluminiumlegierung,
insbesondere einer Legierung vom Typ AIZnMgCu, gefertigt werden.
[0008] Die unterschiedliche Wandstärke der Verstärkungsstege ermöglicht es, durch einfache
zu automatisierende Bohrungen die Lage des Ölzufuhrkanals in weiten Bereichen zu variieren
und auf einfache Weise Kammerverbindungen herzustellen.
[0009] Die der Ölzufuhr dienende Bohrung wird bevorzugt von der Wandung ausgehend schräg
noch oben gegen den Boden hin verlaufend angelegt. Dadurch wird sichergestellt, dass
in jedem Betriebszustand der Ölvorratsraum zum grössten Teil gefüllt bleibt. Bohrungen,
die der blossen Verbindungsöffnung benachbarter Kammern dienen, werden im Bereich
der Wandung beispielsweise mittels einer Einpresskugel verschlossen.
[0010] Es sei hier noch erwähnt, dass grundsätzlich nur Verbindungsstege, die eine der Ölzufuhr
in den Ölvorratsraum dienende Bohrung enthalten, in der erfindungsgemäss unterschiedlichen
Dicke ausgebildet sein müssen. Für Bohrungen, die der blossen Kammerverbindung dienen,
können die Verbindungsstege auch eine einheitliche Wandstärke aufweisen, die kleiner
ist als der Bohrungsdurchmesser. Derartige Bohrungen werden bevorzugt horizontal und
in Bodennähe ausgeführt. Im übrigen sind Verbindungsöffnungen zwischen benachbarten
Kammern nur dann erforderlich, wenn kein Ausgleich über die dem Einsatzteil benachbarten
Stirnseiten der Verstärkungsstege möglich ist.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung übergreift der Sockelring ein
konzentrisch zu diesem angeordnetes hohlzylindrisches Führungsteil fürein gleitdichtend
verschiebbares Spielausgleichselement unter Bildung eines Ringspaltes, wobei das Führungsteil
als Teil des Einsatzteils ausgebildet ist und einends in ein kreisringförmiges Flanschteil
übergeht, welches mit seinem äusseren Umfang an der Wandung des Gehäuses flüssigkeitsdicht
festgelegt ist. Hierbei kann das Flanschteil auf bekannte Weise mit der dem Boden
zugewandten Seite seines Randes gegen einen stufenförmigen Absatz in der Wandung des
Gehäuses anliegen und zwischen diesem Absatz und einer auf der anderen Seite seines
Randes durch eine in die Aussenseite der Wandung eingeformte Umfangsnut gebildeten
Ringwulst kraftschlüssig gehalten sein. Diese Ausführungsform eines Gehäuses besteht
-- mit Ausnahme des eigentlichen Spielausgleichselements -- aus zwei einfach zu fertigenden
Teilen, die einen einfachen und kostengünstigen Zusammenbau ermöglichen. Nach der
Fertigung des Gehäuseteils als Fliesspressteil werden die notwendigen Bohrungen von
aussen ausgeführt. Anschliessend wird das Einsatzteil, welches aus Stahl, Kunststoff
oder einer Aluminiumlegierung gefertigt sein kann, eingesetzt und in bekannter Weise
die äussere Umfangsnut eingerollt, wodurch die Ringwulst gebildet und mit dieser das
Einsatzteil kraftschlüssig gegen den stufenförmigen Absatz gepresst wird. Für den
Fall, dass dieses Einpressen nicht zur gewünschten flüssigkeitsdichten Verbindung
führen sollte, kann diese durch zusätzliches Löten, Schweissen oder Verstemmen hergestellt
werden.
[0012] Da der Tassenboden im Betrieb durch den auflaufenden Nocken einer starken Verschleissbeanspruchung
ausgesetzt ist, kann dieser zusätzlich mit einem Überzug aus einem verschleissfesten
und/oder gleitfähigen Werkstoff versehen werden. Ebenso kann auf die Aussenwand des
Tassengehäuses, welches im Betrieb in einer Laufbüchse im Motorblock geführt ist,
eine verschleissfeste und/oder gleitfähige Beschichtung aufgetragen werden.
[0013] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung; diese
zeigt in:
Fig. 1: einen Längsschnitt durch ein tassenförmiges Gehäuse;
Fig. 2: eine teilweise geschnittene Draufsicht auf das Gehäuse von Fig. 1 gemäss Blickrichtung
x.
[0014] Ein tassenförmiges Gehäuse 10 eines sich selbsttätig hydraulisch einstellenden Ventilstössels
für Brennkraftmaschinen mit obenliegender Nockenwelle weist eine hohlzylindrische
Wandung 12 auf, welche einends durch einen mit dieser einstückigen Boden 14 verschlossen
ist. Vom Boden 14 des Gehäuses 10 ragt innenseitig ein zur Wandung 12 konzentrischer,
mit dem Boden 14 einstückiger Sockelring 16 ab, welcher über radial angeordnete Verstärkungsstege
18 den ringförmigen Raum zwischen Sockelring 16 und Wandung 12 in Kammern 20 unterteilt.
Die Verstärkungsstege 18 sind hierbei mit Wandung 12, Boden 14 und Sockelring 16 ebenfalls
einstückig. In der dargestellten Ausführungsvariante eines Gehäuses 10 sind vier Verstärkungsstege
18 vorgesehen, jedoch können auch sechs oder eine andere Anzahl von Verstärkungsstegen
angeordnet sein.
[0015] In das Gehäuse 10 ist ein Einsatzteil 22 derart eingesetzt, dass es mit einem hohlzylindrischen
Führungsteil 24 für ein in der Zeichnung nicht dargestellte Spielausgleichselement
unter Bildung eines Ringspaltes 26 konzentrisch in den Sockelring 16 einragt und mit
dem äusseren Umfang eines einends am Führungsteil 24 angeformten kreisringförmigen
Flanschteils 28 in einer Umfangsrille 30 in der Innenfläche der Wandung 12 des Gehäuses
10 festgelegt ist. Der Einbau des Einsatzteils 22 in das Gehäuse 10 erfolgt derart,
dass sich das Flanschteil 28 mit der dem Boden 14 zugewandten Seite seines Randes
gegen einen stufenförmigen Absatz 32 in der Innenfläche der Wandung 12 abstützt und
durch anschliessendes Einrollen einer Umfangsnut 34 in der Aussenfläche der Wandung
12 eine Ringwulst 36 in der Innenfläche der Wandung 12 ausgeformt wird, die zusammen
mit dem stufenförmigen Absatz 32 die Umfangsrille 30 bildet und in dieser den äusseren
Umfang des kreisringförmigen Flanschteils 28 des Einsatzteils 22 kraftschlüssig umschliesst.
[0016] Die Verstärkungsstege 18 sind in von der Wandung 12 des Gehäuses 10 zum Sockelring
16 verlaufender Richtung querschnittlich unterschiedlich dick ausgestaltet. Hierbei
ist die Wandstärke der Verstärkungsstege 18 in einem ersten Bereich 18a von der Wandung
12 bis etwa zur Stegmitte grösser als im nachfolgenden Bereich 18b von der Stegmitte
zum Sockelring 16.
[0017] Von der Umfangsnut 34 verläuft im Bereich der radialen Verlängerung eines Verstärkungssteges
18 in Richtung auf den Boden 14 eine Längsnut 38, von welcher eine als Ölzufuhrkanal
dienende, im Verbindungssteg 18 schräg nach oben verlaufende Bohrung 40 ausgeht. Der
Durchmesser d der Bohrung 40 ist hierbei kleiner als die Wandstärke d
a des ersten Bereichs 18a und grösser als die Wandstärke d
b des zweiten Bereichs 18b des Verbindungssteges 18, so dass die innerhalb des zweiten
Bereichs 18b endende Bohrung 40 nach deren Austritt aus dem ersten Bereich 18a infolge
des gegenüber der Wandstärke d
b des zweiten Bereichs 18b grösseren Bohrungsdurchmessers d in eine die benachbarten
Kammern 20 verbindende Öffnung 42 mündet.
[0018] Die Verbindungsstege 18 ohne integrierten Ölzufuhrkanal sind in gleicher Weise mit
einer in der Nähe des Bodens 14 horizontal verlaufenden Bohrung 40a versehen, die
in eine die benachbarten Kammern 20 verbindende Öffnung 42a mündet. Diese Bohrung
40a, die nur der Verbindungsöffnung 42a benachbarter Kammern 20 dient, ist im Bereich
der Wandung 12 mittels einer Einpresskugel 44 verschlossen.
1. Tassenförmiges Gehäuse eines sich selbsttätig hydraulisch einstellenden Ventilstössels
für Brennkraftmaschinen mit obenliegender Nockenwelle, mit einer hohlzylindrischen
einseitig durch einen Boden (14) verschlossenen Wandung (12) und einem vom Boden (14)
konzentrisch zur Wandung (12) abragenden Sockelring (16), der mit der Wandung (12)
und einem an dieser flüssigkeitsdicht festgelegten Einsatzteil (22) einen ringförmigen,
über wenigstens eine als Ölzufuhrkanal dienende Bohrung (40) mit der Aussenseite des
Gehäuses (10) in Verbindung stehenden Ölvorratsraum begrenzt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der ringförmige Ölvorratsraum über radial angeordnete, vom Boden (14) zwischen
Sockelring (16) und Wandung (12) abragende Verstärkungsstege (18) in Kammern (20)
unterteilt ist und die Bohrung (40) in einem der Verstärkungsstege (18) verläuft,
wobei zumindest der die Bohrung (40) führende Verstärkungssteg (18) in von der Wandung
(12) zum Sockelring (16) verlaufender Richtung einen ersten Bereich (18a) mit einer
zum Durchmesser (d) der Bohrung (40) grösseren Wandstärke (da) und einen zweiten Bereich (18b) mit einer zum Durchmesser (d) der Bohrung (40) kleineren
Wandstärke (db) aufweist, so dass die im zweiten Bereich (18b) endende Bohrung (40) nach deren Austritt
aus dem ersten Bereich (18a) in eine die benachbarten Kammern (20) verbindende Öffnung
(42) mündet.
2. Tassenförmiges Gehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die der Ölzufuhr
dienende Bohrung (40) von der Wandung (12) ausgehend schräg noch oben gegen den Boden
(14) hin verläuft.
3. Tassenförmiges Gehäuse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der
blossen Verbindungsöffnung (42a) benachbarter Kammern (20) dienende Bohrungen (40a)
im Bereich der Wandung (12) insbesondere mit einer Einpresskugel (44) verschlossen
sind.
4. Tassenförmiges Gehäuse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen
(40a) horizontal in der Nähe des Bodens (14) angeordnet sind.
5. Tassenförmiges Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass der Sockelring (16) ein konzentrisch zu diesem angeordnetes hohlzylindrisches
Führungsteil (24) für ein gleitdichtend verschiebbares Spielausgleichselement unter
Bildung eines Ringspaltes (26) übergreift, wobei das Führungsteil (24) als Teil des
Einsatzteils (22) ausgebildet ist und einends in ein kreisringförmiges Flanschteil
(28) übergeht, welches mit seinem äusseren Umfang an der Wandung (12) flüssigkeitsdicht
festgelegt ist.
6. Tassenförmiges Gehäuse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Flanschteil
(28) mit der dem Boden (14) zugewandten Seite seines Randes einem stufenförmigen Absatz
(32) in der Wandung (12) des Gehäuses (10) anliegt und zwischen diesem Absatz (32)
und einer auf der anderen Seite seines Randes durch eine in die Aussenseite der Wandung
(12) eingeformte Umfangsnut (34) gebildeten Ringwulst (36) kraftschlüssig gehalten
ist.
7. Tassenförmiges Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass Boden (14), Wandung (12), Sockelring (16) und Verbindungsstege (18) einstückig
als Fliesspressteil aus einer hochfesten Aluminiumlegierung, insbesondere einer Legierung
vom Typ AIZnMgCu, gefertigt ist.
8. Tassenförmiges Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass das Einsatzteil (22) aus Stahl, Kunststoff oder einer Aluminiumlegierung gefertigt
ist.
9. Tassenförmiges Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die äussere Oberfläche des Bodens (14) und/oder der Wandung (12) des Gehäuses
(10) mit einem Überzug aus einem verschleissfesten und/oder gleitfähigen Werkstoff
versehen ist.