| (19) |
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(11) |
EP 0 301 287 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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19.01.1994 Patentblatt 1994/03 |
| (22) |
Anmeldetag: 07.07.1988 |
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| (54) |
Rammbohrgerät
Boring ram
Mouton de forage
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH FR GB IT LI NL |
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Priorität: |
25.07.1987 DE 3724619 16.10.1987 DE 3735018
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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01.02.1989 Patentblatt 1989/05 |
| (60) |
Teilanmeldung: |
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93106712.8 / 0558097 |
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Patentinhaber: Schmidt, Paul |
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D-57368 Lennestadt (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Schmidt, Paul
D-57368 Lennestadt (DE)
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| (74) |
Vertreter: König, Reimar, Dr.-Ing. et al |
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Patentanwälte Dr.-Ing. Reimar König
Dipl.-Ing. Klaus Bergen
Postfach 260254 40095 Düsseldorf 40095 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
BE-A- 865 954 DE-B- 1 175 161 US-A- 4 319 649 US-A- 4 655 299
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BE-A- 865 955 GB-A- 1 303 547 US-A- 4 635 736
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Bemerkungen: |
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Teilanmeldung 93106712.8 eingereicht am 07/07/88. |
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein druckmittelbetriebenes Rammbohrgerät für Erdbohrungen
mit einer von einem im Gerätegehäuse hin- und herbewegten Schlagkolben beaufschlagten
Schlagspitze, wobei die Schlagspitze im Gerätegehäuse bzw. das Gerätegehäuse in einem
es mit Abstand umhüllenden Mantelrohr radial verstellbar angeordnet ist.
[0002] Der Aufbau und die Funktion eines druckmittelbetriebenen Rammbohrgeräts sind in der
deutschen Patentschrift 21 57 295 beschrieben. Ein derartiges Rammbohrgerät dient
in erster Linie dazu, Versorgungsleitungen, wie beispielsweise Wasserleitungen oder
Kabel unter Straßen oder Dämmen oder sonstigen Gebäuden und Hindernissen zu verlegen,
ohne daß gleichzeitig die Straßendecke bzw. die Erd-Oberfläche aufgerissen werden
muß. Dies geschieht in der Weise, daß das sich im Erdreich vorwärtsbewegende Rammbohrgerät
das Erdreich nach der Seite verdrängt und einen Kanal hinterläßt, in dem gleichzeitig
oder später die Versorgungsleitung eingezogen wird. Die Schlagspitze dient dazu, während
der Vorwärtsbewegung des Rammbohrgerätes Steine oder andere Hindernisse zu zertrümmern
und zur Seite zu drücken, d.h. den Weg für das nachrückende Gehäuse freizuschlagen.
Jedoch läßt es sich nicht immer vermeiden, daß das Rammbohrgerät beim Treffen auf
ein Hindernis aus der gewollten Richtung läuft.
[0003] Ein Rammbohrgerät mit gezielter Laufrichtung ist aus der DE-OS 22 42 605 bekannt
und weist an seinem rückwärtigen Ende eine rohrförmig gebogene Verlängerung auf, die
ebenfalls mit gebogenen Leitflächen versehen ist, um auf diese Weise einen bogenförmigen
Verlauf der Erdbohrung zu erreichen. Derartige bogenförmig verlaufende Erdbohrungen
herzustellen ist beispielsweise dann erforderlich, wenn in engen Straßen mit schmalen
Bürgersteigen keine Möglichkeit besteht, Start- und Zielgruben auszuheben, die wenigstens
so tief sein müssen, daß das Rammbohrgerät in der Startgrube waagerecht angesetzt
werden kann und dabei noch sämtliche, unterhalb der Straßendecke liegende Leitungen
unterfährt. Die starren Leitflächen dienen folglich dazu, einen bereits vor dem Ansetzen
des Gerätes beabsichtigten bogenförmigen Verlauf der Erdbohrung zu ermöglichen; während
des Betriebes läßt sich die Richtung nicht beeinflussen.
[0004] In der britischen Patentschrift 1 303 547 ist ein druckmittelbetriebenes Rammbohrgerät
für Erdbohrungen mit einer von einem im Gerätegehäuse hin- und herbewegten Schlagkolben
beaufschlagten Schlagspitze beschrieben, das von einem Mantelrohr mit Abstand umhüllt
und gegenüber dem Mantelrohr mittels wahlweise druckmittelbeaufschlagbarer Stellmittel
radial verstellbar ist, um die Vorschubrichtung des Rammbohrgeräts während des Betriebes
zu beeinflussen bzw. zu korrigieren.
[0005] Bei einem aus der belgischen Patentschrift 865 955 bekannten Bohrgerät mit einer
Schlagspitze läßt sich mittels gesteuert verstellbarer Stellelemente die Spitze radial
verstellen. Bei diesem Bohrgerät wird jedoch der Vortrieb nicht durch ein druckmittelbetriebenes
Rammbohrgerät bewirkt, sondern durch Schläge auf das Ende eines mit der Spitze verbundenen
Rohres.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Rammbohrgerät zu schaffen, mit dem
sich gezielte Richtungsänderungen durchführen lassen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei einem druckmittelbetriebenen
Rammbohrgerät für Erdbohrungen eine von einem im Gerätegehäuse hin- und herbewegten
Schlagkolben beaufschlagte, radial verstellbar im Gehäuse angeordnete Schlagspitze
in einem Stellexzenter gelagert ist. Durch die radiale Verstellbarkeit läßt sich die
Schlagspitze, die entweder längsbeweglich im Gehäuse angeordnet oder starr mit dem
Gehäuse verbunden sein kann, bei von der geraden Vortriebsrichtung entweder in horizontaler
oder vertikaler Ebene abweichendem Verlauf aus ihrer üblicherweise zentrischen Lage
im Gehäuse beliebig verstellen und damit der Richtungsabweichung entsprechend entgegenwirken.
Richtungsabweichungen lassen sich beispielsweise durch einen am Rammbohrgerät angeordneten
Meßaufnehmer registrieren und auf einem entfernten Schaltpult von einer Bedienungsperson
ablesen. Bei Richtungsänderungen kann die Bedienungsperson die entsprechende Korrektur
vom Schaltpult aus veranlassen, beispielsweise über hydraulische oder pneumatische,
an die Schlagspitze angeschlossene Druckleitungen.
[0008] Die Schlagspitze lagert vorteilhaft in einem bevorzugt aus zwei radial ineinandergebauten,
gegeneinander verschwenkbaren Exzenterringen gebildeten Verstellexzenter. Die Exzenterringe
lassen sich wegen der damit aufbringbaren größeren Kräfte vorteilhaft hydraulisch
um den Zapfen der Schlagspitze herum verschwenken; die Schlagspitze kann somit in
eine von der Mittellage beliebig abweichende Position eingestellt werden. Mit zwei
und mehr Exzenterringen läßt sich im Gegensatz zu einem Exzenterring ein feinfühligeres,
d.h. genaueres Einstellen in einem größeren Einstellbereich erreichen. Vorzugsweise
führen im Gehäuse angeordnete, mit Versorgungsanschlüssen verbundene Druckleitungen
zu den Exzenterringen. Über die am rückwärtigen Ende des Rammbohrgerätes angeschlossenen
Versorgungsleitungen lassen sich bei Zufuhr von Hydraulikflüssigkeit die Exzenterringe
verstellen.
[0009] Bei einem nicht mit integrierten Steuerelementen versehenen Rammbohrgerät werden
gezielte Richtungsänderungen durch ein das Gerätegehäuse vorzugsweise mit radialem
Abstand umhüllendes Mantelrohr und zwischen der Gehäuseoberfläche und dem Mantelrohr
wirksame bzw. angeordnete Verstellelemente erreicht, wobei das Gerätegehäuse erfindungsgemäß
in zumindest einem Verstellexzenter gelagert ist. Da sich bereits im Betrieb befindliche,
nicht richtungssteuerbare Rammbohrgeräte nachträglich nur äußerst aufwendig in richtungssteuerbare
Geräte umbauen lassen, ermöglicht es die Erfindung somit auch, eine Steuerung solcher
Geräte dadurch zu erreichen, daß das gesamte Gerät mittels Verstellexzenter radial
verstellt wird. Die Verstellexzenter werden dem Gerätegehäuse dabei von außen zugeordnet.
Das Geräteinnere bleibt dabei völlig unbeeinflußt, d.h. die Verstellelemente und das
Gerätegehäuse werden von dem Mantelrohr eingeschlossen.
[0010] Es lassen sich somit bisher nicht richtungssteuerbare Rammbohrgeräte während ihrer
Vorwärtsbewegung gezielt beeinflussen. Außerdem lassen sich gleichermaßen steuerbare
Rammbohrgeräte mit einem umhüllenden Mantelrohr und außen, d.h. in dem Freiraum zwischen
der Gehäuseoberfläche und dem Mantelrohr angeordneten Verstellelementen versehen und
damit im Durchmesser größere Erdbohrungen erreichen. Es braucht dann nämlich lediglich
ein dem größeren Durchmesser des Mantelrohres angepaßter, die Schlagspitze aufnehmender,
entsprechend größerer Kopf an dem Gerät befestigt sowie die am Gerätegehäuse angeschlossenen
Versorgungsanschlüsse mit den im Mantelrohr angeordneten, die Verstellelemente versorgenden
Druckleitungen verbunden zu werden.
[0011] Vorzugsweise lagert das Gerätegehäuse in zwei mit axialem Abstand voneinander angeordneten,
vorteilhaft aus zwei radial ineinandergebauten, gegeneinander verdrehbaren Exzenterringen
bestehenden Verstellexzentern, wobei jeweils die inneren und äußeren Exzenterringe
miteinander verbunden sind. Aufgrund der beiden Verstellexzenter ergibt sich eine
Zweipunkt-Lagerung bzw. -abstützung des Rammbohrgerätes; außerdem ist der beim Beaufschlagen
der Verstellexzenter, d.h. beim Verdrehen der Exzenterringe zu überwindende Reibungswiderstand
geringer als bei lediglich einem Verstellexzenter, der entsprechend breiter bemessen
sein müßte.
[0012] Die jeweils inneren und äußeren Exzenterringe der beiden Verstellexzenter lassen
sich vorteilhaft durch Rohre miteinander verbinden. Die die Entfernung zwischen den
beiden Verstellexzentern überbrückenden Verbindungsrohre gewährleisten beim Verschwenken
des Rammbohrgerätes um seine Mittellage herum einen Gleichlauf der Exzenterringe der
beiden Verstellexzenter.
[0013] Bei einem in zwei mit Abstand voneinander angeordneten Verstellexzentern gelagerten
Rammbohrgerät sind die Verstellexzenter vorzugsweise gegenläufig verdrehbar angeordnet.
Indem der eine Verstellexzenter in eine von der Exzentrizität des anderen Verstellexzenters
gegenläufige Exzentrizität verstellt wird, so daß der eine Verstellexzenter beispielsweise
die größte Exzentrizität nach unten und der andere Verstellexzenter die größte Exzentrizität
nach oben aufweist, läßt sich das Rammbohrgerät in dem Mantelrohr in eine beliebige
Schräglage bringen und damit die gewünschten Richtungsänderungen erzielen. Gegenüber
dem Verschwenken des Rammbohrgeräts um die Mittelachse herum erlaubt das Schrägstellen
des Rammbohrgerätes größere Richtungsänderungen bzw. -korrekturen.
[0014] Bei gegenläufig verdrehbaren Verstellexzentern liegen die inneren Exzenterringe der
Verstellexzenter vorzugsweise an sphärischen Gehäuseschalen des Gerätes an. Die beispielsweise
auf das Gerätegehäuse aufgeschrumpften Gehäuseschalen liegen mit konvexer Außenkontur
entsprechend konkaven Flächen der inneren Exzenterringe an, wobei die gekrümmten Anlageflächen
Verstellungen des Rammbohrgerätes in beliebige Schräglagen ermöglichen.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
des näheren erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- im Längsschnitt das vordere Ende eines Rammbohrgerätes mit einer erfindungsgemäß in
einem Verstellexzenter gelagerten, längsbeweglichen Schlagspitze,
- Fig. 2a bis 2d
- verschiedene Stellungen zweier radial ineinander gebauter Exzenterringe,
- Fig. 3
- im Längsschnitt das rückwärtige Ende eines Rammbohrgerätes mit Anschlüssen sowie Druckleitungen
zum Zuführen des die Verstellbewegungen der Schlagspitze bewirkenden Druckmediums,
- Fig. 4
- im Längsschnitt das vordere Ende eines Rammbohrgerätes mit einer starren, in einem
mit dem Gehäuse einstückigen Stufenkopf angeordneten, in Verstellexzentern gelagerten
Schlagspitze,
- Fig. 5
- die Schlagspitze gemäß Fig. 4 in einer aus ihrer Mittellage verstellten Position,
- Fig. 6
- im Längsschnitt ein Mantelrohr mit zwei im Gleichlauf verstellbaren, ein Rammbohrgerät
in der Mittellage aufnehmenden Verstellexzentern,
- Fig. 7
- das Rammbohrgerät gemäß Fig. 16 in einer um die Mittelachse herum aus seiner Mittellage
verstellten Position,
- Fig. 8
- im Längsschnitt ein Mantelrohr mit zwei gegenläufig verstellbaren, ein Rammbohrgerät
in der Mittellage aufnehmenden Verstellexzentern,
- Fig. 9
- das Rammbohrgerät gemäß Fig. 18 in einer aus seiner Mittellage verstellten Schräglage,
- Fig. 10
- im Längsschnitt das rückwärtige Ende eines ein Rammbohrgerät aufnehmenden Mantelrohres
mit Anschlüssen sowie Druckleitungen zum Zuführen des die Verstellbewegungen des nicht
dargestellten Rammbohrgerätes bewirkenden Druckmediums, und
[0016] Das in Fig. 1 dargestellte vordere Ende eines Rammbohrgerätes 1 weist eine in dem
rohrförmigen Gehäuse 2 des Rammbohrgerätes 1 axial verschiebbar gelagerte, mit ihrem
aus dem Gehäuse 2 vorragenden Teil als Stufenkopf 3 ausgebildete Schlagspitze 4 auf.
Die Schlagspitze 4 erstreckt sich mit einem Zapfen 5 in das Innere des Gehäuses 2;
an seinem dem Stufenkopf 3 abgewandten Ende besitzt der Zapfen 5 einen Bund 6. Die
Schlagspitze 4 steht unter der Wirkung einer Feder 7, die sich einerseits an dem Bund
6 und andererseits an einem Innenkragen 8 einer Büchse 9 abstützt. Die Schlagspitze
4 wird unter der Wirkung eines axial in dem Gehäuse 2 geführten Schlagkolbens 10 gegen
die Kraft der sich zusammenpressenden Feder 7 nach vorne gestoßen und arbeitet sich
dabei im Erdreich voran. Der mit einem Meißel bestückbare Stufenkopf 3 zerschlägt
dabei Steine bzw. andere Hindernisse und verdrängt das Erdreich; erst danach wird
das Gehäuse 2 nachgezogen. Zum Beaufschlagen des Schlagkolbens 10 mit Druckluft befindet
sich an dem nicht dargestellten hinteren Ende des Rammbohrgerätes 1 ein von einem
Kompressor gespeister, umsteuerbarer Druckmittelanschluß. Beim axialen Vorwärtsbeschleunigen
trifft der Schlagkolben 10 auf den Bund 6 und gibt dabei seine Schlagenergie an die
Schlagspitze 4 ab.
[0017] Der Zapfen 5 lagert in radial ineinandergebauten Exzenterringen 11, 12. d.h. ein
äußerer Exzenterring 12 umschließt einen inneren Exzenterring 11. Zur Unterstützung
der kantungsfreien Führung des Zapfens 5 liegen an dem Zapfen 5 auf einem Teil seiner
Mantelfläche kugelige Schalen 13 flächig an, die von einer entsprechend angepaßten
Ausnehmung des inneren Exzenterringes 11 aufgenommen werden. Die Exzenterringe 11,
12 liegen stirnseitig einerseits an der Büchse 9 und andererseits an einer in das
vordere Ende des Gehäuses eingesetzten, beispielsweise eingeschraubten Kopfbüchse
14 an, und sind auf diese Weise gegen Axialbewegungen gesichert. Hingegen lassen sich
die Exzenterringe 11, 12 radial gegeneinander verdrehen und die Schlagspitze 4 dabei
aus ihrer in Fig. 1 dargestellten Mittellage in eine beliebige außermittige Lage verstellen.
[0018] Die mit den Exzenterringen 11, 12 einstellbaren Lagen der Schlagspitze 4 sind schematisch
in den Fig. 2a bis 2d dargestellt, wobei die Lage der Exzenterringe 11, 12 gemäß Fig.
2a gleichbedeutend mit der Null-Stellung, d.h. der Mittellage, in Fig. 2b gleichbedeutend
mit der größten Exzentrizität 15 nach unten und in Fig. 2d gleichbedeutend mit der
größten Exzentrizität 15 nach oben ist; in Fig. 2c ist die Exzentrizität 15 in einer
beliebigen Stellung der Exzenterringe 11, 12 dargestellt.
[0019] Abweichend von dem in Fig. 1 dargestellten Rammbohrgerät 1, das eine längsbewegliche
Schlagspitze 4 besitzt, wodurch sich ein Zwei-Takt-Arbeitsrhythmus ergibt, bei dem
im ersten Takt der Schlagkolben 10 die Schlagspitze 4 mit dem Stufenkopf 3 nach vorne
schlägt, so daß im Erdreich eine Pilotbohrung entsteht, und im zweiten Takt dann das
Gesamte Rammbohrgerät 1 in diese Pilotbohrung nachstößt, handelt es sich bei den in
den Fig. 4 und 5 dargestellten Rammbohrgeräten 101, um Geräte, bei denen Gehäuse und
Stufenkopf 102 einstückig sind. Bei diesen einen starren, d.h. nicht längsbeweglichen
Kopf aufweisenden Rammbohrgeräten 101, 301, 401 treibt der Schlagkolben 110 den gesamten
Maschinenkörper mit einem Schlag nach vorn.
[0020] Wie in den Fig. 4 und 5 dargestellt ist, weist die Schlagspitze 104 eine kugelförmige
Verdickung 116 auf, mit der die Schlagspitze 104 im Gehäuseinneren lagert. Der sich
in das Gehäuse 102 erstreckende Zapfen 105 der Schlagspitze 104 ist in radial ineinandergebauten
Exzenterringen 111, 112 angeordnet und wird zur kantungsfreien Führung auf einem Teil
seiner Mantelfläche von kugeligen Schalen 113 flächig abgestützt, die von einer entsprechend
angepaßten Ausnehmung des inneren Exzenterrings 111 aufgenommen werden. Zum Verstellen
der Schlagspitze 104 aus ihrer Mittellage in die in Fig. 5 dargestellte außermittige
Lage, werden die Exzenterringe 111, 112 mittels eines Druckmediums, wie insbesondere
Hydraulikflüssigkeit, gegeneinander verstellt. Die Hydraulikflüssigkeit wird gemäß
Fig. 3 über Druckleitungen 17 zugeführt, die in einer der Anzahl der auf die Exzenterringe
11, 12 bzw. 111, 112 gerichteten, nicht dargestellten Steuerdüsen entsprechenden Anzahl
im Gehäuse 2, 102 angeordnet sind. Die Druckleitungen erstrecken sich vom rückwärtigen
Ende des Rammbohrgerätes 1, 101 bis nach vorne; sie sind am rückwärtigen Ende des
Rammbohrgerätes 1, 101 mit von einem nicht dargestellten Hydrauliktank gespeisten
Versorgungsleitungen 18 verbunden. Die über die Versorgungsanschlüsse 18 zuströmende
Hydraulikflüssigkeit wird mittels jeder Druckleitung 17 zugeordneten Nuten 19 verteilt.
[0021] Bei der Ausführung gemäß den Fig. 6 und 7 weist ein Rammbohrgerät 501 eine in dem
rohrförmigen Gehäuse 502 des Rammbohrgerätes 501 axial verschiebbar gelagerte, mit
ihrem aus dem Gehäuse 502 vorragenden Teil als Stufenkopf 503 ausgebildete Schlagspitze
504 auf. Die Schlagspitze 504 erstreckt sich mit einem nicht dargestellten Zapfen
in das Innere des Gehäuses 502 und wird unter der Wirkung eines axial in dem Gehäuse
502 geführten Schlagkolbens nach vorne gestoßen und arbeitet sich dabei im Erdreich
voran. Zum Beaufschlagen des nicht dargestellten Schlagkolbens mit Druckluft befindet
sich am hinteren Ende des Rammbohrgerätes 501 ein von einem Kompressor gespeister,
umsteuerbarer Druckmittelanschluß 54. Beim axialen Vorwärtsbeschleunigen trifft der
Schlagkolben auf den Zapfen der Schlagspitze 504 und gibt dabei seine Schlagenergie
an die Spitze 504 ab.
[0022] Das Rammbohrgerät 501 lagert in zwei axial voneinander entfernten Verstellexzentern,
die aus radial ineinander gebauten Exzenterringen 511, 512 bestehen, d.h. ein äußerer
Exzenterring 512 umschließt einen inneren Exzenterring 511. Die der Lagerung und dem
radialen Verstellen des Rammbohrgerätes 501 aus seiner Mittellage heraus dienenden
Verstellexzenter werden von einem Mantelrohr 55 eingeschlossen, das das Gerätegehäuse
502 mit radialem Abstand von der Gehäuseoberfläche umhüllt, d.h. in der in Fig. 6
dargestellten Mittellage des Rammbohrgerätes 501 konzentrisch zum Gerät 501 angeordnet
ist. Bei der Ausführung der Verstellexzenter gemäß den Fig. 6 und 7 sind jeweils die
inneren Exzenterringe 511 und die äußeren Exzenterringe 512 durch ein Rohr 56 bzw.
57 miteinander verbunden. Die Verbindungsrohre 56, 57 gewährleisten beim Verstellen
des Rammbohrgerätes 501 aus seiner Mittellage um die Mittelachse 58 herum, zum Beispiel
in die in Fig. 7 mit der Exzentrizität 59 dargestellte außermittige Lage des Rammbohrgerätes
501, einen Gleichlauf der beiden inneren bzw. äußeren Exzenterringe 511 bzw. 512.
[0023] Bei der in den Fig. 8 und 9 dargestellten Lagerung des Rammbohrgerätes 501 in zwei
axial voneinander entfernten, zwischen dem Gehäuse 502 des Rammbohrgerätes 501 und
dem Mantelrohr 55 angeordneten, jeweils aus radial ineinandergebauten Exzenterringen
511, 512 bestehenden Verstellexzentern, werden Richtungskorrekturen durch beliebiges
Auslenken des Rammbohrgerätes 501 in vertikaler und/oder horizontaler Ebene erreicht,
wie in Fig. 9 für das in vertikaler Ebene mit einem Neigungswinkel 60 gegenüber der
Mittelachse 58 verstellte Rammbohrgerät 501 dargestellt. Zum horizontalen und/oder
vertikalen Auslenken des Rammbohrgerätes 501 gegenüber der Mittelachse 58 werden die
Verstellexzenter gegenläufig verdreht, d.h. während beispielsweise die Exzenterringe
511, 512 des dem Stufenkopf 504 nächsten Verstellexzenters so gegeneinander verdreht
werden, daß die Exzentrizität - ausgehend von der Null-Stellung, d.h. der Mittellage,
wie in Fig. 8 dargestellt - nach unten am größten ist, ist die Exzentrizität des anderen
Verstellexzenters demgegenüber nach oben am größten, so daß sich die in Fig. 9 dargestellte
Schräglage des Rammbohrgerätes 501 ergibt. Das Verstellen des Rammbohrgerätes 501
in eine gegenüber der Mittelachse 58 horizontal und/oder vertikal ausgelenkte Schräglage,
wobei sich das Gerät 501 stets um einen Drehpunkt 61 in der Mitte zwischen den beiden
Verstellexzentern auf der Mittelachse 58 bewegt, wird durch sphärische Gehäuseschalen
62 unterstützt, die mit ihren konvexen Außenflächen 63 an formangepaßte, d.h. konkave
Gleitflächen der inneren Exzenterringe 511 anliegen.
[0024] Zum Verstellen des Rammbohrgerätes 501 aus seiner Mittellage in die in den Fig. 7
oder 9 dargestellte außermittige Lage werden die Exzenterringe 511, 512 mittels eines
Druckmediums, wie insbesondere Hydraulikflüssigkeit, gegeneinander verstellt. Die
Hydraulikflüssigkeit wird über die in Fig. 10 dargestellten Druckleitungen 517 zugeführt,
die in einer der Anzahl der auf die Exzenterringe 511, 512 gerichteten, nicht dargestellten
Steuerdüsen entsprechenden Anzahl im Mantelrohr 55 angeordnet sind. Die Druckleitungen
erstrecken sich vom rückwärtigen Ende des Mantelrohres 55 bis zu den Verstellexzentern
511, 512.
[0025] Die Leitungen 517 sind am rückwärtigen Ende des Mantelrohres 55 mit den an einem
nicht dargestellten Hydrauliktank angeschlossenen Versorgungsleitungen 518 verbunden.
Die über die Versorgungsanschlüsse 518 zuströmende Hydraulikflüssigkeit wird mittels
jeder Druckleitung 517 zugeordneten Nuten 19 verteilt.
1. Druckmittelbetriebenes Rammbohrgerät für Erdbohrungen mit einer von einem in einem
Gerätegehäuse (2, 102) hin- und herbewegten Schlagkolben beaufschlagten, radial verstellbar
im Gehäuse (2, 102) angeordneten schlagspitze (4, 104), dadurch gekennzeichnet, daß die Schlagspitze (4, 104) in einem Verstellexzenter (11, 12; 111, 112) gelagert
ist.
2. Rammbohrgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellexzenter aus zwei radial ineinandergebauten, gegeneinander verdrehbaren
Exzenterringen (11, 12; 111, 112) besteht.
3. Rammbohrgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Exzenterringe (11, 12; 111, 112) hydraulisch verdrehbar sind.
4. Rammbohrgerät nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch im Gehäuse (2, 102) angeordnete, zu den Exzenterringen (11, 12 bzw. 111, 112) führende
Druckleitungen (17), die mit Versorgungsanschlüssen (18) verbunden sind.
5. Druckmittelbetriebenes Rammbohrgerät für Erdbohrungen mit einem im Gerätegehäuse (502)
hin- und herbewegten Schlagkolben, einem das Gerätegehäuse (502) mit radialem Abstand
umhüllenden Mantelrohr (55) und zwischen dem Gerätegehäuse (502) und dem Mantelrohr
(55) angeordneten Verstellelementen (511, 512), dadurch gekennzeichnet, daß das Gerätegehäuse (502) in zumindest einem Verstellexzenter (511, 512) gelagert
ist.
6. Rammbohrgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellexzenter aus zwei radial ineinandergebauten, gegeneinander verdrehbaren
Exzenterringen (511, 512) besteht.
7. Rammbohrgerät nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils die inneren und die äußeren Exzenterringe (511 bzw. 512) zweier mit axialem
Abstand voneinander angeordneter Verstellexzenter miteinander verbunden sind.
8. Rammbohrgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Exzenterringe (511, 512) Verbindungsrohre (56, 57) aufweisen.
9. Rammbohrgerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zwei mit Abstand voneinander angeordnete Verstellexzenter (511, 512) gegenläufig
drehbar gelagert sind.
10. Rammbohrgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die inneren Exzenterringe (511) der Verstellexzenter (511, 512) an sphärischen
Gehäuseschalen (62) des Gerätes (501) anliegen.
11. Rammbohrgerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellelemente (511, 512) über im Mantelrohr (55) oder Gerätegehäuse (502)
angeordnete Druckleitungen (517) mit Versorgungsanschlüssen (518) verbunden sind.
1. Pressure-medium-driven ram boring machine for earth boring comprising an impact tip
(4, 104) acted on by a striker piston reciprocated in a machine housing (2, 102) and
radially adjustable in the housing (2, 102), characterised in that the impact tip
(4, 104) is mounted in an adjusting eccentric (11, 12; 111, 112).
2. Ram boring machine according to claim 1, characterised in that the adjusting eccentric
comprises two relatively rotatable eccentric rings (11, 12; 111, 112) fitted radially
one within the other.
3. Ram boring machine according to claim 1 or claim 2, characterised in that the eccentric
rings (11, 12; 111, 112) are rotatable hydraulically.
4. Ram boring machine according to claim 3, characterized by pressure lines (17) arranged
in the housing (2, 102) and leading to the eccentric rings (11, 12 and 111, 112 respectively),
which are connected to supply connections (18).
5. Pressure-medium-driven ram boring machine for earth boring comprising a striker piston
reciprocated in the machine housing (502), a tubular casing (55) surrounding and radially
spaced from the machine housing (502) and adjusting elements (511, 512) arranged between
the machine housing (502) and the tubular casing (55), characterized in that the machine
housing (502) is mounted in at least one adjusting eccentric (511, 512).
6. Ram boring machine according to claim 5, characterised in that the adjusting eccentric
comprises two relatively rotatable eccentric rings (511, 512) fitted radially one
within the other.
7. Ram boring machine according to claim 5 or claim 6, characterised in that the inner
and outer eccentric rings (511 and 512 respectively) of two axially spaced apart adjusting
eccentrics are respectively connected together.
8. Ram boring machine according to claim 7, characterised in that the eccentric rings
(511, 512) are provided with connecting tubes (57, 58).
9. Ram boring machine according to one or more of claims 5 to 8, characterised in that
two spaced-apart adjusting eccentrics (511, 512) are mounted to be rotatable in opposite
directions.
10. Ram boring machine according to claim 9, characterised in that the inner eccentric
rings (511) of the adjusting eccentrics (511, 512) bear against spherical housing
shells (62) of the machine (501).
11. Ram boring machine according to one or more of claims 5 to 10, characterised in that
the adjusting elements (511, 512) are connected to supply connections (518) by way
of pressure lines (517) arranged in the tubular casing (55) or the machine housing
(502).
1. Mouton de forage actionné par un agent sous pression pour des forages en terre, comportant
une pointe de frappe (4,104), disposée de manière à pouvoir être réglée radialement
dans le bâti (2, 102), actionnée par un piston pouvant être déplacé vers l'avant et
vers l'arrière dans un bâti (2, 102), caractérisé en ce que la pointe de frappe (4,
104) est disposée dans un excentrique de réglage (11, 12; 111, 112).
2. Mouton de forage selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'excentrique de
réglage est constitué par deux anneaux excentriques (11, 12; 111, 112) montés radialement
l'un dans l'autre et pouvant être tournés l'un par rapport à l'autre.
3. Mouton de forage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les anneaux
excentriques (11, 12; 111, 112) pouvant être tournés hydrauliquement.
4. Mouton de forage selon la revendication 3, caractérise par des tuyauteries à air comprimé
(17) disposées dans le bâti (2, 102), conduisant vers les anneaux excentriques (11,
12 ou 111, 112) et reliées à des raccords d'alimentation (18).
5. Mouton de forage actionné par un agent sous pression pour des forages en terre comportant
un piston pouvant être déplacé vers l'avant et vers l'arrière dans le bâti (502),
un tube enveloppe (55) entourant le bâti (502) à une certaine distance radiale et
des éléments de réglage (511, 512) disposés entre le bâti (502) et le tube enveloppe
(55), caractérisé en ce que le bâti (502) est logé dans au moins un excentrique de
réglage (511, 512).
6. Mouton de forage selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'excentrique de
réglage est constitué par deux anneaux excentriques (511, 512) montés radialement
l'un dans l'autre et pouvant être tournés l'un par rapport à l'autre.
7. Mouton de forage selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que l'anneau excentrique
intérieur et extérieur (511 ou 512) de deux excentriques de réglage disposés à une
certaine distance radiale l'un de l'autre sont reliés l'un à l'autre.
8. Mouton de forage selon la revendication 7, caractérisé en ce que les anneaux excentriques
(511, 512) présentant des tubes d'accouplement (56, 57).
9. Mouton de forage selon un ou plusieurs des revendications 5 à 8, caractérisé en ce
que deux excentriques de réglage (511, 512) disposés à une certaine distance l'un
de l'autre sont logés de manière à pouvoir être tournés dans un sens contraire l'un
par rapport à l'autre.
10. Mouton de forage selon la revendication 9, caractérisé en ce que les anneaux excentriques
intérieurs (511) de l'excentrique de réglage (511, 512) sont disposés contre des enveloppes
(62) sphériques du bâti du mouton (501).
11. Mouton de forage selon une ou plusieurs des revendications 5 à 10, caractérisé en
ce que les éléments de réglage (511, 512) sont reliés à des raccords d'alimentation
(518) via des tuyauteries à air comprimé (517) disposées dans le tube enveloppe (55)
ou dans le bâti (502).