(19)
(11) EP 0 397 875 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
16.02.1994  Patentblatt  1994/07

(21) Anmeldenummer: 89902699.1

(22) Anmeldetag:  22.11.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E21B 29/10
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/SU8800/238
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9005/831 (31.05.1990 Gazette  1990/12)

(54)

AUFWEITWERKZEUG FÜR ROHRE

PIPE ROLLER-EXPANDING DEVICE

DISPOSITIF DE MANDRINAGE DE TUBES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
22.11.1990  Patentblatt  1990/47

(73) Patentinhaber: TATARSKY GOSUDARSTVENNY NAUCHNO-ISSLEDOVATELSKY I PROEKTNY INSTITUT NEFTYANOI PROMYSHLENNOSTI
Bugulma, 423200 (SU)

(72) Erfinder:
  • MELING, Konstantin Viktorovich
    Bugulma, 423200 (SU)
  • SAFONOV, Jury Anatolievich
    Bugulma, 423200 (SU)
  • ABDRAKHMANOV, Gabdrashit Sultanovich
    Bugulma, 423200 (SU)
  • MIKHAILIN, Jury Grigorievich
    Kuibyshev, 443002 (SU)
  • BOGOMOLOV, Rodion Mikhailovich
    Kuibyshev, 443010 (SU)
  • SALOMATIN, Valentin Vasilievich
    Kuibyshev, 443068 (SU)
  • MUKHAMETSHIN, Almaz Adgamovich
    Bugulma, 423200 (SU)
  • MINGAZOV, Salikhzyan Mukhametzyanovich
    Bugulma, 423200 (SU)

(74) Vertreter: Beetz & Partner Patentanwälte 
Steinsdorfstrasse 10
80538 München
80538 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
SU-A- 432 277
SU-A- 859 603
US-A- 2 237 538
SU-A- 599 045
SU-A- 1 265 284
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf die Bohrtechnik und betrifft insbesondere eine Vorrichtung zum Einwalzen von Rohren.

    [0002] Am besten eignet sich diese Erfindung für das Einwalzen von Profilrohren, die für die Abdeckung von Komplikationszonen im Bohrvorgang eingesetzt werden, die durch einen intensiven Spülungs- und Zementschlämmenverlust, durch einen Flüssigkeits- bzw. Gaszufluß aus der angebohrten Schicht in die Bohrung gekennzeichnet sind und die durch einen Nachfall entstehen.

    [0003] Beim Niederoringen von Tiefbohrungen zur Erdöl- bzw. Gasförderung trifft man öfters Schichten, die miteinander nicht verträglich sind, d.h., Schichten mit anomal hohem bzw. niedrigem Schichtdruck, sowie Schichten mit einem Nachfall an.

    [0004] Bisher wurden derartige Schichten durch das Einfahren von zusätzlichen kürzeren und Zwischenrohrtouren abgedeckt. Diese Maßnahmen erfordern jedoch einen hohen Materialaufwand, bedingt durch eine unabdingbare Zementation der Rohrtouren innerhalb der Bohrung, sowie durch einen hohen Aufwand an Metall, Zement und Arbeitszeit. Hinzu kommt, daß nach dem Einbau einer weiteren Rohrtour der Bohrlochdurchmesser abnimmt, wodurch sich die Betriebsbedingungen verschlechtern.

    [0005] Um das weitere Bohren ohne Abnahme des vorbestimmten Bohrlochdurchmessers sicherzustellen, wird derzeit der Bohrlochabschnitt in der Zone der aufgeschlossenen, nach den Bohrverhältnissen komplizierter gewordenen Schicht erweitert, und in dem erweiterten Bohrlochabschnitt wird, z.B., eine Profilrohrtour gesetzt, die gegen die Wandung des erweiterten Bohrlochabschnittes durch die Erzeugung darin eines Druckes mit späterer Kalibrierung ihres inneren Durchlaßkanals auf den vorgegebenen Bohrlochdurchmesser unter Verwendung eines Rohreinwalzapparates gedrückt wird.

    [0006] Es ist bereits eine Vorrichtung zum Einwalzen von Futterrohren (SU, A, 371340) bekannt, die ein Gehäuse aufweist, das mit einer Kegelführung mit Nuten, in denen Einwalzelemente in Form von zylindrischen Rollen bewegbar angeordnet sind, starr verbunden ist. Die Nuten verlaufen in einem Winkel zur Gehäuseachse, wobei ihr Unterteil relativ zu dem Oberteil in Drehrichtung der Vorrichtung versetzt ist.

    [0007] An den Gestängerohren fährt man die Vorrichtung in die Bohrung bis an den zerquetschten Abschnitt der Futterrohre ein und beginnt mit der Drehung, indem eine bestimmte Belastung aufrechterhalten wird, dabei wälzen sich die Rollen über den zerquetschten Futterrohrabschnitt und glätten diesen.

    [0008] Nachteilig wirkt sich bei dieser Vorrichtung ihre geringe Betriebssicherheit aus, weil die in den Nuten der Kegelführung des Gehäuses angeordneten Rollen infolge der Eindringung der Schwebepartikel, einschließlich Schleifpartikel, aus der im Bohrloch enthaltenen Flüssigkeit in diese Nuten verkeilt und schnell verschlissen werden.

    [0009] Ein weiterer Nachteil der Vorrichtung besteht in einer geringen Einwalzgeschwindigkeit von Rohren auf Grund hoher Reibkräfte der Rollen in den Nuten der Kegelführung des Gehäuses.

    [0010] Es ist ferner eine Vorrichtung zum Einwalzen von Futterrohren nach deren Zerquetschen im Bohrloch (SU, A, 467994) bekannt, die ein Gehäuse in Form einer geraden und einer rückläufigen Kegelführung mit Nuten, in denen in einem Winkel zur geometrischen Längsachse des Gehäuses in Lagern Einwalzelemente in Form von Kegelrollen, deren größere Grundflächen dem Mittelpunkt des Gehäuses zugewandt sind, montiert sind, enthält.

    [0011] Die Arbeitsweise dieser Vorrichtung ist der eingangs beschriebenen ähnlich.

    [0012] Als Hauptnachteil der bekannten Vorrichtung gilt eine geringfügige Festigkeit der Lager deren Rollen, wodurch diese keinen für das Einwalzen der Profilrohre erforderlichen hohen Belastungen ausgesetzt werden dürfen und folglich der Effekt durch das Einwalzen der besagten Rohre zurückgeht.

    [0013] Ein weiterer Nachteil zeigt sich in der schlechten Funktionstüchtigkeit, dadurch veranlaßt, daß Schwebe- und Schleifpartikel aus der im Bohrloch vorhandenen Flüssigkeit in die Nuten mit den darin befindlichen Rollen eindringen, was ebenfalls ein Verkeilen und einen schnellen Verschleiß der Rollen nach sich zieht.

    [0014] Ein Nachteil der bekannten Vorrichtung ist auch ihr niedriger Wirkungsgrad, verursacht durch hohe Reibkräfte der Rollen in den Nuten der Kegelführungen, im besonderen im Augenblick deren Verkeilung in den Nuten dieser Führungen.

    [0015] Es ist eine Vorrichtung zum Einwalzen von Rohren bekannt, die ein Gehäuse und ein an diesem unter einem Winkel zu seiner geometrischen Längsachse angeordnetes Einwalzelement, das in Lagern an einem Zapfen montiert ist, enthält (SU, A, 394133).

    [0016] Diese Vorrichtung ist nach ihrer konstruktiven Auslegung kompliziert, weist auf Grund hoher Reibkräfte im Bearbeitungsbereich einen niedrigen Wirkungsgrad auf, wodurch die von dem Einwalzelement her auf das Rohr zu übertragende Last verringert wird, und sie dient einzig und allein für das Einwalzen der Rohrenden. Eine Vorrichtung gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der US-A-2237538 bekannt.

    [0017] Diese Erfindung bezweckt eine Verbesserung der Betriebssicherheit der Vorrichtung zum Einwalzen von Rohren.

    [0018] Ein anderer Zweck der Erfindung ist es auch, die Lebensdauer der Vorrichtung zu verlängern.

    [0019] Ein weiterer Zweck der Erfindung ist die Beschleunigung des Einwalzvorganges von Profil- bzw. gequetschten Rohren.

    [0020] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Einwalzen von Rohren zu schaffen, deren Einwalzelement konstruktiv so ausgeführt ist, daß dadurch die Reibung im Bereich dessen Berührung mit dem Rohr im wesentlichen verringert und zugleich die darauf zu übertragende Last erhöht wird.

    [0021] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das Einwalzelement als Kugelsegment ausgeführt ist, dessen Außenfläche durch untereinander abwechselnde Abschnitte einer Kugelfläche und Seitenflächen von Zylindern, deren geometrische Längsachsen in einer zur Zapfenachse senkrecht liegenden Ebene verlaufen, gebildet ist.

    [0022] Die erfindungsgemäße Vorrichtung gestattet es, dank der genannten strömungsgünstigen Gestalt der Wirkfläche des Einwalzelementes die Reibung im Bereich dessen Berührung mit dem zu bearbeitenden Rohr erheblich zu verringern und die auf dieses zu übertragende Last wesentlich zu steigern, so daß die Einwalzgeschwindigkeit erhöht und die -qualität beachtlich verbessert werden.

    Kurze Beschreibung der Zeichnungen



    [0023] Andere Ziele und Vorteile der Erfindung werden aus der nachstehenden detaillierten Beschreibung deren Ausrührungsbeispiels und den beigelegten Zeichnungen besser verstanden, in denen zeigt:

    Fig. 1 die Gesamtansicht einer Vorrichtung beim Einwalzen eines Profilrohres im Bohrloch,

    Fig. 2 dito mit einem Einwalzelement, das in einem Schnitt dargestellt ist,

    Fig. 3 eine Ansicht in Pfeiflichtung A der Fig. 1,

    Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 2 und

    Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 2.



    [0024] Die Vorrichtung zum Einwalzen von Rohren hat ein Gehäuse 1 (Fig. 1) mit einem Zapfen 2 (Fig. 2), an welchem ein Einwalzelement 3 angebracht ist. Der Zapfen 2 liegt in einem Winkel zur geometrischen Längsachse des Gehäuses 1, wobei das Einwalzelement 3 am Zapfen 2 in Kugellagern 4 und 5 montiert ist. Für das Drücken eines Schmiermittels in die Lager 4, 5 weist das Einwalzelement 3 eine Bohrung 6 auf, die mit einer Schraube 7 geschlossen wird. Die Berührungsfläche des Zapfens 2 mit dem Einwalzelement 3 ist mittels einer Dichtung 8 abgedichtet.

    [0025] Das Einwalzelement 3 hat die Form eines Kugelsegmentes 9 (Fig. 1), dessen Außenfläche durch untereinander abwechselnde Abschnitte der Kugelfläche 10 (Fign. 1, 3) und Seitenflächen von Zylindern 11 gebildet ist, deren geometrische Achsen 12 in einer zur geometrischen Längsachse 13 des Zapfens 2 senkrechten Ebene (d.h., unter 90°) liegen und den Mittelpunkt 0 durchlaufen, von welchem an das Kugelsegment 9 gebildet ist. Der gemeinsame Schnittpunkt 14 (Fig. 3) der Seitenflächen der Zylinder 11 liegt an der Spitze des Einwalzelementes 3.

    [0026] Es bieten sich mehrere Varianten (nicht gezeigt) für die Ausführung des Einwalzelementes 3 an: mit einer Versetzung der Achsen 12 um einen gewissen Abstand von der Achse 13 her des Einwalzelementes 3 in einer dazu senkrecht verlaufenden Ebene; mit einer Versetzung der Ebene mit den darin verlaufenden Achsen 12 unterhalb des Mittelpunktes 0 des Einwalzelementes 3; Ausführung konkaver (hyperbolischer) Rotationsflächen anstelle der Zylinderflächen 11.

    [0027] Die Vorrichtung wird wie folgt betrieben.

    [0028] Nach dem Einfahren der Profilrohre 15 ins Bohrloch oder in die Futterrohrtour 16 (zur Abdeckung des Komplikationsbereiches), wie das in Fig. 1 erkennbar ist, und nach der Ausbesserung der Rohre 15 durch einen inneren Flüssigkeitsdruck bleiben noch längsverlaufende Falten 17 (Fig. 4) an ihrer Umfangslinie bestehen. Die Vorrichtung wird mit den Gestängerohren 18 (Fign. 1 und 2) zusammengeschraubt und ins Bohrloch bzw. die Futterrohrtour 16 eingefahren. Das Einwalzelement 3 dringt dank der strömungsgünstigen Form seiner Wirkfläche ins Innere der Profilrohre 15 ein und glättet während der Drehung der Gestängerohre 18 die durch den Flüssigkeitsdruck nicht geglätteten Falten 17, wobei zugleich die gesamte Innenflache der Profilrohre 15 kalibriert wird und diese gegen die Bohrlochwandung bzw. die Futterrohrtour fest gedrückt werden (Fig. 5).

    [0029] Diese Erfindung eignet sich für das Einwalzen von Profilrohren, die für die Abdeckung von Komplikationsbereichen im Bohrvorgang zum Einsatz gelangen, sowie für das Glätten von zerquetschten Futterrohren.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Einwalzen von Rohren, enthaltend ein Gehäuse (1) und ein daran zu dessen geometrischer Längsachse in einem Winkel angeordnetes Einwalzelement (3), das in Lagern (4, 5) an einem Zapfen (2) montiert ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Einwalzelement (3) als Kugelsegment (9) ausgeführt ist, dessen Außenfläche durch untereinander abwechselnde Abschnitte einer Kugelfläche (10) und Seitenflächen von Zylindern (11), deren geometrische Längsachsen (12) in einer zur Zapfenachse (13) senkrecht liegenden Ebene verlaufen, gebildet ist.
     


    Claims

    1. Device for rolling in tubes, comprising a housing (1) and a roll-in element (3) which is arranged on the latter at an angle to its geometric longitudinal axis and is mounted in bearings (4, 5) on a spigot (2), characterized in that the roll-in element (3) is designed as a spherical segment (9), the outer surface of which is formed by alternating sections of a spherical surface (10) and lateral surfaces of cylinders (11), the geometrical longitudinal axes (12) of which extend in a plane perpendicular to the spigot axis (13).
     


    Revendications

    1. Dispositif pour le laminage de tubes, comprenant un boîtier (1) et un élément de laminage (3) disposé dans celui-ci selon un angle par rapport à l'axe longitudinal géométrique de celui-ci et qui est monté dans des paliers (4, 5) sur un tourillon (2), caractérisé en ce que l'élément de laminage (3) est réalisé sous forme d'un segment de sphère (9) dont la surface extérieure est formée par des portions alternantes d'une surface de sphère (10) et de surfaces latérales de cylindres (11) dont l'axe longitudinal géométrique (12) s'étendent dans un plan perpendiculaire à l'axe de tourillon (13).
     




    Zeichnung