[0001] Die Erfindung bezieht sich auf die Bohrtechnik und betrifft insbesondere eine Vorrichtung
zum Einwalzen von Rohren.
[0002] Am besten eignet sich diese Erfindung für das Einwalzen von Profilrohren, die für
die Abdeckung von Komplikationszonen im Bohrvorgang eingesetzt werden, die durch einen
intensiven Spülungs- und Zementschlämmenverlust, durch einen Flüssigkeits- bzw. Gaszufluß
aus der angebohrten Schicht in die Bohrung gekennzeichnet sind und die durch einen
Nachfall entstehen.
[0003] Beim Niederoringen von Tiefbohrungen zur Erdöl- bzw. Gasförderung trifft man öfters
Schichten, die miteinander nicht verträglich sind, d.h., Schichten mit anomal hohem
bzw. niedrigem Schichtdruck, sowie Schichten mit einem Nachfall an.
[0004] Bisher wurden derartige Schichten durch das Einfahren von zusätzlichen kürzeren und
Zwischenrohrtouren abgedeckt. Diese Maßnahmen erfordern jedoch einen hohen Materialaufwand,
bedingt durch eine unabdingbare Zementation der Rohrtouren innerhalb der Bohrung,
sowie durch einen hohen Aufwand an Metall, Zement und Arbeitszeit. Hinzu kommt, daß
nach dem Einbau einer weiteren Rohrtour der Bohrlochdurchmesser abnimmt, wodurch sich
die Betriebsbedingungen verschlechtern.
[0005] Um das weitere Bohren ohne Abnahme des vorbestimmten Bohrlochdurchmessers sicherzustellen,
wird derzeit der Bohrlochabschnitt in der Zone der aufgeschlossenen, nach den Bohrverhältnissen
komplizierter gewordenen Schicht erweitert, und in dem erweiterten Bohrlochabschnitt
wird, z.B., eine Profilrohrtour gesetzt, die gegen die Wandung des erweiterten Bohrlochabschnittes
durch die Erzeugung darin eines Druckes mit späterer Kalibrierung ihres inneren Durchlaßkanals
auf den vorgegebenen Bohrlochdurchmesser unter Verwendung eines Rohreinwalzapparates
gedrückt wird.
[0006] Es ist bereits eine Vorrichtung zum Einwalzen von Futterrohren (SU, A, 371340) bekannt,
die ein Gehäuse aufweist, das mit einer Kegelführung mit Nuten, in denen Einwalzelemente
in Form von zylindrischen Rollen bewegbar angeordnet sind, starr verbunden ist. Die
Nuten verlaufen in einem Winkel zur Gehäuseachse, wobei ihr Unterteil relativ zu dem
Oberteil in Drehrichtung der Vorrichtung versetzt ist.
[0007] An den Gestängerohren fährt man die Vorrichtung in die Bohrung bis an den zerquetschten
Abschnitt der Futterrohre ein und beginnt mit der Drehung, indem eine bestimmte Belastung
aufrechterhalten wird, dabei wälzen sich die Rollen über den zerquetschten Futterrohrabschnitt
und glätten diesen.
[0008] Nachteilig wirkt sich bei dieser Vorrichtung ihre geringe Betriebssicherheit aus,
weil die in den Nuten der Kegelführung des Gehäuses angeordneten Rollen infolge der
Eindringung der Schwebepartikel, einschließlich Schleifpartikel, aus der im Bohrloch
enthaltenen Flüssigkeit in diese Nuten verkeilt und schnell verschlissen werden.
[0009] Ein weiterer Nachteil der Vorrichtung besteht in einer geringen Einwalzgeschwindigkeit
von Rohren auf Grund hoher Reibkräfte der Rollen in den Nuten der Kegelführung des
Gehäuses.
[0010] Es ist ferner eine Vorrichtung zum Einwalzen von Futterrohren nach deren Zerquetschen
im Bohrloch (SU, A, 467994) bekannt, die ein Gehäuse in Form einer geraden und einer
rückläufigen Kegelführung mit Nuten, in denen in einem Winkel zur geometrischen Längsachse
des Gehäuses in Lagern Einwalzelemente in Form von Kegelrollen, deren größere Grundflächen
dem Mittelpunkt des Gehäuses zugewandt sind, montiert sind, enthält.
[0011] Die Arbeitsweise dieser Vorrichtung ist der eingangs beschriebenen ähnlich.
[0012] Als Hauptnachteil der bekannten Vorrichtung gilt eine geringfügige Festigkeit der
Lager deren Rollen, wodurch diese keinen für das Einwalzen der Profilrohre erforderlichen
hohen Belastungen ausgesetzt werden dürfen und folglich der Effekt durch das Einwalzen
der besagten Rohre zurückgeht.
[0013] Ein weiterer Nachteil zeigt sich in der schlechten Funktionstüchtigkeit, dadurch
veranlaßt, daß Schwebe- und Schleifpartikel aus der im Bohrloch vorhandenen Flüssigkeit
in die Nuten mit den darin befindlichen Rollen eindringen, was ebenfalls ein Verkeilen
und einen schnellen Verschleiß der Rollen nach sich zieht.
[0014] Ein Nachteil der bekannten Vorrichtung ist auch ihr niedriger Wirkungsgrad, verursacht
durch hohe Reibkräfte der Rollen in den Nuten der Kegelführungen, im besonderen im
Augenblick deren Verkeilung in den Nuten dieser Führungen.
[0015] Es ist eine Vorrichtung zum Einwalzen von Rohren bekannt, die ein Gehäuse und ein
an diesem unter einem Winkel zu seiner geometrischen Längsachse angeordnetes Einwalzelement,
das in Lagern an einem Zapfen montiert ist, enthält (SU, A, 394133).
[0016] Diese Vorrichtung ist nach ihrer konstruktiven Auslegung kompliziert, weist auf Grund
hoher Reibkräfte im Bearbeitungsbereich einen niedrigen Wirkungsgrad auf, wodurch
die von dem Einwalzelement her auf das Rohr zu übertragende Last verringert wird,
und sie dient einzig und allein für das Einwalzen der Rohrenden. Eine Vorrichtung
gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der US-A-2237538 bekannt.
[0017] Diese Erfindung bezweckt eine Verbesserung der Betriebssicherheit der Vorrichtung
zum Einwalzen von Rohren.
[0018] Ein anderer Zweck der Erfindung ist es auch, die Lebensdauer der Vorrichtung zu verlängern.
[0019] Ein weiterer Zweck der Erfindung ist die Beschleunigung des Einwalzvorganges von
Profil- bzw. gequetschten Rohren.
[0020] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Einwalzen von Rohren
zu schaffen, deren Einwalzelement konstruktiv so ausgeführt ist, daß dadurch die Reibung
im Bereich dessen Berührung mit dem Rohr im wesentlichen verringert und zugleich die
darauf zu übertragende Last erhöht wird.
[0021] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das Einwalzelement als Kugelsegment ausgeführt
ist, dessen Außenfläche durch untereinander abwechselnde Abschnitte einer Kugelfläche
und Seitenflächen von Zylindern, deren geometrische Längsachsen in einer zur Zapfenachse
senkrecht liegenden Ebene verlaufen, gebildet ist.
[0022] Die erfindungsgemäße Vorrichtung gestattet es, dank der genannten strömungsgünstigen
Gestalt der Wirkfläche des Einwalzelementes die Reibung im Bereich dessen Berührung
mit dem zu bearbeitenden Rohr erheblich zu verringern und die auf dieses zu übertragende
Last wesentlich zu steigern, so daß die Einwalzgeschwindigkeit erhöht und die -qualität
beachtlich verbessert werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0023] Andere Ziele und Vorteile der Erfindung werden aus der nachstehenden detaillierten
Beschreibung deren Ausrührungsbeispiels und den beigelegten Zeichnungen besser verstanden,
in denen zeigt:
Fig. 1 die Gesamtansicht einer Vorrichtung beim Einwalzen eines Profilrohres im Bohrloch,
Fig. 2 dito mit einem Einwalzelement, das in einem Schnitt dargestellt ist,
Fig. 3 eine Ansicht in Pfeiflichtung A der Fig. 1,
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 2 und
Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 2.
[0024] Die Vorrichtung zum Einwalzen von Rohren hat ein Gehäuse 1 (Fig. 1) mit einem Zapfen
2 (Fig. 2), an welchem ein Einwalzelement 3 angebracht ist. Der Zapfen 2 liegt in
einem Winkel zur geometrischen Längsachse des Gehäuses 1, wobei das Einwalzelement
3 am Zapfen 2 in Kugellagern 4 und 5 montiert ist. Für das Drücken eines Schmiermittels
in die Lager 4, 5 weist das Einwalzelement 3 eine Bohrung 6 auf, die mit einer Schraube
7 geschlossen wird. Die Berührungsfläche des Zapfens 2 mit dem Einwalzelement 3 ist
mittels einer Dichtung 8 abgedichtet.
[0025] Das Einwalzelement 3 hat die Form eines Kugelsegmentes 9 (Fig. 1), dessen Außenfläche
durch untereinander abwechselnde Abschnitte der Kugelfläche 10 (Fign. 1, 3) und Seitenflächen
von Zylindern 11 gebildet ist, deren geometrische Achsen 12 in einer zur geometrischen
Längsachse 13 des Zapfens 2 senkrechten Ebene (d.h., unter 90°) liegen und den Mittelpunkt
0 durchlaufen, von welchem an das Kugelsegment 9 gebildet ist. Der gemeinsame Schnittpunkt
14 (Fig. 3) der Seitenflächen der Zylinder 11 liegt an der Spitze des Einwalzelementes
3.
[0026] Es bieten sich mehrere Varianten (nicht gezeigt) für die Ausführung des Einwalzelementes
3 an: mit einer Versetzung der Achsen 12 um einen gewissen Abstand von der Achse 13
her des Einwalzelementes 3 in einer dazu senkrecht verlaufenden Ebene; mit einer Versetzung
der Ebene mit den darin verlaufenden Achsen 12 unterhalb des Mittelpunktes 0 des Einwalzelementes
3; Ausführung konkaver (hyperbolischer) Rotationsflächen anstelle der Zylinderflächen
11.
[0027] Die Vorrichtung wird wie folgt betrieben.
[0028] Nach dem Einfahren der Profilrohre 15 ins Bohrloch oder in die Futterrohrtour 16
(zur Abdeckung des Komplikationsbereiches), wie das in Fig. 1 erkennbar ist, und nach
der Ausbesserung der Rohre 15 durch einen inneren Flüssigkeitsdruck bleiben noch längsverlaufende
Falten 17 (Fig. 4) an ihrer Umfangslinie bestehen. Die Vorrichtung wird mit den Gestängerohren
18 (Fign. 1 und 2) zusammengeschraubt und ins Bohrloch bzw. die Futterrohrtour 16
eingefahren. Das Einwalzelement 3 dringt dank der strömungsgünstigen Form seiner Wirkfläche
ins Innere der Profilrohre 15 ein und glättet während der Drehung der Gestängerohre
18 die durch den Flüssigkeitsdruck nicht geglätteten Falten 17, wobei zugleich die
gesamte Innenflache der Profilrohre 15 kalibriert wird und diese gegen die Bohrlochwandung
bzw. die Futterrohrtour fest gedrückt werden (Fig. 5).
[0029] Diese Erfindung eignet sich für das Einwalzen von Profilrohren, die für die Abdeckung
von Komplikationsbereichen im Bohrvorgang zum Einsatz gelangen, sowie für das Glätten
von zerquetschten Futterrohren.