[0001] Die Erfindung betrifft einen Abgaskrümmer zur Abgasabführung aus einem Verbrennungsmotor,
insbesondere für Fahrzeuge.
[0002] Abgaskrümmer werden in der Regel dazu eingesetzt, aus einer Zylinderanordnung eines
Verbrennungsmotors auströmende Abgase in eine Auspuffanlage überzuleiten. Die Einleitung
der heißen Abgase in den Abgaskrümmer führt zu einer Aufheizung des Krümmers und damit
zu einer Abkühlung der in die Auspuffanlage weitergeführten Abgase.
[0003] Bei den bislang eingesetzten Abgaskrümmern aus Gußmetall erweist sich die Aufheizung
des Abgaskrümmers sowie die damit verbundene Abkühlung der Abgase aufgrund der hohen
spezifischen Wärmekapazität von Gußmetall als besonders prägnant. Beispielhaft für
die damit verbundenen Nachteile sind zum einen eine unerwünschte Aufheizung des Motorraums
infolge einer Wärmeübertragung vom Abgaskrümmer auf die diesen umgebende Luft sowie
zum anderen eine unerwünschte verringerte Abgaseintrittstemperatur in einen in der
Auspuffanlage installierten Katalysator zu nennen.
[0004] Ebenso wie eine zu geringe Abgaseintrittstemperatur erweist sich auch eine zu hohe
Abgaseintrittstemperatur für die Wirksamkeit bzw. die Lebensdauer eines Katalysators
als nachteilig.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Abgaskrümmer zu schaffen, der
einerseits eine zu starke Abkühlung der Abgase beim Übergang von der Zylinderanordnung
in die Auspuffanlage verhindert und andererseits eine im Bedarfsfall ausreichende
Abkühlung der Abgase sicherstellt, und somit die Temperatur der Abgase beim Eintritt
in die Auspuffanlage bzw. einen darin installierten Katalysator nach oben hin begrenzt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0007] Der erfindungsgemäße Abgaskrümmer ist doppelwandig ausgeführt und weist eine Außenschale
mit mindestens einer unter Ausbildung eines Zwischenraumes zur Außenschale darin angeordneten
Innenschale. Der somit geschaffene Zwischenraum ermöglicht eine Luftspaltisolierung
zwischen der Innenschale und der Außenschale. Durch den Luftspalt ist die Möglichkeit
der Wärmeübertragung durch Wärmeleitung von der Innenschale zur Außenschale erheblich
eingeschränkt, so daß eine Aufheizung der Außenschale mit daraus resultierender Wärmeübertragungsmöglichkeit
auf die Luft im Motorraum in erheblichem Maße reduziert ist.
[0008] Sowohl die Innenschale als auch die Außenschale bestehen aus dünnwandigem Blech,
wobei die Innenschale eine geringere Wandstärke aufweist als die Außenschale. Die
Außenschale übernimmt dabei die tragende Bauteilfunktion, wohingegen die Innenschale
zur Wärmeabschirmung der Außenschale dient. Hierbei macht man sich den Effekt zunutze,
daß bei Erreichen der Glühtemperatur durch die Innenschale erhebliche Wärmemengen
durch Wärmestrahlung von der Innenschale auf die Außenschale und somit schließlich
in den Motorinnenraum übertragen werden.
[0009] Der erfindungsgemäße Abgaskrümmer ermöglicht wegen der Anordnung der Innenschale
und der Außenschale an einen gemeinsamen Befestigungsflansch auf der Abgaseintrittsseite
und einem gemeinsamen Verbindungsflansch auf der Abgasaustrittsseite trotz des doppelwandigen
Aufbaus eine leichte Handhabung und damit eine einfach Installation.
[0010] Bei einer Ausführung des erfindungsgemäßen Abgaskrümmers für eine mehrere Zylinder
aufweisende Zylinderanordnung sind in der Außenschale entsprechend mehrere Innenschalen
vorgesehen, die relativ zueinander bewegbar sind. Diese relative Bewegbarkeit kann
dadurch erreicht werden, daß jeweils zwei benachbart angeordnete Innenschalen über
einen Schiebesitz miteinander verbunden sind. Alternativ hierzu besteht die Möglichkeit,
die Zylinder zumindest zum Teil gruppenweise zusammenzufassen und diesen Zylindergruppen
und möglicherweise verbleibenden einzelnen Zylindern jeweils eine Innenschale zuzuordnen.
Hiermit läßt sich die Anzahl der notwendigen Innenschalen bei Aufrechterhaltung der
Bewegbarkeit einzelner Innenschalen zueinander reduzieren.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind zur Ausbildung des Schiebesitzes jeweils
zwei benachbarte Innenschalen mit gegenüberliegenden Enden hülsenartig ineinandergreifend
angeordnet. Die hierdurch erreichte relative Bewegbarkeit der einzelnen Innenschalen
zueinander verhindert, daß Wärmespannungen infolge unterschiedlicher Temperaturbelastungen
einzelner Innenschalenbereich auf den Befestigungsflansch bzw. den Verbindungsflansch
übertragen werden und somit zu Verspannungen in den Flanschbereichen führen können.
Darüber hinaus ermöglicht die relative Bewegbarkeit einen Ausgleich von Fertigungstoleranzen
bei den einzelnen Innenschalen, was zu einer Reduzierung der Herstellungskosten des
erfindungsgemäßen Abgaskrümmers führt.
[0012] Zudem ist es möglich, im Schiebesitzbereich zwischen den Enden benachbarten Innenschalen
Zwischenelemente anzuordnen, die je nach Ausbildung eine Abdichtung der Innenschalen
zum Zwischenraum hin und/oder eine Verbesserung der relativen Bewegbarkeit der Innenschalen
zueinander ermöglichen. Insbesondere bei einer weiter unten noch erläuterten Verwendung
des erfindungsgemäßen Abgaskrümmers als Wärmetauscher erweisen sich solche Zwischenelemente,
die beispielsweise als Drahtgestrick ausgeführt sein können, als vorteilhaft.
[0013] Eine besonders leichte Herstellbarkeit der Innenschalen ist gewährleistet, wenn diese
aus mehreren Teilen, etwa zwei, gebildet sind, die mittels einer Bördelnaht in ihrer
Verbindungsebene miteinander durch Schweißung verbunden sind. Durch Ausbildung der
Schweißnaht als Bördelnaht läßt sich eine besonders hohe Nahtfestigkeit, insbesondere
in bezug auf dynamische Belastung, beispielsweise verursacht durch Wärmespannungen,
erzielen. Zudem erfordert die Schweißverbindung mittels einer Bördelnaht keine Zugabe
von zusätzlichem Schweißgut.
[0014] Auch bei den Außenschalen erweist es sich als vorteilhaft, wenn diese aus zwei miteinander
verschweißten Schalenhälften gebildet sind. In den zwischen zwei benachbarten Innenschalen
liegenden Bereichen können die Schalenhälften der Außenschale flächig aufeinanderliegend
miteinander verschweißt sein, um insgesamt die Verwindungssteifigkeit und damit letztendlich
die Maßhaltigkeit des erfindungsgemäßen Abgaskrümmers bezüglich der Anschlußmaße zur
Montage am Zylinderkopf sicherzustellen.
[0015] Um etwa eine zumindest teilweise Abgasrückführung der durch den Abgaskrümmer hindurchströmenden
Abgase zu ermöglichen, kann in dem erfindungsgemäßen Abgaskrümmer ein Stutzen vorgesehen
sein, der durch die Außenschale hindurch in eine Innenschale eingeführt ist. Dabei
erweist es sich als vorteilhaft, wenn im Bereich der Stutzeneinführung die Außenschale
und die Innenschale aneinander anliegend ausgebildet sind, um Verwerfungen an der
für sich genommenen relativ dünnwandig ausgeführten Außenschale und der Innenschale
zu vermeiden.
[0016] Bei einer weiteren Ausführungsform des Abgaskrümmers sind mindestens zwei Stutzen
vorgesehen, die jedoch lediglich durch die Außenschale hindurchgeführt sind und in
den Zwischenraum zwischen der Innenschale und der Außenschale einmünden. Diese vorteilhafte
Ausführungsform ermöglicht die bereits vorstehend erwähnte Verwendung des erfindungsgemäßen
Abgaskrümmers als Wärmetauscher, wobei etwa eine aufzuheizende Luftströmung durch
einen ersten Stutzen in den Zwischenraum hinein, entgegen der Abgasströmungsrichtung
durch den Zwischenraum hindurch und aus einem zweiten Stutzen aus den Zwischenraum
hinausgeführt werden kann. Die Verwendung des Abgaskrümmers als Wärmetauscher könnte
insbesondere dann geschehen, wenn eine gezielte Reduzierung der Abgastemperatur, etwa
zur Begrenzung der Katalysatoreintrittstemperatur, erfolgen soll.
[0017] Eine Ausführung des Abgaskrümmers entsprechend den Merkmalen des Anspruches 11 ermöglicht
eine besonders rationelle Fertigung.
[0018] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist es vorgesehen, im Zwischenraum
zwischen der Innenschale bzw. den Innenschalen und der Außenschale eine Isolierung
vorzusehen, die etwa aus Keramikfasern, Hochtemperatur-Glasfasern oder mikroporösen
Stoffen gebildet sein kann. Dies erweist sich besonders dann als sinnvoll, wenn auch
bei hohen Abgastemperaturen, bei denen die Luftspaltisolierung an Wirkung verliert,
eine wirksame Isolation gewünscht wird. Im Zusammenhang mit den beschriebenen isolierten
Zwischenraum erweist es sich auch als besonders vorteilhaft, wenn die vorstehend erläuterten,
mit Drahtgestrick versehenen Schiebesitze realisiert sind, da hierdurch ein wirksamer
Schutz der Isolation gegen Austragung infolge der Abgaspulsation erzielt werden kann.
[0019] Die weiteren Unteransprüche 13 bis 16 betreffen vorteilhafte Materialauswahlen zur
Verwendung bei der Außenschale und der Innenschale bzw. in den Schalen sowie vorteilhafte
Wandstärenbereiche, wobei die Werkstoffauswahlen und die Wandstärkenbereiche für sich
genommen oder in Kombination miteinander die eingangs beschriebene Einstellung einer
maximalen Temperatur der Abgase beim Eintritt in die Auspuffanlage bzw. den Katalysator
ermöglichen.
[0020] Nachstehend wird anhand der Zeichnungen eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Abgaskrümmers näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Abgaskrümmer in der Ausführung eines Drei-Zylinder-Krümmers
für einen Sechs-Zylinder-Motor in teilweise geschnittener Darstellung mit einem Befestigungsflansch
zur Befestigung an einem nicht näher dargestellten Zylinderkopf und einem Verbindungsflansch
zur Verbindung mit einer nicht näher dargestellten, dem Abgaskrümmer nachfolgend angeordneten
Auspuffanlage;
- Fig. 2
- den Abgaskrümmer gemäß Fig. 1 in Seitenansicht und teilweise geschnittener Darstellung;
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung des Abgaskrümmers gemäß Fig. 1 im Bereich des Verbindungsflansches
gemäß Schnittlinienverlauf III-III in Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Fig. 3 entsprechende Darstellung des Abgaskrümmers im Bereich des Verbindungsflansches
mit einer Variante der Abdichtung der Innenschale gegenüber dem Verbindungsflansch;
- Fig. 5
- eine gegenüber in Fig. 2 dargestellte Ansicht um 90° im Uhrzeigersinn aus der Zeichenebene
herausgeklappten Seitenansicht mit Darstellung eines Stutzens für die Abgasrückführung;
- Fig. 6
- eine Schnittdarstellung des Abgaskrümmers im Bereich des Stutzens gemäß Schnittlinienverlauf
VI-VI in Fig. 5.
[0021] Der in Fig. 1 dargestellte Abgaskrümmer weist einen aus mehreren ineinander übergehend
ausgebildeten Innenschalen 10, 11, 12 bestehenden Innenkrümmer 13 auf, der in einer
Außenschale 14 angeordnet ist. Zur Bildung des Abgaskrümmers ist der Innenkrümmer
13 auf der Eintrittsseite der Zylinderabgase mittels eines Befestigungsflansches 15
und auf der Austrittsseite der Zylinderabgase mittels eines Verbindungsflansches 16
mit der Außenschale 14 verbunden. Gleichzeitig dient der Befestigungsflansch 15 zum
Anschluß des Abgaskrümmers an einen hier nicht näher dargestellten Zylinderkopf und
der Verbindungsflansch 16 zum Anschluß des Abgaskrümmers an eine ebenfalls hier nicht
näher dargestellte Auspuffanlage.
[0022] Wie aus Fig. 1 zu ersehen ist, ist der aus den Innenschalen 10, 11, 12 gebildete
Innenkrümmer 13 mit Ausnahme der Verbindungsbereiche mit der Außenschale 14 im Bereich
des Befestigungsflansches 15 bzw. des Verbindungsflansches 16 mit Abstand zur Außenschale
14 angeordnet. Hierdurch wird ein den Innenkrümmer 13 von der Außenschale isolierender
Zwischenraum 17 geschaffen, der einer Wärmeübertragung von der Wandung der Innenschale
10, 11, 12 auf die Außenschale 14 entgegenwirkt.
[0023] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel des Abgaskrümmers sind auf der
Abgaseintrittsseite der Befestigungsflansch 15, die Außenschale 14 und die Innenschale
10 bzw. 11 bzw. 12 in den Übergangsquerschnitten zu den einzelnen Zylindern des nicht
dargestellten Zylinderkopfs miteinander verschweißt. Die hier als Innenkehlnaht 18,
19, 20 ausgeführte Schweißverbindung ermöglicht auf besonders vorteilhafte Weise eine
Verbindung der jeweils drei im jeweiligen Übergangsquerschnitt miteinander zu verbindenden
Komponenten in einem Arbeitsgang.
[0024] Die in Fig. 1 dargestellten Innenschalen 10, 11, 12 sind entsprechend ihrer unterschiedlichen
Anordnung in der Außenschale 14 unterschiedlich ausgebildet. Die einfachste Ausbildung
weist dabei die am weitesten vom Verbindungsflansch 16 entfernt angeordnete Innenschale
12 auf, die im wesentlichen aus einem 90°-Krümmer gebildet ist. Die Innenschale 12
ist auf ihrer Abgaseingangsseite mit einem im Außendurchmesser verringerten Hülsenende
21 in ein sowohl im Außendurchmesser als auch im Innendurchmesser verringertes Hülsenende
22 der Außenschale 14 und zusammen mit diesem in eine Durchgangsöffnung 23 des Befestigungsflansches
15 eingesetzt. Auf ihrer Abgasausgangsseite weist die Innenschale 12 ein Hülsenende
24 auf, mit dem sie in ein Hülsenende 25 der benachbart angeordneten Innenschale 11
eingesetzt ist.
[0025] Die Innenschale 11 weist eine T-förmige Ausbildung auf und ist in gleicher Weise
wie die Innenschale 12 auf ihrer Abgaseintrittsseite zusammen mit der Außenschale
14 mit einem Hülsenende 52 in eine Durchgangsöffnung 26 im Befestigungsflansch 15
eingesetzt. Die im Querbereich der T-förmig ausgebildeten Innenschale 11 vorgesehenen
Hülsenenden 25, 27 dienen, wie teilweise schon vorstehend beschrieben, zur Verbindung
mit den jeweils benachbart zur Innenschale 11 angeordneten Innenschalen 10, 12.
[0026] Die dem Verbindungsflansch 16 nächstliegend angeordnete Innenschale 10 weist schließlich
die komplizierteste Formgestaltung auf. Die Innenschale 10 weist ein 90°-Krümmerteil
28 auf, der mit seinen Hülsenenden 29, 30 zum einen zur Verbindung mit der Außenschale
14 und Aufnahme in eine Durchgangsöffnung 31 des Befestigungsflansches 15 (Hülsenende
29), zum anderen zur Verbindung mit dem Hülsenende der Innenschale 11 (Hülsenende
30) dient.
[0027] Ausgehend von dem 90°-Krümmerteil 28 weist die Innenschale 10 einen Krümmerteil 53
auf mit einer gegenüber dem 90°-Krümmerteil 28 etwa um 90° gedrehten Krümmungsebene.
Der Krümmerteil 53 weist an seinem freien, abgasaustrittsseitigen Ende ein Hülsenende
32 auf, das zur Verbindung mit dem Verbindungsflansch 16 dient. (Fig. 3)
[0028] Fig. 2 zeigt mögliche alternative Ausbildungen von jeweils durch ineinandergreifende
Hülsenenden 24, 25 bzw. 27, 30 benachbarter Innenschalen 12, 11 bzw. 11, 10 gebildeter
Schiebesitze 33, 34 (Fig. 1), die eine Längsverschiebbarkeit der jeweils benachbarten
Innenschalen 10, 11 bzw. 11, 12 zueinander ermöglichen. Darüber hinaus zeigt Fig.
2 eine mögliche alternative Ausgestaltung des Abgaskrümmers, bei der in dem zwischen
den Innenschalen 10, 11, 12 und der Außenschale 14 ausgebildeten Zwischenraum 17 statt
einer Luftisolierung eine Isolierung mit Isoliermaterial 35 vorgesehen ist. Die Darstellung
gemäß Fig. 2 enthält mithin vier voneinander unabhängig ausführbare Variationen in
der Gestaltung des erfindungsgemäßen Abgaskrümmers.
[0029] Gemäß der Variation A ist für den Abgaskrümmer eine Luftspaltisolierung im Zwischenraum
17 vorgesehen und eine gegenüber Fig. 1 veränderte Ausführung des Schiebesitzes 34.
Variation A sieht (beispielhaft am Schiebesitz 34 dargestellt) eine Ausgestaltung
des Schiebesitzes vor, bei der zur zwischengeordneten Aufnahme von Drahtgestricken
36 die Hülsenenden 27, 30 des Schiebesitzes 34 abgestuft zueinander ausgebildet sind.
Die Drahtgestricke 36 übernehmen dabei abdichtende Funktion, so daß im wesentlichen
kein Abgas aus dem durch die Innenschalen 10, 11, 12 begrenzten Innenraum des Abgaskrümmers
in den Zwischenraum 17 eindringen kann. Darüber hinaus sind durch die Drahtgestricke
36 elastische Führungselemente in den Schiebesitz 33, 34 geschaffen, die eine reibungsarme
und geräuscharme relative Längsbewegbarkeit der Hülsenenden 24, 25 bzw. 27, 30 zueinander
ermöglichen.
[0030] Variation B (ebenfalls dargestellt am Beispiel des Schiebesitzes 34) zeigt einen
entsprechend Variation A ausgebildeten Schiebesitz 34, wobei jedoch abweichend von
Variation A der Zwischenraum 17 mit einem Isoliermaterial 35 gefüllt ist.
[0031] Variation C weist (dargestellt am Beispiel des Schiebesitzes 33) eine kulissenartige
Ausbildung des Schiebesitzes auf, so daß das Hülsenende 24 in das Hülsenende 25 eingreifend
angeordnet ist und zudem eine konzentrisch zum Hülsenende 24 und mit diesem verbundene
Außenhülse 37 das Hülsenende 25 umgreift. Das Hülsenende 25 ist somit zwischen der
Außenhülse 37 und dem Hülsenende 24 aufgenommen.
[0032] Variation D zeigt (ebenfalls dargestellt am Beispiel des Schiebesitzes 33) schließlich
eine Variation C entsprechende Ausbildung des Schiebesitzes, wobei außerdem der Zwischenraum
17 durch Isoliermaterial 35 gefüllt ist.
[0033] Fig. 2 zeigt deutlich die Ausbildung der Innenschalen 10, 11, 12 und der Außenschale
14 aus in einer Trennebene 38 miteinander verbundenen Schalenteilen. Die Innenschalen
10, 11, 12 sind jeweils aus zwei Schalenhälften 39, 40, wie in den Fig. 2 und 6 anhand
der Innenschale 12 dargestellt, zusammengesetzt. In der Trennebene 38 sind die Schalenhälften
39, 40 mittels einer Bördelnaht 41 miteinander verschweißt, wobei die Verschweißung
durch das Abschmelzen der Bördel mit Verlauf des Schweißgutes im Ziehradius der die
Schalenhälften 39, 40 bildenden Bleche an der Nahtwurzel erfolgt. Hierdurch wird eine
Kerbwirkung in der Schweißnaht mit einem Einreißen der Schweißnaht als möglicher Folge
vermieden.
[0034] Die Außenschale 14 ist ebenfalls wie jeweils eine Innenschale 10, 11 oder 12 aus
Schalenhälften 42, 43 gebildet, die in der Trennebene 38 über eine Kurzbordschweißnaht
44 miteinander verbunden sind.
[0035] Fig. 2 zeigt ferner Befestigungsbohrungen 44, die zur Befestigung des Befestigungsflansches
15 am nicht näher dargestellten Zylinderkopf dienen. Darüber hinaus ist in dem Abgaskrümmer
gemäß Fig. 2 ein Stutzen 45 vorgesehen, dessen Funktion und Anordnung im Abgaskrümmer
nachfolgend anhand der Fig. 5 und 6 noch näher erläutert werden.
[0036] Die Fig. 3 und 4 zeigen Möglichkeiten der Verbindung mit der Innenschale 10 bzw.
des Hülsenendes 32 vom Krümmerteil 53 der Innenschale 10 mit dem Verbindungsflansch
16. Die in den Fig. 3 und 4 dargestellten Verbindungsmöglichkeiten gelten natürlich
nicht nur auf der Abgasaustrittsseite des Abgaskrümmers zur Verbindung mit dem Verbindungsflansch
16, sondern stellen ebenfalls mögliche Alternativen der Verbindung der abgaseintrittsseitigen
Hülsenenden 21, 52, 29 der Innenschalen 10, 11, 12 mit dem Befestigungsflansch 15
dar.
[0037] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 ist eine Zwischenhülse 46 vorgesehen, die
einem Reduzierstück gleich abgasaustrittsseitig einen gegenüber der Abgaseintrittsseite
verringerten Querschnitt aufweist. Das Hülsenende 32 des Krümmerteils 31 von der Innenschale
10 ist dabei abgaseintrittsseitig in die Zwischenhülse 46 eingeführt. Das abgasaustrittsseitige
Ende der Zwischenhülse 46 ist in ein abgasaustrittsseitiges Hülsenende 47 der Außenschale
14 eingeführt und zusammen mit diesem in den Verbindungsflansch 16 eingesetzt. Bei
entsprechender Passungswahl für den Sitz des Außendurchmessers des Hülsenendes 32
im Innendurchmesser der Zwischenhülse 46 kann auch hier wieder ein Schiebesitz vorgesehen
werden. Zur dauerhaften Verbindung der Zwischenhülse 46 bzw. der Außenschale 14 mit
dem Verbindungsflansch 16 kann, wie in Fig. 3 anhand von zwei Alternativen dargestellt,
eine Außenkehlnaht 48 oder eine Innenflachnaht 49 vorgesehen werden.
[0038] Um eine gute Verschweißbarkeit mit dem Verbindungsflansch 16 sicherzustellen, kann
dieser aus einem zunderbeständigen Chrom/Nickel-Stahl, etwa einem Werkstoff mit den
Werkstoffnummern 1.4713, 1.4301 oder 1.4541, bestehen. Für den Befestigungsflansch
15 empfiehlt sich ein gut schweißbarer Baustahl, etwa St 52-3, oder auch ein schweißbarer
Edelstahl, etwa 1.4301 oder 1.4541.
[0039] Eine weitere, in Fig. 4 dargestellte Möglichkeit besteht darin, das Hülsenende 32
unter Weglassung der Zwischenhülse 46 mit der Außenschale 14 und über diese mit dem
Verbindungsflansch 16 zu verbinden. Hierbei ist dann wieder entsprechend dem in Fig.
3 dargestellten Ausführungsbeispiel das Hülsenende 47 der Außenschale 14 in den Verbindungsflansch
16 eingesetzt. Die dauerhafte Verbindung des Hülsenendes 47 mit dem Verbindungsflansch
16 kann ebenfalls entsprechend den in Fig. 3 dargestellten Alternativen erfolgen.
[0040] Zur längsverschiebbaren Verbindung des Hülsenendes 32 mit der Außenschale 14 ist
ein Führungselement 50 vorgesehen, das beispielsweise aus einem gepreßten Drahtgestrickring
besteht und gleichzeitigfür eine Abdichtung des Zwischenraums 17 zum gasdurchströmten
Innenraum des Abgaskrümmers sorgt.
[0041] Die Fig. 5 und 6 zeigen den bereits in Fig. 2 dargestellten Stutzen 45, der eine
Abgasentnahme aus dem abgasdurchströmten Innenraum des Abgaskrümmers, hier durch die
Innenschale 12 und die Außenschale 14 hindurch, etwa zur Abgasrückführung, ermöglicht.
Wie aus Fig. 6 besonders deutlich zu ersehen ist, ist die Außenschale 14 im Bereich
der Einführung des Stutzens 45 in den Innenraum des Abgaskrümmers an die Innenschale
12 anliegend ausgebildet. Dies geschieht durch eine entsprechende Eindellung 51 der
Außenschale 14 an bezeichneter Stelle.
1. Abgaskrümmer zur Abgasführung aus einem Verbrennungsmotor, insbesondere für Fahrzeuge,
aufweisend die folgenden Merkmale:
(a) mindestens eine Innenschale (10,11,12) und eine Außenschale (14), wobei diese
zur Ausbildung eines Zwischenraums (17) mit Abstand zu der (den) Innenschale(n) (10,11,12)
angeordnet ist;
(b) die Innenschale(n) (10,11,12) sowie die Außenschale (14) bestehen aus Blech, wobei
die Außenschale (14) eine größere Wandstärke als die Innenschale(n) (10,11,12) aufweist;
(c) die Innenschale(n) (10,11,12) und die Außenschale (14) sind auf der Abgaseintrittsseite
mit einem gemeinsamen Befestigungsflansch (15) verbunden und münden auf der Abgasaustrittsseite
in einen gemeinsamen Verbindungsflansch (16) zur Verbindung mit weiteren abgasführenden
Teilen.
2. Abgaskrümmer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem mehrere Zylinder
aufweisenden Verbrennungsmotor jedem Zylinder eine Innenschale (10,11,12) zugeordnet
ist, die jeweils relativ zueinander bewegbar, vorzugsweise mittels eines Schiebesitzes
(33,34) miteinander verbunden sind.
3. Abgaskrümmer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem mehrere Zylinder
aufweisenden Verbrennungsmotor jeweils einer Gruppe von Zylindern oder einzelnen Zylindern
eine Innenschale (10,11,12) zugeordnet ist, wobei die Innenschalen relativ zueinander
bewegbar, vorzugsweise mittels eines Schiebesitzes (33,34) miteinander verbunden sind.
4. Abgaskrümmer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
jeweils zwei Innenschalen (10,11;11,12) miteinander verbindende Schiebesitz (33,34)
aus zwei hülsenartig ineinandergreifenden Hülsenenden (24,25;27,30) benachbarter Innenschalen
(10,11;11,12) gebildet ist.
5. Abgaskrümmer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Schiebesitze
(33,34) zwischen den Hülsenenden (24,25;27,30) zur Führung und/oder Abdichtung der
Innenschalen (10,11,12) gegenüber der Außenschale (14) Zwischenelemente (36) vorgesehen
sind.
6. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenschale(n) (10,11,12) aus zwei, vorzugsweise mittels einer Bördelnaht
(41) verschweißten Schalenhälften (39,40) besteht (bestehen).
7. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenschale (14) aus zwei Schalenhälften (42,43) besteht, die zur Aufnahme
der Innenschale(n) (10,11,12) miteinander verschweißt sind.
8. Abgaskrümmer nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schalenhälften (42,43)
der Außenschale (14) in den zwischen zwei benachbarten Innenschalen (10,11;11,12)
liegenden Bereichen flächig aufeinanderliegend miteinander verschweißt sind.
9. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein durch die Außenschale (14) in eine Innenschale (10,11,12) eingeführter
Stutzen (45) vorgesehen ist.
10. Abgaskrümmer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenschale (14) im
Bereich der Stutzeneinführung an die Innenschale (10 oder 11 oder 12) anliegend ausgebildet
ist.
11. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei durch die Außenschale (14) in den Zwischenraum (17) eingeführte
Stutzen (45) vorgesehen sind.
12. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenschale(n) (10,11,12) und die Außenschale (14) im Bereich des Befestigungsflansches
(15) zusammentreffen und gemeinsam mit diesem verschweißt sind.
13. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß im Zwischenraum (17) eine Isolierung (35) angeordnet ist.
14. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenschale(n) (10,11,12) aus hochwarmfestem, austenitischem Edelstahlblech,
vorzugsweise unter Verwendung eines der Werkstoffe 1.4828, 1.4841, 1.4876 oder 2.4851
besteht.
15. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenschale (14) aus einem korrosionsbeständigen, warmfesten Material besteht,
vorzugsweise unter Verwendung eines der Werkstoffe 1.4301 oder 1.4541.
16. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenschale(n) (10,11,12) eine Wandstärke im Bereich von 0,5 mm bis 1 mm aufweist
(aufweisen).
17. Abgaskrümmer nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenschale (14) eine Wandstärke im Bereich von 1,5 mm bis 2 mm aufweist.