[0001] Baustahlbehandlungseinrichtung bestehend aus einzelnen Komponenten, wie einer Fördereinrichtung,
einer Richt- und/oder Biegeeinrichtung, einer Schneideeinrichtung, einer Ausfördereinrichtung.
[0002] Bewehrungsdraht wird in verschiedenen Durchmessern in Walzwerken erzeugt. Von da
wird er entweder stabförmig oder aber - preisgünstiger - in Endlosform zu Ringen gebündelt
zu den Aufbereitungsbetrieben, z.B. Eisenbiegereien, Gitterträger- und Mattenerzeugern
oder auch Betonfertigteilherstellern angeliefert. Hier wird der Draht aufbereitet,
gerichtet, abgelängt, gebogen zu Gitterträgern oder sonstigen Armierungsformen verarbeitet.
Dazu wurden bereits Maschinen entwickelt, die programmgesteuert, halb - oder auch
vollautomatisch die einzelnen Arbeitsschritte vom Drahtbund bis zum fertigen Armierungselement
erledigen. Beispielsweise wird der Draht vom Bund über Haspeleinrichtungen abgezogen,
in Richtwerken gerade gerichtet, von Scheren auf Länge geschnitten und mit Biegeeinrichtungen
in die gewünschte Fasson gebogen. Andere Maschinen verarbeiten die abgezogenen Drähte
automatisch zu fertigen Gitterträgern. Die eigentliche Versorgung von Bauvorhaben
mit Armierungselementen läuft auf folgende Weise: Die Elemente werden in stationären
Aufbereitungsbetrieben mit halb- oder vollautomatischen Maschinen gefertigt. Die zum
Teil sperrigen Elemente z.B. gebogene Längseisen, müssen dann nochmals verladen und
an die Baustellen geliefert werden. Dabei zeigen sich folgende Nachteile:
- Der Baustahl gelangt vom Walzwerk nicht direkt an die Baustelle sondern über den Umweg
der Verarbeitungsbetriebe. Außerdem ist der Transport vom Aufbereiter zur Baustelle
durch die bereits sperrigen Armierungselemente aufwendig. Beides bedeutet erhöhtes
Transportaufkommen.
- Aufbereitungsbetriebe sind mit teuren halb- oder auch vollautomatischen Maschinen
ausgerüstet. Da diese aber stationär sind, können sie wirtschaftlich nur einen bestimmten
Umkreis von Baustellen versorgen. Durch die Ortsgebundenheit des Aufbereiters schwankt
die Auslastung seiner Maschinen mit der Baukonjunktur der unmittelbaren Umgebung.
Bei Hochkonjunktur kann der Aufbereiter die Umgebung nicht ausreichend versorgen,
bei Flaute werden die hohen Maschinenfixkosten nicht abgedeckt. Der Ankauf der teuren
Maschinen stellt dadurch ein hohes unternehmerisches Risiko dar und wird daher oft
vermieden.
- Durch das Aufbereiten in stationären Betrieben fällt zusätzlicher Arbeitsaufwand wie
Entladen, Lagerung, Beladen und Transport an.
- Durch die Fertigung, wird der Arbeitsablauf relativ starr und erfordert beträchtlichen
logistischen Aufwand. Direkte, rasche Behebung von Mängeln in der Bewehrung oder die
ad hoc Bedarfsbedeckung, ist kaum oder nur zeitaufwendig möglich. Dazu müssen an der
Baustelle zusätzliche Kleinmaschinen installiert werden.
[0003] Dem gegenüber ist es Aufgabe dieser Erfindung, die genannten Nachteile zu vermeiden
und eine Einrichtung zur Baustahlbehandlung zu schaffen, die ansich von der Dimension
her - wie sie für den Betrieb erforderlich ist - nicht für den Transport ohne besondere
Sicherungsmaßnahmen geeignet ist, so auszubilden, daß sie für den Straßen- oder Schienentransport
zu Baustellen geeignet ist. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die einzelnen Komponenten
auf einem gemeinsamen Maschinenrahmen angeordnet sind und mindestens eine dieser Komponenten
von einer eingefahrenen Transportstellung auf einem Transportmittel in eine ausgefahrene
Betriebsstellung am Einsatzort verbringbar ist.
[0004] In einer vorteilhaften Weise wird dies dadurch erreicht, daß einzelne Komponenten
auf im Maschinenrahmen integrierten Tragrahmen angeordnet sind und daß der Maschinenrahmen
oder gegebenenfalls ein Zwischenrahmen Führungen aufweist, an denen die Tragrahmen
bewegbar abgestützt und Verschiebeinrichtungen zwischen dem Maschinenrahmen und jedem
Tragrahmen angeordnet sind.
[0005] Ein besonders zeitsparender Einsatz wird erreicht, wenn der Maschinenrahmen ein Teil
des Transportmittels ist. In diesem Fall ist es lediglich notwendig, daß der Maschinenrahmen
durch die ausgefahrenen Stützen stabilisiert wird, wie es z.B. bei Baumaschinen auch
der Fall ist.
[0006] Wenn das Transportmittel z.B. ein Tieflader ist, dann ist es besonders vorteilhaft,
daß der Maschinenrahmen mit den einzelnen Komponenten vom Transportmittel absetzbar
ausgebildet ist.
Beschreibung der Funktionsweise
[0007] Der zu verarbeitende Draht befindet sich auf den Haspeln 1, von wo er über eine Drahtausgleichsschwinge
2 geleitet wird, damit der Langenausgleich zwischen Maschinenvorschub und Drahtabwicklung
erfolgen kann. Der Draht läuft weiter über Vorrichteinrichtung 3, wo er grob vorgerichtet
wird, weiters wird er einer Drahtumlenkung 4 zugeleitet, wo die Richtung geändert
wird und dann der eigentlichen Richt- und Schneidmaschine 5 zugeführt. Letztere bewerkstelligt
den Drahtvorschub und richtet den Draht exakt gerade. Weiters wird hier die geforderte
Stablänge gemessen und mittels der Schere 6 abgelängt. Danach befindet sich eine Drahtauslaufbahn
7, die den Stab ev. einer Biegeeinrichtung 8 zur endgultigen Fassongebung zuführt,
danach wird das Produkt auf ein Magazin 9 abgeworfen und kann von dort vom Verbraucher
entnommen werden. 28 stellt den gemeinsamen Maschinenrahmen dar, welcher alle erforderlichen
Komponenten enthält und welcher vom Transportmittel trennbar ist.
[0008] Wenn das Transportmittel mit der Baustahlbehandlungseinrichtung an Bord auf der Baustelle
eintrifft, werden die Containerwände 10 weggeklappt, dann werden die Zwischenrahmen
11 ausgefahren, von denen aus die seitlichen Stützen 12 nach unten (z.B. hydraulisch)
ausgefahren werden, was im Detail nicht dargestellt ist, wodurch die gesamte Einrichtung
seitlich abgestützt und für den Betrieb stabilisiert ist. Daraufhin werden die Haspeln
1 entlang der ausgeschobenen Zwischenrahmen 11 von der eingefahrenen Transportstellung
in die ausgefahrene Betriebsstellung 13 gebracht und mittels der Klemmeinrichtung
14 in der entsprechend erforderlichen Position arretiert, daraufhin wird noch die
Vorrichteinrichtung 3 und die Drahtumlenkung 4 sowie das Abwurfmagazin 9 in die (ausgefahrene)
Betriebsstellung gebracht.
[0009] In Längsrichtung ausgeschwenkt wird die Vorrichteinrichtung 3 samt Drahtumlenkung
4 mittels der Schwenkhebel 17, welche durch die Schubzylinder 18 bewegt wird. In der
Querrichtung erfolgt der Ausschub der Zwischenrahmen ebenfalls durch Schubzylinder
19. Die Haspeln werden auf den Zwischenrahmen über die Schubzylinder 20 ausgefahren.
Deren Arretierung erfolgt durch die Schub-zylinder 21. Der Zwischenrahmen 11 weist
Räder 22 auf, die entlang von Führungselementen 23 abrollen. Das Haspelgestell 26
rollt über Räder 25 auf dem Zwischenrahmen 11 ab. Das Haspelgestell 26 dient zur Aufnahme
des Drahtbundes 27. Die Biegeeinrichtung 8 fährt entlang der Drahtauslaufbahn 7 und
ist geeignet für alle erforderlichen Drahtdimensionen. Die elektronische Steuerung
der Maschine erfolgt mittels Handeingabe oder Datenfernübertragung. Der Maschinenbetrieb
wird mit hydraulischer Energie gespeist. Die Gesamtanlage hat eine eigene Hydraulik-und
Preßluftanlage an Bord. Die einzelnen Komponenten werden an der Baustelle mit elektrischer
Fremdenergie versorgt.
[0010] Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher
beschrieben und zwar zeigt:
[0011] Fig. 1 eine Gesamtansicht des Transportmittels mit den erforderlichen Komponenten
(Aufbau) in Transportstellung, das ist jene, die dimensionsmäßig für den Straßentransport
oder den Bahntransport geeignet sind, in dem sich die Komponenten in eingefahrener
(zusammengeschobener) Stellung befinden.
[0012] Fig. 2 zeigt eine Ansicht von rechts vorne in Fahrtrichtung des Transportmittels
gesehen - u.z. vor Ort bereits im Betriebszustand, wo die diversen Komponenten bereits
in entsprechenden Abständen voneinander festgelegt sind.
[0013] Fig. 3 zeigt dasselbe wie Fig. 2, allerdings von rechts rückwärts aus betrachtet.
[0014] Die Fig. 4 und 5 zeigen wie die einzelnen Komponenten quer bzw. parallel zur Transportmittellängsachse
verbracht werden können.
[0015] Fig. 6 zeigt einen Teil der Baustahlbehandlungseinrichtung in der Draufsicht.
1. Baustahlbehandlungseinrichtung bestehend aus einzelnen Komponenten, wie einer Fördereinrichtung,
einer Richt- und/oder Biegeeinrichtung, einer Schneideeinrichtung, einer Ausfördereinrichtung
dadurch gekennzeichnet,
daß die einzelnen Komponenten auf einem gemeinsamen Maschinenrahmen angeordnet sind
und mindestens eine dieser Komponenten von einer eingefahrenen Transportstellung auf
einem Transportmittel in eine ausgefahrene Betriebsstellung am Einsatzort verbringbar
ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß einzelne Komponenten auf im Maschinenrahmen integrierten Tragrahmen angeordnet
sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Maschinenrahmen oder gegebenenfalls ein Zwischenrahmen Führungen aufweist,
an denen die Tragrahmen bewegbar abgestützt und Verschiebeeinrichtungen zwischen dem
Maschinenrahmen und jedem Tragrahmen angeordnet sind.
4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen
dadurch gekennzeichnet,
daß der Maschinenrahmen ein Teil des Transportmittels ist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Maschinenrahmen mit den einzelnen Komponenten vom Transportmittel absetzbar
ausgebildet ist.