[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind wäßrige, saure Lösungen für die elektrolytische
Abscheidung von Zinn und/oder Blei/Zinnlegierungen enthaltend ein Gemisch aus Zinn-
und/oder Bleisalzen einer Alkansulfonsäure, freier Alkansulfonsäure, wobei die Alkylgruppe
der Alkansulfonsäure aus 1 bis 5 C-Atomen besteht, nicht ionogenem Netzmittel und
gegebenenfalls aromatischen und/oder kurzkettigen Aldehyden und/oder gegebenenfalls
aromatischen Ketonen und/oder gegebenenfalls kurzkettigen ungesättigten Carbonsäuren.
[0002] In der DE-PS 1 260 262 werden Aldolkondensationsprodukte beschrieben, die wäßrigen
Bädern zur galvanischen Abscheidung von Zinn als Glanzbildner zugegeben werden. Die
US-PS 2,525,942 betrifft die Verwendung von Alkansulfonsäurederivaten in Lösung zur
Metallabscheidung. In der US-PS 4,582,576 wird ein Verfahren beschrieben, das aus
alkansulfonsäurehaltigen Bädern glänzende Zinn- Zinn/Bleischichten abscheidet. Die
dort beschriebenen wäßrigen, sauren Lösungen enthalten Metallsalze, freie Alkan- oder
Alkanolsulfonsäure, Netzmittel, einen kurzkettigen aliphatischen Aldehyd, einen aromatischen
Aldehyd, gegebenenfalls ein aromatisches Keton und eine ungesättigte, kurzkettige
Carbonsäure. Die dort beschriebenen Zusammensetzungen haben den Nachteil, daß sie
nur eine schlechte Belastbarkeit im hohen Stromdichtebereich aufweisen.
[0003] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, wäßrige, saure Lösungen
bereitzustellen, die eine bessere Belastbarkeit im hohen Stromdichtebereich aufweisen
und eine gleichmäßige Glanzstreuung über den gesamten Stromdichtebereich ermöglichen.
[0004] Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgaben gelöst werden durch eine wäßrige, saure
Lösung für die elektrolytische Abscheidung von Zinn und/oder Blei/Zinnlegierungen,
enthaltend ein Gemisch aus Zinn- und/oder Bleisalzen einer Alkansulfonsäure, freier
Alkansulfonsäure, wobei die Alkylgruppe der Alkansulfonsäure aus 1 bis 5 C-Atomen
besteht, nicht ionogenem Netzmittel und gegebenenfalls aromatischen und/oder kurzkettigen
Aldehyden und/oder gegebenenfalls aromatischen Ketonen und/oder gegebenenfalls kurzkettigen
ungesättigten Carbonsäuren, dadurch gekennzeichnet, daß als weiterer Glanzbildner
ein oder mehrere Reaktionsprodukt(e) aus Acetaldehyd und/oder einem Aldolkondensationsprodukte
von Acetaldehyd mit Ammoniak und/oder acyclischen Ketonen und/ oder aliphatischen
Aminen, Amiden, Aminosäuren und/oder Hydrazinverbindungen enthalten sind, wobei die
Konzentration des weiterer Glanzbildners 0,1-5 Gew.-% beträft, bezogen auf 1 Liter
fertige wäßrige Lösung.
[0005] Als Netzmittel wird bevorzugt ein nicht-ionogenes Netzmittel des Alkylarylpolyglykolethertyps
gewählt. Wird als Glanzbildner ein Gemisch aus einem Reaktionsprodukt aus Acetaldehyd
und/oder seinen Aldolkondensationsprodukten mit acyclischen Ketonen gewählt, so enthält
das aliphatische Keton vorzugsweise 10 C-Atome im Molekül. In bevorzugter Weise werden
den wäßrigen, säuren Lösungen gegebenenfalls Naphthaldehyd, Chloracetophenon oder
Benzalaceton, Formaldehyd oder Acetaldehyd sowie als ungesättigte Carbonsäure Methacrylsäure
oder Methylmethacrylsäure zugesetzt.
[0006] Die erfindungsgemäßen wäßrigen, sauren Lösungen enthalten vorzugsweise 5 bis 25 Gew.-%
des oder der entsprechenden Metallsalze, 6 bis 20 Gew.-% der Alkansulfonsäure, 0,1
bis 5 Gew.-% nicht-ionogenen Netzmittels, 0,1 bis 5 Gew.-% des Aldolkondensationsprodukts,
gegebenenfalls 0,1 bis 3 % des aromatischen Aldehyds, gegebenenfalls 0,01 bis 1,0
Gew.-% des aromatischen Ketons, gegebenenfalls 0,01 bis 1,0 Gew.-% des kurzkettigen
aliphatischen Aldehyds, sowie gegebenenfalls 0,01 bis 1 % der ungesättigten Carbonsäure.
Die Angaben beziehen sich auf Mischungen, die auf 1 Liter fertige Lösung eingestellt
werden.
[0007] In einem Vergleich wurde eine Lösung gemäß Beispiel 1 der US-PS 4,582,576 nachgestellt.
Dabei zeigte sich, daß erst nach Zugabe von etwa 10 ml/L des erfindungsgemäß verwendeten
Aldolkondensationsproduktes, bekannt aus der DE-PS 1 260 262, brauchbare Ergebnisse
hinsichtlich der Glanzbildung im hohen Stromdichtebereich zu verzeichnen waren.
[0008] Die Verwendung von Aldolkondensationsprodukten gemäß der DE-PS 1 260 262 in einem
Verfahren zur elektrolytischen Abscheidung von Zinn und/oder Blei/Zinnlegierungen
führt überraschenderweise zu einer verbesserten galvanischen Abscheidung im hohen
Stromdichtebereich, und gleichzeitig wird eine gleichmäßige Glanzstreuung im niedrigen
Stromdichtebereich erzielt.
[0009] Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beispiele näher erläutert.
[0010] Verfahrensparameter: Die Brauchbarkeit des Elektrolyten wurde zur Zinn- und/oder
Blei/Zinn-Abscheidung in einer Hull-Zelle nach DIN 50 957 geprüft. Temperatur: 20
- 25°C, Expositionszeit: 5 Minuten mit mechanischer Rührbewegung, Anoden Zinn bzw.
Blei-Zinn analog der Zusammensetzung des Niederschlags. Kathodenmaterial Stahlblech,
Zellstrom 2, 3 oder 4 Ampere pro Zelle.
Beispiel 1
[0011] 20 g/l Zinn-(II) als Zinnmethansulfonat
70 g/l Methansulfonsäure
5 g/l Arkopal N-150 (Nonylphenolpolyglykolether mit 10 Mol ÄO)
10 g/l Aldolkondensationsprodukt nach DPA 1 260 262
1 g/l Methanal 40 Vol.-%
Beispiel 2
[0012] 25 g/l Zinn-(II) als Zinnmethansulfonat
2,5 g/l Blei-(II) als Bleimethansulfonat
100 g/l Methansulfonsäure
10 g/l Sapogenat T 130 (Tributylphenolpolyglykolether mit 13 Mol ÄO)
2 g/l 1-Naphthaldehyd
2 g/l Methacrylsäure
2 ml/l Aldolkondensationsprodukt
Beispiel 3
[0013] 18 g/l Zinn-(II) als Zinnmethansulfonat
2 g/l Blei-(II) als Bleimethansulfonat
50 g/l Methansulfonsäure
14 g/l Lutensol AP 10 (Nonylphenolpolyglykolether mit 10 Mol ÄO)
10 g/l Aldolkondensationsprodukt nach DPA 1 260 262
0,04g/l Benzalaceton
0,8 g/l Naphthaldehyd
0,8 g/l Methanal 40 %
1,6 g/l Methacrylsäure
Beispiel 4
[0014] 12 g/l Zinn-(II) als Zinnmethansulfonat
8 g/l Blei-(II) als Bleimethansulfonat
150 g/l Methansulfonsäure
5 g/l Arkopal N-150 (Nonylphenolpolyglykolether mit 15 Mol ÄO)
6 g/l Aldolkondensationsprodukt nach DPA 1 260 262
0,8 g/l Naphthaldehyd
4 ml/l Methanal 40 Vol.-%
Die Beispiele 1 bis 4 gewährleisten jeweils eine sehr gute galvanische Abscheidung
im hohen Stromdichtebereich und gewährleisten gleichzeitig eine gleichmäßige Glanzstreuung
im niedrigen Stromdichtebereich.
Vergleichsbeispiel 1
[0015] 20 g/l Zinn-(II) als Zinnmethansulfonat
100 g/l Methansulfonsäure
5 g/l Lutensol AP 10 (Nonylphenolpolyglykolether mit 10 Mol ÄO)
0,2 g/l Benzalaceton
1 g/l Methylmethacrylat
Bei der Zusammensetzung des Beispiels 1 der US-Patentschrift wurde bei 2 Ampere Zellenstrom
ein gleichmäßiger Glanz nur im Bereich von 1 - 8 Ampere/dm² erreicht. Oberhalb 8 A/dm²
traten amorphe Anbrennungen auf. Im niedrigen Stromdichtebereich < 1 A/dm² war die
Abscheidung milchig matt.
[0016] Nach Zugabe von 10 ml/l des erfindungsgemäßen Zusatzes war das Blech von 0,2 bis
10 A/dm² gleichmäßig glänzend.
[0017] Bei einem Zellenstrom von 3 A konnte die Belastbarkeit im hohen Stromdichtebereich
sogar auf 20 A/dm² erhöht werden.
1. Wäßrige, saure Lösungen für die elektrolytische Abscheidung von Zinn und/oder Blei/Zinnlegierungen
enthaltend ein Gemisch aus Zinn- und/oder Bleisalzen einer Alkansulfonsäure, freier
Alkansulfonsäure, wobei die Alkylgruppe der Alkansulfonsäure aus 1 bis 5 C-Atomen
besteht, nicht ionogenem Netzmittel und gegebenenfalls aromatischen und/oder kurzkettigen
aliphatischen Aldehyden 1 und/oder gegebenenfalls kurzkettigen ungesättigten Carbonsäuren,
dadurch gekennzeichnet, daß als weiterer Glanzbildner ein oder mehrere Reaktionsprodukt(e)
aus Acetaldehyd und/oder einem Aldolkondensationsprodukte von Acetaldehyde mit Ammoniak
und/oder acyclischen Ketonen und/oder aliphatischen Aminen, Amiden, Aminosäuren und/oder
Hydrazinverbindungen enthalten sind, wobei die Konzentration des werferen Glanzbildners
0,1-5 Gew.-% betragt, bezogen auf 1 Liter fertige wäßrige Lösung.
2. Wäßrige, saure Lösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das nicht-ionogene
Netzmittel, ein Alkylarylpolyglykolether ist.
3. Wäßrige, saure Lösung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das acyclische
Keton ein aliphatisches Keton mit bis zu 10 C-Atomen im Molekül ist.
4. Wäßrige, saure Lösungen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß als aromatischer Aldehyd Naphthaldehyd, als aromatisches Keton Chloracetophenon
oder Benzalaceton, als kurzkettiger Aldehyd Formaldehyd oder Acetaldehyd sowie als
ungesättigte Carbonsäure Methacrylsäure oder Methylmethacrylsäure enthalten stud.
5. Wäßrige, saure Lösung nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Menge der Komponenten, bezogen auf mit Wasser auf 1 Liter eingestelle fertige
Lösung, beläuft auf
a) 5 bis 25 Gew.-% des oder der entsprechenden Metallsalze,
b) 6 bis 20 Gew.-% der Alkansulfonsäure,
c) 0,1 bis 5 Gew.-% nicht-ionogenen Netzmittels,
d) 0,1 bis 5 Gew.-% des weiteren Glanzbildners,
e) gegebenenfalls 0,1 bis 3 % des aromatischen Aldehyds,
f) gegebenenfalls 0,01 bis 1,0 Gew.-% des aromatischen Ketons,
g) gegebenenfalls 0,01 bis 1,0 Gew.-% des kurzkettigen aliphatischen Aldehyds,
h) gegebenenfalls 0,01 bis 1 % der ungesättigten Carbonsäure.
6. Verwendung einer wäßrigen, sauren Lösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 in einem
Verfahren zur elektrolytischen Abscheidung von Zinn und/oder Blei/Zinnlegierungen.
1. Aqueous acidic solutions for the electrodeposition of tin and/or of lead/tin alloys
containing a mixture of tin and/or lead salts of an alkanesulfonic acid, of free alkanesulfonic
acid, the alkyl moiety of the alkanesulfonic acid consisting of from 1 to 5 carbon
atoms, of a non-ionic wetting agent and optionally aromatic and/or short-chain aliphatic
aldehydes and/or optionally aromatic ketones and/or optionally short-chain unsaturated
carboxylic acids, characterized in that they contain, as a further brightener, one
or more reaction product(s) of acetaldehyde and/or an aldol condensation product of
acetaldehyde with ammonia and/or acyclic ketones and/or aliphatic amines, amides,
amino acids and or hydrazine compounds, the concentration of the further brightener
being from 0.1 to 5 % by weight, based on 1 liter of the final aqueous solution.
2. An aqueous acidic solution according to claim 1, characterized in that the non-ionic
wetting agent is an alkylarylpolyglycolether.
3. An aqueous acidic solution according to claims 1 or 2, characterized in that the acyclic
ketone is an aliphatic ketone having up to 10 carbon atoms in its molecule.
4. The aqueous acidic solutions according to any of claims 1 to 3, characterized in that
there are contained naphthaldehyde as the aromatic aldehyde, chloroacetophenone or
benzalacetone as the aromatic ketone, formaldehyde or acetaldehyde as the short-chain
aldehyde, as well as methacrylic acid or methyl-methacrylic acid as the unsaturated
carboxylic acid.
5. An aqueous acidic solution according to any of clains 1 to 4, characterized in that
the amounts of the components, based on 1 liter, adjusted with water, of the final
solution, are
a) from 5 to 25% by weight of the respective metal salt(s),
b) from 6 to 20% by weight of the alkanesulfonic acid,
c) from 0.1 to 5% by weight of the non-ionic wetting agent,
d) from 0.1 to 5% by weight of the further brightener,
e) optionally from 0.1 to 3% of the aromatic aldehyde,
f) optionally from 0.01 to 1.0% by weight of the aromatic ketone,
g) optionally from 0.01 to 1.0% by weight of the short-chain aliphatic aldehyde, and
h) optionally from 0.01 to 1.0% of the unsaturated carboxylic acid.
6. Use of an aqueous acidic solution according to any of claims 1 to 5 in a process for
the electrodeposition of tin and/or lead/tin alloys.
1. Solutions acides aqueuses pour la séparation électrolytique de l'étain et/ou d'alliages
de plomb et d'étain, contenant un mélange de sels d'étain et/ou de plomb d'un acide
alcane-sulfonique, d'un acide alcane-sulfonique libre, le groupe alkyle de l'acide
alcane-sulfonique étant constitué de 1 à 5 atomes de carbone, d'un agent mouillant
non ionogène, et éventuellement d'aldéhydes aromatiques, et/ou d'aldéhydes aliphatiques
à chaîne courte, et/ou éventuellement de cétones aromatiques, et/ou éventuellement
d'acides carboxyliques insaturés à chaîne courte, caractérisées en ce qu'elles contiennent,
comme lustrant supplémentaire, un ou plusieurs produits de réaction de l'acétaldéhyde
et/ou d'un produit de condensation aldolique de l'acétaldéhyde avec l'ammoniaque et/ou
de cétones acycliques et/ou d'amines aliphatiques, d'amides, d'amino-acides et/ou
de composés de l'hydrazine, la concentration du lustrant supplémentaire étant de 0,1
à 5 % en poids, rapportée à 1 litre de solution aqueuse finie.
2. Solutions acides aqueuses selon la revendication 1, caractérisées en ce que l'agent
mouillant non ionogène est un alkylarylpolyéther de glycol.
3. Solutions acides aqueuses selon la revendication 1 ou 2, caractérisées en ce que la
cétone acyclique est une cétone acyclique contenant jusqu'à 10 atomes de carbone dans
la molécule.
4. Solutions acides aqueuses selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce
qu'elles contiennent du naphtaldéhyde comme aldéhyde aromatique, de la chloracétophénone
ou de la benzalacétone comme cétone aromatique, du formaldéhyde ou de l'acétaldéhyde
comme aldéhyde à chaîne courte, ainsi que de l'acide méthacrylique ou de l'acide méthylméthacrylique
comme acide carboxylique insaturé.
5. Solutions acides aqueuses selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisées en que
la quantité des composants, rapportée à une solution finie ajustée à 1 litre avec
de l'eau, est de :
a) 5 à 25 5 en poids du ou des sels métalliques correspondants,
b) 6 à 20 % en poids de l'acide alcane-sulfonique,
c) 0,1 à 5 % en poids de l'agent mouillant non ionogène,
d) 0,1 à 5 % en poids du lustrant supplémentaire,
e) éventuellement de 0,1 à 3 % en poids de l'aldéhyde aromatique,
f) éventuellement de 0,01 à 1,0 % en poids de la cétone aromatique,
g) éventuellement de 0,01 à 1,0 % en poids de l'aldéhyde aliphatique à chaîne courte,
et
h) éventuellement de 0,01 à 1 % en poids de l'acide carboxylique insaturé.
6. Utilisation d une solution acide aqueuse selon l'une des revendications 1 à 5 dans
un procédé pour la séparation électrolytique de l'étain et/ou d'alliages de plomb
et d'étain.