[0001] Die Erfindung betrifft einen schwimmfähigen Hohlkörper aus Ton sowie ein Verfahren
zur Herstellung von schwimmfähigen Hohlkörpern aus Ton, wobei eine bis auf eine Einfüllöffnung
geschlossene Gipsform mit einer fließfähigen Tonmasse gefüllt wird, wobei an der inneren
Oberfläche der Gipsform eine feste, in der Dicke von der Verweilzeit abhängige Tonschicht
haften bleibt, die nach dem Ausgießen der überflüssigen Tonmasse in der Gipsform einen
Hohlkörper bildet, der nach einer Antrocknung aus der Gipsform entnommen, glasiert
und gebrannt wird, sowie einen schwimmfähigen Hohlkörper aus Ton, hergestellt nach
dem Verfahren.
[0002] Die Herstellung von Hohlkörpern aus Ton ist bekannt. Bei diesen Hohlkörpern handelt
es sich meist um Tiernachbildungen, wie beispielsweise Frösche, Enten, Fische oder
dergl., die als Dekoration oder Sammelobjekt in Wohnungen aufgestellt werden. Derartige
Hohlkörper sind in der Regel trotz ihrer Öffnung auch schwimmfähig, dies jedoch nur
in bedingtem Maße, da sie eine sehr ungünstige Massenverteilung aufweisen und somit
auf dem Wasser eine beliebige, bzw. labile Schwimmlage einnehmen. Hierbei kann es
vorkommen, daß sie mit ihren Öffnungen unter den Wasserspiegel gelangen und somit
voll Wasser laufen und absinken. Geschlossene Hohlkörper in Form einer Tiernachbildung
nehmen dagegen auf dem Wasser eine derart unnatürliche Schwimmlage ein, daß in der
Regel davon abgesehen wird, die Hohlkörper auf das Wasser zu setzen.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen schwimmfähigen Hohlkörper der
genannten Art, der in stabiler und natürlicher Lage im Wasser schwimmt sowie ein Verfahren
der eingangs beschriebenen Art vorzuschlagen, mit dem es möglich ist, schwimmfähige
Hohlkörper aus Ton herzustellen, die, wenn sie auf das Wasser gesetzt werden, stets
eine stabile Schwimmlage einnehmen.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem schwimmfähigen Hohlkörper aus Ton gelöst,
bei dem der Hohlkörper zur Stabilisierung seiner Schwimmlage in einem durch die gewünschte
Schwimmlage des Hohlkörpers definierten unteren Bereich eine weitere Tonmasse ausreichenden
Gewichtes aufweist. Hierdurch wird der schwimmfähige Hohlkörper nach einem Aufsetzen
auf das Wasser immer die durch die Anordnung der weiteren Tonmasse bestimmte Schwimmlage
einnehmen und beibehalten.
[0005] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind aus den Unteransprüchen 2
bis 6 zu entnehmen.
[0006] Verfahrensmäßig ist diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs beschriebenen
Art dadurch gelöst, daß nach dem Antrocknen des Hohlkörpers dieser vorzugsweise noch
in der Gipsform mit einer vorbestimmten Menge Tonmasse gefüllt und nach der Antrocknung
einer geeigneten Menge der Tonmasse ein eventueller Rest der Tonmasse wieder entleert
wird, wobei während der Antrocknungszeit der Hohlkörper in eine solche Lage gedreht
und in dieser gehalten wird, daß die genannte Menge der Tonmasse in einer Lage austrocknet,
die die gewünschte Schwimmlage stabilisiert. Hierdurch ist es möglich, einen Hohlkörper
herzustellen, der, wenn er auf das Wasser gesetzt wird, stets eine gewünschte stabile
Schwimmlage einnimmt.
[0007] Darüber hinaus ist es nach dem Verfahren möglich, bereits bei der Herstellung die
spätere Schwimmlage des Hohlkörpers zu bestimmen. Sollen beispielsweise Enten hergestellt
werden, so kann durch die Anordnung der weiteren Tonmasse im Hohlkörper auf dem Wasser
entweder eine Bauchlage eingenommen werden, oder aber die Schwimmlage so bestimmt
werden, daß die Ente beispielsweise mit dem Kopf unter den Wasserspiegel taucht.
[0008] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß eine Gipsform mit
einer die Unterseite des Hohlkörpers offenlassende Einfüllöffnung verwendet wird.
Vorteilhaft kann hierbei mit der in den Hohlkörper eingefüllten weiteren Tonmasse
in der gleichen Lage des Hohlkörpers auch die Einlaßöffnung verschlossen werden.
[0009] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß eine Gipsform
mit einer die Oberseite des Hohlkörpers offenlassende Einfüllöffnung verwendet wird.
Hierdurch kann die weitere Tonmasse sehr leicht in den Hohlkörper eingefüllt werden,
wobei die Einfüllöffnung nicht geschlossen werden braucht und beispielsweise später
der Aufnahme eines kleinen Blumentopfs mit einer Pflanze dienen kann, wodurch der
schwimmfähige Hohlkörper gleichzeitig zum dekorativen Übertopf werden kann.
[0010] Nach einer Alternativen wird die erfindungsgemäße Aufgabe, ausgehend von einem Verfahren
der eingangs beschriebenen Art, dadurch gelöst, daß eine weitere Tonmasse mit geeigneter
Masseverteilung vormodelliert und zur Erzeugung der gewünschten Schwimmlage an der
Unterseite des Hohlkörpers angebracht wird. Vorteilhaft kann hierdurch die weitere
Tonmasse, aber auch der Hohlkörper, in großer Stückzahl vormodelliert werden, wobei
bereits gewünschte unterschiedliche Schwimmlagen der Hohlkörper berücksicht werden
können. Die Fertigung wird hierdurch sehr erleichtert.
[0011] Ferner wird nach einer Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, daß die Einfüllöffnung
des Hohlkörpers mit der weiteren Tonmasse geschlossen wird. Dadurch, daß die Einfüllöffnungen
sowohl an der Unterseite wie auch an der Oberseite durch die weitere Tonmasse geschlossen
werden, sind die Hohlkörper, wenn sie nicht zerstört werden, unsinkbar und eignen
sich damit beispielsweise als dekorativer Dauerbesatz eines Gartenteiches.
[0012] Die Erfindung soll nun anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert werden.
Es zeigen:
- Figur 1
- schematisch dargestellt eine Gipsform zur Fertigung eines Hohlkörpers,
- Figur 2
- eine weitere schematische Darstellung einer Gipsform zur Fertigung eines Hohlkörpers,
- Figur 3
- schematisch dargestellt einen erfindungsgemäßen Hohlkörper,
- Figur 4
- schematisch dargestellt eine weitere Ausführung eines erfindungsgemäßen Hohlkörpers.
[0013] Figur 1 zeigt schematisch dargestellt eine Hälfte einer Gipsform 6, mit der ein Hohlkörper
2 in Form einer Ente hergestellt werden kann. Die erste Hälfte der Gipsform 6 bildet
zusammen mit der zweiten Hälfte eine die Unterseite 4 des Hohlkörpers 2 offenlassende
Einfüllöffnung 1. Zur Herstellung des Hohlkörpers wird die zusammengesetzte Gipsform
durch diese Einfüllöffnung 1 mit gießfähiger Tonmasse vollständig gefüllt. Der Gips
entzieht der Füllung Wasser, so daß nach kurzer Zeit bereits eine feste Tonschale
entsteht, deren Wandstärke mit der Verweildauer der Tonmasse zunimmt. Ist die gewünschte
Wandstärke erreicht, wird die überflüssige Tonmasse abgeschüttet. Sodann kann durch
diese Einfüllöffnung 1 kann, nachdem die überflüssige Tonmasse ausgegossen wurde und
die in der Gipsform verbleibende, den Hohlkörper 2 bildende, Tonschicht angetrocknet
ist, die weitere Tonmasse 3 in den Hohlkörper 2 eingegossen werden. Nachdem die weitere
Tonmasse 3 in den Hohlkörper gegossen wurde, wird die Gipsform bzw. der Hohlkörper
in die Lage gedreht und in dieser gehalten, in der die weitere Tonmasse 3 an den Ort
läuft und dort trocknet, der aufgrund der Massenanhäufung die gewünschte Schwimmlage
stabilisiert. Nachdem die weitere Tonmasse 3 an der vorgesehenen Stelle im Innnern
des Hohlkörpers getrocknet ist, kann der Hohlkörper der Gipsform entnommen, glasiert
und gebrannt werden. Vorteilhaft kann mit der weiteren Tonmasse 3 gleichzeitig die
Einfüllöffnung 1 des Hohlkörpers verschlossen werden.
[0014] Figur 2 zeigt schematisch dargestellt eine Hälfte einer Gipsform 6', bei der der
Hohlkörper durch eine die Oberseite 8 des Hohlkörpers 2' offenlassende Einfüllöffnung
1' gegossen wird. Ebenso wie in Figur 1 wird hier als Hohlkörper die Form einer Ente
dargestellt. Anders als in Figur 1 ist jedoch die weitere Tonmasse 3' nicht in einem
unteren Bereich 5 zur Bestimmung und Stabilisierung der Schwimmlage angeordnet, sondern
in einem vorderen Bereich 10 unterhalbe des Kopfes 11 der Ente. Hierdurch wird beispielsweise
die in Figur 2 gezeigte Ente mit ihrem Kopf unterhalb des Wasserspiegels tauchen,
während die in Figur 1 gezeigte Ente in einer Bauchlage schwimmt.
[0015] Wie in Figur 3 schematisch dargestellt, braucht ein Hohlkörper 2'', der in einer
Gipsform 6' mit einer die Oberseite des Hohlkörpers offenlassende Einfüllöffnung 1'
hergestellt wurde, nicht verschlossen werden. Ist wie in Figur 1 gezeigt, die weitere
Tonmasse 3 im unteren Bereich 5 des Hohlkörpers 2'' angeordnet, so nimmt der Hohlkörper
bzw. die Ente, wenn sie auf das Wasser gesetzt wird, eine Bauchlage ein, wodurch es
möglich wird, einen kleineren Blumentopf mit einer Pflanze in die durch die Einfüllöffnung
bestimmte Öffnung 9 des Hohlkörpers 2'' zu setzen und diese mit dem Hohlkörper auf
dem Wasser treiben zu lassen.
Darüber hinaus ist es durch die an der Oberseite 8 des Hohlkörpers 2'' befindliche
Öffnung 9 möglich, den Hohlkörper auch als dekorativen Übertopf zu nutzen.
[0016] Vorteilhaft ist es nach einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens auch
möglich, wie in Figur 4 gezeigt, die weitere Tonmasse 3'' in großer Stückzahl vorzufertigen
und die vormodellierte weitere Tonmasse 3" von außen an eine Unterseite 4 bzw. in
einem unteren Bereich 5 des Hohlkörpers 2''' anzubringen. Hierbei kann durch eine
entsprechende Massenverteilung in der vormodellierten weiteren Tonmasse 3'' bereits
eine gewünschte spätere Schwimmlage des Hohlkörpers 2''' berücksichtigt werden. Ferner
ist es möglich, die weitere Tonmasse 3" mit der entsprechenden Masse auch als Gliedmaßen
von den dargestellten Tierkörpern auszuführen. In dem Beispiel der Figur 4 werden
beispielsweise in einem geeigneten Bereich der Unterseite der Ente Entenfüße derart
angebracht, daß die Ente auf dem Wasser die gewünschte Schwimmlage einnimmt.
[0017] Mit der Erfindung wird somit ein Verfahren vorgeschlagen, mit dem es möglich ist,
schwimmfähige Hohlkörper herzustellen, die, wenn sie auf das Wasser gesetzt werden,
stets eine gewünschte Schwimmlage einnehmen und diese beibehalten. Ein nach dem Verfahren
hergestellter Hohlkörper kann beispielsweise in Form von Tiernachbildungen wie Enten,
Frösche oder Fische, als geschlossener Hohlkörper als Dauerbesatz zur Dekoration auf
Gartenteiche gesetzt werden oder aber als offener Hohlkörper mit einer Öffnung auf
der Oberseite einen Blumentopf mit einer Pflanze aufnehmen und diese auf dem Wasser
tragen. Darüber hinaus eignen sich schwimmfähige Hohlkörper mit einer Öffnung an der
Oberseite auch als dekorative Übertöpfe.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
[0018]
- 1,1'
- Einfüllöffnung
- 2,2',2'',2'''
- Hohlkörper
- 3,3',3"
- weitere Tonmasse
- 4
- Unterseite
- 5
- unterer Bereich
- 6,6'
- Gipsform
- 7
- innere Oberfläche
- 8
- Oberseite
- 9
- Öffnung
- 10
- vorderer Bereich
- 11
- Kopf
1. Schwimmfähiger Hohlkörper aus Ton, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper (2)
zur Stabilisierung seiner Schwimmlage in einem durch die gewünschte Schwimmlage des
Hohlkörpers (2) definierten unteren Bereich (5) eine weitere Tonmasse (3,3'3") ausreichenden
Gewichtes aufweist.
2. Schwimmfähiger Hohlkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die weitere
Tonmasse (3,3') mindestens teilweise auf der inneren Oberfläche (7) des Hohlkörpers
(2) angeordnet ist.
3. Schwimmfähiger Hohlkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die weitere
Tonmasse (3") außen am Hohlkörper (2) angeordnet ist.
4. Schwimmfähiger Hohlkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkörper (2) eine Öffnung (9) auf seiner Oberseite (8) aufweist.
5. Schwimmfähiger Hohlkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkörper (1) vollständig geschlossen ist.
6. Schwimmfähiger Hohlkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkörper (2,2',2'',2''') die Form eines Schwimmvogels oder eines Amphibiums
aufweist
7. Verfahren zur Herstellung von schwimmfähigen Hohlkörpern aus Ton, wobei eine bis auf
eine Einfüllöffnung geschlossene Gipsform mit einer fließfähigen Tonmasse gefüllt
wird, wobei an der inneren Oberfläche der Gipsform eine feste, in der Dicke von der
Verweilzeit abhängige Tonschicht haften bleibt, die nach dem Ausgießen der überflüssigen
Tonmasse in der Gipsform einen Hohlkörper bildet, der nach einer Antrocknung aus der
Gipsform entnommem, glasiert und gebrannt wird, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem
Antrocknen des Hohlkörpers (2) dieser vorzugsweise noch in der Gipsform (6) mit einer
vorbestimmten Menge Tonmasse (3,3') gefüllt und nach Antrocknung einer geeigneten
Menge der Tonmasse (3,3') ein eventueller Rest der Tonmasse wieder entleert wird,
wobei während der Antrocknungszeit der Hohlkörper (2) in eine solche Lage gedreht
und in dieser gehalten wird, daß die genannte Menge der Tonmasse (3,3') in einer Lage
austrocknet, die die gewünschte Schwimmlage stabilisiert.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gipsform (6) mit einer
die Unterseite (4) des Hohlkörpers (2) offenlassende Einfüllöffnung (1) verwendet
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gipsform (6) mit einer
die Oberseite (8) des Hohlkörpers (2) offenlassende Einfüllöffnung (1') verwendet
wird.
10. Verfahren zur Herstellung von schwimmfähigen Hohlkörpern aus Ton, wobei eine bis auf
eine Einfüllöffnung geschlossene Gipsform mit einer fließfähigen Tonmasse gefüllt
wird, wobei an der inneren Oberfläche der Gipsform eine feste, in der Dicke von der
Verweilzeit abhängige Tonschicht haften bleibt, die nach dem Ausgießen der überflüssigen
Tonmasse in der Gipsform einen Hohlkörper bildet, der nach einer Antrocknung aus der
Gipsform entnommem, glasiert und gebrannt wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine weitere
Tonmasse (3") mit geeigneter Masseverteilung vormodelliert und zur Erzeugung der gewünschten
Schwimmlage an der Unterseite (4) des Hohlkörpers (2) angebracht wird.
11. Verfahren nach Anspruche 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Einfüllöffnung (1,1')
des Hohlkörpers (2) mit der weiteren Tonmasse (3) geschlossen wird.