(19)
(11) EP 0 424 632 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
16.03.1994  Patentblatt  1994/11

(21) Anmeldenummer: 90116312.1

(22) Anmeldetag:  25.08.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5H01F 29/04

(54)

Anordnung und Verfahren zur Lastumschaltung für Lastschalter von Stufenschaltern

Device and method for switching on-load tap changers

Dispositif et procédé pour la commutation de réglage en charge destiné aux commutateurs en charge de graduateurs de réglage en charge


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE ES FR GB SE

(30) Priorität: 27.10.1989 DE 3935866

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
02.05.1991  Patentblatt  1991/18

(73) Patentinhaber: MASCHINENFABRIK REINHAUSEN GMBH
93025 Regensburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Bleibtreu, Alexander
    D-8400 Regensburg (DE)
  • Neumeyer, Josef
    D-8411 Waldetzenberg (DE)
  • Lessmann-Mieske, Hans-Henning, Dipl.-Ing.
    D-8402 Neutrabuling (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 116 748
DE-A- 3 322 497
WO-A-88/10502
DE-C- 2 520 670
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur Lastumschaltung gemäß dem Oberbegriff des 1. Patentanspruches, sowie auf ein zugehöriges Verfahren.

    [0002] Eine solche Umschaltanordnung ist aus DE-C 25 20 670 bekannt.

    [0003] Sie hat den Vorteil, daß beide Schaltkontaktpaare in Abhängigkeit von der Schaltrichtung als Haupt- oder Widerstandsschaltkontaktpaare wirken können und dadurch der Kontaktabbrand bei beiden Schaltkontaktpaaren gleichmäßig fortschreitet, unabhängig davon, ob der entsprechende zu schaltende Transformator häufig mit dem vollen Laststrom, was zu starkem Abbrand des Hauptschaltkontaktpaares führt, oder bei Leerlauf, mit einem sehr geringen Laststrom mit entsprechend geringem Abbrand dieses Kontaktespaares, beansprucht wird. Nachteilig an der bekannten Schaltung ist, daß der einpolige Umschalter, der in Abhängigkeit von der Drehrichtung des Antriebes die Funktionszuordnung der Schaltkontaktpaare als Haupt- oder Widerstandsschaltkontaktpaar trifft. den gesamten Laststrom, der zur Lastableitung führt, schaltet.

    [0004] Daher ist es erforderlich, daß dieser Schaltvorgang möglichst schnell erfolgt, weswegen auch bei der bekannten Umschaltanordnung der Umschalter zeitlich vor den Schaltkontaktpaaren vom Kraftspeicherantrieb bewegt wird. Dies bedeutet jedoch, daß einerseits ein Teil der im Kraftspeicher vorhandenen Energie bereits für die Betätigung des Umschalters aufgewandt werden muß und somit für eine sichere Betätigung der eigentlichen Schaltkontaktpaare nicht mehr zur Verfügung steht und andererseits sich die Gesamtschaltzeit von einer Stufe zur anderen, für die der Kraftspeicher ausgelegt sein muß, um die Schaltzeit des Umschalters verlängert, die zur Schaltzeit der nacheinander betätigten Haupt- bzw. Widerstandskontaktpaare hinzukommt.

    [0005] Zusammenfassend betrachtet, müssen demnach zahlreiche Schalthandlungen in möglichst rascher Folge ablaufen; dieser Ablauf, d.h. die Kontaktbetätigungen, stellen hohe Anforderungen an den Kraftspeicher, verkomplizieren dessen Aufbau und erhöhen die Störanfälligkeit und Fehlerhäufigkeit des gesamten Lastschalters.

    [0006] Aufgabe der Erfindung ist es, die bekannte Umschaltanordnung so zu verändern, daß nur ein Minimum an Schaltbewegungen vom Kraftspeicher in möglichst kurzer Zeit und rascher Folge ausgeführt werden muß; die übrigen Schalthandlungen sollen stromlos möglich sein und damit unabhängig vom Kraftspeicher vor oder nach dessen Auflösung erfolgen können.

    [0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen der Ansprüche 1 und 2 angegebenen Mittel bzw. Verfahrensschritte gelöst.

    [0008] Die Erfindung soll nachstehend an Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
    Fig. 1
    zeigt eine erste beispielhafte Anordnung zur Lastumschaltung
    Fig. 2
    zeigt den dazugehörigen Schaltablauf
    Fig. 3
    zeigt eine zweite beispielhafte Anordnung zur Leistungsumschaltung
    Fig. 4
    zeigt wiederum den dazugehörigen Schaltablauf.


    [0009] Der zu schaltende Stufentransformator ist mit Anzapfstufen 1, 2, 3 versehen; zwischen zwei Anzapfstufen 2, 3 befinden sich bei der in Fig. 1 dargestellten Anordnung die beiden Lastzweige, die jeweils zwei in Reihe liegende Schaltkontaktpaare aufweisen, einerseits das Kontaktpaar 4.1 in Reihe mit dem Kontaktpaar 7, andererseits das Kontaktpaar 4.2 in Reihe mit dem Kontaktpaar 6. In dieser Parallelschaltung ist jeweils ein Dauerstromkontaktpaar 8, 9 parallelgeschaltet.

    [0010] Zwischen den Kontaktpaaren jedes Lastzweiges ist ein Überschaltwiderstand 5 angeordnet.

    [0011] Die beiden jeweils dem Stufenwähler zugewandten Kontaktpaare 4.1, 4.2 jedes Lastzweiges sind als gemeinsamer doppelpoliger Umschalter 4 ausgebildet; bei den anderen beiden, der Lastableitung 10 zugewandten Kontaktpaaren 6, 7 jedes Lastzweiges handelt es sich um Leistungsschaltkontaktpaare, die mechanisch mit den Dauerstromkontaktpaaren 8, 9 gekoppelt sind.

    [0012] In Fig. 2 ist das Verfahren zur Lastumschaltung unter Verwendung der in Fig. 1 dargestellten Anordnung gezeigt:

    a) das Dauerstromkontakpaar 9 ist geschlossen, der Strom fließt über ihn von der Anzapfstufe 3 zur Ableitung 10

    b) das Leistungsschaltkontaktpaar 7 des stromführenden Lastzweiges schließt, der Strom fließt sowohl über 9 als auch über 7

    c) das Dauerstromkontaktpaar 9 öffnet, der Strom fließt ausschließlich über 7

    d) das Leistungsschaltkontaktpaar 6 des mit der Anzapfstufe 2, auf die umgeschaltet werden soll, verbundenen Lastzweiges schließt

    e) das Leistungsschaltkontaktpaar 7 öffnet; der Strom fließt über 4.1, den Überschaltwiderstand 5 und 8

    f) das Dauerstromkontaktpaar 8 schließt; der Strom fließt von der Anzapfstufe 2 über 8 zur Ableitung 10, gleichzeitig fließt ein Ausgleichsstrom von der Anzapfstufe 3 über 4.1 und den Überschaltwiderstand 5 sowie 6

    g) das Leistungsschaltkontaktpaar 6 öffnet; der Strom fließt ausschließlich von der Anzapfstufe 2 über 8 zur Lastableitung 10

    h) der doppelpolige Umschalter 4 wechselt, d.h. Schalter 4.1 wird geöffnet und Schalter 4.2 wird geschlossen. Die Umschaltung ist beendet.



    [0013] Die Schritte i) bis p) zeigen einen weiteren, analog ablaufenden Schaltschritt zurück in die Ausgangsposition.

    [0014] In der Fig. 3 ist eine andere beispielhafte Anordnung zur Lastumschaltung gezeigt.

    [0015] Hierbei sind die beiden einzeln betätigbaren Dauerstromkontaktpaare 8, 9 durch einen einzigen Umschalter 11 ersetzt, der die in jedem Lastzweig den Anzapfstufen 2, 3 zugewandten Kontakte direkt als Bypass wirkend mit der Lastableitung 10 verbindet. Bei dieser Ausführungsform ist der Umschalter 11 mechanisch so mit den anderen Kontakten gekoppelt, daß sich der gleiche Verfahrensablauf ergibt.

    [0016] Fig. 4 zeigt wiederum den entsprechenden Schaltablauf beim Schalten auf eine andere Anzapfstufe (Schritte a - h) und wieder zurück (Schritte i - p).

    [0017] Bei beiden Schaltungsvarianten ist aus den Schaltabläufen ersichtlich, daß lediglich die Leistungsschaltkontaktpaare 6, 7 zur raschen Lichtbogenlöschung möglichst schnell durch den Federkraftspeicher betätigt werden müssen. Sowohl beim doppelpoligen Umschalter 4 als auch bei den Dauerstromkontaktpaaren 8, 9 bzw. dem Umschalter 11 hingegen ist die Schaltgeschwindigkeit unkritisch, so sie in jedem Fall leistungsfrei geschaltet werden.


    Ansprüche

    1. Anordnung zur unterbrechungslosen Umschaltung zwischen zwei Anzapfungen (2, 3) einer Regelwicklung eines Stufentransformators,
    bestehend aus einem Stufenwähler und einem Lastumschalter mit zwei Lastzweigen,
    wobei mittels des Stufenwählers jeweils eine Anzapfung (1, 2, 3) der Regelwicklung mit einem der beiden Lastzweige verbindbar ist,
    wobei weiterhin jeder Lastzweig ein dem Stufenwähler zugewandtes Schaltkontaktpaar (4.2, 4.1) und in Reihe dazu ein weiteres der Lastableitung (10) zugewandtes Schaltkontaktpaar (6, 7) sowie parallel zu diesen in Reihe geschalteten Schaltkontaktpaaren (4.2, 6; 4.1, 7) jeweils eine mittels getrennter Dauerstromkontaktpaare (8, 9) oder mittels eines einzigen Umschalters (11) zuschaltbare, als Bypass wirkende Dauerstromführung aufweist und wobei ein jeweils an der Verbindungsstelle der beiden Schaltkontaktpaare (4.2, 6; 4.1, 7) jedes Lastzweiges angeschlossener, beim Umschaltvorgang kurzzeitig einschaltbarer Überschaltwiderstand (5) zwischen den beiden Lastzweigen liegt,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die beiden dem Stufenschalter zugewandten Schaltkontaktpaare (4.1, 4.2) als doppelpoliger Umschalter (4) ausgebildet sind, wobei im Ruhezustand stets das dem stromführenden Lastzweig zugeordnete Schaltkontaktpaar (4.1) geschlossen ist,
    daß die beiden der Lastableitung zugewandten Schaltkontaktpaare (6, 7) als Leistungsschaltkontaktpaare ausgebildet sind
    und daß diese Schaltkontaktpaare (6, 7) und die Dauerstromkontaktpaare (8, 9) bzw. der Umschalter (11) als gemeinsam zwangsgesteuerte Schalterpaare ausgebildet sind, derart, daß in der Ruhestellung lediglich die zugehörige Dauerstromführung des stromführenden Lastzweiges geschlossen ist.
     
    2. Verfahren zur Lastumschaltung unter Verwendung der Anordnung nach Anspruch 1,
    gekennzeichnet durch nachstehende Schaltfolge beim Umschaltvorgang von einem stromführenden Lastzweig auf einen stromübernehmenden Lastzweig:

    I. Das Leistungsschaltkontaktpaar des stromführenden Lastzweiges schließt

    II. Die zugehörige Dauerstromführung des stromführenden Lastzweiges wird unterbrochen

    III. Das Leistungsschaltkontaktpaar des stromübernehmenden Lastzweiges schließt

    IV. Das Leistungsschaltkontaktpaar des stromführenden Lastzweiges öffnet

    V. Die zugehörige Dauerstromführung des stromübernehmenden Lastzweiges schließt

    VI. Das Leistungsschaltkontaktpaar des stromübernehmenden Lastzweiges öffnet

    VII. Der doppelpolige Umschalter wechselt.


     


    Claims

    1. Arrangement for the uninterrupted switching over between two taps (2, 3) of a control winding of a tapped transformer, consisting of a tap selector and a load changeover switch with two load branches, wherein a respective tap (1, 2, 3) of the control winding is connectible with each of the two load branches by means of the tap selector, wherein moreover each load branch comprises a switch contact pair (4.2, 4.1) towards the tap selector and, in series with that pair, a further switch contact pair (6, 7) towards the load shunt (10) as well as, parallel to these serially connected switch contact pairs (4.2, 6; 4.1, 7), a respective permanent current conductor acting as a bypass and connectible in by means of separate permanent current contact pairs (8, 9) or by means of a single changeover switch (11), and wherein a switchover resistance (5), which is connected to each connecting point of the two switch contact pairs (4.2, 6; 4.1, 7) of each load branch and is temporarily switched in when the switching-over process occurs, lies between the two load branches, characterised thereby that the two switch contact pairs (4.1, 4.2) towards the tap switch are constructed as a double-pole changeover switch (4), wherein in the rest state the switch contact pair (4.1) associated with the current-conducting branch is always closed, that the two switch contact pairs (6, 7) towards the load shunt are constructed as heavy-duty switch contact pairs and that these switch contact pairs (6, 7) and the permanent current contact pairs (8, 9) or the changeover switch (11) are constructed as switching pairs constrainedly actuated in common in such a manner that in the rest setting merely the associated permanent current conductor of the current-conducting load branch is closed.
     
    2. Method for load changeover with use of the arrangement according to claim 1, characterised by the following switching sequence in the changeover process from a current-conducting load branch to a load branch taking over current:

    I. the heavy-duty switch contact pair of the current-conducting load branch closes,

    II. the associated permanent current conductor of the current-conducting load branch is interrupted,

    III. the heavy-duty switch contact pair of the load branch taking over current closes,

    IV. the heavy-duty switch contact pair of the current-conducting load branch opens,

    V. the associated permanent current conductor of the load branch taking over current closes,

    VI. the heavy-duty switch contact pair of the load branch taking over current opens,

    VII. the double-pole changeover switch changes.


     


    Revendications

    1. Dispositif pour la commutation sans interruption entre deux prises de réglage (2, 3) d'un enroulement de réglage d'un transformateur à prises, dispositif constitué d'un sélecteur d'étage et d'un commutateur de réglage en charge avec deux embranchements, une prise de réglage (1, 2, 3) de l'enroulement de réglage pouvant être respectivement reliée à un des deux embranchements au moyen du sélecteur d'étage, et en outre chaque embranchement comporte une paire de contacts de commutation (4.2, 4.1) tournée vers le sélecteur d'étage, et, en série avec celle-ci, une autre paire de contacts de commutation (6, 7) tournée vers la dérive de charge (10), ainsi qu'un conducteur de courant permanent jouant le rôle de bypass, susceptible d'être respectivement branché en parallèle à ces paires de contacts (4.2, 6 ; 4.1, 7) branchées en série, soit au moyen de paires de contacts de courant permanent séparées (8, 9), soit au moyen d'un unique commutateur (11) tandis qu'une résistance de passage (5) susceptible d'être connectée pendant un court instant lors du processus de commutation, et respectivement raccordée aux jonctions des deux paires de contacts de commutation (4.2, 6 ; 4.1, 7) de chaque embranchement, est placée entre les deux embranchements, dispositif caractérisé en ce que les deux paires de contacts de commutation (4.1, 4.2) tournées vers le sélecteur d'étage revêtent la forme d'un commutateur bipolaire (4), tandis qu'à l'état de repos la paire de contacts de commutation (4.1) associée au branchement amenant le courant est constamment fermée, en ce que les deux paires de contacts de commutation (6, 7) tournées vers la dérive de charge revêtent la forme de paires de contacts de commutation de puissance, et en ce que ces paires de contacts de commutation (6, 7) et les paires de contacts de courant permanent (8, 9) ou bien le commutateur (11) revêtent la forme de paires de commutateurs impérativement commandées en commun, de sorte que dans la position de repos, seul le conducteur de courant permanent correspondant à l'embranchement amenant le courant est en service.
     
    2. Procédé pour la commutation en charge en utilisant le dispositif selon la revendication 1, procédé caractérisé par la succession des commutations suivantes lors du processus de commutation à partir d'un embranchement amenant le courant sur un embranchement recevant le courant :

    I - la paire de contacts de commutation de puissance de l'embranchement amenant le courant se ferme,

    II - le conducteur de courant permanent correspondant à l'embranchement amenant le courant est interrompu,

    III - la paire de contacts de commutation de puissance de l'embranchement recevant le courant se ferme,

    IV - la paire de contacts de commutation de puissance de l'embranchement amenant le courant s'ouvre,

    V - le conducteur de courant permanent correspondant à l'embranchement recevant le courant est mis en service,

    VI - la paire de contacts de commutation de puissance de l'embranchement recevant le courant s'ouvre,

    VII - le commutateur bipolaire s'inverse.


     




    Zeichnung