(19)
(11) EP 0 586 724 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.03.1994  Patentblatt  1994/11

(21) Anmeldenummer: 92115289.8

(22) Anmeldetag:  07.09.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5H01H 73/18, H01H 9/34, H01H 71/02, H01H 9/46
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
D-80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Eckert, Gunther, Dipl.-Ing. (FH)
    W-8414 Maxhütte-Heidhof (DE)
  • Weber, Christoph, Dipl.-Ing. (FH)
    W-8300 Landshut (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Selbstschalter, beispielsweise Leistungsschutzschalter


    (57) Selbstschalter, beispielsweise Leitungsschutzschalter, insbesondere für Gleichstrombetrieb, der Laufhilfen für den Einlauf des Lichtbogens in eine Löschkammer (5) mit sogenannten Löschblechen (9) aufweist, die mit Ihrer der Lichtbogenlaufrichtung zugewandten Seite an Führungswände (10) der Lichtbogenkammer (4) anschließen, wobei zwischen den Führungswänden (10) und dahinterliegenden Wandbereichen (11) des Gehäuses (7) ein konstruktionsbedingter Luftspalt verbleibt. Es ist vorgesehen, daß zwischen den Führungswänden (10) und dahinterliegenden Wandbereichen (11) löschblechseitig Dichtungsmittel (12) angeordnet sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf Selbstschalter, beispielsweise Leitungsschutzschalter, insbesondere für Gleichstrombetrieb, der Laufhilfen für den Einlauf des Lichtbogens in eine Löschkammer mit sogenannten Löschblechen aufweist. Mit ihrer der Lichtbogenlaufrichtung zugewandten Seite schließen die Löschbleche an Führungswänden des Gehäuses an, wobei zwischen den Führungswänden und dahinterliegenden Wandbereichen des Gehäuses ein konstruktionsbedingter Luftspalt verbleibt.

    [0002] Es hat sich gezeigt, daß unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei Gleichstromlichtbögen, der Lichtbogenlauf im geschilderten Wandbereich unter bestimmten Bedingungen gestört ist, so daß der Lichtbogen dort stehen bleibt und nicht in die Löschbleche einläuft.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Selbstschalter der geschilderten Art so weiterzuentwickeln, daß der Lichtbogenlauf gefördert ist.

    [0004] Die Lösung der geschilderten Aufgabe erfolgt nach der Erfindung durch einen Schutzschalter nach Anspruch 1.

    [0005] Danach wird zwischen den Führungswänden und dahinterliegenden Wandbereichen des Gehäuses löschblechseitig Dichungsmittel angeordnet. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß auch kleine konstruktionsbedingte Luftspalte den Lichtbogenlauf wider Erwarten stark beeinflussen können. Als Dichtungsmittel eignen sich beispielsweise Stränge aus elastischer Vergußmasse, die gegen die Lichtbogenatmosphäre ausreichend beständig ist. Das Dichtungsmittel ist vorteilhafterweise senkrecht zur Erstreckungsebene der Löschbleche anzuordnen. Die Dichtwirkung wird sichergestellt, wenn die Führungswände und/oder dahinterliegende Wandbereiche im Bereich des Dichtungsmittels enger benachbart stehen als außerhalb dieses Bereiches.

    [0006] Nach einer Weiterbildung gemäß Anspruch 2 wird durch das Dichtungsmittel auf die jeweilige Führungswand eine Kraft bis zur Anlage an den Löschblechen an ihren Stirnseiten ausgeübt. Die Vermeidung eines Luftspalts zwischen Führungswand und Löschblechen hat sich insbesondere bei Gleichstromlichtbögen als sehr vorteilhaft für den Lichtbogeneinlauf herausgestellt. Durch das Einbringen von Dichtungsmittel können Toleranzunterschiede ausgeglichen werden und eine sichere Anlage der Führungswände an den Zwischenblechen sichergestellt werden. Wenn jeweils eine Führungswand und der dahinterliegende Wandbereich eine Projektionsfläche in der gedachten, an den Stirnseiten der Löschbleche anliegenden Ebene bilden, kann das Dichtungsmittel die Führungswand in Richtung auf die Löschbleche bis zur Anlage an den Stirnseiten verschieben.

    [0007] Es ist günstig, wenn das Dichtungsmittel durch die Formgebung der Führungswand und/oder dahinterliegender Wandbereiche der dirketen Lichtbogeneinwirkung entzogen angeordnet. Hierzu können die benachbart Gegenüberstehenden Wandbereiche eine Art Labyrinthdichtung bilden.

    [0008] Die Erfindung soll nun anhand eines in der Zeichnung grob schematisch wiedergegebenen Ausführungsbeispiels näher erläutert werden:
    In FIG 1
    ist die Lichtbogenkammer und der Kontaktbereich eines Selbstschalters bei einem Schnitt parallel zur Ebene der Löschbleche und teilweise aufgebrochen wiedergegeben.
    In FIG 2
    ist ein Selbstschalter, teilweise aufgebrochen in Seitenansicht also bei einer Blickrichtung senkrecht zu der nach FIG 1, dargestellt. Die Ansicht nach FIG 1 ergibt sich nach einem Schnitt längs I-I nach FIG 2.


    [0009] Der Selbstschalter nach FIG 1, im Ausführungsbeispiel ein Leitungsschutzschalter, weist von einem Schaltschloß 1 nach FIG 2 betätigte Kontakte auf: den Schaltkontakt 2 und den Festkontakt 3. Diese sind in einer Lichtbogenkammer 4 angeordnet, die in eine Löschkammer 5 übergeht. Das Schaltschloß 1, eine magnetische und/oder thermische Auslöseeinrichtung 6 - nach FIG 2 - und die Kontakte 2 und 3 sowie Lichtbogenkammer 4 und Löschkammer 5 sind in einem Gehäuse 7 mit den Anschlußklemmen 8 angeordnet. Die Löschkammer 5 nimmt Löschbleche 9 auf.

    [0010] Die Löschbleche 9 schließen mit ihrer der Lichtbogenlaufrichtung zugewandten Seite an Führungswände 10 der Lichtbogenkammer an. Zwischen den Führungswänden 10 und dahihterliegenden Wandbereichen 11 des Gehäuses 7 verbleibt ein konstruktionsbedingter Luftspalt, der erfindungsgemäß durch Dichtungsmittel 12 abgedichtet wird. Im Ausführungsbeispiel dienen als Dichtungsmittel Stränge aus elastischer Vergußmasse, die senkrecht zur Erstreckungsebene der Löschbleche angeordnet sind. Die Führungswände 10 und dahinterliegende Wandbereiche 11 stehen im Bereich des Dichtungsmittels 12 enger benachbart als außerhalb dieses Bereiches. Zwischen den Führungswänden 10 und den dahinterliegenden Wandbereichen 11 ist im Ausführungsbeispiel eine Magnetplatte 13 oder auch eine Magnetplatte 13 bei Gleichstromlichtbögen zur Förderung des Lichtbogenlaufs angeordnet.

    [0011] Wesentlich ist nach Weiterbildung , daß die Führungswände 10 und die dahinterliegenden Wandbereiche jeweils eine Projektionsfläche auf eine an den Löschblechen 5 an ihren Stirnseiten anliegende und senkrecht zur Zeichenebene stehende Ebene bilden. Im Ausführungsbeispiel wird das dadurch erreicht, daß jeweils Führungswand und dahinterliegender Wandbereich in einem Teilbereich zu dieser Ebene geneigt verlaufen und nicht senkrecht hierzu.

    [0012] Es ist besonders vorteilhaft, daß Dichtungsmittel durch die Formgebung der Führungswand und/oder dahinterliegender Wandbereiche der direkten Lichtbogeneinwirkung zu entziehen, wie es für ein Ausführungsbeispiel in FIG 1 veranschaulicht ist.

    [0013] Das Dichtungsmittel 12 kann in der Montage auf der Rückseite der Führungswand 10 als runder Strang aufgebracht und durch Andrücken gegen den dahinterliegenden Wandbereich 11 verquetscht werden.

    [0014] Aus FIG 2 ist beispielhaft der Aufbau eines als Leitungsschutzschalter ausgeführten Selbstschalters weiter veranschaulicht. Derartige Schutzschalter sind im übrigen in ihrem Aufbau geläufig.


    Ansprüche

    1. Selbstschalter, beispielsweise Leitungsschutzschalter, insbesondere für Gleichstrombetrieb, der Laufhilfen für den Einlauf des Lichtbogens in eine Löschkammer (5) mit sogenannten Löschblechen (9) aufweist, die mit Ihrer der Lichtbogenlaufrichtung zugewandten Seite an Führungswände (10) der Lichtbogenkammer (4) anschließen, wobei zwischen den Führungswänden (10) und dahinterliegenden Wandbereichen (11) des Gehäuses (7) ein konstruktionsbedingter Luftspalt verbleibt, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Führungswänden (10) und dahinterliegenden Wandbereichen (11) löschblechseitig Dichtungsmittel (12) angeordnet sind.
     
    2. Selbstschalter nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß als Dichtungsmittel (12) Stränge bzw. Tropfen aus elastischer Vergußmasse in einem derartigen Ausmaß zumindest in etwa quer zur Erstreckungsebene der Löschbleche (9) angeordnet sind, daß die Führungswand (10) an den Löschblechen (9) an ihren zugekehrten Stirnseiten anliegt, wozu jeweils Führungswand (10) und dahinterliegender Wandbereich (11) im Bereich des Dichtungsmittels eine Projektionsfläche in einer gedachten, an den Löschblechstirnseiten anliegenden Ebene bilden.
     
    3. Selbstschalter nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Führungswände (10) und/oder dahinterliegende Wandbereiche (11) im Bereich des Dichtungsmittels (12) enger benachbart stehen als außerhalb dieses Bereiches.
     
    4. Selbstschalter nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtungsmittel (12) durch die Formgebung der Führungswand (10) und/oder der dahinterliegenden Wandbereiche (11) der direkten Lichtbogeneinwirkung entzogen angeordnet ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht