[0001] Die Erfindung betrifft ein farbfotografisches Silberhalogenidmaterial, das auf einem
Träger wenigstens eine gelbkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschicht aufweist und
sich durch eine verbesserte Lichtstabilität des durch die Verarbeitung erzeugten Azomethingelbfarbstoffs
auszeichnet.
[0002] Es ist bekannt, farbige fotografische Bilder durch chromogene Entwicklung herzustellen,
d.h. dadurch, daß man bildmäßig belichtete Silberhalogenidemulsionsschichten in Gegenwart
geeigneter Farbkuppler mittels geeigneter farbbildender Entwicklersubstanzen - sogenannter
Farbentwickler - entwickelt, wobei das in Übereinstimmung mit dem Silberbild entstehende
Oxidationsprodukt der Entwicklersubstanzen mit dem Farbkuppler unter Bildung eines
Farbstoffbildes reagiert. Als Farbentwickler werden gewöhnlich aromatische, primäre
Aminogruppen enthaltende Verbindungen, insbesondere solche vom p-Phenylendiamintyp,
verwendet.
[0003] Es ist auch bekannt, daß die durch chromogene Entwicklung erzeugten Bildfarbstoffe
in unterschiedlichem Ausmaß unter dem Einfluß der Umweltbedingungen gewisse Veränderungen
erleiden. Von besonderem Einfluß ist die Einwirkung von Licht. Bekanntlich bleichen
hierbei die aus den offenkettigen Ketomethylenverbindungen erzeugten gelben Azomethinfarbstoffe
besonders stark aus, während sich die aus phenolischen oder naphtholischen Kupplern
erzeugten Blaugrünfarbstoffe als ziemlich stabil erweisen und die aus Pyrazolonkupplern
erzeugten Purpurfarbstoffe durch Zusatz geeigneter Stabilisatoren in ihrer Lichtstabilität
inzwischen an die Blaugrünkuppler angenähert wurden.
[0004] Aufgabe der Erfindung war daher, die Lichtstabilität der Gelbfarbstoffe zu verbessern,
so daß die längere Einwirkung von Licht auf Farbfotos mit anfänglich ausgeglichenen
Farben nicht ein ungleichmäßiges Ausbleichen der Farbstoffe bewirkt, was das Auftreten
eines Farbstiches zur Folge hätte. Die zur Verbesserung der Lichtbeständigkeit der
Purpurfarbstoffe vorgeschlagenen Mittel sind für die Stabilisierung der Gelbfarbstoffe
nur bedingt geeignet und darüber hinaus vielfach mit anderen Nachteilen behaftet,
die sie für einen praktischen Einsatz wenig geeignet erscheinen lassen. Als Hydrochinone
bzw. Hydrochinonderivate sind sie leicht oxidierbar und geben häufig Anlaß zu einer
unerwünschten Anfärbung (Vergilbung) der Bildweißen. Bei längerer Lagerung werden
sie häufig durch die Einwirkung von Luftsauerstoff oder anderer Oxidationsmittel oxidiert
und verlieren hierdurch ihre Wirksamkeit.
[0005] Aus GB 1 267 287 sind Bisphenolverbindungen bekannt, bei denen beide phenolische
OH-Gruppen unsubstituiert sind. Diese Verbindungen eignen sich als Lichtstabilisatoren
für Gelbfarbstoffe, der Effekt ist aber noch unzureichend.
[0006] Aus EP 246 766 sind Bisphenolverbindungen bekannt, bei denen eine phenolische Hydroxylgruppe
substituiert ist. Diese sind in ihrer lichtstabilisierenden Wirkung nicht besser als
die freien Bisphenole der GB 1 267 287, führen aber zu geringfügig reineren Farbtönen.
[0007] Es wurde nun überraschend gefunden, daß Bisphenolderivate mit einer substituierten
phenolischen OH-Gruppe zusammen mit polymeren Ölbildnern die Lichtstabilität der gelben
Azomethinfarbstoffe erheblich verbessern, ohne daß eine Beeinträchtigung der Farbreinheit
oder eine Anfärbung der Bildweißen gefunden wird.
[0008] Polymere Ölbildner sind in organischen Lösungsmitteln lösliche Verbindungen mit einer
wenigstens zweimal im Molekül wiederkehrenden Einheit, deren Siedepunkt über 200°C
liegt, in denen Farbkuppler gelöst oder dispergiert werden können.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist ein farbfotografisches Material mit mindestens einer
Silberhalogenidemulsionsschicht, die wenigstens einen in einem polymeren Ölformer
verteilten Farbkuppler und wenigstens eine Verbindung der Formel (I)

worin
- R
- Alkyl, Cycloalkyl, Alkenyl, Aryl, Acyl, Alkylsulfonyl oder Arylsulfonyl,
- R₁
- eine chemische Bindung oder ein zweiwertiges Brückenglied,
- R₂ und R₃
- Alkyl, Alkoxy, Alkenyl, Cycloalkyl, Aryl oder Aryloxy oder zwei Reste R₂ bzw. R₃ die
restlichen Atome eines mit dem Phenylrest kondensierten Benzolringes und
- m und n
- 0 bis 3 bedeuten, wobei alle Alkyl-, Alkoxy-, Cycloalkyl-, Alkenyl-, Aryl-, Aryloxy-
und Acylreste weitersubstituiert sein können,
enthält.
[0010] Geeignete Brückenglieder R₁ sind z.B. Alkylen-, Alkyliden- oder Sulfonylgruppen sowie
Heteroatome wie O und S. Beispiele für R sind Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, Cyclohexyl,
Phenyl, Acetyl und Benzyl.
[0011] Bevorzugte Verbindungen der Formel (I) sind solche der allgemeinen Formel (II)

worin
- R₄, R₅, R₇ und R₈
- Alkyl oder Aryl und
- R₆
- Wasserstoff oder Alkyl
bedeuten, wobei die Alkyl- und Arylreste substituiert sein können.
[0012] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial,
das in wenigstens einer Schicht eine Verbindung der Formel (IV)

enthält, worin
- R₉
- gleich oder verschieden einen Rest

- R₁₀
- gleich oder verschieden eine Alkylgruppe, insbesondere mit 1 bis 9 C-Atomen,
- R₁₁
- H oder Alkyl,
- R₁₂
- H, Aryl oder Alkyl,
- R₁₃
- H, Aryl oder Alkyl,
- R₁₄, R₁₅
- gleich oder verschieden Alkyl, insbesondere mit 1 bis 4 C-Atomen,
- R₁₆
- H oder Alkyl, insbesondere mit 1 bis 4 C-Atomen bedeuten.
[0013] Mit diesen Verbindungen wird bereits ohne einen polymeren Ölformer eine verbesserte
Stabilität des Gelbkupplers erreicht.
[0014] Vorzugsweise sind die beiden Reste R₉ identisch, ebenso die beiden Reste R₁₀. R₉
ist bevorzugt Isopropyl, tert.-Butyl, Cyclohexyl, tert.-Amyl und 1-Methylcyclohexyl.
R₁₀ ist bevorzugt Methyl, Ethyl, Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sek.-Butyl,
tert.-Butyl, n-Amyl, tert.-Amyl, Nonyl.
[0015] R₁₁, R₁₂, R₁₃ sind insbesondere H oder CH₃.
[0017] Die Bisphenolverbindungen werden vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 2 g/g Farbkuppler,
insbesondere in einer Menge von 0,1 bis 1 g/g Farbkuppler eingesetzt.
[0018] Das mittlere Molekulargewicht der polymeren Ölformer (Gewichtsmittel) ist bevorzugt
nicht größer als 200 000, vorzugsweise 400 bis 100 000. Die polymeren Ölbildner werden
vorzugsweise in einer Menge von 0,05 bis 10 g/g Farbkuppler, insbesondere in einer
Menge 0,1 bis 4 g/g Farbkuppler eingesetzt.
Beispiele für polymere Ölformer der vorliegenden Erfindung sind beispielsweise die
folgenden:
1. Vinylpolymere und Copolymere,
[0019] Acrylate wie Methylacrylat, Ethylacrylat, Isopropylacrylat, Butylacrylat, t-Butylacrylat,
Amylacrylat, Hexylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, t-Octylacrylat, Cyanoethylacrylat,
2-Acetoxyethylacrylat, Dimethylaminoethylacrylat, Methoxybenzylacrylat, Cyclohexylacrylat,
Tetrahydrofurfurylacrylat, Phenylacrylat, 2,2-Dimethyl-3-hydroxypropylacrylat, 2-Methoxyethylacrylat,
2-Ethoxyethylacrylat, 2-Isopropoxyacrylat, 2-(2-Methoxyethoxy)ethylacrylat; Methacrylate
wie Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat, Propylmethacrylat, Butylmethacrylat, Isobutylmethacrylat,
Amylmethacrylat, Cyclohexylmethacrylat, Benzylmethacrylat, Octylmethacrylat, Sulfopropylmethacrylat,
N-Ethyl-N-phenylaminoethylmethacrylat, Dimethylaminophenoxyethylmethacrylat, Furfurylmethacrylat,
Glycidylmethacrylat, Phenylmethacrylat, Kresylmethacrylat, Naphthylmethacrylat, 2-Hydroxyethylmethacrylat,
Triethylenglykolmethacrylat, 2-Methoxyethylmethacrylat, 2-Acetoxyethylmethacrylat,
2-Ethoxyethylmethacrylat, 2-(2-Methoxyethoxy)-ethylmethacrylat und ω-Methoxypolyethylenglykolmethacrylat,
Vinylester wie Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylbutylat, Vinylisobutylat, Vinylcaproat,
Vinylchloracetat, Vinylmethoxyacetat, Vinylphenylacetat, Vinylbenzoat und Vinylsalicylat;
Acrylamide wie Acrylamid, Ethylacrylamid, Propylacrylamid, Butylacrylamid, t-Butylacrylat,
Cyclohexylacrylamid, Benzylacrylamid, Hydroxymethylacrylamid, Methoxyethylacrylamid,
Dimethylaminoethylacrylamid, Phenylacrylamid, Dimethylacrylamid, β-Cyanethylacrylamid,
N-(2-Acetoxyethyl)-acrylamid und Diacetonacrylamid; Methacrylamide wie Methacrylamid,
Methylmethacrylamid, Ethylmethacrylamid, Propylmethacrylamid, Butylmethacrylamid,
t-Butylmethacrylamid, Cyclohexylmethacrylamid, Benzylmethacrylamid, Hydroxymethylmethacrylamid,
Methoxyethylmethacrylamid, Dimethylaminoethylmethacrylamid, Phenylmethacrylamid, β-Cyanethylmethacrylamid
und N-(2-Acetoacetoxyethyl)methacrylamid; Olefine wie Dicyclopentadien, Ethylen, Propylen,
1-Buten, 1-Penten, Vinylchlorid, Vinylidenchlorid, Isopren, Chloropren, Butadien und
2,3-Dimethylbutadien; Styrole wie Styrol, Methylstyrol, Trimethylstyrol, Ethylstyrol,
Chlormethylstyrol, Methoxystyrol, Chlorstyrol, Dichlorstyrol und Methylvinylbenzoat;
Crotonate wie Butylcrotonat und Hexylcrotonat, Itaconate wie Dimethylitaconat und
Dibutylitaconat; Maleate wie Diethylmaleat, Dimethylmaleat und Dibutylmaleat, Fumarate
wie Diethylfumarat, Dimethylfumarat und Dibutylfumarat; Allylverbindungen wie Allylacetat,
Allylcaproat, Allyllaurat und Allylbenzoat; Vinylether wie Methylvinylether, Butylvinylether,
Methoxyethylvinylether und Dimethylaminoethylvinylether; Vinylketone wie Methylvinylketon,
Phenylvinylketon und Methoxyethylvinylketon; heterocyclische Vinylverbindungen wie
Vinylpyridin, N-Vinylimidazol, N-Vinyloxazolidon, N-Vinyltriazol und N-Vinylpyrrolidon;
Glycidylester wie Glycidylacrylat und Glycidylmethacrylat; und ungesättigte Nitrile
wie Acrylnitril und Methacrylnitril. Weiterhin können Harnstoff- und/oder Urethangruppen
aufweisende Monomere enthalten sein. Die polymeren Ölbildner können dabei Homopolymere
der obengenannten Monomere oder Copolymere von zwei oder mehr der vorstehend genannten
Monomere sein. Die Polymere können Monomere mit Säuregruppen in einer Menge enthalten,
die sie nicht wasserlöslich macht. Beispiele für Monomere mit Säuregruppen sind Acrylsäure,
Methacrylsäure, Itaconsäure, Maleinsäure, Itaconsäuremonoalkylester, Maleinsäuremonoalkylester,
Citraconsäure, Styrolsulfonsäure, Vinylbenzylsulfonsäure, Acryloyloxyalkylsulfonsäure,
Methacryloyloxyalkylsulfonsäure, Acrylamidalkylsulfonsäure, Methacrylamidalkylsulfonsäure,
Acryloyloxyalkylphosphat und Methacryloyloxyalkylphosphat. Diese Säuren können auch
in Salzform mit einem Alkalimetall wie Natrium und Kalium oder mit einem Ammoniumion
eingesetzt werden. Acrylate, Acrylamide und Methacrylate sind die bevorzugten Monomere
zur Bildung der polymeren Ölformer dieser Erfindung. Die Polymere können durch Lösungspolymerisation,
Massepolymerisation, Suspensionspolymerisation und Emulsionspolymerisation hergestellt
werden.
[0020] Die frei-radikalische Polymerisation eines ethylenisch ungesättigten Monomers wird
initiiert durch Zusatz eines freien Radikals, das gebildet wird durch thermische Zersetzung
eines chemischen Initiators, durch Einwirkung eines Reduktionsmittels auf eine oxidierende
Verbindung (Redox-Initiator) oder durch physikalische Einwirkung, wie Bestrahlung
mit Ultraviolettstrahlen oder anderen hochenergetischen Strahlungen, hohen Frequenzen,
usw.
[0021] Beispiele für chemische Initiatoren umfassen Persulfate (beispielsweise Ammoniumpersulfat
oder Kaliumpersulfat, Wasserstoffperoxid, organische Peroxide (beispielsweise Benzoylperoxid
oder t-Butylperoctoat) und Azonitrilverbindungen (beispielsweise 4,4'-Azobis-4-cyanovaleriansäure
oder Azobisisobutyronitril).
[0022] Beispiele für konventionelle Redox- Initiatoren umfassen Wasserstoffperoxid-Eisen(II)-salz,
Kaliumpersulfat, Natriummetabisulfit und Cer-IV-Salz-Alkohol, usw.
[0023] Beispiele für die Initiatoren und deren Funktionen werden beschrieben von F.A. Bovey,
in Emulsion Polymerisation, Interscience Publishers Inc., New York, 1955, Seiten 59
bis 93.
[0024] Als Emulgator, der bei der Emulsionspolymerisation verwendet werden kann, wird eine
Verbindung mit oberflächenaktiver Wirkung verwendet. Bevorzugte Beispiele dafür umfassen
Seife, ein Sulfonat, ein Sulfat, eine kationische Verbindung, eine amphotere Verbindung
und ein Schutzkolloid mit hohem Molekulargewicht. Spezielle Beispiele für die Emulgatoren
und deren Funktionen werden beschrieben in Belgische Chemische Industrie, Bd. 28,
Seiten 16 bis 20, 1963.
2. Polyesterharze hergestellt durch Polykondensation eines mehrwertigen Alkohols und
einer mehrbasischen Säure:
[0025] Mehrwertige Alkohole sind Glykole mit einer Kohlenwasserstoffkette von 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
insbesondere mit einer aliphatischen Kohlenwasserstoffkette oder Polyalkylenglykole.
Mehrbasische Säuren sind Dicarbonsäuren, deren Carboxylgruppen durch eine Kohlenwasserstoffkette
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatome voneinander getrennt sind. Beispiele für mehrwertige
Alkohole sind Ethylenglykol, Diethylenglykol, 1,2-Propylenglykol, 1,3-Propylenglykol,
Trimethylolpropan, 1,4-Butandiol, Isobutylendiol, 1,5-Pentandiol, Neopentylglykol,
1,6-Hexandiol, 1,8-Octandiol, 1,9-Nonandiol, 1,10-Decandiol, Glycerin, Diglycerin,
Triglycerin, 1-Methylglycerin, Pentaerythrit, Mannit und Sorbit. Beispiele für mehrbasische
Säuren sind Oxalsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Pimellinsäure, Korksäure,
Azelainsäure, Sebacinsäure, Decandicarbonsäure, Dodecandicarbonsäure, Fumarsäure,
Maleinsäure, Itaconsäure, Citraconsäure, Phthalsäure, Isophthalsäure, Terephthalsäure,
Tetrachlorphthalsäure, Metaconsäure, Isopimellinsäure und das Addukt aus Cyclopentadien
und Maleinsäureanhydrid.
3. Polyester hergestellt durch ringöffnende Polykondensation
[0026] Diese Polyester werden von β-Propiolacton, α-Caprolacton und Dimethylpropiolacton
hergestellt.
4. Andere Polymere
[0027] Polycarbonate hergestellt durch Polykondensation eines Glykols oder Bisphenols mit
einem Kohlensäureester oder Phosgen, Polyurethanharze hergestellt durch Polyaddition
eines polymeren Alkohols mit einem Polyisocyanat und Polyamidharze hergestellt durch
Polykondensation eines mehrwertigen Amins und einer mehrbasischen Säure, Phenolaldehydharze,
die durch Polykondensation von Phenolen und Aldehyd hergestellt werden; Alkylenoxidadditionsprodukte
von Phenolaldehydharzen, Polyadditionsprodukte von Alkylenoxiden; Polyepoxide, die
durch Umsetzung von Bisphenolen, Alkoholen, Diaminen oder schwefelhaltigen Verbindungen
(wie Dithiophenole), Phenolaldehyd-Harzen, Polyalkoholen, Polycarbonsäuren, Polyaminen
mit Epihalogenhydrin (z.B. Epichlorhydrin) oder aus Polyisocyanaten und Glycid erhalten
werden.
[0028] Bevorzugte polymere Ölformer entsprechen der Formel (III)

worin
- R₉ und R₁₀
- Alkyl
- R₁₁
- Wasserstoff oder Alkyl
- X
- -CH₂-CH₂- oder

- R₁₂
- Alkyl
- o
- 1 bis 10
- p
- 0 bis 20
bedeuten.
[0029] Vorzugsweise steht R₉ für Wasserstoff und R₁₀ für einen C₁-C₁₂-Alkylrest, der insbesondere
p-ständig zum Sauerstoff ist.
[0030] R₁₁ ist insbesondere Wasserstoff; R₁₂ ist insbesondere Methyl; o ist insbesondere
1 bis 5; p ist insbesondere 0 bis 5.
[0032] Die erfindungsgemäßen Verbindungen werden bevorzugt in Kombination mit Gelbkupplern
eingesetzt.
[0033] Aber auch mit anderen Kupplern, Purpur- und Blaugrünkupplern wird eine Farbstoffstabilisierung
der fotografischen Materialien erreicht.
[0034] Beispiele für farbfotografische Materialien sind Farbnegativfilme, Farbumkehrfilme,
Farbpositivfilme, farbfotografisches Papier, farbumkehrfotografisches Papier, farbempfindliche
Materialien für das Farbdiffusionstransfer-Verfahren oder das Silberfarb-Bleichverfahren.
[0035] Geeignete Träger zur Herstellung farbfotografischer Materialien sind z.B. Filme und
Folien von halbsynthetischen und synthetischen Polymeren, wie Cellulosenitrat, Celluloseacetat,
Cellulosebutyrat, Polystyrol, Polyvinylchlorid, Polyethylenterephthalat und Polycarbonat
und mit einer Barytschicht oder α-Olefinpolymerschicht (z.B. Polyethylen) laminiertes
Papier. Diese Träger können mit Farbstoffen und Pigmenten, beispielsweise Titandioxid,
gefärbt sein. Sie können auch zum Zwecke der Abschirmung von Licht schwarz gefärbt
sein. Die Oberfläche des Trägers wird im allgemeinen einer Behandlung unterzogen,
um die Adhäsion der fotografischen Emulsionsschicht zu verbessern, beispielsweise
einer Corona-Entladung mit nachfolgendem Antrag einer Substratschicht.
[0036] Vorzugsweise handelt es sich um ein farbfotografisches Papier mit einem beidseitig
mit Polyethylen laminierten Papier als Träger.
[0037] Die farbfotografischen Materialien enthalten üblicherweise mindestens je eine rotempfindliche,
grünempfindliche und blauempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht sowie gegebenenfalls
Zwischenschichten und Schutzschichten.
[0038] Wesentliche Bestandteile der fotografischen Emulsionsschichten sind Bindemittel,
Silberhalogenidkörnchen und Farbkuppler.
[0039] Als Bindemittel wird vorzugsweise Gelatine verwendet. Diese kann jedoch ganz oder
teilweise durch andere synthetische, halbsynthetische oder auch natürlich vorkommende
Polymere ersetzt werden. Synthetische Gelatineersatzstoffe sind beispielsweise Polyvinylalkohol,
Poly-N-vinylpyrrolidon, Polyacrylamide, Polyacrylsäure und deren Derivate, insbesondere
deren Mischpolymerisate. Natürlich vorkommende Gelatineersatzstoffe sind beispielsweise
andere Proteine wie Albumin oder Casein, Cellulose, Zucker, Stärke oder Alginate.
Halbsynthetische Gelatineersatzstoffe sind in der Regel modifizierte Naturprodukte.
Cellulosederivate wie Hydroxyalkylcellulose, Carboxymethylcellulose und Phthalylcellulose
sowie Gelatinederivate, die durch Umsetzung mit Alkylierungs- oder Acylierungsmitteln
oder durch Aufpfropfung von polymerisierbaren Monomeren erhalten worden sind, sind
Beispiele hierfür.
[0040] Die Bindemittel sollen über eine ausreichende Menge an funktionellen Gruppen verfügen,
so daß durch Umsetzung mit geeigneten Härtungsmitteln genügend widerstandsfähige Schichten
erzeugt werden können. Solche funktionellen Gruppen sind insbesondere Aminogruppen,
aber auch Carboxylgruppen, Hydroxylgruppen und aktive Methylengruppen.
[0041] Die vorzugsweise verwendete Gelatine kann durch sauren oder alkalischen Aufschluß
erhalten sein, Es kann auch oxidierte Gelatine verwendet werden, Die Herstellung solcher
Gelatinen wird beispielsweise in The Science and Technology of Gelatine, herausgegeben
von A.G, Ward und A, Courts, Academic Press 1977, Seite 295 ff beschrieben, Die jeweils
eingesetzte Gelatine soll einen möglichst geringen Gehalt an fotografisch aktiven
Verunreinigungen enthalten (Inertgelatine). Gelatinen mit hoher Viskosität und niedriger
Quellung sind besonders vorteilhaft.
[0042] Das als lichtempfindlicher Bestandteil in dem fotografischen Material befindliche
Silberhalogenid kann als Halogenid Chlorid, Bromid oder Iodid bzw. Mischungen davon
enthalten. Beispielsweise kann der Halogenidanteil wenigstens einer Schicht zu 0 bis
15 mol-% aus Iodid, zu 0 bis 100 mol-% aus Chlorid und zu 0 bis 100 mol-% aus Bromid
bestehen. Im Falle von Farbnegativ- und Farbumkehrfilmen werden üblicherweise Silberbromidiodidemulsionen,
im Falle von Farbnegativ- und Farbumkehrpapier üblicherweise Silberchloridbromidemulsionen
mit hohem Chloridanteil bis zu reinen Silberchloridemulsionen verwendet, Es kann sich
um überwiegend kompakte Kristalle handeln, die z.B. regulär kubisch oder oktaedrisch
sind oder Übergangsformen aufweisen können. Vorzugsweise können aber auch plättchenförmige
Kristalle vorliegen, deren durchschnittliches Verhältnis von Durchmesser zu Dicke
bevorzugt wenigstens 5:1 ist, wobei der Durchmesser eines Kornes definiert ist als
der Durchmesser eines Kreises mit einem Kreisinhalt entsprechend der projizierten
Fläche des Kornes. Die Schichten können aber auch tafelförmige Silberhalogenidkristalle
aufweisen, bei denen das Verhältnis von Durchmesser zu Dicke wesentlich größer als
5:1 ist, z.B. 12:1 bis 30:1.
[0043] Die Silberhalogenidkörner können auch einen mehrfach geschichteten Kornaufbau aufweisen,
im einfachsten Fall mit einem inneren und einem äußeren Kornbereich (core/shell),
wobei die Halogenidzusammensetzung und/oder sonstige Modifizierungen, wie z.B. Dotierungen
der einzelnen Kornbereiche unterschiedlich sind. Die mittlere Korngröße der Emulsionen
liegt vorzugsweise zwischen 0,2 µm und 2,0 µm, die Korngrößenverteilung kann sowohl
homo- als auch heterodispers sein. Homodisperse Korngrößenverteilung bedeutet, daß
95 % der Körner nicht mehr als ± 30% von der mittleren Korngröße abweichen. Die Emulsionen
können neben dem Silberhalogenid auch organische Silbersalze enthalten, z.B. Silberbenztriazolat
oder Silberbehenat.
[0044] Es können zwei oder mehrere Arten von Silberhalogenidemulsionen, die getrennt hergestellt
werden, als Mischung verwendet werden.
[0045] Die fotografischen Emulsionen können nach verschiedenen Methoden (z.B. P. Glafkides,
Chimie et Physique Photographique, Paul Montel, Paris (1967), G.F. Duffin, Photographic
Emulsion Chemistry, The Focal Press, London (1966), V.L. Zelikman et al, Making and
Coating Photographic Emulsion, The Focal Press, London (1966) aus löslichen Silbersalzen
und löslichen Halogeniden hergestellt werden.
[0046] Die Fällung des Silberhalogenids erfolgt bevorzugt in Gegenwart des Bindemittels,
z.B. der Gelatine und kann im sauren, neutralen oder alkalischen pH-Bereich durchgeführt
werden, wobei vorzugsweise Silberhalogenidkomplexbildner zusätzlich verwendet werden.
Zu letzteren gehören z.B. Ammoniak, Thioether, Imidazol, Ammoniumthiocyanat oder überschüssiges
Halogenid. Die Zusammenführung der wasserlöslichen Silbersalze und der Halogenide
erfolgt wahlweise nacheinander nach dem single-jet- oder gleichzeitig nach dem double-jet-Verfahren
oder nach beliebiger Kombination beider Verfahren. Bevorzugt wird die Dosierung mit
steigenden Zuflußraten, wobei die "kritische" Zufuhrgeschwindigkeit, bei der gerade
noch keine Neukeime entstehen, nicht überschritten werden sollte, Der pAg-Bereich
kann während der Fällung in weiten Grenzen variieren, vorzugsweise wird das sogenannte
pAg-gesteuerte Verfahren benutzt, bei dem ein bestimmter pAg-Wert konstant gehalten
oder ein definiertes pAg-Profil während der Fällung durchfahren wird, Neben der bevorzugten
Fällung bei Halogenidüberschuß ist aber auch die sogenannte inverse Fällung bei Silberionenüberschluß
möglich, Außer durch Fällung können die Silberhalogenidkristalle auch durch physikalische
Reifung (Ostwaldreifung), in Gegenwart von überschüssigem Halogenid und/oder Silberhalogenidkomplexierungsmittel
wachsen, Das Wachstum der Emulsionskörner kann sogar überwiegend durch Ostwaldreifung
erfolgen, wobei vorzugsweise eine feinkörnige, sogenannte Lippmann-Emulsion, mit einer
schwerer löslichen Emulsion gemischt und auf letzterer umgelöst wird.
[0047] Während der Fällung und/oder der physikalischen Reifung der Silberhalogenidkörner
können auch Salze oder Komplexe von Metallen, wie Cd, Zn, Pb, Tl, Bi, Ir, Rh, Fe vorhanden
sein.
[0048] Ferner kann die Fällung auch in Gegenwart von Sensibilisierungsfarbstoffen erfolgen.
Komplexierungsmittel und/oder Farbstoffe lassen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt
unwirksam machen, z.B. durch Änderung des pH-Wertes oder durch eine oxidative Behandlung.
[0049] Nach abgeschlossener Kristallbildung oder auch schon zu einem früheren Zeitpunkt
werden die löslichen Salze aus der Emulsion entfernt, z.B. durch Nudeln und Waschen,
durch Flocken und Waschen, durch Ultrafiltration oder durch Ionenaustauscher.
[0050] Die Silberhalogenidemulsion wird im allgemeinen einer chemischen Sensibilisierung
unter definierten Bedingungen - pH, pAg, Temperatur, Gelatine-, Silberhalogenid- und
Sensibilisatorkonzentration - bis zum Erreichen des Empfindlichkeits- und Schleieroptimums
unterworfen. Die Verfahrensweise ist z.B. bei H. Frieser "Die Grundlagen der Photographischen
Prozesse mit Silberhalogeniden" Seite 675-734, Akademische Verlagsgesellschaft (1968)
beschrieben.
[0051] Dabei kann die chemische Sensibilisierung unter Zusatz von Verbindungen von Schwefel,
Selen, Tellur und/oder Verbindungen der Metalle der VIII. Nebengruppe des Periodensystems
(z.B. Gold, Platin, Palladium, Iridium) erfolgen, weiterhin können Thiocyanatverbindungen,
oberflächenaktive Verbindungen, wie Thioether, heterocyclische Stickstoffverbindungen
(z.B. Imidazole, Azaindene) oder auch spektrale Sensibilisatoren (beschrieben z.B.
bei F. Hamer "The Cyanine Dyes and Related Compounds", 1964, bzw. Ullmanns Encyclopädie
der technischen Chemie, 4. Auflage, Bd. 18, S. 431 ff. und Research Disclosure 17643
(Dez. 1978), Kapitel III) zugegeben werden. Ersatzweise oder zusätzlich kann eine
Reduktionssensibilisierung unter Zugabe von Reduktionsmitteln (Zinn-II-Salze, Amine,
Hydrazinderivate, Aminoborane, Silane, Formamidinsulfinsäure) durch Wasserstoff, durch
niedrigen pAg (z.B. kleiner 5) und/oder hohen pH (z.B. über 8) durchgeführt werden.
[0052] Die fotografischen Emulsionen können Verbindungen zur Verhinderung der Schleierbildung
oder zur Stabilisierung der fotografischen Funktion während der Produktion, der Lagerung
oder der fotografischen Verarbeitung enthalten.
[0053] Besonders geeignet sind Azaindene, vorzugsweise Tetra- und Pentaazaindene, insbesondere
solche, die mit Hydroxyl- oder Aminogruppen substituiert sind. Derartige Verbindungen
sind z.B. von Birr, Z. Wiss. Phot.
47 (1952), S. 2-58 beschrieben worden. Weiter können als Antischleiermittel Salze von
Metallen wie Quecksilber oder Cadmium, aromatische Sulfon- oder Sulfinsäuren wie Benzolsulfinsäure,
oder stickstoffhaltige Heterocyclen wie Nitrobenzimidazol, Nitroindazol, gegebenenfalls
substituierte Benztriazole oder Benzthiazoliumsalze eingesetzt werden. Besonders geeignet
sind Mercaptogruppen enthaltende Heterocyclen, z.B. Mercaptobenzthiazole, Mercaptobenzimidazole,
Mercaptotetrazole, Mercaptothiadiazole, Mercaptopyrimidine, wobei diese Mercaptoazole
auch eine wasserlöslichmachende Gruppe, z.B. eine Carboxylgruppe oder Sulfogruppe,
enthalten können. Weitere geeignete Verbindungen sind in Research Disclosure 17643
(Dez. 1978), Kapitel VI, veröffentlicht.
[0054] Die Stabilisatoren können den Silberhalogenidemulsionen vor, während oder nach deren
Reifung zugesetzt werden. Selbstverständlich kann man die Verbindungen auch anderen
fotografischen Schichten, die einer Halogensilberschicht zugeordnet sind, zusetzen.
[0055] Es können auch Mischungen aus zwei oder mehreren der genannten Verbindungen eingesetzt
werden.
[0056] Die fotografischen Emulsionsschichten oder andere hydrophile Kolloidschichten des
erfindungsgemäß hergestellten lichtempfindlichen Materials können oberflächenaktive
Mittel für verschiedene Zwecke enthalten, wie Überzugshilfen, zur Verhinderung der
elektrischen Aufladung, zur Verbesserung der Gleiteigenschaften, zum Emulgieren der
Dispersion, zur Verhinderung der Adhäsion und zur Verbesserung der fotografischen
Charakteristika (z.B. Entwicklungsbeschleunigung, hoher Kontrast, Sensibilisierung
usw.). Neben natürlichen oberflächenaktiven Verbindungen, z.B. Saponin, finden hauptsächlich
synthetische oberflächenaktive Verbindungen (Tenside) Verwendung: nicht-ionische Tenside,
z.B. Alkylenoxidverbindungen, Glycerinverbindungen oder Glycidolverbindungen, kationische
Tenside, z.B. höhere Alkylamine, quartäre Ammoniumsalze, Pyridinverbindungen und andere
heterocyclische Verbindungen, Sulfoniumverbindungen oder Phosphoniumverbindungen,
anionische Tenside, enthaltend eine Säuregruppe, z.B. Carbonsäure-, Sulfonsäure-,
eine Phosphorsäure-, Schwefelsäureester- oder Phosphorsäureestergruppe, ampholytische
Tenside, z.B. Aminosäure- und Aminosulfonsäureverbindungen sowie Schwefel- oder Phosphorsäureester
eines Aminoalkohols.
[0057] Die fotografischen Emulsionen können unter Verwendung von Methinfarbstoffen oder
anderen Farbstoffen spektral sensibilisiert werden. Besonders geeignete Farbstoffe
sind Cyaninfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe und komplexe Merocyaninfarbstoffe.
[0058] Eine Übersicht über die als Spektralsensibilisatoren geeigneten Polymethinfarbstoffe,
deren geeignete Kombinationen und supersensibilisierend wirkenden Kombinationen enthält
Research Disclosure 17643 (Dez. 1978),Kapitel IV.
[0059] Insbesondere sind die folgenden Farbstoffe - geordnet nach Spektralgebieten - geeignet:
1. als Rotsensibilisatoren
9-Ethylcarbocyanine mit Benzthiazol, Benzselenazol oder Naphthothiazol als basische
Endgruppen, die in 5- und/oder 6-Stellung durch Halogen, Methyl, Methoxy, Carbalkoxy,
Aryl substituiert sein können sowie 9-Ethyl-naphthoxathia- bzw. -selencarbocyanine
und 9-Ethyl-naphthothiaoxa- bzw. -benzimidazocarbocyanine, vorausgesetzt, daß die
Farbstoffe mindestens eine Sulfoalkylgruppe am heterocyclischen Stickstoff tragen.
2. als Grünsensibilisatoren
9-Ethylcarbocyanine mit Benzoxazol, Naphthoxazol oder einem Benzoxazol und einem Benzthiazol
als basische Endgruppen sowie Benzimidazocarbocyanine, die ebenfalls weiter substituiert
sein können und ebenfalls mindestens eine Sulfoalkylgruppe am heterocyclischen Stickstoff
enthalten müssen.
3. als Blausensibilisatoren
symmetrische oder asymmetrische Benzimidazo-, Oxa-, Thia- oder Selenacyanine mit mindestens
einer Sulfoalkylgruppe am heterocyclischen Stickstoff und gegebenenfalls weiteren
Substituenten am aromatischen Kern, sowie Apomerocyanine mit einer Rhodaningruppe.
[0060] Den unterschiedlich sensibilisierten Emulsionsschichten werden nicht diffundierende
monomere oder polymere Farbkuppler zugeordnet, die sich in der gleichen Schicht oder
in einer dazu benachbarten Schicht befinden können. Gewöhnlich werden den rotempfindlichen
Schichten Blaugrünkuppler, den grünempfindlichen Schichten Purpurkuppler und den blauempfindlichen
Schichten Gelbkuppler zugeordnet.
[0061] Farbkuppler zur Erzeugung des blaugrünen Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler
vom Phenol- oder α-Naphtholtyp. Farbkuppler zur Erzeugung des purpurnen Teilfarbenbildes
sind in der Regel Kuppler vom Typ des 5-Pyrazolons, des Indazolons oder der Pyrazoloazole.
Farbkuppler zur Erzeugung des gelben Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler mit
einer offenkettigen Ketomethylengruppierung, insbesondere Kuppler vom Typ des α-Acylacetamids,
beispielsweise α-Benzoylacetanilidkuppler und α-Pivaloylacetanilidkuppler.
[0062] Geeignete Gelbkuppler sind z.B. die folgenden:

Bei den Farbkupplern kann es sich um 4-Äquivalentkuppler, aber auch um 2-Äquivalentkuppler
handeln. Letztere leiten sich von den 4-Äquivalentkupplern dadurch ab, daß sie in
der Kupplungsstelle einen Substituenten enthalten, der bei der Kupplung abgespalten
wird Zu den 2-Äquivalentkupplern sind solche zu rechnen, die farblos sind, als auch
solche, die eine intensive Eigenfarbe aufweisen, die bei der Farbkupplung verschwindet
bzw. durch die Farbe des erzeugten Bildfarbstoffes ersetzt wird (Maskenkuppler), und
die Weißkuppler, die bei Reaktion mit Farbentwickleroxidationsprodukten im wesentlichen
farblose Produkte ergeben. Zu den 2-Äquivalentkupplern sind ferner solche Kuppler
zu rechnen, die in der Kupplungsstelle einen abspaltbaren Rest enthalten, der bei
Reaktion mit Farbentwickleroxidationsprodukten in Freiheit gesetzt wird und dabei
entweder direkt oder nachdem aus dem primär abgespaltenen Rest eine oder mehrere weitere
Gruppen abgespalten worden sind (z.B. DE-A-27 03 145, DE-A-28 55 697, DE-A-31 05 026,
DE-A-33 19 428), eine bestimmte erwünschte fotografische Wirksamkeit entfaltet, z.B.
als Entwicklungsinhibitor oder -accelerator. Beispiele für solche 2-Äquivalentkuppler
sind die bekannten DIR-Kuppler wie auch DAR- bzw. FAR-Kuppler.
[0063] DIR-Kuppler, die Entwicklungsinhibitoren vom Azoltyp, z.B. Triazole und Benzotriazole
freisetzen, sind in DE-A-24 14 006, 26 10 546, 26 59 417, 27 54 281,28 42 063, 36
26 219, 36 30 564, 36 36 824, 36 44 416 beschrieben. Weitere Vorteile für die Farbwiedergabe,
d.h. Farbtrennung und Farbreinheit, und für die Detailwiedergabe, d.h. Schärfe und
Körnigkeit, sind mit solchen DIR-Kupplern zu erzielen, die z.B. den Entwicklungsinhibitor
nicht unmittelbar als Folge der Kupplung mit einem oxidierten Farbentwickler abspalten,
sondern erst nach einer weiteren Folgereaktion, die beispielsweise mit einer Zeitsteuergruppe
erreicht wird. Beispiele dafür sind in DE-A-28 55 697, 32 99 671, 38 18 231, 35 18
797, in EP-A-0 157 146 und 0 204 175, in US-A-4 146 396 und 4 438 393 sowie in GB-A-2
072 363 beschrieben.
[0064] DIR-Kuppler, die einen Entwicklungsinhibitor freisetzen, der im Entwicklerbad zu
im wesentlichen fotografisch unwirksamen Produkten zersetzt wird, sind beispielsweise
in DE-A-32 09 486 und in EP-A-0 167 168 und 0 219 713 beschrieben. Mit dieser Maßnahme
wird eine störungsfreie Entwicklung und Verarbeitungskonstanz erreicht.
[0065] Bei Einsatz von DIR-Kupplern, insbesondere von solchen, die einen gut diffundierbaren
Entwicklungsinhibitor abspalten, lassen sich durch geeignete Maßnahmen bei der optischen
Sensibilisierung Verbesserungen der Farbwiedergabe, z.B. eine differenziertere Farbwiedergabe,
erzielen, wie beispielsweise in EP-A-0 115 304, 0 167 173, GB-A-2 165 058, DE-A-37
00 419 und US-A-4 707 436 beschrieben.
[0066] Die DIR-Kuppler können in einem mehrschichtigen fotografischen Material den unterschiedlichsten
Schichten zugesetzt werden, z.B. auch lichtunempfindlichen oder Zwischenschichten.
Vorzugsweise werden sie jedoch den lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten
zugesetzt, wobei die charakteristischen Eigenschaften der Silberhalogenidemulsion,
z.B. deren Iodidgehalt, die Struktur der Silberhalogenidkörner oder deren Korngrößenverteilung
von Einfluß auf die erzielten fotografischen Eigenschaften sind. Der Einfluß der freigesetzten
Inhibitoren kann beispielsweise durch den Einbau einer Inhibitorfängerschicht gemäß
DE-A-24 31 223 begrenzt werden. Aus Gründen der Reaktivität oder Stabilität kann es
vorteilhaft sein, einen DIR-Kuppler einzusetzen, der in der jeweiligen Schicht, in
der er eingebracht ist, eine von der in dieser Schicht zu erzeugenden Farbe abweichende
Farbe bei der Kupplung bildet.
[0067] Zur Steigerung der Empfindlichkeit, des Kontrastes und der maximalen Dichte können
vor allem DAR- bzw. FAR-Kuppler eingesetzt werden, die einen Entwicklungsbeschleuniger
oder ein Schleiermittel abspalten. Verbindungen dieser Art sind beispielsweise in
DE-A-25 34 466, 32 09 110, 33 33 355, 34 10 616, 34 29 545, 34 41 823, in EP-A-0 089
834, 0 110 511, 0 118 087, 0 147 765 und in US-A-4 618 572 und 4 656 123 beschrieben.
[0068] Als Beispiel für den Einsatz von BAR-Kuppler (Bleach Accelerator Releasing Coupler)
wird auf EP-A-193 389 verwiesen.
[0069] Es kann vorteilhaft sein, die Wirkung einer aus einem Kuppler abgespaltenen fotografisch
wirksamen Gruppe dadurch zu modifizieren, daß eine intermolekulare Reaktion dieser
Gruppe nach ihrer Freisetzung mit einer anderen Gruppe gemäß DE-A-35 06 805 eintritt.
[0070] Da bei den DIR-, DAR- bzw. FAR-Kupplern hauptsächlich die Wirksamkeit des bei der
Kupplung freigesetzten Restes erwünscht ist und es weniger auf die farbbildenden Eigenschaften
dieser Kuppler ankommt, sind auch solche DIR-, DAR- bzw. FAR-Kuppler geeignet, die
bei der Kupplung im wesentlichen farblose Produkte ergeben (DE-A-15 47 640).
[0071] Der abspaltbare Rest kann auch ein Ballastrest sein, so daß bei der Reaktion mit
Farbentwickleroxidationsprodukten Kupplungsprodukte erhalten werden, die diffusionsfähig
sind oder zumindest eine schwache bzw. eingeschränkte Beweglichkeit aufweisen (US-A-4
420 556).
[0072] Das Material kann weiterhin von Kupplern verschiedene Verbindungen enthalten, die
beispielsweise einen Entwicklungsinhibitor, einen Entwicklungsbeschleuniger, einen
Bleichbeschleuniger, einen Entwickler, ein Silberhalogenidlösungsmittel, ein Schleiermittel
oder ein Antischleiermittel in Freiheit setzen können, beispielsweise sogenannte DIR-Hydrochinone
und andere Verbindungen, wie sie beispielsweise in US-A-4 636 546, 4 345 024, 4 684
604 und in DE-A-31 45 640, 25 15 213, 24 47 079 und in EP-A-198 438 beschrieben sind.
Diese Verbindungen erfüllen die gleiche Funktion wie die DIR-, DAR- oder FAR-Kuppler,
außer daß sie keine Kupplungsprodukte bilden.
[0073] Hochmolekulare Farbkuppler sind beispielsweise in DE-C-1 297 417, DE-A-24 07 569,
DE-A-31 48 125, DE-A-32 17 200, DE-A-33 20 079, DE-A-33 24 932, DE-A-33 31 743, DE-A-33
40 376, EP-A-27 284, US-A-4 080 211 beschrieben. Die hochmolekularen Farbkuppler werden
in der Regel durch Polymerisation von ethylenisch ungesättigten monomeren Farbkupplern
hergestellt. Sie können aber auch durch Polyaddition oder Polykondensation erhalten
werden.
[0074] Die Einarbeitung der Kuppler oder anderer Verbindungen in Silberhalogenidemulsionsschichten
kann in der Weise erfolgen, daß zunächst von der betreffenden Verbindung eine Lösung,
eine Dispersion oder eine Emulsion hergestellt und dann der Gießlösung für die betreffende
Schicht zugefügt wird. Die Auswahl des geeigneten Lösungs- oder Dispersionsmittels
hängt von der jeweiligen Löslichkeit der Verbindung ab.
[0075] Methoden zum Einbringen von in Wasser im wesentlichen unlöslichen Verbindungen durch
Mahlverfahren sind beispielsweise in DE-A-26 09 741 und DE-A-26 09 742 beschrieben.
[0076] Hydrophobe Verbindungen können auch unter Verwendung von hochsiedenden Lösungsmitteln,
sogenannten Ölbildnern, in die Gießlösung eingebracht werden. Entsprechende Methoden
sind beispielsweise in US-A-2 322 027, US-A-2 801 170, US-A-2 801 171 und EP-A-0 043
037 beschrieben.
[0077] Anstelle der hochsiedenden Lösungsmitteln können Oligomere oder Polymere, sogenannte
polymere Ölbildner Verwendung finden.
[0078] Die Verbindungen können auch in Form beladener Latices in die Gießlösung eingebracht
werden. Verwiesen wird beispielsweise auf DE-A-25 41 230, DE-A-25 41 274, DE-A-28
35 856, EP-A-0 014 921, EP-A-0 069 671, EP-A-0 130 115, US-A-4 291 113.
[0079] Die diffusionsfeste Einlagerung anionischer wasserlöslicher Verbindungen (z.B. von
Farbstoffen) kann auch mit Hilfe von kationischen Polymeren, sogenannten Beizenpolymeren
erfolgen.
[0080] Geeignete Ölbildner sind z.B. Phthalsäurealkylester, Phosphonsäureester, Phosphorsäureester,
Citronensäureester, Benzoesäureester, Amide, Fettsäureester, Trimesinsäureester, Alkohole,
Phenole, Anilinderivate und Kohlenwasserstoffe.
[0081] Beispiele für geeignete Ölbildner sind Dibutylphthalat, Dicyclohexylphthalat, Di-2-ethylhexylphthalat,
Decylphthalat, Triphenylphosphat, Tricresylphosphat, 2-Ethylhexyldiphenylphosphat,
Tricyclohexylphosphat, Tri-2-ethylhexylphosphat, Tridecylphosphat, Tributoxyethylphosphat,
Trichlorpropylphosphat, Di-2-ethylhexylphenylphosphat, 2-Ethylhexylbenzoat, Dodecylbenzoat,
2-Ethylhexyl-p-hydroxybenzoat, Diethyldodecanamid, N-Tetradecylpyrrolidon, Isostearylalkohol,
2,4-Di-t-amylphenol, Dioctylacelat, Glycerintributyrat, Isostearyllactat, Trioctylcitrat,
N,N-Dibutyl-2-butoxy-5-t-octylanilin, Paraffin, Dodecylbenzol und Diisopropylnaphthalin.
[0082] Erfindungsgemäß enthält wenigstens eine Silberhalogenidemulsionsschicht einen in
einem polymeren Ölformer verteilten Kuppler in Kombination mit einer Verbindung der
Formel (I).
[0083] Jede der unterschiedlich sensibilisierten, lichtempfindlichen Schichten kann aus
einer einzigen Schicht bestehen oder auch zwei oder mehr Silberhalogenidemulsionsteilschichten
umfassen (DE-C-1 121 470). Dabei sind rotempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten
dem Schichtträger häufig näher angeordnet als grünempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten
und diese wiederum näher als blauempfindliche, wobei sich im allgemeinen zwischen
grünempfindlichen Schichten und blauempfindlichen Schichten eine nicht lichtempfindliche
gelbe Filterschicht befindet.
[0084] Bei geeignet geringer Eigenempfindlichkeit der grün-bzw. rotempfindlichen Schichten
kann man unter Verzicht auf die Gelbfilterschicht andere Schichtanordnungen wählen,
bei denen auf den Träger z.B. die blauempfindlichen, dann die rotempfindlichen und
schließlich die grünempfindlichen Schichten folgen.
[0085] Die in der Regel zwischen Schichten unterschiedlicher Spektralempfindlichkeit angeordneten
nicht lichtempfindlichen Zwischenschichten können Mittel enthalten, die eine unerwünschte
Diffusion von Entwickleroxidationsprodukten aus einer lichtempfindlichen in eine andere
lichtempfindliche Schicht mit unterschiedlicher spektraler Sensibilisierung verhindern.
[0086] Geeignete Mittel, die auch Scavenger oder EOP-Fänger genannt werden, werden in Research
Disclosure 17 643 (Dez. 1978), Kapitel VII, 17 842 (Feb. 1979) und 18 716 (Nov. 1979),
Seite 650 sowie in EP-A-0 069 070, 0 098 072, 0 124 877, 0 125 522 beschrieben.
[0087] Liegen mehrere Teilschichten gleicher spektraler Sensibilisierung vor, so können
sich diese hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, insbesondere was Art und Menge der
Silberhalogenidkörnchen betrifft unterscheiden, Im allgemeinen wird die Teilschicht
mit höherer Empfindlichkeit von Träger entfernter angeordnet sein als die Teilschicht
mit geringerer Empfindlichkeit. Teilschichten gleicher spektraler Sensibilisierung
können zueinander benachbart oder durch andere Schichten, z.B. durch Schichten anderer
spektraler Sensibilisierung getrennt sein. So können z.B. alle hochempfindlichen und
alle niedrigempfindlichen Schichten jeweils zu einem Schichtpaket zusammengefaßt sein
(DE-A-19 58 709, DE-A-25 30 645, DE-A-26 22 922).
[0088] Das fotografische Material kann weiterhin UV-Licht absorbierende Verbindungen, Weißtöner,
Abstandshalter, Filterfarbstoffe, Formalinfänger, Lichtschutzmittel, Antioxidantien,
D
Min-Farbstoffe, Zusätze zur Verbesserung der Farbstoff-, Kuppler- und Weißenstabilisierung
sowie zur Verringerung des Farbschleiers, Weichmacher (Latices), Biocide und anderes
enthalten.
[0089] UV-Licht absorbierende Verbindungen sollen einerseits die Bildfarbstoffe vor dem
Ausbleichen durch UV-reiches Tageslicht schützen und andererseits als Filterfarbstoffe
das UV-Licht im Tageslicht bei der Belichtung absorbieren und so die Farbwiedergabe
eines Films verbessern, Üblicherweise werden für die beiden Aufgaben Verbindungen
unterschiedlicher Struktur eingesetzt. Beispiele sind arylsubstituierte Benzotriazolverbindungen
(US-A-3 533 794), 4-Thiazolidonverbindungen (US-A-3 314 794 und 3 352 681), Benzophenonverbindungen
(JP-A-2784/71), Zimtsäureesterverbindungen (US-A-3 705 805 und 3 707 375), Butadienverbindungen
(US-A-4 045 229) oder Benzoxazolverbindungen (US-A-3 700 455).
[0090] Es können auch ultraviolettabsorbierende Kuppler (wie Blaugrünkuppler des α-Naphtholtyps)
und ultraviolettabsorbierende Polymere verwendet werden, Diese Ultraviolettabsorbentien
können durch Beizen in einer speziellen Schicht fixiert sein.
[0091] Für sichtbares Licht geeignete Filterfarbstoffe umfassen Oxonolfarbstoffe, Hemioxonolfarbstoffe,
Styrylfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe, Cyaninfarbstoffe und Azofarbstoffe. Von diesen
Farbstoffen werden Oxonolfarbstoffe, Hemioxonolfarbstoffe und Merocyaninfarbstoffe
besonders vorteilhaft verwendet.
[0092] Geeignete Weißtöner sind z.B. in Research Disclosure 17 643 (Dez. 1978), Kapitel
V, in US-A-2 632 701, 3 269 840 und in GB-A-852 075 und 1 319 763 beschrieben.
[0093] Bestimmte Bindemittelschichten, insbesondere die vom Träger am weitesten entfernte
Schicht, aber auch gelegentlich Zwischenschichten, insbesondere, wenn sie während
der Herstellung die vom Träger am weitesten entfernte Schicht darstellen, können fotografisch
inerte Teilchen anorganischer oder organischer Natur enthalten, z.B. als Mattierungsmittel
oder als Abstandshalter (DE-A-33 31 542, DE-A-34 24 893, Research Disclosure 17 643,
(Dez. 1978), Kapitel XVI).
[0094] Der mittlere Teilchendurchmesser der Abstandshalter liegt insbesondere im Bereich
von 0,2 bis 10 µm. Die Abstandshalter sind wasserunlöslich und können alkaliunlöslich
oder alkalilöslich sein, wobei die alkalilöslichen im allgemeinen im alkalischen Entwicklungsbad
aus dem fotografischen Material entfernt werden. Beispiele für geeignete Polymere
sind Polymethylmethacrylat, Copolymere aus Acrylsäure und Methylmethacrylat sowie
Hydroxypropylmethylcellulosehexahydrophthalat.
[0095] Zusätze zur Verbesserung der Farbstoff-, Kuppler- und Weißenstabilität sowie zur
Verringerung des Farbschleiers (Research Disclosure 17 643 (Dez. 1978), Kapitel VII)
können den folgenden chemischen Stoffklassen angebören: Hydrochinone, 6-Hydroxychromane,
5-Hydroxycumarane, Spirochromane, Spiroindane, p-Alkoxyphenole, sterische gehinderte
Phenole, Gallussäurederivate, Methylendioxybenzole, Aminophenole, sterisch gehinderte
Amine, Derivate mit veresterten oder verätherten phenolischen Hydroxylgruppen, Metallkomplexe.
[0096] Verbindungen, die sowohl eine sterisch gehinderte Amin-Partialstruktur als auch eine
sterisch gehinderte Phenol-Partialstruktur in einem Molekül aufweisen (US-A-4 268
593), sind besonders wirksam zur Verhinderung der Beeinträchtigung von gelben Farbbildern
als Folge der Entwicklung von Wärme, Feuchtigkeit und Licht. Um die Beeinträchtigung
von purpurroten Farbbildern, insbesondere ihre Beeinträchtigung als Folge der Einwirkung
von Licht, zu verhindern, sind Spiroindane (JP-A-159 644/81) und Chromane, die durch
Alkoxygruppen mono- oder disubstituiert sind (JP-A-89 835/80), besonders wirksam.
[0097] Die Schichten des fotografischen Materials können mit den üblichen Härtungsmitteln
gehärtet werden. Geeignete Härtungsmittel sind z.B. Formaldehyd, Glutaraldehyd und
ähnliche Aldehydverbindungen, Diacetyl, Cyclopentadion und ähnliche Ketonverbindungen,
Bis-(2-chlorethylharnstoff), 2-Hydroxy-4,6-dichlor-1,3,5-triazin und andere Verbindungen,
die reaktives Halogen enthalten (US-A-3 288 775, US-A-2 732 303, GB-A-974 723 und
GB-A-1 167 207), Divinylsulfonverbindungen, 5-Acetyl-1,3-diacryloylhexahydro-1,3,5-triazin
und andere Verbindungen, die eine reaktive Olefinbindung enthalten (US-A-3 635 718,
US-A-3 232 763 und GB-A-994 869); N-Hydroxymethylphthalimid und andere N-Methylolverbindungen
(US-A-2 732 316 und US-A-2 586 168); Isocyanate (US-A-3 103 437); Aziridinverbindungen
(US-A-3 017 280 und US-A-2 983 611); Säurederivate (US-A-2 725 294 und US-A-2 725
295); Verbindungen vom Carbodiimidtyp (US-A-3 100 704); Carbamoylpyridiniumsalze (DE-A-22
25 230 und DE-A-24 39 551); Carbamoyloxypyridiniumverbindungen (DE-A-24 08 814); Verbindungen
mit einer Phosphor-Halogen-Bindung (JP-A-113 929/83); N-Carbonyloximid-Verbindungen
(JP-A-43353/81); N-Sulfonyloximido-Verbindungen (US-A-4 111 926), Dihydrochinolinverbindungen
(US-A-4 013 468), 2-Sulfonyloxypyridiniumsalze (JP-A-110 762/81), Formamidiniumsalze
(EP-A-0 162 308), Verbindungen mit zwei oder mehr N-Acyloximino-Gruppen (US-A-4 052
373), Epoxyverbindungen (US-A-3 091 537), Verbindungen vom Isoxazoltyp (US-A-3 321
313 und US-A-3 543 292); Halogencarboxyaldehyde, wie Mucochlorsäure; Dioxanderivate,
wie Dihydroxydioxan und Di-chlordioxan; und anorganische Härter, wie Chromalaun und
Zirkonsulfat.
[0098] Die Härtung kann in bekannter Weise dadurch bewirkt werden, daß das Härtungsmittel
der Gießlösung für die zu härtende Schicht zugesetzt wird, oder dadurch, daß die zu
härtende Schicht mit einer Schicht überschichtet wird, die ein diffusionsfähiges Härtungsmittel
enthält.
[0099] Unter den aufgeführten Klassen gibt es langsam wirkende und schnell wirkende Härtungsmittel
sowie sogenannte Soforthärter, die besonders vorteilhaft sind. Unter Soforthärtern
werden Verbindungen verstanden, die geeignete Bindemittel so vernetzen, daß unmittelbar
nach Beguß, spätestens nach 24 Stunden, vorzugsweise spätestens nach 8 Stunden die
Härtung so weit abgeschlossen ist, daß keine weitere durch die Vernetzungsreaktion
bedingte Änderung der Sensitometrie und der Quellung des Schichtverbandes auftritt.
Unter Quellung wird die Differenz von Naßschichtdicke und Trockenschichtdicke bei
der wäßrigen Verarbeitung des Films verstanden (Photogr. Sci., Eng. 8 (1964), 275;
Photogr. Sci. Eng. (1972), 449).
[0100] Bei diesen mit Gelatine sehr schnell reagierenden Härtungsmitteln handelt es sich
z.B. um Carbamoylpyridiniumsalze, die mit freien Carboxylgruppen der Gelatine zu reagieren
vermögen, so daß letztere mit freien Aminogruppen der Gelatine unter Ausbildung von
Peptidbindungen und Vernetzung der Gelatine reagieren.
[0101] Geeignete Beispiele für Soforthärter sind z.B. Verbindungen der allgemeinen Formeln
(a)

worin
- R¹
- Alkyl, Aryl oder Aralkyl bedeutet,
- R²
- die gleiche Bedeutung wie R¹ hat oder Alkylen, Arylen, Aralkylen oder Alkaralkylen
bedeutet, wobei die zweite Bindung mit einer Gruppe der Formel

verknüpft ist, oder
- R¹ und R²
- zusammen die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten heterocyclischen
Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes erforderlichen
Atome bedeuten, wobei der Ring z.B. durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen substituiert sein
kann,
- R³
- für Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Alkoxy, -NR⁴-COR⁵, -(CH₂)m-NR⁸R⁹, -(CH₂)n-CONR¹³R¹⁴ oder

oder ein Brückenglied oder eine direkte Bindung an eine Polymerkette steht, wobei
- R⁴, R⁶, R⁷, R⁹, R¹⁴, R¹⁵, R¹⁷, R¹⁸, und R¹⁹
- Wasserstoff oder C₁-C₄-Alkyl,
- R⁵
- Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder NR⁶R⁷,
- R⁸
- -COR¹⁰
- R¹⁰
- NR¹¹R¹²
- R¹¹
- C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
- R¹²
- Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
- R¹³
- Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
- R¹⁶
- Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl, -COR¹⁸ oder - CONHR¹⁹,
- m
- eine Zahl 1 bis 3
- n
- eine Zahl 0 bis 3
- p
- eine Zahl 2 bis 3 und
- Y
- O oder NR¹⁷ bedeuten oder
- R¹³ und R¹⁴
- gemeinsam die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten heterocyclischen
Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes erforderlichen
Atome darstellen, wobei der Ring z.B. durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen substituiert
sein kann,
- Z
- die zur Vervollständigung eines 5- oder 6-gliedrigen aromatischen heterocyclischen
Ringes, gegebenenfalls mit anelliertem Benzolring, erforderlichen C-Atome und
- X⊖
- ein Anion bedeuten, das entfällt, wenn bereits eine anionische Gruppe mit dem übrigen
Molekül verknüpft ist;
(b)

worin
- R¹, R², R³ und X⊖
- die für Formel (a) angegebene Bedeutung besitzen.
[0102] Es gibt diffusionsfähige Härtungsmittel, die auf alle Schichten innerhalb eines Schichtverbandes
in gleicher Weise härtend wirken. Es gibt aber auch schichtbegrenzt wirkende, nicht
diffundierende, niedermolekulare und hochmolekulare Härter, Mit ihnen kann man einzelnen
Schichten, z.B. die Schutzschicht besonders stark vernetzen. Dies ist wichtig, wenn
man die Silberhalogenid-Schicht wegen der Silberdeckkrafterhöhung wenig härtet und
mit der Schutzschicht die mechanischen Eigenschaften verbessern muß (EP-A-0 114 699).
[0103] Farbfotografische Negativmaterialien werden üblicherweise durch Entwickeln, Bleichen,
Fixieren und Wässern oder durch Entwickeln, Bleichen, Fixieren und Stabilisieren ohne
nachfolgende Wässerung verarbeitet, wobei Bleichen und Fixieren zu einem Verarbeitungsschritt
zusammengefaßt sein können. Als Farbentwicklerverbindung lassen sich sämtliche Entwicklerverbindungen
verwenden, die die Fähigkeit besitzen, in Form ihres Oxidationsproduktes mit Farbkupplern
zu Azomethin- bzw. Indophenolfarbstoffen zu reagieren. Geeignete Farbentwicklerverbindungen
sind aromatische, mindestens eine primäre Aminogruppe enthaltende Verbindungen vom
p-Phenylendiamintyp, beispielsweise N,N-Dialkyl-p-phenylendiamine wie N,N-Diethyl-p-phenylendiamin,
1-(N-Ethyl-N-methansulfonamidoethyl)-3-methyl-p-phenylendiamin, 1-(N-Ethyl-N-hydroxyethyl)-3-methyl-p-phenylendiamin,
N-Ethyl-N-3-hydroxypropyl-3-methyl-p-phenylendiamin und 1-(N-Ethyl-N-methoxyethyl)-3-methyl-p-phenylendiamin.
Weitere brauchbare Farbentwickler sind beispielsweise in J. Amer. Chem. Soc.
73, 3106 (1951) und G. Haist, Modern Photographic Processing, 1979, John Wiley and Sons,
New York, Seite 545 ff. beschrieben.
[0104] Nach der Farbentwicklung kann ein saures Stoppbad oder eine Wässerung folgen.
[0105] Üblicherweise wird das Material unmittelbar nach der Farbentwicklung gebleicht und
fixiert Als Bleichmittel können z.B. Fe(III)-Salze und Fe(III)-Komplexsalze wie Ferricyanide,
Dichromate, wasserlösliche Kobaltkomplexe verwendet werden. Besonders bevorzugt sind
Eisen-(III)-Komplexe von Aminopolycarbonsäuren, insbesondere z.B. von Ethylendiamintetraessigsäure,
Propylendiamintetraessigsäure, Diethylentriaminpentaessigsäure, Nitrilotriessigsäure,
Iminodiessigsäure, N-Hydroxyethylethylendiamintriessigsäure, Alkyliminodicarbonsäuren
und von entsprechenden Phosphonsäuren. Geeignete als Bleichmittel sind weiterhin Persulfate
und Peroxide, z.B. Wasserstoffperoxid.
[0106] Auf das Bleichfixierbad oder Fixierbad folgt meist eine Wässerung, die als Gegenstromwässerung
ausgeführt ist oder aus mehreren Tanks mit eigener Wasserzufuhr besteht.
[0107] Günstige Ergebnisse können bei Verwendung eines darauf folgenden Schlußbades, das
keinen oder nur wenig Formaldehyd enthält, erhalten werden.
[0108] Die Wässerung kann aber durch ein Stabilisierbad vollständig ersetzt werden, das
üblicherweise im Gegenstrom geführt wird. Dieses Stabilisierbad übernimmt bei Formaldehydzusatz
auch die Funktion eines Schlußbades.
[0109] Bei Farbumkehrmaterialien erfolgt zunächst eine Entwicklung mit einem Schwarz-Weiß-Entwickler,
dessen Oxidationsprodukt nicht zur Reaktion mit den Farbkupplern befähigt ist. Es
schließt sich eine diffuse Zweitbelichtung und dann Entwicklung mit einem Farbentwickler,
Bleichen und Fixieren an.
Beispiel 1
[0110] Farbfotografische Aufzeichnungsmaterialien wurden wie folgt hergestellt
a) Herstellung der Farbkuppleremulgate
[0111] 8 mmol Farbkuppler werden in der gleichen Gewichtsmenge Dibutylphthalat (DBP) und
der dreifachen Gewichtsmenge Ethylacetat in Gegenwart von 0,15 g Sulfobernsteinsäuredioctylester
bei einer Temperatur von 50 bis 70°C gelöst. Der Lösung werden gegebenenfalls außerdem
25 Gew.-%, bezogen auf die Kupplermenge der zu testenden lichtstabilisierenden Verbindung
zugesetzt. Die Lösung wird anschließend in 150 g 7,5 gew.-%ige wäßrige, ca. 40°C warme
Gelatinelösung eingerührt und darin dispergiert. Ethylacetat wird abdestilliert.
[0112] Dibutylphthalat wird gegebenenfalls durch die gleiche Menge an polymerem Ölformer
ersetzt.
b) Herstellung der zu testenden farbfotografischen Aufzeichnungsmaterialien
[0113] Das unter a) hergestellte Emulgat wird mit einer Silberhalogenidemulsion vermischt,
die 8,2 g Silber in Form von Silberhalogenid, 9,2 g Gelatine und 0,04 g Natriumdodecylbenzolsulfonat
enthält. Das Gesamtvolumen wird mit Wasser auf 350 ml eingestellt. Die so hergestellte
Gießlösung wird auf einen Schichtträger aus Cellulosetriacetat vergossen.
c) Verarbeitung und Auswertung
[0114] Nach dem Trocknen wird das Material hinter einem Stufenkeil belichtet und wie üblich
farbentwickelt, wobei als Farbentwicklersubstanz 2-Amino-5-(N-ethyl-N-methansulfonamidoethylamino)-toluol
verwendet wurde.
[0115] Die verarbeiteten Proben werden anschließend, abgedeckt mit einer UV-Schutzfolie,
in einem Xenotestgerät zur Ermittlung der Lichtechtheit bestrahlt (40 % relative Feuchte;
25°C; 9,6 · 10⁶ 1x·h). Die UV-Schutzfolie war wie folgt hergestellt worden. Auf eine
mit einer Haftschicht versehenen transparenten Cellulosetriacetatfolie wurde eine
Schicht aus 1,5 g Gelatine, 0,65 g Verbindung A (UV-Absorber) der folgenden Formel

0,07 g Dioctylhydrochinon und 0,36 g Trikresylphosphat aufgetragen. Die Mengen beziehen
sich auf 1 m².

[0116] Die Verbindung V-1 (Vergleichsstabilisator) hat die Formel

Die Versuche zeigen, daß die Verbindungen der Formel (I) zwar eine stabilisierende
Wirkung aufweisen, wenn Dibutylphthalat als Ölformer verwendet wird, gegenüber solchen
Versuchen, in denen kein Stabilisator eingesetzt wird, daß diese Wirkung aber nicht
merklich besser ist als die Wirkung der Vergleichssubstanz V-1. Hingegen wird bei
der gemeinsamen Verwendung der Verbindungen der Formel (I) und der polymeren Ölformer
eine erhebliche Verbesserung der stabilisierenden Wirkung gefunden.
Beispiel 2
[0117] Ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial wurde hergestellt, indem auf ein beidseitig
mit Polyethylen beschichtetes Papier die folgenden Schichten in der angegebenen Reihenfolge
aufgetragen wurden, Die Mengenangaben beziehen sich jeweils auf 1 m². Für den Silberhalogenidauftrag
werden die entsprechenden Mengen AgNO₃ angegeben.
Schichtaufbau 1
[0118]
1. Schicht (Substratschicht)
0,2 g Gelatine
2. Schicht (blauempfindliche Schicht)
blauempfindliche Silberhalogenidemulsion (99,5 Mol-% Chlorid, 0,5 Mol-% Bromid,
mittlerer Korndurchmesser 0,78 µm) aus 0,50 g AgNO₃ mit
1,38 g Gelatine
0,60 g Gelbkuppler Y-1
0,48 g Trikresylphosphat (TKP)
0,18 g Stabilisator gemäß Tabelle 3
3. Schicht (Zwischenschicht)
1,18 g Gelatine
0,08 g 2,5-Dioctylhydrochinon
0,08 g Dibutylphthalat (DBP)
4. Schicht (grünempfindliche Schicht)
grünsensibilisierte Silberhalogenidemulsion (99,5 Mol-% Chlorid, 0,5 Mol-% Bromid,
mittlerer Korndurchmesser 0,37 µm) aus 0,40 g AgNO₃ mit
1,02 g Gelatine
0,37 g Purpurkuppler M-1
0,40 g DBP
5. Schicht (Zwischenschicht)
1,20 g Gelatine
0,66 g UV-Absorber der Formel

0,052 g 2,5-Dioctylhydrochinon
0,36 g TKP
6. Schicht (rotempfindliche Schicht)
rotsensibilisierte Silberhalogenidemulsion (99,5 Mol-% Chlorid, 0,5 Mol-% Bromid,
mittlerer Korndurchmesser 0,35 µm) aus 0,28 g AgNO₃ mit
0,84 g Gelatine
0,39 g Blaugrünkuppler C-1
0,39 g TKP
7. Schicht (UV-Schutzschicht)
0,65 g Gelatine
0,21 g UV-Absorber wie in 5. Schicht
0,11 g TKP
8. Schicht (Schutzschicht)
0,65 g Gelatine
0,39 g Härtungsmittel der Formel

Proben der Schichtaufbauten wurden anschließend hinter einem graduierten Graukeil
belichtet. Danach wurden die Materialien mit den nachfolgend aufgeführten Verarbeitungsbädern
in der üblichen Weise verarbeitet.
a) Farbentwickler - 45 s - 35°C
[0119]
| Triethanolamin |
9,0 g/l |
| NN-Diethylhydroxylamin |
4,0 g/l |
| Diethylenglykol |
0,05 g/l |
| 3-Methyl-4-amino-N-ethyl-N-methansulfonamidoethyl-anilin-sulfat |
5,0 g/l |
| Kaliumsulfit |
0,2 g/l |
| Triethylenglykol |
0,05 g/l |
| Kaliumcarbonat |
22 g/l |
| Kaliumhydroxid |
0,4 g/l |
| Ethylendiamintetraessigsäure-di-Na-Salz |
2,2 g/l |
| Kaliumchlorid |
2,5 g/l |
| 1,2-Dihydroxybenzol-3,4,6-trisulfonsäure-trinatriumsalz |
0,3 g/l |
| auffüllen mit Wasser auf 1000 ml; |
pH 10,0 |
b) Bleichfixierbad - 45 s - 35°C
[0120]
| Ammoniumthiosulfat |
75 g/l |
| Natriumhydrogensulfit |
13,5 g/l |
| Ammoniumacetat |
2,0 g/l |
| Ethylendiamintetraessigsäure (Eisen-Ammonium-Salz) |
57 g/l |
| Ammoniak 25 gew.-%ig |
9,5 g/l |
| Essigsäure |
9,0 g/l |
| auffüllen mit Wasser auf 1000 ml; |
pH 5,5 |
c) Wässern - 2 min - 35°C
d) Trocknen
[0121] Die erhaltenen Farbbilder wurden gemäß ISO 10 977 (1/2 Schleierkorrektur) dem Xenotest
mit 14,4 Mio Lxh bei unterschiedlichen Gelbdichten unterworfen. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 3 aufgeführt.
Tabelle 3
| Probe |
Stabilisator |
Veränderung der Farbdichte in % bei |
| |
|
Dichte 0,6 |
Dichte 1,0 |
Dichte 1,4 |
| 1 |
- |
- 40 |
- 31 |
- 27 |
| 2 |
I-9 |
- 15 |
- 9 |
- 10 |
| 3 |
V-1 |
- 23 |
- 19 |
- 20 |
| 4 |
V-2 |
- 20 |
- 10 |
- 11 |
| 5 |
V-3 |
- 16 |
- 12 |
- 11 |
| 6 |
V-4 |
- 21 |
- 14 |
- 13 |
| 7 |
V-5 |
- 35 |
- 26 |
- 22 |
| 8 |
I-12 |
- 16 |
- 10 |
- 10 |
[0122] Proben 2 und 8 sind erfindungsgemäß.
[0123] Die Vergleichsstabilisatoren hatten folgende Formeln

Beispiel 3
[0124] Auf ein beidseitig mit Polyethylen beschichtetes Papier wurden die folgenden beiden
Schichten aufgebracht. Die Mengen beziehen sich auf jeweils 1 m².
1. Schicht
[0125] Blauempfindliche Silberhalogenidemulsion gemäß Beispiel 2 aus 0,6 g AgNO₃
2 g Gelatine
0,8 g Gelbkuppler Y-1
0,6 g TKP
0,24 g Stabilisator gemäß Tabelle 4
2. Schicht (Schichtschutz)
[0126] 2 g Gelatine
0,4 g Härtungsmittel gemäß Beispiel 2
Die Verarbeitung erfolgt wie bei Beispiel 2.
[0127] Das verarbeitete Material wurde weiterhin im Klimaschrank (80°C, 50 % rel. Feuchte,
21 Tage) gelagert, wobei sich der Gelbfarbstoff gemäß beiliegender Tabelle zu gefärbten
Produkten zersetzte. Mit einem Handdensitometer wurden die Dichten hinter Rot- und
Grünfilter vor und nach Klimaschranklagerung (bei Dichten von 1,0 und 2,0 vor Lagerung
hinter Blaufilter) bestimmt. Die prozentualen Dichtezunahmen sind in Tabelle 4 angegeben.
Tabelle 4
| Probe |
Stabilisator |
Zusätzliche Dichte in % bei |
| |
|
Dichte 1,0 |
Dichte 2,0 |
| |
|
und Grünfilter |
und Rotfilter |
und Grünfilter |
und Rotfilter |
| 9 |
|
+ 31 |
+ 24 |
+ 37 |
+ 19 |
| 10 |
I-9 |
+ 5 |
+ 10 |
+ 20 |
+ 10 |
| 11 |
V-1 |
+ 25 |
+ 12 |
+ 46 |
+ 14 |
| 12 |
V-2 |
+ 28 |
+ 13 |
+ 42 |
+ 15 |
| 13 |
V-3 |
+ 28 |
+ 17 |
+ 45 |
+ 13 |
| 14 |
V-4 |
+ 26 |
+ 17 |
+ 42 |
+ 15 |
| 15 |
V-6 |
+ 25 |
+ 16 |
+ 33 |
+ 15 |
| 16 |
I-12 |
+ 7 |
+ 12 |
+ 22 |
+ 12 |
[0128] Vergleichsstabilisator V-6 hat folgende Formel

Proben 10 und 16 sind erfindungsgemäß.
Beispiel 4
[0129] Beispiel 3 wurde mit der Änderung wiederholt, daß anstelle des Gelbkupplers Y-1 der
Gelbkuppler Y-2 in gleicher Menge verwendet wurde.
[0130] Das Material wurde nach Verarbeitung einer Klimaschranklagerung (80°C, 50 % rel.
Feuchte, 21 Tage) unterworfen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 dargestellt.
Tabelle 5
| Probe |
Stabilisator |
Zusätzliche Dichte in % bei |
| |
|
Dichte 1,0 |
Dichte 2,0 |
| |
|
und Grünfilter |
und Rotfilter |
und Grünfilter |
und Rotfilter |
| 17 |
- |
+ 29 |
+ 24 |
+ 60 |
+ 30 |
| 18 |
I-9 |
+ 2 |
+ 15 |
+ 9 |
+ 16 |
| 19 |
V-1 |
+ 18 |
+ 21 |
+ 33 |
+ 18 |
| 20 |
V-2 |
+ 7 |
+ 20 |
+ 60 |
+ 26 |
| 21 |
V-6 |
+ 28 |
+ 21 |
+ 54 |
+ 21 |
| 22 |
V-7 |
+ 7 |
+ 22 |
+ 38 |
+ 24 |
| 23 |
V-5 |
+ 20 |
+ 19 |
+ 30 |
+ 22 |
| 24 |
I-12 |
+ 5 |
+ 16 |
+ 12 |
+ 18 |

Vergleichsstabilisator V-7

Proben 18 und 24 sind erfindungsgemäß.
[0131] Wie Beispiele 3 und 4 zeigen, ist bei den erfindungsgemäßen Proben 10 und 16 bzw.
18 und 24 die Zunahme der Nebendichten durch Lagerung im Klimaschrank erheblich geringer
als bei den Vergleichsproben. Dadurch bleibt die natürliche Farbwiedergabe auch nach
Lagerung unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen erhalten.