[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Schaltungsanordnung zur Steuerung und
Regelung eines Druckstromerzeugers z. B. einer Verstellpumpe für mehrere parallel
geschaltete unterschiedliche hydraulische Verbraucher in Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinen,
die über die Verstellpumpe mit Druckmittel versorgt werden. Der Druck des Hauptförderstroms
wird wie üblich von einem Anlagensicherheitsventil begrenzt. Die Parameter für die
jeweiligen Verbraucher werden durch eine Eingabeeinheit, die mit einer Ansteuerelektronik
und entsprechender Ventiltechnik verknüpft ist, vorgegeben. Die Verstellpumpe ist
durch eine hydraulische Druckregeleinheit hinsichtlich des Volumenstromes und des
Pumpendruckes einstellbar. Durch ein Proportionaldruckbegrenzungsventil, das von einer
Ansteuerelektronik angesteuert wird, ist der Einstellpunkt der hydraulischen Druckregeleinheit
veränderbar.
[0002] Aus der DEOS 3 943 357 ist eine gattungsgemäße Schaltungsanordnung mit einer Ansteuerelektronik
für die Magnetspulen von Stellgliedern eines hydraulischen Kreislaufes mit mehreren
Verbrauchern bekannt. Die Regelung der Stellglieder für die Verbraucher erfolgt in
Verbindung mit der Regelung der Verstellpumpe für den Förderstrom. Verfahrenstechnisch
geschieht das so, daß die elektronische Steuerung erst dann wirksam wird, wenn durch
einen erhöhten Leistungsbedarf der angeschlossenen Verbraucher die Pumpenfördermenge
zur Bedarfsdeckung nicht mehr ausreicht. Um den Pumpenförderstrom dem jeweiligen Bedarf
anzupassen bzw. um den maximalen Grenzwert des möglichen Förderstromes nicht zu überschreiten,
wird der Förderstrom mit Hilfe der Stellglieder bzw. durch die Regelpumpe dosiert.
Dazu besitzen die Stellglieder entsprechende Signaleinrichtungen (Signalaufnehmer
und Signalgeber), die als Eingangssignal in die elektronische Steuerung gehen. Das
bedeutet, daß erst nachdem der Leistungsbedarf der angeschlossenen hydraulischen Verbraucher
durch den eingestellten Förderstrom der Verstellpumpe über- oder unterschritten wurde,
eine Regelung der jeweiligen Parameter über die Ansteuerelektronik erfolgt. Das hat
den Nachteil, daß bei hoher Maschinendynamik und wechselnden Betriebsdrücken die Verbraucher
Geschwindigkeitsveränderungen erfahren, bedingt durch Zu- oder Abschaltvorgänge.
[0003] Diese indifferenten Geschwindigkeitsveränderungen haben nicht nur negative Auswirkungen
auf den gleichmäßigen Ablauf einzelner Funktionsinhalte der hydraulischen Verbraucher,
sondern beeinträchtigen somit auch die Reproduzierbarkeit des Maschinenzyklus und
die Qualität des zu be- oder verarbeitenden Produktes. Dieser Nachteil macht sich
besonders bei hoher Maschinendynamik und großer Entfernung der Pumpe zum Verbraucher
bemerkbar. Bei Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinen, wie z. B. bei einer Spritzgießmaschine
zur Kunststoffverarbeitung, ist die Einhaltung der verfahrenstechnisch vorgegebenen
Parameter des Maschinenzyklusses jedoch zwingend erforderlich. So können Z. B. Drehzahlschwankungen
der Plastifizierschnecke, die durch Umschalt- oder Nachregelungsvorgänge hervorgerufen
werden, nachteilige Auswirkungen auf das Einzugsverhalten des Kunststoffmaterials,
die Plastifizierleistung und die Qualität des Endproduktes haben, die nicht hinnehmbar
sind. Eine derartige Lösung ist daher für die Steuerung und Regelung des Spritzgießprozesses
bei der Kunststoffverarbeitung ungeeignet.
[0004] Ferner ist aus dem Stand der Technik ein sogenanntes "load sensing" Verfahren bekannt,
bei dem eine rein hydraulische Steuerung und Regelung des Volumenstromes und des Pumpendruckes
erfolgt. Ein solches Verfahren ist jedoch nur zur Steuerung und Regelung von langsamen
Bewegungsvorgängen, wie sie z. B. in mobilen Anlagen auftreten, geeignet. Für schnelle
und dynamische Bewegungsvorgänge, wie sie in Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinen
ablaufen, ist eine derartige Steuerung und Regelung zu träge und damit nicht sinnvoll.
[0005] Ziel der Erfindung ist es, den Steuerungs- und Regelungsaufwand von parallel geschalteten
hydraulischen Verbrauchern ökonomisch kostengünstiger und in technischer Hinsicht
mit einem geringeren Aufwand an hydraulischen Steuerelementen funktionssicherer zu
gestalten. Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Schaltungsanordnung
zur Steuerung und Regelung von mehreren parallel geschalteten hydraulischen Verbrauchern
in Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinen zu entwickeln, um mit Hilfe einer Ansteuerelektronik
für die Verstellpumpe, eine selbständig hydraulisch geregelte Anpassung des Förderstromes
der Verstellpumpe in Abhängigkeit vom Volumenstrom der unterschiedlichen hydraulichen
Verbraucher bei konstant gesteuertem Pumpendruck, vorzunehmen.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß nach Eingabe der verschiedenen
Druckwerte in eine Eingabeeinheit für die einzelnen parallel geschalteten hydraulischen
Verbraucher die Ansteuerelektronik für die Verstellpumpe aus den Druckwerten den jeweils
höchsten Betriebsdruck von gleichzeitig betriebenen Verbrauchern ermittelt. Von der
Ansteuerelektronik der Verstellpumpe wird dieses vorgegebene Druckniveau an ein Proportionaldruckbegrenzungsventil
mit einem definiert vorgegebenen größeren Wert signalisiert, wodurch über eine hydraulische
Druckregeleinheit in Verbindung mit der Verstellpumpe der notwendige hydraulische
Druckbedarf gedeckt und der Förderstrombedarf gesichert wird.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht verschiedene Ausführungsvarianten zur Steuerung
und Regelung von parallel geschalteten unterschiedlichen hydraulischen Verbrauchern.
So kann für einen ausgewählten verfahrenstechnischen Verbraucher, der vergleichsweise
einen sehr hohen durchschnittlichen Energiebedarf hat, durch eine Druckregelung mittels
eines Druckaufnehmers eine ständige Anpassung des aktuellen Druckwertes zum Eingabewert
der zugehörigen Eingabeeinheit vorgenommen werden. Diese Druckregelung erfolgt immer
dann, wenn die Eingabewerte der anderen parallel betriebenen Verbraucher niedriger
sind als der aktuelle Druckwert.
[0008] Gemäß der Erfindung ist es auch möglich, daß der Ansteuerelektronik der Verstellpumpe
ein Differenzdruck vorgegeben wird. Das sich aus dem Differenzdruck ableitende Ansteuersignal
für den vorgegebenen Pumpendruck wird durch die Ansteuerelektronik als Summe aus dem
Differenzdruck plus dem höchsten vorgegebenen Verbraucherdruck durch die Eingabeeinheit
bestimmt.
[0009] Eine andere Ausführungsvariante der Erfindung besteht darin, daß die Eingabeeinheit
die Eingabewerte über eine vorgegebene Entscheidungstabelle erhält und innerhalb eines
bestimmten Zeitintervalls der Pumpendruck über die Ansteuerelektronik der Verstellpumpe,
das Proportionaldruckbegrenzungsventil und die Druckregeleinheit auf einen konstanten
Drucksollwert vorgegeben werden. In einem zweiten Zeitintervall mit schwankenden Druckistwerten
wird über einen Druckaufnehmer am ausgewählten verfahrenstechnischen Verbraucher der
Pumpendruck über die Ansteuerelektronik, das Proportionaldruckbegrenzungsventil und
die Druckregeleinheit auf einen Drucksollwert angepaßt.
[0010] Schließlich kann gemäß der Erfindung bei einem sich zyklisch wiederholenden verfahrenstechnischen
Funktionsablauf bei einer Werkzeug- oder Verarbeitungsmaschine bei jedem ersten Zyklus
der maximale Betriebsdruck als Pumpendruck für die Verstellpumpe vorgegeben werden.
Der tatsächliche Druckverlauf, der sich aus den jeweiligen Maschinenfunktionen ergibt,
wird über vorzugebende Druck- und Zeitzugaben als Hüllkurve durch die Ansteuerelektronik
der Verstellpumpe ermittelt. Im nächstfolgenden Be- oder Verarbeitungszyklus wird
aufgrund der Ähnlichkeit der ablaufenden Prozesse nach dieser vorgegebenen Hüllkurve
der Pumpendruck gesteuert.
[0011] Gleichzeitig wird zum vorhergehenden Zyklus ein Soll-/Istvergleich durchgeführt,
durch den eine Korrektur der Hüllkurve erfolgt.
[0012] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine Schaltungsanordnung vorgeschlagen,
die vorsieht, daß das Proportionaldruckbegrenzungsventil über die Ansteuerelektronik
der Verstellpumpe mit der Eingabeeinheit verbunden ist und ein verfahrenstechnisch
bedeutender Verbraucher über den Druckaufnehmer mit der Eingabeeinheit verbunden ist.
[0013] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens und der Schaltungsanordnung zur Steuerung
und Regelung eines Druckstromerzeugers z. B. einer Verstellpumpe für unterschiedliche
hydraulische Verbraucher in Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinen bestehen darin, daß
der Ausrüstungsbedarf für den hydraulischen Kreislauf durch die Einsparung von Ventiltechnik
und Steuerungselementen erheblich reduziert wird, was zu größeren Kosteneinsparungen
führt. Ferner wird der energetische Wirkungsgrad der hydraulischen Anlage durch die
erfindungsgemäße Druckregelung wesentlich verbessert, da die parallel geschalteten
hydraulischen Verbraucher durch die neue Steuerung und Regelung auf einem niedrigeren
Druckniveau betrieben werden können und für die Zuschaltung von leistungsstarken Verbrauchern
keine besonderen Leistungsreserven erforderlich sind, solange die Förderstromanforderung
≦ der bereitgestellten Menge ist.
[0014] Die Erfindung soll nachstehend in allgemeinen Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. In den zugehörigen Zeichnungen ist dargestellt
- Fig. 1
- Hydraulische Schaltung für die Verbraucher einer Spritzgießmaschine zur Kunststoffverarbeitung
- Fig. 2
- Diagramm zum Druckverlauf über eine Zykluszeit mit Druckvorgabe aus einer Sollwertbestimmung
für drei parallel geschaltete Verbraucher
- Fig. 3
- Diagramm zum Druckverlauf über eine Zykluszeit mit sechs parallel geschalteten Verbrauchern,
wovon einer ein verfahrenstechnisch ausgewählter Verbraucher ist.
- Fig. 4
- Diagramm zum Druckverlauf über eine Zykluszeit für drei parallel geschaltete Verbraucher,
die durch Differenzdruck geregelt werden.
- Fig. 5
- Diagramm zum Druckverlauf für drei parallel geschaltete Verbraucher, bei denen innerhalb
der Zykluszeit die Druckwertvorgabe nach einer Entscheidungstabelle erfolgt.
- Fig. 6
- Diagramm zum Druckverlauf für vier parallel geschaltete Verbraucher über zwei Zeitzyklen
und einer Druckwertvorgabe nach einem Soll-Ist-Vergleich
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Steuerung und Regelung eines Druckstromerzeugers
z. B. einer Verstellpumpe für mehrere parallel geschaltete unterschiedliche hydraulische
Verbraucher soll zunächst am Beispiel für die verschiedenen Verbraucher einer Spritzgießmaschine
zur Kunststoffverarbeitung betrachtet werden. Das erfindungsgemäße Verfahren ist jedoch
problemlos auf andere Verarbeitungsmaschinen oder Werkzeugmaschinen übertragbar, wo
parallel betriebene Verbraucher mit unterschiedlichem Leistungsbedarf mit Druckmittel
versorgt werden müssen. In der in Figur 1 dargestellten hydraulischen Schaltung werden
von einer druckgeregelten Verstellpumpe 1 aus die Verbraucher Schließeinheit 12, Spritzeinheit
13 und der Plastizierantrieb 15 über eine Förderleitung 1.1 und parallele Leitungszweige
1.2 mit Druckmittel bei einem konstanten Systemdruck versorgt.
[0015] Der Druck p in der Förderleitung 1.1 wird durch ein parallel geschaltetes Anlagensicherheitsventil
14 begrenzt. Die Verbraucher Schließeinheit 12 und Spritzeinheit 13 werden über entsprechend
vorgeschaltete Ventiltechnik 9 und 10, die als Proportionalsteuerventile bzw. Servo-
oder Proportionalregelventile ausgeführt sein können, angesteuert. Die Leistungsparameter
für die Verbraucher 12 und 13 werden über eine Eingabeeinheit 16, die mit der Ventiltechnik
9 und 10 und einer Ansteuerelektronik 4.2 verknüpft ist, vorgegeben.
[0016] Entsprechend dem Leistungsbedarf der einzelnen parallel geschalteten hydraulischen
Verbraucher ist die Verstellpumpe 1, durch eine hydraulische Druckregeleinheit 2 in
einem parallelen Leitungszweig 1.3, verstellbar. Über ein im Leitungszweig 1.3 nachgeschaltetes
Proportionaldruckbegrenzungsventil 3 ist der Einstellpunkt der hydraulischen Druckregeleinhheit
2 veränderbar. Dieser veränderliche Einstellpunkt bestimmt den Zeitpunkt, bei welchem
vorgegebenen Druckwert die Verstellpumpe 1 selbständig einschwenken soll.
[0017] Das Proportionaldruckbegrenzungsventil 3 ist mit einer Ansteuerelektronik 4.1 für
die Verstellpumpe 1 verknüpft und durch diese ansteuerbar. Die Eingabeeinheit 16 erhält
von einem Druckaufnehmer 5, der mit dem parallelen Leitungszweig 1.2 für den Plastizierantrieb
15 verbunden ist, den Druckistwert. In diesem Ausführungsbeispiel wird der Plastizierantrieb
15 als ausgewählter verfahrenstechnischer Verbraucher betrachtet und gesondert gesteuert
und geregelt.
[0018] Dazu befindet sich im parallelen Leitungszweig 1.2 vor dem Plastizierantrieb 15 ein
Proportionaldrosselventil 8. Der Druckaufnehmer 5 ist über das Proportionaldrosselventil
8, eine Ansteuerelektronik 7 und einen Tachogenerator 6 mit dem ausgewählten Verbraucher
Plastizierantrieb 15 elektrisch so verknüpft, daß die Drehzahl des Plastizierantriebes
15 auf einem beliebig vorwählbaren Wert konstant gehalten werden kann. Die Ansteuerelektronik
7 erhält dazu den Drehzahl-Sollwert über eine elektrische Leitungsverbindung aus der
Eingabeeinheit 16. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Steuerung und Regelung
eines Druckstromerzeugers für parallel geschaltete unterschiedliche hydraulische Verbraucher
besteht die Absicht, die Summe aller Teilströme zu den einzelnen Verbrauchern so zu
wählen, daß bei parallel ablaufenden Maschinenfunktionen der Gesamtförderstrom der
Verstellpumpe 1 nicht erreicht wird und dadurch das Druckniveau beliebig hoch vorwählbar
ist. Das geschieht erfindungsgemäß dadurch, daß nach Eingabe der verschiedenen Druckwerte
für die einzelnen Verbraucher 12, 13 und 15 durch die Ansteuerelektronik 4.1 aus den
einzelnen Druckwerten der jeweils höchste Betriebsdruck ermittelt wird. Durch die
Ansteuerelektronik 4.1 für die Verstellpumpe 1 wird danach dieses erfaßte Druckniveau
an das Proportionaldruckbegrenzungsventil 3, mit einem definiert vorgegebenen größeren
Wert, weitergeleitet. Im Ergebnis kann nun über die hydraulische Druckregeleinheit
2 der hydraulische Druckbedarf für die Verstellpumpe 1 gesichert werden. Das bedeutet
praktisch, daß das einmal gewählte Anlagendruckniveau immer konstant ist. Bei einem
konstanten Druck p paßt sich die Verstellpumpe 1 automatisch dem jeweils notwendigen
Druckmittelbedarf an. Die Entscheidung, wieviel Verbraucher mit welchen Parametern
betrieben werden dürfen, ist in der Software der Spritzgießmaschine gelöst. Erfolgen
keine gleichzeitigen Maschinenfunktionen, entscheidet die Software über die Anpassung
des tatsächlich beim Plastizieren auftretenden Hydraulikdruckes am Druckaufnehmer
5, welches Druckniveau das Proportionaldruckbegrenzungsventil 3 einnehmen soll, um
damit die Verstellpumpe 1 im erforderlichen Teillastbereich betreiben zu können. Wird
z. B. die Maschinenfunktion Plastizieren in der Kühlzeit (Standzeit der übrigen Verbraucher)
nicht abgeschlossen, so ist ein ganz bestimmter Ablauf notwendig, der vor Ablauf der
Kühlzeit z. B. 2 Sekunden vorher, den Anlagendruck am Proportionaldruckbegrenzungsventil
3 auf den Maximalwert verstellt, damit die volle Leistungsbereitschaft, entsprechend
der vorgewählten Eingabewerte der Eingabeeinheit, für die wieder neu hinzukommenden
Verbraucher der Spritzgießmaschine gewährleistet ist. Die Drehzahl der Verstellpumpe
1 wird nicht nur über die Regelung mittels Tachogenerator 6 und Proportionaldrosselventil
8 konstant gehalten, sondern gleichzeitig erfolgt eine drucküberlagerte Förderstromregelung
über den Druckaufnehmer 5 in Verbindung mit dem Proportionaldrosselventil 8. Der erforderliche
Druck mit dem Teilförderstrom, der sich je nach Bedarf ergibt, wird durch die Verstellpumpe
1 über die Leitungen 1.1 und 1.2 bereitgestellt.
[0019] In den folgenden Figuren 2 bis 6 ist in Diagrammen der Druckverlauf p auf der y-Achse
und die Zykluszeit t auf der x-Achse für eine unterschiedliche Anzahl von parallel
geschalteten Verbrauchern, die mit a, b, c, d, e und f bezeichnet sind, für eine Be-
oder Verarbeitungsmaschine mit unterschiedlichen Leistungsparametern dargestellt.
Bei der Erläuterung dieser Figuren wird jeweils Bezug auf die in Figur 1 dargestellte
Schaltungsanordnung mit den drei parallel geschalteten Verbrauchern 12, 13 und 15
genommen, die sinngemäß für die Verbraucher a, b, c, d, e und f in den Figuren 2 bis
6 Gültigkeit hat. Im Diagramm in Figur 2 sind drei Verbraucher a, b und c erkennbar,
die mit unterschiedlichen Druckwerten betrieben werden. Die erforderlichen Druckwerte
für diese Verbraucher werden in die Eingabeeinheit 16 (Fig. 1) eingegeben. Durch die
Ansteuerelektronik 4.1 für die Verstellpumpe 1 wird dann der höchste Betriebsdruck
bzw. Solldruck p
Soll ermittelt und an das Proportionaldruckbegrenzungsventil 3 mit einem definierten größeren
Wert unterhalb des maximalen Anlagendruckes p
max vorgegeben. Aus der Figur 2 ist ferner erkennbar, daß der Verbraucher b bei Einschaltbeginn
noch parallel mit dem Verbraucher a über eine gewisse Zeit, danach alleine und schließlich
mit dem Verbraucher c parallel betrieben wird, der als Verbraucher den Zyklus alleine
beendet. Mit Hilfe der hydraulischen Druckregeleinheit 2 wird während dieser Zykluszeit
über die Verstellpumpe 1 der erforderliche Volumenstrom und Druckbedarf gesichert.
Diese Ausführungsform erfordert den geringsten Softwareaufwand bei der Realisierung
der Erfindung.
[0020] Aus Figur 3 ist in analoger Weise für sechs Verbraucher a, b, c, d, e, und f der
Druckverlauf während eines Zyklusses ersichtlich. Der Verbraucher d ist der Verbraucher,
der einen Großteil der Zykluszeit für sich beansprucht. Aus der unterschiedlichen
Flächendarstellung der einzelnen Verbraucher, die sich in bestimmten Zeitbereichen
überlappen, ist erkennbar, welche Verbraucher zu welcher Zeit des Zyklusses parallel
betrieben werden. Auf der Zeitachse t ist die Leistungsaufnahme des Verbrauchers d
durch den Zeitabschnitt t₁ bis t₂ gekennzeichnet. Für den Verbraucher d, der eine
besondere verfahrenstechnische Priorität besitzt, erfolgt erfindungsgemäß eine gesonderte
Regelung mit Hilfe des Druckaufnehmers 5. Dabei wird durch die Eingabeeinheit 16 eine
ständige Anpassung des aktuellen Druckwertes vorgenommen.
[0021] Die Druckregelung erfolgt immer dann, wenn die Eingabewerte der anderen parallel
betriebenen Verbraucher c und e niedriger sind als der aktuelle Druckwert ist. Im
Diagramm ist der geregelte Druckwert p
reg als Kurve im Zeitabschnitt von t₁ bis t₂ erkennbar, die unterhalb des als Gerade
dargestellten Solldruckes p
Soll verläuft. Im Vergleich zur Ausführungsform nach Figur 2 bietet diese Variante den
Vorteil, daß über Zeitabschnitte des Gesamtzyklusses eine Energieeinsparung durch
den angepaßten Regeldruck p
reg. möglich ist.
[0022] Eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens ist aus Figur 4 ersichtlich.
Die Steuerung und Regelung der Verstellpumpe 1 erfolgt für drei parallel geschaltete
unterschiedliche hydraulische Verbraucher a, b und c, wovon die Verbraucher a und
b zeitweilig gemeinsam betrieben werden.
[0023] Erfindungsgemäß wird der Ansteuerelektronik 4.1 für die Verstellpumpe ein Differenzdruck
p
Diff. z. B. von 10 bar vorgegeben, der sich nach dem vorgewählten Druck p
Soll durch die Eingabeeinheit 16 bestimmt. Aus dem Differenzdruck wird ein Ansteuersignal
für den vorgegebenen Pumpendruck abgeleitet. Durch die Ansteuerelektronik 4.1 wird
dieses Ansteuersignal als Summe aus dem Differenzdruck plus dem höchsten Verbraucherdruck
durch die Eingabeeinheit 16 bestimmt und damit der Mindestdruckbedarf gesichert. Die
Ausführungsvariante in Figur 4 ermöglicht durch den Differenzdruck p
Diff. eine energetisch optimalere Anpassung als der in Figur 2 dargestellte Eingabedruckwert
p
Soll.
[0024] In Figur 5 ist eine analoge Ausführungsvariante gemäß Figur 4 mit drei Verbrauchern
für eine verfahrenstechnische Steuerung und Regelung veranschaulicht, bei der die
Vorgabe des Solldruckwertes p
Soll nach einer Entscheidungstabelle erfolgt. Dazu wird von der Ansteuerelektronik 4.1
aus den Eingabewerten der Eingabeeinheit 16 und/oder den Druckistwerten mindestens
eines Druckaufnehmers 5 eine Entscheidung getroffen. Die Entscheidung wird in Abhängigkeit
von der Priorität der momentanen Funktion nach einer vorgegebenen Entscheidungstabelle
gefällt. Dadurch ist es möglich, daß der Pumpendruck p über das Proportionaldruckbegrenzungsventil
3 und die Druckregeleinheit 2 vorgebbar ist. Diese Anpassung ermöglicht eine verbesserte
ökonomische Betriebsweise gegenüber den bisher beschriebenen Varianten.
[0025] Aus Figur 6 ist eine Steuerungs- und Regelungsvariante der Erfindung entnehmbar,
die aus technischer Sicht den höchsten Komfort aufweist. Am Beispiel von vier parallel
geschalteten unterschiedlichen hydraulischen Verbrauchern a, b, c und d ist ein sich
zyklisch wiederholender verfahrenstechnischer Funktionsablauf in einer Werkzeug- oder
Verarbeitungsmaschine in zwei Arbeitszyklen dargestellt. Aus der graphischen Darstellung
ist der unterschiedliche Leistungsbedarf der einzelnen Verbraucher a, b, c und d und
der zeitweilige parallele Betrieb der Verbraucher a und b sowie c und d ersichtlich.
In jedem ersten Zyklus, der in Figur 6 im linken Bild dargestellt ist, wird der maximale
Betriebsdruck p
max als Pumpendruck vorgegeben. Der tatsächliche Druckverlauf wird dann über vorzugebende
Druck- und Zeitzugaben als Hüllkurve durch die Ansteuerelektronik 4 ermittelt. Im
nächstfolgenden Zyklus, der rechts in Figur 6 dargestellt ist, wird aufgrund der Ähnlichkeit
der sich wiederholenden Be- oder Verarbeitungsprozesse nach der ermittelten Hüllkurve
der Pumpendruck gesteuert. Dabei findet zum vorhergehenden Zyklus ein Soll/Istvergleich
statt, durch den eine Korrektur der Hüllkurve vorgenommen wird. Das ist ein ständig
sich selbstoptimierender Prozeß für jeden sich wiederholenden Zyklus. Die in den Figuren
5 und 6 dargestellten Ausführungsformen sind zwei Möglichkeiten für einen energieökonomisch
gleichwertigen Verfahrensablauf. Auf der Grundlage der verfahrenstechnisch erläuterten
Ausführungsvarianten der Erfindung ist erkennbar, daß es möglich ist, ohne die Verwendung
von zusätzlicher Ventiltechnik, z. B. angeordnet in einem Ventilblock (Pumpenblock),
die von der druckgeregelten hydraulischen Verstellpumpe erzeugte Antriebsleistung
auf einem sich ständig veränderdem Druckniveau bereitzustellen, wodurch eine erhebliche
Verbesserung des energetischen Wirkungsgrades erreicht wird.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0026]
- 1
- - Verstellpumpe
- 1.1
- - Förderleitung
- 1.2
- - Leitungszweig
- 1.3
- - Leitungszweig
- 2
- - Druckregeleinheit
- 3
- - Proportionaldruckbegrenzungsventil
- 4.1
- - Ansteuerelektronik für Verstellpumpe
- 4.2
- - Ansteuerelektronik für die Verbraucher
- 5
- - Druckaufnehmer
- 6
- - Tachogenerator
- 7
- - Ansteuerelektronik für Proportionaldrosselventil
- 8
- - Proportionaldrosselventil
- 9
- - Ventiltechnik
- 10
- - Ventiltechnik
- 11
- -
- 12
- - Verbraucher Schließeinheit
- 13
- - Verbraucher Spritzeinheit
- 14
- - Anlagensicherheitsventil
- 15
- - Verbraucher Plastizierantrieb
- 16
- - Eingabeeinheit
- p
- - Förderdruck in bar
- pmax
- - maximaler Anlagendruck
- pDiff
- - Differenzdruck
- pSoll
- - vorgewählter Druck der Eingabeeinheit
- pEnt.
- - vorgewählter Druck nach Entscheidungstabelle
- preg.
- - geregelter Druck
- t
- - Zeitachse
- a
- - Verbraucher
- b
- - Verbraucher
- c
- - Verbraucher
- d
- - Verbraucher
- e
- - Verbraucher
- f
- - Verbraucher
1. Verfahren zur Steuerung und Regelung eines Druckstromerzeugers beispielsweise einer
Verstellpumpe für mehrere parallel geschaltete unterschiedliche hydraulische Verbraucher
in Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinen, die von der Verstellpumpe mit Druckmittel
versorgt werden, wobei der Druck des Hauptförderstromes über ein Anlagensicherheitsventil
begrenzt wird und die Parameter für die Verbraucher durch eine Eingabeeinheit, die
mit einer Ansteuerelektronik und entsprechender Ventiltechnik verknüpft ist, vorgegeben
werden, die Verstellpumpe durch eine hydraulische Druckregeleinheit bezüglich des
Volumenstromes und des Pumpendruckes einstellbar ist, ein Proportionaldruckbegrenzungsventil
den Einstellpunkt der hydraulischen Druckregeleinheit verändert, das Proportionaldruckbegrenzungsventil
durch eine Ansteuerelektronik angesteuert wird und die Ansteuerelektronik den aktuellen
Wert, sowohl über die Sollwerte der Eingabeeinheit als auch über den aktuellen Wert
eines Druckaufnehmers erhält, der zwischen einem Proportionaldrosselventil und einem
verfahrenstechnisch ausgewählten Verbraucher angeordnet ist, der über das Proportionaldrosselventil
eine zugehörige Ansteuerelektronik und einen Tachogenerator die Drehzahl des ausgewählten
Verbrauchers auf einen beliebig vorwählbaren Wert konstant hält, dadurch gekennzeichnet,
daß nach Eingabe der verschiedenen Druckwerte in die Eingabeeinheit (16) für die einzelnen
parallel geschalteten hydraulischen Verbraucher (12, 13, 15) die Ansteuerelektronik
(4.1) für die Verstellpumpe (1) aus den Druckwerten den jeweils höchsten Betriebsdruck
ermittelt und die Ansteuerelektronik (4.1) dieses vorgegebene Druckniveau an das Proportionaldruckbegrenzungsventil
(3) mit einem definiert vorgegebenen größeren Wert signalisiert, so daß die hydraulische
Druckregeleinheit (2) über die Verstellpumpe (1) den hydraulischen Druckbedarf sichert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem für einen ausgewählten verfahrenstechnischen Verbraucher
(15) mit durchschnittlich hohem Energiebedarf eine Regelung mittels Druckaufnehmer
(5) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß eine ständige Anpassung des aktuellen Druckwertes
zum Eingabewert der Eingabeeinheit (16) vorgenommen wird und diese Druckregelung immer
dann geschieht, wenn die Eingabewerte der anderen parallel betriebenen Verbraucher
niedriger sind als der aktuelle Druckwert ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ansteuerelektronik (4.1)
für die Verstellpumpe (1) ein Differenzdruck vorgegeben wird und das sich daraus ableitende
Ansteuersignal für den zu steuernden Pumpendruck durch die Ansteuerelektronik (4.1)
als Summe aus Differenzdruck plus höchstem vorgegebenen Verbraucherdruck, durch die
Eingabeeinheit (16) bestimmt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingabeeinheit (16)
die Eingabewerte über eine vorgegebene Entscheidungstabelle erhält und innerhalb eines
bestimmten Zeitintervalls der Pumpendruck (p) über die Ansteuerelektronik (4.1) für
die Verstellpumpe (1) das Proportionaldruckbegrenzungsventil (3) und die Druckregeleinheit
(2) auf einen konstanten Drucksollwert (pSoll) vorgegeben werden und in einem zweiten Zeitintervall mit schwankenden Druckistwerten
über einen Druckaufnehmer (5) am ausgewählten verfahrenstechnischen Verbraucher (15)
der Pumpendruck über die Ansteuerelektronik (4.1), das Proportionaldruckbegrenzungsventil
(3) und die Druckregeleinheit (2) auf einen Drucksollwert angepaßt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 4 mit sich zyklisch wiederholendem verfahrenstechnischen
Funktionsablauf in der Werkzeug- oder Verarbeitungsmaschine, dadurch gekennzeichnet,
daß bei jedem ersten Zyklus der maximale Betriebsdruck als Pumpendruck für die Verstellpumpe
(1) vorgegeben wird und der tatsächliche Druckverlauf über vorzugebende Druck- und
Zeitzugaben als Hüllkurve durch die Ansteuerelektronik (4.1) ermittelt wird und im
nächstfolgenden Zyklus aufgrund der Ähnlichkeit der Prozesse nach dieser Hüllkurve
der Pumpendruck gesteuert wird und zum vorhergehenden Zyklus ein Soll-/Istvergleich
stattfindet, durch den eine Korrektur der Hüllkurve erfolgt.
6. Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Proportionaldruckbegrenzungsventil (3) über die Ansteuerelektronik (4.1) mit
der Eingabeeinheit (16) verbunden ist und ein verfahrenstechnisch bedeutender Verbraucher
(15) über den Druckaufnehmer (5) mit der Eingabeeinheit (16) verbunden ist.