[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Überwachung der Fadenzugkraft nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Dieses Verfahren ist durch die EP 207 471 A1 bekannt.
[0002] Dieses Verfahren gewährleistet, daß beim Falschzwirntexturieren die Qualitätsausbeute
wesentlich verbessert wird.
[0003] Durch die DE 33 06 594 A1 ist ein Verfahren zum Falschzwirntexturieren bekannt, bei
dem das von dem Friktionsfalschdrallgeber auf den Faden übertragene Drallmoment in
Abhängigkeit von der Zugkraft verstellt wird, und zwar indem die Anpreßkraft zweier
auf den Faden einwirkenden Oberflächen entsprechend verstellt wird. Mit diesem Verfahren
kann die Fadenzugkraft auf einen konstanten Wert eingeregelt werden. Der Nachteil
dieses Verfahrens bei gleichzeitiger Anwendung des eingangs geschilderten bekannten
Verfahrens ist jedoch, daß Schwankungen des Mittelwertes nicht mehr in Erscheinung
treten und daher u.U. Fehler, die durch die Fadenzugkraftmessung erfaßt werden sollten,
nicht mehr erfaßt werden können. Wenn also z.B. durch Verschleiß eines Lieferwerkes
oder Fehler in der Temperaturführung der Texturierzone Fadenzugkraftänderungen auftreten,
so dient das Meßverfahren nach der EP 207 471 A1 dem Zweck, diese Fehler aufzudecken.
Durch Anwendung des Verfahrens nach der DE 33 06 594 A1 wird die Fadenzugkraft jedoch
unter Außerachtlassung dieser Fehler ausgeregelt und dadurch werden diese Fehler überdeckt.
Aufgabe der Erfindung ist es, durch Fadenzugkraftmessung einerseits die Drallgebung
zu steuern, andererseits aber trotzdem die Möglichkeit zu erhalten, durch Zugkraftmessung
auch eine Qualitätsüberwachung durchzuführen.
[0004] Die Lösung ergibt sich aus dem Kennzeichen des Anspruchs 1.
[0005] Unter Drallübertragung des Falschdrallgebers wird in dieser Anmeldung die Größe der
Reibkraft des Falschdrallers am Faden und/oder die Aufteilung der Reibkraft in die
Drallgebende Komponente und fördernde Komponente verstanden.
[0006] Das Funktionsprinzip des Friktionsfalschdrallers besteht darin, daß eine oder mehrere
bewegte Oberflächen eine Reibkraft auf den Faden ausüben, die eine drallerteilende
und eine fadenzugkrafterzeugende Komponente aufweist. Die drallerteilende Komponente
erzeugt ein Drehmoment am Faden, wodurch dieser - in Laufrichtung des Fadens gesehen
- stromaufwärts gezwirnt wird. Wenn sich die Größe der Reibkraft z.B. durch Änderung
des Reibbeiwertes ändert, so ändert sich sowohl die drallerteilende Komponente wie
auch die fadenzugkrafterzeugende Komponente, d.h. die Änderung der Fadenzugkraft hat
einen indirekten Aussagewert für die Intensität des Texturierprozesses.
[0007] Erfahrungsgemäß stehen einige Texturierfehler wie Kapillarbrüche, Stellen mit nicht
aufgelöstem Drall (tight spots) und die Dichte der Aufwickelpakete in direktem Zusammenhang
mit der Fadenzugkraft nach dem Drallgeber. Insofern wirkt es qualitätsverbessernd,
wenn die Fadenzugkraft innerhalb enger vorgegebener Grenzen gehalten wird.
[0008] Mit der Erfindung gelingt es, die qualitätssteigernde Maßnahme einer geregelten Fadenspannung
mit zeitlich konstantem Mittelwert und die qualitätsrelevante Erfassung von Reibkraftänderungen
miteinander zu verbinden.
[0009] Zur Beeinflussung der Drallübertragung steht - wie durch Anspruch 2 vorgeschlagen
- insbesondere das Mittel zur Verfügung, die Drehgeschwindigkeit des Friktionsfalschdrallers
zu beeinflussen. Bei entsprechender Auslegung der Geometrie im Drallgeber wird durch
diese Änderung (innerhalb gewisser Grenzen) die Drallerteilung am Faden nicht wesentlich
beeinflußt. Es bleibt der qualitätsfördernde Effekt der weitgehend konstanten Fadenzugkraft.
Eine Beeinflussung der Fadenzugkraft hinter dem Drallgeber ist auch über eine geometrische
Verstellung am Drallgeber möglich z.B. durch gezielte Veränderung des Achsabstandes.
[0010] Bei einem Friktionsfalschdraller, der aus zwei Oberflächen besteht, die den Faden
zwischen sich einklemmen - vergleiche z.B. EP 22 743 (Bag. 1187), US-PS 4,145,871
- wird vorzugsweise der Andruck verstellt, wie es auch durch die DE-A1 33 06 594 vorgeschlagen
wird.
[0011] Ein Friktionsfalschdraller, der aus drei auf den Ecken eines gleichschenkligen Dreiecks
angeordneten Achsen mit darauf aufgespannten, sich im Zentrum des Dreiecks überlappenden
Scheiben besteht, zeichnet sich zur Ausführung des Verfahrens insbesondere durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 3, zweite Alternative, aus.
Die Verstellung der Achsen kann insbesondere dadurch geschehen, daß zwei Achsen auf
Exzentern gelagert werden, welche durch eine Antriebseinrichtung verstellt werden
können.
[0012] Durch die DE-A1 33 06 594 ist es auch bekannt, das Fadenzugkraftsignal zur Ermittlung
der Betriebsfähigkeit der Texturierstelle zu verwenden, indem das Meßsignal der Fadenzugkraft
auf einen Grenzwertsignalgeber gegeben wird, der bei Überschreiten gewisser Maximalwerte
und/oder Minimalwerte der Fadenzugkraft ein Ausgangssignal gibt. Dabei wird jedoch
die Aussagekraft des Meßverfahrens nach der EP 207 471 A1, bei der der laufende Meßwert
auf den Mittelwert bezogen wird, nicht erreicht.
[0013] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung beschrieben.
[0014] Die Figur zeigt eine schematische Darstellung einer Bearbeitungsstelle einer Falschzwirnkräuselmaschine.
Der synthetische Faden 1 wird durch das Eingangslieferwerk 3 von der Vorlagespule
2 abgezogen. Die Texturierzone wird zwischen dem Eingangslieferwerk 3 und dem Abzugslieferwerk
9 gebildet. Sie umfaßt vor allem eine Heizschiene 4, eine Kühlschiene 5 und den Friktionsfalschdraller
6. Der Friktionsfalschdraller weist endlos bewegte Oberflächen auf, die quer zur Fadenachse
bewegt sind und an denen der Faden anliegt. Diese Oberflächen erteilen dem Faden in
Richtung Eingangslieferwerk eine Zwirnung, die sich in Richtung des Ausgangslieferwerks
9 wieder auflöst.
[0015] Zwischen dem Friktionsfalschdraller 6 und dem Ausgangslieferwerk 9 ist ein Fadenzugkraftmeßinstrument
8 angeordnet, durch welches die Fadenzugkraft, auch "Fadenspannung" genannt, gemessen
und als Ausgangssignal weitergegeben wird. Es sei bemerkt, daß hinter dem Ausgangslieferwerk
9 eine Aufwicklung oder noch eine Zwischenbehandlung durch Erwärmung folgt.
[0016] Das Ausgangssignal Z des Zugkraftmessers 8, welches die gemessene Fadenzugkraft repräsentiert,
wird über einen Filter 11 in einen Langzeitwert LW umgeformt. Der Langzeitwert LW
wird gemeinsam mit einem Sollwert einer Regeleinrichtung 12 zugeführt. In der Regeleinrichtung
12 werden der Sollwert und der Langzeitwert miteinander verglichen und in eine Verstellgröße
VS umgeformt. Durch die Verstellgröße VS wird ein Stellglied 7 verstellt, durch welches
die Drallübertragung des Friktionsfalschdrallers 6 auf den Faden gesteuert wird.
[0017] Das Ausgangssignal Z des Zugkraftmessers 8 wird ebenso wie das Verstellsignal VS
einer Auswerteinrichtung 10 aufgegeben. In der Auswerteinrichtung 10 repräsentiert
das Verstellsignal VS den Mittelwert. Die Überwachung des Verstellsignals innerhalb
bestimmter Grenzen ersetzt also nach dieser Erfindung die Überwachung des Mittelwertes.
Die Auswerteinrichtung 10 liefert eine Auswertung des aktuellen Ausgangssignals Z,
welches die aktuell gemessene Fadenzugkraft repräsentiert entsprechend den Grundsätzen,
die in der EP 207 471 A1 beschrieben sind. Das bedeutet: In der Auswerteinrichtung
10 ist ein oberer Grenzwert und ein unterer Grenzwert für das Verstellsignal VS eingespeichert
(GOVS, GUVS). Wenn das Verstellsignal VS einen dieser Grenzwerte überschreitet, erfolgt
ein Alarmsignal. Ferner wird in der Auswerteinrichtung 10 der Differenzwert DU zwischen
dem aktuellen Ausgangssignal Z und dem Verstellsignal VS - nachdem beide zuvor in
kompatible, vergleichbare Größen gewandelt worden sind - gebildet. Schließlich ist
in der Auswerteinrichtung 10 der obere Grenzwert und der untere Grenzwert dieses Differenzsignales
DU (GODU, GUDU) gespeichert, und es erfolgt ein Alarmsignal A, wenn das Differenzsignal
DU zwischen dem Verstellsignal und dem aktuell gemessenen Ausgangssignal Z einen der
Grenzwerte GODU, GUDU überschreitet.
[0018] Die Verstelleinrichtung 7 kann z.B. der Antriebsmotor des Friktionsfalschdrallers
sein. In diesem Falle erfolgt in der Einrichtung 12 eine Umwandlung des Differenzsignals
aus dem Langzeitwert und dem Sollwert in eine Größe, z.B. in eine Frequenz, die die
Drehzahl des als Synchronmotor oder als Asynchronmotor ausgelegten Antriebsmotors
7 des Friktionsfalschdrallers bestimmt.
[0019] Wenn der Friktionsfalschdraller aus drei Achsen besteht, die auf den Eckpunkten eines
gleichseitigen Dreiecks angeordnet sind und auf welchen Scheiben aufgespannt sind,
die sich im Zentrum des Dreiecks überlappen, so kann durch die Verstelleinrichtung
7 alternativ oder zusätzlich der Achsabstand verstellt werden, indem z.B. die Achsen
auf jeweils einem Exzenter gelagert und die Exzenter in Abhängigkeit von dem Verstellsignal
VS entsprechend verdreht werden (vgl. DE-AS 21 30 550).
[0020] Wenn der Friktionsfalschdraller aus zwei Scheiben besteht, die den Faden zwischen
sich einklemmen und von denen eine elastische Scheibe durch eine Andrückeinrichtung
gegen die andere Scheibe gedrückt wird (vgl. z.B. EP 22 743 A1), so kann durch das
Verstellsignal VS die Anpreßkraft verstellt werden. Hierzu wird auch auf die DE-A1
33 06 594 verwiesen.
[0021] Wenn die Anpreßkraft durch einen Stößel ausgeübt wird, welcher durch einen Elektromagneten
auf die Rückseite einer der Scheiben gedrückt wird, so ist das Verstellsignal (VS)
als elektrischer Strom durch die Regeleinrichtung 12 auszugeben. Dieser elektrische
Strom wird einerseits dem Elektromagneten zugeführt und bestimmt die Reibkraft, die
auf den Faden ausgeübt wird. Damit ist dieser Strom auch dafür verantwortlich, daß
die Fadenzugkraft nur kurzzeitig schwanken kann und - über längere Zeit gemessen -
auf den der Regeleinrichtung (R) vorgegebenen Sollwert ausgeregelt wird.
Andererseits wird dieser elektrische Strom aber genutzt zur Ermittlung von sonstigen
Fehlern, z.B. den oben erwähnten. Dazu werden der elektrische Strom und der laufende
Meßwert - nach Umformung in vergleichbare Signalqualität - miteinander verglichen
und festgestellt, ob der laufende Meßwert ein vorgegebenes Toleranzband zum elektrischen
Strom verläßt und/oder es wird festgestellt, wann der elektrische Strom ein für ihn
vorgegebenes zweites Toleranzband verläßt.
1. Verfahren zur Überwachung der Fadenzugkraft des laufenden Fadens in der Texturierzone
einer vielstelligen Falschzwirnkräuselmaschine,
mit den folgenden Merkmalen:
Die Fadenzugkraft wird laufend oder pulsierend gemessen (Meßsignal: U);
ein Alarmsignal (A) wird an der Meßstelle erzeugt, wenn ein den laufenden Mittelwert
(MU) des laufenden Meßwert repräsentierendes Signal (VS) ein vorgegebenes Toleranzfeld
zwischen einem
oberen Grenzwert (GOVS) des Signals (VS) und einem unteren Grenzwert (GUVS) des Signals
(VS) verläßt und/oder wenn ein aus dem Signal (VS) und dem laufenden Meßwert laufend
gebildetes Differenzsignal (DU) ein zweites vorgegebenes Toleranzfeld zwischen einem
oberen Grenzwert des Differenzwertes (GODU) und einem unteren Grenzwert des Differenzwertes
(GUDU) verläßt, und mit dem kennzeichnenden Merkmal:
Die Fadenspannung wird dadurch ausgeregelt, daß die Fadenspannung über ein Zeitfilter
in ein Verstellsignal (VS) umgewandelt und durch das Verstellsignal (VS) die Größe
und/oder die Komponentenverteilung der Reibkraft des Falschdrallgebers am Faden gesteuert
wird;
das Verstellsignal (VS) wird als das den laufenden Mittelwert (MU) des laufenden Meßwerts
repräsentierende Signal zur Qualitätsüberwachung genutzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
durch das Verstellsignal (VS) die Geschwindigkeit des Friktionsdrallgebers gesteuert
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
durch das Verstellsignal (VS) die Reibkraft zwischen den bewegten Oberflächen des
Friktionsfalschdrallers und dem Faden verstellt wird,
indem bei einem Friktionsfalschdraller mit zwei gegeneinander bewegten Oberflächen,
zwischen denen der Faden geführt wird, die Anpreßkraft der Oberflächen auf den Faden
verstellt wird oder
bei einem Friktionsfalschdraller mit drei Achsen und darauf aufgespannten Scheiben,
die sich im Mittelpunkt zwischen den Achsen überlappen, der Achsabstand verstellt
wird.
1. Method for monitoring the tensile force of the moving yarn in the texturing zone of
a multistation false-twist crimping machine, with the following features:
The tensile force of the yarn is measured continuously or intermittently (measurement
signal: U);
an alarm signal (A) is produced at the measuring point if a signal (VS) representing
the instantaneous mean value (MU) of the instantaneous measured value leaves a predetermined
tolerance range between an upper limit value (GOVS) of the signal (VS) and a lower
limit value (GUVS) of the signal (VS) and/or if a differential signal (DU) formed
from the signal (VS) and the instantaneous measured value leaves a second predetermined
tolerance range between an upper limit value of the differential value (GODU) and
a lower limit value of the differential value (GUDU),
and with the characterising feature:
The yarn tension is corrected by converting the yarn tension into an adjusting signal
(VS) by means of a time filter and using the adjusting signal (VS) to control the
magnitude and/or the division of the frictional force of the false-twisting element
into components at the yarn; the adjusting signal (VS) is used as the signal which
represents the instantaneous mean value (MU) of the instantaneous measured value for
quality monitoring.
2. Method according to claim 1, characterised in that the speed of the friction twisting
element is controlled by the adjusting signal (VS).
3. Method according to claim 1, characterised in that the frictional force between the
moving surfaces of the friction false-twisting element and the yarn is adjusted by
the adjusting signal (VS) in that, when using a friction false-twisting element with
two surfaces which are moved with respect to one another and between which the yarn
is guided, the contact pressure of the surfaces on the yarn is adjusted or, when using
a friction false-twisting element with three spindles and discs which are fixed to
the latter and overlap at the centre, the spindle spacing is adjusted.
1. Procédé pour la surveillance de la force de traction du fil en circuit dans la zone
de texturation d'une machine de frisage avec fausse torsion comportant une pluralité
d'unités de travail,
avec les attributs suivants:
- la force de traction du fil est mesurée sans intervalles ou par intervalles (signal
de mesure: U),
- au point de mesure, un signal d'alarme (A) est produit au cas où
un signal de réglage (VS) - représentant la moyenne actuelle (MU) de la valeur mesurée
prise continuellement - quitte une zone de tolérance définie entre une valeur limite
supérieure (GOVS) du signal (VS) et une valeur limite inférieure (GUVS) du signal
(VS)
et/ou un signal différentiel actuel (DU) - résultat du signal (VS) et de la valeur
mesurée prise continuellement - quitte une deuxième zone de tolérance définie entre
une valeur limite supérieure du signal différentiel (GODU) et une valeur limite inférieure
du signal différentiel (GUDU),
avec les caractéristiques de l'invention suivantes:
- La force de traction du fil est réglée par le fait
que la force de traction du fil est transformée dans un signal de réglage (VS) à l'aide
d'un filtre
et que la valeur de la force de friction de l'agrégat fausse-torsion
et/ou la répartition des composantes de la force de friction agissant sur le fil est
réglée par le signal de réglage (VS).
- Le signal de réglage (VS) - représentant la moyenne actuelle (MU) de la valeur mesurée
prise continuellement - est utilisé comme signal de surveillance garantissant la qualité.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la vitesse de l'agrégat fausse-torsion est réglé par le signal de réglage (VS).
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la force de friction entre les surfaces en mouvement de l'agrégat fausse-torsion et
le fil est réglée par le signal de réglage (VS),
en modifiant - pour un agrégat fausse-torsion avec deux surfaces en contre-mouvement
entre lesquelles le fil est conduit - la force de pression des surfaces agissant sur
le fil,
ou - pour un agrégat fausse-torsion à trois axes avec des disques montés là-dessus
chevauchant au milieu de l'agrégat entre les axes - en modifiant la distance entre
les axes.