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EP 0 451 088 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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27.04.1994 Patentblatt 1994/17 |
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Anmeldetag: 01.03.1991 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: E02D 17/20 |
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Armierte Vegetationsschicht
Reinforced vegetation layer
Couche de végétation armée
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT DE ES FR IT |
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Priorität: |
02.03.1990 CH 671/90
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.10.1991 Patentblatt 1991/41 |
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Patentinhaber: Eberle Landschaftsbau AG |
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CH-9100 Herisau (CH) |
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Erfinder: |
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- Eberle, Anton
CH-9100 Herisau (CH)
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Vertreter: Groner, Manfred et al |
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Isler & Pedrazzini AG,
Patentanwälte,
Postfach 6940 8023 Zürich 8023 Zürich (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-88/02419 US-A- 4 645 381
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FR-A- 2 370 827
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN, Band 9, Nr. 286 (M-429)[2009], 13. November 1985; & JP-A-60
126 428 (HIROO TAKANASHI) 05-07-1985
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine armierte Vegetationsschicht nach dem Oberbegriff des
unabhängigen Patentanspruchs 1. Durch die WO-A-88/02419 ist ein Gemisch aus Erde und
diskreten Fasern bekannt, wobei als Erde Schotter, Sand, Schwemmsand oder Lehm vorgesehen
ist. Ein solches Gemisch eignet sich nicht als Vegetationsschicht und für eine Begrünung
müsste dieses mit einer Vegetationsschicht überdeckt werden.
[0002] Weiter ist im Stand der Technik durch die JP-A-55 36 576 ein Verfahren bekannt geworden,
nach dem zur Stabilisierung einer Steilböschung über die Oberfläche dieser Böschung
ein Netz gespannt wird. Auf dieses Netz wird zuerst eine mit Kokosfasern armierte
Schlammschicht und auf diese eine weitere Schicht aus Wasser und einem künstlichen
Erdmaterial zur Bildung einer künstlichen Bodenschicht aufgespritzt. Das Aufbringen
zweier verschiedener Schichten ist aufwendig und die erhaltene Schicht dürfte schwierig
zu begrünen sein.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine armierte Vegetationsschicht zu schaffen,
die ein einfacheres Verfahren zur Sicherung und Begrünung von Steilböschungen und
Felsböschungen ermöglicht und die bei verbesserter Wiederstandsfähigkeit gegen viele
Arten von Erosion sich durch eine hohe Formstabilität und Kohäsion auszeichnet und
zudem eine sichere und schnellere Begrünung gewährleistet. Die Aufgabe wird durch
die Erfindung gemäss Anspruch 1 gelöst.
[0004] Die Kunststoff-Mikrofasern bewirken eine Verkettung der organischen Stubstanz und
bilden dadurch eine verrottungsfreie Armierung und Verkettung der Vegetationsschicht.
Die beigemischten getrockneten Meerespflanzen bilden durch die Verbindung mit Wasser
eine bindige kolloidale Masse, die eine Punkt-Verbindung in den Kapillaren der Vegetationsschicht
bewirkt. Die Tonmineralien und die Mikro- und Makronährstoffe stellen der Vegetation
die erforderlichen Nähstoffe zur Verfügung.
[0005] Die obigen Eigenschaften der erfindungsgemässen Vegetationsschicht haben zur Folge,
dass ein einschichtiger Aufbau genügt, dass diese einzige Schicht hydropneumatisch
aufgebracht und im gleichen Arbeitsgang Saatgut eingebracht werden kann. In der Regel
genügt eine Schichtdicke von 5 bis 15 cm.
[0006] Die Kunststoff-Mikrofasern sind vorzugsweise ein Gemisch verschieden langer Fasern
mit Längen zwischen 2 und 20 cm vorzugsweise zwischen 3 und 8 cm. Die Fasern sind
vorzugsweise verzweigt und aus UV-stabilem Polyester hergestellt. Die feinen Härchen
solcher Fasern ergeben eine filzartige Verkettung und tragen wesentlich zur Stabilisierung
der aufgetragenen Vegetationsschicht bei.
[0007] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer Abbildung und
einer Zeichnung erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Schnitt durch eine Böschung, die mit einer erfindungsgemässen armierten Vegetationsschicht
verkleidet ist, und
- Fig. 2
- eine photographische Darstellung vom Kunststoff-Mikrofasern.
[0009] Die Fig. 1 zeigt eine Steilböschung mit einem Untergrund 5 aus witterungsanfälligem
Fels oder standfestem Lockergestein. Diese instabile Steilböschung ist durch ein Statiknetz
6 aus Kunststoff, einem geeigneten Metall oder aus Naturfasern gesichert. Dieses Netz
ist mit Verankerungen 4, die eine Länge von beispielsweise 2 bis 4 m aufweisen, sowie
mit Krallpatten 3 fixiert. Ein solches Netz ist durch die schweizerische Patentschrift
Nr. 672 933 bekannt. Auf die gesicherte Böschungsoberfläche ist eine Vegetationsschicht
1 aufgebracht. Diese wird im erdfeuchten Zustand mit geeigneten Geräten mittels Verschlauchung
pneumatisch transportiert und unmittelbar beim Austritt aus der Spritzdüse mit Wasser
durchsetzt. Der Wassergehalt der Vegetationsschicht 1 kann dadurch in einfacher Weise
und genau den örtlichen Verhältnissen angepasst werden.
[0010] Die zu verspritzende armierte Vegetationsschicht besteht aus einer organischen Substanz
auf Basis einer Komposterde mit hohem Skelettanteil, Kunststoff-Mikrofasern, organischen
Pflanzenfasern in einer Länge von etwa 5 bis 7 cm, getrockneten Meerespflanzen, gebrochenen
Opalinus-Blähtonkugeln als Strukturgeber, Tonmineralien in verschiedenen Formen, und
Mikro- sowie Makronährstoffe organischen Ursprungs. Die KunststoffMikrofasern sind
vorzugsweise aus UV-stabilem Polyester hergestellt und bewirken eine Verkettung der
organischen Substanz und bilden dadurch eine verrottungsfreie Armierung und Verkettung
der Vegetationsschicht. Die getrockneten Meerespflanzen bilden durch die Verbindung
mit den beim Austritt aus der Spritzdüse beigefügten Wasser eine bindige kolloidale
Masse, die eine Punkt-Verbindung mit dem Kapillaren der Vegetationsschicht bewirkt.
Die Opalinus-Blähtonkugeln bilden einerseits Strukturgeber und erhöhen anderseits
die Wasserspeicherkapazität.
[0011] Im oberen Bereich der aufgebrachten Vegetationsschicht 1 wird im gleichen Arbeitsgang
das Saatgut aufgespritzt, das nach kurzer Zeit zu einer organischen Keimschicht 2
führt.
[0012] Sind in der Oberfläche 10 des Böschungsuntergrundes 5 grössere Vertiefungen 8 mit
einer Tiefe von beispielsweise 1/2 Meter vorhanden, so werden diese vor dem Aufbringen
der Vegetationsschicht mit einem Material 7 aufgefüllt, das ebenfalls mit Fasern armiert
ist, jedoch aus kostengünstigerem Material besteht. Der armierten Schicht 7 kann beispielsweise
Sand beigemischt sein.
[0013] Ein Statiknetz oder Grundgewebe kann bei stark instabiler Oberfläche erforderlich
sein. In der Regel ist jedoch eine solche vorhergehende mechanische Stabilisierung
der Böschung nicht erforderlich. Es hat sich sogar gezeigt, dass mit der erfindungsgemässen
Vegetationsschicht auch vergleichsweise stark rutschgefärdete Böschungen ohne weitere
Sicherungsmassnahmen begrünt werden können.
[0014] Nachfolgend wird ein Beispiel für die prozentualen Anteile (Gewichtsprozente) gegeben:

1. Armierte Vegetationsschicht, die insbesondere auf eine mit einem verankerten Statiknetz
oder Grundgewebe gesicherte Steilböschung oder Felsböschung aufzuspritzen ist, dadurch
gekennzeichnet, dass diese ein Gemisch mit folgenden Bestandteilen ist:
a) eine organische Substanz auf Basis einer Komposterde mit hohem Skelettanteil,
b) Kunststoff-Mikrofasern als Armierung,
c) organische Pflanzenfasern,
d) getrocknete Meerespflanzen,
e) ein Strukturgeber,
f) Tonmineralien in verschiedenen Formen,
g) Mikro- und Makronährstoffe organischen Ursprungs.
2. Vegetationsschicht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die organischen Pflanzenfasern
eine Länge von 5 bis 7 cm aufweisen.
3. Vegetationsschicht nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Strukturgeber
aus mineralischem Material, beispielsweise Blähton oder Tuffgestein, hergestellt ist.
4. Vegetationsschicht nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Kunststoff-Mikrofasern verzweigte Fasern aus UV-stabilen Polyester sind.
5. Vegetationsschicht nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern eine durchschnittliche
Länge von 2 bis 20 cm, vorzugsweise 3 bis 8 cm aufweisen.
1. Armoured vegetation layer which is in particular to be sprayed onto a steep slope
or rock slope secured by an anchored static netting or ground fabric, characterized
in that it is a mixture having the following components:
a) an organic substance based on a compost earth having a high skeleton content,
b) plastics microfibres as armouring,
c) organic vegetable fibres,
d) dried marine plants,
e) a structuring agent,
f) clay minerals in various forms,
g) micro and macro nutrients of organic origin.
2. Vegetation layer according to Claim 1, characterized in that the organic vegetable
fibres have a length of from 5 to 7 cm.
3. Vegetation layer according to Claim 1 or 2, characterized in that the structuring
agent is made from mineral material, for example expanded clay or tufa.
4. Vegetation layer according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the plastics
microfibres are branched fibres of UV-stable polyester.
5. Vegetation layer according to Claim 4, characterized in that the fibres have an average
length of from 2 to 20 cm, preferably 3 to 8 cm.
1. Couche de végétation armée qui est destinée à être projetée en particulier sur un
talus raide ou un talus rocheux consolidé à l'aide d'un treillis statique ou un tissu
de fond ancré, caractérisée en ce que celle-ci est un mélange des composants suivants
:
a) une substance organique à base de compost à proportion de structure élevée,
b) des microfibres en matière synthétique en tant qu' armature,
c) des fibres végétales organiques,
d) des plantes marines séchées,
e) un agent structurant,
f) des minéraux argileux sous diverses formes,
g) des micro- et macroéléments nutritifs d'origine organique.
2. Couche de végétation selon la revendication 1, caractérisée en ce que les fibres végétales
organiques possèdent une longueur de 5 à 7 cm.
3. Couche de végétation selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que l'agent
structurant est obtenu à partir d'une substance minérale, par exemple à partir d'argile
expansée ou de tuf.
4. Couche de végétation selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que
les microfibres en matière synthétique sont des fibres ramifiées obtenues à partir
de polyesters stables aux UV.
5. Couche de végétation selon la revendication 4, caractérisée en ce que les fibres possèdent
une longueur moyenne de 2 à 20 cm, de préférence de 3 à 8 cm.
