(19)
(11) EP 0 593 914 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.04.1994  Patentblatt  1994/17

(21) Anmeldenummer: 93115128.6

(22) Anmeldetag:  21.09.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E02D 29/14
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK FR GB GR IE LI NL

(71) Anmelder: PASSAVANT-WERKE AG
D-65322 Aarbergen 7 (DE)

(72) Erfinder:
  • Weiler, Walter, Dipl.-Ing.
    D-65582 Diez (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Herstellen von aus Rahmen und Einlegeteil bestehenden Kanalisationsartikeln, insbesondere Schachtabdeckungen und Strassenaufsätze


    (57) Bei dem Schwer- und Schnellverkehr ausgesetzten Schachtabdeckungen und Straßenaufsätzen ist die ruhige Lagerung des Schachtdeckels bzw. Einlaufrostes unumgänglich. Um diese Lagerung dauerhaft zu erreichen, wird vorgeschlagen, die zusammenwirkenden Auflageflächen im Rahmen und Einlegeteil vollflächig mit einem durch gießen in einer Dauerform aufgebrachten Belag aus einem dauerelastischen Elastomer zu beschichten. Die beschichteten Flächen können unbearbeitet bleiben. Zur besseren Haftung der Beschichtung können die Flächen beim Gießen mit Vertiefungen oder Aufrauhungen versehen werden. Die Beschichtung kann um den Außenrand der Auflagefläche des Einlegteils herumgezogen werden, so daß eine bewegungsfreie Einlage möglich ist.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung befaßt sich mit Kanalisationsartikeln, insbesondere Schachtabdeckungen und Stra- ßenaufsätzen, die aus einem in der Fahrbahnfläche eingebetteten Rahmen und einem Einlegteil, also insbesondere einem Einlaufrost oder einem Schachtdeckel, bestehen.

    [0002] Die Belastungen des modernen Schwerlast- und Schnellverkehrs stellen hohe Anforderungen an die Lagerung des Einlegteils im Rahmen. Ist die Lagerung nicht absolut eben und vollflächig, dann kommt es durch die dynamischen Vertikal- (Federn) und Horizontalkräfte (Bremsen, Kurvenfahrt) zu Mikrobewegungen des Einlegteils, die einen Verschleiß der beiden beteiligten Auflageflächen zur Folge haben. Der Deckel bzw. Rost schlägt hörbar im Rahmen. Ein verschlissener Rahmen muß in mühevoller Arbeit ausgetauscht werden.

    [0003] Das planebene Bearbeiten der beiden Auflageflächen hat nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt. Während des Betriebs kann die ebene Auflage durch Verzug oder das Eindringen von Schmutz gestört werden, was wiederum zum Kippen des Einlegteils und schließlich zum abrasiven Verschleiß der Auflageflächen führt.

    [0004] Auch eine weitere Verbesserung in Form einer in mindestens eine Auflagefläche integrierten dämpfenden Einlage aus Elastomer bringt in vielen Fällen keine dauerhafte Lösung des Problems. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die dämpfende Einlage den eindringenden Schmutz sozusagen inkorporiert und dann mit diesem Schmutz auf die Gegenfläche schmirgelnd einwirkt. Die Folge ist auch hierein punktueller Verschleiß der Auflagefläche im Rahmen.

    [0005] Ein weiterer Nachteil dieser Abdeckungen und Straßenaufsätze sind die hohen Herstellkosten. Das Bearbeiten der Auflageflächen und das Einarbeiten der Nut für die dämpfende Einlage ist sehr teuer. Die Aufgabe, diese Kosten zu sparen und eine sichere auf Dauer klapper- und verschleißfreie Lagerung des Einlegteils zu erreichen, wird gemäß der Erfindung nunmehr dadurch gelöst, daß die unbearbeiteten Auflageflächen vollflächig mit einer in einer Form gegossenen elastomeren Beschichtung überzogen werden. Durch das Beschichten in einer Präzisionsform ergibt sich an beiden zusammenwirkenden Flächen eine Ebenheit, die einer Bearbeitung gleichkommt und für eine absolut ruhige Lage des Einlegteils sorgt. Die Beschichtung kann so weit um den Rand des Einlegteils herumgezogen werden, daß Schmutz nicht mehr bis zur Auflagefläche vordringen und dort inkorporiert werden kann.

    [0006] Da es sich bei den Kanalisationsartikeln fast durchweg um Gußteile handelt, ist es zweckmäßig, den Belag sofort nach dem Erkalten der Gußteile und dem Putzen der gußrauhen Auflageflächen aufzubringen. Diese ergibt eine hervorragende Dauerbindung des Belags mit dem Metall.

    [0007] Um die Bindung des Elastomers mit den metallisehen Auflageflächen zu verbessern, wird vorgeschlagen, in die Auflageflächen rundum- oder abschnittsweiselaufende Vertiefungen einzubringen, die mit dem Elastomer ausgegossen werden. Die Vertiefungen können mit eingeformt sein und bedürfen keiner Bearbeitung. Die Vertiefungen können die Form von Rinnen oder Sacklöchern haben.

    [0008] Bei Schachtabdeckungen, deren Metallteile noch mit Beton verbunden bzw. gefüllt werden, wird der Belag nach dem Verbinden bzw. Füllen aufgebracht. Hierdurch kann der Verzug, der durch das Abbinden des Betons ggf. entstanden ist, wieder ausgeglichen werden. Die Auflageflächen sind anschließend absolut eben.

    [0009] Das Aufbringen einer gegossenen Beschichtung ist von Steinzeugrohren her bekannt. Dort dient die Beschichtung aber der Verbesserung der Gleit- und Anlagefläche für die Muffendichtung.

    [0010] Die Beschichtung bei Kanalisationsartikeln als dämpfende Einlage und Ersatz für die mechanische Bearbeitung einzusetzen, ist überraschend neu und äußerst vorteilhaft.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Herstellen von aus Rahmen und Einlegteil bestehenden Kanalisationsartikeln, insbesondere Schachtabdeckungen und Straßenaufsätze, dadurch gekennzeichnet, daß die zusammenwirkenden Auflageflächen im Rahmen und am Einlegteil vollflächig mit einem durch Gießen in einer Dauerform aufgebrachten Belag aus einen dauerelastischen Elastomer beschichtet sind.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag sofort nach dem Erkalten auf die geputzten Gußflächen aufgebracht wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in den Auflageflächen rundumlaufende oder abschnittsweise Vertiefungen eingebracht sind, die mit dem Elastomer ausgegossen werden.
     





    Recherchenbericht