[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Wasserstrahlantrieb gemäß dem Gattungsbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bei solchen sogenannten "Topfpumpen" ist der Leitapparat ein feststehender Schaufelkranz,
bei dem die Schaufeln so angeordnet sind, daß in den Schaufelkanälen bzw. dem Leitapparat
Strömungsenergie weitestgehend in Druckenergie umgesetzt wird. Die vorzugsweise hinter
der Ebene des flachen Schiffbodens angeordnete Antriebsvorrichtung saugt Wasser aus
dem Bereich unterhalb des Schiffbodens an, das angesaugte Wasser wird im Laufrad beschleunigt,
so daß es am Austritt des Laufrades eine hohe kinetische Energie hat, die am Austritt
aus dem Leitapparat in Druckenergie umgewandelt ist, nach dem Austritt aus dem Leitapparat
und im Druckgehäuse also eine hohe Druckenergie hat und dieser hohen Druckenergie
wegen an jeder beliebigen Stelle des Druckgehäuses aus dem Druckgehäuse aus- und in
Auslaßdüsen eintreten kann, die die Austrittsrichtung des den Vortrieb des Schiffes
bewirkenden Wasserstrahles bestimmen. Der Vorteil dieser Lösung ist die freie Wahl
für die Anordnung der Auslaßdüsen, der Nachteil ist einen relativ aufwendige Bauweise
(DE-A-4021340).
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Ausbildung einer gattungsgemäßen Antriebseinrichtung
derart, daß sie baulich einfacher und leichter als die bekannte Lösung ist.
[0004] Der Lösung der Aufgabe dient die Ausbildung eines gattungsgemäßen Wasserstrahlantriebs
gemäß dem Kennzeichnungsteil des Anspruchs 1, mit den Merkmalen der Unteransprüche
wird der erfindungsgemäße Antrieb in zweckmäßiger Weise weiter ausgebildet.
[0005] Ein erfindungsgemäßer Wasserstrahlantrieb ist in der Zeichnung schematisch dargestellt
und nachfolgend erläutert. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- eine Ansicht auf die untere Deckplatte des Antriebs,
- Fig. 2
- einen Mittellängsschnitt durch den Antrieb und
- Fig. 3 und Fig. 4
- einen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 1,2 bzw. IV-IV in Fig. 1.
[0006] Die wesentlichen Bauteilgruppen des erfindungsgemäßen Wasserstrahlantriebs sind das
topfförmige Pumpengehäuse 1, das halbaxial verlaufende Schaufel- bzw. Strömungskanäle
zwischen seinen Schaufeln 2 bildende Pumpenlaufrad 3, der Antrieb 4 des Laufrades,
der Leitapparat 5 und eine untere Deckplatte 6, in die in der Mitte der Wassereinlaß
7, eine mittlere Auslaßdüse 8 und zwei seitliche Auslaßdüsen 9,10 integriert sind.
"Halbaxial beschaufelt" besagt, daß das Laufrad 3 axial angeströmt wird und das mit
Strömungsenergie versehene Wasser das Laufrad verläßt und in den Leitapparat eintritt
unter einem Winkel, der gegenüber der Laufraddrehachse geringer als 90° ist. Der Antrieb
4 kann konventionell sein, so daß auf seine Beschreibung verzichtet werden kann. Er
ist auf einen Deckel des Pumpengehäuses 1 aufgesetzt und ragt in das Pumpengehäuse
hinein, um dort mit dem Laufrad 3 drehfest verbunden zu sein. Er kann beispielsweise
dem in DE-A-4021340 vorgesehenen Antrieb gleichen. Im Einlaß 7 kann ein relativ weitmaschiges
Einlaßgitter 11 angeordnet sein, das deswegen relativ weitmaschig sein kann, weil
der Antrieb infolge des Fehlens eines beschaufelten Leitapparates gegenüber im Wasser
mitgeführten Fremdpartikeln unempfindlicher ist als ein Antrieb mit einem beschaufelten
Leitapparat.
[0007] Der Leitapparat ist nun erfindungsgemäß ein unbeschaufelter Ringdiffusor mit einem
Austrittswinkel zur Laufradachse zwischen etwa 160 und 200°, vorzugsweise 180°. Der
Ringdiffusor bzw. Leitapparat 5 wird unmittelbar außen von der Gehäuseaußenwand 12
und innen vom Laufradgehäuse 13 gebildet. Er ist rotationssymmetrisch und weist keine
Einbauten auf. Er gewährleistet eine lange Führung zu den Auslaßdüsen 8,9 und 10.
Der Querschnittsverlauf des Leitapparates ist konstant, gegebenenfalls sogar abnehmend.
[0008] Der Einlauf ist asymmetrisch mit einem Endkreis 14 und einem diesem gegenüber versetzten
anderen Endkreis 15. Die asymmetrische Ansauggeometrie ist so ausgelegt, daß ein kavitationsarmer
Einlauf bei den am häufigsten auftretenden Betriebszuständen gegeben ist.
[0009] Die erfindungsgemäße Ausbildung vermeidet Eintrittsverluste und gewährleistet geringe
Austrittsverluste im Diffusor, Reibung erfolgt nur an den Diffusorwänden und nicht
auch an Schaufelwänden. Die lange, zu den Auslaßdüsen 8 bis 10 hin ausgerichtete Strömung
im Diffusor ermöglicht die exakte Einhaltung eines gewollten Strömungsverlaufes. Die
Ringdiffusorausbildung mit sowohl radialer als auch axialer Wirkrichtung führt zu
einem relativ kleinen Gehäuse- bzw. Brunneninnendurchmesser. Dadurch wiederum ist
eine kompakte Bauweise bei hoher Schubausbeute möglich. Dadurch ergeben sich weiter
relativ große Strömungsquerschnitte, was ebenfalls zu hoher Schubausbeute bei konstantem
Gehäuse- bzw. Brunnendurchmesser (in Relation zu bekannten Lösungen mit beschaufeltem
Leitapparat), darüber hinaus geringer Kavitationsneigung und Verschmutzungsgefahr
mit der Notwendigkeit allenfalls eines grobmaschigen Ansauggitters führt. Der asymmetrische
Einlauf bewirkt eine nur geringe Neigung zur Einlaufkavitation zumindest in den am
häufigsten auftretenden Betriebszustand. Der rotationssymmetrische Diffusor ohne Schaufeln,
die Diffusorbildung unmittelbar durch Gehäusewand und Laufradgehäuse bedeuten einen
verhältnismäßig geringen Fertigungsaufwand und führen zu geringem Gewicht, was besonders
bei großen Antrieben wichtig ist.
[0010] Der Querschnittsverlauf im Diffusor ist optimierbar, die Umlenkradien sind so zu
bestimmen, daß trotz der fehlenden Leitschaufeln eine ablösungsfreie Durchströmung
des Diffusors gewährleistet ist.
[0011] Der gesamte Wasserstrahlantrieb ist in bekannter Weise um die Längsachse des Laufrades
7 in beiden Umfangsrichtungen uneingeschränkt bzw. endlos drehbar, um die Austrittsrichtung
der Wasserstrahlen und damit die Vortriebsrichtung des angetriebenen Wasserfahrzeugs
bestimmen zu können. Zum gleichen Zweck kann die Bodenplatte 6 mit den Düsen 8 bis
10 und dem Einlaß 7 in entsprechender Weise gegenüber dem Gehäuse 1 drehbar sein,
das in diesem Fall als mittragende Baugruppe in die tragende Schiffskonstruktion integriert
sein kann.
[0012] Die Auslaßdüsen 8 bis 10 gewährleisten in allen Fällen, daß Wasserstrahlen unter
einem flachen Winkel den Antrieb verlassen, wie es insbesondere Fig. 3,4 entnehmbar
ist. Wesentlich ist also bei der Erfindung, daß der Leitapparat ein unbeschaufelter
Ringdiffusor mit einem Austrittswinkel zur Laufradachse zwischen etwa 160° und 200°,
vorzugsweise 180° ist.
[0013] Durch den von den Leitschaufeln gebildeten Schaufelkranz ist die bekannte Antriebseinrichtung
(DE-A-4021340) relativ schwer, was insbesondere bei großem Durchmesser der Antriebseinrichtung,
also bei Antriebseinrichtungen hoher Leistung, nachteilig ist. Kennzeichnend ist dabei,
daß der Leitapparat mit dem Leitschaufelkranz ausschließlich in radialer Richtung
wirkt, wodurch die Schaufelkanäle eine große Länge haben müssen, wodurch die Antriebseinrichtung
einen relativ großen Durchmesser hat, was, wie erwähnt, zu einem hohen Gewicht führt
und zu Einbauproblemen führen kann, indem von der Antriebseinrichtung Platz beansprucht
wird, der als Nutzraum verloren geht.
[0014] Bereits durch den Wegfall der Schaufeln gegenüber dem Stand der Technik (DE-A-4021340)
mit dem beschaufelten Leitapparat wird der erfindungsgemäße Ringdiffusor erheblich
leichter, was besonders bei großen Maschinen wichtig ist. Der erfindungsgemäß schaufellose
Ringdiffusor wird so ausgebildet, daß die Wirkrichtung nicht nur radial, sondern auch
axial ist. Das bedeutet, daß gegenüber einem Antrieb mit beschaufeltem Leitapparat
bei gleicher Schubausbeute das Gehäuse kleiner und leichter wird bzw. ein höherer
Schub bei gleichen Außenabmessungen und reduziertem Gewicht erreicht wird. Letztere
Version führt durch die dann größeren Strömungsquerschnitte zu einer Senkung der Kavitationsgefahr
und der Verschmutzungsneigung.
[0015] Dadurch, daß der Ringdiffusor bzw. Leitapparat 5 unmittelbar außen von der Gehäuseaußenwand
12 und innen vom Laufradgehäuse 13 gebildet wird, sind keine gesonderten Bauteile
zu ihrer Gestaltung nötig, was ebenfalls einen effizienten Wasserstrahlantrieb geringen
Gewichts in kompakter einfacher Bauweise möglich macht. Der erfindungsgemäß ausgebildete
Wasserstrahlantrieb gewährleistet eine lange Führung zu den Auslaßdüsen 8,9 und 10.
Der Querschnittsverlauf des Leitapparates kann zunehmend sein dergestalt, daß eine
weitere Umsetzung von Geschwindigkeitsenergie in Druckenergie erreicht wird. Vorzugsweise
ist jedoch der Querschnittsverlauf gleichbleibend oder sogar abnehmend, so daß die
kinetische Energie der Strömung unmittelbar ausgenutzt werden kann.
[0016] Im unbeschaufelten Leitapparat bleibt die Drallkomponente, also die in Umfangrichtung
weisende Komponente der aus dem Laufrad austretenden Strömung stärker erhalten als
es bei einem gemäß dem Stand der Technik beschaufelten Leitapparat möglich ist.
1. Wasserstrahlantrieb für Schiffe, die zum Einsatz auch in flachen Gewässern bestimmt
sind, wobei ein halbaxial beschaufeltes Laufrad mit vertikaler Drehachse in einem
brunnenförmigen Pumpengehäuse drehbar angeordnet ist, in das von oben her durch eine
Deckelplatte der Antrieb für das Laufrad eingeführt ist, das unten durch eine Bodenplatte
verschlossen ist, die einen in der Mitte angeordneten Wassereinlaß für die axiale
Anströmung des Laufrades und zumindest eine flach geneigten Wasserauslaß aufweist,
wobei zwischen dem Austrittsende der Förderkanäle des Laufrades und dem zumindest
einen Wasserauslaß ein Leitapparat angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Leitapparat einen zwischen dem Pumpengehäuse (12) und dem Laufradgehäuse
(13) konzentrisch zur Laufradachse angeordneten schaufellosen Ringkanal aufweist,
in dem die Strömung aus der halbaxialen Richtung beim Verlassen des Laufrades (3)
in eine Austrittsströmung gebracht wird, die mit der Anströmrichtung einen Winkel
etwa zwischen 160 und 200° einschließt.
2. Wasserstrahlantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnittsverlauf des Ringkanals konstant oder in Strömungsrichtung abnehmend
ist.
3. Wasserstrahlantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenkontur des Ringkanals unmittelbar vom Pumpengehäuse (12) bestimmt wird.
4. Wasserstrahlantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenkontur des Ringkanals unmittelbar vom Laufradgehäuse (13) bestimmt
wird.
5. Wasserstrahlantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringkanal abströmseitig in Auslaßdüsen (8-10) mündet, die in eine Deckplatte
(6) des Antriebsgehäuses integriert sind.
6. Wasserstrahlantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Pumpeneinlauf (7) asymmetrisch und vorzugsweise in der Deckplatte (7) angeordnet
ist.
7. Wasserstrahlantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb in seiner Gesamtheit um die Längsachse bzw. die Drehachse des Laufrades
(3) schwenkbar ist.