[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Eindosieren von insbesondere pulverförmigen
Füllgutes gemäß Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art ist bspw. nach der DE-A- 35 43 507 bekannt.
Diese bekannte Vorrichtung arbeitet zwar einwandfrei, hat aber insofern den Nachteil,
daß in der Trommel nur zwei sich gegenüberstehende Zylinderreihen angeordnet werden
können, die Hubverstellung im Inneren der Trommel erfolgen muß und daß die Trommel,
da sie wegen der Stelltraversen keine tragende Welle aufweist, einer Trommelumfangslagerung
bedarf. Der Leistung einer solchen Dosiervorrichtung sind insofern Grenzen gesetzt,
als hierbei immer nur oben gefüllt und unten entleert werden kann, und es einer halben
Umdrehung der Trommel bedarf, um leere Zylinder wieder in Füllstellung und um gefüllte
Zylinder in Entleerungsstellung zu bringen. Dosiervorrichtungen mit Zentralwelle sind
nach den US-A-3 154 117 und 4 052 836 bekannt. Um die Kolben dieser Vorrichtungen
in den sich drehenden Trommeln einerseits bewegen und andererseits auch bezüglich
ihrer Dosierhübe einstellen zu können, sind mechanisch recht aufwendige Verstell-
und Bewegungselemente erforderlich, weshalb bei beiden Vorrichtungen nur Zylinder/Kolbenanordnungen
auf einer Umfangslinie der relativ schmalen Trommel vorgegeben sind. Wollte man mehrere
Reihen von Zylinder/Kolbenanordnungen nebeneinander vorsehen, so wäre dies nur durch
Nebeneinanderanordnung mehrerer solcher Vorrichtungen möglich, wobei noch darauf geachtet
werden müßte, daß die Verstellelemente, sofern dies überhaupt möglich ist, für eine
Verstellung zugänglich bleiben. Eine solche relativ dichte Nebeneinanderanordnung
ist aber durchaus von Interesse, wenn Behälter oder Näpfchen in Reihe nebeneinander
angeordnet gefüllt werden sollen, wie dies bei der Vorrichtung nach der DE-A- 35 43
507 vorgesehen ist.
[0003] Ausgehend von der gattungsgemäßen Vorrichtung nach der DE-A-35 53 507 liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, diese trotz der Verwendung von Kolbenbetätigungstraversen, dahingehend
zu verbessern, daß mehr als zwei Reihen sich diametral gegenüberstehender Zylinder
an der Trommel vorgesehen werden können, wobei zudem der Saug- bzw. Dosierhub unabhängig
vom Ausstoßhub einstellbar sein soll.
[0004] Diese Aufgabe ist mit einer Vorrichtung der gattungsgemäßen Art nach der Erfindung
dadurch gelöst, daß die Trommel beidendig mittels einer geraden und der Anzahl der
Zylinderreihen entsprechenden Anzahl von mindestens vier radialen Speichen auf einer
zentrisch die Trommel durchgreifenden Welle gelagert und an den Speichen eines Speichenpaares
jeweils eine Kolbenbetätigungstraverse verschieblich geführt ist und daß im Stellweg
der Traversenrollen quer zur Welle ein den vollen Ausstoßhub bewirkender Stellhebel
und ein weiterer, den Saughub bewirkender Stellhebel angeordnet sind, wobei die Hebelverstellungen
bewirkende drehbare Stellkurven zur Synchrondrehung miteinander gekoppelt sind und
die den Saughub bewirkende Stellkurve in bezug auf den betreffenden Stellhebel verstellbar
angeordnet ist.
[0005] Abgesehen davon, daß bei dieser erfindungsgemäßen Ausbildung die Trommel von einer
normal zu lagernden Zentralwelle getragen wird und mindestens vier Reihen von Zylindern
vorgesehen werden können und damit die Durchsatzleistung entsprechend erhöht werden
kann, ergibt sich durch die im einzelnen noch näher zu erläuternde Einstell- und Betätigungsmechanik,
daß auf einfache Weise und völlig unabhängig vom Entleerungshub der Saug- bzw. Dosierhub
eingestellt werden kann. Wesentlicher Grundgedanke ist dabei, das Stellelement, das
den Entleerungshub bewirkt, immer den vollen Hubausschlag ausführen zu lassen, und
zwar unabhängig davon, auf welche Dosierhubeinstellung die Kolben vorher eingestellt
worden sind, was noch näher erläutert wird.
[0006] Um die Stellmechanik nur auf einer Seite anordnen zu müssen, dabei aber eine gleichmäßige
und verkantungsfreie Hub- und Senkbewegung der Kolbenbetätigungstraversen über deren
ganze Länge zu gewährleisten, sind die mindestens vier Kolbenbetätigungstraversen
mit Kugelführungshülsen an den Speichen geführt.
[0007] Trotz der vom Entleerungshub unabhängigen Einstellbarkeit des Saughubes können die
notwendigen Stellkurven vorteilhaft für beide Vorgänge in gleicher Form und Größe
und Exzentrizität ausgebildet sein, da die Saughubeinstellung nicht durch eine abweichende
Kurvenkonfiguration erreicht wird, sondern diese Saughubeinstellung lediglich durch
eine Distanzverstellung der Saughubkurve zur jeweiligen in Wirkstellung befindlichen
Kolbenbetätigungstraverse erfolgt. Im übrigen können diese Stellkurven als einfache
exzentrische Kreisscheiben ausgebildet werden. Diese Distanzverstellung könnte an
sich dadurch verwirklicht werden, daß die Drehachse der Stellkurve für den Saughub
in geeigneter Weise verstellbar am Vorrichtungsgestell gelagert wird. Vorteilhaft
ist jedoch seine Ausbildung derart vorgesehen, daß dem den Saughub bewirkenden Stellhebel
ein zweiter, am entgegengesetzten Ende schwenkbar gelagerter Stellhebel mit entgegengesetzter
Erstreckungsrichtung übergeordnet ist, dessen über dem Schwenklager des Stellhebels
befindliches Ende in bezug auf das Schwenklager des anderen Stellhebels distanzverstellbar
ausgebildet und am übergeordneten Stellhebel die auf das Ende des darunter befindlichen
Stellhebels wirkende Stellkurve angeordnet ist.
[0008] Dies führt zu einer noch näher zu erläuternden linearen Verstellbarkeit. Der zweite,
übergeordnete Stellhebel kann auf der gleichen Achse wie die den Entleerungshub bewirkende
Stellkurve gelagert sein und es muß keine Rücksicht auf die erforderliche Synchronkopplung
der beiden Stellkurven genommen werden, der sonst durch eine entsprechend gekurvte
Schlitzführung am Vorrichtungsgestell für die Lagerung und Führung der den Saughub
bewirkenden Stellkurve Rechnung getragen werden müßte.
[0009] Was die Betätigung der Kolben für den Ausstoßhub betrifft, so ist dafür der den Ausstoßhub
bewirkende Stellhebel ein zweiarmiger, im wesentlichen mittig schwenkbar gelagerter
Winkelhebel, dessen einer Arm mit seinem Ende an der Stellkurve anliegt und dessen
anderer Arm am Ende mit einem von den Traversenrollen unterfahrbaren Querfortsatz
versehen ist.
[0010] Die an einer Seite aller Traversen angeordneten Rollen laufen bei Schrittdrehung
der Trommel von unten gegen den den Saughub bewirkenden Stellhebel und der am anderen,
den Ausstoßhub bewirkenden Stellhebel angeordnete Querfortsatz wird von den von oben
in Schrittdrehung kommenden Rollen unterfahren.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung
eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
- Fig. 1
- einen Schnitt durch die Trommel;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Trommel;
- Fig. 3
- die Stellhebel in ihrer Zuordnung zur Trommel und
- Fig. 4
- einen Längsschnitt durch die Trommel.
[0012] Die Vorrichtung besteht aus einer unter einer Produktaufgabeeinrichtung 1 drehbar
angeordneten Trommel 2 mit nach außen offenen Produktaufnahmegefachen in Form sich
radial gegenüberstehender Zylinder 3 mit bezüglich ihres Hubes einstellbaren Kolben
4 und Kolbenstangen 5, wobei die Kolben 4 einer Zylinderreihe 3' mit ihren Kolbenstangen
5 jeweils an einer sich im Inneren der Trommel 2 erstreckenden Kolbenbetätigungstraverse
6 befestigt sind, die außerhalb der Trommel 2 über Rollen 7 mit Hubbewegungselementen
in Wirkverbindung bringbar sind. Die Trommel 2 ist natürlich mindestens auf der Seite,
auf der sich die gefüllten Zylinder 3 nach unten bewegen, mit einger geeigneten Abdeckung
A versehen.
[0013] Für eine solche Vorrichtung ist nun wesentlich, daß die Trommel 2 beidendig mittels
einer geraden und der Anzahl der Zylinderreihen 3' entsprechenden Anzahl von mindestens
vier radialen Speichen 8 auf einer zentrisch die Trommel 2 durchgreifenden Welle 9
gelagert und an den Speichen 8 eines Speichenpaares 8' jeweils eine Kolbenbetätigungstraverse
6 verschieblich geführt ist. Ferner sind dabei im Stellweg der Traversenrollen 7 quer
zur Welle 9 ein den vollen Ausstoßhub bewirkender Stellhebel 10 und ein weiterer,
den Saughub bewirkender Stellhebel 11 angeordnet, wobei die Hebelverstellungen bewirkende
drehbare Stellkurven 12, 12' zur Synchrondrehung miteinander gekoppelt und die den
Saughub bewirkende Stellkurve 12' in bezug auf den Stellhebel 11 verstellbar angeordnet
ist.
[0014] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind insgesamt (siehe Fig. 1, 2) vierundzwanzig
Zylinder 3 mit Kolben 4 und Kolbenstangen 5 vorhanden, wobei jeweils vier Zylinder
in Reihe (siehe Fig. 2) angeordnet sind und jeder Reihe ein Speichenpaar 8' mit zugehöriger
Betätigungstraverse 6 zugeordnet ist. Jede Traverse 6 ist an ihren Enden mittels Kugelführungshülsen
13 an den zugehörigen Speichen 8 geführt, wobei alle Speichen 8 die Welle 9 in der
Längsmittelachse der Trommel 2 halten.
[0015] Unter Verweis auf Fig. 4 sind die Stellkurven 12, 12' bspw. in Form von exzentrisch
gelagerten Kreisscheiben 14 ausgebildet. Ebenfalls unter Verweis auf Fig. 4 ist der
den Ausstoßhub bewirkende Stellhebel 10 ein zweiarmiger, im wesentlichen mittig schwenkbar
gelagerten Winkelhebel, dessen einer Arm 10' mit seinem Ende an der Stellkurve 12
anliegt und dessen anderer Arm 10'' am Ende mit einem von den Traversenrollen 7 unterfahrbaren
Querfortsatz 15 versehen ist (siehe auch Fig. 3).
[0016] Bei der bevorzugten Ausführungsform der Verstellmechanik gemäß Fig. 4 ist dem den
Saughub bewirkenden Stellhebel 11 ein zweiter, am entgegengesetzten Ende schwenkbar
gelagerten Stellhebel 11' mit entgegengesetzter Erstreckungsrichtung übergeordnet,
dessen über dem Schwenklager 16 des Stellhebels 11 befindliches Ende 17 in bezug auf
das Schwenklager 16 distanzverstellbar ausgebildet ist. Dabei ist am Stellhebel 11'
die auf das Ende des darunter befindlichen Stellhebels 11 wirkende Stellkurve 12'
angeordnet.
[0017] Die bspw. als exzentrisch gelagerte Kreisscheiben 14 ausgebildeten Stellkurven 12,
12' stehen bspw. mit einem Kettentrieb 14' in Verbindung, drehen also im Schrittakt
synchron, wobei diese Scheiben 14 bzgl. ihrer Exzentrizität und bei Anordnung der
Stellhebel wie dargestellt um 90° versetzt angeordnet sind. Außerdem ist der übergeordnete
Stellhebel 11' mit seinem Schwenklagerende 18 auf der gleichen Achse 19 wie die drehbare
Stellkurve 12 für den Stellhebel 10 gelagert, d.h., bei Distanzverstellung der beiden
Stellhebel 11, 11' mittels einer Stellspindel 20 wird der Stellhebel 11' in Pfeilrichtung
P um die Achse 19 verschwenkt und damit auch die Stellkurve 12 angehoben.
[0018] Der Stellhebel 11 steht dabei immer in Höchststellung, d.h., der Stellung, bei der
die Kolben 4 einer Reihe 3' bei Erreichen der Füllstellung unter der Produktaufgabeeinrichtung
1 die Zylinder 3 nach oben abschließen. Jenachdem wie nun der Stellhebel 11' eingestellt
ist, ergibt sich bei Drehung der Stellkurve 12' ein mehr oder weniger tiefer Saughub
der Kolben 4. Da sich dabei auch die andere Stellkurve 12 mitdreht, erfolgt in der
darunter befindlichen Zylinderreihe via Winkelhebel 10, Querfortsatz 15, Rolle 7 und
zugehöriger Traverse 6 der Entleerungshub. Die Kolben 4 sind dabei in ihren Zylindern
3 straff geführt, so daß diese ihre vom Stellhebel 11 vorgegebene Dosiereinstellung
beibehalten. Da der Winkelhebel 10 mit dem Querfortsatz 15 immer die volle Hubhöhe
ausführt, ist es für den Entleerungshub unwesentlich, in welcher Höhe die unterfahrene
Rolle 7 steht, da diese immer vom Querfortsatz bis zur Endstellung mitgenommen wird.
Der Stellhebel 11 und der Arm 10' des Stellhebels werden mit Federn F an den Stellkurven
12, 12' in Kontakt gehalten, wobei die Federn F am nicht näher dargestellten Vorrichtungsgestell
verspannt sind.
1. Vorrichtung zum Eindosieren von insbesondere pulverförmigem Füllgut, bestehend aus
einer unter einer Produktaufgabeeinrichtung (1) drehbar angeordneten Trommel (2) mit
nach außen offenen Produktaufnahmegefachen in Form sich radial gegenüberstehender
Zylinder (3) mit bezüglich ihres Hubes einstellbaren Kolben (4) und Kolbenstangen
(5), wobei die Kolben (4) einer Zylinderreihe (3') mit ihren Kolbenstangen (5) jeweils
an einer sich im Inneren der Trommel (2) erstreckenden Kolbenbetätigungstraverse (6)
befestigt sind, die außerhalb der Trommel (2) über Rollen (7) mit Hubbewegungselementen
in Wirkverbindung bringbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trommel (2) beidendig mittels einer geraden und der Anzahl der Zylinderreihen
(3') entsprechenden Anzahl von mindestens vier radialen Speichen (8) auf einer zentrisch
die Trommel (2) durchgreifenden Welle (9) gelagert und an den Speichen (8) eines Speichenpaares
(8') jeweils eine Kolbenbetätigungstraverse (6) verschieblich geführt ist und
daß im Stellweg der Traversenrolle (7) quer zur Welle (9) ein den vollen Ausstoßhub
bewirkender Stellhebel (10) und ein weiterer, den Saughub bewirkender Stellhebel (11)
angeordnet sind, wobei die Hebelverstellungen bewirkende drehbare Stellkurven (12,
12') zur Synchrondrehung miteinander gekoppelt sind und die den Saughub bewirkende
Stellkurve (12') in bezug auf den den Saughub bewirkenden Stellhebel (11) verstellbar
angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens vier Kolbenbetätigungstraversen (6) mit Kugelführungshülsen (13)
an den Speichen (8) geführt sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stellkurven (12, 12') in Form von Exzenterscheiben (14) ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der den Ausstoßhub bewirkende Stellhebel (10) ein zweiarmiger, im wesentlichen
mittig schwenkbar gelagerter Winkelhebel ist, dessen einer Arm (10') mit seinem Ende
an der Stellkurve (12 anliegt und dessen anderer Arm (10'') am Ende mit einem den
Traversenrollen (7) unterfahrbaren Querfortsatz (15) versehen ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem den Saughub bewirkenden Stellhebel (11) ein zweiter, am entgegengesetzten
Ende schwenkbar gelagerter Stellhebel (11') mit entgegengesetzter Erstreckungsrichtung
übergeordnet ist, dessen über dem Schwenklager (16) des Stellhebels (11) befindliches
Ende (17) in bezug auf das Schwenklager (16) distanzverstellbar ausgebildet, und am
Stellhebel (11') die auf das Ende des darunter befindlichen Stellhebels (11) wirkende
Stellkurve (12') angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der übergeordnete Stellhebel (11') mit seinem Schwenklagerende (18) auf der gleichen
Achse (19) wie die drehbare Stellkurve (12) für den Stellhebel (10) gelagert ist.