| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 510 253 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
07.09.1994 Patentblatt 1994/36 |
| (22) |
Anmeldetag: 14.11.1991 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)5: F41A 9/55 |
|
| (54) |
Hilfsladevorrichtung zum Handansetzen von Munition
Auxiliary loading device for the manual ramming of ammunition
Dispositif de chargement auxiliaire pour le refoulement manuel de munitions
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
CH DE GB IT LI SE |
| (30) |
Priorität: |
24.04.1991 DE 4113341
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
28.10.1992 Patentblatt 1992/44 |
| (73) |
Patentinhaber: Rheinmetall Industrie GmbH |
|
40880 Ratingen (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Isgen, Helmut
W-4156 Willich 3 (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
GB-A- 7 681
|
GB-A- 1 374 755
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Hilfsladevorrichtung zum Handansetzen von Munition für
eine mittels einer automatischen Ladeeinrichtung ladbare Rohrwaffe nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Es ist bekannt, bei automatisch ladbaren Rohrwaffen eine Hilfsladeschale zum Notansetzen
der Munition bei Defekt bzw. Ausfall der automatischen Ladeeinrichtung oder bei Ausfall
der Bordenergie zu verwenden. Eine derartige Hilfsladeschale muß möglichst schnell
anbringbar sein, damit der Schießbetrieb ohne größere Zeiteinbuße fortgeführt werden
kann, um so die innere Sicherheit zu gewährleisten. Zugleich sollte sie aber auch
eine schnelle Schußfolge ermöglichen, gut verstaubar und unkompliziert handhabbar
sein.
[0003] Dementsprechend ist es Aufgabe der Erfindung, eine Hilfsladevorrichtung zum Handansetzen
von Munition nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, die einen unkomplizierten
Notbetrieb, eine sichere und einfache Handhabung, eine schnelle Schußfolge der Vorrichtung
und ein geringes Gewicht und eine gute Verstaubarkeit der Hilfsladeschale ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird entsprechend dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Hilfsladeschale durch einen Schnellverschluß am Verschlußkeil
arretiert und verbleibt während des Schießbetriebs am Verschlußkeil. Die Hilfsladeschale
kann gleichzeitig als Schutz für den Liederungsring und den Rohrboden beim Handansetzen
des Geschosses dienen.
[0006] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0007] Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt einer Hilfsladevorrichtung.
[0008] Fig. 2 zeigt eine Stirnansicht der Hilfsladevorrichtung von Fig. 1 vom Waffenrohr
aus gesehen.
[0009] Fig. 3 zeigt die Hilfsladevorrichtung von Fig. 1 von unten.
[0010] Fig. 4 zeigt einen Schnitt längs der Linie IV-IV von Fig. 3.
[0011] Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Schnellverschlusses.
[0012] Fig. 1 zeigt eine mittels einer automatischen Ladeeinrichtung ladbare Rohrwaffe ausschnittweise.
Die Rohrwaffe umfaßt ein Waffenrohr 1, das munitionseinführseitig außen mit einem
Bodenstück 2 und innen mit einem einen Liderungsring 3 tragenden Bodenring 4 versehen
ist. Zum Verschluß des Waffenrohrs 1 dient ein entsprechend beweglicher Hubverschlußkeil
5 mit einer Munitionsdurchtrittsöffnung 6, die für den Notbetrieb unterseitig durch
eine Hilfsladeschale 7 abgeschlossen werden kann.
[0013] Die Hilfsladeschale 7 umfaßt einen Schalenkörper 8 zur Aufnahme eines Geschosses,
der unterseitig durch wenigstens eine Querrippe 9 und mehrere Längsrippen 10 verstärkt
ist. An dem dem Waffenrohr 1 zugewandten Ende besitzt die Hilfsladeschale 7 an einer
Seite zwei mit axialem Abstand zueinander angeordnete seitliche Rippen 11 und auf
der auf der anderen Seite eine seitliche Rippe 12, die einen zu dem dem Waffenrohr
1 abgewandten Ende hin verbreiterten Abschnitt 13 aufweist. Der Abschnitt 13 ist mit
einem axial angeordneten Langloch 14 versehen, das an seinem dem Waffenrohr 1 zugewandten
Ende eine Einführöffnung 15 aufweist. Außerdem ist benachbart zu der Einführöffnung
15 ein Block 16 vorgesehen, der einen Schnellverschlußbolzen 17 aufnimmt.
[0014] Die Hilfsladeschale 7 ist mit der Unterseite eines Hubverschlußkeils 5 verbindbar.
Zu diesem Zweck besitzt der Hubverschlußkeil 5 unterseitig an einer Seite der Munitionsdurchtrittsöffnung
6 zwei mit Abstand zueinander angeordnete Führungsleisten 18, während auf der der
Munitionsdurchtrittsöffnung 6 anderen Seite eine derartige Führungsleiste 18 vorgesehen
ist. Die Führungsleisten 18 besitzen einen radialen Abstand entsprechend der Breite
der Hilfsladeschale 7 im Bereich der Rippen 11, 12 und dienen auf ihrer gesamten Länge
zum seitlichen Führen hiervon. Außerdem besitzen die Führungsleisten 18 zur Munitionsdurchtrittsöffnung
6 gerichtete, mit einem Abstand entsprechend der Stärke der Rippen 11, 12 von der
Bodenseite des Hubverschlußkeils 5 angeordnete, kürzere Abschnitte 19 an dem dem Waffenrohr
1 zugewandten Ende.
[0015] An der Seite, wo sich nur eine Führungsleiste 18 befindet, ist der Hubverschlußkeil
5 bodenseitig mit einem einen Kopf 20 aufweisenden Bolzen 21 versehen. Der Kopfdurchmesser
des Bolzen 21 ist etwas kleiner als derjenige der Einführöffnung 15 und der Durchmesser
des Bolzens 21 selbst etwas kleiner als die Breite des Langlochs 14.
[0016] Außerdem besitzt der Hubverschlußkeil 5 unterseitig eine Öffnung 22 zum Einrasten
bzw. zum Aufnehmen des freien Endes des Schnellverschlußbolzens 17.
[0017] Zum Verbinden von Hilfsladeschale 7 und Hubverschlußkeil 5 wird die Hilfsladeschale
7 von unten gegen die Unterseite des Hubverschlußkeils 5 derart geführt, daß der Kopf
20 des Bolzens 21 durch die Einführöffnung 15 und auf der gleichen und der gegenüberliegenden
Seite die seitlichen Rippen 11, 12 in Anlage an die Führungsleisten 18 vor den Abschnitten
19 gelangen. Danach wird die Hilfsladeschale 7 in Richtung auf das Waffenrohr 1 vorgeschoben,
bis der Bolzen 21 an das Ende des Langlochs 14 gelangt. Bei Erreichen dieser Endstellung
befinden sich die Rippen 11, 12 zwischen der Unterseite des Hubverschlußkeils 5 und
den Abschnitten 19 der Führungsleisten 18 und der Schnellverschlußbolzen 17 fällt
mit seinem der Öffnung 27 zugewandten Ende in diese ein, wenn er entsprechend federvorgespannt
ist, oder kann in diese Öffnung 22 hineingedreht werden, wenn er mit einem entsprechenden
Gewinde versehen ist (Fig. 5).
[0018] Die Hilfsladeschale 7 kann auf diese Weise einfach und unkompliziert in Schnellverschlußart
am Hubverschlußkeil 5 im Notfall befestigt werden, so daß der Fortgang des Schießbetriebs
gewährleistet wird. Sie verbleibt während des Schießbetriebs am Hubverschlußkeil 5.
Die zur Befestigung nötigen Teile sind klein und führen nur zu einem geringen zusätzlichen
Gewicht. Außerdem besitzt die Hilfsladeschale 7 praktisch keine vorspringenden Teile
und ist somit raumsparend unterzubringen.
[0019] Da die Hilfsladeschale 7 in Betriebsstellung bei geöffnetem Hubverschlußkeil 5 in
bezug auf die Liderung 3 und den Boden des Waffenrohrs 1 derart höhenmäßig und mit
ihrem dem Waffenrohr 1 zugewandten Ende mit Abstand zu dem benachbarten Ende des Hubverschlußkeils
5 sowie zentriert angeordnet ist (Fig. 1), kann beim Handsetzen der Munition der Liderungsring
3 und der Waffenrohrboden nicht beschädigt werden.
1. Hilfsladevorrichtung zum Handansetzen von Munition für eine mittels einer Ladeeinrichtung
ladbare Rohrwaffe, deren mit einer Liderung (3) versehenes Waffenrohr (1) mit einem
Hubverschlußkeil (5) verschließbar ist, wobei eine Hilfsladeschale (7) zum Notansetzen
der Munition vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsladeschale (7) an dem dem Hubverschlußkeil (5) benachbart anzuordnenden
Ende mit seitlichen Rippen (11, 12), von denen eine mit einem Schnellverschlußteil
(17) und einem sich in Axialrichtung erstreckenden, eine Einführöffnung (15) an dem
dem Hubverschlußkeil (5) benachbarten Ende aufweisenden Langloch (14) versehen ist,
und der Hubverschlußkeil (5) unterseitig mit seitlichen, ein Einstecken und axiales
Verschieben der Rippen (11, 12) ermöglichenden Führungsleisten (18), einen mit seinem
Kopf (20) durch die Einführöffnung (15) steckbaren, von dem Langloch (14) aufnehmbaren
Bolzen (21) sowie einer Öffnung (22) zur Aufnahme des Schnellverschlußteils (17) bei
Erreichen der Endstellung des Bolzens (21) in dem Langloch (14) aufweist.
2. Hilfsladevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsladeschale
(7) an wenigstens einer Seite zwei mit axialem Abstand zueinander angeordnete seitliche
Rippen (11, 12) aufweist.
3. Hilfsladevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Hubverschlußkeil
(5) an einer Seite zwei mit Abstand zueinander angeordnete Führungsleisten (18) und
an der anderen Seite eine Führungsleiste (18) und den mit Abstand hierzu angeordneten
Bolzen (21) aufweist.
4. Hilfsladevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Führungsleisten (18) auf ihrer gesamten Länge die Rippen (11, 12) seitlich führen
und auf einem dem Waffenrohr (1) zugewandten, kürzeren Abschnitt (19) unterseitig
abstützen.
5. Hilfsladevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Hilfsladeschale (7) in Betriebsstellung bei geöffnetem Hubverschlußkeil (5) in
bezug auf die Liderung (3) und den Boden des Waffenrohrs (1) derart höhenmäßig und
mit ihrem dem Waffenrohr (1) zugewandten Ende mit Abstand zu dem benachbarten Ende
des Hubverschlußkeils (5) angeordnet ist, daß beim Handansetzen der Munition diese
nicht beschädigt werden.
1. Auxiliary loading device for the manual ramming of ammunition for a barrel weapon
which is loadable by means of a loading device and of which the barrel (1) provided
with an obturator (3) can be closed by means of a lift breech wedge (5), an auxiliary
loading tray (7) being provided for the emergency ramming of the ammunition, characterised
by the fact that the auxiliary loading tray (7) is provided, at the end adjacent to
the lift breech wedge (5), with side ribs (11,12), one of which is provided with a
rapid closure part (17) and with a slot (14) extending in the axial direction and
having an insertion aperture (15) at the end adjacent to the lift breech wedge (5),
while the lift breech wedge (5) is provided at the bottom with lateral guide bars
(18) enabling the ribs (11,12) to be inserted and moved axially, with a bolt (21)
which can be inserted by a head part (20) through the insertion aperture (15) and
accommodated by the slot (14) and also with an aperture (22) serving to receive the
rapid closure part (17) when the bolt (21) reaches a final position in the slot (14).
2. Auxiliary loading device in accordance with Claim 1, characterised by the fact that
the auxiliary loading tray (7) has at least on one side, two ribs (11,12) situated
at a certain distance apart in the axial direction.
3. Auxiliary loading device in accordance with Claim 2, characterised by the fact that
the lift breech wedge (5) has on one side two guide bars (18) situated at a certain
distance apart and on the other side one guide bar (18) and the bolt (21) situated
at a certain distance from this latter.
4. Auxiliary loading device in accordance with any one of Claims 1 to 3, characterised
by the fact that the guide bars (18) laterally guide the ribs (11,12) over their entire
length and rest at the bottom on a shorter portion (19) facing towards the barrel
(1).
5. Auxiliary loading device in accordance with any one of Claims 1 to 4, characterised
by the fact that the auxiliary loading tray (7), in the operating position, with the
lift breech wedge open, is situated at such a height in relation to the obturator
(3) and the base of the barrel (1), and the end facing towards the barrel (1) is situated
at such a distance from the adjacent end of the lift breech wedge (5), that in the
manual ramming of the ammunition the latter is not damaged.
1. Dispositif de chargement auxiliaire pour la mise en place manuelle de munitions pour
une arme à tube à charger au moyen d'un dispositif de chargement, dont le tube d'arme
(1), pourvu d'un joint (3) peut être fermé au moyen d'un coin de culasse (5), une
goulotte auxiliaire (7) étant prévu pour la mise en place d'urgence de la munition,
caractérisé en ce que le chargeur auxiliaire (7) comporte, à l'extrémité à situer
à proximité du coin de culasse (5), des nervures (11, 12) latérales, dont une est
pourvue d'un élément de fermeture rapide (17) et d'un trou allongé (14) s'étendant
axialement, présentant une ouverture d'introduction (15) à l'extrémité voisine du
coin de culasse (5), et le coin de culasse (5) comporte, sur sa face inférieure, des
baguettes de guidage (8) latérales, permettant une insertion et un déplacement axial
des nervures (11, 12), un boulon (21) logé par le trou allongé (14), à insérer avec
sa tête (20) à travers l'ouverture d'introduction (15), ainsi qu'une ouverture (22)
destinée à loger l'élément de fermeture rapide (17), lorsque le boulon (21) atteint
sa position de fin de course dans le trou allongé (14).
2. Dispositif de chargement auxiliaire selon la revendication 1, caractérisé en ce que
la goulotte auxiliaire (7) comporte sur au moins un côté, deux nervures (11, 12) latérales,
espacées axialement l'une de l'autre.
3. Dispositif de chargement auxiliaire selon la revendication 2, caractérisé en ce que
le coin de culasse (5) comporte, sur un coté, deux baguettes de guidage (18) espacées
l'une de l'autre et sur l'autre côté, une baguette de guidage (18) et le boulon (21),
disposé à une certaine distance de celle-ci.
4. Dispositif de chargement auxiliaire selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé
en ce que les baguettes de guidage (18) guident latéralement les nervures (11, 12)
sur toute leur longueur et les soutiennent, sur leur face inférieure, sur une portion
(19) plus courte, tournée vers le tube d'arme (1).
5. Dispositif de chargement auxiliaire selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé
en ce que, lorsque le coin de culasse (5) est ouvert, la goulotte auxiliaire (7),
en position de fonctionnement, est situé en hauteur, par rapport au joint (3) et au
fond du tube (1) et avec son extrémité tournée vers le tube (1), à une certaine distance
de l'extrémité voisine du coin de culasse (5), de manière que lors de la mise en place
manuelle de la munition, celle-ci ne soit pas endommagée.