(19)
(11) EP 0 490 087 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
02.11.1994  Patentblatt  1994/44

(21) Anmeldenummer: 91119118.7

(22) Anmeldetag:  11.11.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B41F 25/00, B41F 21/10, B65H 23/24

(54)

Vorrichtung zur Bogenglättung am Druckzylinder in einer Bogenrotationsdruckmaschine

Device for smoothing the sheets on the impression cylinder of a sheet-fed rotary printing machine

Dispositif pour déplisser les feuilles sur le cylindre d'impression dans une presse rotative à feuilles


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 10.12.1990 DE 4039311

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
17.06.1992  Patentblatt  1992/25

(73) Patentinhaber: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
D-69019 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Bergmeier, Dieter
    W-6900 Heidelberg (DE)
  • Wirz, Arno
    W-6919 Bammental (DE)

(74) Vertreter: Stoltenberg, Heinz-Herbert Baldo et al
c/o Heidelberger Druckmaschinen AG Kurfürsten-Anlage 52-60
69115 Heidelberg
69115 Heidelberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 306 684
DD-B- 104 753
DE-A- 3 628 788
DE-B- 2 459 862
EP-A- 0 405 166
DE-A- 2 603 483
DE-A- 3 835 266
FR-A- 2 089 099
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bogenglättung am Druckzylinder in einer Bogendruckmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

    [0002] Ausgehend von einem Stand der Technik nach der EP-A-0 306 684 wird in dem Hauptpatent eine Vorrichtung beschrieben, bei der durch eine im Arbeitstakt der Maschine schwingend bewegte und beaufschlagte Blasdüse ein sicheres und sattes Auflegen des Druckbogens auf dem Druckzylinder vor dem Einlauf in den Druckspalt und eine größere Sicherheit für einen dublierfreien und abschmierfreien Druck auch bei hohen Druckgeschwindigkeiten angestrebt wird. Dazu ist eine Schwertdüse besonders geeignet, die sich über einen wesentlichen Teil der Breite, vorzugsweise über die gesamte Breite des Druckzylinders, erstreckt. Dadurch erfolgt eine berührungslose Einwirkung auf den Druckbogen zum Zwecke der Erzielung einer sicheren und glatten Anlage am Druckzylinder vor dem Einlauf in den Druckspalt.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist, eine weitere Verbesserung mit der gleichen Zielsetzung wie im Patent DE-A-3 920 730 (Siehe EP-A-0 405 166) (Stand der Technik mach Antikel 54(3) EPÜ), unabhängig von der Papiersorte, zu erreichen.

    [0004] Dazu ist in weiterer Ausgestaltung der Anordnung nach dem Hauptpatent eine Ausbildung mit Merkmalen nach dem Kennzeichen des Patentanspruches 1 vorgesehen.

    [0005] Durch diese Ausbildungsmerkmale eilt der aus der Blasdüse austretende Luftstrom in der Bogenmitte entgegen der Laufrichtung des Bogens vor, so daß eine Glättbewegung durch den Luftstrom nicht nur in Richtung von der Bogenvorderkante zur Bogenhinterkante, sondern auch von der Mitte nach beiden Seiten erfolgt.

    [0006] Diese Wirkung kann durch eine gebogen geformte Blasdüse erreicht werden, so daß die aus der Blasdüse austretende Blasluft den Bogen an seiner Vorderkante zuerst erreicht und den Bogen dann zur Bogenhinterkante und nach beiden Seiten glättet. Bei einer bevorzugten Ausführung ist eine Blasdüse in Pfeilform vorgesehen, bei der die Spitze gegen die Laufrichtung des Bogens gerichtet ist.

    [0007] Die Erfindung wird anhand eines auf der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen:
    Figur 1
    eine Seitenansicht eines Druckwerks einer Bogenrotationsoffsetdruckmaschine,
    Figur 2
    eine im Maßstab gegenüber der Figur 1 vergrößerte Ansicht der Glattstreichdüse in Laufrichtung des Druckbogens gesehen und
    Figur 3
    einen Schnitt nach der Linie III - III der Figur 2.


    [0008] In Übereinstimmung mit der Anordnung nach dem Hauptpatent wird der von einem vorausgehenden Druckwerk übernommene Druckbogen 1 von einer Überführungstrommel 2 dem Druckzylinder 3 eines nachfolgenden Druckwerks übergeben. Die Bogengreifer 4 erfassen den Druckbogen 1 im Tangentenpunkt zwischen der Überführungstrommel 2 und dem Druckzylinder 3 und ziehen den Druckbogen durch den Druckspalt 5 zwischen dem Druckzylinder 3 und dem Gummituchzylinder 6. Hinter dem Druckspalt 5 wird der Druckbogen 1 einer weiteren Überführungstrommel 7 zugeführt, die den Druckbogen 1 an ein weiteres Druckwerk übergibt.

    [0009] Zur Erzielung einer sicheren und satten Anlage des Druckbogens 1 am Umfang des Druckzylinders 3 ist mit einem gewissen Abstand vor dem Druckspalt 5 eine Blasdüse 8 gegen den Umfang des Druckzylinders 3 gerichtet und um eine Pendelachse 9 pendelbar gelagert sowie mit einem Antrieb kuppelbar, der die Blasdüse 8 im Arbeitstakt der Maschine schwingend in Laufrichtung des Bogens vor- und zurückbewegt. Die Blasdüse 8 ist als Schwertdüse ausgebildet, oder als Schwert bestehend aus vielen Einzeldüsen bzw. öffnungen, so daß sich deren Düsenöffnung über einen wesentlichen Teil der Breite des Druckzylinders 3, vorteilhaft über dessen gesamte Breite, erstreckt. Der Winkelbereich, in dem sich die Blasdüse 8 schwingend bewegt, ist einstellbar, und zwar so, daß sowohl der Anstellwinkel der Blasrichtung gegenüber der Normalen durch die Pendelachse 9 auf den Umfang des Druckzylinders 3 als auch der Schwenkwinkel einstellbar sind.

    [0010] Im Falle, daß die Schwertdüse aus lauter Einzeldüsen besteht, kann in vorteilhafterweise jede Düse für sich geregelt werden. Bei dem Ausführungsbeispiel ist die Schwertdüse an einem Rohr 11 in dessen Umfangsrichtung verstellbar befestigt. Das Rohr 11 ist um seine Längsachse schwingend pendelbar in dem Gestell 12 der Maschine gelagert. Für den Antrieb der Pendelbewegung ist ein Hebelgetriebe 13 beispielsweise geeignet. Die Schwertdüse ist mit einem rohrförmigen Gehäuse 17 auf dem Mantel eines Ventilstellringes 14 aufgeschoben, der gegenüber einem Gestellteil 15 mittels einer Schraube 16 einstellbar ist. Der Ventilstellring 14 ist durch einen Mitnehmer 18 seitlich geführt. Ein radial gerichteter Anschluß 19 für die auf der Zeichnung nicht dargestellte Luftleitung durchgreift das Gehäuse 17 und ist mit dem inneren Ende in dem Ventilstellring 14 befestigt. Die Luftsteuerung für die Schwertdüse erfolgt durch die überdeckung radialer öffnungen im Rohr 11 mit dem inneren Ende des Anschlusses 19 bzw. des Durchganges in dem Gehäuse 17 zu der Schwertdüse. Einstellungen, Steuerungen und Wirkungen entsprechen der Darstellung in dem Hauptpatent. Die Schwertdüse weist bei dem Ausführungsbeispiel eine mit der Spitze gegen die Laufrichtung des Bogens 1 gerichtete Pfeilform auf, wie es in der Figur 3 dargestellt ist, die eine Draufsicht auf die Pfeilform der Schwertdüse zeigt. Anstelle einer solchen Pfeilform können auch gebogen geformte Schwertdüsen zur Anwendung kommen, um den zu bedruckenden Bogen vor dem Einlauf in den Druckspalt zunächst in der Bogenmitte von der Bogenvorderkante zur Bogenhinterkante hin mit Blasluft zu beaufschlagen, um den Bogen von der Vorderkante zur Hinterkante und gleichzeitig von der Mitte nach außen zu glätten, so daß durch diese berührungslose Einwirkung eine sichere und satte Anlage des zu bedruckenden Bogens am Druckzylinder erreicht wird.

    Bezugszeichenliste



    [0011] 
    1
    Druckbogen
    2
    Überführungstrommel
    3
    Druckzylinder
    4
    Bogengreifer
    5
    Druckspalt
    6
    Gummituchzylinder
    7
    Überführungstrommel
    8
    Blasdüse
    9
    Pendelachse
    10
    11
    Rohr
    12
    Gestell der Maschine
    13
    Hebelgetriebe
    14
    Ventilstellring
    15
    Gestellteil
    16
    Schraube
    17
    Gehäuse
    18
    Mitnehmer
    19
    Anschluß für Luft



    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum glatten Anlegen von Druckbogen (1) am Druckzylinder (3) vor dem Druckspalt (5) einer Bogenrotationsoffsetdruckmaschine, bei der wenigstens eine gegen den Umfang des Druckzylinders (3) richtbare, sich über einen wesentlichen Teil der Breite des Druckzylinders (3) erstreckende Blasdüse (8) zum Anpressen des Bogens (1) durch die Kraftwirkung strömender Luft mit einem Abstand vor dem Druckspalt (5) um eine parallel zur Achse des Druckzylinders (3) liegende Pendelachse (9) pendelbar gelagert und mit einem Antrieb kuppelbar ist, der die Blasdüse (8) im Arbeitstakt der Maschine schwingend in Laufrichtung des Druckbogens (1) vor- und zurückbewegt,
    wobei die Enden der Blasdüse (8) gegenüber einem mittleren Bereich in Laufrichtung des Bogens (1) versetzt sind und eine in der Mitte voreilende Glättung des Bogens (1) von der Bogenvorderkante zur Bogenhinterkante und von der Bogenmitte nach beiden Außenseiten bewirken.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Blasdüse (8) als eine gebogen geformte Schwertdüse vorgesehen ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Schwertdüse eine mit der Spitze gegen die Laufrichtung des Bogens (1) gerichtete Pfeilform aufweist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Schwertdüse aus einzelnen, für sich regelbaren Düsen besteht.
     


    Claims

    1. Device for the smooth placing of sheets (1) on the impression cylinder (3) ahead of the printing gap (5) of a sheet-fed rotary offset printing machine, in which device at least one blower nozzle (8), which can be directed towards the circumference of the impression cylinder (3) and extends over a substantial part of the width of the impression cylinder (3), is mounted with spacing ahead of the printing gap (5) so as to oscillate about an axis of oscillation (9) lying parallel to the axis of the impression cylinder (3) for pressing the sheet (1) on by the dynamic effect of flowing air and can be coupled to a drive which moves the blower nozzle (8) back and forth in phase with the machine, oscillating in the running direction of the sheet (1), the ends of the blower nozzle (8) being offset relative to a central region in the running direction of the sheet (1) and causing a centrally leading smoothing of the sheet (1) to take place from the leading edge to the trailing edge of the sheet and from the centre of the sheet to the two outsides.
     
    2. Device according to Claim 1, characterised in that the blower nozzle (8) is provided as a lance nozzle which is bent in shape.
     
    3. Device according to Claim 1, characterised in that the lance nozzle has an arrow-type shape with the tip directed counter to the running direction of the sheet (1).
     
    4. Device according to Claims 1 to 3, characterised in that the lance nozzle consists of individual, separately controllable nozzles.
     


    Revendications

    1. Dispositif d'application à plat de feuilles d'impression (1) sur le cylindre d'impression (3) devant la fente d'impression (5) d'une machine offset rotative à imprimer des feuilles, dans lequel au moins une buse de soufflage (8), pouvant être dirigée vers le pourtour du cylindre d'impression (3), s'étendant sur une partie importante de la largeur du cylindre d'impression (3), est montée, à une certaine distance, devant la fente d'impression (5) de manière à pouvoir osciller autour d'un axe (9), parallèle à l'axe du cylindre d'impression (3), afin de presser la feuille (1) sous l'effet de la force de l'air en circulation, et peut être accouplée avec un dispositif d'entraînement qui fait osciller vers l'avant et vers l'arrière, dans le sens de circulation de la feuille d'impression (1), la buse de soufflage, à la cadence de la machine, les extrémités de la buse de soufflage (8) étant décalées dans le sens de circulation de la feuille (1), par rapport à une zone centrale et provoquant un lissage de la feuille (1), d'abord au milieu, depuis le bord avant de la feuille jusqu'à son bord arrière et du milieu de la feuille vers les deux côtés extérieurs.
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la buse de soufflage (8) est une buse à lame cintrée.
     
    3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la buse à lame a la forme d'une flèche dont la pointe est dirigée dans le sens contraire au sens de circulation de la feuille (1).
     
    4. Dispositif selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la buse à lame est constituée de buses individuelles, réglables séparément.
     




    Zeichnung