[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Rösten refraktärer Golderze in oxidierender
Atmosphäre in einer Wirbelschicht unter Zusatz von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen.
[0002] Refraktäre Golderze oder Konzentrate sind solche Erze, die sich nicht direkt mit
NaCN laugen lassen und als Goldträger Arsenopyrite oder Pyrite mit mehr oder weniger
organischem Kohlenstoff haben. Sie haben einen relativ niedrigen Goldgehalt. Für solche
Erze ist vor der Cyanidlaugung eine möglichst vollständige Oxidation des Schwefel-
und Kohlenstoffgehaltes erforderlich. Diese Oxidation erfolgt durch Röstung mit sauerstoffhaltigen
Gasen. Bei vielen refraktären Golderzen reicht der vorhandene Gehalt an Arsenopyrit,
Pyrit und organischem Kohlenstoff nicht zur Erzeugung der erforderlichen Reaktionswärme
aus und es muß Brennstoff zugesetzt werden. Eine Vielzahl von refraktären Golderzen
muß bei relativ niedriger Temperatur geröstet werden, damit ein gutes Goldausbringen
bei der anschließenden Laugung erzielt wird.
[0003] Aus der EP-A-508 542 ist es bekannt, daß Golderze bei einer Temperatur von 475-600°C
und insbesondere bei 500-575°C geröstet werden sollen. Als Brennstoffzusatz werden
Kohle, Butan oder Propan genannt. Der Zündpunkt soll dem des Propans entsprechen oder
niedriger liegen. Propan und Butan werden jedoch nur zu einem unbefriedigenden Teil
zu CO₂ und H₂O verbrannt. Kohle muß auf die für die Wirbelschicht erforderliche Korngröße
zerkleinert werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Brennstoff einzusetzen, der weitgehend
zu CO₂ und H₂O in der Wirbelschicht verbrannt wird und der einen möglichst geringen
Aufwand erfordert.
[0005] Die Lösung dieser Aufgbe erfolgt erfindungsgemäß bei dem eingangs genannten Verfahren
dadurch, daß als kohlenstoffhaltiger Brennstoff Methanol (CH₃OH) in die Wirbelschicht
zugegeben wird und die Röstung bei Temperaturen von 500-650°C erfolgt. Die Menge des
zugesetzten Methanols richtet sich nach den jeweiligen Verfahrensbedingungen. Die
Röstung kann in einer klassischen Wirbelschicht oder in einer zirkulierenden Wirbelschicht
erfolgen.
[0006] Der Einsatz von Methanol als kohlenstoffhaltiger Brennstoff führt überraschend zu
einer weitgehenden Verbrennung zu CO₂ und H₂O in der Wirbelschicht. Wahrscheinlich
wirken gerade die refraktären Golderze katalytisch auf die Verbrennung des Methanols.
Das Methanol kann in einfacher Weise in die Wirbelschicht zugegeben werden.
[0007] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß die Röstung bei Temperaturen von
540-580°C erfolgt. Bei diesen Temperaturen werden besonders gute Laugungseigenschaften
des Röstgutes erzielt.
[0008] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß das Methanol in flüssiger Form
in die Wirbelschicht zugegeben wird. Die Zugabe in flüssiger Form ergibt höhere Umsetzungen
zu CO₂ und H₂
O.
[0009] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß die Röstung in einer zirkulierenden
Wirbelschicht erfolgt. Das System der zirkulierenden Wirbelschicht besteht aus dem
Wirbelschichtreaktor, dem Rückführzyklon und der Rückführleitung. Dieses Wirbelschichtprinzip
zeichnet sich dadurch aus, daß im Unterschied zur "klassischen" Wirbelschicht, bei
der eine dichte Phase durch einen deutlichen Dichtesprung von dem darüber befindlichen
Gasraum getrennt ist, Verteilungszustände ohne definierte Grenzschicht vorliegen.
Ein Dichtesprung zwischen dichter Phase und darüber befindlichem Staubraum ist nicht
vorhanden, jedoch nimmt innerhalb des Reaktors die Feststoffkonzentration von unten
nach oben ständig ab. Aus dem oberen Teil des Reaktors wird eine Gas-Feststoff-Suspension
ausgetragen. Bei der Definition der Betriebsbedingungen über die Kennzahlen von Froude
und Archimedes ergeben sich die Bereiche:

bzw.
0,01 ≦ Ar ≦ 100 ,
wobei

sind.
[0010] Es bedeuten:
- u
- die relative Gasgeschwindigkeit in m/sec.
- Ar
- die Archimedes-Zahl
- Fr
- die Froude-Zahl
- ρg
- die Dichte des Gases in kg/m³
- ρk
- die Dichte des Feststoffteilchens in kg/m³
- dk
- den Durchmesser des kugelförmigen Teilchens in m
- ν
- die kinematische Zähigkeit in m²/sec.
- g
- die Gravitationskonstante in m/sec.²
Die aus dem Wirbelschichtreaktor ausgetragene Suspension wird in den Rückführzyklon
der zirkulierenden Wirbelschicht geleitet, dort weitgehend vom Feststoff befreit,
und der abgeschiedene Feststoff wird derart in den Wirbelschichtreaktor zurückgeleitet,
daß innerhalb der zirkulierenden Wirbelschicht der stündliche Feststoffumlauf mindestens
das Vierfache des im Wirbelschichtreaktor befindlichen Feststoffgewichtes beträgt.
[0011] In einer zirkulierenden Wirbelschicht werden besonders gute Ergebnisse im Hinblick
auf einen weitgehenden Umsatz des Methanols zu CO₂ und H₂O und gute Laugbarkeit des
Erzes erzielt.
[0012] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß die Korngröße des Golderzes unter
1 mm liegt. Diese Korngröße ergibt gute Ergebnisse.
[0013] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß 60-80% des Golderzes eine Korngröße
unter 75 µm haben. Diese Korngröße ergibt besonders gute Ergebnisse.
Beispiel
[0014] Es wird ein refraktäres Golderz mit einem Goldgehalt von 8 g/t und 2,5 % Sulfidschwefel
eingesetzt, der als Pyrit vorliegt. Die Korngröße beträgt d₅₀ = 30 µm und 100 % <
200 µm.
[0015] Die Pilotanlage ist eine zirkulierende Wirbelschichtanlage, hauptsächlich bestehend
aus dem Wirbelschichtreaktor, einem Rückführzyklon, der direkt an den Gasaustritt
am Oberteil des Reaktors angeschlossen ist und einer Rückführleitung. Der im Zyklon
abgeschiedene Feststoff wird über die Rückführleitung in den Reaktor zurückgeführt.
[0016] Es werden 40 kg/h Erz über ein Falleitung in den Wirbelschichtreaktor aufgegeben.
[0017] In den Windkasten des Wirbelschichtreaktors werden 35 Nm³/h Trägergas, bestehend
aus einer Mischung aus O₂ und N₂ mit 13 Vol. % O₂, mit einer Temperatur von 500°C
und einem Druck von 1,1 bar eingeleitet. Das Trägergas strömt mit einer Geschwindigkeit
von 60 m/sek durch die Öffnungen des Anströmbodens. Die Temperatur im Reaktor beträgt
560°C. Als Zusatzbrennstoff werden 0,75 kg/h Methanol in den Reaktor oberhalb des
Anströmbodens zugegeben. Das Röstgas hat einen Gehalt von 2 % SO₂, 1,25 % CO₂, 0,25
% CO und 8 % O₂. Das Röstgut hat einen Sulfidschwefelgehalt von <0,1 %. Bei der Weiterverarbeitung
wird eine Goldausbeute von 90 % erzielt.
1. Verfahren zum Rösten refraktärer Golderze in oxidierender Atmosphäre in einer Wirbelschicht
unter Zusatz von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß als
kohlenstoffhaltiger Brennstoff Methanol (CH₃OH) in die Wirbelschicht zugegeben wird
und die Röstung bei Temperaturen von 500-650°C erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daR die Röstung bei Temperaturen
von 540-580°C erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Methanol in flüssiger
Form in die Wirbelschicht zugegeben wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Röstung in
einer zirkulierenden Wirbelschicht erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daR die Korngröße des Golderzes
unter 1 mm liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daR 60-80% des Golderzes eine Korngröße
unter 75 µm haben.