[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung der dem Oberbegriff des Anspruchs
1 entsprechenden Art.
[0002] Stranggießhilfsmittel bilden eine einige Zentimeter dicke Schicht auf dem im oberen
Bereich einer Stranggießkokille gebildeten Badspiegel. Sie schmelzen in ihrem mit
dem Badspiegel in Berührung stehenden Bereich teilweise auf und bilden eine Schlacke,
die sich zwischen die Kokillenwand und den erstarrenden Strang setzt. Der noch lockere
obere Anteil der Gießhilfsschicht wirkt wärmeisolierend und verhindert einen zu starken
Wärmeverlust des Badspiegels.
[0003] Durch die Mitnahme der geschmolzenen Gießhilfsmittelschlacke tritt ein fortlaufender
Verbrauch des Gießhilfsmittels ein. Dieser Verbrauch liegt im Bereich von etwa O,3
kg bis O,8 kg pro Tonne Stahl. Diese Menge muß also fortlaufend nachgeliefert werden,
wobei die Einhaltung einer gleichmäßigen Schichtdicke für die Qualität der Strangoberfläche
wesentlich ist. Die Gleichmäßigkeit muß sowohl in vertikaler als auch in horizontaler
Richtung angestrebt werden. Die Gleichmäßigkeit in vertikaler Richtung bedeutet die
Einhaltung einer bestimmten Schichtdicke während der ganzen Gießdauer, um stets die
Verfügbarkeit einer ausreichenden Menge an Schlacke zu gewährleisten. Die Gleichmäßigkeit
in horizontaler Richtung bedeutet die Gleichmäßigkeit dieser Schichtdicke über den
Strangquerschnitt, um eine gleichmäßige Isolierwirkung an jeder Stelle zu erzielen.
[0004] Der Ausgangspunkt der Entwicklung war die manuelle Zugabe von pulverförmigem Stranggießhilfsmittel.
Die Gleichmäßigkeit ist hierbei nicht immer gewährleistet. Auch erfordert diese Methode
die Anwesenheit und ständige Aufmerksamkeit einer Bedienungsperson über die gesamte
mehrstündige Gießsequenz. Es wurde schon bald versucht, die Zugabe von Gießhilfsmitteln
beim Stranggießen zu automatisieren. Dafür sind zwei unterschiedliche Verfahrensweisen
bekannt, nämlich pneumatisch-mechanisch oder rein mechanisch mit Förderern arbeitende
Einrichtungen auf der einen Seite und auf der anderen Seite Einrichtungen, die unter
Ausnutzung der Schwerkraft arbeiten.
[0005] Bei einem bekannten Gerät der ersten Gruppe reicht ein am unteren Ende eines Vorratsbehälters
angesetzter flacher Förderkanal von der einen Seite her bis über die Stranggießkokille.
Unterhalb des Vorratsbehälters befindet sich ein Gasverteilungsraum, in den Luft eingeblasen
werden kann, die das in dem Kanal befindliche pulverförmige Gießhilfsmittel fluidisiert
und transportfähig macht. Wenn Luft eingeblasen wird, erfolgt also eine Förderung
aus dem Vorratsbehälter durch den Kanal auf den Badspiegel in der Stranggießkokille.
Wenn die Luft abgestellt wird, hört auch die Förderung auf. Die Steuerung erfolgt
über Temperaturmeßfühler, die oberhalb der Kokille angeordnet sind. Wenn die Gießhilfsmittelschicht
auf dem Badspiegel dünner wird und die Isolierwirkung des Pulvers nachläßt, steigt
die Temperatur an, und die Zugabe des Gießhilfsmittels wird ausgelöst. Diese erfolgt
also nicht kontinuierlich, sondern intermittierend, ähnlich wie bei der Handaufgabe.
Daher ist bei der geschilderten automatischen Gießhilfsmittelzugabe eine Verbesserung
der Strangoberfläche gegenüber der manuellen Gießhilfsmittelzugabe nicht zu erwarten.
Dies hat sich auch in der Praxis bestätigt. Pneumatisch-mechanisch dosierende Einrichtungen
haben sich nicht bewährt und keinen Eingang in die Praxis gefunden.
[0006] Die rein nach dem Schwerkraftprinzip arbeitenden Geräte sind zunächst ebenfalls für
die Verwendung von pulverförmigem Gießhilfsmittel konzipiert worden. Von einem Vorratsbehälter
führt ein geeignetes Zugaberohr bis über den Badspiegel. Die abgegebene Menge bildet
auf dem Badspiegel einen Schüttkegel, der bis zum unteren Ende des Zugaberohrs hochsteigt.
Es rutscht dann kein Gießhilfsmittel mehr nach. Erst wenn der Schüttkegel durch den
Verbrauch sich von dem unteren Ende des Rohres wieder entfernt, rieselt neues Gießhilfsmittel
nach. Diese Art der selbsttätigen Regulierung wird auch "chicken feeding"-Prinzip
genannt, weil es bei Fütterungsautomaten verbreitet ist. Es hat sich jedoch gezeigt,
daß mit dieser Methode pulverförmige Gießhilfsmittel nicht zuverlässig aufbringbar
sind, da es selbst bei steiler angeordneten Zugaberohren (Winkel > 3O°) zu Verstopfungen
kommt.
[0007] Es war daher erforderlich, das Gießhilfsmittel zu granulieren, um der Verstopfungsneigung
entgegenzuwirken. Mit einem Granulat ließ sich die Zugabe unter reiner Schwerewirkung
funktionssicherer gestalten. Bei exakter Gießspiegelregelung war die Dicke der Granulatschicht
stets gleich und somit ständig eine gleichmäßige Isolierung und eine der spezifischen
Schlackenbildungsaktivität des Granulats entsprechende konstante Verfügbarkeit an
Schlacke gewährleistet.
[0008] Die Anforderungen an die Qualität des Granulats sind aber hoch. Es zeigte sich, daß
Granulate, deren Kornband weniger gleichmäßig war, wie reine Pulver zu Verstopfungen
im Zugaberohr führten. Die Verwendung eines klassierten Granulats mit einem Kornband
bedeutet eine erhebliche wirtschaftliche Belastung des Verfahrens.
[0009] Wenn die kontinuierliche Zugabe von Gießhilfsmittelgranulaten einen wirtschaftlichen
Sinn haben soll, ist außerdem Voraussetzung, daß das Granulat pneumatisch gefördert
werden kann und das Granulat auf der Gießbühne nicht in Säcken oder Big Bags mit Flurförderzeugen
oder Hubfahrzeugen zur Beschickung des Vorratsbehälters der Zugabevorrichtung transportiert
werden muß. Nur wenn die pneumatische Förderung möglich ist, kann das Granulat in
einem Silofahrzeug angeliefert, in einen auf dem Hüttenflur stehenden Silo mit erheblichem
Nutzvolumen eingeblasen und von dort aus zu dem Vorratsbehälter pneumatisch gefördert
werden, um auf diese Weise eine kontinuierliche Bereitstellung des Gießpulvers ohne
Transportmanipulationen auf der Gießbühne zu gewährleisten, die zusätzliche Arbeitskräfte
erfordern. Die pneumatische Förderung ist also - vor allem beim Sequenzguß - Grundbedingung
für die Kontinuität des gesamten Gießablaufs und der Personaleinsparung.
[0010] Die Granulate aus Gießhilfsmitteln, insbesondere aus Stranggießpulver, die an sich
eine funktionierende Zugabe nur unter Schwerkraftwirkung erlauben, sind jedoch, vor
allem wenn sie als Hohlkugel vorliegen, in ihrer Abriebfestigkeit so gering, daß sie
bei einer pneumatischen Förderung zerstört werden und teilweise als Pulver oder Bruchstücke
in den Vorratsbehälter der Zugabevorrichtung gelangen. Dann tritt aber der bereits
erwähnte Effekt der Verstopfung in dem Zugaberohr auf. Das Granulat ist also außer
aus wirtschaftlichen Gründen auch aus technischen Gründen für eine praktikable Dosierung
von Stranggießhilfsmittel nicht geeignet.
[0011] Viele der vorgenannten Probleme sind bei der dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zugrundeliegenden
WO 92/OO819 gelöst. Die Vorrichtung umfaßt einen quer zwischen der Unterseite des
Tundishs und der Oberseite der Stranggießkokille verlaufenden Schneckenförderer mit
vertikal nach unten weisenden Entnahmeschächten, durch welche das pulverförmige Gießhilfsmittel
unter Schwerkraftwirkung fließt und deren untere Begrenzung eine Entnahmestelle für
das Gießhilfsmittel bildet. Die Entnahmestellen sind in einem vorbestimmten Abstand
oberhalb des Badspiegels angeordnet, der eine Selbstregulierung des Flusses des Gießhilfsmittels
nach dem "chicken feeding"-Prinzip ermöglicht. Um zu gewährleisten, daß die Nachlieferung
des Gießhilfsmittels an die einzelnen Entnahmeschächte stets gesichert ist, ist die
Förderleistung des Schneckenförderers auf das Doppelte der Entnahme bemessen. Daher
umfaßt die Vorrichtung eine vom Ende des Schneckenförderers in den Vorratsbehälter
zurückführende Rückleitung.
[0012] Für Anwendungen, bei denen gleichzeitig Schutzgas - zum Beispiel Argon - über den
Badspiegel der Schmelze in die Stranggießkokille eingeleitet wird, ist die Vorrichtung
gemäß der WO 92/OO819 verbesserungsfähig, da die Pulverschüttkegel unter den Entnahmestellen
durch den Gasstrom teilweise stark fluidisiert werden, wodurch die Selbstregulierung
nach dem "chicken feeding"-Prinzip nicht mehr möglich ist und ein unkontrollierter
Fluß des Gießhilfsmittels durch die Entnahmeschächte erfolgen kann.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Vorrichtung so weiterzuentwickeln,
daß mit einfachen technischen Mitteln eine störunempfindliche Zugabe des pulverförmigen
Gießhilfsmittels auch an Anlagen, bei denen das "Chicken-feeding"-Prinzip nicht praktikabel
erscheint, möglich ist.
[0014] Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 wiedergegebene Erfindung gelöst.
[0015] Versuche haben gezeigt, daß auf eine zirkulierende Förderung des pulverförmigen Gießhilfsmittels
verzichtet werden kann und die Förderleistung der gewünschten Entnahmemenge angepaßt
werden kann, wenn der Schneckenförderer oder die gesamte Vorrichtung während des Fördervorgangs
in Schwingungen versetzt wird, was in der in den Ansprüchen 2 bis 4 wiedergegebenen
Weise konstruktiv realisiert werden kann.
[0016] Bei einer ersten bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung ist in der vorderen
Stirnwand des Schneckenförderers eine Austrittsöffnung vorgesehen, so daß die Zufuhr
des Gießhilfsmittels auf den Badspiegel der Schmelze über das stirnseitige Ende des
Schneckenförderers erfolgt.
[0017] Bei einer zweiten bevorzugten Ausführungsform wird ein besonders gleichmäßiger und
präzise dosierbarer Fluß des pulverförmigen Gießhilfsmittels wird gemäß Anspruch 6
dadurch erzielt, daß der Schneckenförderer genau eine, nach unten weisende in die
Mantelfläche des rohrförmigen Gehäuses eingearbeitete Austrittsöffnung für das Gießhilfsmittel
aufweist.
[0018] Eine Aufteilung des durch die Austrittsöffnung fließenden Gießhilfsmittels zu mehreren
Entnahmestellen wird ermöglicht, wenn mit der Austrittsöffnung kommunizierend an dem
Gehäuse des Schneckenförderers ein Austrittsstutzen angeordnet ist, dessen unterer
Rand als Anschlußflansch für den Anschluß einer Verteileinrichtung ausgebildet ist
(Ansprüche 7 bis 9).
[0019] Bei dieser bevorzugten Ausführungsform wird gemäß Anspruch 1O eine erste Aufteilung
des Flusses des Gießhilfsmittels dadurch bewerkstelligt, daß die Verteileinrichtung
einen mit dem Anschlußflansch in Wirkverbindung bringbaren Gegenflansch umfaßt, von
dem aus, eine erste Verzweigung bildend, sich zwei symmetrisch zur Austrittsstutzenachse
einen Winkel von etwa 12O° aufweisende, mit ihrem ersten Ende mit dem Austrittsstutzen
kommunizierende nach unten gerichtete Entnahmeschächte erstrecken, deren zweite Enden
jeweils eine Entnahmestelle bilden.
[0020] Der Fluß des Gießhilfsmittels kann definiert auf die Entnahmeschächte verteilt werden,
wenn der Austrittsstutzen gemäß Anspruch 11 mit einem ersten Flußteiler ausgestattet
ist.
[0021] Eine bevorzugte technische Ausgestaltung des ersten Flußteilers ist Gegenstand des
Anspruchs 12.
[0022] Der Anteil des dem jeweiligen Entnahmeschacht zugeleiteten Teilfluß am Gesamtfluß
des Gießhilfsmittels kann eingestellt werden, wenn gemäß Anspruch 13 der Austrittsstutzen
um die Längsachse des Schneckenförderers schwenkbar ist.
[0023] Eine weitere Aufteilung des Flusses des Gießhilfsmittels kann bevorzugterweise dadurch
erfolgen, daß nach Anspruch 14 an jedem der Entnahmeschächte ein eine zweite Verzweigungsstelle
bildender, mit seinem ersten Ende eine Verbindung mit dem Innern des jeweiligen Entnahmeschachts
herstellender, nach unten weisender Seitenschacht angeordnet ist, dessen zweites Ende
eine Entnahmestelle bildet.
[0024] Eine besonders gleichmäßige Schicht des Gießhilfsmittels auf dem Badspiegel der Schmelze
wird erzielt, wenn die einander benachbarten Entnahmestellen ungefähr gleichen Abstand
zueinander aufweisen (Anspruch 15).
[0025] Bei der bevorzugten Ausführungsform ist gemäß Anspruch 16 an den zweiten Verzweigungsstellen
jeweils ein Flußteiler vorgesehen, der der Zuteilung einer definierten Menge des fließenden
Gießhilfsmittels zum jeweiligen Seitenschacht dient.
[0026] Eine vorteilhafte Gestaltung der zweiten Flußteiler ist Gegenstand des Anspruchs
17.
[0027] Um bei dieser Ausführungsform im Falle eines unvorhergesehenen Staus des Gießhilfsmittels
in den Entnahmeschächten eine Druckerhöhung, die eine Beschädigung des Schneckenförderers
zur Folge haben könnte, zu vermeiden, ist es von Vorteil, nach Anspruch 18 in der
vorderen Wand des rohrförmigen Gehäuses des Schneckenförderers eine Überlauföffnung
vorzusehen.
[0028] Ein unkontrolliertes Entweichen des durch die Überlauföffnung ausgetretenen Gießhilfsmittels
in die Umgebung der Stranggießkokille kann dadurch verhindert werden, daß gemäß Anspruch
19 unterhalb des Schneckenförderers ein die vordere Stirnseite überragender, sich
bis über den Badspiegel der Schmelze in der Stranggießkokille erstreckender, nach
unten geneigter Leitkanal angeordnet ist.
[0029] Eine Beschickung relativ breiter Stranggießkokillen mit Gießhilfsmittel in Richtung
der Kokillen-Breitseite kann gemäß Anspruch 2O dadurch erfolgen, daß sich von einem
gemeinsamen Vorratsbehälter mehrere etwa parallel geführte Schneckenförderer unterschiedlicher
Länge erstrecken, wobei deren Längenunterschied so gewählt ist, daß der eine Schneckenförderer
die Gießhilfsmittelzufuhr in die Stranggießkokille auf der einen Seite des Tauchrohres,
der andere Schneckenförderer die Gießhilfsmittelzufuhr auf der anderen Seite des Tauchrohres
übernimmt.
[0030] Soll die Beschickung relativ breiter Stranggießkokillen jedoch in Richtung der Kokillen-Schmalseite
erfolgen, so ist es von Vorteil, wenn gemäß Anspruch 21 sich von dem Vorratsbehälter
mehrere Schneckenförderer etwa gleicher Länge derart erstrecken, daß beidseitig des
Tauchrohres die Gießhilfsmittelzufuhr in die Stranggießkokille etwa gleichmäßig erfolgt.
[0031] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung ist jedoch keinesfalls auf die Ausgestaltung des
Schneckenförderers ausschließlich nach Anspruch 2O oder Anspruch 21 beschränkt. Es
sind - abhängig von den jeweiligen Einsatzbedingungen - auch beliebige Kombinationen
der unterschiedlichen Schneckenförderer mit einem Vorratsbehälter denkbar.
[0032] Insbesondere bei der Verwendung von sehr feinkörnigem pulverförmigem Gießhilfsmittel
kann es vorteilhaft sein, gemäß Anspruch 22 zusätzlich in dem Vorratsbehälter ein
Wirbelbett zur Fluidisierung des Gießhilfsmittels vorzusehen. Durch diese Maßnahme
kann das Gießhilfsmittel bedarfsweise stärker fluidisiert werden, wodurch die Funktionssicherheit
der Vorrichtung erhöht werden kann.
[0033] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform insbesondere einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
umfaßt eine Verlagerungseinrichtung, welche eine Verlagerung der Entnahmestellen in
und/oder quer zur Förderrichtung der Schneckenförderer erlaubt (Anspruch 23), was
in der in den Ansprüchen 24 und 25 wiedergegebenen Weise konstruktiv realisiert werden
kann. Durch bedarfsweise Verlagerung der Entnahmestellen während des Fördervorganges
kann einerseits die Dicke der Gießhilfsmittelschicht weiter vergleichmäßigt werden,
andererseits die Vorrichtung auch z.B. bei breiteren oder breitenvariablen Stranggießkokillen
zum Einsatz gelangen, ohne daß es dazu weiterer Schneckenförderer bedarf. Der Einsatz
einer derartigen Verlagerungseinrichtung ist jedoch auch in Verbindung mit herkömmlichen
Vorrichtungen zur kontinuierlichen Zugabe von pulverförmigen oder granulierten Gießhilfsmitteln
möglich und kann hier ebenfalls zur Vergleichmäßigung der Schichtdicke des Stranggießhilfsmittels
führen.
[0034] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform insbesondere einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung umfaßt gemäß Anspruch 16 ein oberhalb des Vorratsbehälters angeordnetes,
mit dessen Einfüllstutzen kommunizierendes Kleinfördergerät an sich bekannter Bauart,
mittels welchem das Gießhilfsmittel vom Großsilo dem Vorratsbehälter zugeführt wird.
Durch den Einsatz eines derartigen Kleinfördergeräts kann die Aufstellung des Großsilos
entfernt von der Vorrichtung erfolgen, wodurch ihr Platzbedarf erheblich reduziert
wird und ihr Einsatz auch bei ungünstigen Platzverhältnissen, wo bislang die Gießhilfsmittelzufuhr
auf den Badspiegel der Schmelze üblicherweise manuell zu erfolgen hatte, ermöglicht
wird. Des weiteren wird durch den Einsatz des Kleinfördergeräts der Vorratsbehälter
automatisch bedarfsangepaßt nachgefüllt, ohne daß es hierzu weiterer Steuer- bzw.
Regelelemente bedarf.
[0035] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch illustriert.
Fig. 1 zeigt eine Ansicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 2 zeigt eine Ansicht der Austrittsöffnung eines Schneckenförderers mit nachgeschalteter
Verteileinrichtung bei dieser Ausführungsform;
Fig. 3 zeigt eine Ansicht eines ersten Flußteilers gemäß der Linie I-I in Fig. 2 von
oben;
Fig. 4 zeigt eine Ansicht eines zweiten Flußteilers gemäß Linie II-II in Fig. 2;
Fig. 5 zeigt eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, welche
eine Verlagerungseinrichtung umfaßt, in einer Ansicht von oben;
Fig. 6 zeigt eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem
oberhalb des Vorratsbehälters angeordneten Kleinfördergerät;
Fig. 7 und Fig. 8 zeigen schematisch die Wirkungsweise des Kleinfördergeräts.
[0036] Wenn im folgenden von "vorn" die Rede ist, so bezieht sich die Angabe auf eine Ansicht
in Förderrichtung der Vorrichtung gesehen und ist in der Zeichnung rechts dargestellt.
Die Angaben wie "hinten", "links" und "rechts" ergeben sich dementsprechend. Die Angaben
"oben" und "unten" beziehen sich auf die in Fig. 1 dargestellte aufrechte Betriebsposition
der Vorrichtung.
[0037] Die in Fig. 1 als Ganzes mit 1OO bezeichnete Vorrichtung besteht aus einem Vorratsbehälter
1, welcher an seiner Oberseite 2 einen nach außen gerichteten Einfüllstutzen 3 aufweist.
Über eine, in den Deckel 4 des Einfüllstutzens 3 hineinragende Förderleitung 5, mit
Hilfe derer der Vorratsbehälter gefüllt gehalten wird, ist eine Verbindung zu einem
in der Zeichnung nur angedeuteten Container 81 hergestellt, welcher oberhalb des Vorratsbehälters
1 angeordnet ist und mittels einer in der Zeichnung nicht dargestellten, pneumatischen
Förderleitung aus einem ebenfalls nicht dargestellten Großsilo mit dem Gießhilfsmittel
versorgt wird. Ein an der vorderen Stirnwandung 6 des Vorratsbehälters 1 angeordneter
Halter 7 trägt auf seiner Oberseite 8 einen Vibrator 9, welcher aus einem von einem
Elektromotor rotierten exzentrisch gelagerten Gewicht besteht. Die Vibrationsfrequenz
liegt in der Größenordnung von 5O Hz. In dem oberen Teil des Vorratsbehälters 1 ist
ein Fluidisierungsboden 8O angebracht, welcher über eine Zuleitung 82 mit Gas, wie
z.B. Luft oder Inertgas, beschickt werden kann. Aus dem Vorratsbehälter 1 strömt das
durch die Vibrationen bzw. zusätzlich durch das einströmende Gas fluidisierte Gießhilfsmittel
1O in die Einlaßöffnung 11 zweier an der Unterseite des Vorratsbehälters angeordneter,
parallel zueinander verlaufender horizontaler Schneckenförderer 20,20', welche von
einem oder mehreren Antriebsmotoren 12 angetrieben sind. Die Schneckenförderer 2O,2O'
erstrecken sich bis über den Badspiegel 13 der in der Stranggießkokille 14 befindlichen
Stahlschmelze 15. Dabei ist die Länge der Schneckenförderer 2O,2O' derart unterschiedlich
gewählt, daß der eine Schneckenförderer 2O die Zufuhr des Gießhilfsmittels auf der
einen Seite des vom oberhalb der Stranggießkokille 14 angeordneten Tundishs 16 in
die in der Stranggießkokille 14 befindliche Schmelze 15 hineinreichenden Tauchrohrs
17 übernimmt, der andere Schneckenförderer 2O' die Zufuhr des Gießhilfsmittels der
anderen Seite des Tauchrohrs 17 bewerkstelligt. Das Tauchrohr 17 erstreckt sich bis
unterhalb des Badspiegels 13 der in der Stranggießkokille befindlichen Schmelze 15,
wobei die Höhe des Badspiegels durch geeignete Mittel konstant gehalten wird. An der
Unterseite der Schneckenförderer 2O,2O' ist jeweils eine Austrittsöffnung 18 vorgesehen,
durch welche das Gießhilfsmittel 10 der Stranggießkokille 14 zugeleitet wird.
[0038] Die in ihrer Funktionsweise identischen Schneckenförderer 2O,2O' sollen am Beispiel
des rechten, in der Zeichnung geschnitten dargestellten Schneckenförderers 2O erläutert
werden. Der Schneckenförderer 2O umfaßt ein rohrförmiges Gehäuse 22, in welchem eine
Transportschnecke 23 drehbar angeordnet ist. Das rohrförmige Gehäuse 22 umfaßt eine
mit dem Innern des Vorratsbehälters 1 in Verbindung stehende, nach oben weisende Einlaßöffnung
11 und eine nach unten weisende Austrittsöffnung 18, welche mit einem Austrittsstutzen
24 kommuniziert. An der vorderen Stirnwand 25 des rohrförmigen Gehäuses 22 des Schneckenförderers
2O ist eine Überlauföffnung 26 vorgesehen, durch welche das pulverförmige Gießhilfsmittel
1O im Falle einer Verhinderung des Abflusses durch die Austrittsöffnung 18 aus dem
Innern des Schneckenförderers hinaustreten kann. Durch diese Maßnahme wird ein eventueller
Druckaufbau vermieden, der eine Beschädigung des Schneckenförderers 2O zur Folge haben
könnte. Um überlaufendes Gießhilfsmittel nicht unkontrolliert in die Umgebung ausströmen
zu lassen, ist am vorderen Ende des Schneckenförderers 2O ein Leitkanal 27 angeordnet.
Der Leitkanal 27 besteht aus einem Bauteil rinnenförmigen Querschnitts, welches rinnenseitig
der Überlauföffnung 16 zugewandt und zu dieser Abstand aufweisend den Querschnitt
des Gehäuses 22 des Schneckenförderers 2O überdeckend sich leicht nach unten geneigt
bis in die Höhe des Austrittsflansches 24 erstreckt. Um auf dem Badspiegel 13 der
Schmelze 15 eine möglichst gleichmäßige Schicht 28 geschmolzenen Gießhilfsmittels,
d.h. eine Schlacke möglichst gleichmäßiger Schichtdicke zu erhalten, welche über den
Meniskus des Badspiegels 13 von dem Strang zwischen seiner Außenseite und dem Innenumfang
der Stranggießkokille 14 mitgenommen wird, ist dem Austrittsstutzen 24 eine den Fluß
des Gießhilfsmittels mehreren Entnahmestellen 29 zuteilende Verteileinrichtung 3O
nachgeschaltet.
[0039] Die Details der Verteileinrichtung des Ausführungsbeispiels sind in den Fig. 2 bis
4 dargestellt.
[0040] Die Verteileinrichtung umfaßt einen mit der Austrittsöffnung 18 kommunizierenden
Austrittsstutzen 24, welcher durch das Seitenrohr eines mit seinem durchgehenden Teilrohr
31 auf das rohrförmige Gehäuse 22 des Schneckenförderers 2O,2O' geschobenen und mit
diesem eine Gleitpassung bildenden T-förmigen Rohrabschnitts gebildet wird. Der Innenquerschnitt
des Austrittsstutzens 24 hat die Form eines Langloches, dessen Breite dem einfachen,
dessen Länge dem doppelten Innendurchmesser eines Entnahmeschachts 35 entspricht.
An seinem unteren Ende umfaßt der Austrittsstutzen 24 einen Flansch 33, welcher dem
Anschluß eines Gegenflansches 34 dient. Von dem Gegenflansch aus erstrecken sich zwei
Entnahmeschächte 35, welche nach unten weisend symmetrisch zur Längsachse S des Austrittsstutzens
einen Winkel von ca. 12O° zueinander aufweisen und eine parallel zur Längsachse L
des Schneckenförderers 20 liegende Ebene G aufspannen. Durch diese Anordnung ist gewährleistet,
daß das Gießhilfsmittel im wesentlichen an den nach unten gerichteten Innenseiten
36 der Entnahmeschächte 35,35' entlangfließt. Die unteren Enden der Entnahmeschächte
35 bilden jeweils eine Entnahmestelle 29. In Richtung der Längsachse S des Anschlußstutzens
weisend und in der Ebene G liegend ist an jedem Entnahmeschacht 35,35' mit diesem
einen rechten Winkel bildend ein Seitenschacht 37,37' angeordnet, der mit seinem Innern
mit dem Innern des jeweiligen Entnahmeschachts kommuniziert. Die unteren Enden der
Seitenschächte bilden jeweils eine weitere Entnahmestelle 29. Die Anbringung der Seitenschächte
37 bzw. 37' an den Entnahmeschächten 35 bzw. 35' ist an solchen Stellen vorgesehen,
daß der Abstand benachbarter Entnahmestellen 29 konstant ist.
[0041] Um eine definierte Aufteilung des Flusses des Gießhilfsmittels auf die beiden Entnahmeschächte
35,35' sicherzustellen, ist in den Austrittsstutzen 24 ein erster Flußteiler 4O integriert.
Der Flußteiler 4O umfaßt eine in der durch die Längsachse L des Schneckenförderers
20 und der Längsachse S des Austrittsstutzens 24 aufgespannten Ebene E liegende Zwischenwand
41, welche den Austrittsstutzen 24 in zwei Halbräume 42,42' gleicher Volumina unterteilt.
Senkrecht zu der Zwischenwand 41 erstreckt sich in dem linken Halbraum 42 von der
unteren Mitte 44 des Austrittsstutzens 24 diagonal bis zum hinteren oberen Rand 45
des Austrittsstutzens 24 und den dabei überstrichenen Querschnitt des Halbraumes 42
abdeckend eine erste Querwand 43. Dementsprechend erstreckt sich in dem rechten Halbraum
42' eine Querwand 43' von der unteren Mitte 44 des Austrittsstutzens 24 diagonal bis
zum vorderen oberen Rand 46 des Austrittsstutzens 24. Das durch die Austrittsöffnung
18 fließende Gießhilfsmittel wird somit durch die Aufteilung auf die beiden Halbräume
42 und 42' jeweils einem der beiden Entnahmeschächte 35,35' definiert zugeteilt. Durch
Verschwenkungen des Austrittsstutzens 24 um die Längsachse L des Schneckenförderers
20 kann eine Einstellung des Zuteilungsverhältnisses erfolgen.
[0042] An den Verbindungsstellen zwischen den Entnahmeschächten 35 bzw. 35' und den Seitenschächten
37 bzw. 37' ist jeweils ein zweiter Flußteiler 5O bzw. 5O' vorgesehen. Der zweite
Flußteiler 5O bzw. 5O' besteht aus einer im Bereich der Verzweigung in dem Entnahmeschacht
angeordneten, sich über den gesamten Innendurchmesser des Entnahmeschachts erstreckenden
in der Ebene E liegenden Trennwand 51,51', auf deren einer Seite eine halbkreisförmige
Verbindungsöffnung 52 bzw. 52' zu dem Seitenschacht 37 bzw. 37' angeordnet ist. Dadurch
wird das Gießhilfsmittel, welcher einerseits der Trennwand 51 bzw. 51' durch den Entnahmeschacht
35 bzw. 35' fließt, der Entnahmestelle 29 des Entnahmeschachts zugeleitet, wogegen
das andererseits der Trennwand 51 bzw. 51' fließende Gießhilfsmittel durch die Verbindungsöffnung
52 bzw. 52' der Entnahmestelle 29 des Seitenschachts 37 bzw. 37' zugeleitet wird.
[0043] Bei der in Fig. 5 als Ganzes mit 2OO bezeichneten zweiten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind funktionsadäquate Elemente mit den gleichen Bezugszahlen, jedoch
erhöht um den Wert 1OO, bezeichnet.
[0044] Die in ihrer Funktionsweise prinzipiell der Vorrichtung 1OO entsprechende Vorrichtung
2OO umfaßt einen Vorratsbehälter 1O1, an dessen vorderer Stirnwandung 1O6 ein Halter
1O7 angeordnet ist. Der Kalter 1O7 trägt auf seiner Oberseite wiederum einen Vibrator
1O9, dessen Vibrationsfrequenz üblicherweise in der Größenordnung von 5O Hz liegt,
jedoch den Erfordernissen individuell anpaßbar ist. Von dem Vorratsbehälter 1O1 erstrecken
sich fünf in einer gemeinsamen horizontalen Ebene liegende Schneckenförderer 12O,12O',12O'',
12O''',12O'''', deren seitlicher Abstand zueinander nach vorn leicht zunimmt und deren
Länge so gewählt ist, daß sie auf einer Ebene, die parallel zu den quer zur Förderrichtung
der Schneckenförderer 12O,12O',12O'', 12O''',12O'''' verlaufenden Seitenwänden 114'
,114'' der Kokille 114 verläuft, und oberhalb der Kokille enden. An jedem Schneckenförderer
12O,12O',12O'',12O''',12O'''' ist in seiner vorderen Stirnwand 125,125',125'',125''',125''''
eine Austrittsöffnung 118,118', 118'',118''',118'''' vorgesehen, welche Entnahmestellen
129 bilden, über welche das Gießhilfsmittel 11O auf den Badspiegel 113 der Stahlschmelze
115 ausströmt. Die Stahlschmelze gelangt über ein in der Zeichnung nur angedeutetes
Tauchrohr 117 aus einem ebenfalls nur angedeuteten Tundish 116 in die Stranggießkokille
115. Die sonstige Funktionsweise der Schneckenförderer 12O,12O',12O'',12O''',12O'''',
die von einem seitlich des Vorratsbehälters 1O1 angeordneten Motor 112 angetrieben
werden, entspricht derjenigen der bereits am Beispiel der in Fig. 1 dargestellten
Vorrichtung 1OO beschriebenen.
[0045] Die Vorrichtung 2OO umfaßt weiterhin eine Verlagerungseinrichtung 6O, mittels welcher
während des Fördervorgangs die Lage die Austrittsöffnungen 118,118',118'',118''',118''''
oberhalb des Badspiegels 113 verändert werden kann.
[0046] Die Verlagerungseinrichtung 6O umfaßt einen ersten Linearversteller 61, welcher einen
in einem Rahmen 65 verschiebbaren Schlitten 62 umfaßt. Auf dem über eine motorbetriebene
Gewindespindel 66 angetriebenen Schlitten 62 ruht der Vorratsbehälter 1O1 der Vorrichtung
2OO.
[0047] Der erste Linearversteller 61 ist mit seinem Rahmen 65 an einem Trägerarm 67 befestigt,
welcher wiederum mit dem Schlitten 63 eines zweiten Linearverstellers 64 verbunden
ist, dessen Verstellachse S senkrecht zu der Verstellachse T des ersten Linearverstellers
verläuft. Die Funktionsweise des zweiten Linearverstellers 64 entspricht ansonsten
derjenigen des ersten. Von dem Rahmen 69 des zweiten Linearverstellers 64 erstrecken
sich Tragbügel 68,68', welche mit einem in der Zeichnung nicht dargestellten, feststehenden
Ständer oder Träger zusammenwirken und die gesamte Vorrichtung 2OO tragen.
[0048] Durch die Verlagerungseinrichtung 6O können die Austrittsöffnungen 118,118',118'',118''',118''''
für das Gießhilfsmittel 11O relativ zum Badspiegel 113 der Stahlschmelze 115 bewegt
werden, wodurch eine Vergleichmäßigung der Dicke der Gießhilfsmittelschicht erzielt
werden kann. Besonders von Vorteil ist die Verlagerungseinrichtung 6O auch in Verbindung
mit einer breitenvariablen Stranggießkokille, da die mittels der Vorrichtung mit Gießhilfsmittel
bedeckbare Fläche des Badspiegels durch eine regelmäßige Hin- und Herbewegung der
Vorrichtung 2OO, wie sie mit Hilfe der Verlagerungseinrichtung 6O ausgeführt werden
kann, variierbar ist.
[0049] In Fig. 6 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
3OO in einer Seitenansicht dargestellt, welche im wesentlichen in ihrer Funktionsweise
der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung 1OO entspricht. Dementsprechend sind funktionsadäquate
Bauelemente mit denselben Bezugszahlen, jedoch erhöht um den Wert 2OO, versehen.
[0050] Die Vorrichtung 3OO umfaßt einen Vorratsbehälter 2O1, von dem aus sich ein Schneckenförderer
22O bis über den Badspiegel 213 einer in einer Stranggießkokille 214 befindlichen
Stahlschmelze 215 erstreckt. Die Aufteilung des von dem Schneckenförderer 22O' geförderten
Gießhilfsmittels 21O erfolgt über einen ersten Flußteiler 24O und diesem nachgeschaltete
zweite Flußteiler 25O, die in ihrer Wirkungsweise den anhand der Fig. 1 bis 3 beschriebenen
entsprechen und den Fluß des Gießhilfsmittels 210 auf die Entnahmestellen 229 aufteilen.
An der hinteren Stirnwandung 206 des Vorratsbehälters 201 ist wiederum ein der Fluidisierung
des Gießhilfsmittels 210 dienender Vibrator 209, welcher in seiner Funktionsweise
der weiter oben beschriebenen entspricht, angeordnet.
[0051] Oberhalb des Vorratsbehälters 2O1 ist mittels eines Trägers 71 ein zu einem an sich
bekannten Kleinförderergerät 9O gehörender Fördergutbehälter 91 angeordnet, welcher
an seinem unteren Ende mittels einer federbelasteten Auslaufklappe 92 verschlossen
ist. Das Kleinfördergerät 9O, dessen Wirkungsweise weiter unten anhand von den Fig.
7 und 8 noch beschrieben werden wird, umfaßt weiterhin ein separat hinter dem Fördergutbehälter
91 angeordnetes Gebläse 93, welches über eine Zuführ- und eine Absaugleitung 94 bzw.
95 mit dem Fördergutbehälter 91 verbunden ist. In die Absaugleitung 95 ist ein Reinigungsfilter
96 eingeschaltet. Etwa auf halber Höhe des Fördergutbehälters 91 mündet in diesen
eine Saugleitung 97, über welche das Gießhilfsmittel aus einem in der Zeichnung nicht
dargestellten Großsilo ansaugbar ist.
[0052] Die Wirkungsweise dieses an sich bekannten Kleinfördergerätes 9O soll im folgenden
anhand der Fig. 7 und 8 kurz erläutert werden. Die Zuführ- und Abführleitungen 94
bzw. 95 kommunizieren über ein Förder-/Spülventil 98 mit dem bei geschlossener Auslaufklappe
92 vollständig geschlossenen Fördergutbehälter 91. Bei der in Fig. 7 dargestellten
Förderstellung des Förder-/Spülventils 98 ist die Absaugleitung 95 über einen im Innern
des Fördergutbehälters 91 angeordneten Förderluftfilter direkt mit dem Innern des
Fördergutbehälters 91 verbunden, so daß durch den bei geschlossener Auslaufklappe
92 erzeugten Unterdruck Gießhilfsmittel über die Saugleitung 97 aus einem in der Zeichnung
nicht dargestellten Großsilo in den Fördergutbehälter 91 hineingesaugt wird. Der Förderluftfilter
99 hat dabei die Aufgabe, die durch die Absaugleitung 95 abgesaugte Förderluft von
dem Gießhilfsmittel zu trennen. Ist aufgrund des Ansaugens in dem Fördergutbehälter
91 ein bestimmter Grenzfüllgrad an Gießhilfsmitteln 21O erreicht worden, so reicht
die Gewichtskraft dieses Gießhilfsmittels 21O aus, um die Auslaufklappe 92 gegen die
Federkraft zu öffnen, wodurch das Gießhilfsmittel 21O in den Einfüllstutzen 203 des
darunter befindlichen Vorratsbehälters 2O1 ausströmt. Solange die Klappe geöffnet
ist, wird das Förder-/Spülventil 98 in seine aus Fig. 8 ersichtliche Spülstellung
umgeschaltet, wodurch über die Zuführleitung 94 von dem Gebläse 93 zugeführte Luft
durch den Förderluftfilter 99 in den Fördergutbehälter 91 eingeleitet wird, wodurch
auf dem Förderluftfilter 99 lagerndes Gießhilfsmittel 21O abgeblasen wird. Hat sich
der Fördergutbehälter 91 entleert, so schließt die Auslaufklappe selbsttätig wieder,
und der in Fig. 7 dargestellte Ansaugvorgang beginnt von neuem.
[0053] Bei leerem Vorratsbehälter 2O1 wird dieser Ansaugvorgang zunächst so oft wiederholt,
bis der in Fig. 8 dargestellte Zustand eintritt, daß der in dem Vorratsbehälter 2O1
entstandene Schüttkegel ein Wiederverschließen der Auslaufklappe 92 verhindert. Dadurch
wird die Zufuhr an weiterem Gießhilfsmittel in den Vorratsbehälter 2O1 gerade so lange
unterbrochen, bis so viel Gießhilfsmittel durch den Schneckenförderer 22O in die Stranggießkokille
214 gefördert worden ist, daß sich die Auslaufklappe 92 wieder schließt. In diesem
Falle beginnt der in Fig. 7 dargestellte Ansaugvorgang von vorn.
1. Vorrichtung (100;200;300) zur kontinuierlichen Zugabe von pulverförmigem oder granuliertem
Gießhilfsmittel (10;110;210) auf den Badspiegel (13;113;213) einer Schmelze in einer
Stranggießkokille (14;114;214)
mit einem Vorratsbehälter (1;101;201) zur Aufnahme des Gießhilfsmittels (10;110;210),
mit mindestens einem mit dem Vorratsbehälter (1;101; 201) in Verbindung stehenden
Schneckenförderer (20,20';120, 120',120'',120''',120'''';220), welcher zwischen der
Unterseite des Tundish (16;116;216) und der Oberseite der Stranggießkokille (14;114;214)
hindurchgeführt ist
und mit Entnahmestellen (29;129;229), die mit dem Innern des Schneckenförderers
(20,20';120, 120',120'',120''', 120'''';220) in Verbindung stehen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung (100;200;300) einen während des Fördervorganges den Vorratsbehälter
(1;101;201) und/oder den Schneckenförderer (20,20';120,120',120'',120''',120'''';220)
in Schwingungen versetzenden Vibrator (9;109;209) umfaßt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vibrator (9;109;209) außen an einer Stirnwandung (6;106;206) des Vorratsbehälters
(1;101;201) oder an dem Schneckenförderer (2O,2O';120, 120',120'',120''',120'''';220)
angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Vibrator (9;109;209) aus einer exzentrisch auf einer Welle angeordneten
Masse besteht, welche mittels eines elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch angetriebenen
Motors rotiert wird.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz des Vibrators (9;109; 209) in der Größenordnung von 50 Hz liegt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der vorderen
Stirnwand (125, 215',125'',125''',125'''') des Schneckenförderers (120, 120', 120'',120''',120'''')
eine Austrittsöffnung (118,118',118'', 118''',118'''') vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneckenförderer (20,20') genau eine, nach unten weisende, in die Mantelfläche
des rohrförmigen Gehäuses (22) des Schneckenförderers (20,20') eingearbeitete Austrittsöffnung
(18) für das Gießhilfsmittel (10) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein mit seinem durchgehenden Teilrohr (31) auf das Gehäuse (22) des Schneckenförderes
(20) aufgeschobener T-förmiger Rohrabzweig einen nach unten weisenden, mit der Austrittsöffnung
(18) kommunizierenden Austrittsstutzen (24) bildet.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit der Austrittsöffnung (18) in Verbindung stehende Verteileinrichtung
(30) zum Aufteilen des aus der Austrittsöffnung (18) fließenden Gießhilfsmittels zu
mehreren Entnahmestellen (29) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Rand des Austrittsstutzens (24) als Anschlußflansch (33) für den
Anschluß der Verteileinrichtung (30) ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteileinrichtung (30) eine mit dem Anschlußflansch (33) in Wirkverbindung
bringbaren Gegenflansch (34) umfaßt, von dem aus, eine erste Verzweigung bildend,
sich symmetrisch zur Austrittsstutzenachse zwei einen Winkel von etwa 120° zueinander
bildende, mit ihren ersten Enden mit dem Austrittsstutzen (24) kommunizierende, nach
unten gerichtete Entnahmeschächte (35,35') erstrecken, deren zweite Enden jeweils
eine Entnahmestelle (29) bilden.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1O, dadurch gekennzeichnet, daß der Austrittsstutzen (24) mit einem den Fluß des Gießhilfsmittels definiert
auf die Entnahmeschächte (35,35') verteilenden ersten Flußteiler (40) ausgestattet
ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Flußteiler (40) durch eine Anordnung von Leitblechen (41;43;43') gebildet
wird, bei der eine in der durch die Längsachse des Schneckenförderers (20,20') und
der Längsachse des Austrittsstutzens (24) aufgespannten Ebene liegende Zwischenwand
(41) den Austrittsstutzen (24) in zwei Halbräume (42,42') unterteilt, sich senkrecht
zur der Zwischenwand (41) in dem einen der beiden Halbräume (42,42') von der unteren
Mitte (44) des Austrittsstutzens (24) diagonal bis zum hinteren oberen Rand (45) des
Austrittstutzens (24) und den dabei überstrichenen Querschnitt des Halbraumes (42)
abdeckend eine erste Querwand (43) und dementsprechend sich in dem anderen Halbraum
(42') von der unteren Mitte (44) des Austrittsstutzens (24) bis zum vorderen oberen
Rand (46) eine zweite Querwand (43') erstreckt, so daß der eine Halbraum (42) ausschließlich
mit dem einen Entnahmeschacht (35), der andere Halbraum (42') ausschließlich mit dem
anderen Entnahmeschacht (35') in Verbindung steht.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der den ersten Flußteiler (40) beinhaltende Austrittsstutzen (24) um die Längsachse
des Schneckenförderers (20,20') schwenkbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1O bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß an jedem der Entnahmeschächte (35,35') ein eine zweite Verzweigungsstelle bildender,
mit seinem ersten Ende eine Verbindung mit dem Innern des jeweiligen Entnahmeschachts
(35,35') herstellender, nach unten weisender Seitenschacht (37,37') angeordnet ist,
dessen zweites Ende eine Entnahmestelle (29) bildet.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Entnahmestellen (29) ungefähr gleichen Abstand zueinander aufweisen.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß an den zweiten Verzweigungsstellen jeweils ein eine definierte Menge des fließenden
Gießhilfsmittels dem jeweiligen Seitenschacht zuteilender zweiter Flußteiler (50)
vorgesehen ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Flußteiler (50) eine horizontale, mittig in dem Entnahmeschacht (35,35')
angeordnete sich über den gesamten Innendurchmesser des Entnahmeschachtes (35,35')
erstreckende Trennwand (51) umfaßt, auf deren einer Seite eine in ihrer Ausdehnung
entlang der Längsachse des Seitenschachts die Trennwand nicht überragende Verbindungsöffnung
(52) zu dem Seitenschacht (37) angeordnet ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß in der vorderen Stirnwand (25) des rohrförmigen Gehäuses (22) des Schneckenförderers
eine Überlauföffnung (26) vorgesehen ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb des Schneckenförderers (20,20') ein die vordere Stirnwand (25) überragender,
sich bis über den Badspiegel (13) der Schmelze in der Stranggießkokille (14) erstreckender
nach unten geneigter Leitkanal (27) angeordnet ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß sich von einem gemeinsamen Vorratsbehälter (1) mehrere etwa parallel geführte
Schneckenförderer (20,20') unterschiedlicher Länge erstrecken, deren Längenunterschied
so gewählt ist, daß die Gießhilfsmittelzufuhr in die Stranggießkokille (14) durch
die Schneckenförderer (2O,2O') beidseitig des Tauchrohres (17) etwa gleichmäßig erfolgt.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß sich von
dem Vorratsbehälter (1O1) mehrere Schneckenförderer (12O,12O',12O'',12O''',12O'''')
etwa gleicher Länge derart erstrecken, daß beidseitig des Tauchrohres (117) die Gießhilfsmittelzufuhr
in die Stranggießkokille (114) etwa gleichmäßig erfolgt.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorratsbehälter
(1) ein Wirbelbett (8O) zur Fluidisierung des Gießhilfsmittels (19) aufweist.
23. Vorrichtung (2OO) zur kontinuierlichen Zugabe von pulverförmigem Gießhilfsmittel (11O)
auf den Badspiegel (113) einer Schmelze in einer Stranggießkokille (114),
mit einem Vorratsbehälter (1O1) zur Aufnahme des Gießhilfsmittels (11O),
mit mindestens einem mit dem Vorratsbehälter (1O1) in Verbindung stehenden Schneckenförderer
(12O,12O',12O'',12O''', 12O''''), welcher zwischen der Unterseite des Tundish (116)
und der Oberseite der Stranggießkokille (114) hindurchgeführt ist,
und mit Entnahmestellen (129), die mit dem Innern des Schneckenförderers (12O,12O',12O'',12O''',12O'''')
in Verbindung stehen,
insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 22,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung eine Verlagerungseinrichtung (16O) umfaßt, welche eine Verlagerung
der Entnahmestelle (129) in und/oder quer zur Förderrichtung der Schneckenförderer
(2O,2O';12O,12O',12O'',12O''',12O'''') erlaubt.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlagerungseinrichtung
(16O) mindestens einen ersten Linearversteller (161) umfaßt, welcher einen verlagerbaren
Schlitten (162) aufweist, auf welchem der Vorratsbehälter (1O1) der Vorrichtung (2OO)
montiert ist.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Linearversteller
(161) mit dem Schlitten (163) eines zweiten Linearverstellers (164) verbunden ist,
dessen Verlagerungsachse (S) quer zur Verlagerungsachse (T) des ersten Linearverstellers
(161) verläuft.
26. Vorrichtung (3OO) zur kontinuierlichen Zugabe von pulverförmigem Gießhilfsmittel (11O)
auf den Badspiegel (113) einer Schmelze in eine Stranggießkokille (114),
mit einem Vorratsbehälter (1O1) zur Aufnahme des Gießhilfsmittels (11O),
mit mindestens einem mit dem Vorratsbehälter (1O1) in Verbindung stehenden Schneckenförderer
(12O,12O',12O'', 12O''',12O''''), welcher zwischen der Unterseite des Tundish (116)
und der Oberseite der Stranggießkokille (114) hindurchgeführt ist,
und mit Entnahmestellen (129), die mit dem Innern des Schneckenförderers (12O,12O',12O'',12O''',12O'''')
in Verbindung stehen,
insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 25,
dadurch gekennzeichnet,
daß oberhalb des Vorratsbehälters (2O1) ein mit dessen Einfüllstutzen (2O3) kommunizierendes
Kleinfördergerät (90) in an sich bekannter Bauart angeordnet ist, welches die Gießhilfsmittelzufuhr
zum Vorratsbehälter (2O1) selbsttätig dem Bedarf anpaßt.