[0001] Die Erfindung betrifft einen unteridischen Lagerbehälter gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1, mit einem Domstutzen und einem darauf anbringbaren Domdeckel, durch
welchen Armaturen, wie eine Fülleitung, ein Peilstabrohr bzw. ein Gaspendelanschluß
mit Wasserzapfen und Grenzwertgeberanschluß, dicht hindurchgeführt sind.
[0002] Erdtanks an Tankstellen, die noch nicht mit einem zentralen Füllschacht ausgestattet
sind, werden durch einen Tankwagen direkt am Domschacht des betreffenden Behälters
befüllt. Umweltschädigungen durch Kraftstoffüberlauf lassen sich beim An- und Abkuppeln
der flüssigkeits- und gasführenden Schläuche durch mögliche technische Mängel am Abfüllsystem
oder durch menschliches Verhalten beim An- und Abkuppeln der flüssigkeits- und gasführenden
Schläuche nicht ausschließen.
[0003] Aus der EP-B 0 468 137 ist ein Lagerbehälter mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Patentanspruchs 1 bekannt, bei dem der Restmengen- Auffangbehälter als flexibler Auffangsack
ausgebildet ist. Ein derartiger flexibler Behälter kann bei unsachgemäßer Handhabung
oder nach längerer Benutzung undicht werden, so daß Leckagen auftreten können. Darüberhinaus
ist zur Prüfung der Dichtigkeit in regelmäßigen Abständen eine Überprüfung bzw. ein
Austausch des Behälters erforderlich.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen
unterirdischen Lagerbehälter derartig zu verbessern, daß eine im wesentlichen wartungsfreie
und wenig anfällige Einrichtung zum Auffangen von Leckagen vorgesehen wird, die sich
durch Anpassungsmöglichkeiten an unterschiedliche Lagerbehälterdimensionen und Verohrungslängen
auszeichnet.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale
gelöst.
[0006] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0007] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig.1
- einen Domschacht mit Stahlbetonkranz mit einem Domstutzen und einer darauf abgestützten
Restmengen-Auffangwanne in einer teilweise geschnittenen bzw. weggebrochenen Ansicht;
und
- Fig. 2
- eine in Fig. 1 dargestellte flüssigkeitsdichte Rohrdurchführung in vergrößertem Maßstab
sowie teilweise in Schnittdarstellung.
[0008] In der Zeichnung ist ein unterirdischer Lagerbehälter 1 nach DIN 6608 gezeigt, auf
dessen Oberseite ein Domstutzen 2 mit einem Durchmesser von 500 bzw. 600 mm angeordnet
ist. Der Domstutzen ist durch einen Domdeckel 3 dicht verschlossen, der in einen gemauerten
Domschacht 4 mit einem befahrbaren Stahlbetonkranz hineinragt, welcher durch eine
befahrbare Schachtabdeckung 5 abgedeckt ist.
[0009] Durch den Domdeckel 3 hindurch sind eine Fülleitung 6, deren oberes Ende durch einen
Verschluß 6a verschließbar ist, ein Peilrohr 7 mit einem Peilstab 7a, ein Gaspendelanschluß/Wasserzapfen
8 sowie ein daran befestigter TKW-Anschluß für einen Grenzwertgeber dicht hindurchgeführt.
[0010] Die Restmengen-Auffangwanne 10 hat eine runde Seitenwand, so daß eine problemlose
Nachrüstung vorhandener Domschächte auch dann möglich ist, wenn der Domdeckel 3 nicht
zentrisch zum gemauerten Domschacht 4 ausgerichtet ist. Es ist ersichtlich, daß der
Domschacht 4 selbst trotz der Anordnung der Restmengen-Auffangwanne 10 befahrbar bleibt.
[0011] Die Restmengen-Auffangwanne 10 weist eine wasserdichte, zweiteilige Abdeckung 11,
11a auf. Diese wasserdichte Abdeckung 11, 11a verhindert eine Vermischung von Kondens-
bzw. Tagwasser mit Kraftstoffmengen. Infolgedessen wird der Entsorgungsaufwand auf
ein Minimum reduziert. Ferner ermöglicht die zweiteilige Abdeckung 11, 11a einen problemlosen
Zugang zu den genannten Armaturen des Lagerbehälters 1 bei der Befüllung und/oder
Peilung durch eine Bedienungsperson, weil der Zugang zur Fülleitung 6, zum Peilstab
7a, zum Gaspendelanschluß/ Wasserzapfenstutzen 8 und zum Grenzwertgeberanschluß 9
nicht eingeschränkt wird. Beim Füllvorgang ist es nicht erforderlich, die gesamte
zweiteilige Abdeckung 11, 11a der Restmengen-Auffangwanne 10 zu entfernen. Vielmehr
genügt es, einen inneren Deckel 11a abzunehmen, der sich leicht durch die innere Schachtabdeckung
abnehmen läßt. Darüber hinaus gewährleistet die abnehmbare, äußere Abdeckung 11 der
Auffangwanne 10 den freien Zugang zu dem Lagerbehälter 1 und seinen Armaturen bei
notwendigen Wartungsarbeiten.
[0012] Aus der Zeichnung ist ferner ersichtlich, daß ein Kabel des Grenzwertgeberanschlusses
9 durch die Seitenwand der Restmengen-Auffangwanne 10 bei 13 flüssigkeitsdicht hindurchgeführt
ist.
[0013] Diese flüssigkeitsdichte Rohrdurchführung ist in Fig. 2 im einzelnen dargestellt.
Wie ersichtlich, ist im Boden der Restmengen-Auffangwanne 10 für jedes der Rohre 6;
7; 8 jeweils ein Loch 16 vorgesehen, durch das jeweils eines der Rohre 6; 7; 8 hindurchgeführt
ist. Auf der Oberseite des Bodens der Auffangwanne 10 ist um das Loch 16 herum ein
Rohrstutzen 17 dicht befestigt, um den das untere Ende einer mineralölbeständigen
Gummimanschette 18 herumgelegt ist, deren oberes Ende an der Außenseite des betreffenden
Rohres anliegt. Das untere Ende der Gummimanschette 18 ist durch eine Spannschelle
19 gegen den Rohrstutzen 17 dicht verspannt, während das obere Ende der Gummimanschette
18 an der Außenwand des Rohres mittels einer Spannschelle 20 dicht verspannt ist.
Auf diese Weise ist eine flüssigkeitsdichte Durchführung jedes Rohres durch den Wannenboden
gewährleistet.
[0014] Die Auffangwanne 10 ist auf einer höhenverstellbaren Unterstützung 14 mit einem Auflagerkranz
14a abgestützt. Die Unterstützung 14 besteht aus mindestens drei Rohrhülsen 21, von
denen in der Zeichnung nur eine Rohrhülse gezeigt ist. In die Rohrhülse 21 ist eine
mit einem Außengewinde versehene Stützstange 22 eingeschraubt, auf welcher der Auflagerkranz
23 aufliegt. Eine Stützplatte 24 ist am unteren Ende jeder Stützhülse 21 ebenso befestigt
wie eine Tragplatte 25 am oberen Ende jeder Stützstange 22. Auf diese Weise ist eine
weitgehend universelle Nachrüstung bei allen Domschächten gewährleistet, die eine
problematische Verrohrung aufweisen. Hierdurch entfällt gleichzeitig eine Fixierung
an den vorhandenen Rohren. Ferner wird dadurch eine zusätzliche Belastung an den Dichtstellen
am Behälterdeckel 11 vermieden.
[0015] Im Bereich des Bodens der Auffangwanne 10 ist ein Leitungsanschluß 26 erkennbar,
der über einen Kugelhahn 27 und eine vorzugweise flexible ausgeführte Rücklaufleitung
15 mit dem Domdeckel 3 des Lagerbehälters 1 verbunden ist. Dadurch können vorzugsweise
die in der Wanne aufgefangenen Fluidrestmengen bei Bedarf dem Lagerbehälter 1 zugeführt
werden.
| Bezugszeichenliste |
| 1 |
Unterirdischer Lagerbehälter |
| 2 |
Domstutzen |
| 3 |
Domdeckel |
| 4 |
Domschacht |
| 5 |
befahrbare Schachtabdeckung |
| 6 |
Fülleitung |
| 6a |
Verschluß (Fülleitung) |
| 7 |
Peilstabrohr, auch: Peilrohr |
| 7a |
Peilstab |
| 8 |
Gaspendelanschluß/Wasserzapfen |
| 9 |
Grenzwertgeberanschluß |
| 10 |
Restmengen-Auffangwanne |
| 11 |
flüssigkeitsdichte Abdeckung |
| 11a |
innerer Deckel |
| 12 |
Abdichtvorrichtung |
| 13 |
flüssigkeitsdichte Kabeldurchführung |
| 14 |
Stützvorrichtung |
| 15 |
Rücklaufleitung |
| 16 |
Loch (Wannenboden) |
| 17 |
Rohrstutzen |
| 18 |
mineralölbeständige Dichtmanschette |
| 19 |
Spannschelle (Dichtmanschette, oberes Ende) |
| 20 |
Spannschelle (Dichtmanschette, unteres Ende) |
| 21 |
Stützhülsen mit Innengewinde |
| 22 |
Stützstangen |
| 23 |
Auflagerkranz |
| 24 |
|
| 25 |
Tragplatte |
| 26 |
Leitungsanschluß |
| 27 |
Kugelhahn |
1. Unterirdischer Lagerbehälter (1) mit einem Domstutzen (2) und einem darauf anbringbaren
Domdeckel (3), durch welchen Armaturen, wie eine Fülleitung (6), ein Peilstabrohr
(7), ein Gaspendelanschluß/Wasserzapfen (8) und ein Grenzwert-geberanschluß (9), dicht
hindurchgeführt sind, und mit einem die Armaturen flüssigkeitsdicht umschließenden
Restmengen-Auffangbehälter (10), der über eine höhenverstellbare Stützvorrichtung
(14) auf dem Domdeckel (3) abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Restmengen-Auffangbehälter
(10) eine starre Wanne ist und die Stützvorrichtung (14) aus mehreren Stützhülsen
(21) mit Innengewinde besteht, denen jeweils eine Stützstange (22) zugeordnet ist,
welche mittels eines Außengewindes in die entsprechende Stützhülse (21) einschraubbar
ist.
2. Lagerbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Restmengen-Auffangwanne
(10) mit einer flüssigkeitsdichten Abdeckung (11) versehen ist.
3. Lagerbehälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung (11) zweiteilig
ist, wobei ein Teil ein abnehmbarer Deckel ist.
4. Lagerbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die flüssigkeitsdichte
Durchführung der Armaturen (6, 7, 8) durch den Boden der Auffangwanne (10) jeweils
mittels eines Rohrstutzens (17) vorgesehen ist, der ein Loch (16) im Wannenboden umgibt
und mit seinem unteren Ende auf dem Boden der Auffangwanne (10) abdichtend befestigt
ist, wobei eine mineralölbeständige Dichtmanschette (18) die Außenseite des Rohrstutzens
(17) und der durch das Loch (16) hindurchgeführten Armatur (6; 7; 8) umgibt und mittels
Spannschellen (19; 20) an dem Rohrstutzen (17) und der Armatur (6; 7; 8) abdichtend
befestigt ist.
5. Lagerbehälter nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß eine flüssigkeitsdichte
Kabeldurchführung (13) in der Seitenwand der Restmengen-Auffangwanne (10) angeordnet
ist.
6. Lagerbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf den oberen Enden der
Stützstangen (22) ein Auflagerkranz (23) angeordnet ist.
7. Lagerbehälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Stützplatte (24) am
unteren Ende jeder Stützhülse (21) und eine Tragplatte (25) am oberen Ende jeder Stützstange
(22) befestigt sind.
8. Lagerbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Restmengen-Auffangbehälter
(10) über eine Rücklaufleitung (15) mit dem Domdeckel (3) des Lagerbehälters (1) verbunden
ist.