[0001] Die Erfindung betrifft einen Kran mit einem auf einem Oberwagen oder der Drehbühne
eines Portals befestigten, teleskopierbaren Turm, dessen innerer austeleskopierbarer
Schuß gelenkig mit einem Ausleger verbunden ist, mit einem dreiteiligen, aus dem inneren
Auslegeranlenkteil, dem Auslegermittelstück und der äußeren Auslegerverlängerung bestehenden
Ausleger, der durch Abspannseile, die über Abspannstützen laufen, gegenüber einem
Festpunkt am Oberwagen oder der Drehbühne abgespannt ist.
[0002] Aus den DE-OS 29 14 265, 28 31 286, 26 14 223 und 33 22 268 sind Turmdrehkräne mit
austeleskopierbaren Türmen bekannt, an deren oberen Enden Ausleger angelenkt sind,
die aus zwei gelenkig miteinander verbundenen Teilen bestehen. Bei diesen Kränen erfolgt
das Aufrichten nach Ablassen des äußeren Trägerteils des Auslegers aufgrund der Seilgeometrie
durch eine vorgegebene, gleichzeitige Verschwenkung der inneren und äußeren Trägerteile
des Auslegers bis in deren fluchtende Stellung durch das Austeleskopieren des Turms.
Um Hindernisse beim Aufrichten oder dem Ablassen umfahren zu können, ist bei dem aus
der DE-OS 33 22 268 bekannten Kran eine Hilfswinde vorgesehen, mit der sich das äußere
Trägerteil des Auslegers hochschwenken läßt.
[0003] Aus dem DE-GM 80 09 033 und der Veröffentlichung EP-B-O 360 702 sind Teleskop-Turmdrehkräne
mit dreiteiligen Auslegern bekannt, die ebenfalls durch Austeleskopieren des Turms
aufgerichtet werden. Bei dem aus dem DE-GM 80 09 033 bekannten Turmdrehkran kann gleichzeitig
mit dem Ausfahren des austeleskopierbaren Turmteils oder nach dem Ausfahren das an
das innere Trägerteil angelenkte äußere Trägerteil unabhängig von dessen Schwenkbewegung
relativ zu diesem durch eine Montagewinde verschwenkt werden.
[0004] Bei den bekannten Turmdrehkranen ist es jedoch erforderlich, vor dem Aufziehen des
Kranes die Trägerteile des Auslegers miteinander in der für das Aufrichten erforderlichen
Weise zu verbolzen, so daß die Krane erst besonders eingerichtet werden müssen, um
eine Luftmontage zu ermöglichen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Kran der eingangs angegebenen Art zu schaffen,
bei dem sich der dreiteilige Ausleger ziehharmonikaartig in seine Transportstellung
klappen läßt, ohne daß zum erneuten Aufrichten des Kranes aus der Transportstellung
ein erneutes Verbolzen der Auslegerteile notwendig ist, und bei dem sich die beiden
äußeren Auslegerteile unabhängig von der vorgegebenen Seilgeometrie der Abspannseile
beim Aufrichten oder Ablassen in Richtung auf das innere Auslegerteil verschwenken
lassen, um beispielsweise Hindernisse umfahren zu können.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Kran der gattungsgemäßen Art dadurch
gelöst, daß das Auslegeranlenkstück um eine im Bereich der Obergurte befindliche Ouerachse
mit dem Auslegermittelstück und das Auslegermittelstück um eine im Bereich der Untergurte
befindliche Querachse mit der Auslegerverlängerung gelenkig verbunden ist und daß
eine Hilfswinde vorgesehen ist, mit der eine im äußeren Bereich des Auslegeranlenkstücks
angelenkte Mittelabspannstütze, von der das Abspannseil der Auslegerverlängerung zu
einem Festpunkt auf der Auslegerverlängerung verläuft, in Richtung auf das Auslegeranlenkstück
verschwenkbar ist.
[0007] Aufgrund der gelenkigen Verbindung der Auslegerteile miteinander, einmal im Bereich
des Obergurts und zum anderen im Bereich des Untergurts, lassen sich diese ziehharmonikaartig
in ihre Transportstellung klappen, in der sie parallel zueinander liegen. Zum Aufrichten
des Krans durch Austeleskopieren des Turms brauchen die Auslegerteile gegenüber ihrer
Transportstellung nicht umgebolzt zu werden, weil durch die Anordnung der Gelenke
ein Verschwenken der Auslegerteile in ihre gestreckte Stellung möglich ist. In dieser
gestreckten Stellung sind die Auslegerteile auch aneinander stabilisiert, weil sich
die Auslegerteile an ihren Stoßflächen durch Widerlager aufeinander abstützen, die
rechtwinkelig zur Mittelebene der Auslegerteile verlaufen. Durch die Hilfswinde lassen
sich bei noch nicht vollständig austeleskopiertem Turm das Auslegermittelstück und
die Auslegerverlängerung in Richtung auf das Auslegeranlenkstück verschwenken, so
daß bei der Luftmontage ein Umfahren von Hindernissen möglich ist. Im ausgefahrenen
Zustand des Krans lassen sich mit der Hilfswinde das Auslegermittelstück und die Auslegerverlängerung
gegenüber dem Auslegeranlenkstück winkelig nach oben verschwenken, so daß dann nur
das Auslegeranlenkstück, auf dem die Laufkatze verfahrbar ist, für den Kranbetrieb
benutzt werden kann.
[0008] Durch den erfindungsgemäßen Kran lassen sich die Montage- und Demontagearbeiten nach
einem Wechsel des Einsatzortes erheblich verkürzen und vereinfachen, wobei zusätzlich
eine Luftmontage unter Umfahren von Hindernissen möglich ist. Aufwendige Verbolzungs-
und Umbolzungsarbeiten sind vermieden, um den Kran in seine Transportstellung zu bringen
oder um diesen aus der Transportstellung wieder aufzurichten.
[0009] Zweckmäßigerweise ist das Seil der Hilfswinde zwischen dem oberen Ende der Mittelabspannstütze
und dem Angriffspunkt an dem Auslegeranlenkstück flaschenzugartig eingeschert.
[0010] Der Festpunkt des Hilfswindenseils liegt zweckmäßigerweise auf dem Auslegermittelstück,
und zwar vorzugsweise etwa in dessen mittlerem Bereich. Durch diese Art der Befestigung
des Hilfswindenseils wird beim Verschwenken des Auslegermittelstücks ein zusätzliches
Moment in dieses eingeleitet.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß im gestreckten Zustand
des Auslegers das Auslegeranlenkstück gegenüber dem Auslegermittelstück im Bereich
des Untergurtes durch eine in eine Gabel greifende Nase zentriert ist. Die Gabel kann
dabei V-förmig ausgeführt sein, um das Einfahren und Zentrieren der komplementär ausgebildeten
Nase zu erleichtern.
[0012] Zweckmäßigerweise ist die Hilfswinde am inneren Endbereich des Auslegeranlenkstücks
angeordnet.
[0013] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß das Auslegeranlenkstück
und das Auslegermittelstück aus im Querschnitt dreieckigen Gitterträgern bestehen
und daß das diese im Bereich der Obergurte verbindende Gelenk ein Dreh-Klapp-Gelenk
ist. Durch diese Ausgestaltung ist es möglich, die zum Zwecke des Transportes aneinander
geklappten Auslegerteile um das Drehgelenk so zu drehen, daß diese in der Transportstellung
raumsparend nebeneinander liegen.
[0014] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, daß das Auslegermittelstück
im Bereich des äußeren Endes seines Obergurtes mit einer um eine Querachse schwenkbarem,
abgewinkelten und mit dem Abspannseil der Auslegerverlängerung verbundenen Hilfsetütze
versehen ist, deren abgewinkelter Teil im aufeinandergeklappten Zustand des Auslegermitteletücks
und der Auslegerverlängerung die Auslegerverlängerung übergreift. Diese Hilfsetütze
verbessert den Hebelarm beim geknickten Verschwenken des Auslegermittelstücks und
der Auslegerverlängerung in Richtung auf das Auslegeranlenkstück. Die Hilfsstütze
kann mit diese in angeklapptem Zustand zentrierenden Halterungen versehen sein. Zweckmäßigerweise
sind auf der Hilfsstütze Federklammern zum Fangen und Festlegen des Seils vorgesehen.
[0015] Beim geknickten Verschwenken des Auslegermittelstücks und der Auslegerverlängerung
in Richtung auf das Auslegeranlenkstück kann das Hubseil lose werden. Um dies zu verhindern,
ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß das Auslegermittelstück
oder die Auslegerverlängerung mit einer Fangeinrichtung für das Hubseil versehen ist.
Diese Fangeinrichtung kann aus einem schwenkbaren Haken bestehen, der durch das Seil
der Hilfswinde ausgeschwenkt wird. Zweckmäßigerweise bildet die Befestigung des Seile
der Hilfswinde der Fangeinrichtung den äußeren Festpunkt des Seils. Der die Fangeinrichtung
bildende Haken kann gegen die Kraft einer Feder ausschwenkbar sein.
[0016] Zusätzlich kann vorgesehen werden, daß das Hubseil durch eine Rutschkupplung ständig
gespannt gehalten wird.
[0017] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß sich die
Katzfahrtrommel seitlich außerhalb des Auslegeranlenkstücks befindet. Weiterhin ist
es erforderlich, auch bei der Montage und Demontage das Katzfahrseil unter Spannung
zu halten. Zu diesem Zwecke ist vorgesehen, daß ein Ende des Katzfahrseils unter Umschlingung
einer auf der Laufkatze gegen Federkraft verschieblichen Umlenkrolle auf der Laufkatze
befestigt ist. Zweckmäßigerweise ist das andere Ende des Katzfahrseils auf einer durch
eine Ratsche spannbaren Rolle befestigt. Schließlich läuft zweckmäßigerweise das Katzfahrseil
an der Auslegerspitze über eine gegen Federkraft verschieblich und auf Block fahrbare
Umlenkrolle. Auf diese Weise können Längenänderungen des Katzfahrseils ausgeglichen
werden.
[0018] Zusätzlich ist vorgesehen, daß im Bereich der gelenkigen Verbindung von Auslegermittelstück
und Auslegerverlängerung eine Fangeinrichtung für das Katzfahrseil angeordnet ist.
[0019] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Seil der Hilfswinde
über mindestens eine Seilrolle einer Unterflasche geführt ist, an die das Ballastgewicht
angehängt werden kann und die auf Anschlag fahrbar ist. Auf diese Weise kann die Hilfswinde
zusätzlich auch zur Ballastierung des Krans benutzt werden.
[0020] Zum Zwecke der Demontage wird die Laufkatze an das innere Ende des Auslegermittelstücks
verfahren.
[0021] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigt
- Fig. 1
- eine Seitenansicht des Krans im montierten Zustand,
- Fig.1a
- eine schematische Darstellung der Einscherung des Montageseils,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Krans im demontierten Transportzustand,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf den demontierten Kran nach Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Rückansicht des Krans nach Fig. 2,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der noch zusammengeklappten drei Teile des Ausslegers in ihrer
senkrechten Montagestellung,
- Fig. 6 - Fig. 10
- einzelne Schritte des Aufklappvorganges des Auslegers während der Luftmontage,
- Fig. 11
- eine Seitenansicht des gelenkig mit dem Auslegeranlenkstück verbundenen Auslegermittelstücks,
- Fig. 12
- eine Seitenansicht des Gelenkbereichs zwischen dem Auslegeranlenkstück und dem Auslegermittelstück
im montierten Zustand,
- Fig. 13
- eine Draufsicht auf das Dreh-Klapp-Gelenk,
- Fig. 14
- eine Ansicht des Auslegeranlenkstücks und des Auslegermittelstücks im zusammengeklappten
und nebeneinander gelegten Zustand,
- Fig. 15
- einen Schnitt durch die Auslegerverlängerung im montierten Zustand in Blickrichtung
des Turms,
- Fig. 16 u. Fig. 17
- eine Seitenansicht der gelenkigen Verbindung zwischen dem Auslegermittelstück und
der Auslegerverlängerung während des Aufeinanderklappens und im aufeinandergeklappten
Zustand,
- Fig. 18
- eine Seitenansicht des Auslegeranlenkstücks,
- Fig. 19
- eine Draufsicht auf das Auslegeranlenkstück nach Fig. 18
- Fig. 20
- einen Schnitt durch das Auslegeranlenkstück in Blickrichtung auf die Katzfahrseiltrommel
- Fig. 21
- eine Seitenansicht der Laufkatze,
- Fig. 22
- eine Seitenansicht der Umlenkrolle für das Katzfahrseil an der Auslegerspitze,
- Fig. 23
- eine Seitenansicht der Laufkatze nach Fig. 23 ohne Kranhaken,
- Fig. 24
- eine Vorderansicht der Laufkatze,
- Fig. 25
- eine Draufsicht auf die Laufkatze,
- Fig. 26
- eine Seitenansicht des Krans mit verschiedenen Winkelstellungen des Auslegers zum
Turm und
- Fig. 27
- eine Seitenansicht des Krans mit gegenüber dem Auslegeranlenkstück nach oben geschwenktem
Auslegermittelstück mit Auslegerverlängerung.
[0022] Auf einem Podest 1 ist um eine vertikale Drehachse eine Drehbühne 2 drehbar gelagert,
auf der die Hub- und Montagewinde 3 (Winde mit einer Hub- und einer Montagetrommel)
angeordnet ist. Auf der aus Fig. 1 ersichtlichen rechten Seite der Drehbühne 2 ist
das äußere Teil 4 des Teleskopturms 5 befestigt. Aus dem äusseren Teil 4 ist das innere
Teleskopstück 6 austeleskopierbar, und zwar über ein Montageseil 7, das von der Montagetrommel
bewegt wird. Im oberen Endbereich des austeleskopierbaren Turmstücks 6 befindet sich
die am Turm verfahrbare Kranführerkabine 9. Am oberen Turmende sind an dem austeleskopierbaren
Turmstück 6 Laschen 11 angeordnet, mit denen im Gelenk 10 das Auslegeranlenkstück
12 gelenkig verbunden ist. Mit dem Auslegeranlenkstück 12 ist durch ein im Bereich
des Obergurts befindliches Gelenk 13 das Auslegermittelstück 14 gelenkig verbunden.
Mit dem Auslegermittelstück 14 ist durch ein im Bereich des Untergurts befindliches
Gelenk 15 die Auslegerverlängerung 16 gelenkig verbunden.
[0023] Der Kran ist durch Abspannseile abgespannt, die von einem Festpunkt, der auch aus
einer Winde bestehen kann, im hinteren Endbereich der Drehbühne 2 über Abspannstützen
zu dem Festpunkt 18 im mittleren Bereich der Auslegerverlängerung 16 verlaufen. Ein
hinteres Abspannseil 19 verläuft von dem Festpunkt an der Drehbühne zu dem Festpunkt
am äußeren Ende der rückwärtigen Abspannstütze 20. Ein Abspannseil 21 verbindet die
rückwärtige Abspannstütze 20 mit dem oberen Ende der hinteren Abspannstütze 22. Von
der hinteren Abspannstütze 22 verläuft das Abspannseil 23 des Auslegeranlenkstücks
zu einem Festpunkt 24 im vorderen Endbereich des Auslegeranlenkstücks. Ein Abspannseil
25 der Mittelabspannstütze 26 verläuft von dem oberen Ende der hinteren Abspannstütze
22 zu dem oberen Ende der Mittelabspannstütze 26. Von dem oberen Ende der Mittelabspannstütze
26 verläuft das Abspannseil 28 der Auslegerverlängerung 16 zu dem Festpunkt 18.
[0024] Im inneren Endbereich des Auslegeranlenkstücks 12 sind eine Katzfahrwinde 29 und
eine Hilfswinde 30 für die Montage des Auslegers angeordnet. Von der Hilfswinde 30
läuft ein Montageseil zu Seilrollen 31. Das Montageseil 32 ist zwischen den Seilrollen
31 auf dem Auslegeranlenkstück und Seilrollen 33 am oberen Ende der Mittelabspannstütze
26 flaschenzugartig eingeschert. Von den Seilrollen 33 läuft das Montageseil 32 über
eine Umlenkrolle 35 im mittleren Bereich des Auslegermittelstücks vor zu einem Festpunkt
36 am Auslegermittelstück 14. Die Lage der gelenkigen Verbindung 13 des Auslegeranlenkstücks
12 mit dem Auslegermittelstück 14 ist am besten aus den Fig. 11 und Fig. 12 ersichtlich.
Das Gelenk 13 besteht aus einem Dreh-Klapp-Gelenk 39. Ein parallel zur Mittelachse
des Auslegeranlenkstücks verlaufender Gelenkzapfen 40 ist in einer Lagerbohrung des
Endstücks 41 des Auslegeranlenkstücks 12 gelagert und durch eine Mutter 42 befestigt.
Der Lagerzapfen 40 ist mit einem gegabelten Kopfteil 43 versehen, zwischen dessen
Schenkeln 44 ein Lagerbolzen 45 gelagert ist, der über ein entsprechendes mit einer
Lagerbohrung versehenes Endteil 46 des Obergurts 47 das Auslegermittelstück 14 gelenkig
mit dem Auslegeranlenkstück 12 verbindet. Durch das Dreh-Klapp-Gelenk 39 läßt sich
das Auslegermittelstück 14 um den Lagerzapfen 40 drehen und um den Lagerbolzen 45
an das Auslegeranstück 12 anklappen. Das Kopfteil 43 ist mit einer Verlängerung 49
mit einer Bohrung versehen, in die als Verdrehsicherung ein Bolzen eingesteckt werden
kann.
[0025] Aus Fig. 14 ist ersichtlich, daß das Auslegeranlenkstück 12 und das Auslegermittelstück
14 aus Gitterträgern mit dreieckigem Profil bestehen. Fig. 14 zeigt einmal eine Stellung,
in der das Auslegermittelstück 14 auf das Auslegeranlenkstück 12 in einer Lage geklappt
ist, in der deren Mittel-Längsebenen miteinander fluchten und in der das Auslegermittelstück
14' in der Transportstellung an das Auslegeranlenkstück 12 angeklappt ist.
[0026] Die gelenkige Verbindung des Auslegermittelstücks 14 mit der Auslegerverlängerung
16 ist am besten aus den Figuren 16 und 17 ersichtlich. Das Auslegermittelstück 14
ist mit der Auslegerverlängerung 16 um das im Bereich der Untergurte 50, 51 befindliche
Klappgelenk 15 miteinander gelenkig verbunden. Am Ende des Obergurts 52 des Auslegermittelstücks
ist zwischen gabelförmigen Laschen 53 eine an ihrem oberen Ende abgewinkelte Hilfsstütze
54 schwenkbar gelagert. Im zusammengeklappten Zustand übergreift das abgewinkelte
Ende 55 der Hilfssstütze 54 den Obergurt 56 der Auslegerverlängerung 16. Der Obergurt
56 der Auslegerverlängerung 16 ist an seinem inneren Endbereich mit einer gabelförmigen
Verlängerung 58 versehen, in die sich beim Zusammenklappen die Hilfstütze 54 einlegt.
Die Hilfsstütze 54 ist mit gegabelten Flügeln 59 versehen, deren abgewinkelte Gabelteile
beim Zusammenklappen in entsprechende Arretierungen des gegabelten Stückes 58 greifen.
Weiterhin sind auf der Hilfsstütze 54 gegabelte Blattfederelemente 60 mit V-förmig
abgewinkelten Endteilen 61 angeordnet, die beim Zusammenklappen das Abspannseil 28
einfangen und arretieren. Das Abspannseil 28 ist durch eine Seilkausche 62 an dem
Ende des abgewinkelten Teils 55 der Hilfsstütze 54 befestigt und durch ein Endstück
fortgesetzt, das ebenfalls durch eine nicht dargestellte Seilkausche auf dem Bolzen
64 des gegabelten Endstücks des abgewinkelten Teils 55 festgelegt ist.
[0027] Die im hinteren Endbereich des Auslegeranlenkstücks 12 befindliche Katzfahrseilwinde
29 und Montageseilwinde 30 sind am besten aus den Figuren 18 bis 20 ersichtlich. Die
Seiltrommel 72 der Katzfahrwinde 29 befindet sich in der aus Fig. 20 ersichtlichen
Weise außerhalb des Gitterverbandes des Auslegeranlenkstücks 12. Die Seiltrommel 73
der Hilfswinde 30 ist innerhalb des Gitterverbandes des Auslegeranlenkstücks angeordnet.
Wie am besten aus Fig.1a ersichtlich, verläuft von der Seiltrommel 73 der Hilfswinde
30 das Montageseil 32 über eine Umlenk- Seilrolle 31 zurück über eine Umlenkseilrolle
und die Seilrolle der Ballastierflasche. Von dieser läuft das Montageseil 32 über
Umlenkseilrollen zu der Seilrolle 75. Zwischen den Umlenkseilscheiben 75 und den Seilrollen
33 am oberen Ende der Mittelabspannstütze 26 ist das Montageseil 32 flaschenzugartig
eingeschert. Aus dieser flaschenzugartigen Einscherung läuft das Montageseil 32 dann
über die Umlenkrolle 35 zu dem Festpunkt 37 an dem Fanghaken.
[0028] An der Laufkatze 78 ist ein Ende des Katzfahrseils 79 über eine Umlenkrolle 80 geführt
und an einem Festpunkt 81 der Laufkatze 78 festgelegt. Die Umlenkrolle 80 ist an der
Laufkatze 78 verschieblich geführt und durch einen Federzylinder 82 in Richtung des
Pfeils 83 vorgespannt. Die Federkraft von dem Federzylinder 82 wird auf die die Umlenkrolle
80 lagernde Gabel 84 durch einen Zuganker 85 übertragen.
[0029] Das andere Ende des Katzfahrseils ist auf einer Spannrolle 86 festgelegt, deren jeweiliger
Spannungszustand durch eine Klinke 87 gesichert ist.
[0030] An der Spitze der Auslegerverlängerung 16 ist das Katzfahrseil um eine Umlenkrolle
89 geführt, die am Ende eines schwenkbar gelagerten Hebels 90 gelagert ist. Der Hebel
90 ist durch einen Federzylinder 91 in Richtung des Pfeils 92 unter Spannung gehalten.
Im Betrieb liegt der Hebel 90 an einem inneren Anschlag an.
[0031] Wie aus Fig. 10 ersichtlich ist, kann das Montageseil 32 um die Umlenkrolle 35 statt
zurück zu dem Festpunkt 36 zu einem Festpunkt 37 eines gegen Federkraft ausschwenkbaren
Hebels 95 befestigt ein der sich im Endbereich des Auslegermittelstücks 14 befindet.
Der Hebel 95 ist ein zweiarmiger um das Gelenk 97 schwenkbarer Hebel, dessen unterer
Hebelarm 98 einen Fanghaken für das Hubseil bildet. Befindet sich das Montageseil
32 unter Spannung, wird der Haken 98 ausgeschwenkt, so daß er das Hubseil fängt und
verhindert, daß das Hubseil beim Zusammenklappen schlapp wird. Eine nicht dargestellte
Feder schwenkt den Hebel 95 bei nicht unter Spannung stehendem Montageseil 32 in die
inaktive Stellung.
[0032] Im zuammengeklappten Zustand der Auslegerteile 79 verhindern Führungsrollen 100,
101, daß das Katzfahrseil 79 schlapp wird. Die Lage der aus Fig. 15 ersichtlichen
Fangrollen 100, 101 ist aus Fig. 5 ersichtlich.
[0033] Anhand der Figuren 6 bis 10 wird nun der Montagevorgang des erfindungsgemäßen Krans
näher beschrieben. Das aus Fig. 5 ersichtliche zusammengeklappte Auslegerpaket wird
im Gelenk 10 mit den gabelförmigen Lagerlaschen 11 am oberen Ende des austeleskopierbaren
Schusses 6 des Turms 5 verbolzt. Anschließend wird in der aus Fig. 6 ersichtlichen
Weise der austeleskopierbare Schuß 6 über die Turmmontagewinde 8 und das Teleskopierseil
7 so weit austeleskopiert, daß die Abspannseile 19, 21, 23 gespannt sind. In diesem
Zustand stützt sich das Abspannseil 19 noch über eine Rolle 110 auf dem Hilfsbock
111 ab, der an dem oberen Ende des Austeleskopierbaren Schusses 6 befestigt ist. Nach
dem Entfernen der die Auslegerteile miteinander verbindenden Sicherungen klappen die
Auslegerteile in der aus Fig. 6 ersichtlichen Weise auf. Über die Hilfswinde und die
flaschenzugartige Einscherung des Hilfsmontageseils 32 ist die Mittelabspannstütze
26 in Anlage an das Anspannseil 23 gehalten.
[0034] In der Transportstellung der zusammengeklappten Auslegerteile befindet sich die Laufkatze
78 am inneren Ende des Auslegermittelstücks 14, an dem diese arretiert wird.
[0035] Durch weiteres Austeleskopieren des Turmschusses 6 wird das Auslegeranlenkstück 12
im Gegenuhrzeigersinn in der aus Fig. 7 ersichtlichen Weise verschwenkt. Der Schwenkwinkel
zwischen dem Auslegeranlenktück 12 und dem Auslegermittelstück 14 wird über die Montagewinde
30 gesteuert. Er ist zwischen den Stellungen der Fig. 6 und der Fig. 7 von 20° auf
50° vergrößert worden.
[0036] Durch weiteres Austeleskopieren des Turmschusses 6 ist der Winkel des Auslegeranlenkstücks
12 zu dem Turm 5 zwischen den Stellungen der Figuren 7 und 8 von 30° auf 45° vergrößert
worden. Weiterhin ist der Winkel zwischen dem Auslegeranlenkstück 12 und dem Auslegermittelstück
14 durch weiteres Ablassen des Montageseils 32 auf 65° vergrößert worden.
[0037] Durch weiteres Ablassen des Montageseils 32 können das Auslegermittelstück 14 und
die Auslegerverlängerung in ihre aus Fig. 9 ersichtliche, gestreckte Stellung gebracht
werden. Schließlich ist es möglich, durch weiteres Ablassen des Montageseils sämtliche
Auslegerteile in ihre gestreckte Stellung zu verfahren.
[0038] Um den Ausleger in die aus Fig. 1 bzw. Fig. 10 ersichtliche, etwa rechtwinklige Stellung
zu dem Turm zu verbringen, wird der austeleskopierbare Turmschuß 6 vollständig ausgefahren
und auf seine Betriebsauflage abgesetzt.
[0039] Einzelne mögliche Knickstellungen der Auslegerteile bei noch nicht vollständig austeleskopiertem
Turm 5 sind aus der unteren Darstellung des Auslegers in Fig. 10 ersichtlich.
[0040] Der Winkel zwischen dem Auslegeranlenkstück 12 und dem Turm 5 kann nur durch Austeleskopieren
des Turmschusses 6 bzw. eine das Abspannseil 19 verlängernde oder verkürzende Winde
geändert werden. Durch Ein- oder Ausfahren des Turmschusses 6 oder Betätigung der
Winde des Abspannseils 19 läßt sich der Ausleger in die aus Fig. 26 ersichtlichen
Winkelstellungen verfahren.
[0041] Zusätzlich ist es durch Betätigung der Montagewinde 30 möglich, die Auslegerverlängerung
und das Auslegermittelstück im zueinander gestreckten Zustand relativ zu dem Auslegeranlenkstück
in der aus Fig. 27 ersichtlichen Weise hochzuschwenken, so daß für den Kranbetrieb
nur das Auslegeranlenkstück zur Verfügung steht, auf dem dann die Laufkatze 78 verfahrbar
geführt ist.
1. Kran mit einem auf einem Oberwagen oder der Drehbühne (2) eines Portals (1) befestigtem
teleskopierbaren Turm (5), dessen innerer austelekopierbarer Schuß (6) gelenkig mit
einem Ausleger (12, 14, 16) verbunden ist,
mit einem dreiteiligen, aus dem inneren Auslegeranlenkstück (12), dem Auslegermittelstück
(14) und der äußeren Auslegerverlängerung (16) bestehenden Ausleger, der durch Abspannseile
(19, 21, 23, 25, 28), die über Abspannstützen (20, 22, 26) laufen bzw. an diesen befestigt
sind, gegenüber einem Festpunkt am Oberwagen oder der Drehbühne (2) abgespannt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Auslegeranlenkstück (12) um eine im Bereich der Obergurte befindliche Querachse
(45) mit dem Auslegermittelstück (14) und das Auslegermittelstück (14) um eine im
Bereich der Untergurte befindliche Querachse (15) mit der Auslegerverlängerung (16)
verbunden ist und daß eine Hilfswinde (30) vorgesehen ist, mit der eine im äußeren
Endbereich des Auslegeranlenkstücks (12) angelenkte Mittelabspannstütze (26), von
der das Abspannseil (28) der Auslegerverlängerung (16) zu einem Festpunkt auf der
Auslegerverlängerung (16) verläuft, in Richtung auf das Auslegeranlenkstück (12) verschwenkbar
ist.
2. Kran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Seil (32) der Hilfswinde (30)
zwischen dem oberen Ende der Mittelabspannstütze (26) und dem Angriffspunkt (31) an
dem Auslegeranlenkstück (12) flaschenzugartig eingeschert ist.
3. Kran nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Festpunkt (36 oder 37)
des Hilfswindenseils (32) auf dem Auslegermittelstück (16) liegt.
4. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß im gestreckten
Zustand des Auslegers das Auslegeranlenkstück (12) gegenüber dem Auslegermittelstück
(14) im Bereich des Untergurts durch eine in eine Gabel greifende Nase zentriert ist.
5. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfswinde
(30) am inneren Enbereich des Auslegeranlenkstücks (12) angeordnet ist.
6. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Auslegeranlenkstück
(12) und das Auslegermittelstück (14) aus im Querschnitt dreieckigen Gitterträgern
bestehen und daß das diese im Bereich der Obergurte verbindende Gelenk (13) ein Dreh-Klapp-Gelenk
ist.
7. Kran nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehgelenk (40) blockierbar
ist.
8. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Auslegermittelstück
(14) im Bereich des äußeren Endes seines Obergurts mit einer um eine Querachse schwenkbaren,
abgewinkelten und mit dem Abspannseil (28) der Auslegerverlängerung verbundenen Hilfsstütze
(54) versehen ist, deren abgewinkelter Teil (55) im aufeinandergeklappten Zustand
(Fig.17) des Auslegermittelstücks (14) und der Auslegerverlängerung die Auslegerverlängerung
(16) übergreift.
9. Kran nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsstütze (54) mit diese im
angeklappten Zustand zentrierenden Halterungen (58, 59) versehen ist.
10. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Hilfsstütze
(54) Federklammern (61) zum Fangen und Festlegen des Seils (28) vorgesehen sind.
11. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Auslegermittelstück
(14) oder die Auslegerverlängerung (16) mit einer Fangeinrichtung (95, 97, 98) für
das Hubseil versehen ist.
12. Kran nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Fangeinrichtung aus einem ausschwenkbaren
Haken (8) besteht, der durch das Seil (32) der Hilfswinde (30) ausgeschwenkt wird.
13. Kran nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Haken (98) gegen Federkraft
ausschwenkbar ist.
14. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigung
des Seils (32) der Hilfswinde (30) an der Fangeinrichtung (95, 97, 98) den äußeren
Festpunkt des Seils (32) bildet.
15. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Hubseil durch
eine Rutschkupplung der Hubseilwinde ständig gespannt gehalten werden kann.
16. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Katzfahrseiltrommel
(72) seitlich außerhalb des Auslegeranlenkstücks (12) befindet.
17. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ende dess
Katzfahrseils (79) unter Umschlingung einer auf der Laufkatze (78) gegen Federkraft
verschieblichen Umlenkrolle (80) auf der Laufkatze (78) befestigt ist.
18. Kran nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das andere Ende des Katzfahrseils
auf einer durch eine Ratsche (87) spannbare Rolle (86) der Laufkatze (78) festgelegt
ist.
19. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Katzfahrseil
an der Auslegerspitze über eine gegen Federkraft verschiebliche und auf Block fahrbare
Umlenkrolle (89) läuft.
20. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der
gelenkigen Verbindung von Auslegermittelstück (14) und Auslegerverlängerung (16) eine
Fangeinrichtung für das Katzfahrseil angeordnet ist.
21. Kran nach einem Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Seil (32) der
Hilfswinde (30) über mindestens eine Seilrolle einer Unterflasche geführt ist, an
die das Ballastgewicht angehängt werden kann und die auf Anschlag fahrbar ist.
22. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufkatze
zur Demontage an das innere Ende des Auslegermittelstücks (14) verfahren wird.