Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Einlaufgehäuse für Kreiselpumpen, beispielsweise Rohrgehäusepumpen,
im wesentlichen bestehend aus einem Flansch zum Anschluß an ein Pumpengehäuse und
einen Einlauftrichter.
Stand der Technik
[0002] Es ist bekannt, düsenförmige Einlaufgehäuseteile, insbesondere bei vertikal aufgestellten
Rohrgehäusepumpen, zur Vergleichmäßigung der Geschwindigkeitsverteilung zu verwenden
(KSB-Kreiselpumpenlexikon, 3. Auflage, Frankenthal 1989, Seiten 86, 163, 164). Solch
ein Einlaufgehäuse wird üblicherweise als Einlaufdüse oder Saugglocke bezeichnet.
Um einen möglichst geringen Druckverlust hinnehmen zu müssen, wird die Form der Einlaufdüse
auf der Grundlage des Betriebspunktes des Förderstroms Q
N berechnet. Derartig ausgelegte Pumpen funktionieren auch bei einem bis auf 0,7 Q
N verringerten Förderstrom in zufriedenstellender Weise. Unterhalb dieses Betriebspunktes
treten jedoch Störungen im Zulauf auf, da die Rückströmung aus dem Laufrad das Einlaufkreuz
oder den Vordrallregler erreicht.
[0003] Trotz einer durch das Einlaufgehäuse vergleichmäßigten Geschwindigkeitsverteilung
muß aber zur Einhaltung einer von luftziehenden Einlaufwirbeln freien Zuströmung auch
immer eine Mindesthöhe des Saugwasserspiegels, Überdeckung genannt, gewährleistet
werden. Dabei ist die Zulaufgeschwindigkeit am Einlaufgehäuse eine wesentliche Einflußgröße
für das Entstehen eines Einlaufwirbels. Je größer die Zulaufgeschwindigkeit ist, desto
größer muß die Überdeckung sein. Die Freiheit von luftziehenden Einlaufwirbeln ist
die wichtigste Voraussetzung für einen störungsfreien Dauerbetrieb der Pumpe.
[0004] Eine allseitig ausgeglichene wirbelfreie Zuströmung wird durch die Errichtung eines
der Pumpe direkt vorgeschalteten, als Einlaufkammer bezeichneten Bauwerksabschnitts
angestrebt. Die Gründungstiefe der Einlaufkammer zur Wahrung der notwendigen Überdeckung
sowie zur Einhaltung eines Mindestabstandes zur Sohle der Einlaufkammer ist ein entscheidender
Kostenfaktor bei der Errichtung solcher Anlagen.
Darstellung der Erfindung
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Einlaufgehäuse zu schaffen, das eine
kompakte Bauweise ermöglicht und geeignete Zulaufbedingungen für den Betrieb der Pumpe
schafft.
[0006] Erfindungsgemäß weist der Einlauftrichter sich zu seiner Eintrittsöffnung hin erweiternde
perforierte Seitenwände auf. Außer der durch die Erfindung erzielten Verringerung
der Bauhöhe werden auch die Zulaufeigenschaften zu dem Einlauf der Pumpe verbessert.
Beispielsweise wird durch die Erfindung die Zulaufgeschwindigkeit an der Eintrittsöffnung
des Einlauftrichters verringert. Die dadurch erhaltene Verringerung der erforderlichen
Überdeckung kann einen dem Durchmesser der Eintrittsöffnung der Pumpe entsprechenden
Wert durchaus erreichen.
[0007] Beim Betrieb gegen den geschlossenen Schieber wird die Förderhöhe durch die erfindungsgemäße
Ausgestaltung verringert. Die Anforderungen an die Druckfestigkeit der Anlage werden
dadurch gesenkt.
[0008] Auch im Teillastbetrieb wirkt sich die Verringerung der Druckschwankungen im Zulauf
der Pumpe besonders vorteilhaft aus.
[0009] Zum Schutz gegen das Eindringen von größeren Verunreinigungen sind bei herkömmlichen
Pumpen oftmals Filtervorrichtungen vorzusehen. In der Regel wird diese Filtervorrichtung
aus einem vor der Einlaufdüse angebrachten Filterkorb bestehen. Diese Anordnung hat
aber entscheidende Nachteile. Ein Nachteil beseht darin, daß durch den Filterkorb
die Zuströmung in die Einlaufdüse empfindlich gestört ist. Aus hydraulischer Sicht
wünschenswert wäre vielmehr eine von der Einlaufdüse möglichst weit entfernte Filtervorrichtung.
Ein weiterer Nachteil dieser Anordnung besteht in dem erhöhtem Platzbedarf, hat doch
der Filterkorb etwa die ein- bis zweifache Höhe des Durchmessers der Eintrittsöffnung
der Pumpe. Dieser Nachteil wiegt schwer, da die Einlaufkammer tiefer auszuheben ist.
Eine am Boden der Einlaufkammer verankerte Umlenkvorrichtung der Strömung, z. B. ein
Einlaufkegel, ist wegen des Filterkorbs kaum mehr sinnvoll einsetzbar, da diese unmittelbar
vor der Einlaufdüse angeordnet sein muß. Damit lassen sich die Zuströmbedingungen
nur sehr ungenügend realisieren.
[0010] Zweckmäßig ist daher, den Einlauftrichter mit einem Gitter zu versehen, welches das
Eindringen von Verunreinigungen in die Pumpe verhindert. Trotz einer Filtervorrichtung
wird so die kompakte Bauweise beibehalten. Insgesamt läßt sich eine Verringerung des
Abstandes der Einlauföffnung der Pumpe zu dem Boden der Einlaufkammer von bis zum
Doppelten des Durchmessers der Einlauföffnung der Pumpe erreichen. Weiterhin wird
auch eine bedeutende Verringerung des Gewichts erzielt. Der vom Gitter verursachte
Druckverlust geht gegen Null und ist daher vernachlässigbar.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird der Einlauftrichter durch Stützrippen
versteift.
[0012] Die Stützrippen können zur Abstützung eines Wellenführungslagers für eine bis in
den Einlauftrichter ragende Pumpenwelle dienen und einteilig ausgeführt sein. Dabei
können die Verstrebungen so ausgebildet sein, daß ein Einlaufkreuz entsteht.
[0013] Gegenüber den bislang verwendeten düsenförmigen Einlaufgehäuseteilen mit doppelt
gekrümmter Seitenwand hat die Weiterbildung mit konischem Einlauftrichter den Vorteil,
daß sie einfach, z. B. durch Biegen von perforierten Standardblechen, hergestellt
werden kann. Entgegen vorbekannten düsenförmigen Einlauftrichtern reicht dabei eine
Krümmungsrichtung aus, um verbesserte Zulaufeigenschaften zu erhalten. Der Öffnungswinkel
des Einlauftrichters hängt von dem Anteil der durchbrochenen Fläche, also der Löcher,
an der Gesamtoberfläche der Seitenwand ab.
[0014] Zur Herstellung des Erfindungsgegenstandes kann auf handelsübliche Lochbleche mit
vorgefertigtem Flächenanteil der durchbrochenen Fläche an der Gesamtfläche zurückgegriffen
werden. Dabei steigt der Öffnungswinkel des Einlauftrichters mit abnehmendem Flächenanteil.
Ein bevorzugter Bereich zur Verwirklichung der Erfindung ist ein Einlaufwinkel von
15 bis 45° bei einem Flächenanteil von 60 bis 20 %.
[0015] Die Weiterbildung des Einlauftrichters innerhalb der genannten Bereiche führt zu
einem guten Ergebnis der Zuströmung im Teil- und Vollastbetrieb.
[0016] Eine besonders geeignete Ausführung besteht in der Kombination eines Öffnungswinkels
von 30° mit einer zu 40 % durchlässigen Seitenwand des Einlauftrichters.
[0017] Der Gegenstand der Erfindung kann bei Pumpen mit Vorsatzläufern, auch Inducer genannt,
betrieben werden. Da der Vorsatzläufer gegenüber dem Pumpenlaufrad für eine erhöhte
Fördermenge ausgelegt ist, läuft er immer im Teillastbetrieb und verursacht immer
eine Rückströmung. Diese Rückströmung kann den Betrieb der Pumpe besonders unter vom
Auslegungspunkt abweichenden Bedingungen erheblich beeinträchtigen und für dauernde
Schäden verantwortlich sein. Durch die perforierten Seitenwände kann die vom Vorsatzläufer
erzeugte Rückströmung aus dem Einlauftrichter austreten. Damit werden Kavitationsschäden
vermieden und die Laufruhe der Pumpe deutlich verbessert.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnung erläutert.
Die einzige Figur zeigt einen Längsschnitt durch den unteren Teil einer mit einem
erfindungsgemäßen Einlauftrichter ausgestatteten Rohrgehäusepumpe.
Weg zur Ausführung der Erfindung
[0019] Bei der in der Zeichnung dargestellten Rohrgehäusepumpe ist ein Einlauftrichter 1
mit dem Pumpengehäuse 2 einer Rohrgehäusepumpe mittels Schrauben 3 verbunden. Der
Einlauftrichter 1 besteht aus einem Anschlußflansch 4 und einem Einlauftrichter 5,
welcher durch Stützrippen 6 versteift wird. Die Stützrippen 6 weisen einen radialen
Fortsatz auf, der als Verstrebung 7 bezeichnet wird. Somit weist das aus Stützrippen
6 und Verstrebung 7 gebildete einteilige Bauteil die Form eines L auf. Die perforierte
Seitenwand des Einlauftrichters 5 besteht aus mehreren Segmenten, die jeweils zwischen
den Stützrippen 6 angeordnet sind.
[0020] Die Verstrebungen 7 erstrecken sich in Richtung der Mittelachse 8 und treffen sich
an einem Lagergehäuse 9 eines Wellenführungslagers für die Welle 10. Sie stellen ein
Einlaufkreuz dar und bewirken eine gewisse Gleichrichtung der Strömung.
[0021] In dem Pumpengehäuse 2 befindet sich ein mit der Welle 10 drehfest verbundenes Laufrad
11 geschlossener, halbaxialer Bauart.
[0022] Auf der rechten Seite ist der Einlauftrichter 5 in der Seitenansicht dargestellt.
Die Seitenwand weist durchbrochene Flächen 12 in Form von Löchern auf. Der Durchmesser
dieser Löcher beträgt zum Beispiel 30 mm bei einem Lochabstand von 60 mm, was einem
Flächeanteil von 22,67 % entspricht. Der Öffnungswinkel beträgt dabei 36°.
[0023] Die Einlauföffnung des Einlauftrichters 5 ist mit einem Gitter 13 aus parallelen
Gitterstäben versehen, durch welche ein weitmaschiges Drahtgeflecht 14 abgestützt
wird. Ebenso kann ein perforiertes Blech verwendet werden.
[0024] Die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Einlaufgehäuseteils wird im folgenden für
verschiedene Betriebszustände beschrieben.
[0025] Der Betrieb der Pumpe mit einem Förderstrom von ungefähr Null verursacht eine große
Rückströmung vor dem Laufrad. Bislang konnte die durch die Rückströmung bewirkte Druckerhöhung
in der Einlaufdüse nicht abgebaut werden und es entstanden hohe Strömungsgeschwindigkeiten
aus der Einlaufdüse heraus. Kavitationsblasen oder Bodenwirbel waren die Folge. Der
Betrieb der Pumpe war dadurch erheblich beeinträchtigt. Dank der perforierten Seitenwand
des Einlauftrichters kann die Rückströmung fast vollständig aus diesem austreten und
die kinetische Energie wird in der umgebenden Flüssigkeit umgewandelt. Schäden an
Bauteilen werden so vermieden.
[0026] Beim Betrieb der Pumpe mit einem Förderstrom kleiner als der Nennförderstrom ist
die Rückströmung immer noch vorhanden und kann weiterhin über die perforierten Seitenwand
austreten.
[0027] Wird die Pumpe im Ausleggungspunkt betrieben, saugt die Pumpe das Fördermittel hauptsächlich
über die Einlauföffnung des Einlauftrichters an. Ein Teil des Fördermittels kann aber
auch durch die perforierte Seitenwand in den Einlauftrichter fließen. Dieses Verhalten
entspricht einer strömungstechnischen Vergrößerung des Öffnungswinkels des Trichters.
[0028] Der Betrieb der Pumpe oberhalb des Auslegungspunktes ist bei geringeren Druckverlusten
möglich, da ein beträchtlicher Teil des Förderstroms zusätzlich über die Löcher in
der perforierten Seitenwand zuströmt.
[0029] Die Verwendung eines erfindungsgemäßen Einlaufgehäuseteils hat auf die Ausgestaltung
eines vor der Kreiselpumpe errichteten Bauwerksabschnitts, in der Regel eine Einlaufkammer,
bedeutende Auswirkungen.
Gewerbliche Anwendbarkeit
[0030] Die Erfindung eignet sich besonders für den Einsatz in naß aufgestellten Rohrgehäusepumpen,
bei denen das Einlaufgehäuse, hier der Einlauftrichter, in eine Einlaufkammer hineinragt,
ohne sich jedoch darauf zu beschränken.
1. Einlaufgehäuse einer Kreiselpumpe, beispielsweise einer Rohrgehäusepumpe, im wesentlichen
bestehend aus einem Flansch (4) zum Anschluß an ein Pumpengehäuse (2) und einem Einlauftrichter
(1), dadurch gekennzeichnet, daß der Einlauftrichter (1) sich zu seiner Eintrittsöffnung hin erweiternde perforierte
Seitenwände aufweist.
2. Einlaufgehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintrittsöffnung des
Einlauftrichters (1) mit einem Gitter (13) verschlossen ist.
3. Einlaufgehäuse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß außerhalb des Einlauftrichters
(1) sich vom Anschlußflansch (4) zur Eintrittsöffnung des Einlauftrichters (1) erstreckende
Stützrippen (6) angebracht sind.
4. Einlaufgehäuse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Einlauftrichter
(1) ein Wellenführungslager angeordnet ist, welches sich über Verstrebungen (7) auf
die Stützrippen (6) stützt.
5. Einlaufgehäuse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß je eine Stützrippe und
eine Verstrebung aus einem Teil besteht.
6. Einlaufgehäuse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstrebungen (7)
ein Einlaufkreuz bilden.
7. Einlaufgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sich
der Einlauftrichter (1) von seiner Einlauföffnung zum Pumpengehäuse (2) hin konisch
verjüngt.
8. Einlaufgehäuse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Öffnungswinkel
des Einlauftrichters (1) von 15 bis 45° der Flächenanteil der durchbrochenen Flächen
an der Gesamtfläche der perforierten Seitenwand 60 bis 20 % beträgt.
9. Einlaufgehäuse nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungswinkel 30°
und der Flächenanteil 40 % beträgt.
10. Einlaufgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der ersten Stufe einer Kreiselpumpe und dem Einlaufgehäuse ein Vorsatzläufer angeordnet
ist.