(19)
(11) EP 0 400 309 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
14.12.1994  Patentblatt  1994/50

(21) Anmeldenummer: 90106997.1

(22) Anmeldetag:  11.04.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5C21B 7/20, F27B 1/20

(54)

Beschickungsvorrichtung zur wechselweisen Einfüllung und Verteilung von Feststoffen zweier Kornklassen

Charging device for the alternate feeding and distribution of solid materials with two grain sizes

Dispositif de chargement pour remplir alternativement et pour distribuer des matières solides de deux intervalles granulométriques


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 02.06.1989 CH 2076/89

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
05.12.1990  Patentblatt  1990/49

(73) Patentinhaber: Maerz Ofenbau AG
CH-8002 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Tschinkel, Friedrich
    verstorben (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 196 486
EP-A- 0 200 996
EP-A- 0 215 135
DE-C- 611 115
DE-C- 801 015
EP-A- 0 196 487
EP-A- 0 204 935
DE-C- 238 110
DE-C- 749 557
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die hier beschriebene Erfindung betrifft eine Beschickungs- und Verteilvorrichtung zum kontrollierten Einfüllen von Feststoffen zweier Kornklassen in Schachtöfen, mit einer in die Schachtöffnung beschickenden, zumindest materialmässig diskontinuierlich arbeitenden Förderanlage und mit einem im Schacht unter der Schachtöffnung angeordneten, in der Mitte offenen Verteilschirm, wobei der Abstand des Schirmaussenrandes von der inneren Schachtwand 1/10 bis 1/5 des Schachtinnendurchmessers ausmacht.

    [0002] In der Fig.1 der DE-C 611 115 ist eine Vorrichtung dieser Art beschrieben, bei der die wahlweise Verteilung der eingefüllten Feststoffe zur Mitte oder zum Rand des Schachtes allein mit Hilfe eines in der Mitte offenen Verteilschirmes erfolgt, indem dieser um 180° um eine horizontale Achse gedreht wird. Eine oberhalb der Oeffnung des Verteilschirmes angeordnete Glocke verteilt die Feststoffe beim Einfüllen so, dass diese stets auf die nach innen oder nach aussen gerichtete Schrägfläche des Verteilschirmes fallen.

    [0003] Durch die DE-C-801 015 ist eine andersartige Beschickungs- und Verteilvorrichtung beschrieben, bei der die wahlweise Verteilung nach innen oder nach aussen nicht durch entsprechendes Aendern der Schrägstellung einer Leitfläche erfolgt, sondern durch wahlweises Oeffnen und Schliessen des mittleren Bereiches eines Verteilkegels. Hierbei wird die Kegelhaube seitlich weggeschwenkt, wenn der zentral zugeführte Füllstrom nicht durch den Verteilkegel nach aussen verteilt werden soll, sondern in den zentralen Bereich des Schachtes gelangen soll. Da das Wegschwenken der Kegelhaube durch Betätigung von aussen erfolgen muss, ist eine aufwendige, abzudichtende Stangenführung erforderlich sowie zusätzlich eine die Stangenbewegung in die Schwenkbewegung umsetzende Mechanik.

    [0004] Aufgabe der im folgenden beschriebenen erfindungsgemässen Beschickungs- und Verteilvorrichtung ist es, die aufwendigen bekannten Konstruktionen zu vermeiden und somit eine optimale Verteilung der Feststoffe verschiedener Kornklassen durch einen minimalen Aufwand an konstruktiven Elementen zu erreichen. Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt dadurch, dass der Verteilschirm feststehend angeordnet ist und oberhalb seiner mittleren Oeffnung eine zwischen einer senkrechten und waagerechten Grundstellung verschwenkbare Drehklappe aufweist, wobei der Durchmesser der Drehklappe demjenigen der Schirmöffnung angepasst ist.

    [0005] Auf diese Weise beschreitet die Erfindung gegenüber der Vorrichtung nach der DE-C 611 115 einen grundsätzlich neuen Weg, indem die Richtungsverteilung des Füllstromes nicht mehr durch entsprechende Ausrichtung von Schrägflächen erfolgt. Aber auch gegenüber der DE-C 801 015 wird ein neuer Weg beschritten, indem für die Ablenkung nach aussen keine zentrale Schrägfläche verwendet wird. Die Drehklappe entsprechend der Erfindung ist folglich nicht nur gegenüber der Kegelhaube wesentlich einfacher herzustellen, sondern auch ihre Betätigungseinrichtung ist einfacher und zuverlässiger ausgeführt.

    [0006] Die erfindungswesentliche Drehklappe bewirkt wahlweise eine Zuströmung zur Peripherie hin, obwohl keine dorthin verlaufende Leitfläche verwendet wird. Stattdessen lässt man auf der quergestellten Drehklappe sich zuerst einen Schüttkegel ausbilden, über den dann das nachströmende Füllgut nach aussen geleitet wird. Nach Drehen der Drehklappe um 90° gelangt dann auch die dem Schüttkegel entsprechende Füllmenge in den Schacht.

    [0007] Der in der DE-C-801 015 gezeigte wegschwenkbare Leitkegel ist für sich bereits aufwendiger als eine ebene Kreisscheibe. Er hat ein wesentlich grösseres, wegzuschwenkendes Gewicht. Die Schwenkbewegung aufgrund einer reinen Schubbewebung der nach aussen geführten Betätigungsstange erfordert zusätzliche kinematische Mittel, die in dieser älteren Patentschrift nicht gezeigt sind. Entsprechend der dort gezeigten Konstruktion müsste die Betätigungsstange biegsam sein, um der Schwenkbewegung folgen zu können.

    [0008] Auch die Beschickungsvorrichtung entsprechend der DE-C-611 115 ist wesentlich aufwendiger konstruiert. Sie verwendet zwar zur wahlweise unterschiedlichen Verteilung ebenfalls eine vorteilhafte Drehlagerung, jedoch wird bei ihr in jedem Fall der äussere, bei uns feststehende Verteilschirm um 180° gedreht. Folglich muss in jedem Fall das Schüttgut durch darüber angeordnete Leitmittel zur Peripherie (Abb. 1) hin vorverteilt werden, um auf die Leitfläche des äusseren Verteilschirmes zu gelangen. Bei der Ausführung nach Abb. 2 muss sogar ein zusätzlicher Verteilkegel mitgeschwenkt werden. Es sind auch Verbindungsmittel zwischen innerem Verteilkegel und äusserem Verteilschirm erforderlich, die in Abb. 2 nicht mit dargestellt worden sind.

    [0009] Die einzige Figur zeigt in schematischer Darstellung die Grundanordnung der erfindungsgemässen Beschickungsvorrichtung: 1.2 ist der (beladene) Beschickungskübel mit ausziehbarem Kübelboden 1.3. 1.4 ist die (ohne Verschluss dargestellte) Schachtöffnung. Zentral unter derselben befindet sich der Verteilschirm 1.6 mit der in dieser Figur geöffneten Drehklappe 1.5.

    [0010] Durch das dem speziellen Beschickungsproblem angepasste Fahren der erfindungsgemässen Vorrichtung können, mit minimalem Aufwand an kunstruktiven Elementen oder an Mess- und Regelgeräten, optimale Verteilungen der beiden Feststoffe verschiedener Kornklassen erreicht werden.

    [0011] Die Verteilungsarten können dabei beeinflusst werden durch
    • Anteile der Materialien der verschiedenne Kornklassen in den Kübeln, bzw. auf den Förderbändern,
    • Durchmesserverhältnis von Drehklappe und Verteilschirm, und
    • Chargenfolgen der Materialien verschiedener Kornklassen.


    [0012] Die Kombination der Merkmale der erfindungsgemässen Beschickungsvorrichtung führt zu auch für den Fachmann nicht ohne weiteres voraussehbaren Vorteilen:
    • kleinere und somit leichtere Verschlüsse für die Schachtöffnungen;
    • einfachere Chargenvorbereitungen und
    • kostengünstigere Ausführung.



    Ansprüche

    1. Beschickungs- und Verteilvorrichtung zum kontrollierten Ein-füllen von Feststoffen zweier Kornklassen in Schachtöfen, mit einer in die Schachtöffnung beschickenden, zumindest materialmässig diskontinuierlich arbeitenden Förderanlage und mit einem im Schacht unter der Schachtöffnung angeordneten, in der Mitte offenen Verteilschirm, wobei der Abstand des Schirmaussenrandes von der inneren Schachtwand 1/10 bis 1/5 des Schachtinnendurchmessers ausmacht, dadurch gekennzeichnet, dass der Verteilschirm (1.6) feststehend angeordnet ist und oberhalb seiner mittleren Oeffnung eine zwischen einer senkrechten und waagerechten Grundstellung verschwenkbare Drehklappe (1.5) aufweist, wobei der Durchmesser der Drehklappe (1.5) demjenigen der Schirmöffnung angepasst ist.
     


    Claims

    1. Feeding and distributing device for the controlled filling of solids of two size fractions into shaft furnaces, with a conveyor operating discontinuously at least from the material standpoint and feeding into the shaft opening and with a centrally open distributing screen arranged below the shaft opening in the shaft, the distance between the screen outer edge and the inner shaft wall being 1/10 to 1/5 of the shaft internal diameter, characterized in that the distributing screen (1.6) is arranged in fixed manner and is provided above its central opening with a flap (1.5) pivotable between a vertical and a horizontal normal position, the diameter of the flap (1.5) being adapted to that of the screen opening.
     


    Revendications

    1. Dispositif de chargement et de distribution pour le remplissage contrôlé de matières solides de deux intervalles granulométriques dans des fours à cuve, avec une installation de transport alimentant l'ouverture de la cuve et fonctionnant en discontinu, tout au moins sous l'angle des matières, et avec un cône de distribution à centre ouvert disposé dans la cuve sous l'ouverture de la cuve, la distance entre le bord extérieur du cône et la paroi intérieure de la cuve étant sensiblement égale à 1/10 jusqu'à 1/5 du diamètre intérieur de la cuve, caractérisé en ce que le cône de distribution (1.6) est monté de manière fixe et en ce qu'audessus de son ouverture centrale il présente un clapet rotatif (1.5) pouvant pivoter entre une position verticale et une position de base horizontale, le diamètre du clapet rotatif (1.5) étant adapté à celui de l'ouverture du cône.
     




    Zeichnung