| (19) |
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(11) |
EP 0 463 132 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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14.12.1994 Patentblatt 1994/50 |
| (22) |
Anmeldetag: 02.01.1991 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: B21D 7/02 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/AT9100/001 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9110/519 (25.07.1991 Gazette 1991/17) |
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| (54) |
BIEGEMASCHINE ZUM BIEGEN VON STABFÖRMIGEM MATERIAL
MACHINE FOR BENDING ROD-SHAPED MATERIAL
MACHINE A CINTRER POUR LE CINTRAGE DE MATERIAU EN FORME DE BARRES
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE DK FR GB GR IT LI NL |
| (30) |
Priorität: |
12.01.1990 AT 61/90
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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02.01.1992 Patentblatt 1992/01 |
| (73) |
Patentinhaber: EVG Entwicklungs- u. Verwertungs-
Gesellschaft m.b.H. |
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A-8074 Raaba (AT) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- RITTER, Klaus
A-8042 Graz (AT)
- RITTER, Gerhard
A-8043 Graz (AT)
- SCHMIDT, Gerhard
A-8042 Graz (AT)
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| (74) |
Vertreter: Holzer, Walter, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte Schütz und Partner,
Fleischmanngasse 9 1040 Wien 1040 Wien (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
CH-A- 0 363 545 FR-A- 2 091 930 US-A- 3 670 541
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DE-C- 0 525 244 FR-A- 2 177 934 US-A- 4 571 974
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Biegemaschine zum Biegen von stabförmigem Material in
zwei Richtungen, mit einem drehbaren Biegeteller, der mit einem zentralen Biegedorn
und einem exzentrisch angeordneten Biegewerkzeug versehen ist und mit einem ortsfesten
einstellbaren Gegenhalter.
[0002] Eine Biegemaschine dieser Art, die sich zum Biegen von Drähten, Stäben, Rohren od.dgl.
eignet, ist aus der DE-A-22 15 490 und aus der DE-OS 22 21 185 bekannt. Bei dieser
Maschine wird der Gegenhalter in ortsfeste Lochleisten eingesteckt, die entsprechend
dem Durchmesser des zu biegenden Materials in ihrer Längsrichtung Verschiebbar sind.
Der Biegeteller ist mit seinen Biegewerkzeugen zwischen den Lochleisten angeordnet.
Zu Beginn jedes Biegevorganges befinden sich der ortsfeste Gegenhalter sowie das exzentrisch
angeordnete Biegewerkzeug auf der einen und der zentrale Biegedorn auf der gegenüberliegenden
Seite des zu biegenden Materials. Bei einem Wechsel der Biegerichtung muß das zu biegende
Material auf der gegenüberliegenden Seite des zentralen Biegedornes angeordnet werden
und der Gegenhalter sowie das exzentrische Biegewerkzeug müssen auf die andere Seite
des zu biegenden Materials gebracht werden. Der Gegenhalter wird manuell in das entsprechende
Loch der Lochleiste umgesteckt und diese muß gegebenenfalls zusätzlich in ihrer Längsrichtung
nachgestellt werden.
[0003] Der Nachteil dieser Konstruktion besteht darin, daß zum Einrichten des Gegenhalters
ein erheblicher Aufwand notwendig ist und durch das manuelle Umstecken und Einstellen
Fehler nicht ausgeschlossen werden können.
[0004] Aus der DE-OS 38 16 005 ist ferner eine Biegemaschine bekannt, bei der ein Paar von
beweglichen Gegenhaltern an einem ortsfesten, den Biegeteller tragenden Gestell gelagert
ist. Jeder Gegenhalter ist mittels eines Antriebsmittels aus einer Arbeitsstellung
in eine Ruhestellung verschwenkbar. Je nach der Biegerichtung wirkt jeweils ein in
der Arbeitsstellung befindlicher Gegenhalter mit den Biegewerkzeugen zusammen, wogegen
der andere Gegenhalter um 90° in die Ruhestellung geschwenkt ist, um die Biegebewegung
des Biegewerkzeuges nicht zu behindern. Bei einer Anderung des Durchmessers des zu
biegenden Materials werden die Gegenhalter mit Hilfe von Antriebselementen in Richtung
senkrecht zu ihrer in Arbeitsstellung befindlichen Anschlagfläche verschoben. Diese
Konstruktion hat den Nachteil eines erheblichen Aufwandes für den Antrieb und die
Steuerung der beiden Gegenhalter sowie den Mangel, daß bedingt durch die fest vorgegebene
Arbeitsstellung der Gegenhalter relativ zu den Biegeelementen jeweils nur die Enden
der Stäbe in unterschiedlichen Richtungen gebogen werden können.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Biegemaschine der einleitend angegebenen Gattung
zu schaffen, welche die geschilderten Nachteile der bekannten Ausführungen vermeidet
und auf einfache Weise ein selbständiges Einstellen des Gegenhalters auf das zu biegende
Material ohne Hilfsmittel und unabhängig von der Biegerichtung ermöglicht. Die erfindungsgemäße
Biegemaschine zeichnet sich dadurch aus, daß der Biegeteller in einem Gehäuse, das
in einem ortsfesten Gestell um eine Achse drehbar gelagert ist, koaxial zum Gehäuse
gelagert und mittels einer am Gehäuse montierten Drehantriebseinrichtung drehbar ist,
und daß der Gegenhalter auf dem Gehäuse exzentrisch angeordnet und mittels der Drehantriebseinrichtung
an das zu biegende Material anlegbar ist.
[0006] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß das Gehäuse
mit Hilfe eines Schwenkarmes, der an einem Lagerzapfen des Gehäuses montiert und durch
eine zugeordnete Schwenkantriebseinrichtung betätigbar ist, zur Grobpositionierung
des Gegenhalters in einer durch die jeweilige Biegerichtung vorgegebenen Lage voreinstellbar
ist.
[0007] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist auf der dem Schwenkarm abgekehrten
Seite des Lagerzapfens des Gehäuses der Biegeteller drehbar gelagert.
[0008] Die Erfindung ermöglicht bei konstruktiv einfacher und kompakter Bauweise der Biegemaschine
eine einfache Ein- und Umstellung des Biegekopfes zur Aufnahme und Bearbeitung von
stabförmigem Material unterschiedlichen Durchmessers und zur Ausführung von Biegungen
in gegensinnigen Richtungen.
[0009] Weitere Merkmale der Erfindung werden nachfolgend an Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert; es zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Schnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Biegemaschine,
Fig. 2 in Draufsicht die Anordnung der Biegewerkzeuge und des Gegenhalters bei der
Maschine nach Fig. 1 für eine Biegerichtung entgegen dem Uhrzeigersinn, und
Fig. 3 die Anordnung der Biegewerkzeuge und des Gegenhalters bei einem weiteren Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Biegemaschine.
[0010] In Fig. 1 ist ein zylindrisches Gehäuse 1 zu erkennen, das über einen Lagerzapfen
2 und ein Lager 3 um eine Achse X-X drehbar in einem ortsfesten, schematisch angedeuteten
Gestell 4 gelagert ist. Im Gehäuse 1 ist ein Biegeteller 5 koaxial zum Gehäuse mittels
einer Nabe 6 und über ein Lager 7 auf einem mit dem Lagerzapfen 2 verbundenen Zapfen
8 um die Achse X-X drehbar gelagert. Der Biegeteller 5 weist auf seiner Oberseite
eine diagonal verlaufende Nut 9 auf, in die eine Biegeleiste 10 auswechselbar eingesetzt
ist, die zugleich auf einen exzentrisch angeordneten Stützzapfen 11 des Biegetellers
5 aufgesteckt ist. Die Biegeleiste 10 trägt einen zentralen Biegedorn 12, dessen Achse
mit der Achse X-X zusammenfällt, sowie einen exzentrisch angeordneten, den Stützzapfen
11 umgebenden Biegekörper 13. Der Biegekörper 13 hat zwei zueinander abgewinkelte
Biegeflächen 14 (vgl. Fig. 2), die beim Biegen die Anlageflächen für das zu biegende
Material bilden. Der Biegekörper 13 kann jedoch auch zylindrisch ausgebildet sein.
[0011] Der Biegedorn 12 und der Biegekörper 13 sind in ihren Abmessungen und in ihrem gegenseitigen
Abstand an die Abmessungen des zu biegenden Materials angepaßt. Die Arbeitsflächen
des Biegedornes 12 und des Biegekörpers 13 können aufgerauht, beispielsweise gerändelt
sein, um den Reibungsschluß zwischen diesen Flächen und dem zu biegenden Material
zu erhöhen.
[0012] Das Gehäuse 1 trägt ferner einen austauschbaren Gegenhalter 15 mit leicht gewölbten,
gegeneinander abgewinkelten Anschlagflächen 16, an denen sich das zu biegende Material
beim Biegevorgang abstützt. Der Gegenhalter 15 kann im Rahmen der Erfindung auch zylindrisch
ausgebildet und am Gehäuse 1 drehbar befestigt sein.
[0013] Um bei einer Änderung der Abmessungen des zu biegenden Materials stets die entsprechenden
Abstände der Biegewerkzeuge vom Gegenhalter, d.h. auch bei unterschiedlichen Abmessungen
des Materials immer die gleichen Biegeverhältnisse einzuhalten, kann der Gegenhalter
15 gegen einen anderen ausgetauscht werden oder es kann ein in Fig. 2 strichpunktierter
Gegenhalterschuh 17 über den ursprünglichen Gegenhalter 15 gestülpt werden.
[0014] Am Gehäuse 1 ist ein Drehantriebsmotor 18 montiert, dessen Antriebsritzel 19 in einen
an der Nabe 6 des Biegetellers 5 vorgesehenen Zahnkranz 20 eingreift. Ein mit einem
Meßrad 22 versehener Drehwinkelgeber 21 ist ebenfalls am Gehäuse 1 befestigt, wobei
das Meßrad 22 spielfrei in den Zahnkranz 20 angreift und es gestattet, den Drehwinkel
zwischen dem Biegeteller 5 und dem Gehäuse 1 zu messen.
[0015] An einem unteren Klemmzapfen 23 des Lagerzapfens 2 ist ein Schwenkarm 24 befestigt,
über welchen das Gehäuse 1 mit Hilfe einer Schwenkantriebseinrichtung, die z.B. als
hydraulischer Arbeitszylinder 25 ausgebildet ist, um die Achse X-X entsprechend dem
Doppelpfeil P₄ (Fig. 3) schwenkbar ist.
[0016] In Fig. 2 sind die Biegewerkzeuge 12, 13 sowie der Gegenhalter 15 jeweils in ihrer
Ausgangslage zum Biegen eines Drahtes D entgegen dem Uhrzeigersinn dargestellt. Der
Draht D wird mit Hilfe nicht dargestellter Spannbacken in Richtung des Pfeiles P₁
parallel exzentrisch zu einer Zentrallinie S-S mit Spiel zwischen den Biegedorn 12
und den Biegekörper 13 geführt. Der Gegenhalter 15 befindet sich dabei auf derselben
Seite des Drahtes wie der Biegekörper 13.
[0017] Anschließend wird die Schwenkantriebseinrichtung 25 abgeschaltet und es wird der
Drehantriebsmotors 18 über eine nicht dargestellte Steuereinrichtung in Gang gesetzt,
wodurch sich das Gehäuse 1 mit dem Gegenhalter 15 entsprechend dem Doppelpfeil P₂
so lange dreht, bis der Gegenhalter 15 am Draht D anliegt, wodurch die Drehbewegung
des Gehäuses 1 beendet wird. Der Drehantriebsmotor 18 wird dann in der gleichen Richtung
weiter angesteuert, wodurch sich der Biegeteller 5 entgegengesetzt zur vohergehenden
Drehung des Gehäuses 1 so lange entsprechend dem Doppelpfeil P₃ dreht, bis der Biegekörper
13 mit seiner Biege` fläche 14 am Draht D anliegt und dieser zwischen Biegedorn 12
und Biegekörper 13 fest eingespannt ist. Wird der Drehantriebsmotor 18 anschließend
weiter in der gleichen Richtung angesteuert, dreht sich der Biegeteller 5 entsprechend
dem Doppelpfeil P₃ weiter und biegt dadurch den Draht D um den Biegedorn 12.
[0018] Dabei werden die Relativdrehung zwischen dem sich mittels des Gegenhalters 15 am
Draht D abstützenden, stillstehenden Gehäuse 1 und dem sich drehenden Biegeteller
5 mit Hilfe des Drehwinkelgebers 21 und damit der Biegewinkel des Drahtes D ständig
gemessen. Dieser Meßwert wird der Steuereinrichtung zugeführt, die den Drehantriebsmotor
18 so lange ansteuert, bis der vorgewählte Soll-Biegewinkel erreicht ist. Während
des Biegevorganges bleibt der Draht D zwischen dem Biegedorn 12 und dem Biegekörper
13 eingespannt und gleitet entsprechend dem Pfeil P₁ an der glatten Anschlagfläche
16 des Gegenhalters 15. Nach Beendigung des Biegevorganges werden die Schwenkantriebseinrichtung
25 und der Drehantriebsmotor 18 in der Gegenrichtung angesteuert, wodurch sich der
Biegeteller 5 und das Gehäuse 1 jeweils in der Gegenrichtung derart drehen, daß sich
der Gegenhalter 15 und der Biegekörper 13 aufeinander zu bewegen, sich vom Draht D
lösen und in ihre Ausgangsstellung zurückkehren.
[0019] Mittels der Spannbacken kann der Draht nunmehr in Richtung des Pfeiles P₁ vorgeschoben
werden und es kann eine weitere gleichsinnige Biegung, wie oben beschrieben, vorgenommen
werden. Wird jedoch eine Biegung im Uhrzeigersinn, d.h. eine gegensinnige Biegung
gewünscht, so wird der zu biegende Draht mit Hilfe der Spannbacken parallel zur Achse
X-X so weit vom Biegeteller 5 abgehoben, daß der Gegenhalter 15 und der Biegekörper
13 unter dem Draht hindurch bewegt werden können und der Draht über den Biegedorn
12 in eine Lage jenseits des Biegedornes 12 gehoben werden kann.
[0020] Das Gehäuse 1 und damit der Gegenhalter 15 werden dabei mit Hilfe des Schwenkarmes
24 in eine Lage gebracht, die gegenüber der in Fig. 2 dargestellten Lage spiegelbildlich
zur Zentrallinie S-S ist. Während das Gehäuse 1 mit Hilfe des Schwenkarmes 24 in dieser
Lage festgehalten wird, wird anschließend der Biegeteller 5 durch Ansteuerung des
Drehantriebsmotors 18 so weit gedreht, bis der Biegekörper 13 in eine Lage kommt,
die gegenüber der in Fig. 2 dargestellten Lage bezüglich der Zentrallinie S-S spiegelbildlich
ist.
[0021] Der Draht wird nunmehr mit Hilfe der Spannbacken über den Biegedorn 12 gehoben und
senkrecht zur Oberfläche des Biegetellers 5 zwischen den Biegedorn 12 und den Biegekörper
13 abgesenkt.
[0022] Das Abstützen des Gegenhalters 15, das Festklemmen des Drahtes zwischen dem Biegedorn
12 und dem Biegekörper 13 sowie der Biegevorgang erfolgen anschließend in gleicher
Weise wie oben beschrieben, jedoch jeweils mit entgegengesetzten Drehrichtungen.
[0023] Fig. 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Biegemaschine gemäß der Erfindung,
bei der für den Biegerichtungswechsel ein Anheben des Drahtes nicht notwendig ist.
Der Gegenhalter 26 besteht aus zwei mit dem Gehäuse 1 verbundenen, gegebenenfalls
auswechselbaren gabelartigen Teilen 27 und 28, zwischen welche der zu biegende Draht
D mittels nicht gezeigter Spannbacken in Richtung des Pfeiles P₁ eingeführt wird.
Der Gegenhalter 26 ist derart gestaltet, daß einerseits alle möglichen Durchmesser
des zu biegenden Materials aufgenommen werden können, anderseits die Außenabmessungen
des Gegenhalters Biegungen mit dem maximal möglichen Biegewinkel von ungefähr 180°
erlauben.
[0024] Beim Wechsel der Biegerichtung wird der Gegenhalter 26 durch Drehen des Gehäuses
1 mit Hilfe des entsprechend dem Doppelpfeil P₄ schwenkbaren Schwenkarmes 24 in die
strichliert dargestellte Stellung 26' gebracht, wobei der Draht D mitgenommen wird
und in die Stellung D' gelangt. Als Biegewerkzeug dienen bei diesem Ausführungsbeispiel
der zentrale Biegedorn 12 sowie ein exzentrisch angeordneter Biegebolzen 29, die beide
auf einem Biegeschlitten 30 angeordnet und gleichartig ausgebildet sind.
[0025] Der Biegeschlitten 30 ist entsprechend dem Doppelpfeil P₅ mit Hilfe nicht dargestellter
Antriebselemente verschiebbar in der Nut 9 des Biegetellers 5 angeordnet und auf dem
Biegeteller 5 mittels nicht dargestellter Mittel fixierbar. Durch Verschieben des
Biegeschlittens 30 gelangt der ursprüngliche, zentrale Biegedorn 12 in eine neue Lage
29' und wird dadurch zu dem exzentrisch angeordneten Biegebolzen, wogegen der ursprüngliche,
exzentrische Biegebolzen 29 nunmehr die Lage des zentralen Biegedorns 12 einnimmt
und auch dessen Funktion übernimmt.
[0026] Das Verschieben des Biegeschlittens 30 erfolgt synchron mit der Drehung des Gehäuses
1, um den Draht D sicher in die neue Ausgangslage D' überführen zu können. Das Abstützen
des Gegenhalters 26 durch eine Drehung des Gehäuses 1 mittels des Drehantriebsmotors
18 entsprechend dem Doppelpfeil P₂, das Festklemmen des Drahtes zwischen dem Biegedorn
12 und dem Biegebolzen 29 durch eine Drehung des Biegetellers 5 mittels des Drehantriebsmotors
18 entsprechend dem Doppelpfeil P₃ und das Biegen des Drahtes ebenfalls durch Drehung
des Biegetellers 5 mittels des Antriebsmotors 18 erfolgen in gleicher Weise wie dies
beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 bereits beschrieben worden ist.
[0027] Mit der Biegemaschine gemäß der Erfindung ist sowohl das Biegen von einzelnen Drähten,
Stäben, Rohren od.dgl. als auch das gleichzeitige Biegen von mehreren Drähten od.dgl.
in einem Biegevorgang möglich. Dabei müssen der Gegenhalter 15 bzw. 26 sowie der zentrale
Biegedorn 12 und die exzentrischen Biegewerkzeuge 13, 29 in ihrer Höhe an die maximal
mögliche Anzahl und die Durchmesser der zu biegenden Materialien angepaßt sein.
[0028] Außerdem ist mit der erfindungsgemäßen Biegemaschine das Biegen von Bogen mit einem
Krümmungsradius möglich, der größer als der Radius des Biegedornes 12 ist. Da erst
bei einer Drehung des Biegekörpers 13 bzw. des Biegebolzens 29 um einen bestimmten
Betrag ein Verbiegen des Drahtes bis auf den Krümmungsradius des Biegedornes 12 eintritt,
ist die eintretende Verbiegung bei kleineren Drehwinkeln entsprechend geringer. Je
nach Größe des Drehwinkels der Biegewerkzeuge 13 bzw. 29 kann beim Biegen jeder beliebige
Krümmungsradius erreicht werden. Dabei wird der gesamte Biegevorgang in mehrere Teilbiegungen
mit entsprechenden Teilbiegewinkeln, d.h. Teildrehwinkeln der Biegewerkzeuge 13 bzw.
29 aufgeteilt.
[0029] Nach Vollendung des ersten Biegeschrittes werden die Biegewerkzeuge 13 bzw. 29 in
die Ausgangslage zurückgedreht, der Draht D wird mit Hilfe der Spannbacken um einen
Teilvorschubschritt in Richtung des Pfeiles P₁ vorgeschoben und es wird ein weiterer
Biegeschritt durchgeführt. Die Größe des Teilvorschubschrittes ist durch den Quotienten
aus dem Gesamtvorschub für die Herstellung des fertigen Bogens und der Anzahl der
einzelnen Teilbiegungen gegeben. Die Biegevorgänge und der Vorschub des Materials
werden entsprechend der Anzahl der Teilbiegungen so oft wiederholt, bis der gewünschte
Bogen vollendet ist. Beim vorstehend erläuterten Biegevorgang werden somit die Spannvorrichtung
und die Drehantriebseinrichtung abwechselnd von der zentralen Steuereinrichtung angesteuert.
[0030] Die erläuterten Ausführungsbeispiele sind im Rahmen der Ansprüche verschiedentlich
abwandelbar, insbesondere was die einzelnen Antriebseinrichtungen betrifft.
1. Biegemaschine zum Biegen von stabförmigem Material (D) in zwei Richtungen, mit einem
drehbaren Biegeteller (5), der mit einem zentralen Biegedorn (12) und einem exzentrisch
angeordneten Biegewerkzeug (13) versehen ist, und einem ortsfesten, einstellbaren
Gegenhalter (15; 17; 26), dadurch gekennzeichnet, daß der Biegeteller (5) in einem
Gehäuse (1), das in einem ortsfesten Gestell (4) um eine Achse (X-X) drehbar gelagert
ist, koaxial zum Gehäuse gelagert und mittels einer am Gehäuse (1) montierten Drehantriebseinrichtung
(18) drehbar ist, und daß der Gegenhalter (15; 17; 26) auf dem Gehäuse (1) exzentrisch
angeordnet und mittels der Drehantriebseinrichtung (18) an das zu biegende Material
anlegbar ist.
2. Biegemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) mit Hilfe
eines Schwenkarmes (24), der an einem Lagerzapfen (2, 23) des Gehäuses montiert und
durch eine zugeordnete Schwenkantriebseinrichtung (25) betätigbar ist, zur Grobpositionierung
des Gegenhalters (15; 17; 26) in einer durch die jeweilige Biegerichtung vorgegebenen
Lage voreinstellbar ist.
3. Biegemaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf der dem Schwenkarm
(24) abgekehrten Seite des Lagerzapfens (2, 23) des Gehäuses (1) der Biegeteller (5)
drehbar gelagert ist.
4. Biegemaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der zentrale
Biegedorn (12) und das exzentrisch angeordnete Biegewerkzeug (29) auf einem in einer
diagonalen Nut (9) des Biegetellers (5) verschiebbar angeordneten, am Biegeteller
fixierbaren Biegeschlitten (30) angeordnet sind.
5. Biegemaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Biegedorn (12) und
das Biegewerkzeug (29) wie an sich bekannt gleichartig, vorzugsweise zylindrisch ausgebildet
sind.
6. Biegemaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der zentrale
Biegedorn (12) und das exzentrisch angeordnete Biegewerkzeug (13) auf einem in die
diagonale Nut (9) des Biegetellers (5) einsetzbaren Biegeschlitten (10) angeordnet
sind.
7. Biegemaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsflächen
des Biegedornes (12) und des Biegewerkzeuges (13, 29) aufgerauht sind.
8. Biegemaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenhalter
(15) zylindrisch ausgebildet und drehbar auf dem Gehäuse (1) angeordnet ist.
9. Biegemaschine nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenhalter
(26) zur Aufnahme des zu biegenden Materials aus gabelartig angeordneten Teilen (27,
28) gebildet ist.
10. Biegemaschine nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehbewegung
(P₃) des Biegetellers (5) relativ zum Gehäuse (1) während des Biegens mittels einer
Meßeinrichtung (21) meßbar ist und der Meßwert einer Steuereinrichtung der Drehantriebseinrichtung
(18) zuführbar ist.
11. Biegemaschine nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zum Vorschub
des zu biegenden Materials, wie an sich bekannt, eine steuerbare Spannvorrichtung
vorgesehen ist und daß das Material beim Biegerichtungswechsel mittels der Spannvorrichtung
positionierbar ist.
12. Biegemaschine nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenhalter
(15; 17; 26), der Biegedorn (12) und das Biegewerkzeug (13; 29) zum gleichzeitigen
Biegen von mehreren stabförmigen Materialien ausgebildet sind.
13. Biegemaschine nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehantriebseinrichtung
(18) alleine oder die Spannvorrichtung abwechselnd mit der Drehantriebseinrichtung
(18) ansteuerbar sind.
1. Bending machine for bending rod-shaped stock (D) in two directions, comprising a rotatable
bending plate (5) provided with a central bending mandrel (12) and an eccentrically
arranged bending tool (13), and a fixed, adjustable holder (15; 17; 26), characterised
in that the bending plate (5) is mounted coaxially in a housing (1) which is mounted
to rotate in a fixed frame (4) about an axis (X-X), and can be rotated by means of
a rotary drive mechanism (18) mounted on the housing (1), and that the holder (15;
17; 26) is arranged eccentrically on the housing (1) and can be placed against the
stock to be bent by means of the rotary drive mechanism (18).
2. Bending machine according to claim 1, characterised in that, for rough positioning
of the holder (15; 17; 26), the housing (1) can be preset in a position determined
by the specific bending direction with the aid of a swivel arm (24) which is mounted
on a journal (2, 23) of the housing and can be actuated by an associated pivot drive
mechanism (25).
3. Bending machine according to claim 2, characterised in that the bending plate (5)
is rotatably mounted on the side of the journal (2, 23) of the housing (1) remote
from the swivel arm (24).
4. Bending machine according to one of claims 1 to 3, characterised in that the central
bending mandrel (12) and the eccentrically arranged bending tool (29) are arranged
on a bending carriage (30) which is slidably arranged in a diagonal groove (9) of
the bending plate (5) and can be fixed to the bending plate.
5. Bending machine according to claim 4, characterised in that the bending mandrel (12)
and the bending tool (29) have a similar, preferably cylindrical design, as is known
per se.
6. Bending machine according to one of claims 1 to 3, characterised in that the central
bending mandrel (12) and the eccentrically arranged bending tool (13) are arranged
on a bending carriage (10) that can be placed in the diagonal groove (9) of the bending
plate (5).
7. Bending machine according to one of claims 1 to 6, characterised in that the working
surfaces of the bending mandrel (12) and the bending tool (13, 29) are roughened.
8. Bending machine according to one of claims 1 to 7, characterised in that the holder
(15) is cylindrical and is rotatably arranged on the housing (1).
9. Bending machine according to claims 1 to 7, characterised in that the holder (26)
for receiving the stock to be bent consists of parts (27, 28) arranged in a forked
manner.
10. Bending machine according to claims 1 to 9, characterised in that the rotational movement
(P₃) of the bending plate (5) relative to the housing (1) during bending can be measured
by means of a measuring device (21) and the measured value can be supplied to a control
means of the rotary drive mechanism (18).
11. Bending machine according to claims 1 to 10, characterised in that a controllable
clamping device is provided for the advance of the stock to be bent, as is known per
se, and that the stock can be positioned by means of the clamping device when the
bending direction is changed.
12. Bending machine according to claims 1 to 11, characterised in that the holder (15;
17; 26), the bending mandrel (12) and the bending tool (13; 29) are designed for the
simultaneous bending of diverse rod-shaped stock.
13. Bending machine according to claims 1 to 12, characterised in that the rotary drive
mechanism (18) can be driven alone or the clamping device can be driven in alternation
with the rotary drive mechanism (18).
1. Machine à cintrer destinée au cintrage d'un matériau en forme de barres (D) en deux
directions, comportant un plateau de cintrage rotatif (5) muni d'un mandrin de cintrage
central (12) et d'un outil de cintrage (13) disposé de façon excentrique et d'un contre-support
réglable (15; 17; 26), fixé à demeure, machine de cintrage caractérisée en ce que
le plateau de cintrage (5) est monté dans un logement (1) qui dans un bâti fixe (4)
est rotatif autour d'un axe (X-X), monté de façon coaxiale par rapport au logement
et pouvant être mis en rotation au moyen d'un dispositif d'entraînement rotatif (18)
monté sur le logement (1) et en ce que le contre-support (15 ; 17 ; 26) agencé de
façon excentrique sur le logement (1) peut être appliqué au moyen du dispositif d'entraînement
rotatif (18) sur le matériau à cintrer.
2. Machine à cintrer selon la revendication 1, caractérisée en ce que le logement (1)
peut à l'aide d'un bras pivotant (24) monté sur un tourillon (2, 23) du logement et
actionnable par un dispositif d'entraînement pivotant associe (25), être réglable
préalablement pour le positionnement grossier du contre-support (15 ; 17 ; 26) dans
une position prédéterminée par la direction de cintrage respective.
3. Machine à cintrer selon la revendication 2, caractérisée en ce que sur le côté opposé
au bras pivotant (24), du tourillon (2, 23) du logement (1), le plateau de cintrage
(5) est monté de façon rotative.
4. Machine à cintrer selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que le
mandrin de cintrage central (12) et l'outil de cintrage agencé de façon excentrique
(29) sont disposés de façon déplaçable dans une gorge diagonale (9) du plateau de
cintrage (5), et des coulisseaux de cintrage (30) fixables sont agencés sur le plateau
de cintrage.
5. Machine à cintrer selon la revendication 4, caractérisée en ce que le mandrin de cintrage
(12) et l'outil de cintrage (29) sont d'une façon connue de forme identique, de préférence
cylindrique.
6. Machine à cintrer selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que le
mandrin de cintrage central (12) et l'outil de cintrage agencé de façon excentrique
(13) sont agencés sur un coulisseau de cintrage (10) pouvant être monté dans la gorge
diagonale (9) du plateau de cintrage (5).
7. Machine à cintrer selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que les
surfaces de travail du mandrin de cintrage (12) et de l'outil de cintrage (13, 29)
ont été traitées de façon à présenter une configuration rugueuse.
8. Machine à cintrer selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que le
contre-support (15) est de forme cylindrique et en ce qu'il est agencé de façon rotative
sur le logement (1).
9. Machine à cintrer selon les revendications 1 à 7, caractérisée en ce que le contre-support
(26) est formé à partir de pièces agencées en forme de fourche (27, 28) de façon à
recevoir le matériau à cintrer.
10. Machine à cintrer selon les revendications 1 à 9, caractérisée en ce que le mouvement
rotatif (P₃) du plateau de cintrage (5) par rapport au logement (1) peut être mesuré
pendant le cintrage au moyen d'un dispositif de mesure (12) et en ce que la valeur
mesurée peut être introduite dans un dispositif de commande du dispositif d'entraînement
rotatif (18).
11. Machine à cintrer selon les revendications 1 à 10, caractérisée en ce que pour l'avance
du matériau à cintrer, comme cela est connu, il est prévu un dispositif de serrage
commandable et en ce que le matériau lors du changement de la direction de cintrage
peut être positionné au moyen du dispositif de serrage.
12. Machine à cintrer selon les revendications 1 à 11, caractérisée en ce que le contre-support
(15 ; 17; 26), le mandrin de cintrage (12) et l'outil de cintrage (13, 29) sont conçus
pour le cintrage simultané de plusieurs matériaux en forme de barres.
13. Machine à cintrer selon les revendications 1 à 12, caractérisée en ce que le dispositif
d'entraînement rotatif (18) peut être commandé seul ou le dispositif de serrage peut
être commandé en alternance avec le dispositif d'entraînement rotatif (18).

