[0001] Die Erfindung betrifft ein vorgesteuertes Servoventil mit mindestens drei Hauptstromanschlüssen.
[0002] Vorgesteuerte elektrohydraulische Servoventile in zwei- und mehrstufiger Ausführung
mit mehr als zwei Hauptstromanschlüssen werden, z.B. als 4-Wege-Ventile, zur Steuerung
von Position, Geschwindigkeit, Kraft bei Zylindern für Linearbewegungen, respektiv
Position, Drehzahl und Drehmoment bei Hydromotoren für Drehbewegungen, die jeweils
zwei Verdrängerkammern aufweisen, eingesetzt.
[0003] Diese 4-Wege-Servoventile sind in der herkömmlichen Bauform als Plattenaufbauventile
ausgeführt. Ein Hauptsteuerschieber der Hauptstufe ist dabei direkt in einem Ventilgehäuse
oder in einer im Gehäuse eingesetzten Steuerhülse eingepasst. Die Einmündungen der
Hauptstromanschlüsse sind symmetrisch in Bezug auf den ebenfalls symmetrischen Hauptsteuerkolben
ausgebildet. Die hydraulische Betätigung des Hauptsteuerkolbens erfolgt dabei durch
Druckbeaufschlagung seiner beiden Endflächen in Steuerkammern, welche in beidseitig
am Ventilgehäuse angeflanschten Endkappen angeordnet sind. Diese Steuerkammern sind
über Steuerbohrungen mit einem Vorsteuer-Servoventil verbunden. Rückstellfedern sind
zur Mittenzentrierung des Hauptsteuerkolbens vorgesehen .
[0004] Ventile für Blockeinbau sind in diversen Ausführungen bekannt. So gibt es auch Servoventile
mit grossen Durchflüssen für Blockeinbau, jedoch haben diese nur 2 Hauptstromanschlüsse
und sind als Sitzventile ausgeführt. Aus dem Mobilbereich sind Einschraub-Blockeinbauventile
mit 4 Hauptstromanschlüssen bekannt, die jedoch als schaltende Wegeventile mit direkter
Magnetbetätigung ausgeführt sind.
[0005] Von besonderer Bedeutung beim praktischen Einsatz von Servoventilen ist der Sicherheitsaspekt
bei Ausfall oder Fehler in der elektrischen Ansteuerung oder im Vorsteuer-Servoventil.
Ein solcher Ausfall darf nicht zu einer undefinierten Lage des Hauptsteuerkolbens
und damit zu unkontrollierbaren Bewegungen des angeschlossenen Zylinders, z.B. Schliessbewegungen
bei Pressen, führen.
[0006] Bekannte Lösungen bei mehrstufigen Servoventilen in Plattenaufbau-Ausführung sind
so aufgebaut, dass ein zusätzliches elektrisch betätigtes Wegeventil zwischen dem
Vorsteuer-Servoventil und den hydraulischen Steuerkammern des Hauptsteuerkolbens angeordnet
ist. Bei Fehler schaltet dieses Wegeventil in seine federzentrierte Grundstellung
zurück, unterbricht die Verbindung zum Vorsteuer-Servoventil und verbindet die Steuerkammern
des Hauptsteuerkolbens so, dass letzterer durch zwei Druckfedern zwischen zwei Federtellern
in Gehäuseanschlag mittenzentriert wird. Zum eindeutig definierten Verhalten der Zylinderbewegung
bei Mittenzentrierung des Hauptsteuerkolbens, muss das Ventil jedoch eine positive
Überdeckung der Steuerkanten mindestens zur Druckquelle aufweisen. Diese positive
Überdeckung der Steuerkanten hat gegenüber der Nullüberdeckung der vier Steuerkanten
zwischen Druckquelle, Arbeitsanschlüssen und Tankrücklauf, gravierende Nachteile bezüglich
der erzielbaren Positioniergenauigkeit der Zylinderbewegung im Lageregelkreis und
bei Einsatz des Ventils zu Druckregelung.
[0007] Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere ein vorgesteuertes Servoventil welches
folgende technische Merkmale umfasst:
einen Hauptsteuerkolben mit einem ersten Ende und einem zweiten Ende,
eine Steuerhülse in welcher der Hauptsteuerkolben axial verschiebbar angeordnet
ist,
in axialem Abstand zu einander angeordnete Einmündungen in die Steuerhülse für
mindestens drei Hauptstromanschlüsse,
eine erste axiale hydraulische Verbindung innerhalb der Steuerhülse zwischen der
Einmündung für den ersten Hauptstromanschluss und der Einmündung für den zweiten Hauptstromanschluss,
eine zweite axiale hydraulische Verbindung innerhalb der Steuerhülse zwischen der
Einmündung für den zweiten Hauptstromanschluss und der Einmündung für den dritten
Hauptstromanschluss,
eine, der ersten axialen hydraulischen Verbindung zum Regeln des Durchflusses zugeordnete,
erste Steuerkante des Hauptsteuerkolbens,
eine, der zweiten axialen hydraulischen Verbindung zum Regeln des Durchflusses
zugeordnete, zweite Steuerkante des Hauptsteuerkolbens ,
eine erste Steuerkammer, in welcher der Hauptsteuerkolben eine erste Betätigungsfläche
ausbildet,
eine zweite Steuerkammer, in welcher der Hauptsteuerkolben eine, der ersten Betätigungsfläche
axial entgegenwirkende, zweite Betätigungsfläche ausbildet,
ein Vorsteuerventil hydraulisch verbunden mit mindestens einer der beiden Steuerkammern,
und
eine Rückführung zwischen Hauptsteuerkolben und Vorsteuerventil, in welche ein
Positionsaufnehmer des Hauptsteuerkolbens eingebunden ist.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein vorgesteuertes Servoventil der vorbeschriebenen
Art zu schaffen welches raumsparend in einen Steuerblock integriert werden kann und
eine eindeutig festgelegte Sicherheitsstellung aufweist, ohne dabei auf ein gutes
dynamisches Verhalten des Servoventils verzichten zu müssen.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst:
dass die Einmündung in die Steuerhülse für den ersten Hauptstromanschluss gegenüber
einer ersten Kolbenstirnfläche am ersten Ende des Hauptsteuerkolbens ausgebildet ist,
die Einmündungen in die Steuerhülse für den zweiten, dritten und jeden weiteren Hauptstromanschluss
jedoch seitlich zum Hauptsteuerkolben angeordnet sind,
dass der Hauptsteuerkolben in einer Druckausgleichskammer eine, der ersten Kolbenstirnfläche
hydrostatisch entgegenwirkende, Kolbendruckausgleichfläche ausbildet, wobei die Druckausgleichskammer
durch einen Druckentlastungskanal im Hauptsteuerkolben mit dem ersten Hauptstromanschluss
hydraulisch verbunden ist, und
dass der Hauptsteuerkolben eine Anschlagfläche ausbildet, welche durch Zusammenwirken
mit einer entsprechenden Gegenanschlagfläche eine erste axiale Endstellung des Hauptsteuerkolbens
mechanisch festlegt, wobei eine Rückstellfeder derart zum Hauptsteuerkolben angeordnet
ist, dass sie auf letzteren eine Federkraft in Richtung seiner ersten axialen Endstellung
ausübt.
[0010] Das erfindungsgemässe vorgesteuerte Servoventil wird mit seiner Steuerhülse direkt
in eine Stufenbohrung eines Steuerblocks eingesetzt. Dieser Steuerblock weist dann
seitliche Blockbohrungen für den zweiten, dritten und jeden weiteren Hauptstromanschluss
auf. Betreffend die Anordnung der Blockbohrung für den ersten Hauptstromanschluss
besteht jedoch grösstmögliche Freiheit. Diese Blockbohrung für den ersten Hauptstromanschluss
kann zum Beispiel unmittelbar in axialer Verlängerung der Stufenbohrung für die Steuerhülse
ausgeführt sein, was bei herkömmlichen vorgesteuerten Servoventilen mit mehr als zwei
Hauptanschlüssen bis jetzt nicht möglich ist. Brückenbildungen im Steuerblock zwischen
einzelnen Einmündungen in die Steuerhülse sind ebenfalls nicht mehr erfordert. Mit
dem erfindungsgemässen Servoventil wird somit eine weitaus kompaktere Bauweise der
Steuerblöcke erreicht, als dies bei herkömmlichen Servoventilen der Fall ist. Auch
in komplexeren hydraulischen Steuerungen kann das erfindungsgemässe Servoventil zusammen
mit diversen zusätzlichen Ventilen, zum Beispiel 2-Wege-Einbauventile, in einen Steuerblock
raumsparend integriert werden. Ein direkter Einbau in den Zylinderdeckel von grösseren
Zylindern ist ebenfalls möglich.
[0011] Beim erfindungsgemässen Ventil wird die unsymmetrische hydrostatische Belastung des
Hauptsteuerkolben durch entsprechende Dimensionierung der Druckausgleichsfläche des
Hauptsteuerkolbens kompensiert. Durch diese hydrostatische Kompensation werden die
erforderlichen Betätigungskräfte für den Hauptsteuerkolben verringert, wodurch die
Betätigungsflächen in den Steuerkammern kleiner ausgelegt werden können. Es ergeben
sich somit kleinere Steuerölvolumina, das heisst, dass bei gleich grossem Vorsteuerventil
kürzere Stellzeiten erzielt werden.
[0012] Durch die, durch unmittelbaren Gehäuseanschlag des Hauptsteuerkolbens, mechanisch
definierte erste axiale Endstellung des Hauptsteuerkolbens, sowie durch die unmittelbar
auf den Hauptsteuerkolben wirkende Rückstellfeder wird eine Sicherheitsstellung des
Servoventils eindeutig festgelegt. Selbst bei Nullüberdeckung der Steuerkanten ist
das Verhalten des erfindungsgemässen Ventils bei erster Endstellung des Hauptsteuerkolbens
eindeutig festgelegt, was bei herkömmlichen, mittenzentrierten Servoventilen nicht
möglich ist.
[0013] Das erfindungsgemässe Ventil wird vorzugsweise als 4-Wegeventil ausgeführt. Dabei
umfasst es zusätzlich:
eine zusätzliche seitliche Einmündung in die Steuerhülse für einen vierten Hauptstromanschluss,
eine über einen Querbohrung des Hauptsteuerkolbens mit dem Druckausgleichskanal
des Hauptsteuerkolbens verbundene Hilfsanschlusskammer,
eine dritte axiale hydraulische Verbindung innerhalb der Steuerhülse zwischen der
Einmündung für den dritten Hauptstromanschluss und der Einmündung für den vierten
Hauptstromanschluss ,
eine vierte axiale hydraulische Verbindung innerhalb der Steuerhülse zwischen der
Einmündung für den vierten Hauptstromanschluss und der Hilfsanschlusskammer,
eine dritte, der dritten axialen hydraulischen Verbindung zugeordnete Steuerkante
des Hauptsteuerkolbens , und
eine vierte, der vierten axialen hydraulischen Verbindung zugeordnete Steuerkante
des Hauptsteuerkolbens.
[0014] Auch in dieser 4-Wege-Ausführung sind im Steuerblock keine Brückenbildungen für den
Anschluss der Steuerhülse erforderlich.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das zweite Ende des Hauptsteuerkolbens
axial abgedichtet in die Druckausgleichskammer eingeführt um dort die Druckausgleichsfläche
als zweite Kolbenstirnfläche auszubilden. Diese Ausfürungsform erlaubt eine kompaktere
Bauform des Ventils, als dies bei einer ringförmigen Druckausgleichsfläche möglich
ist. Letztere Ausführungsform wird jedoch nicht ausgeschlossen.
[0016] Eine hydrostatische Überkompensation des Servoventils wird erreicht, wenn die axial
wirksame Fläche der Druckausgleichsfläche grösser als die axial wirksame Fläche der
ersten Kolbenstirnseite ist. Bei Druckbeaufschlagung des ersten Hauptstromanschlusses
wirkt somit eine Stellkraft in Richtung dieses ersten Hauptstromanschlusses und kann
zum Beispiel die Rückstellkraft der Rückstellfeder vorteilhaft ergänzen.
[0017] Die Anschlüsse des Servoventils werden vorzugsweise wie folgt belegt:
der erste Hauptstromanschluss wird hydraulisch mit einer Pumpe verbunden und bildet
somit einen Pumpenanschluss (P),
der zweite Hauptstromanschluss wird hydraulisch mit einer ersten Verdrängerkammer
eines Verbrauchers verbunden und bildet somit einen ersten Arbeitsanschluss (A),
der dritte Hauptstromanschluss wird hydraulisch mit einem Tank verbunden und bildet
somit einen Tankanschluss (T),
der vierte Hauptstromanschluss wird, falls vorhanden, hydraulisch mit einer zweiten
Verdrängerkammer eines Verbrauchers verbunden und bildet somit einen zweiten Arbeitsanschluss
(B).
[0018] Bei dieser Ausführung kann der Pumpenanschluss (P) axial in die Steuerhülse eingeführt
werden; der Tankanschluss (T) befindet sich zwischen dem ersten und zweiten Arbeitsanschluss.
Andere Belegungen der Hauptstromanschlüsse sind jedoch ebenfalls möglich, ohne auf
die wesentlichsten Vorteile des erfindungsgemässen Servoventils zu verzichten.
[0019] Es bleibt anzumerken, dass allgemein unter Pumpe eine hydraulische Druckquelle, unter
Tank ein Gefäss oder eine Leitung ohne wesentlichen Gegendruck und unter Verbraucher
ein hydraulischer Rotations- oder Linearantrieb verstanden wird.
[0020] Die vier Steuerkanten des Hauptsteuerkolbens weisen vorzugsweise eine Nullüberdeckung
auf. Dadurch werden zum Beispiel eine ausgezeichnete Positioniergenauigkeit, bei Einsatz
des Ventils in einem Lageregelkreis eines Hydraulikzylinders, und ein ausgezeichnetes
Verhalten, bei Einsatz des Ventils zu Druckregelung, erzielt. Da das Ventil in Sicherheitsstellung
nicht mittenzentriert ist, sondern eine axiale Endstellung aufweist, hat die Nullüberdeckung
der Steuerkanten keine negative Auswirkung auf das Verhalten des Ventils in seiner
Sicherheitsstellung.
[0021] In einer ersten Ausführungsform des Servoventils nehmen bei erster axialer Endstellung
des Hauptsteuerkolbens die Steuerkanten folgende Position ein:
die erste axiale hydraulische Verbindung ist durch die erste und/oder zweite Steuerkante
verschlossen,
die zweite axiale hydraulische Verbindung ist freigegeben,
die dritte axiale hydraulische Verbindung ist durch die dritte und/oder vierte
Steuerkante verschlossen,
die vierte axiale hydraulische Verbindung ist freigegeben.
[0022] Der Arbeitsanschluss (A) ist somit in der ersten Endstellung des Hauptsteuerkolbens
mit dem Tankanschluss (T) verbunden, während der Arbeitsanschluss (B) über die Druckkammer
mit dem Pumpenanschluss (P) verbunden ist.
[0023] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Servoventils wird, in der ersten Endstellung
des Hauptsteuerkolbens ,der zweite Arbeitsanschluss (B) zum Pumpenanschluss (P) gesperrt.
In dieser Ausgestaltung weist der Hauptsteuerkolben eine erste Hilfssteuerkante auf,
welche der dritten und vierten Steuerkante derart zugeordnet ist, dass sie bei der
ersten axialen Endstellung des Hauptsteuerkolbens die vierte axiale hydraulische Verbindung
axial verschliesst. Die dritte und vierte Steuerkanten sind dann, zum Beispiel, derart
angeordnet, dass bei erster axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens die dritte
axiale hydraulische Verbindung zwischen Tankanschluss (T) und zweitem Arbeitsanschluss
(B) freigegeben ist.
[0024] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Servoventils werden der erste Arbeitsanschluss
(A) und der zweite Arbeitsanschluss (B) in der ersten Endstellung des Hauptsteuerkolbens
zum Pumpenanschluss (P) und zum Tankanschluss (T) gesperrt. In dieser Ausgestaltung
weist der Hauptsteuerkolben eine erste und zweite Hilfssteuerkante auf. Die erste
Hilfssteuerkante ist der dritten und vierten Steuerkante derart zugeordnet, dass sie
in erster axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens die vierte axiale hydraulische
Verbindung verschliesst. Die zweite Hilfssteuerkante ist der ersten und zweiten Steuerkante
derart zugeordnet, dass sie bei erster axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens
die zweite axiale hydraulische Verbindung verschliesst. Die erste und zweite Steuerkante
sind dabei derart angeordnet, dass bei erster axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens,
die erste axiale hydraulische Verbindung zwischen Pumpenanschluss (P) und erstem Arbeitsanschluss
(A) verschlossen ist. Die dritte und vierte Steuerkante sind dagegen derart angeordnet,
dass in erster axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens die dritte axiale hydraulische
Verbindung zwischen Tankanschluss (T) und zweitem Arbeitsanschluss (B) verschlossen
ist.
[0025] Die Kombination mit einem zusätzlich zwischen Vorsteuerventil und Hauptsteuerkolben
angeordneten Freischaltventil ermöglicht bei dessen Entlastung in eine federzentrierte
Grundstellung, zum Beispiel bei einem Notaus- oder Fehlersignal, dass der Hauptsteuerkolben
durch die Rückstellfeder, respektiv durch zusätzliche hydraulische Druckkräfte in
seine erste axiale Endstellung betätigt wird. Durch die vorbeschriebenen Ausführungen
der Kolbengeometrie kann so z.B. ein Hydraulikzylinder durch Sperren der Arbeitsanschlüsse
gestoppt, oder durch Verbinden der Arbeitsanschlüsse zum Tank drucklos geschaltet
werden. Dadurch kann das unkontrollierte Fahren in eine Endstellung des Zylinders
bei erkannten Fehlern in der Regelelektronik, Maschinensteuerung oder sogar im Vorsteuerventil
selbst vermieden werden.
[0026] Um eine Vorsteuerung der vorbeschriebenen Ventilausführungen auch mit einem 3-Wege-Vorsteuerventil
zu ermöglichen, wird die zweite Steuerkammer, mit der in Richtung der ersten Endstellung
wirkenden zweiten Betätigungsfläche, mit einer stets drucklosen Tankleitung (Y) unmittelbar
hydraulisch verbunden. Die erste Steuerkammer, mit der in entgegengesetzte Richtung
der ersten Endstellung wirkenden ersten Betätigungsfläche, wird dagegen mit dem Arbeitsanschluss
des 3-Wege-Vorsteuerventil hydraulisch verbunden.
[0027] Der Positionsaufnehmer des Hauptsteuerkolbens ist in einer ersten Ausgestaltung als
Wegmesssystem mit elektrischem Ausgang ausgeführt und in einen geschlossenen Regelkreis
mit dem Vorsteuerventil eingebunden.
[0028] Das Servoventil kann jedoch ebenfalls mit mechanischer Rückführung ausgestattet sein.
In dieser Ausführung ist dann ein 3-Wege-Vorsteuer-Schieberventil in axialer Verlängerung
des zweiten Endes des Hauptsteuerkolbens angeordnet, welches einen Vorsteuer-Druckanschluss
(P'), einen Vorsteuer-Tankanschluss (T'), einen Vorsteuer-Arbeitsanschluss (A') und
einen Kolbenschieber aufweist. Eine Messfeder verbindet den Vorsteuer-Kolbenschieber
axial mit dem Hauptsteuerkolben, und ein proportional zu einem elektrischen Signal
wirkender, Stellmagnet ist mechanisch mit dem Vorsteuer-Kolbenschieber verbunden.
Die Positionierung des Hauptsteuerkolbens erfolgt somit in einem geschlossenem Positionsregelkreis
bis Kräftegleichgewicht zwischen Magnet- und Messfederkraft erreicht ist.
[0029] Durch ein entsprechend in der Vorsteuerung angeordnetes Freischaltventil lässt sich
auch bei einem 3-Wege-Vorsteuerventil zusätzliche Abschaltsicherheit bei Fehlererkennung
erreichen. Der Vorsteuer-Druckanschluss (P') ist dabei über das Freischaltventil mit
dem Vorsteuer-Tankanschluss (T') unmittelbar hydraulisch verbunden, und das Vorsteuerventil
ist derart gestaltet, dass der Vorsteuer-Arbeitsanschluss (A'), je nach Stellung des
Vorsteuer-Kolbenschiebers, entweder mit dem Vorsteuer-Tankanschluss (T') oder dem
Vorsteuer-Pumpenanschluss (P') unmittelbar hydraulisch verbunden ist. Bei Entlastung
des Freischaltventils fährt der Hauptsteuerkolben, wie vorbeschrieben, in seine erste
axiale Endstellung.
[0030] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten Zeichnungen dargestellt
und werden im folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1 einen Längsschnitt durch eine erste Ausführung des Servoventils, mit 4-Wege-Vorsteuerventil;
- Figur 2 einen Längsschnitt durch eine zweite Ausführung des Servoventils, mit 4-Wege-Vorsteuerventil;
- Figur 3 einen Längsschnitt durch eine dritte Ausführung des Servoventils, mit 4-Wege-Vorsteuerventil;
- Figur 4 einen Längsschnitt durch eine Ausführung des Servoventils wie in Figur 1,
jedoch mit 4-Wege-Vorsteuerventil und Freischaltventil;
- Figur 5 einen Längsschnitt durch eine Ausführung des Servoventils wie in Figur 1,
jedoch mit 3-Wege-Vorsteuerventil und Freischaltventil;
- Figur 6 einen Längsschnitt durch eine weitere Ausführung des Servoventils wie in Figur
1, jedoch mit integriertem 3-Wege-Vorsteuerventil mit mechanischer Rückführung und
Freischaltventil.
[0031] Figur 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine erste Ausführung des Servoventils 3.
Eine Steuerhülse 5 ist in eine Stufenbohrung 2 eines Steuerblockes 1 eingesetzt. In
dieser Steuerhülse 5 ist ein Hauptsteuerkolben 6 axial verschiebbar eingepasst. Das
in den Figuren gezeigte Servoventil 3 ist ein 4-Wege-Servoventil und weist einen Pumpenanschluss
(P), einen Tankanschluss (T), sowie einen ersten Arbeitsanschluss (A) und einen zweiten
Arbeitsanschluss (B) auf.
[0032] Der Pumpenanschluss (P) steht in hydraulischer Verbindung mit einer Druckleitung
(nicht gezeigt). Der Tankschluss (T) steht in hydraulischer Verbindung mit einer drucklosen
Leitung (nicht gezeigt). Die Arbeitsanschlüsse (A) und (B) stehen in hydraulischer
Verbindung mit einer ersten, respektiv zweiten Verdrängerkammer eines hydraulischen
Linear- oder Rotationsantrieb (nicht gezeigt).
[0033] Eine erste Steuerblockbohrung 50 für den Pumpenanschluss (P) mündet in koaxialer
Verlängerung der Stufenbohrung 2 in die Steuerhülse 5. Drei Blockbohrungen 51, 52,
53 für den Tankanschluss (T) 51, den ersten Arbeitsanschluss (A) 52 und den zweiten
Arbeitsanschluss (B) 53, sind quer zur Stufenbohrung 2 angeordnet und münden seitlich
in die Steuerhülse 5. Sie bilden dabei, in axialem Abstand zueinander angeordnete,
ringförmige Einmündungen 51', 52', 53', mit entsprechenden Querbohrungen in der Steuerhülse
5 aus.
[0034] Innerhalb der Steuerhülse 5 verbindet eine erste axiale hydraulische Verbindung 28
die Einmündung 50' für den Pumpenanschluss (P) mit der Einmündung 52' für den Arbeitsanschluss
(A); eine zweite axiale hydraulische Verbindung 29 die Einmündung 51' für den Tankanschluss
(T) mit der Einmündung 52' für den Arbeitsanschluss (A); eine dritte axiale hydraulische
Verbindung 30 die Einmündung 51' für den Tankanschluss (T) mit der Einmündung 53'
für den Arbeitsanschluss (B); und eine vierte axiale hydraulische Verbindung 31 die
Einmündung 53' für den Arbeitsanschluss (B) mit einer koaxial innerhalb der Steuerhülse
5 angeordneten Hilfsanschlusskammer 22. Bedingt durch die ringförmigen Einmündungen
51', 52', 53' ist der axiale Abstand zwischen der zweiten und dritten (29 und 30)
axialen hydraulischen Verbindung weitaus grösser, als der axiale Abstand zwischen
der ersten und zweiten (28 und 29), respektiv der dritten und vierten (30 und 31)
axialen hydraulischen Verbindung.
[0035] Der Haupttsteuerkolben 6 weist einen ersten koaxialen Kolbenbund 8 auf, welcher dem
Arbeitsanschluss (A) zugeordnet ist und axial in der ersten und zweiten axialen hydraulischen
Verbindung 28 und 29 verschiebbar ist, sowie einen zweiten koaxialen Kolbenbund 9
auf, welcher dem Arbeitsanschluss (B) zugeordnet ist und axial in der dritten und
vierten axialen hydraulischen Verbindung 30 und 31 verschiebbar ist. Der erste Kolbenbund
8 bildet eine, der ersten hydraulischen Verbindung 28 zugeordnete, erste Steuerkante
28' aus, sowie eine, der zweiten hydraulischen Verbindung 29 zugeordnete, zweite Steuerkante
29' aus. Beide Steuerkanten 28', 29' weisen eine Nullüberdeckung auf. Der zweite Kolbenbund
9 bildet eine, der dritten hydraulischen Verbindung 30 zugeordnete, dritte Steuerkante
30' aus, sowie eine, der vierten hydraulischen Verbindung 31 zugeordnete, vierte Steuerkante
31' aus. Beide Steuerkanten 30', 31' weisen ebenfalls eine Nullüberdeckung auf.
[0036] Über eine axiale Kolbenbohrung 18 und eine Kolbenquerbohrung 19 ist die Hilfsanschlusskammer
22 durch den Hauptsteuerkolben 6 mit dem Pumpenanschluss (P) verbunden. Der Hauptsteuerkolben
verbindet demnach mit seinem koaxialen Kolbenbund 8 den ersten Arbeitsanschluss (A)
und mit seinem koaxialen Kolbenbund 9 den zweiten Arbeitsanschluss (B) wechselseitig
mit dem Pumpenanschluss (P) oder dem Tankanschluss (T), wobei der jeweilige Durchfluss
der Hydraulikflüssigkeit über die vier Steuerkanten 28', 29', 30', 31' geregelt wird.
[0037] Über seine druckbeaufschlagte Kolbenstirnfläche 12, ist der Hauptsteuerkolben 6 hydrostatisch
unsymmetrisch belastet. Ein hydrostatischer Druckausgleich des Hauptsteuerkolbens
erfolgt durch Weiterführung der koaxialen Kolbenbohrung 18 zum zweiten Ende des Hauptsteuerkolbens
6, wo sie über eine Kolbenquerbohrung 20 in eine Druckausgleichskammer 25 einmündet,
welche in einem Ventildeckel 40 angeordnet ist. Das zweite Ende des Hauptsteuerkolbens
ist, axial abgedichtet durch einen Dichteinsatz 7, in diese Druckausgleichskammer
25 eingeführt und bildet einen Druckausgleichsansatz 21 aus. Dieser weist in der Druckausgleichskammer
25 eine der ersten Kolbenstirnfläche 12 hydrostatisch entgegenwirkende Druckausgleichsfläche
13 auf. Ein vollständiger hydrostatischer Druckausgleich ergibt sich wenn die Druckausgleichsfläche
13 gleich der Kolbenstirnfläche 12 gewählt wird. Eine hydrostatische Überkompensation
wird erreicht wenn die Druckausgleichsfläche 13 grösser als die Kolbenstirnfläche
12 gewählt wird.
[0038] Die Betätigung des Hauptsteuerkolbens 6 erfolgt über einen angearbeiteten koaxialen
Betätigungskolbenbund 11 durch entsprechende Druckbeaufschlagung seiner ringförmigen
ersten, respektiv zweiten Betätigungsfläche 14, 15 . Letztere sind in einer ersten
und zweiten Steuerkammer 26 und 27 im Ventildeckel 40 angeordnet, wo sie über Vorsteuer-Anschlüsse
56, 57 mit den Arbeitsanschlüssen (A') und (B') eines angeflanschten 4-Wege-Vorsteuer-Servoventils
60 verbunden sind. Durch Rückführung der, mit einer elektrischen Wegmesvorrichtung
63, gemessenen Position des Hauptsteuerkolbens 6, und Soll-Istwert-Vergleich, in einem
elektronischen Regelverstärker 64, ergibt sich demnach ein elektro-hydraulischer geschlossener
Regelkreis.
[0039] Die Betätigungsringflächen 14, 15 sind gerade so gross ausgelegt, dass die beim Überströmen
der Steuerkanten 28', 30', bzw. 29', 31' entstehenden Strömungskräfte sicher überwunden
werden. Dadurch lassen sich sehr kurze Stellzeiten zum Positionieren des Hauptsteuerkolbens
6 bei vorgegebenem Vorsteuerservoventil 60 erreichen.
[0040] Zwei axial entgegengesetzte Endstellungen des Hauptsteuerkolbens 6 werden mechanisch
durch eine Anschlagringfläche 16 des Hauptsteuerkolbens in der Steuerkammer 26, respektiv
eine Anschlagendfläche 17 am zweiten Ende des Hauptsteuerkolbens festgelegt. Bei druckloser
erster Steuerkammer 26 wird der Hauptsteuerkolben 6 durch eine Rückstellfeder 24,
welche zum Beispiel in der Druckausgleichskammer 25 angeordnet ist, in die erste Endstellung
gedrückt. In dieser ersten Endstellung liegt die Anschlagringfläche 16 an einer Gegenfläche
16' der Steuerhülse 5 an, wobei in Figur 1:
- die erste Steuerkante 28' die erste hydraulische Verbindung 28 zwischen Pumpenanschluss
(P) und Arbeitsanschluss (A) verschliesst;
- die zweite Steuerkante 29' die zweite hydraulische Verbindung 29 zwischen Tankanschluss
(T) und Arbeitsanschluss (A) freigibt;
- die vierte Steuerkante 31' die vierte hydraulische Verbindung zwischen Pumpenanschluss
(P) und Arbeitsanschluss (B) freigibt und die dritte hydraulische Verbindung 30 zwischen
Tankanschluss (T) und Arbeitsanschluss (B) verschliesst.
[0041] In dieser Stellung ist somit der Arbeitsanschluss (A) drucklos zum Tank entlastet,
der Arbeitsanschluss (B) jedoch über die Hilfsanschlusskammer 22 mit dem Pumpenanschluss
(P) verbunden.
[0042] Bei vielen technischen Anwendungen z.B. in Pressen und Kunststoffspritzgiessmaschinen
darf der vom Servoventil gesteuerte Zylinder jedoch keine Bewegung mehr ausführen,
wenn eine Sicherheitsabschaltung erfolgt, oder die Ansteuerelektronik ausfällt bzw.
dort ein Fehler auftritt. Beide Arbeitsanschlüsse (A) und (B) müssen dazu entweder
drucklos zum Tank entlastet oder gesperrt werden, was bei Servoventilen mit Nullüberdeckung
bis jetzt nicht möglich war.
[0043] In der Ventilausführung nach Figur 2 verschliesst ein zusätzlich am Hauptsteuerkolben
6 angearbeiteter erster koaxialer Hilfskolbenbund 32 mit seiner ersten Hilfssteuerkante
32' die vierte hydraulische Verbindung 31 von der Hilfsanschlusskammer 22 zum zweiten
Arbeitsanschluss (B), während die dritte und vierte Steuerkante 30' und 31' des zweiten
koaxialen Kolbenbundes 9 gleichzeitig die dritte hydraulische Verbindung 30 zwischen
Tankanschluss (T) und Arbeitsanschluss (B) freigeben. Der erste Arbeitsanschluss (A)
ist über die zweite Steuerkante 29' des ersten koaxialen Kolbenbundes 8 ebenfalls
zum Tank entlastet, so dass ein angeschlossener Zylinder in beiden Anschlüssen drucklos
geschaltet ist.
[0044] Eine Sicherheitsendstellung mit gesperrten Arbeitsanschlüssen (A) und (B), zur Verriegelung
des Zylinders auch bei anstehenden äusseren Belastungen, wird in der Ausführung nach
Figur 3 erreicht. Die Steuerkanten respektiv Hilfssteuerkanten 32', 33' sind so angeordnet,
dass sie in erster axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens folgende Lage einnehmen:
- die erste Hilfssteuerkante 32' verschliesst, wie in Figur 2, die vierte Verbindung
31 zwischen der Hilfsanschlusskammer 22 und dem Arbeitsanschluss (B);
- die vierte Steuerkante 31' verschliesst die dritte hydraulische Verbindung 30 zwischen
dem Tankanschluss (T) und dem Arbeitsanschluss (B);
- die erste Steuerkante 28' verschliesst die erste hydraulische Verbindung 28 zwischen
Pumpenanschluss (P) und Arbeitsanschluss (A);und
- die zweite Hilfssteuerkante 33', an einem zweiten am Hauptsteuerkolben 6 angearbeiteten
Hilfskolbenbund 33, verschliesst die zweite hydraulische Verbindung 29 zwischen dem
Tankanschluss (T) und dem Arbeitsanschluss (A).
[0045] Damit sind beide Arbeitsanschlüsse (A) und (B) sowohl zum Tank als auch druckseitig
gesperrt.
[0046] Wird entsprechend Figur 4 der Druckausgleichsansatz 21 im Durchmesser so vergrössert,
dass die Druckausgleichsfläche 13 grösser als die Kolbenstirnfläche 12 ist, bewirkt
dieses eine Überkompensation mit einer zusätzlichen hydrostatischen Kraft zur Rückstellung
des Hauptsteuerkolbens 6 in die erste Endstellung.
[0047] Durch ein zusätzlich zwischen dem Steueranschluss (A') 56 des 4-Wege-Vorsteuerservoventils
60 und der Steuerkammer (A') 26 angeordnetes Freischaltventil 62 wird in dessen federzentrierter
Grundstellung ( d.h. bei nicht betätigtem Magneten) die Steuerkammer (A') 26 mit der
Betätigungsfläche (A') 14 zum Tank entlastet. Unabhängig von der Stellung des 4-Wege-Vorsteuerservoventils
fährt der Hauptsteuerkolben 6 in die erste Endstellung. Erst bei Betätigung des Freischaltventils
62 wird das 4-Wege-Vorsteuerservoventil 60 zur Positionierung des Hauptsteuerkolbens
6 wirksam.
[0048] Durch eine veränderte Vorsteuerung kann, zur Kostenreduzierung, die Positionierung
des Hauptsteuerkolbens 6 auch mit einem vereinfachten 3-Wege-Vorsteuerventil 61 durchgeführt
werden (siehe Figur 5). Es weist einen Vorsteuer-Pumpenanschluss (P'), einen Vorsteuer-Tankanschluss
(T') und einen Steueranschluss (A') auf. Der Vorsteuer-Pumpenanschluss (P') ist über
die Steuerdruckleitung (X) druckbeaufschlagt. Der Vorsteuer-Tankanschluss (T') ist
mit einer drucklosen Steuerleitung (Y) verbunden. Der Steueranschluss (A') ist über
ein Freischaltventil 62 mit der ersten Steuerkammer 26 verbunden. Die Steuerkammer
27 mit der Betätigungsfläche 15 die, durch die vorbeschriebene Vergrösserung der Druckausgleichsfläche
13, kleiner als die Betätigungsfläche 14 der Steuerkammer 26 ist, ist ständig über
die drucklose Steuerleitung (Y) 54 zum Tank entlastet. Beim nicht angesteuerten 3-Wege-Vorsteuerventil
61 ist der Hauptsteuerkolben 6 in Arbeitsruhestellung, während bei elektrischer Ansteuerung
durch Druckbeaufschlagung der grösseren Betätigungsfläche 14 gegenüber der tankentlasteten
Betätigungsfläche 15 eine hydraulische Steuerkraft entsteht, die den Hauptsteuerkolben
6, in der bereits beschriebenen Art, im elektro-hydraulischen Positionsregelkreis
positioniert. Dazu muss jedoch das Freischaltventil 62 betätigt sein. Bei Entlastung
des Freischaltventils 62 in seine Grundstellung, z.B. infolge eines aufgetretenen
Fehlers, wird die Steuerkammer 26 wieder zum Tank entlastet, so dass unabhängig vom
3-Wege-Vorsteuerventil 61, durch die hydrostatische Überkompensation und durch die
Rückstellfeder 24, der Hauptsteuerkolben 6 in die erste Endstellung fährt.
[0049] Ist die zusätzliche Sicherheit durch das Freischaltventil 62 nicht erfordert, kann
dieses auch entfallen, wobei dann die Steuerkammer 26 direkt mit dem Steueranschluss
(A') des 3-Wege-Vorsteuerventils 61 verbunden ist.
[0050] Anstelle der in den Figuren 1 bis 5 eingesetzten elektrischen Rückführung mit dem
elektrischen Wegmessystem 63, wird in der Ausführung nach Figur 6 eine mechanische
Rückführung eingesetzt. Ein Kolbenschieberventil 67 in 3-Wege-Ausführung ist in axialer
Verlängerung des Hauptsteuerkolbens 6 angeordnet. Es weist einen Vorsteuer-Pumpenanschluss
(P') 58, einen Vorsteuer-Tankanschluss (T') 59, einen Steueranschluss (A') 56 und
einen Kolbenschieber 68 auf. Letzterer stützt sich mit einem Ende auf einen Federteller
69 in der Druckausgleichskammer 25 und ist mit seinem zweiten Ende mit einem Proportionalmagnet
66 verbunden. Eine Messfeder 65 ist in der Druckausgleichskammer 25 zwischen Federteller
69 und Hauptsteuerkolben 6 angeordnet. Der Kolbenschieber 68 ist, zwecks hydrostatischem
Druckausgleich, axial durchbohrt. Unabhängig von der Stellung des Kolbenschiebers
68 ist der Steueranschluss stets mit dem Vorsteuer-Pumpenanschluss (P') oder dem Vorsteuer-Tankanschluss
(T') verbunden. Der Hauptsteuerkolben 6 ist wie in Figur 4 und 5 ausgeführt und hat
somit identische Eigenschaften.
[0051] Durch Kraftvergleich zwischen dem zum elektrischen Steuerstrom proportionalen Kraftaufbau
des Proportionalmagneten 66, als Sollwert, und der zur Stellung des Hauptsteuerkolbens
6 proportionale Federkraft der Messfeder 65, als Istwert, wird bei Abweichungen zwischen
Soll- und Istwert das Vorsteuerschieberventil 67 mit seinem auf die Betätigungsfläche
(A') 14 wirkenden Ausgangssteuerdruck solange ausgeregelt, bis die elektrisch vorgegebene
Position im Positionsregelkreis erreicht ist.
[0052] Im Vorsteuer-Pumpenanschluss (P') 58' ist zusätzlich ein Freischaltventil 62 angeordnet.
Bei dessen elektrischer Entlastung in die Grundstellung wird der Vorsteuer-Pumpenanschluss
(P') 58 mit dem Tank verbunden. Unabhängig von der Stellung des Vorsteuerschieberventils
67 ist die Betätigungsfläche (A') 14 damit immer drucklos zum Tank entlastet, wodurch
der Hauptsteuerkolben 6 wieder durch die hydrostatische Überkompensation und die Rückstellfeder
24 in die erste Endstellung betätigt wird.
[0053] Auch bei dieser Ausführung kann bei reduzierten Sicherheitsanforderungen das Freischaltventil
62 entfallen, ohne die sichere Grundfunktion zu beeinträchtigen.
1. Vorgesteuertes Servoventil umfassend
einen Hauptsteuerkolben (6) mit einem ersten Ende und einem zweiten Ende,
eine Steuerhülse (5) in welcher der Hauptsteuerkolben (6) axial verschiebbar angeordnet
ist,
in axialem Abstand zueinander angeordnete Einmündungen (50', 51', 52', 53') in
die Steuerhülse (5) für mindestens drei Hauptstromanschlüsse (50, 51, 52, 53),
eine erste axiale hydraulische Verbindung (28) innerhalb der Steuerhülse (5) zwischen
der Einmündung (50') für den ersten Hauptstromanschluss (50) und der Einmündung (52')
für den zweiten Hauptstromanschluss (52),
eine zweite axiale hydraulische Verbindung (29) innerhalb der Steuerhülse (5) zwischen
der Einmündung (52') für den zweiten Hauptstromanschluss (52) und der Einmündung (51')
für den dritten Hauptstromanschluss (51),
eine, der ersten axialen hydraulischen Verbindung (28) zugeordnete erste Steuerkante
(28') des Hauptsteuerkolbens (6),
eine, der zweiten axialen hydraulischen Verbindung (29) zugeordnete zweite Steuerkante
(29') des Hauptsteuerkolbens (6),
eine erste Steuerkammer (26) in welcher der Hauptsteuerkolben (6) eine erste Betätigungsfläche
(14) ausbildet,
eine zweite Steuerkammer (27) in welcher der Hauptsteuerkolben (6) eine, der ersten
Betätigungsfläche (14) axial entgegenwirkende zweite Betätigungsfläche (15) ausbildet,
ein Vorsteuerventil (60, 67) hydraulisch verbunden mit mindestens einer der beiden
Steuerkammern (26, 27), und
eine Rückführung zwischen Hauptsteuerkolben (6) und Vorsteuerventil (60, 67) in
welche ein Positionsaufnehmer (65, 66) des Hauptsteuerkolbens (6) eingebunden ist.
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einmündung (50') in die Steuerhülse (5) für den ersten Hauptstromanschluss
(50) gegenüber einer Kolbenstirnfläche (12) am ersten Ende des Hauptsteuerkolbens
(6) ausgebildet ist, die Einmündungen (51', 52', 53') in die Steuerhülse (5) für den
zweiten, dritten und jeden weiteren Hauptstromanschluss (51, 52, 53) jedoch seitlich
zum Hauptsteuerkolben (6) angeordnet sind,
dass der Hauptsteuerkolben in einer Druckausgleichskammer (25) eine, der Kolbenstirnfläche
(12) hydrostatisch entgegenwirkende Kolbendruckausgleichfläche (13) ausbildet, wobei
die Druckausgleichskammer (25) durch einen Druckentlastungskanal (18, 20) im Hauptsteuerkolben
(6) mit dem ersten Hauptstromanschluss (50) hydraulisch verbunden ist, und
dass der Hauptsteuerkolben (6) eine Anschlagfläche (16) ausbildet, welche durch
Zusammenwirken mit einer entsprechenden Gegenanschlagfläche (16') eine erste axiale
Endstellung des Hauptsteuerkolbens (6) mechanisch festlegt, wobei eine Rückstellfeder
(24) derart zum Hauptsteuerkolben (6) angeordnet ist, dass sie auf letzteren eine
Federkraft in Richtung seiner ersten axialen Endstellung ausübt.
2. Vorgesteuertes Servoventil nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
eine seitliche Einmündung (53') in die Steuerhülse (5) für einen vierten Hauptstromanschluss
(53),
eine über eine Querbohrung (19) des Hauptsteuerkolbens (6) mit dem Druckausgleichskanal
(18) des Hauptsteuerkolbens (6) verbundene Hilfsanschlusskammer (22),
eine dritte axiale hydraulische Verbindung (30) innerhalb der Steuerhülse (5) zwischen
der Einmündung (51') für den dritten Hauptstromanschluss (51) und der Einmündung (53')
für den vierten Hauptstromanschluss (53),
eine vierte axiale hydraulische Verbindung (31) innerhalb der Steuerhülse (5) zwischen
der Einmündung für den vierten Hauptstromanschluss (53) und der Hilfsanschlusskammer
(22),
eine, der dritten axialen hydraulischen Verbindung (30) zugeordnete, dritte Steuerkante
(30') des Hauptsteuerkolbens (6), und
eine, der vierten axialen hydraulischen Verbindung (31) zugeordnete, vierte Steuerkante
(31') des Hauptsteuerkolbens (6).
3. Vorgesteuertes Servoventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das
zweite Ende des Hauptsteuerkolbens (6) axial abgedichtet in die Druckausgleichskammer
(25) eingeführt ist um dort die Druckausgleichsfläche (13) als zweite Kolbenstirnfläche
auszubilden.
4. Vorgesteuertes Servoventil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die axial wirksame Fläche der Druckausgleichsfläche (13) grösser als die axial
wirksame Fläche der ersten Kolbenstirnseite (12) ist.
5. Vorgesteuertes Servoventil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Hauptstromanschluss (50) hydraulisch mit einer Pumpe verbunden ist
und somit einen Pumpenanschluss ausbildet,
dass der zweite Hauptstromanschluss (52) hydraulisch mit einer ersten Verdrängerkammer
eines Verbrauchers verbunden ist und somit einen ersten Arbeitsanschluss (A) ausbildet,
und
dass der dritte Hauptstromanschluss (51) hydraulisch mit einem drucklosen Tank
verbunden ist und somit einen Tankanschluss (T) ausbildet.
6. Vorgesteuertes Servoventil nach Anspruch 2 und Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass der vierte Hauptstromanschluss (53) hydraulisch mit einer zweiten Verdrängerkammer
eines Verbrauchers verbunden ist und somit einen zweiten Arbeitsanschluss (B) ausbildet.
7. Vorgesteuertes Servoventil nach einem der Ansprüche 2, 3, 4 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
dass die vier Steuerkanten des Haupsteuerkolbens (6) eine Nullüberdeckung aufweisen,und
dass in der ersten axialen Endstellung des Hauptsteuerkolbens,
die erste axiale hydraulische Verbindung (28) durch die erste und/oder zweite Steuerkante
(28', 29') verschlossen ist,
die zweite axiale hydraulische Verbindung (29) freigegeben ist,
die dritte axiale hydraulische Verbindung (30) durch die dritte und/oder vierte
Steuerkante (30', 31') verschlossen ist,
die vierte axiale hydraulische Verbindung (31) freigegeben ist.
8. Vorgesteuertes Servoventil nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass
die erste und zweite Steuerkante (28', 29') derart angeordnet sind, dass bei erster
axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens (6) mindestens eine derselben die erste
axiale hydraulische Verbindung (28) verschliesst,
dass die dritte und vierte Steuerkante (30', 31') derart angeordnet sind, dass
bei erster axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens (6) mindestens eine derselben
die dritte axiale hydraulische Verbindung (30) verschliesst,
dass eine erste Hilfssteuerkante (32') derart angeordnet ist, dass sie bei erster
axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens (6) die vierte axiale hydraulische Verbindung
(31) verschliesst, und
dass eine zweite Hilfssteuerkante (33') derart angeordnet ist, dass sie bei erster
axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens (6) die zweite axiale hydraulische Verbindung
(29) verschliesst.
9. Vorgesteuertes Servoventil nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass
die erste und zweite Steuerkante (28', 29') derart angeordnet sind, dass bei erster
axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens (6) mindestens eine derselben die erste
axiale hydraulische Verbindung (28) verschliesst,
die dritte und vierte Steuerkante (30', 31') derart angeordnet sind, dass bei erster
axialer Endstellung des Hauptsteuerkolbens (6), die dritte axiale hydraulische Verbindung
(30) freigegeben ist,
dass eine Hilfssteuerkante (32') derart angeordnet ist, dass sie bei erster axialer
Endstellung des Hauptsteuerkolbens (6) die vierte axiale hydraulische Verbindung (31)
verschliesst.
10. Vorgesteuertes Servoventil nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen die erste Steuerkammer (26), mit der in entgegengesetzte Richtung
der ersten axialen Endstellung wirkenden ersten Betätigungsfläche (14), und das Vorsteuerventil
(60) ein Freischaltventil (62) geschaltet ist, und
dass dieses Freischaltventil (62) in seiner Grundstellung die erste Steuerkammer
(26) mit einer drucklosen Steuerleitung (Y) (54) hydraulisch verbindet.
11. Vorgesteuertes Servoventil nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Steuerkammer (27), mit der in Richtung der ersten Endstellung wirkenden
zweiten Betätigungsfläche (15), mit einer drucklosen Steuerleitung (Y) (54) unmittelbar
hydraulisch verbunden ist, und
dass die erste Steuerkammer (26), mit der in entgegengesetzte Richtung der ersten
Endstellung wirkenden ersten Betätigungsfläche (14), mit einem Steueranschluss (A')
des Vorsteuerventils hydraulisch verbunden ist, wobei letzteres ein 3-Wege-Vorsteuerventil
(61) ist.
12. Vorgesteuertes Servoventil nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
dass der Positionsaufnehmer des Hauptsteuerkolbens (6) als Wegmessystem (63) mit
elektrischem Ausgang ausgeführt ist und in einen geschlossenen Regelkreis mit dem
3-Wege-Vorsteuerventil (61) eingebunden ist.
13. Vorgesteuertes Servoventil nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
dass das Vorsteuerventil ein 3-Wege-Vorsteuerschieberventil (67) in axialer Verlängerung
des zweiten Endes des Hauptsteuerkolbens (6) ist, welches einen Vorsteuer-Druckanschluss
(P') (58), einen Vorsteuer-Tankanschluss (T') (59), einen Vorsteuer-Arbeitsanschluss
(A') (56) und einen Kolbenschieber (68) aufweist,
dass eine Messfeder (65) den Kolbenschieber (68) axial mit dem Hauptsteuerkolben
(6) verbindet, und
dass ein proportional zu einem elektrischen Signal wirkender, Stellmagnet (66)
mechanisch mit dem Vorsteuer-Kolbenschieber verbunden ist.
14. Vorgesteuertes Servoventil nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
dass der Vorsteuer-Druckanschluss (P') (58) über ein Freischaltventil (62), in
der Grundstellung desselben, mit dem Vorsteuer-Tankanschluss (T') (59) hydraulisch
verbunden ist, und
dass das Vorsteuerschieberventil (67) derart gestaltet ist, dass der Steueranschluss
(A') (56), je nach Stellung des Kolbenschiebers (68), entweder mit dem Vorsteuer-Tankanschluss
(T') (59) oder den Vorsteuer-Pumpenanschluss (P') (58) unmittelbar hydraulisch verbunden
ist.