(19)
(11) EP 0 549 936 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
22.03.1995  Patentblatt  1995/12

(21) Anmeldenummer: 92121151.2

(22) Anmeldetag:  15.11.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B41F 27/10, B41F 13/20

(54)

Zwischen zwei Druckwerkseitenwänden gelagerter Übertragungszylinder mit einer auswechselbaren Hülse

Transfer cylinder with exchangeable sleeve, supported between two printing unit side walls

Cylindre de transfert avec manchon échangeable, supporté entre deux parois latérales d'un élément d'impression


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 11.12.1985 DE 3543704

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
07.07.1993  Patentblatt  1993/27

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
86115898.8 / 0225509

(73) Patentinhaber: MAN Roland Druckmaschinen AG
86153 Augsburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Tittgemeyer, Udo
    W-5760 Arnsberg 2 (DE)

(74) Vertreter: Heldt, Gert, Dr. Dipl.-Ing. 
Neuer Wall 59 III
20354 Hamburg
20354 Hamburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 076 777
CH-A- 300 964
DE-A- 2 724 653
DE-C- 490 994
FR-A- 2 353 395
US-A- 1 027 384
EP-A- 0 492 102
CH-A- 345 023
DE-C- 470 937
DE-C- 493 693
US-A- 637 562
US-A- 1 804 139
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Stammanmeldung stellt auf eine Druckvorrichtung ab, mit der aufgabengemaß vorzugsweise unendliche Drucke erzeugt werden sollen und die vorliegende Ausscheidungsanmeldung auf einen dort offenharten Wechsel der Übertragungszylinderhülse.

    [0002] Aus dem britischen Patent 763 639 sind bereits mittlere Übertragungszylinder einer Mehrfarbendruckmaschine (Wertdruckmaschine) bekannt, die massiv, d. h. aus Vollmaterial, ausgebildet sind und die aus der Maschine herausgenommen werden, um eine gummibeschichtete Hülse auswechseln zu können. Die gummibeschichtete Hülse besteht aus einer relativ dicken metallischen und konischen Trägerhülse, die durch mechanische Befestigungsvorrichtungen auf den Übertragungszylinder montiert wird, wobei auf der dicken Trägerhülse eine relativ dünne elastische Schicht angeordnet ist. Aufgrund der komplexen Einstell- und Verstellmechanismen an den Druckwerkseitenwänden ist ohne Ausbau der äußeren Formzylinder ein Wechsel der gummibeschichteten mittleren Übertragungshülsen weder möglich noch offensichtlich erwünscht. Insbesondere können die Hülsen der mittleren Übertragungszylinder nicht in der Maschine gewechselt werden, was ebenfalls sehr nachteilig sein kann.

    [0003] Ein aus einer Offset-Druckmaschine herausgenommener Übertragungszylinder ist in der US-PS 1 804 139 gezeigt. Bei diesem Übertragungszylinder wird anstelle eines Gummituches eine Hülse verwendet, die ihrerseits auf einem zylindrischen Kern mittels Schrauben fixiert ist. Die Hülse kann vom dem Kern abgezogen werden und durch eine mit einem anderen Gummituch bzw. einer anderen Gummischicht versehene Hülse ersetzt werden. Das Wechseln der Gummihülse ist offensichtlich nur bei ausgebautem Zylinder wie dargestellt möglich.

    [0004] Aus der DE-A 27 24 653 ist es bereits bekannt, einen Druckzylinder, der insbesondere als Formzylinder in einer Flexo-Druckmaschine einsetzbar sein soll, fliegend zu lagern, d. h. ein Ende des Zylinders aus dem Lager bzw. aus der Lagerung, die in bzw. an der Zugeordneten Seitenwand vorgesehen ist, in der Weise freizulegen, daß von der Seite her eine Hülse auf den Zylinder aufschiebbar ist. Bei der bekannten Anordnung wird die an der Seitenwand angeordnete Lagerung vollständig entfernt. Mit dieser Art von Druckmaschinen wird nach einem direkten Druckverfahren gearbeitet, denn ein Übertragungszylinder ist nicht gezeigt. Das zu druckende Bild wird somit von dem mit Hülsen versehbaren Formzylinder direkt auf einen Druckträger übertragen. Das gleiche gilt auch für die aus der DE-C 490 994 bekannte Tiefdruckmaschine, bei der ebenfalls eine Hülse für den Tiefdruckformzylinder durch die Seitenwand auswechselbar ist, wobei bei dieser bekannten Druckmaschine die inneren drehbaren Teile auf dem Achszapfen des freizulegenden Endes des Zylinders verbleiben und die äußeren Teile des Lagers wegschwenkbar sind, so daß jedenfalls stets von der Seite her durch die Seitenwand eine Hülse auf den Zylinder aufschiebbar ist. Der wesentliche Grund für das Wechseln derartiger Hülsen in der Maschine liegt darin, daß bei jedem Druckauftrag ein neues Klischee benötigt wird, das möglichst schnell ausgetauscht werden soll.

    [0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung aufzuzeigen, bei der diese Nachteile nicht vorhanden sind, also ein Hülsenwechsel am Übertragungszylinder möglich ist, ohne daß dieser aus der Maschine ausgebaut werden muß. Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

    [0006] Im einzelnen wird die Erfindung in der Bezugnahme auf die Abbildungen 1 und 2 beschrieben.

    [0007] Ein Übertragungszylinder (5) wird in Offset-Druckmaschinen verwendet und ist zwischen zwei Druckwerkseitenwänden (12, 13) angeordnet. In einer der Druckwerkseitenwände (12) ist der Übertragungszylinder (5) mit seinem Ende (30) fliegend gelagert, während das andere Ende (31) des Übertragungszylinders (5) in einem Lager (32) positioniert ist, das aus der zugeordneten Druckwerkseitenwand (13) herausnehmbar ist, so daß auf der Höhe des Übertragungszylinders (5) eine Öffnung, d. h. eine Ausnehmung (34) entsteht. Gemäß Abbildung 2 kann das Lager (32) um ein Schwenklager (33) abgeschwenkt und nach dem Hülsenwechsel wieder hochgeschwenkt werden.

    [0008] Die Ausnehmung (34) in der Druckwerkseitenwand (13) ist größer als eine durch diese Ausnehmung (34) aufschiebbare Übertragungshülse (1 a).

    [0009] Die Übertragungshülse (1 a) besteht, wie Abbildung 1 schematisch zeigt, vorzugsweise aus einer relativ dünnen Trägerhülse (2), die eine Trägermetallhülse mit einer Stärke von etwa 0,3 mm sein kann, während der elastische Belag (11) dagegen relativ dick ist und beispielsweise aus einer 1 bis 5 mm starken Gummischicht bestehen kann. Durch Verwendung der relativ dünnen Trägermetallhülse ist es möglich, daß sie beim Aufbringen der Übertragungshülse (1 a) z. B. mit Hilfe von Druckluft aufgeweitet werden kann, so daß sich die Übertragungshülse (1 a) relativ leicht durch die Ausnehmung (34) bei freigelegtem Ende (31) auf den Übertragungszylinder (5) aufschieben läßt.

    [0010] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen, in denen bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beispielsweise veranschaulicht sind.

    [0011] In den Zeichnungen zeigen
    Fig. 1
    einen Querschnitt durch eine mit einem Gummibelag beschichtete Übertragungshülse und
    Fig. 2
    eine schematische Darstellung eines Teils einer Druckmaschine mit einem einseitig vom Zylinder abgeklappten Lager.


    [0012] Eine Offsetdruckmaschine besteht im wesentlichen aus einem Gerüst, in dessen Druckwerkseitenwänden (12, 13) ein Druckwerk mit mindestens einer Druckeinheit angeordnet ist. Jede Druckeinheit hat in der Regel einen Druckformzylinder, einen Übertragunszylinder (5) und einen Gegendruckzylinder, die drehbar auf Zapfen gelagert sind. An den Zapfen ist ein Getriebe angeschlossen, das eine von einen Antrieb erzeugte Drehbewegung auf die Zylinder überträgt. Zwischen dem Übertragungszylinder (5) und dem Gegendruckzylinder ist ein Druckspalt vorgesehen, durch den sich ein Druckträger hindurchbewegt. Bei seiner Bewegung kommt der Druckträger in unmittelbaren Kontakt sowohl mit dem Übertragungszylinder (5) als auch mit den Gegendruckzylinder. Dabei drucken sich Muster auf dem Druckträger ab.

    [0013] In der Abbildung 1 ist eine mit einem Gummibelag 11 beschichtete Übertragungshülse (1 a) im Querschnitt gezeigt. Hier wird eine Trägerhülse (2) aus Metall verwendet. Die Trägerhülse (2) ist ein etwa 0,3 mm starkes Metallrohr. Der Gummibelag (11) ist etwa 1 bis 5 mm stark.

    [0014] In der in Abbildung 2 dargestellten Ausführungsform wird die Übertragungshülse (1 a) eines Übertragungszylinders (5) ausgewechselt. der den Druckwerkseitenwänden (12, 13) nicht entnommen wird. Zu diesem Zweck kann beispielsweise der Übertragungszylinder (5) an seinem einen Ende (30) in der Druckwerkseitenwand (12) fliegend gelagert und an seinem anderen Ende (31) in einem verschwenkbaren Lager (32) geführt sein. Dieses verschwenkbare Lager (32) ist um ein Schwenklager (33) an der Druckwerkseitenwand (13) verschwenkbar gelagert und kann in eine vom Übertragungszylinder (5) abgewandte Richtung von der Druckwerkseitenwand (13) weggeschwenkt werden. Nach dem Abschwenken des verschwenkbaren Lagers (32) erstreckt sich durch die Druckwerkseitenwand (13) eine Ausnehmung (34), deren Querschnitt größer ist als der Querschnitt der Übertragungshülse (1 a). Durch diese Ausnehmung (34) kann die Übertragungshülse (1 a) vom Übertragungszylinder (5) abgezogen und durch eine andere ersetzt werden. Nach dem Auswechseln der Übertragungshülse (1 a) wird das verschwenkbare Lager (32) in Richtung auf den Übertragungszylinder (5) zurückgeschwenkt, so daß das Ende (31) des Übertragungszylinders (5) innerhalb des verschwenkbaren Lagers (32) geführt wird.

    [0015] Der Austauschvorgang von Hülsen (1) ist zu den Fig. 6 bis 8 der zur Stammanmeldung 86 11 58 98 eingereichten Anmeldungsunterlagen anhand der Druckformhülse (1) behandelt worden. Für die Übertragungshülse (1 a) mit der Gummischicht (11) gelten die gleichen Verfahrensschritte und die gleichen Konstruktionsprinzipien.


    Ansprüche

    1. Zwischen zwei Druckwerkseitenwänden (12, 13) gelagerter Übertragungszylinder (5), der mit einem Ende (30) in der zugeordneten Druckwerkseitenwand (12) fliegend gelagert ist und dessen anderes Ende (31) vom Lager (32) in der zugeordneten Druckwerkseitenwand (13) freilegbar ist, so daß eine Ausnehmung (34) in dieser Druckwerkseitenwand (13) entsteht, deren Querschnitt größer ist als der Querschnitt einer durch diese Ausnehmung (34) auf den Übertragungszylinder (5) aufschiebbaren Übertragungshülse (1 a), die einen auf einer Trägerhülse (2) angeordneten elastischen Belag (11) trägt, wobei nach dem Aufbringen der Übertragungshülse (1 a) auf den Übertragungszylinder (5) das Lager (32) des Übertragungszylinders (5) wieder in die Ausnehmung (34) auf der Höhe des Übertragungszylinders (5) einsetzbar ist.
     
    2. Übertragungszylinder (5) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er leicht ausgebildet ist.
     


    Claims

    1. A transfer cylinder (5) mounted between two printer side walls (12, 13), one end (30) of which is mounted floating on the associated printer side wall (12) and the other end (31) of which can be exposed from the bearing (32) in the associated printer side wall (13), so that an aperture (34) exists in this printer side wall (13), the cross-section of which is larger than the cross-section of a transfer sleeve (1a), which carries an elastic coating (11) arranged on a support sleeve (2), and which can be pushed onto the transfer cylinder (5) through this aperture (34), wherein after placement of the transfer sleeve (1a) on the transfer cylinder (5) the bearing (32) of the transfer cylinder (5) can be replaced in the aperture (34) at the level of the transfer cylinder (5).
     
    2. Transfer cylinder (5) according to claim 1, characterised in that it is simply configured.
     


    Revendications

    1. Cylindre de report (5) tourillonnant entre deux parois de bâti latérales (12, 13) d'un groupe imprimant, qui est monté en porte à faux par une extrémité (30) dans la paroi de bâti latérale correspondante (12) du groupe imprimant, et dont l'autre extrémité (31) peut être dégagée du palier (32) situé dans la paroi de bâti latérale (13) qui lui correspond, en ce sens qu'on ouvre dans cette paroi de bâti latérale (13) du groupe imprimant un évidement (34) dont la section est plus grande que la section d'un manchon de report (1a) qui peut être emmanché sur le cylindre de report (5) à travers cet évidement (34), manchon qui porte un revêtement élastique (11) monté sur un manchon support (2), cependant qu'après la mise en place du manchon de report (1a) sur le cylindre de report (5), le palier (32) du cylindre de report (5) peut être remis en place dans l'évidement (34) au niveau du cylindre de report (5).
     
    2. Cylindre de report (5) selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est de construction légère.
     




    Zeichnung