[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung gemäß den Oberbegriffen
der Ansprüche 1 und 11.
[0002] Die Dauerfestigkeit von Werkstücken mit kreisförmig umlaufenden Kehlen, z.B. von
Kurbelwellen, Achsschenkeln, abgesetzten Wellen od. dgl., ist vor allem durch die
verminderte Festigkeit infolge der Formgestalt Werkstoffe im Bereich dieser Kehlen
beeinträchtigt. Es ist daher bekannt, derartige Werkstücke mit einem Verfahren zu
behandeln, das als "Festwalzen" bezeichnet wird und darin besteht, daß Festwalzrollen
mit hydraulischen Zylinder/Kolbenanordnungen gegen die die Kehlen, insbesondere Hohlkehlen
begrenzenden Kehlenwandungen gedrückt werden (DE-C-30 37 688). Hierdurch wird einerseits
die Festigkeit der Werkstoffe in den Außenschichten vergrößert, und andererseits werden
in den an die Kehlen grenzenden Zonen nützliche Druckeigenspannungen erzeugt, die
sich bei der späteren Anwendung der Werkstücke durch eine beträchtlich erhöhte Dauerfestigkeit
bemerkbar machen. Diese zur Erhöhung der Dauerfestigkeit erwünschten, in Werkstoff
erzeugten Druckeigenspannungen führen jedoch unvermeidbar zu Verwerfungen in den Werkstücken,
wobei die Richtungen und Beträge der Verwerfungen weitegehend von der Vorgeschichte
der Werkstücke abhängen. Bei einer Kurbelwelle haben diese Verwerfungen vor allem
Richtungsfehler der Hauptlager- und Kurbelzapfen und damit einen Verzug bzw. "Schlag"
der gesamten Kurbelwelle zur Folge, da beim Festwalzen unvermeidliche Abweichungen
der senkrechten Lage der Kurbelwangen bezüglich der Zapfenachsen auftreten. Die dadurch
bedingten Abweichungen vom Rundlauf der Kurbelwelle bezüglich ihrer theoretischen
Drehachse müssen durch nachträgliches Richten der Kurbelwelle unabhängig davon wieder
beseitigt werden, ob beim Festwalzen die Abbiegungen der Kurbelwangen in definierten
Toleranzbereichen gehalten werden oder nicht.
[0003] Das Richten derartiger Werkstücke durch Biegen hat sich als untauglich erwiesen,
da die nützlichen Druckeigenspannungen im Bereich der Kehlen beim Biegen weitgehend
abgebaut werden, wodurch die beim Festwalzen erhaltene erhöhte Dauerfestigkeit wieder
verloren geht.
[0004] Zum Richten von Kurbelwellen, die einem Festwalzvorgang unterworfen wurden, ist es
bei Vermeidung dieses Nachteils bereits bekannt, mit einem speziellen Werkzeug an
geeigneten Stellen jeweils einmal und mit hinreichender Kraft auf die die Kehlen begrenzenden
Wandungen einzuwirken (GB-A-1 004 962, DE-C-2 556 971)
Die Richtungen, in denen diese Kräfte auszuüben sind, ergeben sich aus den durch Vermessen
der Kurbelwelle nach dem Festwalzen erhaltenen Richtungsabweichungen. Hierbei wird
die Erkenntnis ausgenutzt, daß eine über einen begrenzten Bogen des Kehlenumfangs
wirksame Kraft ausreichender Größe dazu geeignet ist, bleibende Richtungsänderungen
zu bewirken und dadurch den Schlag einer Kurbelwelle zu vermindern. Im Gegensatz zum
Biegen werden bei diesem Richtvorgang ausschließlich zusätzliche Druckspannungen in
den Werkstoff eingebracht, welche die Dauerfestigkeit nicht vermindern. Nachteilig
ist dagegen, daß eine spezielle Bearbeitungsstation für den Richtprozeß mit einem
zusätzlichen Werkzeug einschließlich der hydraulischen Presse benötigt wird und große
Kräfte bis zu 1000 kN auf die Kurbelwelle ausgeübt werden müssen.
[0005] Die Anwendung geringerer Kräfte ist bei Anwendung bekannter Verfahren und Vorrichtungen
nach den eingangs bezeichneten Gattungen möglich (GB-A-957 805). Dabei wird allerdings
in einem ersten, dem Festwalzen dienenden Schritt ein Festwalzen im Bereich der mittleren
Hauptlagerzapfen vermieden und die Kurbelwelle in einen, nachfolgenden zweiten Kaltwalzschritt
gerichtet, indem gezielt Druck auf die Kehlenwandungen allein der mittleren Hauptlagerzapfen
ausgeübt wird. Da dieser zweite Schritt nur dem Richten bzw. der Beseitigung der Exzentrizität
der mittleren Hauptlagerzapfen dienen soll, wird der Druck allein in Abhängigkeit
von der zu beseitigenden Exzentrizität gewählt.
[0006] Daraus folgt, daß dieser Druck allenfalls zufällig auch zur Herstellung einer ausreichenden
Soll-Dauerfestigkeit im Bereich der mittleren Hauptlagerzapfen dienen kann und daß
die Kurbelwelle allenfalls zufällig gerade gerichtet wird, da hierzu die Beseitigung
der Exzentrizität der mittleren Hauptlagerzapfen in aller Regel nicht ausreicht.
[0007] Aus JP-A-59 101 228 sind ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung zum Richten einer Kurbelwelle
bekannt, wobei die Rundlaufabweichungen für jeden einzelnen Hauptlagerzapfen gemessen
werden und das Richten durch Kaltwalzen der Kehlenwandungen der Kurbelzapfen mittels
in die Kehlen einlegbaren, quer zur theoretischen Achse beweglichen Werkzeugen erfolgt.
Den Hauptlagerzapfen sind keine Halterungen zugeordnet.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren und die Vorrichtung der eingangs
bezeichneten Gattungen so zu gestalten, daß beim Festwalzschritt im Bereich aller
Hauptlager- und Kurbelzapfen die gewünschte Soll-Dauerfestigkeit erhalten und dennoch
der Richtprozeß mit geringen Kräften und ohne zusätzliche Werkzeuge durchgeführt werden
kann.
[0009] Zur lösung dieser Aufgabe dienen das Verfahren und die Vorrichtung mit den Merkmalen
der Ansprüche 1 bzw. 11.
[0010] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Die Erfindung bringt den Vorteil mit sich, daß das Kaltwalzen zum Zwecke des Richtens
in mehreren aufeinander folgenden Schritten erfolgen kann und die bei jedem dieser
Schritte ausgeübten Kräfte von bis zu ca. 50 kN erheblich kleiner als bei Anwendung
der bekannten Vorrichtung sein können. Dadurch ist es möglich, für das Richten dieselben
Vorrichtungen und Werkzeuge zu verwenden, die auch zum Festwalzen eingesetzt werden,
ohne daß die Gefahr besteht, daß die Festwalzrollen beim Richtvorgang überlastet werden.
Dies ermöglicht gleichzeitig das Festwalzen und Richten der Werkstücke in derselben
Bearbeitungsstation, wobei die Werkstücke während der Messung der Rundlauf-Abweichungen
im eingespannten Zustand verbleiben können, indem diese Abweichungen z.B. mit in die
Festwalzvorrichtung integrierten Meßgeräten ermittelt werden.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit der beiliegenden Zeichnung an einem
Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch ein Schlagdiagramm für eine Kurbelwelle;
Fig. 2 die Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Richten von Werkstücken,
insbesondere Kurbelwellen;
Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie III-III der Fig. 2;
Fig. 4 eine schematische, teilweise Vorderansicht der Vorrichtung nach Fig. 1 in starker
Vergrößerung;
Fig. 5 eine Variante für eine Einzelheit der Fig. 3; und
Fig. 6 schematisch die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf einen Hauptlagerzapfen
einer Kurbelwelle.
[0013] Fig. 1 zeigt ein Werkstück 1 in Form einer Kurbelwelle. Diese weist fünf Hauptlagerzapfen
2a bis 2e, deren Achsen auf einer theoretischen Achse 3, hier der Drehachse der Kurbelwelle,
liegen, vier zwischen den Hauptlagerzapfen 2 angeordnete Kurbelzapfen 4a bis 4d und
zwischen diesen und den Hauptlagerzapfen 2 je eine Kurbelwange 5 auf. An den Übergangsstellen
zwischen den Kurbelwangen 5 und den Hauptlager- bzw. Kurbelzapfen 2 bzw. 4 sind jeweils
um die Achse 3 umlaufende Kehlen 6a bis 6d mit kreisförmigen Querschnitten vorgesehen.
Alternativ können die Werkstücke 1 aus Achsschenkeln, abgesetzten Wellen od. dgl.
mit den Kehlen 6 entsprechenden Kehlen bestehen, die in der Regel an den Übergängen
von einem Querschnitt auf einen anderen angeordnet sind und dazu dienen, die bei ihrem
Fehlen zu geringe Dauerfestigkeit im Bereich der Querschnittsübergänge zu vergrößern.
[0014] Oberhalb des Werkstücks 1 ist in Fig. 1 ein Schlagdiagramm dargestellt, das eine
willkürlich angenommene Krümmung der Kurbelwelle in der Zeichenebene in stark vergrößertem
Maßstab andeutet. Längs der Abszisse sind die Abstände
1 der jeweiligen Mittelpunkte der Hauptlagerzapfen 2 von dem in Fig. 1 linken Ende
der Kurbelwelle angetragen, während längs der Ordinate die jeweilige Abweichung
S dieser Mittelpunkte von der theoretischen Achse 3 in starker Vergrößerung angetragen
ist. Die tatsächlich auftretenden Abweichungen
S sind in der Regel sehr klein, betragen nur einige Zehntel oder Hundertstel Millimeter
und können jeweils sowohl positiv als auch negativ sein. Das Schlagdiagramm nach Fig.
1 bezieht sich außerdem auf eine ausgewählte Drehwinkelstellung der Kurbelwelle. Für
andere Drehwinkelstellungen können entsprechende Schlagdiagramme gezeichnet werden.
[0015] Aus dem Schlagdiagramm läßt sich leicht ablesen, um welches Maß und in welche Richtung
die Kurbelwelle an jedem Hauptlagerzapfen 2 gerichtet werden muß, um zu erreichen,
daß alle Achsen der Hauptlagerzapfen 2 im wesentlichen in einer Achse, nämlich der
theoretischen Achse 3 liegen. Für den Hauptlagerzapfen 2b nach Fig. 1 wäre beispielsweise
ein Richtmaß von Δ S2 senkrecht zur Abszisse erforderlich, das sich nach der Formel

errechnet.
[0016] Da es sehr mühsam ist, eine Kurbelwelle nacheinander in alle möglichen Richtungen
zu richten, wird erfindungsgemäß folgende neue Richtstrategie vorgeschlagen:
Es wird zunächst jede Abweichung vom Rundlauf in zwei zueinander senkrechte Komponenten
zerlegt, von denen die eine in einer als Hauptebene bezeichneten Ebene und die andere
in einer als Nebenebene bezeichneten Ebene liegt. Liegen alle Kurbelzapfen 4b bis
4c entsprechend Fig. 1 in einer einzigen, auch die theoretische Achse 3 enthaltenden
Ebene, so wird diese zur Hauptebene erklärt, während die dazu senkrechte Ebene als
Nebenebene definiere wird. Liegen dagegen die Kurbelzapfen 4a bis 4d abweichend von
Fig. 1 in wenigstens zwei unterschiedlichen Ebenen, indem sie beispielsweise in Umfangsrichtung
der Kurbelwelle um jeweils 90° versetzt angeordnet sind, dann wird für jeden Hauptlagerzapfen
2b, 2c und 2d, der nach Fig. 1 zwischen zwei benachbarten Kurbelzapfen 4 liegt, diejenige
Ebene zur Hauptebene erklärt, welche die Achse 3 und die Winkelhalbierende zwischen
den beiden Ebenen enthält, die durch die Achse je eines der benachbarten Kurbelzapfen
und die theoretische Achse 3 verlaufen. Mit Bezug auf Fig. 1 definieren beispielsweise
die Achse des Kurbelzapfens 4b und die Achse 3 eine erste Ebene, die Achse des Kurbelzapfens
4c und die Achse 3 eine zweite Ebene und die Winkelhalbierende zwischen diesen beiden
Ebenen und die Achse 3 eine dritte Ebene, die in diesem Beispiel die Hauptebene für
den Hauptlagerzapfen 2c wäre. Die dazu senkrechte Ebene ist die Nebenebene für diesen
Hauptlagerzapfen 2c. Dagegen ergibt sich die Hauptebene für die an den Enden der Kurbelwelle
befindlichen Hauptlagerzapfen 2a und 2e, denen jeweils nur ein Kurbelzapfen 4a bzw.
4d benachbart ist, aus der Achse 3 und den Achsen dieser Kurbelzapfen 4a bzw. 4d,
während die dazu senkrechten Ebenen jeweils die Nebenebenen sind.
[0017] Die Erfindung beruht insoweit auf der Erkenntnis, daß Richtoperationen in den Nebenebenen
im allgemeinen auch Verformungen der Kurbelwelle in den Hauptebenen zur Folge haben,
während umgekehrt Richtoperationen in den Hauptebenen praktisch keine Rückwirkungen
bzw. Verformungen in den Nebenebenen verursachen. Daraus resultiert die erfindungsgemäße
Richtstrategie, zunächst alle in den Nebenebenen liegenden Komponenten eines Schlags
und erst danach alle in den Hauptebenen liegenden Komponenten des Schlags zu beseitigen.
[0018] Für die praktische Anwendung ergibt sich dabei der folgende Ablaufplan. Nach dem
Festwalzen der Werkstücke wird zunächst die Abweichung vom Rundlauf für jeden einzelnen
Hauptlagerzapfen gemessen. Sodann werden die Komponenten der Abweichungen in den Haupt-
und Nebenebenen ermittelt. Liegen diese Werte außerhalb vorgegebener Toleranzbereiche,
wird anschließend zunächst für jeden einzelnen Hauptlagerzapfen das Richtmaß Δ Sn
berechnet, um das ein Richten in der Nebenebene erfolgen muß. Die Kurbelwelle wird
nun in den Nebenebenen gerichtet, wobei alle oder mehrere Hauptlagerzapfen gleichzeitig
oder auch nacheinander bearbeitet werden. Die Richtoperationen werden dabei vorzugsweise
in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten durchgeführt, wobei nach jedem Schritt
die noch verbleibenden Abweichungen gemessen und der nachfolgende Schritt mit korrigierten
Richtparametern durchgeführt wird. Unter korrigierten Richtparametern wird dabei insbesondere
verstanden, daß die Größe der Kraft, die zur Herbeiführung des noch verbleibenden
Richtmaßes Δ Sn benötigt wird, in Abhängigkeit von der Vorgeschichte der Kurbelwelle
und vor allem in Abhängigkeit davon verändert wird, welche Kräfte in vorhergehenden
Schritten auf die Hauptlagerzapfen ausgeübt wurden. Insbesondere wird, wenn eine bestimmte
Richtkraft in einem ersten Schritt nicht ausgereicht hat, um das erwünschte Richtmaß
herbeizuführen, in einem nachfolgenden Schritt eine höhere Richtkraft gewählt. Werden
die bei vorhergehenden Richtoperationen angewandten Richtparameter nicht berücksichtigt,
ist ein vernünftiges Richten wegen der sich ändernden Abhängigkeit zwischen Richtmaß
und Richtkraft kaum möglich. Die Abhängigkeiten der erzielbaren Richtmaße von den
aufgewandten Richtkräften ist empirisch zu ermitteln.
[0019] Die jeweils erhaltenen Werte können gesammelt und in einer Datenbank gespeichert
werden, die bei statistischer Handhabung als Wertetabelle für die jeweils aufzuwendenden
Richtkräfte dienen kann. Zur Berechnung der Richtkräfte wird daher vorzugsweise eine
Datenverarbeitungsanlage verwendet, in deren Speicher alle einen bestimmten Werkstücktyp
betreffenden Daten gesammelt werden.
[0020] Sind alle in den Nebenebenen liegenden Komponenten der Rundlauf-Abweichungen so weit
beseitigt, daß die verbleibenden Abweichungen in den geforderten Toleranzbereichen
liegen, wird das Werkstück in den Hauptebenen gerichtet, in dem auf entsprechende
Weise die in der Hauptebene liegenden Richtmaße Δ Sh berechnet und empirisch ermittelte
oder aus der Datenbank abgerufene Werte für die jeweiligen Richtkräfte bestimmt werden.
Auch diese Richtoperationen in der Hauptebene erfolgen vorzugsweise sukzessiv in einer
Mehrzahl von aufeinanderfolgenden Schritten, bis schließlich die verbleibenden Abweichungen
für alle Hauptlagerzapfen innerhalb der festgelegten Toleranzbereiche liegen.
[0021] Die Erfindung geht schließlich auch von der Erkenntnis aus, daß das Richten durch
Kaltwalzen und daher beispielsweise mit Hilfe von in die Kehlen der Hauptlagerzapfen
2 eingelegten Druckrollen erfolgen kann, indem mit diesen ein ausreichender Druck
auf ausgewählte Umfangsabschnitte der die Kehlen begrenzenden Wandungen ausgeübt wird.
Dazu wird die Kurbelwelle kontinuierlich oder mit einer Pendelbewegung gedreht oder
die jeweilige Druckrolle in einer kontinuierlichen oder hin- und herpendelnden Bewegung
um die Kurbelwelle bzw. deren theoretische Achse herumgeführt. Dabei ist lediglich
erforderlich, diejenigen Kräfte, die von den Druckrollen auf die Kurbelwelle ausgeübt
werden, in Abhängigkeit von der jeweiligen Drehwinkelstellung der Kurbelwelle bezüglich
der Druckrolle derart zu variieren, daß eine Richtwirkung nur in der erforderlichen
Richtung, d.h. beim Auflaufen der Druckrollen auf die vorgewählten Abschnitte erzielt
wird, während in allen anderen Richtungen keine zur Erzielung einer Richtwirkung ausreichenden
Kräfte von den Druckrollen ausgeübt werden.
[0022] Zur praktischen Durchführung des Richtens durch Kaltwalzen eignen sich vorzugsweise
die an sich bekannten Vorrichtungen zum Festwalzen von Kurbelwellen (DE-C-30 37 688),
sofern an diesen gewisse Änderungen vorgenommen werden. Eine für die Zwecke der Erfindung
geeignete Vorrichtung dieser Art wird nachfolgend anhand der Fig. 2 bis 6 und anhand
eines Werkstücks 1 näher erläutert, das aus einer Kurbelwelle mit nur zwei Kurbelzapfen
4a,b und drei Hauptlagerzapfen 2a,b,c besteht.
[0023] Die Vorrichtung enthält nach Fig. 2 bis 4 zwei in einem Gestell 7 drehbar gelagerte
und übereinander angeordnete Meisterwellen 8a und 8b, die in Größe und Form mit dem
zu bearbeitenden Werkstück 1 übereinstimmen und im dargestellten Beispiel entsprechend
viele Hauptlagerzapfen 10a und 10b, Kurbelzapfen 11a und 11b sowie Kurbelwangen 12a
und 12b aufweisen. Beide Meisterwellen 8a,b sind synchron durch einen am Gestell 7
montierten Motor 13 antreibbar, auf dessen Antriebswelle ein Zahnrad 14 befestigt
ist. Das Zahnrad 14 ist mit einem auf der Meisterwelle 8a befestigten Zahnrad 15 verbunden,
das über ein weiteres Zahnrad 16 mit einem auf der Meisterwelle 8b befestigten Zahnrad
17 in Verbindung steht, so daß beim Einschalten des Motors 13 beide Meisterwellen
in derselben Richtung angetrieben werden.
[0024] Jeder Hauptlager- und Kurbelzapfen 10 bzw. 11 ist jeweils in einer unteren Backe
18 bzw. 19 einer zangenartigen Halterung für das Werkstück 1 drehbar gelagert. Jede
Backe 18 bzw. 19 ist mittels eines Schwenkzapfens 20 (Fig. 2) mit einer oberen Backe
21 bzw. 22 der Halterung schwenkbar verbunden. An ihrem Vorderende tragen die beiden
Backen 18,21 bzw. 19,22 jeweils ein Walzwerkzeug. Dieses weist jeweils zwei in der
unteren Backe 18 bzw. 19 drehbar gelagerte und parallel angeordnete, zylindrische
Stützrollen 23 und eine in der oberen Backe 21 bzw. 22 gelagerte, an sich bekannte
Kombination aus einer Profilrolle 24 und zwei Druckoder Festwalzrollen 25 auf (vgl.
Fig. 3 und 4). Dabei schließen die Drehachsen der Druckrollen 25 und die Achse 3 des
Werkstücks 1 bzw. die dazu parallelen Drehachsen der Profilrollen 24 in der Regel
einen Winkel von ca. 35° ein. Außerdem stützen sich die Druckrollen 25 in Umfangsrillen
26 ab, die einen kreisförmigen Querschnitt besitzen und an den stirnseitigen Enden
der Profilrolle 24 ausgebildet sind. Die Profilrolle 24 ist auf einer im Gestell 7
befestigten Welle 27 drehbar gelagert, während die Festwalzrollen 25 in Käfigen fliegend
an der Profilrolle 24 gelagert sind.
[0025] Jeder zangenartigen Halterung ist je eine Steuereinrichtung zugeordnet, wobei in
Fig. 3 nur die Steuereinrichtung für die Halterund des Hauptlagerzapfens 2c dargestellt
ist. Dabei ist allerdings das aus den Teilen 23 bis 25 bestehende Walzwerkzeug für
die Halterung des Hauptlagerzapfens 2c zur Vereinfachung der zeichnerischen Darstellung
nur in Fig. 4, nicht aber auch in Fig. 3 sichtbar. Die Steuereinrichtung enthält je
einen am Hinterende der zugehörigen unteren Backe 18 befestigten hydraulischen oder
pneumatischen Zylinder 28, in dem ein Kolben 29 gleitend gelagert ist, der eine an
der oberen Backe 21 angelenkte Kolbenstange 30 trägt, so daß die obere Backe 21 durch
Ein- bzw. Ausfahren der Kolbenstange 30 um den Schwenkzapfen 20 verschwenkt werden
kann. Die auf beiden Seiten des Kolbens 29 liegenden Kammern des Zylinders 28 können
über Leitungen 31,32 und ein Wegeventil 33 wahlweise mit einer zu einem Tank 34 führenden
Leitung 35 oder einer weiteren Leitung 36 verbunden werden. Die Leitung 36 führt zum
einen Ausgang eines Stellglieds 37, z.B. eines weiteren Wegeventils, das gleichzeitig
als Drucksteuerventil ausgebildet ist und einen zweiten, abgesperrten Ausgang besitzt.
Eine mit dem einen Eingang des Stellglieds 37 verbundene Leitung 38 ist entweder über
ein Begrenzungsventil 39 mit dem einen Ausgang oder über ein weiteres Begrenzungsventil
40 mit dem anderen Ausgang eines weiteren Wegeventils 41 verbunden, dessen einer Eingang
abgesperrt ist und dessen anderer Eingang an den Ausgang einer von einem Motor 42
angetriebenen Pumpe 43 für das hydraulische oder pneumatische Medium, z.B. Öl, angeschlossen
ist. Der Ausgang dieser Pumpe 43 ist außerdem mit einem Begrenzungsventil 44 verbunden,
das über eine Leitung 45 mit dem Tank 34 verbunden ist. Schließlich ist der Ausgang
der Pumpe 43 noch über ein Begrenzungsventil 46 mit dem anderen Eingang des Stellglieds
37 verbunden.
[0026] Die Wegeventile 33 und 41 sind beispielsweise mit üblichen Schaltmagneten 33a und
41a versehen, während dem Stellglied 37 ein Steuerorgan 37a zugeordnet ist, das ebenfalls
aus einem Schaltmagneten bestehen kann. Die Schaltmagneten 33a, 41a und das Steuerorgan
37a sind mit einer Ablaufsteuerung 47 verbunden, und das Steuerorgan 37a führt außerdem
zum Ausgang eines Leistungsverstärkers 48c. Außerdem kann jedes Wegeventil 33 und
41 zwei Stellungen
a und
b einnehmen, wobei die Stellung
a die durch eine Druckfeder 33b,41b hergestellte Grundstellung ist, während die andere
Stellung
b dadurch hergestellt wird, daß der zugehörige Schaltmagnet 33a, 41a über die Ablaufsteuerung
47 entsprechend erregt wird. Das Stellglied 37 kann ebenfalls zwei Stellungen
a und
b einnehmen, wobei die Stellung
b durch Zuführung eines Steuersignals zum Steuerorgan 37a von der Ablaufsteuerung 47
oder vom zugehörigen Leistungsverstärker 48c aus hergestellt wird, während die andere
Stellung
a die durch eine Druckfeder 37b hergestellte Grundstellung ist. Außerdem kann das Stellglied
37 durch ein analoges Signal vom zugehörigen Leistungsverstärker 48c aus so gesteuert
werden, daß es irgendeine beliebige Zwischenstellung zwischen den beiden Stellungen
a und
b einnimmt, in welcher der Druck an seinem einzigen offenen Ausgang einen Wert annimmt,
der von den Drucken an seinen beiden Eingängen und auch davon abhängt, mit welchen
Anteilen die durch Pfeile angedeuteten Durchgänge gerade am Durchlaß des Druckmediums
beteiligt sind. Anstelle des dargestellten Wegeventils können auch alle anderen Bauelemente
für das Stellglied 47 verwendet werden, mittels derer - gesteuert durch elektrische
Signale od. dgl. - der Druck in der Leitung 36 stufenlos zwischen einem minimalen
und einem maximalen Wert verstellt werden kann. Zum Messen des Schlags bzw. der Verbiegung
des zu bearbeitenden Werkstücks 1 weist die Steuereinrichtung ein am Gestell 7 befestigtes
Meßorgan 49 auf (Fig. 3). Das Meßorgan 49 besteht beispielsweise aus einem handelsüblichen
Weggeber mit einem Stößel 50, der durch eine Druckfeder 51 gegen den Hauptlagerzapfen
2c gedrückt wird. In Abhängigkeit von der jeweiligen Stellung dieses Stößels 50 erscheint
am Ausgang des Meßorgans 49 ein elektrisches Signal, das einem dem Hauptlagerzapfen
2c zugeordneten Meßverstärker 52c zugeführt wird. Alternativ können auch rein induktive,
berührungslos arbeitende Weggeber verwendet werden, um die Abweichungen der Hauptlagerzapfen
vom Rundlauf zu messen. Außerdem kann zur Überwachung der Kräfte, die mit der oberen
Backe 21 auf die zugehörige Druckrolle 25 bzw. das Werkstück 1 ausgeübt werden, ein
Kraftmesser 53 vorgesehen sein, der beispielsweise aus einem mit der Backe 21 verbundenen
Dehnungsmeßstreifen besteht und an seinem Ausgang ein elektrisches Signal abgibt,
das ebenfalls dem Meßverstärker 52c zugeführt wird.
[0027] Die Steuereinrichtungen für die anderen Hauptlagerzapfen 2a und 2b sind entsprechend
ausgebildet und mit entsprechenden Meßverstärkern 52a,b bzw. Leistungsverstärkern
48a,b (Fig. 3) versehen. Weitere, ähnlich aufgebaute Steuereinrichtungen können den
Halterungen für die Kurbelzapfen 4a,b zugeordnet sein, wobei allerdings nur die zum
Festwalzen, nicht aber auch die zum Richten benötigten Teile vorgesehen werden brauchen.
[0028] Zur Messung der jeweiligen Winkelstellung der Meisterwellen 8a,b ist wenigstens eine
von diesen mit einem Anzeigeorgan 54 (Fig. 1), z.B. einem Drehgeber, verbunden, der
aus einem üblichen Winkelcodierer bestehen kann und dessen Ausgangssignale einem Verstärker
55 zugeführt werden. Die Ausgangssignale der Meßverstärker 52 und des Verstärkers
55 werden über ein Leitungsbündel 56 eines Datenverarbeitungsanlage 57 und von dort
über ein weiteres Leitungsbündel 58 den Leistungsverstärkern 48a,b,c zugeführt. Dem
Rechner 57 kann schließlich ein nicht näher dargestellter Datenspeicher 59 zugeordnet
werden.
[0029] Die beschriebene Vorrichtung arbeitet wie folgt:
In einem ersten Bearbeitungsschritt soll das Werkstück 1, d.h. die in Fig. 1 bis 4
dargestellte Kurbelwelle, beispielsweise einem üblichen Festwalzvorgang unterworfen
werden. Dazu werden, ausgehend von den Grundstellungen
a Wegeventile 33 und 41 und der Stellglieder 37 nach Fig. 3, zunächst mittels der Ablaufsteuerung
47, die mit entsprechenden Schaltern versehen ist oder automatisch gesteuert werden
kann, die Wegeventile 33 in die Stellung
b gesteuert, indem die zugehörigen Schaltmagnete entsprechend erregt werden. Dadurch
sind die Leitungen 31 mit dem Tank 34 und die Leitungen 32 mit den Leitungen 36 verbunden,
die über die Stellglieder 37 und die Begrenzungsventile 46 zur Pumpe 43 führen.
[0030] Beim Einschalten des Motors 42 werden daher die Kolbenstangen 30 in die Zylinder
28 gezogen und dadurch die zangenartigen Halterungen geöffnet.
[0031] Die zu bearbeitende Kurbelwelle wird nun in die Halterung eingelegt, indem ihre Hauptlager-
bzw. Kurbelzapfen 2 bzw. 4 jeweils auf die Stützrollen 23 der zugehörigen unteren
Backen 18 bzw. 19 aufgelegt werden, was wegen der entsprechenden Form der Meisterwellen
8a,b ohne weiteres möglich ist (vgl. insbesondere Fig. 2). Anschließend werden die
Wegeventile 33 durch Entregen der zugehörigen Schaltmagnete in die Grundstellung
a zurückgeführt und gleichzeitig die Stellglieder 37 mittels der Ablaufsteuerung 47
in die Stellung
b gebracht. Dadurch sind die Leitungen 32 mit dem Tank 43 und die Leitungen 31 über
die Begrenzungsventile 39 mit der Pumpe 43 verbunden. Beim Einschalten des Motors
42 werden daher die Kolbenstangen 30 ausgefahren und die zangenartigen Halterungen
mit einem Druck, der durch die Begrenzungsventile 39 vorgegeben ist, geschlossen.
Durch Einschalten des Motors 13 werden nun die beiden Meisterwellen 8a,b in Umdrehungen
versetzt und dadurch die auf ihren Kurbelzapfen 11a,b sitzenden Backen 19 und 22 in
eine kreisende Umlaufbewegung versetzt, die sich entsprechend auf die Kurbelzapfen
4a,b der zu bearbeitenden Kurbelwelle überträgt. Dies wiederum hat zur Folge, daß
die Druckrollen 25 in den Kehlen der Kurbelzapfen 4a,b und der Hauptlagerzapfen 2a,b,c
abrollen und den erwünschten Festwalzprozeß bewirken. Die Kraft, mit der die Druckrollen
25 auf die Kehlenwandungen einwirken, kann mit den Begrenzungsventilen 39 von Hand
oder auch automatisch eingestellt werden.
[0032] Nach Beendigung des Festwalzvorgangs werden der Motor 13 abgeschaltet und die zangenartigen
Halterungen durch entsprechende Steuerung wieder geöffnet. Die bearbeitete Kurbelwelle
kann nun herausgenommen und auf jede beliebige Art und in an sich bekannter Weise
vermessen werden, um die nach dem Festwalzprozeß vorhandenen Abweichungen, die Richtmaße
Δ Sn und Δ Sh und die erforderlichen Richtkräfte zu ermitteln.
[0033] Das Vermessen des Werkstücks 1 erfolgt bei Anwendung der beschriebenen Vorrichtung
vorzugsweise dadurch, daß es in den zangenartigen Halterungen eingespannt bleibt und
mit den Meßorganen 49 abgestastet wird. Damit dabei keine großen Kräfte von den Druckrollen
25 ausgeübt werden, werden die Wegeventile 33 und 41 in der Grundstellung
a gelassen, während das Stellglied 37 mittels der Ablaufsteuerung 47 in die Stellung
b gesteuert wird. Dadurch ist jetzt die Leitung 31 über das Begrenzungsventil 46 mit
der Pumpe 43 verbunden, das auf einen kleineren Druck als das Begrenzungsventil 39
eingestellt ist. Nach erneutem Einschalten des Motors 13 führt die zu bearbeitende
Kurbelwelle wiederum ihre charakteristische Drehbewegung aus. Gleichzeitig werden
die Meßorgane 49 aktiviert, wodurch die von ihnen gemessenen Signale über die Meßverstärker
52 und das Leitungsbündel 56 der Datenverarbeitungsanlage 57 zugeführt werden, der
außerdem ständig die Ausgangssignale des Anzeigeorgans 54 zugeführt werden. Die Datenverarbeitungsanlage
57 ermittelt nun anhand eines vorher eingegebenen Programms und anhand der laufend
zugeführten Daten der Meßorgane 49 und des Anzeigeorgans 54 zunächst die jeweilige
Größe und die jeweilige Richtung der Rundlaufabweichungen für alle Hauptlagerzapfen
2a,2b und 2c und errechnet daran anschließend die Richtmaße Δ Sn und Δ Sh sowie die
von den Druckrollen 25 auf die Hauptlagerzapfen 2a,b,c auszuübenden Richtkräfte, wobei
alle in der Datenbank 59 gespeicherten und gleichartige Werkstücktypen betreffende
Werte und Abhängigkeiten berücksichtigt werden können. Abschließend rechnet die Datenverarbeitungsanlage
57 die ermittelten Richtkräfte in analoge Stellsignale für die Steuerorgane 37a der
Stellglieder 37 um.
[0034] Abschließend erfolgt der eigentliche Richtprozeß. Hierzu verbleibt die zu bearbeitende
Kurbelwelle in den zangenartigen Halterungen, während die Wegeventile 33 und die Stellglieder
37 in ihre Grundstellung
a gesteuert werden. Das Wegeventil 41 wird dagegen in die Stellung
b überführt.
[0035] Durch Einschalten der Motoren 13 und 42 wird die zu bearbeitende Kurbelwelle wieder
in ihre charakteristische Umlaufbewegung versetzt, während gleichzeitig die Leitungen
31 zunächst nur über die Begrenzungsventile 46 mit der Pumpe 43 verbunden sind. Unter
der Steuerung des Anzeigeorgans 54, das mit den Meisterwellen 8a,b ständig rotiert,
übermittelt die Datenverarbeitungsanlage im weiteren Verlauf ständig Steuersignale,
die über das Leitungsbündel 58 und die Leistungsverstärker 48a,b,c den Steuerorganen
37a zugeführt werden. Infolgedessen werden deren Ventilschäfte entsprechend den berechneten
Richtkräften mehr oder weniger in Richtung der Stellungen
b verschoben, was zur Folge hat, daß in den Leitungen 36 Drucke erzeugt werden, die
zwischen dem Minimalwert des Begrenzungsventils 46 und dem Maximalwert des Begrenzungsventils
40 liegen können. Mit Hilfe des Anzeigeorgans 54 und der Datenverarbeitungsanlage
57 werden diese außerdem so gesteuert, daß zunächst an allen Hauptlagerzapfen nur
Richtoperationen in den Nebenebenen durchgeführt werden. Vorzugsweise werden diese
Richtoperationen für mehrere oder alle Hauptlagerzapfen gleichzeitig oder nacheinander
und entsprechend der obigen Beschreibung in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten
durchgeführt, zwischen denen die Kurbelwelle erneut vermessen wird, damit die erhaltenen
Daten in der Datenbank 59 abgespeichert und dann neue Richtparameter für den jeweils
nächsten Schritt errechnet werden können. Nachdem die Richtoperationen in der Nebenebene
abgeschlossen sind und nicht tolerierbare Abweichungen vom Rundlauf nur noch in der
Hauptebene vorliegen, werden auf dieselbe Weise weitere Richtoperationen durchgeführt,
um auch die in der Hauptebene vorhandenen Abweichungen vom Rundlauf ausreichend klein
zu machen. Dabei ergibt sich der Vorteil, daß die Richtung, in welche eine Richtoperation
an irgendeinem Hauptlagerzapfen durchgeführt wird, allein dadurch vorgewählt werden
kann, daß die zugehörigen Stellglieder 37 im richtigen Augenblick ausreichend große
Drucke in den Leitungen 36 zur Verfügung stellen, während zu allen übrigen Zeitpunkten
der Druck in den Leitungen 36 auf einen Druck abgesenkt wird, der keine Richtoperation
bewirken kann. Da außerdem jeder einzelne Hauptlagerzapfen 2a,b,c mit einer eigenen
Halterung und einer eigenen Steuereinrichtung versehen ist, können die verschiedenen
Richtoperationen in einem einzigen Arbeitsgang selbst dann durchgeführt werden, wenn
allen Hauptlagerzapfen unterschiedliche Haupt- und Nebenebenen zugeordnet sind.
[0036] Bei allen möglichen Bearbeitungssituationen wird schließlich am Begrenzungsventil
44 der maximale Systemdruck dargestellt, um das Auftreten von kritischen Überdrucken
zu vermeiden. Außerdem ist es mit Hilfe der Kraftmesser 53 möglich, die tatsächlich
auf die Druckrollen 25 ausgeübten Kräfte ständig zu überwachen und bei Bedarf Regelschaltungen
für die Zylinder 28 vorzusehen, damit die von der Datenverarbeitungsanlage 57 berechneten
Richtkräfte auch tatsächlich auf die Werkstücke 1 bzw. die Hauptlagerzapfen 2 ausgeübt
werden.
[0037] Ist die Anwendung einer Datenberarbeitungsanlage nicht erwünscht, können die den
Zylindern 28 zugeführten Drucke während des Richtens auch dadurch erzeugt werden,
daß jedes Stellglied 37 mit einer schematisch in Fig. 5 dargestellten Einrichtung
gesteuert wird. Diese Einrichtung enthält anstelle des Schaltmagneten eine mit dem
Ventilschaft des Stellglieds 37 verbundene Hülse 60, in der ein Stößel 61 verschiebbar
geführt ist. Die Hülse 60 weist einen senkrecht abstehenden Arm 62 und der Stößel
61 einen senkrecht abstehenden, durch einen Schlitz in der Hülsenwand ragenden Arm
63 auf. In dem Arm 63 ist eine Einstellschraube 64 drehbar, jedoch axial unverschieblich
gelagert, deren Gewindeabschnitt durch eine Gewindebohrung des Arms 62 ragt. Daher
kann durch Drehen der Einstellschraube der Abstand des aus der Hülse 60 herausragenden
Endes 65 des Stößels 61 vom Ventilschaft verändert werden.
[0038] Das freie Ende des Stößels 61 wird durch eine auf den Ventilschaft wirkende Druckfeder
37b gegen das Steuerorgan in Form einer Kurvenscheibe 67 gedrückt, die beispielsweise
an einem freien Ende der Meisterwelle 8a befestigt ist und deren Drehbewegungen mitmacht.
Je nachdem, welcher Umfangsabschnitt der Kurvenscheibe 67 auf das Ende 65 einwirkt,
wird wie bei der anhand Fig. 3 beschriebenen Ausführungsform eine größere oder kleinere
Kraft auf die Druckrolle 25 ausgeübt. Die Kurvenscheibe 67 wird mittels einer Befestigungsschraube
68 auf der Meisterwelle 8a befestigt und nimmt dann relativ zu dieser und damit auch
zu der zu richtenden Kurbelwelle stets dieselbe Drehwinkelstellung ein. Dabei werden
in Abhängigkeit von den erforderlichen Richtkräften bei Bedarf für das Richten in
den Neben- und Hauptebenen unterschiedliche Kurvenscheiben 67 eingesetzt, die außerdem
entsprechend den Richtungen, in denen die Richtkräfte wirksam gemacht werden sollen,
durch Verdrehen auf der Welle 8a genau eingestellt werden. Durch Drehen der Einstellschrauben
64 kann jeweils die Größe der maximalen Richtkraft verändert werden.
[0039] Für das Richten irgendeines in Fig. 6 schematisch dargestellten Hauptlagerzapfens
2 wäre es an sich nur erforderlich, die Richtkraft ein einziges Mal längs einer gedachten,
parallel zur theoretischen Achse 3 erstreckten Linie auf den Umfang des Hauptlagerzapfens
2 auszuüben, wobei diese Linie in der Verlängerung eines Pfeils
v liegt, der die Richtung der Richtoperation andeutet. Die dabei aufzuwendenden Richtkräfte
wären allerdings sehr groß. Beim Richten durch Kaltwalzen hat sich dagegen überraschend
erwiesen, daß wesentlich kleinere Richtkräfte von z.B. bis 50 kN ausreichen, wenn
diese längs eines ausgewählten Abschnitts 69 ausgeübt werden, der in Fig. 6 durch
eine verbreiterte Linie schematisch angedeutet ist, und wenn dieser ausgewählte Abschnitt
69 mehrmals mit der Druckrolle 25 überwalzt wird. Der Abschnitt 69 erstreckt sich
längs des Umfangs des Hauptlagerzapfens 2 etwa um gleiche Teile zu beiden Seiten der
gedachten Linie über einen Bogen von insgesamt beispielsweise 10° bis 20°. Um Eindrückungen
der Druckrolle 25 im Hauptlagerzapfen 2 zu vermeiden, wird der auf den Zylinder 28
wirkende Druck zweckmäßig jeweils vor dem Auflaufen der Druckrolle 25 auf den ausgewählten
Abschnitt 69 allmählich bis zu einem Höchstwert erhöht, dann längs des Abschnitts
69 auf diesem Höchstwert gehalten und schließlich nach dem Verlassen des Abschnitts
69 allmählich verkleinert. Bei Anwendung der Datenverarbeitungsanlage 57 kann diese
Druckvergrößerung und -verminderung durch entsprechende Programme vorgegeben werden.
Bei Anwendung der Kurvenscheibe 67 nach Fig. 5 erfolgt diese Steuerung dadurch, daß
deren Umfang mit einem etwa kreisförmigen Abschnitt 70, einem ansteigenden Abschnitt
71, einem weiteren kreisförmigen Abschnitt 72 und einem abfallenden Abschnitt 73 versehen
wird, wobei der Abschnitt 72 demjenigen Abschnitt des Hauptlagerzapfens 2 entspricht,
längs dessen die Druckrolle 25 die für die Richtoperation erforderliche Richtkraft
ausübt. Ist es bei dieser Art der Steuerung erwünscht, die für einen Umlauf der zu
bearbeitenden Kurbelwelle erforderliche Zeit zu reduzieren, braucht lediglich der
Motor 13 immer dann, wenn sich die Druckrolle 25 nicht auf dem ausgewählten Abschnitt
69 befindet, in eine höhere Drehzahlstufe eingestellt werden.
[0040] Alternativ kann die Richtoperation auch dadurch ausgeübt werden, daß die Meisterwellen
8a,b und die zu richende Kurbelwelle einer hin- und hergehenden Pendelbewegung derart
unterworfen werden, daß die Druckrollen 25 stets nur die vorgewählten Abschnitte 69
und schmale Nachbarabschnitte Überlaufen. Auch in diesem Fall wird der auf die Druckrollen
25 wirksame Druck in den Nachbarbereichen zweckmäßig allmählich erhöht bzw. erniedrigt.
Auch bei dieser Ausführungsform können wahlweise die Datenverarbeitungsanlage 57 oder
die Kurvenscheiben 67 benutzt werden. Als Motor 13 wird in diesem Fall zweckmäßig
ein Reversiermotor mit einer entsprechenden Steuerung verwendet.
[0041] Ein weiterer wichtiger Parameter beim Richten durch Kaltwalzen ist die Anzahl der
Überwalzungen der ausgewählten Abschnitte 69. Da es beim Überwalzen, d.h. beim Einwirken
der Druckrollen 25 auf die ausgewählten Abschnitte 69 zu einer Fließbehinderung in
Richtung der Böden der Kehlen 6 kommen kann, was sich erst durch mehrmaliges Überwalzen
kompensieren läßt, werden die Druckrollen zweckmäßig wenigstens fünf-, vorzugsweise
wenigstens zehnmal über den ausgewählten Abschnitt 69 geführt.
1. Verfahren zum Festwalzen und anschließenden Richten einer um ihre theoretische Achse
drehbar gelagerten Kurbelwelle (1), die eine Anzahl Hauptlagerzapfen (2), von dazwischen
liegenden Kurbelwangen (5) und Kurbelzapfen (4a bis 4d) und von um die Hauptlagerzapfenachsen
bzw. die Kurbelzapfenachsen umlaufenden, an den Übergangsstellen zwischen den Hauptlager-
bzw. Kurbelzapfen und den Kurbelwangen ausgebildeten Kehlen (6a bis 6d) aufweist,
wobei sowohl das Festwalzen als auch das Richten durch Kaltwalzen der Kehlenwandungen
mittels in die Kehlen einlegbaren, quer zur theoretischen Achse (3) beweglichen Werkzeugen
(24,25) erfolgt und die Kurbelwelle nach Messung ihrer beim Festwalzen erhaltenen
Rundlaufabweichung relativ zur theoretischen Achse dadurch gerichtet wird, daß mittels
der Werkzeuge auf vorgewählte Abschnitte (69) der Kehlenwandungen Druck ausgeübt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß d Festwalzen vor dem Richten im Bereich aller Hauptlager-
und Kurbelzapfen (2, 4a bis 4d) erfolgt, die Rundlaufabweichungen der Kurbelwelle
(1) für jeden einzelnen Hauptlagerzapfen (2) gemessen werden und das Richten an diesen
so durchgeführte wird, daß danach die verbleibenden Rundlaufabweichungen für alle
Hauptlagerzapfen (2) innerhalb festgelegter Toleranzbereiche liegen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kaltwalzen mit wenigstens
einer Druckrolle (25) vorgenommen, während des Kaltwalzens eine relative Drehbewegung
zwischen dem Werkstück (1) und der Druckrolle (25) um die Achse (3) erzeugt und zumindest
immer dann eine den Richtvorgang bewirkende Kraft auf die Druckrolle (25) ausgeübt
wird, wenn diese den vorgewählten Abschnitt (69) der Kehlenwandung überläuft.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Werkstück (1) oder die
Druckrolle (25) einer hin- und hergehenden Pendelbewegung unterworfen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Werkstück (1) oder die
Druckrolle (25) einer kontinuierlich umlaufenden Drehbewegung unterworfen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die auf die Druckrolle
(25) ausgeübte Kraft jeweils vor ihrem Auflaufen auf den ausgewählten Abschnitt allmählich
bis zu einem Höchstwert gesteigert, dann auf diesem Höchstwert gehalten und schließlich
vor dem Verlassen dieses Abschnitts (69) allmählich verkleinert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelgeschwindigkeit
der Drehbewegung während derjenigen Zeitspannen, in denen die Druckrolle (25) außerhalb
des ausgewählten Abschnitts (69) angeordnet ist, vergrößert wird.
7. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6 zum Richten von Kurbelwellen
mit einer Mehrzahl von Hauptlager- und Kurbelzapfen, wobei die Achsen der Kurbelzapfen
sämtlich in einer einzigen, auch die theoretische Achse (3) enthaltenden Hauptebene
liegen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurbelwelle zunächst in ihrer Nebenebene und
erst danach in ihrer Hauptebene gerichtet wird, wobei die Nebenebene senkrecht zur
Hauptebene verläuft und ebenfalls die theoretische Achse (3) enthält.
8. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6 zum Richten von Kurbelwellen
mit einer Mehrzahl von Hauptlager- und Kurbelzapfen, wobei die Achsen der Kurbelzapfen
nicht sämtlich in einer einzigen, die theoretische Achse (3) enthaltenden Ebene liegen
und jedem Hauptlagerzapfen ein oder zwei Kurbelzapfen benachbart sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kurbelwelle zunächst in ihren Nebenebenen und erst danach auch in ihren Hauptebenen
gerichtet wird, wobei für jeden Hauptlagerzapfen (2) diejenige Ebene als Hauptebene
definiert wird, die entweder die theoretische Achse (3) und die Achse des einzigen
benachbarten Kurbelzapfens (4) oder die theoretische Achse (3) und die Winkelhalbierende
zwischen den beiden Ebenen enthält, die durch die Achse je eines benachbarten Kurbelzapfens
(4) und die theoretische Achse (3) verlaufen, und wobei für jeden Hauptlagerzapfen
(2) die Nebenebene senkrecht zu einer Hauptebene verläuft.
9. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
das Richten durch gleichzeitiges Kaltwalzen der Wandungen der Kehlen (6) mehrerer
oder aller Hauptlagerzapfen (2) erfolgt.
10. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
das Richten in aufeinanderfolgenden Schritten erfolgt, die Kurbelwelle (1) nach jedem
Schritt neu vermessen wird und der nachfolgende Schritt mit veränderten, unter Berücksichtigung
der vorausgegangenen Schritte korrigierten Richtparametern durchgeführt wird.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10 mit
zangenartigen, von zwei Meisterwellen (8a,8b) getragenen Halterungen, die je zwei
schwenkbar miteinander verbundene Backen (18,21 bzw. 19,22) zum Einspannen eines zugeordneten
Hauptlager- oder Kurbelzapfens (2,4) einer Kurbelwelle (1) aufweisen, wobei die eine
Backe (18,19) mit wenigstens einer Stützrolle (23) und die andere Backe (21,22) mit
wenigstens einer zum Einlegen in eine Kehle (6) bestimmten Druckrolle (25) versehen
ist und wobei bei Verwendung der Vorrichtung die Zahl der Hauptlager- und Kurbelzapfen
(2,4) der Kurbelwelle (1) der Anzahl der Halterungen entspricht, und mit Steuereinrichtungen
für die Halterungen zur Steuerung der Einspannkraft der Backen (18,21 bzw. 19,22),
wobei wenigstens einer der den Hauptlagerzapfen (2) zugeordneten Halterungen eine
Steuereinrichtung mit einem Meßorgan (49) zur Ermittlung von Rundlaufabweichungen
im Bereich des zugehörigen Lagerzapfens (2) und einem Stellglied (37) zugeordnet ist,
wobei mittels des Stellglieds (37) die auf den zugehörigen Hauptlagerzapfen (2) von
den Druckrollen (25) ausgeübten Kräfte in Abhängigkeit von der jeweiligen Drehwinkelstellung
und der ermittelten Rundlaufabweichungen auf solche zum Richten des Hauptlagerzapfens
(2) bestimmte Werte einstellbar sind, daß die nach dem Richten verbleibenden Rundlaufabweichungen
für diesen mindestens einen Hauptlagerzapfen (2) innerhalb festgelegter Toleranzbereiche
liegen, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Halterung der Hauptlagerzapfen (2) eine
ein solches Meßorgan (49) und ein solches Stellglied (37) aufweisende Steuereinrichtung
zugeordnet ist, wobei mittels dieser Stellglieder (37) die von den Druckrollen (25)
ausgeübten Kräfte auf solche zum Richten der Hauptlagerzapfen (2) bestimmte Werte
einstellbar sind, daß die nach dem Richten verbleibenden Rundlaufabweichungen für
alle Hauptlagerzapfen (2) innerhalb festgelegter Toleranzbereiche liegen.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß sie wenigstens ein die jeweilige
Drehwinkelstellung der Kurbelwelle (1) anzeigendes, mit allen Steuereinrichtungen
verbundenes Anzeigeorgan (54) aufweist.
1. A method of hard-rolling and then aligning a crankshaft (1) mounted rotatably about
its theoretical axis, the crankshaft comprising a plurality of main bearing journals
(2), crank cheeks (5) and crank journals (4a to 4d) lying therebetween and fillets
(6a to 6d) running round the main bearing journal axes and crank journal axes at the
transitions between the main bearing journals and crank journals and the crank cheeks,
wherein both the hard-rolling and the aligning are effected by cold rolling the fillet
walls by means of tools (24, 25) which can be fitted into the fillets and are movable
transversely to the theoretical axis (3), and the crankshaft is so aligned after measuring
its deviation from true running relative to the theoretical axis resulting from the
cold rolling in that pressure is exerted by means of the tools on selected sections
(69) of the fillet walls, characterized in that the hard rolling is effected before
the alignment in all regions of the main bearing and crank journals (2, 4a to 4d),
the deviations from true running of the crankshaft (1) are measured for each individual
main bearing journal (2) and the alignment is so effected thereat that the residual
deviations from true running for all main bearing journals (2) then lie within fixed
tolerance ranges.
2. A method according to claim 1, characterized in that the cold rolling is effected
with at least one pressure roller (25), while relative rotation about the axis (3)
between the workpiece (1) and the pressure roller (25) is effected during the cold
rolling, and a force effecting the aligning operation is exerted on the pressure roller
(25) at least at all times when this roller runs over the selected section (69) of
the fillet wall.
3. A method according to claim 2, characterized in that the workpiece (1) or the pressure
roller (25) is subjected to a to and fro oscillating movement.
4. A method according to claim 2, characterized in that the workpiece (1) or the pressure
roller (25) is subjected to a continuously circulating rotary movement.
5. A method according to claim 3 or 4, characterized in that the force exerted on the
workpiece (1) or the pressure roller (25) is increased gradually each time before
it runs on to the selected section, up to a maximum value, is then maintained at this
maximum value and finally is gradually reduced before leaving this section (69).
6. A method according to claim 4 and 5, characterized in that the angular speed or the
rotary movement is increased during that interval of time in which the pressure roller
(25) is outside the selected section (69).
7. A method according to at least one of claims 1 to 6, for aligning crankshafts with
a plurality of main bearing and crank journals, wherein the axes of the crank journals
all lie in a single plane containing the theoretical axis (3), characterized in that
the crankshaft is aligned firstly in its subsidiary plane and only then it its main
plane, where the subsidiary plane is perpendicular to the main plane and likewise
contains the theoretical axis (3).
8. A method according to at least one of claims 1 to 6, for aligning crankshafts with
a plurality of main bearing and crank journals, wherein the axes of the crank journals
do not all lie in a single plane containing the theoretical axis (3) and one or two
crank journals are adjacent to each main bearing journal, characterized in that the
crankshaft is firstly aligned in its subsidiary planes and only then in its main planes,
wherein for each main bearing journal (2) there is defined as the main plane that
plane which either contains the theoretical axis (3) and the axis of the single adjacent
crank journal (4) or contains the theoretical axis (3) and bisects the angle between
the two planes which run through the respective adjacent crank journals (4) and the
theoretical axis (3), and wherein the subsidiary plane for each main bearing journal
(2) extends perpendicular to a main plane.
9. A method according to at least one of claims 1 to 8, characterized in that the aligning
is effected by simultaneous cold rolling of the walls of the fillets (6) of a plurality
or all the main bearing journals (2).
10. A method according to at least one of claims 1 to 9, characterized in that the aligning
is effected in sequential steps, the crankshaft (1) being measured afresh after each
step and the following step being carried out with modified alignment parameters corrected
in the light of the previous steps.
11. Apparatus for carrying out the method according to any of claims 1 to 10, with pincer-like
holders carried by two master shafts (8a, 8b) and each comprising two jaws (18, 21
or 19, 22) pivotally connected to each other for clamping an associated main bearing
or crank journal (2, 4) of a crankshaft (1), wherein the one jaw (18, 19) is provided
with at least one support roller (23) and the other jaw (21, 22) is provided with
a pressure roller (25) for fitting into a fillet (6) and wherein the number of main
bearing and crank journals (2,4) of the crankshaft (1) corresponds in use of the apparatus
to the number of holders, and with control devices for the holders for controlling
the clamping force of the jaws (18, 21 or 19, 22), wherein at least one of holders
associated with the main bearing journals (2) has associated therewith a measuring
member (49) for determining the deviations from true running in the region of the
associated bearing journal (2), and an adjusting member (37), wherein the forces exerted
on the associated main bearing journal (2) by the pressure rollers (25) by means of
the adjusting member (37) can be adjusted in dependence on values determined from
the current rotary angular position and the determined deviations from true running
to align the main bearing journal (2), such that the deviations from true running
remaining after the aligning lie for this at least one main bearing journal (2) within
predetermined tolerance ranges, characterized in that each holder of the main bearing
journals (2) has associated therewith such a measuring member (49) and a control device
with such an adjusting member (37), whereby the forces exerted by the pressure rollers
(25) can be adjusted by means of these adjusting members (37) to such values adapted
to align the main bearing journals (2) that the deviations from true running remaining
after the alignment lie within predetermined tolerance ranges for all main bearing
journals (2).
12. Apparatus according to claim 11, characterized in that it comprises at least one indicator
device (54) connected to all control devices to indicate the current rotary angular
position of the crankshaft (1).
1. Procédé de laminage fixe et ensuite dressage d'un vilebrequin (1) monté tournant autour
de son axe théorique qui présente un certain nombre de tourillons (2), de bras (5)
et de manetons (4a à 4d) placés entre ces tourillons et de gorges (6a à 6d) faisant
le tour des tourillons et des manetons faites aux endroits de raccordement de ceux-ci
aux bras, le laminage fixe et le dressage étant faits par laminage à froid des parois
des gorges au moyen d'outils (24, 25) pouvant être placés dans les gorges et mobiles
perpendiculairement à l'axe théorique (3) et le vilebrequin étant, après mesure de
son écart de coaxialité obtenu lors du laminage fixe relativement à l'axe théorique,
dressé par exercice d'une pression au moyen des outils sur des parties choisies à
l'avance (69) des parois des gorges, caractérisé par le fait que le laminage fixe
est fait avant le dressage dans la zone de tous les tourillons et manetons (2, 4a
à 4d), les écarts de coaxialité du vilebrequin (1) sont mesurés pour chacun des tourillons
(2) et le dressage est fait sur ceux-ci de façon qu'après celui-ci, les écarts résiduels
de coaxialité soient pour tous les tourillons (2) à l'intérieur de zones de tolérances
fixées.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le laminage à froid
est fait avec au moins un galet de pression (25), pendant le laminage à froid est
produit un mouvement de rotation relatif entre la pièce (1) et le galet de pression
(25) autour de l'axe (3) et une force produisant le dressage est exercée sur le galet
de pression (25) au moins pendant tout le temps où celui-ci franchit la partie choisie
à l'avance (69) de la paroi de la gorge.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé par le fait que la pièce (1) ou le galet
de pression (25) est soumis à un mouvement oscillant de va-et-vient.
4. Procédé selon la revendication 2, caractérisé par le fait que la pièce (1) ou le galet
de pression (25) est soumis à un mouvement de rotation continu.
5. Procédé selon l'une des revendications 3 et 4, caractérisé par le fait que la force
exercée sur le galet de pression (25) est, avant que celui-ci accoste la partie choisie
à l'avance, augmentée progressivement jusqu'à une valeur maximale, puis maintenue
à cette valeur maximale et enfin, avant que celui-ci quitte cette partie (69), diminuée
progressivement.
6. Procédé selon les revendications 4 et 5, caractérisé par le fait que la vitesse angulaire
du mouvement de rotation est augmentée pendant les périodes où le galet de pression
(25) est en dehors de la partie choisie à l'avance (69).
7. Procédé selon au moins une des revendications 1 à 6 de dressage de vilebrequins ayant
un grand nombre de tourillons et de manetons, les axes des manetons étant tous dans
un même plan principal contenant aussi l'axe théorique (3), caractérisé par le fait
que le vilebrequin est dressé d'abord dans son plan secondaire et seulement ensuite
dans son plan principal, le plan secondaire étant perpendiculaire au plan principal
et contenant aussi l'axe théorique (3).
8. Procédé selon au moins une des revendications 1 à 6 de dressage de vilebrequins ayant
un grand nombre de tourillons et de manetons, les axes des manetons n'étant pas tous
dans un même plan contenant l'axe théorique (3) et un ou deux manetons étant voisins
de chaque tourillon, caractérisé par le fait que le vilebrequin est dressé d'abord
dans ses plans secondaires et seulement ensuite dans ses plans principaux, pour chaque
tourillon (2) étant défini comme plan principal le plan qui contient soit l'axe théorique
(3) et l'axe de l'unique maneton voisin (4), soit l'axe théorique (2) et la bissectrice
des deux plans qui passent chacun par l'axe d'un maneton (4) voisin et par l'axe théorique
(3), le plan secondaire étant, pour chaque tourillon (2), perpendiculaire à un plan
principal.
9. Procédé selon au moins une des revendications 1 à 8, caractérisé par le fait que le
dressage est fait par laminage à froid simultané des parois des gorges (6) de plusieurs
tourillons (2) ou de tous les tourillons.
10. Procédé selon au moins une des revendications 1 à 9, caractérisé par le fait que le
dressage est fait par étapes successives, le vilebrequin (1 est remesuré après chaque
étape et l'étape suivante est exécutée avec des paramètres de dressage modifiés corrigés
en considération des étapes précédentes.
11. Appareil pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications 1 à 10,
comportant des dispositifs de fixation du genre pince portés par deux arbres maîtres
(8a, 8b) qui présentent chacun deux mâchoires articulées l'une à l'autre (18, 21 ou
19, 22) pour le serrage d'un tourillon ou maneton associé (2, 4) d'un vilebrequin
(1), une mâchoire (18, 19) étant pourvue d'au moins un galet d'appui (23) et l'autre
mâchoire (21, 22) pourvue d'au moins un galet de pression (25) destiné à être placé
dans une gorge (6) et, lors de l'utilisation de l'appareil, le nombre de tourillons
et de manetons (2, 4) du vilebrequin (1) correspondant au nombre de dispositifs de
fixation, et comportant des dipositifs de commande des dispositifs de fixation pour
la commande de la force de serrage des mâchoires (18, 21 ou 19, 22), à au moins un
des dispositifs de fixation affectés aux tourillons (2) étant adjoint un dispositif
de commande comportant un organe de mesure (49) pour la détermination des écarts de
coaxialité dans la zone du tourillon (2) correspondant et un organe de réglage (37),
cet organe de réglage (37) permettant de régler les forces exercées par les galets
de pression (25) sur les tourillons (2) correspondants, en fonction de la position
angulaire actuelle et des écarts de coaxialité déterminés, a des valeurs déterminées
pour le dressage du tourillon (2) telles que les écarts de coaxialité restant après
le dressage soient pour ce ou ces tourillons (2) à l'intérieur de zones de tolérances
fixées, caractérisé par le fait qu'à chaque dispositif de fixation des tourillons
(2) est adjoint un dispositif de commande pré sentant un tel organe de mesure (49)
et un tel organe de réglage (37), les organes de réglage (37) permettant de régler
les forces exercées par les galets de pression (25) à des valeurs déterminées pour
le dressage des tourillons (2) telles que les écarts de coaxialité restant après le
dressage soient pour tous les tourillons (2) à l'intérieur de zones de tolérances
fixées.
12. Appareil selon la revendication 11, caractérisé par le fait qu'il présente au moins
un organe indicateur (54) relié à tous les dispositifs de commande et indiquant la
position angulaire actuelle de rotation du vilebrequin (1).