(19)
(11) EP 0 419 703 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
05.04.1995  Patentblatt  1995/14

(21) Anmeldenummer: 89117897.2

(22) Anmeldetag:  27.09.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6G08B 26/00

(54)

Verfahren zur frei wählbaren Vergabe von Melderadressen in einer Gefahrenmeldeanlage, die nach dem Kettensynchronisationsprinzip arbeitet

Method for the freely selective allocation of signalling addresses in a danger-signalling system operating in accordance to the cascade synchronisation principle

Méthode d'attribution à sélection libre d'adresses de signalisation de risques fonctionnant suivant le principe de synchronisation en cascade


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
03.04.1991  Patentblatt  1991/14

(73) Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Moser, Otto Walter, Dipl.-Ing.
    D-8000 München 70 (DE)
  • Thilo, Peer, Dr.-Ing.
    D-8000 München 71 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 093 872
GB-A- 2 055 236
GB-A- 2 168 517
EP-A- 0 158 817
GB-A- 2 069 205
GB-A- 2 170 629
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Verfahren zur frei wählbaren Vergabe von Melderadressen in einer Gefahrenmeldeanlage, die nach dem Kettensynchronisationsprinzip arbeitet.



    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur frei wählbaren Vergabe von Melderadressen in einer Gefahrenmeldeanlage mit mehreren zweiadrigen Meldeprimärleitungen und pro Meldeprimärleitung einer Vielzahl von kettenförmig anschaltbaren Gefahrenmeldern, die dazu in mindestens einer Leitungsader eine Schaltvorrichtung aufweisen, wobei die einzelnen Gefahrenmelder von der Zentrale aus zyklisch auf ihre jeweiligen Meldesignale abgefragt werden und in der Zentrale aufgrund des kettenförmigen Anschaltens die jeweilige physikalische Melderadresse gespeichert ist.

    [0002] In einer Gefahrenmeldeanlage nach dem Kettensynchronisationsprinzip, wie es beispielsweise in der DE-OS 25 33 382 beschrieben ist, werden die einzelnen Melder einer Meldeprimärleitung automatisch durch die Anordnung auf der Leitung adressiert. Bei der bekannten Gefahrenmeldeanlage werden die einzelnen Melder einer Meldeprimärleitung kettenförmig an die Zentrale angeschaltet, wobei der analoge Meßwert des Melders übertragen und die Adresse des jeweiligen Gefahrenmelders festgestellt wird. Das heißt, daß der der Zentrale am nächsten liegende Gefahrenmelder automatisch die physikalische Meldeadresse 1 und der nächste die physikalische Meldeadresse 2 usw. erhält. Bei der bekannten Gefahrenmeldeanlage ist weder eine Adresseneinstellung im Melder noch in der Melderfassung nötig. Dieses Adressierverfahren hat den Vorteil, daß es selbständig und zuverlässig erfolgt im Gegensatz zu anderen Verfahren, bei denen die Melderadressen über Schalter oder Stecker eingestellt werden müssen. Dabei können versehentlich Falscheinstellungen der Adresse möglich sein.

    [0003] In der EP-A1-0 093 872 ist ein Verfahren zur Übertragung von Meßwerten in einem Übertragungssystem beschrieben, welches es ermöglicht, in jeden Melder eine Melderadresse in einem dafür vorgesehenen Adressenspeicher einzuschreiben. Dabei wird der Adressenspeicher bei der kettenförmigen Anschaltung der Melder in vorgegebener Reihenfolge von der Signalzentrale aus mit der Adresse der betreffenden Meßstelle belegt. Es wird also nur die an sich bekannte Melderadresse im Melder selbst fest eingeprägt. Eine individuelle bzw. frei wählbare Vergabe der Melderadresse ist mit dem bekannten Verfahren nicht möglich.

    [0004] Bei dem bekannten Verfahren zur Vergabe von Melderadressen muß allerdings in Kauf genommen werden, daß die Melderadressen nur durch die Melderanordnung auf der Meldeprimärleitung bestimmt sind, daß sich diese Adressen beim späteren Einfügen weiterer Melder ändern könnten, und daß in einem Zyklus immer alle Melder abgefragt werden müssen.

    [0005] Häufig ist es jedoch erforderlich oder gewünscht, einzelne Melder rasch, andere dagegen nur selten abzufragen, oder, beispielsweise aus organisatorischen Gründen, die Gefahrenmelder einer Meldeprimärleitung nicht nach den Gesichtspunkten ihrer Reihenfolge, wie sie auf der Melderprimärleitung angeschlossen sind, zu adressieren, d.h. durchzunumerieren. Denkbar wäre dabei, eine raumorientierte Meldernumerierung dadurch zu erreichen, daß die Meldeprimärleitung entsprechend verlegt wird. Dies ist aber äußerst aufwendig und unwirtschaftlich, weil eine gesonderte Leitungsführung erforderlich wäre. Darüberhinaus ist zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Melderadressierung nicht mehr möglich.

    [0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, bei einer Gefahrenmeldeanlage, die nach dem Kettensynchronisationsprinzip arbeitet, ein Verfahren für die Adressierung der einzelnen Melder einer Melderprimärleitung anzugeben, welches es gestattet, ohne Adresseinstellung im Melder bzw. in der Fassung die Melder frei wählbar, beispielsweise nach organisatorischen Gesichtspunkten, zu adressieren und abzufragen.

    [0007] Diese Aufgabe wird bei einer eingangs beschriebenen Gefahrenmeldeanlage mit dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß in jedem Gefahrenmelder ein Adressenspeicher vorgesehen ist, in den in einer Initialisierungsphase von der Zentrale aus eine individuelle bzw. organisatorische Melderadresse eingeschrieben wird, die anschließend für den Betrieb der Gefahrenmeldeanlage verwendet wird, daß in jeder Melderfassung für die schaltbare Leitungsader eine elektrische Verbindung herstellbar ist, wenn kein Gefahrenmelder in der Melderfassung steckt, daß mit der Inbetriebnahme der Gefahrenmeldeanlage (Initialisierungsphase) für jede Meldeprimärleitung eine automatische Adressenvergabe durch die Reihenfolge der Bestückung der Melderfassungen mit Gefahrenmeldern durchgeführt wird, daß in der Zentrale dem ersteingesteckten Gefahrenmelder eine erste physikalische Adresse zugeordnet und gespeichert wird, daß anschließend von der Zentrale aus der betreffende Gefahrenmelder nach seiner organisatorischen Melderadresse gefragt wird, daß die Zentrale bei fehlender organisatorischer Melderadresse dem betreffenden Gefahrenmelder eine erste organisatorische Melderadresse zuordnet und zu diesem überträgt, wo sie in einem nicht flüchtigen Speicher eingeschrieben wird, daß dem zweiteingesetzten Gefahrenmelder eine zweite physikalische Adresse zugeordnet und anschließend eine zweite organisatorische Melderadresse zugeordnet und eingeschrieben wird, daß dieser Vorgang solange durchgeführt wird, bis die jeweiligen Melderprimärleitungen mit sämtlichen Gefahrenmeldern bestückt und mit organisatorischen Melderadressen versorgt sind, und daß anschließend die jeweilige Meldeprimärleitung von dem Initialisierungszustand in den Betriebszustand geschaltet wird.

    [0008] Es weist also jeder Melder einen Speicher auf, der von der Zentrale bei einer speziellen Initialisierung mit einer individuellen (organisatorischen) Adresse und mit eventuellen Zusatzdaten versorgt wird. Dazu enthält die Zentrale eine gespeicherte Zuordnungstabelle, die jeder durch die Kettensynchronisation ermittelten physikalischen Melderadresse eine organisatorische Melderadresse zuordnet. Diese Tabelle wird der Zentrale entweder getrennt eingegeben, oder ohne solche Eingabe derart hergestellt, daß mit der Reihenfolge der Melderbestückung automatisch die Zuordnung erfolgt.

    [0009] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, daß Gefahrenmelder, die nach dem Kettensynchronsisationsverfahren abgefragt werden, bei beliebiger Leitungsführung und ohne Versorgung in der Zentrale und ohne Adresseinstellung im Melder bzw. in der Melderfassung mit einer organisatorischen Melderadresse automatisch versehen werden. Dabei erfolgt die automatische Adressenvergabe in der Initialisierungsphase der Gefahrenmeldeanlage durch die Reihenfolge der Bestückung der Melderfassungen einer Meldeprimärleitung mit den einzelnen Gefahrenmeldern. Hierbei braucht die genaue Leitungsführung und damit die physikalische Melderadresse dem Bediener bzw. dem Inbetriebnehmer der Gefahrenmeldeanlage nicht bekannt zu sein.

    [0010] Vorteile und weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens, das anhand von Zeichnungen erläutert wird. Dabei zeigen

    [0011] Fig. 1 bis 5 beispielhaft eine Zentrale mit einer Meldeprimärleitung, an die eine Vielzahl von Gefahrenmeldern mit unterschiedlichen physikalischen Melderadressen und organisatorischen Melderadressen angeschlossen sind.

    [0012] In Fig. 1 ist eine Zentrale Z mit einer Meldeprimärleitung ML mit den Meldern M1 bis Mn gezeigt, denen auch die physikalischen Adressen PHA 01 bis n zugeordnet sind. Aus organisatorischen Gründen sollen nun die Melderadressen den Raumnummern RNr entsprechen, die jedoch nicht den physikalischen Melderadressen PHA entsprechen. Eine derartige Raumorientierung wäre durchführbar, indem man beispielsweise in der Gefahrenmeldezentrale den physikalischen Melderadressen PHA, die bekannt sind, durch Eingabe in den Datenspeicher der Zentrale die organisatorische Adresse ORA zuordnet. Diese manuelle Eingabe erfordert einen hohen Zeitaufwand und außerordentliche Sorgfalt.

    [0013] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die organisatorische Melderadressenvergabe automatisch mit der Reihenfolge der Melderbestückung. In dem in Fig.2 gezeigt Beispiel wird nun davon ausgegangen, daß eine solche Meldeprimärleitung ML neu in Betrieb genommen wird. Dafür sind alle Melderfassungen MF vorerst unbestückt. Bei dem bekannten Kettensynchronisationsverfahren wird eine Ader der Meldeprimärleitung ML (z.B. b-Ader) durch einen Schalter im Melder durchgeschaltet. Bei nicht mit Meldern bestückten Fassungen ist die Leitung somit zwischen den Fassungsklemmen 4 und 5 immer unterbrochen. Daher ist für das erfindungsgemäße Verfahren vorgesehen, daß die nicht mit Meldern bestückten Fassungen MF eine elektrische Verbindung zwischen diesen beiden Klemmen 4 und 5 aufweisen. Diese kann beispielsweise dadurch hergestellt werden, daß ein eingesteckter Fassungsdeckel die Klemmen 4 und 5 miteinander verbindet. In vorteilhafter Weise kann ein Schalter FS in der Fassung vorgesehen sein, der automatisch geöffnet wird, wenn der Melder gesteckt wird.

    [0014] Das erfindungsgemäße Verfahren weist folgende Schritte auf. Über eine entsprechende Eingabe, beispielsweise Schalter oder Befehl in der Zentrale Z, wird die Meldeprimärleitung ML in den Initialisierungszustand versetzt. Entsprechend der Fig. 3 wird zuerst der Melder M1, der die organisatorische Melderadresse ORA 01 erhalten soll, eingesetzt. Die Zentrale Z erkennt einen Melder M1, da alle vorhergehenden Fassungen MF durch die Kontakte FS durchverbunden sind, und vergibt diesem die physikalische Melderadresse PHA 01. Anschließend fragt sie den Melder M1 ab, ob er bereits mit einer organisatorischen Adresse ORA versehen wurde. Da der neu eingesetzte Melder noch keine organisatorische Adresse aufweist, bekommt er von der Zentrale Z die organisatorische Melderadresse ORA 01 zugeordnet, die daraufhin von der Zentrale Z zum Melder M1 übertragen und dort nicht flüchtig gespeichert wird. Die organisatorische Melderadresse ORA 01 wird dabei in der Zentrale zur physikalischen Adresse zugeordnet und ebenfalls gespeichert.

    [0015] In vorteilhafter Weise kann der Abschluß dieses Adressierens quittiert werden, beispielsweise in der Zentrale und darüber hinaus auch beim eingesteckten Melder, indem die dort angebrachte Melderanzeige blinkt. Daraufhin wird - wie in Fig. 4 gezeigt - der Melder M2, der die organisatorische Adresse ORA2 erhalten soll, gesteckt. Jetzt erkennt die Zentrale Z zwei Melder M1 und M2, denen sie entsprechend ihrer Reihenfolge nach dem Kettensynchronisationsprinzip die physikalischen Adressen PHA 01 und 02 zuordnet. Anschließend prüft sie, ob beide Melder M1, M2 schon mit organisatorischen Adressen ORA versorgt wurden. Im gezeigten Beispiel wurde der Melder M1 mit der organisatorischen Adresse ORA 01 vorher schon versorgt, dem neu gesteckten Melder M2 wird die organisatorische Adresse ORA 02 von der Zentrale Z zugeordnet, gespeichert und auch übertragen.

    [0016] Als nächster Schritt ist in Fig.5 noch gezeigt, daß ein dritter Melder M3 eingesteckt wird. Den drei erkannten Meldern M1 bis M3 ordnet die Zentrale Z die physikalischen Melderadressen PHA 01 bis 03 zu. Da der letzte eingesteckte Melder M3 vor den bereits vorhandenen Meldern M1 und M2 eingefügt wurde, verschieben sich nun alle physikalischen Melderadressen PHA. Die Zentrale Z prüft wieder, wie vorher beschrieben, ob die Melder M1 bis M3 bereits mit organisatorischen Adressen ORA versorgt wurden. Bei dem Melder M3 mit der physikalischen Adresse PHA 01 ist dies noch nicht der Fall, deshalb wird ihm die organisatorische Adresse ORA 3 gegeben. In gleicher Weise werden alle übrigen Melder in der gewünschten organisatorischen Reihenfolge in die Linie ML eingefügt und damit automatisch versorgt, bis der gewünschte - in diesem Beispiel gem. Fig.1 - gezeigte Zustand erreicht ist.

    [0017] Nach Hinzufügen eines neuen Melders ergeben sich - wie ersichtlich - andere Zusammenhänge zwischen den physikalischen und organisatorischen Melderadressen, die von der Zentrale automatisch laufend aktualisiert und gespeichert werden.

    [0018] Die den Meldern einmal zugeordneten organisatorischen Adressen bleiben dabei unverändert erhalten. Nach vollständiger Bestückung der Meldeprimärleitung wird diese in der Zentrale scharfgeschaltet, d.h. sie wird in den normalen Betriebszustand geschaltet. Nun können die Melder entweder nach dem Kettensynchronisationsverfahren bekannterweise ständig abgefragt und ihre Daten zur Zentrale übertragen werden. Dabei ist eine Adressenübertragung nicht nötig, da jeder Melder aufgrund seiner physikalischen Adresse eindeutig identifizierbar ist. Über die in der Zentrale hinterlegten zugeordneten organisatorischen Adressen können für die weitere Verarbeitung die jeweils erforderliche organisatorische Adresse ausgewählt werden und damit die entsprechenden Melder gezielt angesprochen werden. In bekannter Weise wird auch schon in der Initialisierungsphase die Anzahl der angeschlossenen Melder festgestellt und abgespeichert. Würde beispielsweise jemand einen Melder entfernen, so würde die nicht bestückte Melderfassung die Leitung selbsttätig durchverbinden. Die Zentrale würde dabei feststellen, daß sich die Anzahl der Melder verringert hat. Sie kann nun automatisch, ähnlich wie bei der Initialisierung einerseits feststellen, welcher Melder fehlt, andererseits eine neue Zuordnung zwischen den physikalischen und organisatorischen Melderadressen generieren. Danach ist weiterhin der Betrieb aller noch vorhandenen Melder auf der Linie in vollem Umfang möglich. Darüber hinaus kann die Zentrale das Fehlen der Melder auch sofort als Störung oder Sabotage erkennen und anzeigen und dabei dennoch die noch vorhandenen Melder im Betriebszustand weiterhin zyklisch abfragen.

    [0019] In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann das Prinzip der Kettensynchronisation nur zur erfindungsgemäßen Adressenfestlegung benutzt werden, während die Gefahrenmelder betriebsmäßig ihre Daten nach einem anderen Verfahren zur Zentrale übertragen können. Dabei können beispielsweise die Schalttransistoren in den Gefahrenmeldern ständig durchgeschaltet bleiben, so daß alle Melder parallel an der Meldelinie angeschlossen sind. Sie können nun von der Zentrale her über die in den Meldern hinterlegten organisatorischen Adressen in beliebiger Reihenfolge und in beliebigen Zeitabständen abgefragt werden und ihre Information zur Zentrale übertragen. In gleicher Weise ist es auch möglich, daß sich die Melder selbständig melden, wenn sie Informationen zu übergeben haben und dann zur Identifizierung ihre organisatorische, im Melder gespeicherte Adresse mit übertragen.

    [0020] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann auch bei einer bereits voll mit Meldern bestückten Meldeprimärleitung eine organisatorische Melderadresse dadurch vergeben werden, daß durch Auslösen der Melder (vor Ort) die organisatorische Adressenvergabe erfolgt. Der oben beschriebene Vorgang ist dann voll auf diesen Vorgang übertragbar, wenn statt dem Einsetzen eines Melders der entsprechende Melder, beispielsweise durch Besprühen mit Rauch, ausgelöst wird.

    [0021] Das erfindungsgemäße Adressierverfahren weist eine Reihe von Vorteilen auf. Eine einfache Vergabe der organisatorischen Adressen ist im Rahmen von ohnehin durchzuführenden Tätigkeiten, z.B. Melderstecken oder Melderauslösen, möglich, ohne dabei die tatsächliche Leitungsführung berücksichtigen zu müssen oder davon Kenntnis zu haben. Eine entsprechende Versorgung in der Zentrale, d.h. ein zusätzlicher Arbeitsgang und die damit verbundenen Fehlerquellen entfallen.

    [0022] Für die Adresseinstellung ist bei diesem Verfahren kein mechanischer und technischer Aufwand nötig, wie eine Reihe von Schaltern zu betätigen, Bedienfeld mit Adressnummern einschreiben oder Lötbrücken herzustellen. Es sind auch keine besonderen Hardware-Elemente notwendig.

    [0023] Beim Entfernen eines Melders oder bei einem Melderdefekt, z.B. weil der schadhafte Melder ständig geschlossen bleibt, bleiben alle anderen Melder einer Meldeprimärleitung voll funktionsfähig. Muß der defekte Melder ausgetauscht werden, so muß nur dieser neue Melder mit der organisatorischen Melderadresse neu versorgt werden, alle anderen Adressen bleiben unverändert erhalten. Diese automatische Adressensvergabe weist einen hohen Grad von Zuverlässigkeit auf, weil ein mühsames Eingeben einzelner Adressen per Hand entfällt.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur frei wählbaren Vergabe von Melderadressen (ORA) in einer Gefahrenmeldeanlage mit mehreren zweiadrigen Meldeprimärleitungen (ML) und pro Meldeprimärleitung (ML) eine Vielzahl (n) von kettenförmig anschaltbaren Gefahrenmeldern (M1...Mn), die dazu in zumindest einer Leitungsader (z.B. b-Ader) eine Schaltvorrichtung aufweisen, wobei die einzelnen Gefahrenmelder (M) von der Zentrale (Z) aus zyklisch auf ihre jeweiligen Meldesignale abgefragt werden und in der Zentrale (Z) aufgrund des kettenförmigen Anschaltens die jeweilige physikalische Melderadresse (PHA) gespeichert ist, wobei ferner in jedem Gefahrenmelder (M1 bis Mn) ein Adressenspeicher vorgesehen ist, in den in einer Initialisierungsphase von der Zentrale (Z) aus eine Melderadresse eingeschrieben wird, die anschließend für den Betrieb der Gefahrenmeldeanlage verwendet wird,
    dadurch gekennzeichnet, daß in den Adressenspeicher eine frei wählbare individuelle organisatorische Melderadresse (ORA) einschreibbar ist,
    daß in jeder Melderfassung (MF) für die schaltbare Leitungsader (b) eine elektrische Verbindung (FS) herstellbar ist, wenn kein Gefahrenmelder (M) in der Melderfassung (MF) steckt,
    daß mit der Inbetriebnahme der Gefahrenmeldeanlage (Initialisierungsphase) für jede Meldeprimärleitung (ML) eine automatische Adressenvergabe durch die Reihenfolge der Bestückung der Melderfassung (MF) mit den Gefahrenmeldern (M) durchgeführt wird,
    daß in der Zentrale (Z) dem ersteingesteckten Gefahrenmelder (M1) eine erste physikalische Adresse (PHA 01) zugeordnet und gespeichert wird,
    daß anschließend von der Zentrale (Z) aus der betreffende Gefahrenmelder (M1) nach seiner organisatorischen Melderadresse (ORA) gefragt wird,
    daß die Zentrale (Z) bei fehlender organisatorischer Melderadresse (ORA 01) dem betreffenden Gefahrenmelder (M1) eine erste organisatorische Melderadresses (ORA 01) zuordnet und diesem überträgt, wo sie in einem nicht flüchtigen Speicher eingeschrieben wird,
    daß dem zweiteingesetzten Gefahrenmelder (M2) eine zweite physikalische Adresse (PHA 02) zugeordnet und anschließend eine zweite organisatorische Melderadresse (ORA2) zugeordnet und eingeschrieben wird,
    daß dieser Vorgang solange durchgeführt wird, bis die jeweilige Meldeprimärleitung (ML) mit sämtlichen Gefahrenmeldern (M1 bis Mn) bestückt und mit organisatorischen Melderadressen (ORA 01 bis n) versorgt ist, und daß anschließend die jeweilige Meldeprimärleitung (ML) von dem Initialisierungszustand in den Betriebszustand geschaltet wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß betriebsmäßig die organisatorische Melderadresse in Verbindung mit der Kettensynchronisation verwendet wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß betriebsmäßig auf die Kettensynchronisation verzichtet wird, wobei die Schaltvorrichtungen in den Gefahrenmeldern ständig durchgeschaltet bleiben und die Gefahrenmelder über die gespeicherte organisatorische Adresse aufgerufen werden.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Verbindung in der Melderfassung (MF) mit einem Fassungsdeckel hergestellt wird.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Verbindung in der Melderfassung (MF) mit einem durch den Gefahrenmelder betätigbaren Schalter (FS) automatisch hergestellt wird.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die erfolgte Speicherung der organisatorischen Melderadresse (ORA) quittiert wird.
     
    7. Verfahren nach Anspruch 6,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Quittierung am betreffenden Gefahrenmelder (M) angezeigt wird.
     
    8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, daß in der Zentrale (Z) im Initialisierungszustand die Anzahl (n) der angeschlossenen Gefahrenmelder (M) pro Meldeprimärleitung (ML) ermittelt und gespeichert wird, und daß im Betriebszustand die Gefahrenmelder-Anzahl (n) jeweils mit jeder zyklischen Abfrage einer Meldeprimärleitung (ML) überprüft wird.
     
    9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, daß statt durch die Melderbestückung einer Primärleitung die organisatorische Melderadressenvergabe durch die Reihenfolge des Auslösens der schon bestückten Gefahrenmelder erfolgt.
     


    Claims

    1. Method for the freely selectable distribution of alarm addresses (ORA) in an alarm system having a plurality of two-wire primary alarm lines (ML), and, for each primary alarm line (ML), a multiplicity (n) of alarms (M1...Mn) which can be connected in a chain and which have a switching device for this purpose in at least one of the wires of the line (for example the b-wire), the individual alarms (M) being pulled from the central unit (Z) in order to receive their respective alarm signals and the respective physical alarm address (PHA) being stored in the central unit (Z) on the basis of connection in the chain, an address memory being provided in addition in each alarm (M1 to Mn), into which address memory an alarm address is written from the central unit (Z) in an initialization phase, which alarm address is then used to operate the alarm system,
    characterized in that a freely selectable individual organizational alarm address (ORA) can be written into the address memory, that an electrical connection (FS) can be established in each alarm mount (MF) for the switchable wire of the line (b) if no alarm (M) is situated in the alarm mount (MF),
    that when the alarm system is initiated (initialization phase) automatic address distribution for each primary alarm line (ML) is carried out via the order in which the alarm mount (MF) is equipped with the alarms (M),
    that a first physical address (PHA 01) is assigned to the first alarm (M1) to be inserted and stored in the central unit (Z),
    that the alarm (M1) in question is then interrogated from the central unit (Z) to ascertain its organizational alarm address (ORA),
    that in the absence of an organizational alarm address (ORA 01), the central unit assigns a first organizational alarm address (ORA 01) to the alarm (M1) in question and transmits the said address to the latter if the address has been written into a non-volatile memory, that a second physical address (PHA 02) is assigned to the second alarm (M2) to be used, to which there is then assigned and written a second organizational alarm address (ORA2),
    that this process is carried out until the respective primary alarm line (ML) has been equipped with all the alarms (M1 to Mn) and been supplied with organizational alarm addresses (ORA 01 to n) and that the respective primary alarm line (ML) is subsequently switched from the initialization condition to the operating condition.
     
    2. Method according to Claim 1,
    characterized in that during operation, the organizational alarm address is used in conjunction with chain synchronization.
     
    3. Method according to Claim 1,
    characterized in that chain synchronization is dispensed with during operation, the switching devices in the alarms remaining constantly switched through and the alarms being invoked via the stored organizational address.
     
    4. Method according to one of Claims 1 to 3,
    characterized in that electrical connection is established in the alarm mount (MF) by means of a mount lid.
     
    5. Method according to one of Claims 1 to 3,
    characterized in that the electrical connection in the alarm mount (MF) is established automatically by means of a switch (FS) which can be actuated by the alarm.
     
    6. Method according to Claim 1,
    characterized in that successful storage of the organizational alarm address (ORA) is acknowledged.
     
    7. Method according to Claim 6,
    characterized in that acknowledgement is displayed at the alarm (M) in question.
     
    8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the number (n) of alarms (M) connected per primary alarm line (ML) is determined and stored in the initialization condition in the central unit (Z), and that the number (n) of alarms is examined each time a primary alarm line (ML) is interrogated in the operating condition.
     
    9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that organizational distribution of alarm addresses is carried out via the order in which the already mounted alarms are actuated instead of using the mounting of a primary line with alarms.
     


    Revendications

    1. Procédé pour attribuer, d'une manière pouvant être librement choisie, des adresses (ORA) d'avertissement dans une installation de signalisation de danger comportant plusieurs lignes primaires bifilaires de signalisation (ML) et, pour chaque ligne primaire de signalisation (ML), une multiplicité (n) d'avertisseurs de danger (M1...Mn) pouvant être raccordés sous la forme d'une chaîne et qui comportent à cet effet un dispositif de commutation, dans au moins un conducteur de ligne (par exemple le conducteur b), selon lequel les signaux respectifs de signalisation des différents avertisseurs de danger (M) sont interrogés cycliquement à partir du central (Z) et l'adresse physique respective (PHA) de l'avertisseur est mémorisée dans le central (Z) sur la base du raccordement en chaîne, et selon lequel, en outre, dans chaque avertisseur de danger (M1 à Mn) est prévue une mémoire d'adresses, dans laquelle, lors d'une phase d'initialisation, à partir du central (Z) est enregistrée une adresse de transmetteur, qui est utilisée ensuite pour le fonctionnement de la station de signalisation de danger, caractérisé par le fait
    qu'une adresse organisationnelle individuelle (ORA), qui peut être sélectionnée librement, d'un avertisseur peut être enregistrée dans la mémoire d'adresses,
    qu'une liaison électrique (FS) est établie, dans la monture (MF) de chaque avertisseur, pour le conducteur commutable (b) de la ligne, lorsqu'aucun avertisseur de danger (M) n'est amplifié dans la monture (MF) de l'avertisseur, et
    que lors de la mise en service de l'installation de signalisation de danger (phase d'initialisation pour la ligne primaire de signalisation (ML)) est exécutée une attribution automatique d'adresses au moyen de la succession de montages des avertisseurs de danger (M) dans la monture (MF) de l'avertisseur,
    que dans le central (Z), une première adresse physique (PHA 01) est associée à l'avertisseur de danger enfiché en premier et mémorisée,
    qu'ensuite l'adresse organisationnelle (ORA) de l'avertisseur de danger considéré (M1) est interrogé à partir du central (Z),
    que, dans le cas où l'adresse organisationnelle (ORA 01) de l'avertisseur fait défaut, le central (Z) associe l'avertisseur de danger considéré (M1), une première adresse organisationnelle (ORA 01) et la transmet à cet avertisseur, dans lequel elle est enregistrée dans une mémoire non volatile,
    qu'une seconde adresse (PHA 01) est associée à l'avertisseur de danger (M2) inséré en second lieu et qu'ensuite une seconde adresse organisationnelle (OR2) est associée à cet avertisseur et est enregistrée,
    que ce processus est exécuté jusqu'à ce que la ligne primaire respective de signalisation (ML) soit équipée de tous les avertisseurs de danger (M1 à Mn) et soit alimentée par des adresses organisationnelles d'avertisseurs (ORA 01 à n) et qu'ensuite la ligne primaire respective de signalisation (ML) est commutée de l'état d'initialisation, dans l'état de fonctionnement.
     
    2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé par le fait qu'en fonctionnement, l'adresse organisationnelle de l'avertisseur est utilisée en liaison avec la synchronisation de la chaîne.
     
    3. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé par le fait qu'en fonctionnement, on n'utilise pas la synchronisation de la chaîne, les dispositifs de commutation situés dans les avertisseurs de danger restant interconnectés en permanence et les avertisseurs de danger étant appelés par l'intermédiaire de l'adresse organisationnelle mémorisée.
     
    4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé par le fait que la liaison électrique dans la monture (MF) de l'avertisseur est établie avec un couvercle de la monture.
     
    5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé par le fait que la liaison électrique dans la monture (MF) de l'avertisseur est établie automatiquement avec un interrupteur (FS) pouvant être actionné par l'avertisseur de danger.
     
    6. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé par le fait qu'un accusé de réception de la mémorisation exécutée de l'adresse organisationnelle (ORA) de l'avertisseur est délivré.
     
    7. Procédé suivant la revendication 6, caractérisé par le fait que l'accusé de réception est indiqué au niveau de l'avertisseur de danger considéré (M).
     
    8. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que dans le central (Z), dans l'état d'initialisation, le nombre (n) des avertisseurs de danger (M) raccordés est déterminé et mémorisé pour chaque ligne primaire de signalisation (M1), et que dans l'état de fonctionnement, le nombre (n) d'avertisseurs de danger est contrôlé au moyen d'une interrogation cyclique d'une ligne primaire de signalisation (ML).
     
    9. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que l'attribution organisationnelle d'adresses d'avertisseurs est réalisée non pas au moyen de l'équipement d'une ligne primaire avec les avertisseurs, mais au moyen de la séquence de déclenchement des avertisseurs de danger déjà installés.
     




    Zeichnung