[0001] Die Erfindung betrifft ein temperaturdämmendes Sichtfenster oder -türe für ein Gerät
mit von seiner Umgebungstemperatur abweichender Innenraumtemperatur, insbesondere
für Gar- oder Backöfen oder Trockenschränke mit einer von einem gemeinsamen Rahmen
gehaltenen Anordnung von im Abstand positionierten Scheiben aus Glas, Glaskeramik
oder einem anderen durchsichtigen, temperaturbeständigen Material.
[0002] Sichtfenster dieser Art sind allgemein bekannt. Sie sind in der Regel in den frontseitigen
Türen von Backöfen oder dergl. angeordnet. Die folgende Beschreibung erfolgt für Haushaltsbacköfen.
Die Erfindung ist aber auch für jedes andere Gerät verwendbar, das ein Sichtfenster
oder -türe aufweist, welches einen von seiner Umgebungstemperatur abweichenden Innenraum
trennt und durch das ein Einblick in diesen Raum möglich ist, also z.B. auch für Gefrier-
und Kühlgeräte, oder Trockenschränke.
[0003] Bei Ofensichtscheiben sind die innere Sichtscheibe und eventuell zusätzliche Sichtscheiben
sowie die Frontscheibe am Türblech befestigt.
Da das Türblech in direktem Kontakt zu dem Backraum steht und aus einem gut wärmeleitenden
Material (Metall) gefertigt ist, werden die Sichtscheiben u.a. über Wärmeleitung erwärmt.
[0004] Im Falle von Sichtfenstern ist es aber im Gegensatz zu den übrigen einen z.B. temperaturerhöhten
Innenraum umgebenen Wänden nicht möglich, eine effektive Wärmedämmung, beispielsweise
auf der Basis von Mineralwolle und dergl. anzubringen. Deswegen sind es gerade solche
Sichtfenster, bei denen das Problem besteht, daß sie sich an ihrer Außensseite zu
stark aufheizen.
[0005] Um die Außentemperatur eines Sichtfensters zu vermindern, werden allgemein schon
Mehrscheibenanordnungen verwendet, deren Außenscheibe mit ihrer Innenseite nicht mehr
direkt an den temperaturerhöhten Raum grenzt, so daß bereits eine Aufheizung der Außenscheibe
durch direkten Wärmeübergang vermieden wird. Dennoch erfolgt auch bei mehreren beabstandeten
Scheiben mit Luftzwischenraum eine Aufheizung der Außenscheibe durch Strahlung aus
dem temperaturerhöhten Innenraum, wobei diese Strahlung zum Teil die inneren Scheiben
passiert und direkt von der Außenscheibe, teilweise aber auch von den inneren Scheiben
absorbiert wird, die dann ihrerseits wieder eine Wärmestrahlung zur nächst äußeren
Scheibe aussenden oder die nächst äußeren Scheibe über den luftgefüllten Zwischenraum
durch Wärmeleitung und Konvektion aufheizen.
Es sind auch schon Ausführungen von Sichtfenstern bekannt, bei denen eine Außenscheibe
derart im Abstand vor den übrigen Scheiben gehalten ist, daß der Rahmen der Anordnung
zwischen der Außenscheibe und der nächst inneren Scheibe zumindest oben und unten
offen ist, so daß zwischen dieser vorgesetzten Außenscheibe und der nächst inneren
Scheibe eine Luftkonvektion im Umgebungsraum außerhalb des Gerätes stattfinden kann,
wobei zum einen ständig die sich erwärmende Luft zwischen den beiden äußeren Scheiben
durch Umwälzung der Umgebungsluft ausgetauscht und zum anderen durch diesen Luftstrom
auch die vorgesetzte Außenscheibe ständig gekühlt wird.
[0006] Aus dem DE-GM 77 06 648 ist ein durchsichtiges Wärmeschutzelement für Bratöfen, Wärmekammern
und dergleichen bekannt, mit mindestens zwei parallel angeordneten Glasscheiben und
einem ringsum laufenden Randverbinder, der die Glasscheiben miteinander verbindet
und in einem vorgegebenen Abstand hält, wobei der Randverbinder ein Abstandsprofil
aufweist, das lediglich zwischen die Scheibenränder gelegt ist, und jede Glasscheibe
mittels einer auch unter Hitzeeinfluß elastisch bleibenden Dichtmasse miteinander
und mit diesem Abstandsprofil verklebt ist.
[0007] Dem DE-GM 77 06 648 liegt dabei die Aufgabe zugrunde, ein Wärmeschutzelement anzugeben,
bei dem die Wärmedämmung verbessert und das innenseitige Beschlagen und Verschmutzen
verhindert wird.
[0008] Die DE 36 02 455 A1 legt einen Backofen zum Backen, Braten, Grillen und dergl. offen,
mit einem Garraum mit zumindest einem insbesondere an dessen Oberseite vorgesehenen
Heizorgan und einer den Garraum abschließenden Tür aus zwei mit Abstand voneinander
angeordneten parallelen Türschalen, von denen insbesondere jede eine Glasscheibe aufweist
wobei die beiden Türschalen über zwischen ihnen angeordnete Profilschienen mit zwei
mit Abstand zueinander verlaufenden parallelen Schenkeln z.B. U- oder Z-Profilleisten
oder dergl. verbunden sind, deren äußere Schenkel mit der äußeren Türschale verklebt
sind.
[0009] Der DE 36 02 455 A1 liegt die Aufgabe zugrunde einem Backofen so auszubilden, daß
die äußere Türschale keine den Schmutz ansammelnden Bereiche aufweist und eine übermäßige
Aufheizung der äußeren Türschale vermieden wird.
[0010] Es besteht auch die Möglichkeit, innen thermochrome Scheiben zu verwenden, deren
Strahlungsdurchlässigkeit bei Temperaturerhöhung reduziert wird. Dies beeinträchtigt
jedoch die Sicht durch das Fenster.
[0011] Es ist ferner bekannt, eine oder mehrere der Scheiben einer Mehrscheibenanordnung
mit einer Beschichtung zu versehen, die entweder Infrarotstrahlung reflektiert oder
die Emission von Infrarotstrahlung vermindert. Eine diese beide Eigenschaften aufweisende
Beschichtung ist beispielsweise eine solche aus fluordotiertem Zinndioxid. Wird sie
an der dem temperaturerhöhten Raum zugewandten Innenseite einer Scheibe angebracht,
reflektiert sie einen Teil der Infrarotstrahlung in den Innenraum zurück, wird sie
an der Außenseite einer Scheibe angebracht, vermindert sie die Infrarotstrahlung nach
außen zur nächst äußeren Scheibe hin. Die Scheiben können auch zweiseitig beschichtet
sein.
[0012] So ist aus der DE 42 06 820 A1 eine Backofentüre für einen Backofen mit Durchsichtsfenster
zu entnehmen, dessen wenigstens eine Glasscheibe einen Wärmestrahlen reflektierenden
Belag aufweist, wobei der reflektierende Belag an der dem Backofeninnenraum abgewandten
Oberfläche der Glasscheiben aufgebracht ist.
[0013] Aufgabe auch dieser Erfindung ist es unter anderem, eine Absenkung der Temperatur
an der Backofenfrontseite zu bewirken.
[0014] Trotz der vorstehend erläuterten Vorkehrungen ist es nicht selten, daß bei Haushaltsbacköfen,
die insbesondere bei Selbstreinigung durch Pyrolyse durchaus mit Temperaturen von
480°C bis 500°C und darüber betrieben werden, die Außenscheiben eines Sichtfensters
auf eine Temperatur bis 150°C und höher ansteigen kann. Es besteht die Bestrebung,
zwecks Berührungssicherheit der Sichtfenster durch die Bedienungspersonen die zulässige
Außentemperatur von solchen Sichtfenstern in den einschlägigen Normen auf 78°C zu
begrenzen (z. B. UL 858, underwriter laboratory household domestic appliances).
[0015] Außerdem wird bisher bei der Montage der Sichtscheiben durch den Herd-Hersteller
jede Scheibe einzeln befestigt. Dies ist mit hohem Material- und Zeitaufwand verbunden.
[0016] Aufgabe der Erfindung ist es daher, Maßnahmen vorzuschlagen, mit denen eine weitere
Steigerung der Temperaturdifferenz zwischen der Innenraumtemperatur beim Betrieb des
jeweiligen Gerätes, beispielweise bei Haushaltsbacköfen oder Kühl- und Gefriergeräten
und seiner Umgebungstemperatur möglich ist. Ferner soll der Energieverbrauch durch
diese Maßnahmen verringert werden.
[0017] Das heißt, insbesondere werden bei Backöfen die Außentemperaturen der Sichtfenster
auf Werte reduziert, die keinerlei Gefährdung für die Personen, die das Gerät bedienen,
aber z. B. auch für Kinder und Haustiere bedeuten, wobei der Energieverbrauch ca.
5 bis 20 % unter dem üblicher Geräte liegen soll.
[0018] Des weiteren ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einbaufertige Sichtfenster-Einheiten
vorzuhalten, die den Montageaufwand beim BackofenHersteller erheblich verringern.
[0019] Diese Aufgaben werden gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß zwischen der der Umgebungstemperatur
und der, der Innenraumtemperatur des Gerätes ausgesetzten Scheibe eine weitere Scheibe
angeordnet ist.
[0020] Dabei können alle Scheiben parallel zueinander angeordnet sein oder mindestens zwei
Scheiben einen spitzen Winkel zwischen 0.5° und 10° miteinander bilden.
[0021] Bevorzugt sind die den Neigungswinkel miteinander einschließenden Scheiben derart
angeordnet, daß die Neigung der Scheiben gegeneinander in senkrechter Richtung verläuft.
Die Scheiben können je nach Anwendungsfall nach oben konvergieren wie auch nach oben
divergieren.
[0022] Die temperaturreduzierende Wirkung der Schrägstellung erfolgt je nach Ausführungsform
des Sichtfensters vermutlich durch bestimmten Strahlungsverlauf, wie möglicherweise
auch durch verbesserte Konvektion
[0023] Im Gegensatz zu parallelen Scheiben, zwischen denen eine Hin- und Herstrahlung von
Wärme im allgemeinen senkrecht zur Scheibenoberfläche verläuft, scheint sich zwischen
zwei schräggestellten Scheiben eine Hin- und Herstrahlung einzustellen, die dem Reflexionsgesetz
folgend zum divergenten Bereich zwischen den Scheiben fortschreitet, bis sie vom Rahmen
der Scheibenanordnung an der divergenten Seite der Scheiben aufgenommen wird. Die
Wärmeableitung im Sichtfensterrahmen ist beherrschbar. Bei der Erfindung kommt es
einzig und allein darauf an, daß die äußere Scheibe einer Mehrscheibenanordnung an
ihrer äußeren Oberflächentemperatur reduziert wird.
[0024] Die Scheiben des Sichtfensters können dabei unterschiedliche Materialzusammensetzungen
aufweisen.
[0025] Die der Innenraumtemperatur des Gerätes ausgesetzte Scheibe besteht z. B. typischerweise
aus THERMAX 5000
R, einem vorgespannten, wärmereflektierend beschichteten Kalk-Natron-Float-Glas, die
zwischenliegende weitere Scheibe und die der Umgebungstemperatur ausgesetzte Scheibe
aus DURAX
R, einem vorgespannten Kalk-Natron-Float-Glas.
[0026] Nach der Erfindung ist die zwischenliegende weitere Scheibe randlich mit der Scheibe
verbunden, die der Umgebungstemperatur ausgesetzt ist.
[0027] Dabei wird der Abstand der zwischenliegenden, weiteren Scheibe, von der Scheibe,
die der Umgebungstemperatur ausgesetzt ist, mittels Abstandshaltern, insbesondere
zwischen 5 mm und 20 mm festgelegt.
[0028] Die Abstandshalter bestehen aus Materialien, die wärmedämmend wirken, insbesondere
aus Keramik, Glas, Kunststoff oder Silikon.
[0029] Dies hat den Vorteil, daß die Wege der Wärmeleitung vom Türblech zu den zwischenliegenden
Scheiben verlängert werden und damit deren Temperatur sinkt.
[0030] In besonders bevorzugter Ausführungsform sind die Abstandshalter kompressibel und
als Silikonschlauch ausgebildet.
[0031] Die Verwendung dieses zusammendrückbaren, kompressiblen Silikonschlauches ermöglicht
problemlos den notwendigen Druckausgleich, wenn der Backofen aufgeheizt wird. Das
komprimierbare Volumen des Silikonschlauches wird dabei den jeweilig auftretenden
unterschiedlichen Temperaturdifferenzen und Luftvolumina zwischen den Scheiben angepaßt.
[0032] Um die zwischenliegende Scheibe, die Abstandshalter und die der Umgebungstemperatur
ausgesetzte Scheibe zu verbinden wird nach der Erfindung ein temperaturbeständiger
Kleber, insbesondere ein Silikonkleber verwendet.
[0033] Die Verwendung des Silikonklebers vereinfacht auch das Recycling des gebrauchten
und zu entsorgenden Sichtfenster-Verbundes, da nur die beiden Werkstoffe Glas und
Silikon anfallen.
[0034] Im bevorzugter Ausführungsform entsteht durch eine gasdichte Verklebung der Abstandshalter
mit der zwischenliegenden Scheibe und der der Umgebungstemperatur ausgestzten Scheibe
ein geschlossener Raum und somit ein isolierendes Sichtfenster.
[0035] Der gasdicht abgeschlossene Raum zwischen den Scheiben kann mit einem schlecht wärmeleitenden
Gas, z.B. Argon, Krypton oder Kohlendioxid gefüllt sein.
[0036] Wenn die Abschichtung nicht, wie oben beschrieben über einen zusammendrückbaren Silikonschlauch
erfolgt, muß der gasdicht abgeschlossene Raum über Möglichkeiten des Druckausgleiches
bei Temperaturveränderungen verfügen.
Dies ist über einfache, bekannte Maßnahmen möglich.
[0037] Vorteilhaft kann es auch sein, mindestens eine der Scheiben ein- oder beidseitig
mit einer wärmereflektierenden Schicht, insbesondere mit Zinndioxid zu versehen.
[0038] Nach der vorliegenden Erfindung ist die zwischenliegende Scheibe des temperaturdämmenden
Sichtfensters gleich groß oder größer, als die der Innenraumtemperatur des Gerätes
ausgesetzte Scheibe, und kleiner als die der Umgebungstemperatur ausgesetzte Scheibe.
[0039] Dies ist vorteilhaft, weil so mit relativ einfacher Konstruktion und wenig Materialverbrauch
eine maximale Temperaturdämmung erreicht werden kann.
[0040] In weiteren Ausführungsformen ist zwischen der zwischenliegenden weiteren Scheibe
und der der Innenraumtemperatur des Gerätes ausgesetzten Scheibe mindestens eine weitere
Scheibe mittels Verklebung angeordnet.
[0041] Diese Maßnahme ergibt einen besonders ausgeprägten temperaturdämmenden Effekt.
[0042] Nach der Erfindung steht das Sichtfenster vormontiert als einbaufertige Einheit zur
Montage in ein Gerät mit von der Umgebungstemperatur abweichender Innenraumtemperatur
zur Verfügung.
Im folgenden wird die Erfindung unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen anhand
von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter erläutert.
[0043] Es stellen dar:
- Fig.1.
- einen schematischen Schnitt durch ein temperaturdämmendes Sichtfenster (1) mit einer
Frontscheibe (2), einer der Innenraumtemperatur ausgesetzten Scheibe (3) in einer
Fronttürkonstruktion aus Blech (4).
Diese Abbildung zeigt eine nach der Erfindung mit Abstandhaltern (5) an der Frontscheibe
(2) angebrachte zwischenliegende Scheibe (6).
- Fig.2.
- eine ähnliche Konstruktion wie in Fig.1, nur sind hier zwei zwischenliegende Scheiben
(6,6') gezeigt, die mittels Abstandhaltern (5,5') untereinander und mit der Frontscheibe
(2) verbunden sind.
- Fig.3a/b
- ein Detail der Fig. 1 und 2, nämlich einen gasdicht mit Silikonkleber (7) und einem
zusammendrückbaren Silikonschlauch (8) als Abstandhalter (5) gebildeten Scheibenzwischenraum
(9), der von einer der Umgangstemperatur ausgesetzten Scheibe (2) und einer zwischenliegenden
Scheibe (6) gebildet wird.
- Fig.3a
- die Anordnung, wenn die Innenraumtemperatur und die Umgebungstemperatur etwa gleich
sind.
- Fig.3b
- im Fall des Druckausgleiches, wie sich der kompressible Silikonschlauch (8) bei Expansion
des erwärmten Gases im Scheibenzwischenraum (9) zusammendrückt.
- Fig.4
- eine frontale Aufsicht auf einen Teil des Sichtfensters (1) nach der Erfindung mit
der der Umgebungstemperatur zugewandten Scheibe und der Position des zusammendrückbaren
Silikonschlauches (8) mit seinem geschlossene (10) und offenen Ende (11), um den Druckausgleich
zu ermöglichen.
[0044] Im folgenden werden noch zwei Ausführungsbeispiele mit tatsächlich erreichten Meßdaten
wiedergegeben:
Beispiel 1:
[0045] Es wird ein handelsüblicher Haushaltsbackofen verwendet. Die Backofentür ist aus
drei Sichtscheiben (innere, mittlere Scheibe und Frontscheibe) aufgebaut. Der Abstand
zwischen innerer Scheibe und äußerer Scheibe beträgt 22 mm.
[0046] Die Scheibengröße der inneren und mittleren Scheibe beträgt ca. 400 x 300 mm². Die
innere Scheibe besteht aus THERMAX 5000
R, einem vorgespannten, wärmereflektierend beschichteten Kalk-Natron-Float-Glas. Die
wärmereflektierende Schicht dieser Scheibe ist backraumabgewandt angeordnet. Die mittlere
Scheibe und die Frontscheibe sind aus DURAX
R, einem vorgespannten Kalk-Natron-Float-Glas. Die mittlere und innere Scheibe sind
gemäß Abb.1 angeordnet. Hierbei ist die mittlere Scheibe mit einem schlauchförmig,
umlaufenden Abstandshalter mit Hilfe eines temperaturbeständigen Silikonklebstoffes
an der Frontscheibe befestigt.
[0047] Bei einer Backraumtemperatur von 200°C, die mit dem am Backofen vorgesehenen Regler
eingestellt wird, ergibt sich bei Befestigung der mittleren Sichtscheibe am Türblech
eine Frontscheiben-Oberflächentemperatur von 65°C. Bei der in Abb. 1 beschriebenen
Montage ergibt sich eine Frontscheiben-Oberflächentemperatur von 60°C.
Beispiel 2:
[0048] Für dieses Beispiel wird ein handelsüblicher Haushaltsbackofen verwendet, der zusätzlich
mit der Möglichkeit pyrolytischer Selbstreinigung ausgestattet ist. Die Backofentür
hat vier Scheiben (innere Scheibe, zwei mittlere Scheiben und eine Frontscheibe).
Die innere und mittlere Scheibe haben die Größe von ca. 300 x 400 mm. Die innere und
die vom Backraum aus nächste mittlere Scheibe sind auf der jeweils der anderen Scheibe
zugewandten Seite mit einer wärmereflektierenden Schicht versehen. Die vom Backraum
aus zweite mittlere Scheibe und die Frontscheibe sind aus DURAX. Die Frontscheibe
ist eine gebogene Scheibe. Die Scheiben sind gemäß Abb.2 montiert. Die beiden mittleren
Scheiben sind mit einem schlauchförmigen, umlaufenden Abstandshalter mit Hilfe von
temperaturbeständigem Silikonklebstoff an der gebogenen Frontscheibe befestigt. Das
gesamte Scheibenpacket hat eine Dicke von ca. 50 mm.
[0049] Bei einer Backraumtemperatur von 200°C, die mit dem am Backofen vorgesehenen Regler
eingestellt wird, ergibt sich bei herkömmlicher Montage der inneren und mittleren
Scheibe am Türblech eine Frontscheiben-Oberflächentemperatur von 63°C. Bei Montage
der mittleren Scheiben gemäß Abb. 2 beträgt die Frontscheiben-Oberflächentemperatur
45°C.
[0050] Bei pyrolytischer Selbstreinigung (Backofentemperatur 480 - 500°C) wird sonst eine
Frontscheiben-Oberflächentemperatur von 150°C erreicht, bei gemäß dieser Erfindung
in Abb. 2 beschriebener Montage nur 110°C.
1. Temperaturdämmendes Sichtfenster oder -türe für ein Gerät mit von seiner Umgebungstemperatur
abweichender Innenraumtemperatur, insbesondere für Gar- oder Backöfen oder Trockenschränke,
mit einer von einem gemeinsamen Rahmen gehaltenen Anordnung von im Abstand positionierten
Scheiben aus Glas, Glaskeramik oder einem anderen durchsichtigen temperaturbeständigen
Material,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der, der Umgebungstemperatur und der, der Innenraumtemperatur des Gerätes
ausgesetzten Scheibe mindestens eine weitere Scheibe angeordnet ist.
2. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß alle Scheiben parallel zueinander angeordnet sind.
3. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei Scheiben einen spitzen Winkel, insbesondere zwischen 0.5° und
10° miteinander bilden.
4. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheiben unterschiedliche Materialzusammensetzungen aufweisen.
5. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zwischenliegende, weitere Scheibe randlich mit der Scheibe verbunden ist,
die der Umgebungstemperatur ausgesetzt ist.
6. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand der zwischenliegenden, weiteren Scheibe von der Scheibe, die der Umgebungstemperatur
ausgesetzt ist, mittels Abstandshaltern, insbesondere zwischen 5 mm und 20 mm festgelegt
ist.
7. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abstandshalter aus Materialien, die wärmedämmend wirken, insbesondere aus
Keramik, Glas, Kunststoff oder Silikon bestehen.
8. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 6 und 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abstandshalter kompressibel, insbesondere als kompressibler Schlauch ausgebildet
sind.
9. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Volumen des kompressiblen Schlauches den Druckausgleich bei Temperaturänderungen
ermöglicht.
10. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zwischenliegende Scheibe, die Abstandshalter und die der Umgebungstemperatur
ausgesetzte Scheibe mittels eines temperaturbeständigen Klebers, insbesondere mittels
eines Silikonklebers verbunden sind.
11. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der zwischenliegenden, weiteren Scheibe und der der Umgebungstemperatur
ausgesetzten Scheibe durch eine gasdichte Klebeverbindung der Abstandshalter ein geschlossener
Raum vorliegt.
12. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der gasdicht abgeschlossene Raum mit einem Gas, insbesondere Argon, Krypton oder
Kohlendioxid, gefüllt ist.
13. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 11 und 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß der gasdicht abgeschlossene Raum über Möglichkeiten des Druckausgleiches bei Temperaturänderungen
verfügt.
14. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine der Scheiben ein- oder beidseitig wärmereflektierend, insbesondere
mit fluordotiertem Zinndioxid beschichtet ist.
15. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zwischenliegende Scheibe gleich groß oder größer ist, als die der Innenraumtemperatur
des Gerätes ausgesetzte Scheibe.
16. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zwischenliegende Scheibe kleiner ist als die der Umgebungstemperatur ausgesetzte
Scheibe.
17. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der zwischenliegenden, weiteren Scheibe und der der Innenraumtemperatur
des Gerätes ausgesetzten Scheibe mindestens eine weitere Scheibe mittels Verklebung
angeordnet ist.
18. Temperaturdämmendes Sichtfenster nach den Ansprüchen 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß es als einbaufertige Einheit zum Einbau in ein Gerät mit von der Umgebungstemperatur
abweichender Innenraumtemperatur zur Verfügung steht.