[0001] Die Erfindung betrifft einen Leiter mit mindestens einer inneren Isolierschicht und
mindestens einer weiter außen vorgesehenen, zweiten Isolierschicht.
[0002] Ein Leiter dieser Art ist aus der EP 0 151 904 A1 bekannt. Eine Kupferlitze aus Einzeldrähten
wird mit einer inneren Isolationsschicht aus halogenfreiem, vernetzbarem Polyolefin-Copolymer
umgeben, dem Metallhydrate zugesetzt sind. Anschließend wird die innere Isolationsschicht
vernetzt und dann darüber eine äußere Schutzschicht aus einem Polyamid, einem thermoplastischen,
halogenfreien Polyesterelastomer oder einem halogenfreien aromatischen Polyether wie
z.B. Polyether-Etherketon durch Extrusion aufgebracht. Die Fertigung dieser bekannten
Zweischichtisolierung ist in der Praxis erschwert sowie aufwendig. So sind z.B. insgesamt
drei separate Arbeitsgänge erforderlich: Extrusion der inneren Isolationsschicht auf
den Leiter, Vernetzung der inneren Isolationsschicht und anschließend Extrusion der
äußeren Isolationsschicht. Weiterhin ist die Verwendung von Polyether-Etherketon für
die äußere Isolationsschicht kritisch, da bereits bei deren Extrusion die Metallhydrate
der inneren Isolationsschicht ungewollt reagieren und Wasser abspalten können.
[0003] Aus der DE 29 43 236 A1 ist ein Kabel oder eine Leitung bekannt, deren Zweischicht-Isolierung
durch eine innere Silikongummi-Schicht und zu deren mechanischen Schutz eine äußere
Hülle, wie z.B. eine Polyester-Schutzhülle, gebildet ist. Die innere Silikongummi-Schicht
erfordert eine aufwendige Vulkanisation-Vernetzung, die getrennte Arbeitsgänge erforderlich
macht. Ihre Weiterverarbeitung ist z.B. aufgrund ihrer geringen Kerbfestigkeit oder
z.B. auch aufgrund ihrer Neigung zur Depolymerisation (Erweichung) kritisch. Zudem
kann die Polyester-Schutzhülle nur unzureichend oder gar nicht flammwidrig eingestellt
werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Isolierung eines Leiters, Kabels oder
Isolierrohrs besser den praktischen Anforderungen im Fertigungs- sowie Normalbetrieb
und/oder im Brandfall anzupassen. Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Leiter
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß die innere Isolierschicht ein Polyolefin-Polymer
und die weiter außen vorgesehene, zweite Isolierschicht ein Silikon-organisches Polymer
enthält.
[0005] Durch die innere Isolierschicht ist für den Leiter eine isolierende Primärumhüllung
gebildet. Die weiter außen vorgesehene, zweite Isolierschicht, die ein Silikon-organisches
Polymer, insbesondere ein Polyetherimid-Siloxan-Copolymer enthält, sorgt dafür, daß
gewünschte Eigenschaften einer Zwei- oder Mehrschicht-Isolierung für den Normalbetrieb
und/oder für den Brandfall verbessert eingestellt werden können, wie z.B.: Abriebfestigkeit,
Beständigkeit, Flammwidrigkeit, geringe Rauchdichte, geringe oder keine Abspaltung
korrosiver oder giftiger Gase (halogenfrei), Isolations- bzw. Funktionserhalt usw.
Die äußere Isolierschicht wirkt dabei als Schutzschicht für die innere Isolierschicht,
so daß an die Primärumnüllung weit geringere Anforderungen hinsichtlich ihrer Materialeigenschaften
zu stellen sind.
[0006] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Kabel mit einem Kabelmantel enthaltend mindestens
eine innere Isolierschicht und mindestens eine weiter außen vorgesehene, zweite Isolierschicht,
welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die innere Isolierschicht des Kabelmantels
ein Polyolefin-Polymer und die weitere außen vorgesehene, zweite Isolierschicht ein
Silikon-organisches Polymer enthält.
[0007] Die Erfindung betrifft auch ein Isolierrohr mit einer Isolierung enthaltend mindestens
eine innere Isolierschicht und mindestens eine weiter außen vorgesehene, zweite Isolierschicht,
welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die innere Isolierschicht ein Polyolefin-Polymer
und die weiter außen vorgesehene, zweite Isolierschicht ein Silikon-organisches Polymer
enthält.
[0008] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer Isolierung mit
mindestens einer inneren Isolierschicht und mindestens einer weiter außen vorgesehenen,
zweiten Isolierschicht , welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die ein Polyolefin-Polymer
enthaltende, innere Isolierschicht mit der zweiten ein Silikon-organisches Polymer
enthaltenden Isolierschicht koextrudiert wird.
[0009] Sonstige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen wiedergegeben.
[0010] Die Erfindung und ihre Weiterbildungen werden nachfolgend anhand von Zeichnungen
näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch im Querschnitt einen erfindungsgemäß isolierten Leiter, und
- Fig. 2
- schematisch in perspektivischer Darstellung eine erfindungsgemäß isoliertes Kabel.
[0012] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Zweischicht-Isolierung für einen Leiter KE. Der
isolierte Leiter selbst ist mit IL1 bezeichnet. Als Leiter (Adern) kommen vorzugsweise
langgestreckte, elektrische und/oder optische Übertragungselemente wie z.B. vorzugsweise
metallische Drähte (Kupfer-Adern), Bandleitungen, Stegleitungen, Lichtwellenleiter,
usw. in Frage. Der Leiter kann dabei bevorzugt durch einzelne Übertragungselemente
oder durch mehrere einzelne, zusammengefaßte Übertragungselemente (wie z.B. in Form
eines Litzenleiters) gebildet sein. Als Leiter KE in Figur 1 ist ein elektrischer
Draht, vorzugsweise eine Kupfer-Ader, mit etwa kreisrundem Querschnitt vorgesehen,
die von einer inneren Isolierschicht IS1 direkt anliegend umgeben ist. Genauso können
auch vorteilhaft Leiter unterschiedlicher Querschnittsformen wie z.B. viereckigem,
trapez- oder sonstigem Profil sowie unterschiedlichen Durchmessern bzw. Querschnittsbreiten
mit einer erfindungsgemäßen Isolierung umgeben werden. Dabei bildet diese innere Isolationsschicht
IS1 eine isolierende Primärumhüllung für den Leiter KE.
Innere Isolierschicht IS1:
[0013] Für die innere Isolierschicht IS1 wird vorzugsweise ein extrudierbares Kunststoff-Material
gewählt, daß in einfacher Weise auf den Leiter KE aufextrudiert werden kann. Dazu
enthält das Material für die innere Isolierschicht IS1 ein Polyolefin-Polymer, insbesondere
-Copolymer, dem gegebenenfalls Zusatzstoffe bzw. Füllstoffe beigefügt sein können.
Bevorzugt eignet sich als Isoliermasse für die innere Schicht IS1 ein Polyethylen
(PE)-Polymer-Compound. Die Zusatzstoffe können bevorzugt Metallhydrate (wie z.B. Aluminium-Hydroxyd,
Magnesium-Hydroxyd), Stabilisatoren, Gleitmittel, Wachse, Aktivatoren, Antioxydantien,
Farbe, usw. sein. Unter dem Begriff "Polyolefin-Masse" werden hier also vorzugsweise
auch solche Kunststoff-Isoliermassen verstanden, die nicht zu 100 % aus Polyolefinen
bestehen, sondern Zusatzstoffe aufweisen. Der Gewichtsanteil dieser Zusatzstoffe wird
dabei zweckmäßigerweise so bemessen, daß charakteristische Eigenschaften der Polyolefin-Massen
wie z.B. deren gute Verarbeitbarkeit weitgehend gewährleistet bleibt. Vorzugsweise
wird ein Oxygenindex ≧ 33 eingestellt. Bevorzugt wird die Primärisolierung den Anforderungen
an eine halogenfreie, hitzebeständige Isoliermischung bzw. Materialkombination entsprechend
der Vorschrift VDE 0207, Teil 23, Mischungstyp HY2 bzw. Teil 24, Entwurf vom 12.1989
HM4, angepaßt.
[0014] Unter Polyolefinen werden dabei Polymerisate mit Olefin-Kohlenwasserstoffen verstanden,
vor allen des Ethylens (Polyethylens PE), des Propylens (Polypropylens PP), des Isobutylens,
Buthens, Penthens, Methylpenthens, Polyvenylacetat (PVA), Ethylenpropylen-"rubber"
(EPR) usw., Polyolefin-Copolymerisate, wie z.B. Ethylen-Propylen-Copolymerisat, Ethylenvinylazetat-Mischpolymerisat
(EVA), LLDPE ("linear low density" PE), LDPE, EPDM (Äthylenpropylen-Terpolymerisat)
oder sogenannte thermoplastische Elastomere ("thermoplastic rubber" von z.B. der Fa.
Uniroyal/Fa. Shell). TPE/TPR usw.
[0015] Insbesondere durch Abmischen von Polyolefin-Plastomeren wie z.B. Polyethylen (PE),
Äthylenvinylazetat-Mischpolymerisat (EVA), Ethylenpropylen- "rubber" (EPR), usw. mit
Metallhydraten ist vorteilhaft weitgehend dafür gesorgt, daß eine flammwidrige, halogenfreie
und dauerbeständige Isolierung für die innere Isolierschicht IS1 gebildet wird. Sie
zeichnet sich durch eine hohe Flammwidrigkeit, geringe Rauchdichte und geringe oder
keine Abspaltung korrosiver oder giftiger Gase (halogenfrei) sowie die Aufrechterhaltung
gewisser Notlauffunktionen über eine festgelegte Zeitdauer (Isolations- bzw. Funktionserhalt
im Brandfall) aus. Bei oder nach einem Brand bzw. Feuer bleiben von gegebenenfalls
zugegebenen Metallhydraten sogenannte Oxyde übrig. Diese Oxyde bilden eine besonders
günstig ausgeprägte Aschekruste um den Leiter KE. Die anderen Bestandteile wie Kunststoff-
oder Elastomermaterialien, Wachse, Gleitmittel, Stabilisatoren, Farbe, usw. verbrennen
in der Regel weitgehend in der offenen Flamme. Auf diese Weise stellt eine derartige,
innere Isolierschicht IS1 eine besonders effektive Hitzesperre bzw. thermische Barriere
und/oder elektrische Isolation für den Leiter KE sicher.Im Brandfall neigt ihre Kruste
in der Flamme besonders wenig oder gar nicht zum Tropfen oder Abfallen, d.h. sie bleibt
weitgehend am Leiter KE als Isolierhülle haften, so daß der Leiter KE kaum an einer
Stelle blank vorliegt.
[0016] Die innere Isolierschicht weist vorzugsweise einen Sauer-(Oxygen-) Index von mindestens
33, insbesondere zwischen 36 und 40 auf. Sie ist vorzugsweise bis zu einer Betriebs-Temperatur
von 90°C wärmebeständig und nur schwer flammend bzw. brennend. Für die innere Isolierschicht
IS1 wurden beispielsweise folgende Abmischungen durchgeführt und mit besonderem Erfolg
getestet:
Mischungsbeispiele für die innere Isolierschicht IS1:
| a) |
Gewichtsanteile |
| Äthylenvinylazetat-Mischpolymerisat (EVA) |
25 % |
| Elastomer, z.B. "Buna" |
6 % |
| Alu-Hydroxid |
62 % |
| Wachse/Gleitmittel |
2,5 % |
| Aktivator |
0,5 % |
| Stabilisatoren/Antioxytanzien |
2 % |
| Farbe |
2 % |
| b) |
|
| EVA |
28 % |
| Elastomer |
6 % |
| LLDPE |
4 % |
| Alu-Hydroxid |
58 % |
| Stabilisatoren/Antioxytantien |
2 % |
| Farbe |
2 % |
| c) |
|
| EVA |
35,5 % |
| Alu-Hydroxid |
60 % |
| Gleitmittel |
1,5 % |
| Stabilisatoren/Antioxytantien |
1,5 % |
| Farbe/Ruß |
1,5 % |
[0017] Bei diesen Mischungsbeispielen sind den Polyolefin-Isoliermassen für die innere Isolierschicht
IS1 vorzugsweise jeweils mindestens 50 Gewichts-% an Metallhydraten zugefügt, um gegebenenfalls
eine besonders dicke Aschekruste gewährleisten zu können. Die übrigen Zusatzstoffe
sind der Polyolefin-Isoliermasse vorzugsweise mit einem Gewichtsanteil von höchstens
25 %, insbesondere an höchstens 15 %, zugefügt.
[0018] Bei Verwendung von Polyolefinen mit beigemischten Füllstoffen bzw. Zusatzstoffen
kann zudem erreicht werden, daß die innere Isolierschicht IS1 besonders kostengünstig
hergestellt werden kann.
Äußere Isolierschicht AS1:
[0019] Auf die innere Isolierschicht IS1 ist in Figur 1 direkt eine zweite, äußere Isolierschicht
AS1, insbesondere durch Extrusion, aufgebracht, so daß eine Zweischicht-Isolierung
gebildet ist. Das Kunststoff-Isoliermaterial für die äußere Isolierschicht AS1 enthält
im wesentlichen ein Silikon-organisches Polymer bzw. Plastomer. Als Silikon-organische
Verbindung eignet sich vorzugsweise ein Silikon-Polyimid-Copolymer, besonders bevorzugt
ein Polyetherymid/Siloxan-Copolymer, daß z.B. unter dem Handelsnamen "Siltem" von
der Fa General Electric angeboten wird. Daneben sind gegebenenfalls auch Materialkombinationen
bzw. -Gemische (Verschnitte) wie z.B. von Polyetherymiden und Silicon -Polyimid-Copolymer
zweckmäßig.
[0020] Die Silikon-organische, plastomere Formmasse der äußeren Isolierschicht AS1 zeichnet
sich vor allem dadurch aus, daß sie besonders flammwidrig ist und eine Flammausbreitung
entlang der Längserstreckung des Leiters KE besonders zuverlässig unterbindet bzw.
verhindert. Sie minimiert gleichzeitig die Feuchtigkeits-/Flüssigkeitsaufnahme der
Zweischicht-Isolierung, die ansonsten zu Lasten der mechanischen und/oder elektrischen
Eigenschaften gehen würde, wie z.B. einer Reduzierung des Isolationswiderstands oder
einer Erhöhung der Dielektrizitätskonstanten. Ein Aufquellen und damit eine Herabsetzung
der mechanischen Festigkeit der Zweischicht-Isolierung wird somit im wesentlichen
vermieden. Die äußere Isolierschicht AS1 verbessert vorteilhaft die mechanischen Eigenschaften
der Zweischichtisolierung. Sie verhilft ihr insbesondere zu höherer Robustheit und
Kerbfestigkeit. Gleichzeitig weist sie vorteilhaft eine glatte, steife Oberfläche
auf, so daß mit dem doppelschichtig-isolierten Leiter KE problemlos gearbeitet werden
kann. Insbesondere eignet sich der so doppelschichtig ummantelte Leiter zum "wrappen"
(= Anschlußtechnik, bei der Kontaktstifte mit dem zweischichtig umhüllten Leiter umwickelt
werden) sowie für die sogenannte "Thermipointtechnik", die eine Aderanschlußtechnik
der Firma APM ist. Die äußere Isolierschicht AS1 sorgt insbesondere dafür, daß der
doppeltisolierte Leiter eine Reiß-Dehnungsverhalten unter 250 % Dehnung aufweist.
Auf diese Weise bildet die äußere Isolierschicht AS1 vorteilhaft zusätzlich auch eine
mechanische Schutzschicht für die innere Isolierschicht IS1. Die äußere Isolierschicht
AS1 weist vorzugsweise einen Oxygenindex von mindestens 49 auf.
[0021] Beide Schichten IS1 und AS1 ergänzen sich in ihren Eigenschaften so, daß sich die
gewünschten Charakteristika von flammwidrigen, halogenfreien Isolierungen ergeben,
die üblicherweise mit der Abkürzung "FRNC-Leitungen" (FRNC = "flame retardend non
corosive") versehen werden. Die Kombination der Primärisolierung (= innere Isolierschicht
IS1) mit der äußeren Schicht AS1 bringt in vorteilhafter Weise erst das gewünschte
flammwidrige Verhalten sowie die geforderten mechanischen / elektrischen und/oder
chemischen Eigenschaften.
[0022] Die Primärisolierung alleine würde bei dünnen Polyolefin-Isolierungen, wie z.B. gefüllte
PE-,EVA, usw. Abmischungen häufig abbrennen, z.B. die Brennprüfung nach VDE 0472 Teil
804, Prüfart A nicht bestehen. Demgegenüber wäre eine Einschicht-Isolierung ausschließlich
aus einer Silikon-organischen Plastomerverbindung, insbesondere Polyetherymid/Siloxan-Copolymer,
selbst zu teuer und würde alleine die Isolation des blanken Leiters KE im Brandfall
nicht aufrechterhalten können, da sie kein ausgeprägtes Aschegerüst ausbildet. Eine
Brennprüfung, wie sie z.B. nach VDE 0472, Teil 814 gefordert ist, würde hingegen eine
Einschicht-Isolierung mit Silikonorganischen Plastomerverbindungen alleine nicht erfüllen
können. Der zweischichtige Aufbau hingegen mit einer inneren Schicht IS1 mit einer
Polyolefin - Isoliermasse sowie mit einer äußeren Isolierschicht AS1, die eine Silikon-organische
Polymerverbindung, vorzugsweise Polyetherymid/Siloxan-Copolymer, aufweist, stellt
weitgehend sicher, daß im Brandfall eine Flammausbreitung vermieden sowie der Isolations-bzw.
Funktionserhalt der Leitung weitgehend sichergestellt ist.
[0023] Insgesamt betrachtet zeichnet sich die erfindungsgemäße Zweischichtisolierung vor
allem dadurch aus, daß sie sehr robust und kerbfest, nicht feuchtigkeitsempfindlich
sowie in gewissen Rahmen chemikalienbeständig ist und eine nicht rauhe, d.h. glatte
Oberfläche für eine einfache Handhabbarkeit aufweist.
[0024] Diese Eigenschaften der erfindungsgemäßen Zweischichtisolierung lassen sich vorteilhaft
bereits mit einer äußeren Isolierschicht bzw. Hülle AS1 erreichen, die dünner als
die innere Isolierschicht bzw. Primärschicht IS1 ausgebildet ist. Vorteilhaft ist
die innere Schicht IS1 3 bis 5-fach dicker als die äußere Schicht AS1 ausgebildet.
Zweckmäßigerweise ist die äußere Isolierschicht AS1 für Nachrichtenadern, insbesondere
Kupfer-Adern, (elektrische und/oder optische Übertragungselemente) zwischen 0,05 und
0,2 mm dick. Für übliche Nachrichten weist die innere Isolierschicht IS1 zweckmäßigerweise
eine Wanddicke zwischen 0,25 und 0,6 mm, vorzugsweise zwischen 0,25 und 0,45 mm auf.
Folgende Dimensionierungen sind beispielsweise für einzelne, isolierte Nachrichtenadern
(Leiter) zweckmäßig und mit besonderem Erfolg getestet:
Beispiele für Nachrichtenadern
Tabelle 1
| Einzelader (Kupfer Cu) |
| |
Gesamtwanddicke der Isolierung |
Schichtdicke |
| H*0,5/**1,1 |
0,3 mm |
Primärschicht IS1 0,25 mm |
| Äußere Schicht AS1 0,05 mm |
| H 0,6/1,2 |
0,3 mm |
Primärschicht IS1 0,25 mm |
| Äußere Schicht AS1 0,05 mm |
| H 0,8/1,6 |
0,4 mm |
Primärschicht IS1 0,30 mm |
| Äußere Schicht AS1 0,1 mm |
| H 0,9/1,8 |
0,45 mm |
Primärschicht IS1 0,35 mm |
| Äußere Schicht AS1 0,10 mm |
| Adern mit Litzenleitern |
| LiH***0,5mm² /1,6 |
0,35 mm |
Primärschicht IS1 0,25 mm |
| Äußere Schicht AS1 0,10 mm |
| LiH 0,75mm² /2,0 |
0,45 mm |
Primärschicht IS1 0,35 mm |
| Äußere Schicht AS1 0,10 mm |
| LIH 1,5 mm² /2,6 |
0,55 mm |
Primärschicht 0,45 mm |
| Äußere Schicht 0,10 mm |
| H = Kurzzeichen für flammwidrigen, halogenfreien Werkstoff lt. VDE 0815/ VDE 0207. |
| * kennzeichnet den Leiter-(Adern-)durchmesser ohne Isolation (Cu-Draht) |
| ** kennzeichnet den Leiter-(Adern-)durchmesser mit Zweischicht-Isolierung |
| *** Querschnittsfläche des Litzenleiters |
[0025] Um eine besonders zuverlässige, mechanisch feste Verbindung der beiden funktional
getrennten Isolierschichten IS1, AS1 zu erreichen, ist im Grenzbereich beider Schichten
gegebenenfalls eine Verzahnung vorgesehen, d.h., es wird zweckmäßigerweise ein inniger
Formschluß zwischen beiden Isolationsschichten eingestellt. Zu diesem Zweck sind in
Längsrichtung verlaufende Rillen auf der Oberseite der inneren Schicht IS1 von Figur
1 vorgesehen. In diese greifen Ausbuchtungen komplementären Querschnitts an der Innenseite
der äußeren Schicht AS1 formschlüssig ein. Im Querschnittsbild von Figur 1 ist dieses
Ineinandergreifen (Ineinanderhaken) schematisch dadurch angedeutet, daß die Außenkontur
bzw. Außenoberfläche der inneren Schicht IS1 mit Ein- und Ausstülpungen (Wellungen)
versehen ist. Ihre Außenoberfläche ist also aufgerauht bzw. strukturiert. Die Innenkontur
bzw. Innenoberfläche der äußeren Schicht AS1 ist möglichst exakt an diesen nicht glatten
Außenkonturverlauf der inneren Schicht IS1 angepaßt, so daß eine weitgehend formschlüssige
Verbindung bzw. Aneinanderhaftung erreicht ist. Diese formschlüssige Verbindung beider
Isolierschichten kann um den Umfang gesehen besonders zweckmäßig regelmäßig oder aber
auch in sonstiger Weise erfolgen. Die Verzahnung bzw. Haftung kann bezüglich der Längsachse
des Leiters KE vorzugsweise etwa achsparallel, wendelförmig, mäanderartig oder in
sonstiger Weise durchgeführt werden. Für einen ausreichenden Formschluß beider Isolationsschichten
ist deren Verzahnungstiefe bei Nachrichtenadern (Leiter) zwischen 5 und 150 µm gewählt.
Bei Starkstromadern (-Leitern) ist eine Verzahnungstiefe zwischen 10 und 500 µm zweckmäßig.
[0026] Durch den Formschluß beider Isolierschichten IS1, AS1 ist weitgehend sichergestellt,
daß die chemisch/physikalischen Eigenschaften der Einzelschichten gezielt ausgenutzt
werden können und in diesem speziellen Verbund insgesamt zu einem verbesserten thermischen
und/oder elektrischen Isolierverhalten führen. Weiterhin ist eine formschlüssige Verbindung
besonders deswegen vorteilhaft, weil es sich bei den hier im allgemeinen für die innere
und die äußere Isolierschicht benutzten Thermoplasten um Werkstoffe "nicht kompatibler
Polymerstrukturen" handelt.
[0027] Besonders zweckmäßig wird die erfindungsgemäße flammwidrige, halogenfreie Aderisolierung
mit Hilfe eines speziellen Coextrusionsverfahrens hergestellt. Dies erweist sich im
Gegensatz zu Tandem-Extrusionsverfahren oder gar gegenüber Extrusionsverfahren mit
zwei Arbeitsgängen als besonders wirtschaftlich. Es hat aber auch technische Vorteile,
die z.B. darin bestehen, daß sich beide Schichten der Isolierung bereits im Schmelzezustand
miteinander verbinden, ohne daß die Trennschichten beider Stoffe mit einem weiteren
Medium in Berührung kommen. Da es sich bei den beiden Stoffen der Primärhülle und
der Außenschicht um sogenannte "Polymere mit nicht kompatiblen Strukturen" handelt,
verschweißen diese im allgemeinen auch nicht. Es erweist sich deshalb insbesondere
bei den in der Erfindung genannten Schichtdicken als Vorteil, wenn durch die spezielle
Gestaltung des Coextrusionswerkzeuges eine formschlüssige Verbindung angestrebt wird.
Solchen Formschluß erreicht man durch die Verzahnung bzw. Ineinanderhaken beider Schichten
miteinander. Verzahnungsform und Häufigkeit können vorteilhaft durch die Werkzeug-Gestaltung
beeinflußt werden.
[0028] Für diese Anwendung mit gezielt angewandtem Formschluß oder gegebenenfalls auch für
glatte Isolier- bzw. Trennschichten eignet sich besonders bevorzugt einer spezieller
Coextrusionsspritzkopf mit variabel zu gestaltenden Schmelzekanälen, vorzugsweise
ausgeführt nach P 41 31 622.3.
[0029] Die Schichtdicken dieser Zweischicht-Isolierung können vorteilhaft im Verhältnis
von 3:1 bis 5:1 (IS1:AS1 ) variiert werden. Hierdurch können die chemisch/physikalischen
Eigenschaften der beiden Einzel-Isolierstoffe in vorteilhafter Weise gezielt kombiniert
und den jeweils geforderten Spezifikationen an isolierte Leiter, Kabel oder Isolierrohren
angepaßt werden.
[0030] Bei der Extruderausrüstung für solche Zweischichtisolierungen sind bevorzugt besondere
thermische Trennungen notwendig, um beide Stoffe bei Temperaturunterschieden bis 100
°C optimal verarbeiten zu können. Es wird deshalb die Gestaltung der Koextrusionseinrichtung
zweckmäßigerweise so ausgeführt, daß durch die um ca. 100 °C höhere Verarbeitungstemperatur
z.B. des Silikonpolyamid-Copolymers der Außenschicht, die Schmelze des Polyolefin-Copolymers
der Innenschicht beim kontinuierlichen Prozeß nicht thermisch geschädigt wird. Eine
thermische Schädigung würde nämlich die chemisch/physikalischen Eigenschaften und
die Flammwidrigkeit des bei niedrigem Temperaturniveau aufschmelzenden Copolymers
der Primärschicht negativ beeinflussen.
[0031] Bei Rezepturen für die Primärhülle (innere Schicht IS1) mit Werkstoffkombinationen
aus EVA, PE oder LLDPE (Linear Low Density PE) und Metallhydraten, sowie speziellen
Metalldesaktivatoren, Stabilisatoren, Antioxytantien und gegebenenfalls Vernetzungsmitteln
ist es vorteilhaft auch möglich, die innere und/oder äußere Schicht IS1, AS1 zu vernetzen.
Das Vernetzen geschieht mit energiereichen Strahlen (X-Ray-Vernetzung) und verbessert
die Wärmebeständigkeit der Innenhülle. Die vernetzte Innenschicht kann kurzfristig
Temperaturen überstehen, die vorzugsweise über den Schmelz- und Erweichungspunkten
der Polyolefinmaterialien liegen. Die äußere Hülle bzw. Schicht AS1 verkraftet insbesondere
eine maximale Einsatztemperatur von etwa 150°C.
[0032] Beispielsweise wird eine Ader H 0,8/1,6 (vgl. Tabelle 1) mit einer Primärschicht
von 0,3 mm und einer äußeren Skinschicht AS1 von 0,1 mm vernetzt und zweckmäßigerweise
mit einer Strahlendosis von 250 kGy bestrahlt. Diese vernetzte Zweischichtisolierung
entspricht in den mechanischen und thermischen Eigenschaften vorteilhaft der VDE 0207/Teil
23/HY1.
[0033] Insgesamt werden von den erfindungsgemäß isolierten Leitern (unvernetzt sowie vernetzt)
vorteilhaft alle Einzelader-Trennprüfungen bestanden nach:
VDE 0472, Teil 804, Prüfart A
IEC 332-2
UL 1581 Abschnitt 1060 Vertical Flame Test
UL 1581 Abschnitt 1080 VW1 (Vertical Wire) Flame Test

[0034] Im Unterschied zu üblichen Aderaufbauten von Starkstromkabeln (Leiterquerschnitt
von üblicherweise 2,5 mm²) ist das Brandverhalten von dünnen Nachrichtenadern, wie
sie z.B. in den üblichen Aufbauten für Installations- und Innenkabel (z.B. nach VDE
0815) für Schaltkabel (z.B. nach VDE 0813), für Leittechnik-, Steuer- und Regelkabel
(z.B. nach VDE 0815), für Schaltdrähte (nach VDE 0812) und Schaltlitzen (z.B. nach
VDE 0881) verwendet werden, weitaus kritischer. Denn je dünner die Ader, um so schwieriger
wird die Auswahl eines geeigneten "FRNC" (Flame retandend non corrosive")-Materials
für die Zweischichtisolierung. Gemäß der Erfindung wird dies bereits durch eine dünne
Skinschicht bzw. Haut als äußere Isolierschicht AS1 erreicht,die ein Silikon-organischen
Polymer, insbesondere ein Polyetherymid-Siloxan-Copolymer,enthält. Die Flammwidrigkeit
bzw. das Zündverhalten lassen sich einfach an bekannten Beispielen erklären: ein Holzspan
brennt wesentliche schneller ab als ein Holzscheit; ein Telefonbuch kann wesentlich
schneller angezündet werden als ein Einzelblatt.
[0035] Ferner ist durch den erfindungsgemäßen Isolationsschicht-Aufbau auch die Bildung
einer Aschekruste mit Isolationserhalt im Brandfall (Typenkurzbezeichnung "FRNCFE"
(Flame resistant non-corrosive functional endurance...) bei dünnwandigen Nachrichtenkabel-Adern
in vorteilhafter Weise möglich. Neben kleinen Aderwanddicken für dünne Nachrichtenadern
ist der erfindungsgemäße Isolierschichtaufbau auch auf dickere Gebilde wie z.B. Starkstromadern
oder Kabelmäntel, Isolierrohre, Isolierschläuche usw. vorteilhaft übertragbar.
[0036] Figur 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Kabel KB, dessen Kabelmantel KM mindestens einen,
vorzugsweise mehrere, isolierte Leiter IL1 bis ILn umgibt. Gegebenenfalls können die
isolierten Leiter IL1 bis ILn jeweils analog zum erfindungsgemäß isolierten Leiter
IL1 von Fig. 1 ausgebildet sein. Die isolierten Leiter IL1 bis ILn können lose, zu
einem Bündel z.B. durch Verseilen zusammengefaßt oder auf sonstige Weise als Kabelseele
in den Außenmantel KM eingebracht sein. In Figur 2 sind die isolierten Leiter IL1
bis ILn der Einfachheit halber im wesentlichen parallel nebeneinander gezeichnet.
Der Außenmantel KM ist als flammwidrige, halogenfreie Zweischicht-Kunststoffisolierung
(Isolier- bzw. Schichtenmantel) ausgebildet, die die isolierten Leiter IL1 bis ILn
in Figur 2 beispielsweise mit einem Freiraum (Spalt, d.h. mit Spiel) einschließt.
Gegebenenfalls kann der Freiraum auch entfallen oder in diesen z.B. auch ein flammresistenter
Füllstoff oder ein Pulver eingebracht sein. Der Kabelmantel KM ist als eine flammwidrige,
halogenfreie Zweischichtisolierung ausgebildet. Für seine innere Isolierschicht IS2
und seine äußere Isolierschicht AS2 ist jeweils zweckmäßigerweise eine Materialzusammensetzung
gewählt, die jeweils der der Isolierschichten IS1 bzw. AS1 von Figur 1 entspricht.
Analog zu deren formschlüssigen Verbindung kann auch hier gegebenenfalls eine Haftung
zwischen der inneren und der äußeren Schicht IS2, AS2 durch Strukturieren ihrer Oberflächen
erfolgen. Der Kabelmantel KM des Kabels KB kann also vorzugsweise in gleicher Weise
wie die Zweischichtisolierung für den Leiter KE von Figur 1 aufgebaut werden.
[0037] Die Wandstärke der äußeren Isolierschicht AS2 ist beim erfindungsgemäßen Kabelmantel
KM zweckmäßigerweise zwischen 30 und 75 % dünner als die innere Isolierschicht IS2
dimensioniert. Die innere Isolierschicht IS2 weist vorteilhaft eine Schichtdicke zwischen
0,3 und 0,5 mm auf. Dabei ist die Schichtdicke der äußeren Isolierschicht AS2 bevorzugt
zwischen 0,08 und 0,2 mm gewählt.
[0038] Besonders bevorzugt kann dieser Zweischichtmantel für dünne Kabelaufbauten eingesetzt
werden, die nur eine begrenzte Mantelwanddicke zulassen. Ein derartig dimensionierter
Kabelmantel ist neben den üblichen Kabelseelendurchmessern besonders für Kabelseelendurchmesser
zwischen 2,8 und 7,5 mm geeignet. Anwendungsfälle sind weiterhin Lichtwellenleiter-Kabel
und Kupferkabel für Spezialverdrahtungen in Steuerschränken, Verteilern, usw.
[0039] Auf gleiche Weise wie der Kabelmantel können auch flammwidrige, halogenfreie Isolierrohre
z.B. in Form von Schläuchen gefertigt werden. Die Dimensionierung ist vorzugsweise
im wesentlichen identisch mit den Kabelmantelabmessungen. Man erhält eine derartige
Struktur, wenn man in Figur 2 die Leiter IL1 bis ILn wegläßt.
[0040] Für die Anwendungen des Kabels (Figur 2) sowie des Isolierrohrs gelten vorzugsweise
die gleichen Anwendungen wie sie für den Leiter nach Figur 1 beschrieben wurden.
[0041] Weiterhin ist es im Unterschied zu den Figuren 1 und 2 auch möglich, die innere Isolierschicht
nicht direkt am Außenumfang des Leiters bzw. der Kabelseele anliegend anzubringen,
sondern mit Abstand, so daß eine Art "isolierte Hohlader" oder ein gefülltes Rohr
gebildet ist. Weiterhin kann die innere Isolierschicht IS1 nicht ganz innen, sondern
weiter außen im Aufbau einer mehrschichtigen Isolierhülle oder eines Isoliermantels
vorgesehen sein, d.h. die innere Isolierschicht IS1 umgibt dann mindestens einen noch
weiter innen liegende Umhüllungsschicht. Diese Umhüllungsschicht kann beispielsweise
eine dielektrische Ummantelung, eine Abschirmung aus leitfähigem Kunststoffmaterial,
z.B. PE gefüllt mit Ruß, Metallpartikeln, eine Bebänderung, Leitschicht, usw. sein.
[0042] Die beiden Isolierschichten von Figur 1 bzw. Figur 2 sind vorzugsweise in einer mehrschichtigen
Isolierhülle oder Kabelhülle angeordnet. Insbesondere kann dabei mehr als eine innere
Isolierhülle (wie z.B. IS1 in Figur 1) und/oder mehr als eine äußere Isolierhülle
(wie z.B. AS1 in Figur 1) im Aufbau einer derartigen Mehrschichthülle vorgesehen sein,
d.h. die in den Figuren 1 und 2 aufgezeigten Ausführungsbeispiele sind auch auf Mehrschichtstrukturen
von Umhüllungen übertragbar mit mindestens einer inneren Isolierhülle sowie mindestens
einer weiter außen liegenden äußeren Isolierhülle. Dabei weist eine derartige Verwendung
der äußeren Isolierhülle entsprechende Materialzusammensetzungen und damit ähnliche
oder gleiche Materialeigenschaften wie die äußere Isolierhülle AS1 bzw. AS2 der Figuren
1 bzw. 2 auf. Genauso ist eine derartig verwendete innere Isolierhülle entsprechend
der von Figur 1 bzw. 2 (IS1, IS2) ausgebildet. Weiterhin kann es gegebenenfalls auch
zweckmäßig sein, mehrere Zweischichtisolierungen wie z.B. IS1, AS1 von Figur 1 als
Untereinheit im Aufbau einer mehrschichtigen Isolierungshülle vorzusehen.
[0043] Insbesondere Adern in Starkstromkabeln, die einen definierten Isolationserhalt im
Brandfall (z.B. über 180 Min) erfüllen müssen, können am Leiter (KE von Figur 1) eine
Querbespinnung aus Glimmer- oder Glasseideband aufweisen. Auf dieses Flammschutzband
wird vorzugsweise eine Isoliermischung entsprechend IS1 (Figur 1) (z.B. gefüllte PE-Copolymermischung)
extrudiert. Analog der Erfindung wird in diesem Fall vorgeschlagen, auf den Leiter
(KE von Figur 1)mit der Glimmer- oder Glasseidebandbespinnung die Zweischicht-Isolierung
mit der dicken Innenschicht IS1 bzw. IS2 und der äußeren, dünnwandigen Schicht AS1
bzw. AS2 aufzubringen. Im Verhältnis ist die äußere Hülle bzw. Schicht zweckmäßigerweiSe
1/5 bis 1/3 dünner als die Innenhülle. Für Starkstromadern ist die Wanddicke für die
innere Schicht zweckmäßigerweise zwischen 0,6 mm und 2 mm gewählt. Ihre äußere Isolierschicht
weist zweckmäßigerweise eine Wanddicke zwischen 0,2 und 0,5 mm auf.
[0044] Weiterhin kann es schließlich auch zweckmäßig sein, zwischen der inneren Isolierschicht
und der äußeren Isolierschicht (vgl. Figur 1 : IS1, AS1) mindestens eine Zwischenschicht
vorzusehen. Diese Zwischenschicht ist in den Figuren 1 und 2 nicht eingezeichnet.
Die Zwischenschicht kann beispielsweise vorteilhaft der elektrischen Isolierung, der
Zugverstärkung, Bewährung usw. dienen. Die äußere Isolierschicht ist im vorliegenden
Beispiel weiter außen im Aufbau der hitzebeständigen Isolierung vorgesehen und bildet
eine zweite Isolierschicht. Auf dieser weiter außen liegenden Isolierschicht können
vorteilhaft noch weitere Umhüllungs- bzw. Ummantelungsschichten folgen, die gegebenenfalls
wieder entsprechend der inneren und äußeren Isolierschicht von Figur 1 bzw. 2 aufgebaut
sein können.
1. Leiter (KE) mit mindestens einer inneren Isolierschicht (IS1) und mindestens einer
weiter außen vorgesehenen, zweiten Isolierschicht (AS1),
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Isolierschicht (IS1) ein Polyolefin-Polymer und die weiter außen vorgesehene,
zweite Isolierschicht (AS1) ein Silikon-organisches Polymer enthält.
2. Leiter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die äußere Schicht (AS1) ein Silikon-Polyimid-Copolymer, insbesondere ein Polyetherimid-Siloxan-Copolymer,
enthält.
3. Leiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der inneren Isolierschicht (IS1) Zusatzstoffe beigefügt sind.
4. Leiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Schicht (IS1) 3- bis 5-fach dicker als die äußere Schicht (AS1) ausgebildet
ist.
5. Leiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Schicht (IS1) eine Schichtdicke zwischen 0,25 und 0,6 mm für Nachrichtenadern
aufweist.
6. Leiter nach einem der Ansprüche 1 mit 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Schicht (IS1) eine Schichtdicke zwischen 0,6 mm und 0,2 mm für Starkstromadern
aufweist.
7. Leiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die äußere Schicht (AS1) eine Schichtdicke zwischen 0,05 und 0,2 mm für Nachrichtenadern
aufweist.
8. Leiter nach einem der Ansprüche 1 mit 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die äußere Schicht (AS1) eine Schichtdicke zwischen 0,2 mm und 0,5 mm für Starkstromadern
aufweist.
9. Leiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die äußere Isolierschicht (AS1) auf der inneren Isolierschicht (IS1) direkt aufgebracht
ist.
10. Leiter nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere und die äußere Isolierschicht (IS1, AS1) in ihrem Grenzbereich (VZ)
miteinander verzahnt sind.
11. Leiter nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verzahnung etwa achsparallel, spiralförmig oder mäanderartig verläuft.
12. Leiter nach einem der Ansprüche 1 mit 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der äußeren und der inneren Isolierschicht (AS1, IS1) mindestens eine
Zwischenschicht vorgesehen ist.
13. Leiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Leiter jeweils mindestens ein elektrisches und/oder optisches Übertragungselement
vorgesehen ist.
14. Leiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Isolierschicht (IS1) mindestens eine noch weiter innen liegende Umhüllungsschicht
umgibt.
15. Leiter nach einem der Ansprüche 1 mit 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Isolierschicht (IS1) direkt anliegend am Außenumfang des Leiters (KE)
vorgesehen ist.
16. Kabel mit einem Kabelmantel (KM) enthaltend mindestens eine innere Isolierschicht
(IS2) und mindestens eine weiter außen vorgesehene, zweite Isolierschicht (AS2),
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Isolierschicht (IS2) des Kabelmantels (KM) ein Polyolefin-Polymer und
die weitere außen vorgesehene, zweite Isolierschicht (AS2) ein Silikon-organisches
Polymer enthält.
17. Kabel nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die äußere Isolierschicht (AS2) zwischen 30 und 75 % dünner als die innere Isolierschicht
(IS2) dimensioniert ist.
18. Kabel nach Anspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Schicht (IS2) eine Schichtdicke zwischen 0,3 und 0,5 mm aufweist.
19. Kabel nach einem der Ansprüche 16 mit 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die äußere Schicht (AS2) eine Schichtdicke zwischen 0,08 und 0,2 mm aufweist.
20. Isolierrohr mit einer Isolierung enthaltend mindestens eine innere Isolierschicht
(IS2) und mindestens eine weiter außen vorgesehene, zweite Isolierschicht (AS2),
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Isolierschicht (IS2) ein Polyolefin-Polymer und die weiter außen vorgesehene,
zweite Isolierschicht (AS2) ein Silikon-organisches Polymer enthält.
21. Verfahren zur Herstellung einer Isolierung mit einer inneren Isolierschicht (IS1)
und einer weiter außen vorgesehenen, zweiten Isolierschicht (AS1), insbesondere nach
einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ein Polyolefin-Polymer enthaltende, innere Isolierschicht (IS1) mit der zweiten,
ein Silikon-organisches Polymer enthaltenden Isolierschicht (AS1) koextrudiert wird.