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(11) |
EP 0 480 430 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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26.04.1995 Patentblatt 1995/17 |
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Anmeldetag: 10.10.1991 |
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Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen keramischer Hohlkörper mit seitlichem Ansatz,
insbesondere von Henkeltassen
Process and apparatus for making ceramic hollow articles with lateral appendix, in
particular cups with handle
Procédé et dispositif pour la fabrication d'objets creux en céramique avec appendice
latéral, en particulier de tasses avec anse
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE ES FR GB IT |
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Priorität: |
11.10.1990 DE 4032316
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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15.04.1992 Patentblatt 1992/16 |
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Patentinhaber: Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG |
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D-95100 Selb (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Söthje, Günther
W-8672 Selb (DE)
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| (74) |
Vertreter: Goetz, Rupert, Dipl.-Ing. et al |
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Wuesthoff & Wuesthoff
Patent- und Rechtsanwälte
Schweigerstrasse 2 81541 München 81541 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 304 576 US-A- 2 489 798
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DE-A- 3 626 365
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine
Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 5.
[0002] Aus der DE-A-33 04 576 ist ein Preßwerkzeug bekannt, mit dem ein becherförmiger keramischer
Hohlkörper zusammen mit einem seitlichen Ansatz in Form eines Henkels in einem Arbeitsgang
aus rieselfähiger keramischer Masse gepreßt werden soll. Die Vorrichtung hat ein als
Patrize ausgebildetes unteres Formteil, über das eine becherförmige erste Membran
gestülpt ist, und zwei obere Formteile, die in einer Meridianebene des zu pressenden
Hohlkörpers und seines henkelförmigen Ansatzes aneinanderlegbar sind und gemeinsam
eine Matrize bilden. Quer zu dieser Meridianebene ist in der Matrize ein Kern verschiebbar,
um den sich in der Meridianebene eine schlauchförmige zweite Membran zum isostatischen
Pressen des henkelförmigen Ansatzes herumerstreckt. Beide Membranen begrenzen den
ihnen zugeordneten Teil des Formhohlraums von innen her. Oberhalb der becherförmigen
ersten Membran ist ein Druckstempel angeordnet, der in einer oberen, aus der Matrize
herausgezogenen Stellung einen Einfüllkanal für rieselfähige keramische Masse sowie
einen Evakuierungskanal freigibt. Bei jedem Arbeitszyklus wird der gemeinsame Formhohlraum
für den becherförmigen Hohlkörper und dessen henkelförmigen Ansatz von oben her mit
keramischer Masse gefüllt. Dann wird der Druckstempel in die Matrize hinein abgesenkt,
so daB er den Formhohlraum nach oben hin abschließt. Sodann wird Drucköl unter die
becherförmige erste Membran sowie in die schlauchförmige zweite Membran eingeleitet,
so daß die keramische Masse von beiden Membranen isostatisch gegen die becher- bzw.
henkelförmigen Innenwände der Patrize gedrückt wird. Nach dem isostatischen Pressen
wird der Druckstempel ein Stück weit nach oben gefahren, der Kern mit der zweiten
Membran wird aus dem zugehörigen Teil des Formhohlraums herausgezogen und die beiden
Formteile der Matrize werden auseinanderbewegt, damit der in einem Stück mit seinem
henkelförmigen Ansatz gepreßte Hohlkörper entnommen werden kann.
[0003] Isostatisch gepreßte Formlinge expandieren bekanntlich sobald sie vom Preßdruck entlastet
werden. Dies hat bei dem vorstehend beschriebenen bekannten Preßwerkzeug zur Folge,
daß zwischen den Außenwänden des Hohlkörpers und seines henkelförmigen Ansatzes und
den dazu komplementären Innenwänden der die Matrize bildenden Formteile Spannungen
entstehen, so daß der Formling schon beim Entnehmen aus dem Formwerkzeug beschädigt
werden oder beim anschließenden Brennen Risse erhalten kann.
[0004] Diese Gefahren werden bei einem anderen, aus der DE-A-36 26 365 bekannten Preßwerkzeug
zum isostatischen Pressen von becherförmigen keramischen Hohlkörpern mit seitlichem
Ansatz, insbesondere von Henkeltassen, weitgehend vermieden. Auch dort ist ein unteres
Formteil als Patrize ausgebildet; als Matrize dient jedoch ein einstückiges oberes
Formteil, das mit einer einzigen Membran zum isostatischen Pressen ausgekleidet ist.
Die Membran bildet die Außenfläche des zu pressenden keramischen Hohlkörpers sowie
die Innenfläche und einen Teil der äußeren Kontur des zugehörigen henkelförmigen Ansatzes.
Der übrige Teil der Kontur des Ansatzes wird jedoch von einem starren Stützteil gebildet,
das in die Patrize eingesetzt ist. Dies hat zur Folge, daß der henkelförmige Ansatz
im Bereich dieses Teils der Kontur nicht gleichmäßig isostatisch verdichtet werden
kann, wodurch ebenfalls Fehlbildungen beim Pressen oder Risse beim anschließenden
Brennen entstehen können.
[0005] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein isostatisches Preßverfahren
und eine zum Durchführen des Verfahrens geeignete Vorrichtung zu schaffen, mit denen
sich keramische Hohlkörper mit seitlichem Ansatz, insbesondere Henkeltassen, derart
pressen lassen, daß Beschädigungen beim Entnehmen und auch beim anschließenden Brennen
der gepreßten Formlinge mit größerer Sicherheit vermieden werden.
[0006] Die Aufgabe ist, soweit sie das Verfahren betrifft, erfindungsgemäß ausgehend von
einem Verfahren gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 dadurch gelöst, daß in einem ersten
Arbeitsgang ein Hohlkörper ohne Ansatz hergestellt wird und der Ansatz in einem zweiten
Arbeitsgang hergestellt und dabei durch den isostatischen Preßdruck mit dem Hohlkörper
verbunden wird.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den
Ansprüchen 2 bis 4.
[0008] Soweit die Aufgabe die Vorrichtung betrifft, ist sie erfindungsgemäß ausgehend von
einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 5 dadurch gelöst, daß
- mindestens eines der gegeneinander beweglichen Formteile eine Anlagefläche für den
gesondert hergestellten Hohlkörper aufweist,
- der Formhohlraum mindestens eine in dieser Anlagefläche liegende Mündung aufweist
und
- zum Anlegen des Hohlkörpers an die Anlagefläche mindestens ein Stützkörper vorgesehen
ist.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergeben sich aus den
Ansprüchen 6 bis 9.
[0010] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand
schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Meridianschnitt eines Formwerkzeugs zum isostatischen Pressen becherförmiger
Hohlkörper;
- Fig. 2
- einen entsprechenden Meridianschnitt eines Formwerkzeugs zum isostatischen Pressen
henkelförmiger Ansätze;
- Fig. 3
- den Querschnitt III-III in Fig. 2;
- Fig. 4
- einen der Fig. 2 entsprechenden Meridianschnitt mit weiteren Einzelheiten;
- Fig. 5
- den Querschnitt V-V in Fig. 4 in einer Preßstellung;
- Fig. 6
- einen entsprechenden Querschnitt in einer Entnahmestellung.
[0011] Die dargestellte Vorrichtung dient zum isostatischen Pressen von Tassen, die aus
je einem becherförmigen Hohlkörper 10 mit einer beispielsweise zylindrischen äußeren
Wand 12 und einem Boden 14 sowie einem an der Wand 12 befestigten Ansatz 16 bestehen.
Der Ansatz 16 hat im dargestellten Beispiel die Form eines üblichen Tassenhenkels
mit zwei Verbindungsflächen 18, mit denen er an die Wand 12 angesetzt ist.
[0012] Zum isostatischen Pressen des becherförmigen Hohlkörpers 10 ist das in Fig. 1 dargestellte
Formwerkzeug 20 vorgesehen. Dessen Hauptbestandteile sind eine Platte 22, die in üblicher
Weise an einem nicht dargestellten Tisch einer vorzugsweise liegenden Presse zu befestigen
ist und eine im wesentlichen zylindrische Aussparung 24 sowie einen in diese mündenden
Fluidkanal 26 aufweist. In der Aussparung 24 ist ein als Matrize ausgebildetes Formteil
28 aufgenommen, in das eine elastische Membran 30 eingelegt ist. Diese ist an ihrem
äußeren Rand zwischen einem Stützring 32 und einem Klemmring 34 eingespannt, welcher
mit Schrauben 36 an der Platte 22 befestigt ist.
[0013] Die Membran 30 hat eine im wesentlichen konkave, in Fig. 1 nach links weisende Innenfläche,
die zur Außenfläche des zu pressenden Hohlkörpers 10 komplementär ist, und eine Rückseite,
die im Ruhezustand der Membran am Formteil 28 anliegt. Das Formteil 28 enthält Kanäle
38, die den Fluidkanal 26 mit der Rückseite der Membran 30 verbinden. Der Fluidkanal
26 läßt sich, wie üblich, abwechselnd an eine Vakuumquelle und an eine Druckölquelle
anschließen, so daß die Membran 30 bei jedem Betriebszyklus zunächst an das Formteil
28 angesaugt und dann von diesem weggedrückt werden kann.
[0014] Das Formwerkzeug 20 hat ferner eine in Fig. 1 links dargestellte Platte 40, die an
einem nur angedeuteten Stößel 42 der erwähnten Presse zu befestigen ist und an ihrer
dem Formteil 28 zugewandten Seite ein als Patrize ausgebildetes Formteil 44 aufweist,
dessen Oberfläche zur Innenfläche des zu pressenden Hohlkörpers 10 komplementär ist.
[0015] Zwischen der Membran 30 und dem Formteil 44 ist ein Formhohlraum 46 ausgebildet,
der sich durch einen Füllkanal 48 mit rieselfähiger keramischer Masse üblicher Korngröße
füllen läßt.
[0016] Zum isostatischen Pressen des Ansatzes 16 ist ein weiteres Formwerkzeug 50 vorgesehen,
das in Fig. 2 und 3 einzeln dargestellt ist. Hauptbestandteil des Formwerkzeugs 50
ist eine im dargestellten Beispiel untere Platte 52 mit einer Aussparung 54, in die
ein Fluidkanal 56 mündet und in der ein als Matrize gestaltetes Formteil 58 aufgenommen
ist. Auf dem Formteil 58 liegt eine Membran 60, deren äußerer Rand zwischen einer
außen am Formteil 58 ausgebildeten ringförmigen Schulter 62 und einem Klemmring 64
eingespannt ist. Zu diesem Zweck ist der Klemmring 64 mit Schrauben 66 an der Platte
52 befestigt.
[0017] Die Membran 60 bildet die gesamte Außenfläche des zu pressenden Ansatzes 16 und läßt
sich durch Kanäle 68 im Formteil 58, die mit dem Fluidkanal 56 kommunizieren, in jedem
Arbeitszyklus erst an das Formteil 58 ansaugen und dann von ihm wegdrücken. Insoweit
arbeitet das Formwerkzeug 50 ebenso wie das Formwerkzeug 20 in üblicher Weise.
[0018] Zu dem Formwerkzeug 50 gehören ferner zwei obere Platten 70 und 70', die in einer
im folgenden als Meridianebene M bezeichneten gemeinsamen Mittelebene des becherförmigen
Hohlkörpers 10 und seines Ansatzes 16 aneinanderliegen, wenn das Formwerkzeug 50 geschlossen
ist, wie in Fig. 2 und 3 und auch in Fig. 4 und 5 dargestellt. Die beiden Platten
70 und 70' sind an einem gemeinsamen Tragkörper 72 aufgehängt und derart geführt,
daß sie normal zur Meridianebene M, symmetrisch zu dieser, zueinander hin und voneinander
weg verschiebbar sind.
[0019] An der Unterseite jeder der beiden Platten 70 und 70' ist ein Formteil 74 bzw. 74'
ausgebildet; diese beiden Formteile bilden zusammen eine Patrize, die gemeinsam mit
der Membran 60 einen Formhohlraum 76 für das isostatische Pressen des henkelförmigen
Ansatzes 16 begrenzt. Der Formhohlraum 76 hat zwei Mündungen 78, die in einer an der
Oberseite der beiden Platten 70 und 70' ausgebildeten, hohlzylindrischen Anlagefläche
80, 80' liegen.
[0020] Durch die Mündungen 78 läßt sich der Formhohlraum 76 mit rieselfähiger keramischer
Masse füllen. Zu diesem Zweck kann eine Füllvorrichtung verwendet werden, die auf
die Anlagefläche 80, 80' aufsetzbar ist und zwei Auslässe aufweist, die sich mit je
einer der beiden Münungen 78 in Deckung bringen lassen.
[0021] An der unteren Platte 52 sind mindestens zwei senkrechte Bolzen 82 befestigt, die
eine maßgenau geschliffene Oberfläche aufweisen und in je einer entsprechend bearbeiteten
Büchse 84 in der Platte 70 bzw. 70' geführt sind. Somit läßt sich die Platte 52 samt
Formteil 58 und Membran 60 von unten her in einer Schließbewegung an die beiden Platten
70 und 70' anlegen, wenn diese zuvor in die Stellung gemäß Fig. 3 und 5 gebracht worden
sind, in der sie in der Meridianebene M aneinanderliegen. Als Führungen für die Bewegungen
der beiden Platten 70 und 70' normal zur Meridianebene M sind im dargetellten Beispiel
entsprechende, jedoch waagerechte Bolzen 86 und Büchsen 88 vorgesehen.
[0022] Ehe in dem in Fig. 2 und 3 gesondert dargestellten Formwerkzeug 50 ein Ansatz 16
gepreßt werden kann, müssen die Mündungen 78 des mit keramischem Granulat gefüllten
Formhohlraums 76 verschlossen werden. Das geschieht dadurch, daß ein zuvor im Formwerkzeug
20 gemäß Fig. 1 gepreßter becherförmiger Hohlkörper 10 mit seiner zylindrischen äußeren
Wand 12 dicht auf die Mündungen 78 gedrückt wird. Zu diesem Zweck wird der Hohlkörper
10 dem Formwerkzeug 20 entnommen und zwischen einem in ihn eindringenden Stützkörper
90 sowie einem von außen her an seinen Boden 14 angelegten Gegenhalter 92 eingespannt
und sodann in die Stellung gemäß Fig. 4 und 5 gebracht.
[0023] Stützkörper 90 und Gegenhalter 92, die beide eine zylindrische Außenfläche haben,
sind kolbenartig verschiebbar in einer Zylinderbohrung 94 des Tragkörpers 72 geführt
und mit je einer hydraulischen oder pneumatischen Kolbenzylindereinheit 96 bzw. 98
verbunden. Diese sind derart gesteuert, daß der becherförmige Hohlkörper 10 bei der
Bewegung in die Stellung gemäß Fig. 4 und 5 ständig fest zwischen Stützkörper 90 und
Gegenhalter 92 eingespannt bleibt.
[0024] Zum isostatischen Pressen des Ansatzes 16 wird durch den Fluidkanal 56 und weiter
durch die Kanäle 68 Drucköl an die Unterseite der Membran 60 geleitet, wie dies beim
isostatischen Pressen an sich üblich ist. Eine Besonderheit der dargestellten Vorrichtung
besteht darin, daß der Ansatz 16, während er isostatisch gepreßt wird, zugleich an
den zuvor gepreßten Hohlkörper 10 angepreßt und mit diesem zu einer Einheit verbunden
wird, ohne daß dadurch die Gleichmäßigkeit der isostatischen Pressung beeinträchtigt
wird.
[0025] Anschließend wird der Raum unterhalb der Membran 60 wieder von Drucköl entlastet
und unter Vakuum gesetzt. Sodann wird die Platte 52 samt Formteil 58 und Membran 60
nach unten abgezogen, wodurch der gepreßte Ansatz 16 im Bereich seines äußeren Umfangs
bis hin zu zwei zur Meridianebene M parallelen Ebenen freigelegt wird. Anschließend
werden die beiden Formteile 74 und 74' quer zur Meridianebene M auseinanderbewegt,
so daß der Ansatz 16 auch im Bereich seines inneren Umfangs bis hin zu den beiden
genannten, zur Meridianebene M parallelen Ebenen freigelegt wird. Sodann werden Stützkörper
90 und Gegenhalter 92 gemeinsam aus der Zylinderbohrung 94 des Tragkörpers 72 herausbewegt
und schließlich auseinanderbewegt, so daß der becherförmige Hohlkörper 10 mit angepreßtem
henkelförmigen Ansatz 16, also eine vollständige Henkeltasse, entnommen werden kann.
[0026] Der Ansatz 16 braucht nur noch entgratet zu werden; zu diesem Zweck genügt es im
allgemeinen, ihn zwischen zwei parallelen Schleifbändern oder dergleichen hindurchzuführen,
um die zwischen der Membran 60 und den beiden Formteilen 74 und 74' gebildeten Grate
zu beseitigen. Die äußere Umfangsfläche des Ansatzes 16 bedarf keiner Nachbearbeitung,
da sie nur von der Membran 60 geformt worden ist. An der inneren Umfangsfläche des
Ansatzes 16 bildet sich im allgemeinen kein störender Grat, wenn die beiden Formteile
74 und 74', wie üblich, aus hartem Stahl bestehen und deshalb auch nach längerem Gebrauch
bei geschlossenem Formwerkzeug 50 völlig dicht aneinanderliegen.
1. Verfahren zum Herstellen keramischer Hohlkörper (10) mit seitlichem Ansatz (16), insbesondere
von Henkeltassen, bei dem der Ansatz aus rieselfähiger keramischer Masse isostatisch
gepreßt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem ersten Arbeitsgang ein Hohlkörper (10) ohne Ansatz hergestellt wird
und der Ansatz (16) in einem zweiten Arbeitsgang hergestellt und dabei durch den isostatischen
Preßdruck mit dem becherförmigen Hohlkörper (10) verbunden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper (10) in dem ersten Arbeitsgang ebenfalls isostatisch gepreßt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß jeweils während des Pressens eines Hohlkörpers (10) in einem ersten Formwerkzeug
(20) ein zweites Formwerkzeug (50) für das Pressen eines Ansatzes (16) vorbereitet
wird, indem ein Formhohlraum (76) des zweiten Formwerkzeugs (50) mit rieselfähiger
keramischer Masse gefüllt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper (10) an seiner Innenseite abgestützt wird, während die den Ansatz
(16) bildende keramische Masse dem isostatischen Preßdruck ausgesetzt wird.
5. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4 mit gegeneinander
bewegbaren Formteilen (58, 74, 74') und einer mit Fluiddruck belastbaren Membran (60)
zum isostatischen Pressen rieselfähiger keramischer Masse in einem Formhohlraum (76)
für einen Ansatz (16) eines Hohlkörpers (10),
dadurch
gekennzeichnet, daß
- mindestens eines der gegeneinander bewegbaren Formteile (58, 74, 74') eine Anlagefläche
(80, 80') für den gesondert hergestellten Hohlkörper (10) aufweist,
- der Formhohlraum (76) mindestens eine in dieser Anlagefläche (80, 80') liegende
Mündung (78) aufweist und
- zum Anlegen des Hohlkörpers (10) an die Anlagefläche (80, 80') mindestens ein Stützkörper
(90) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Stützkörper (90) dem Innenraum des Hohlkörpers (10) angepaßt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Gegenhalter (92) von außen her an den Hohlkörper (10) anlegbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß ein als Matrize ausgebildetes Formteil (58) mit der Membran (60) zum isostatischen
Pressen des Ansatzes (16) ausgekleidet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Pressen henkelförmiger Ansätze (16) zwei Formteile (74, 74'), die gemeinsam
eine Patrize bilden, je einen Teil der Anlagefläche (80, 80') für den gesondert hergestellten
becherförmigen Hohlkörper (10) aufweisen, in einer Meridianebene (M) des Hohlkörpers
(10) und seines Ansatzes (16) geteilt und normal zu dieser Meridianebene (M) gegeneinander
bewegbar sind.
1. A method of producing ceramic hollow bodies (10) with a lateral appendage (16), in
particular cups with a handle, wherein the appendage is isostatically pressed from
a pourable ceramic substance,
characterized in that a hollow body (10) without appendage is produced in a first
operating cycle and the appendage (16) is produced in a second operating cycle being
thereby connected to the cup-shaped hollow body by isostatic pressure.
2. A method according to claim 1,
characterized in that the hollow body (10) is also isostatically pressed in the first
operating cycle.
3. A method according to claim 2,
characterized in that during each respective pressing of a hollow body (10) in a first
die (20), a second die (50) is prepared for pressing an appendage (16) by filling
a mould cavity (76) of the second die (50) with a pourable ceramic substance.
4. A method according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that the hollow body (10) is supported at its inner surface while
the ceramic substance forming the appendage (16) is subjected to isostatic pressure.
5. Apparatus for carrying out the method according to any one of claims 1 to 4, comprising
mould parts (58, 74, 74') movable against each other and a membrane (60) capable of
bearing fluid pressure for isostatic pressing of a pourable ceramic substance in a
mould cavity (76) to form an appendage (16) of a hollow body (10),
characterized in that
- at least one of the mould parts (58, 74, 74') movable against each other comprises
an abutting surface (80, 80') for the separately produced hollow body (10),
- the mould cavity (76) comprises at least one opening (78) located on said abutting
surface (80, 80'), and
- at least one supporting body (90) is provided for applying the hollow body (10)
to the abutting surface (80, 80').
6. Apparatus according to claim 5,
characterized in that the supporting body (90) is adapted to fit the interior space
of the hollow body (10).
7. Apparatus according to claim 6,
characterized in that a hold-up means (92) is adapted to be applied to the hollow
body (10) from the outside.
8. Apparatus according to any one of claims 5 to 7,
characterized in that a die part (58), formed as a female die, is lined with the membrane
(60) for isostatic pressing of the appendage (16).
9. Apparatus according to claim 8,
characterized in that for pressing handle-shaped appendages (16), two die parts (74,
74'), together forming the male die, respectively comprise part of the abutting surface
(80, 80') for the separately produced cup-shaped hollow body (10), the die parts being
separated along a meridional plane (M) of the hollow body (10) and its appendage (16)
and movable against each other normal to said meridional plane (M).
1. Procédé pour la fabrication d'objets creux en céramique (10) avec appendice latéral
(16), plus particulièrement de tasses à anse, procédé dans lequel l'appendice se fabrique
par compression isostatique d'une matière céramique coulante,
caractérisé en ce que, dans une étape initiale, un objet creux (10) est fabriqué sans appendice,
et en ce que dans une deuxième phase, l'appendice (16) est fabriqué et, en ce faisant,
est attaché à l'objet creux (10) sous forme de coupe par l'effort de compression isostatique.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'objet creux (10) est, lui aussi, formé par compression isostatique dans
la première étape.
3. Procédé selon la revendication 2,
caractérisé en ce que chaque fois qu'un objet creux (10) est formé par compression dans un premier
moule (20), un second moule (50), destiné à la compression d'un appendice (16), est
préparé par le remplissage, avec une matière céramique coulante, d'une cavité (76)
du second moule (50).
4. Procédé selon une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que l'objet creux (10) est supporté à son intérieur, pendant que la matière
céramique formant l'appendice (10) est soumise à la compression isostatique.
5. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon une quelconque des revendications
1 à 4, ledit dispositif étant muni de parties de moule (58, 74, 74') capables d'être
déplacées l'une vers l'autre, et d'une membrane (60), à laquelle peut être appliquée
une pression de fluide, destinées à la compression isostatique d'une matière céramique
coulante dans une cavité de moule (76) pour un appendice (16) d'un objet creux (10),
caractérisé en ce que
- une, au moins, des parties de moule (58, 74, 74') capables d'être déplacées l'une
vers l'autre, comporte une face d'appui (80, 80') pour l'objet creux (10) fabriqué
séparément,
- la cavité de moule (76) comporte au moins un orifice (78) situé dans ladite face
d'appui (80, 80'), et
- qu'il est prévu au moins un élément de soutien (90) destiné à mettre l'objet creux
(10) en contact avec la face d'appui (80, 80').
6. Dispositif selon la revendication 5,
caractérisé en ce que l'élément de soutien (90) est adapté à l'espace interne de l'objet creux
(10).
7. Dispositif selon la revendication 6,
caractérisé en ce qu'un élément de soutien antagoniste (92) est capable d'être mis en contact
avec l'objet creux (10) par l'extérieur.
8. Dispositif selon une quelconque des revendications 5 à 7,
caractérisé en ce qu'une partie du moule (58), conçue comme matrice, est revêtue à l'intérieur
de la membrane (60) en vue de la compression isostatique de l'appendice (16).
9. Dispositif selon la revendication 8,
caractérisé en ce que, pour la compression d'appendices sous forme d'anse (16), deux parties
de moule (74, 74'), formant ensemble un poinçon, comportent chacune une portion de
la face d'appui (80, 80') de l'objet creux (10), sous forme de coupe, fabriqué séparément,
qu'elles sont partagées dans un plan méridien (M) de l'objet creux (10) et de son
appendice (16), et qu'elles sont capables d'être déplacées l'une vers l'autre dans
une direction normale à ce plan méridien (M).