[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Rotations-Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck
mit einer Wendetrommel zwischen Druckzylindern doppelt großen Durchmessers zweier
aufeinanderfolgender Druckwerke nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Eine solche Rotations-Bogendruckmaschine ist aus JP-SHO 3-12517 bekannt. Danach wird
der Bogen an seiner Vorderkante von an dem Druckzylinder beweglich angeordneten und
im Arbeitstakt der Maschine gesteuerten Klemmgreifern erfaßt und auf ganzer Länge
an dem übergabepunkt vorbeigezogen, an dem der Bogen an die Wendetrommel übergeben
wird, wobei an der Wendetrommel beweglich angeordnete Zangengreifer den Bogen an seiner
Hinterkante erfassen, so daß der Bogen nunmehr mit seiner Hinterkante voraus um die
Wendetrommel herumgeführt wird. Dabei stellt die registerhaltige Bogenübergabe ein
sehr schwieriges Problem dar, weil dazu eine Bogenglättung auf dem als Speichertrommel
fungierenden Druckzylinder erforderlich wäre. Mit bekannten Einrichtungen ist dies
jedoch wegen der erforderlichen Mittel zur formateinstellung am Druckzylinder nicht
erreichbar.
[0003] Aus der DE 30 50 295 ist die Anordnung von in Umfangsrichtung und in Achsrichtung
einer einfachen Umführtrommel bewegliche Saugdüsen bekannt, die den Bogen im hinteren
Bereich zum Zwecke der seitlichen und peripheren Bogenglättung ansaugen. Aus der DE
24 52 096 sind für den gleichen Zweck in einer Umführtrommel Drehsauger mit einer
asymmetrisch angeordneten Saugöffnung vorgesehen, so daß eine Drehbewegung der Drehsauger
zu einer Glättung des in Nähe seiner Hinterkante angesaugten und an der Vorderkante
in einem Greifersystem gehaltenen Bogens in seitlicher Richtung und in Umfangsrichtung
führt. In dieser Druckschrift sind auch mehrere Drehsauger in einer Reihe quer zur
Maschinenlängsmitte nebeneinander und mit einem von der Maschinenlängsmitte nach außen
größer werdenden Drehwinkel offenbart. Vergleichbare Anordnungen sind auch in der
DE 30 36 790 C2 beschrieben.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Rotations-Bogendruckmaschine
für den Schön- und Widerdruck mit einer Wendetrommel zwischen doppelt großen Druckzylindern
zweier aufeinanderfolgender Druckwerke eine registerhaltige Bogenübergabe von dem
als Speichertrommel wirkenden Druckzylinder des in Bogenlaufrichtung vorderen Druckwerks
an die Wendetrommel bei der Bogenwendung zu erreichen.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Ausbildung mit den Merkmalen nach dem
Kennzeichen des Patentanspruches 1.
[0006] Durch diese Saugdüsen in der Wendetrommel wird das hintere Ende des am übergabepunkt
zur Wendetrommel vorbeilaufenden, am Druckzylinder geführten und mit seiner Vorderkante
in den Klemmgreifern des Druckzylinders gehaltenen Bogens angesaugt, wobei die Saugkräfte
sowohl entgegen der Umlaufrichtung des Druckzylinders peripher als auch diagonal zur
Seite wirksam sind, so daß der Bogen sowohl in Umfangsrichtung als auch in seitlicher
Richtung geglättet wird, damit er glatt und eben an der Umfangsfläche des Druckzylinders
anliegt, wenn die Zangengreifer der Wendetrommel die Bogenhinterkante erfassen. Da
die Klemmgreifer des Druckzylinders den Bogen an seiner Vorderkante sicher halten,
kann bei dieser Glättbewegung gegebenenfalls eine geringe Relativbewegung zwischen
den Saugdüsen und dem in seinem hinteren Bereich gegen die Wendetrommel angesaugten
Bogen erfolgen. Gleichzeitig wird durch die erfindungsgemäß vorgesehenen Saugdüsen
eine größere Sicherheit bei der Bogenerfassung an seiner Hinterkante durch die Zangengreifer
der Wendetromml erreicht, weil die Sauger in der Wendetrommel die Bogenhinterkante
stets in eine genaue Position bringen, in der sie von den Zangengreifern der Wendetrommel
erfaßt werden.
[0007] Zur konstruktiven Verwirklichung des Erfindungsgedankens sind an sich bekannte Drehsauger
mit asymmetrisch zur Drehachse liegender Saugöffnung geeignet, wie sie beispielsweise
in der DE 24 52 096 beschrieben sind. Geeignet sind aber auch bekannte Anordnungen,
zum Beispiel entsprechend der DE 30 36 790.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können die in der Wendetrommel in der Nähe
der Zangengreifer angeordneten Drehsauger quer zur Maschinenmitte mit einem Abstand
nebeneinander und einem von der Maschinenmitte nach außen größer werdenden Drehwinkel
zur Bogenglättung angeordnet sein.
[0009] Schließlich ist hervorzuheben, daß die Erfindungsmerkmale zu den gleichen Vorteilen
der Bogenglättung führen, wenn die Wendetrommel lediglich als Umführtrommel beim Schöndruck
verwendet wird.
[0010] Auf der Zeichnung sind die Erfindungsmerkmale an einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
Es zeigen:
- Figur 1
- das Schema einer Bogenrotationsdruckmaschine mit doppelt großen Druckzylindern und
einer zwischen diesen angeordneten doppelt großen Wendetrommel,
- Figur 2
- in einem gegenüber Figur 1 leicht vergrößerten Maßstab eine Verdeutlichung der Bogenführung
an der Wendetrommel und
- Figur 3
- eine schematische Draufsicht auf nebeneinander an der Wendetrommel angeordnete Saugdüsen.
[0011] In der Figur 1 weisen die Gummituchzylinder 1 und 2 zweier aufeinanderfolgender Druckwerke
einen einfach großen Nenndurchmesser auf. Die mit den Gummituchzylindern 1 und 2 zusammenwirkenden
Druckzylinder 3 und 4 sind dagegen mit zweifach großem Nenndurchmesser ausgestattet.
Zwischen den beiden doppelt großen Druckzylindern 3 und 4 der beiden aufeinanderfolgenden
Druckwerke ist eine Wendetrommel 5 mit einem ebenfalls doppelt großen Durchmesser
angeordnet. Die zu bedruckenden Bogen 6 werden in einem Bogenanleger 7 nacheinander
durch das Klemmgreifersystem 8 des in Bogenlaufrichtung vorderen Druckzylinders 3
an ihrer Vorderkante erfaßt, durch den Druckspalt des in Bogenlaufrichtung vorderen
Druckwerks transportiert und über die bei Schöndruck als Umführtrommel genutzte Wendetrommel
dem zweiten Druckwerk zugeführt. Im Widerdruck wird der zu bedruckende Bogen 6 durch
die Wendetrommel gewendet und mit seiner Hinterkante voraus dem zweiten Druckwerk
zugeführt.
[0012] Erfindungsgemäß weist die Wendetrommel 5 in Nähe ihres Greifersystems 9 angeordnete
Saugdüsen 10 auf, die den im Widerdruck am übergabepunkt vorbeigeführten Bogen 6 an
seiner Hinterkante gegen den Umfang der Wendetrommel 5 ansaugen und dabei eine Bewegung
quer zur Maschinenlängsrichtung ausführen, so daß der an seiner Vorderkante durch
das Greifersystem 8 des Druckzylinders 3 des in Bogenlaufrichtung vorderen Druckwerkes
gehaltene Bogen 6 auf ganzer Länge glatt gegen den Umfang des Druckzylinders 3 anliegt
und im Augenblick der übergabe mit seiner Hinterkante eine exakt definierte Position
einnimmt, in der das Greifersystem 9 der Wendetrommel 5 die Bogenhinterkante erfaßt.
Der übergabepunkt ist dabei durch die gerade Verbindungslinie 11 der Drehachsen des
Druckzylinders 3 und der Wendetrommel 5 definiert. Nach der Freigabe der Vorderkante
des Bogens 6 durch das Greifersystem 8 des Druckzylinders 3 und dem Abschalten der
Saugdüsen 10 wird der nunmehr gewendete Bogen mit der Bogenhinterkante voraus dem
Greifersystem 12 des Druckzylinders 4 zugeführt.
[0013] In der Figur 3 ist schematisch dargestellt, daß die Saugdüsen 10 quer zur Maschinenlängsmitte
mit einem Abstand nebeneinander angeordnet sein können, wobei die asymmetrisch angeordneten
Saugöffnungen 13 in der Ansaugphase eine Drehbewegung mit einem von der Maschinenlängsmitte
nach außen größer werdenden Drehwinkel ausführen, um dadurch die seitliche Bogenstraffung
neben der Bogenstraffung in Umfangsrichtung zu erreichen.
Teileliste
[0014]
- 1
- Gummituchzylinder
- 2
- Gummituchzylinder
- 3
- Druckzylinder
- 4
- Druckzylinder
- 5
- Wendetrommel
- 6
- Bogen
- 7
- Bogenanleger
- 8
- Greifersystem
- 9
- Greifersystem
- 10
- Saugdüse
- 11
- Verbindungslinie
- 12
- Greifersystem
- 13
- Saugöffnung
1. Rotations-Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck mit einer Wendetrommel zwischen
Druckzylindern doppelt großen Durchmessers zweier aufeinanderfolgender Druckwerke,
bei der der an seiner Vorderkante von Greifern des in Bogenlaufrichtung vorderen Druckzylinders
erfaßte Bogen bei seiner übergabe an die ebenfalls doppelt große Wendetrommel von
Greifern der Wendetrommel an seiner Hinterkante erfaßt wird, bevor die den Bogen an
seiner Vorderkante haltenden Greifer des Druckzylinders öffnen,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer als Speichertrommel wirksamen Ausbildung eines doppelt großen Druckzylinders
(3) Saugdüsen (10) zum diagonalen und peripheren Spannen des Bogens (6) in der Wendetrommel
(5) angeordnet sind, die den an dem in Bogenlaufrichtung vorderen Druckzylinder (3)
geführten Bogen (6) in Nähe seiner Hinterkante gegen den Umfang der Wendetrommel (5)
ansaugen und dabei am Umfang des Druckzylinders diagonal und peripher glätten, bevor
die den Bogen (6 ) an seiner Hinterkante erfassenden Greifer (9) der Wendetrommel
(5) schließen und die den Bogen an seiner Vorderkante haltenden Greifer (8) des Druckzylinders
(3) öffnen.
2. Rotations-Bogendruckmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß im hinteren Bereich der Bogenanlage eines doppelt großen Druckzylinders (3) an
sich bekannte Drehsauger (10) mit asymmetrisch zur Drehachse liegender Saugöffnung
(13) angeordnet sind.
3. Rotations-Bogendruckmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß im hinteren Anlagebereich des Bogens (6) an einem als Speichertrommel wirksamen
Druckzylinder (3) zweifach großen Durchmessers in der Wendetrommel (5) mehrere Drehsauger
(10 ) quer zur Maschinenlängsmitte mit einem Abstand nebeneinander und einem von der
Maschinenlängsmitte nach außen größer werdenden Drehwinkel angeordnet sind.