(19)
(11) EP 0 649 742 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.04.1995  Patentblatt  1995/17

(21) Anmeldenummer: 94115934.5

(22) Anmeldetag:  10.10.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B41F 21/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 22.10.1993 DE 4336047

(71) Anmelder: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
D-69115 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Helmstädter, Karl-Heinz
    D-74889 Sinsheim (DE)
  • Spiegel, Nikolaus, Dr.
    D-69190 Walldorf (DE)

(74) Vertreter: Stoltenberg, Heinz-Herbert Baldo 
c/o Heidelberger Druckmaschinen AG Kurfürsten-Anlage 52-60
D-69115 Heidelberg
D-69115 Heidelberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Rotations-Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck mit einem als Speichertrommel wirksamen Druckzylinder doppelt grossen Durchmessers


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf eine Rotations-Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck mit einer Wendetrommel (5) zwischen Druckzylindern (3,4) doppelt großen Durchmessers, bei der der an seiner Vorderkante von Greifern (8) des Druckzylinders (3) erfaßte Bogen bei seiner übergabe an die Wendetrommel (5) von Greifern (9) der Wendetrommel an seiner Hinterkante erfaßt wird. In der Wendetrommel (5) sind Saugdüsen (10) angeordnet, die den an dem Druckzylinder (3) geführten Bogen (6) in Nähe seiner Hinterkante gegen die Wendetrommel (5) ansaugen und dabei am Umfang des Druckzylinders (3) diagonal und peripher glätten, bevor die den Bogen an seiner Hinterkante erfassenden Greifer (9) der Wendetrommel (5) schließen und die den Bogen (6) an seiner Vorderkante haltenden Greifer (8) des Druckzylinders öffnen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Rotations-Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck mit einer Wendetrommel zwischen Druckzylindern doppelt großen Durchmessers zweier aufeinanderfolgender Druckwerke nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

    [0002] Eine solche Rotations-Bogendruckmaschine ist aus JP-SHO 3-12517 bekannt. Danach wird der Bogen an seiner Vorderkante von an dem Druckzylinder beweglich angeordneten und im Arbeitstakt der Maschine gesteuerten Klemmgreifern erfaßt und auf ganzer Länge an dem übergabepunkt vorbeigezogen, an dem der Bogen an die Wendetrommel übergeben wird, wobei an der Wendetrommel beweglich angeordnete Zangengreifer den Bogen an seiner Hinterkante erfassen, so daß der Bogen nunmehr mit seiner Hinterkante voraus um die Wendetrommel herumgeführt wird. Dabei stellt die registerhaltige Bogenübergabe ein sehr schwieriges Problem dar, weil dazu eine Bogenglättung auf dem als Speichertrommel fungierenden Druckzylinder erforderlich wäre. Mit bekannten Einrichtungen ist dies jedoch wegen der erforderlichen Mittel zur formateinstellung am Druckzylinder nicht erreichbar.

    [0003] Aus der DE 30 50 295 ist die Anordnung von in Umfangsrichtung und in Achsrichtung einer einfachen Umführtrommel bewegliche Saugdüsen bekannt, die den Bogen im hinteren Bereich zum Zwecke der seitlichen und peripheren Bogenglättung ansaugen. Aus der DE 24 52 096 sind für den gleichen Zweck in einer Umführtrommel Drehsauger mit einer asymmetrisch angeordneten Saugöffnung vorgesehen, so daß eine Drehbewegung der Drehsauger zu einer Glättung des in Nähe seiner Hinterkante angesaugten und an der Vorderkante in einem Greifersystem gehaltenen Bogens in seitlicher Richtung und in Umfangsrichtung führt. In dieser Druckschrift sind auch mehrere Drehsauger in einer Reihe quer zur Maschinenlängsmitte nebeneinander und mit einem von der Maschinenlängsmitte nach außen größer werdenden Drehwinkel offenbart. Vergleichbare Anordnungen sind auch in der DE 30 36 790 C2 beschrieben.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Rotations-Bogendruckmaschine für den Schön- und Widerdruck mit einer Wendetrommel zwischen doppelt großen Druckzylindern zweier aufeinanderfolgender Druckwerke eine registerhaltige Bogenübergabe von dem als Speichertrommel wirkenden Druckzylinder des in Bogenlaufrichtung vorderen Druckwerks an die Wendetrommel bei der Bogenwendung zu erreichen.

    [0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Ausbildung mit den Merkmalen nach dem Kennzeichen des Patentanspruches 1.

    [0006] Durch diese Saugdüsen in der Wendetrommel wird das hintere Ende des am übergabepunkt zur Wendetrommel vorbeilaufenden, am Druckzylinder geführten und mit seiner Vorderkante in den Klemmgreifern des Druckzylinders gehaltenen Bogens angesaugt, wobei die Saugkräfte sowohl entgegen der Umlaufrichtung des Druckzylinders peripher als auch diagonal zur Seite wirksam sind, so daß der Bogen sowohl in Umfangsrichtung als auch in seitlicher Richtung geglättet wird, damit er glatt und eben an der Umfangsfläche des Druckzylinders anliegt, wenn die Zangengreifer der Wendetrommel die Bogenhinterkante erfassen. Da die Klemmgreifer des Druckzylinders den Bogen an seiner Vorderkante sicher halten, kann bei dieser Glättbewegung gegebenenfalls eine geringe Relativbewegung zwischen den Saugdüsen und dem in seinem hinteren Bereich gegen die Wendetrommel angesaugten Bogen erfolgen. Gleichzeitig wird durch die erfindungsgemäß vorgesehenen Saugdüsen eine größere Sicherheit bei der Bogenerfassung an seiner Hinterkante durch die Zangengreifer der Wendetromml erreicht, weil die Sauger in der Wendetrommel die Bogenhinterkante stets in eine genaue Position bringen, in der sie von den Zangengreifern der Wendetrommel erfaßt werden.

    [0007] Zur konstruktiven Verwirklichung des Erfindungsgedankens sind an sich bekannte Drehsauger mit asymmetrisch zur Drehachse liegender Saugöffnung geeignet, wie sie beispielsweise in der DE 24 52 096 beschrieben sind. Geeignet sind aber auch bekannte Anordnungen, zum Beispiel entsprechend der DE 30 36 790.

    [0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können die in der Wendetrommel in der Nähe der Zangengreifer angeordneten Drehsauger quer zur Maschinenmitte mit einem Abstand nebeneinander und einem von der Maschinenmitte nach außen größer werdenden Drehwinkel zur Bogenglättung angeordnet sein.

    [0009] Schließlich ist hervorzuheben, daß die Erfindungsmerkmale zu den gleichen Vorteilen der Bogenglättung führen, wenn die Wendetrommel lediglich als Umführtrommel beim Schöndruck verwendet wird.

    [0010] Auf der Zeichnung sind die Erfindungsmerkmale an einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigen:
    Figur 1
    das Schema einer Bogenrotationsdruckmaschine mit doppelt großen Druckzylindern und einer zwischen diesen angeordneten doppelt großen Wendetrommel,
    Figur 2
    in einem gegenüber Figur 1 leicht vergrößerten Maßstab eine Verdeutlichung der Bogenführung an der Wendetrommel und
    Figur 3
    eine schematische Draufsicht auf nebeneinander an der Wendetrommel angeordnete Saugdüsen.


    [0011] In der Figur 1 weisen die Gummituchzylinder 1 und 2 zweier aufeinanderfolgender Druckwerke einen einfach großen Nenndurchmesser auf. Die mit den Gummituchzylindern 1 und 2 zusammenwirkenden Druckzylinder 3 und 4 sind dagegen mit zweifach großem Nenndurchmesser ausgestattet. Zwischen den beiden doppelt großen Druckzylindern 3 und 4 der beiden aufeinanderfolgenden Druckwerke ist eine Wendetrommel 5 mit einem ebenfalls doppelt großen Durchmesser angeordnet. Die zu bedruckenden Bogen 6 werden in einem Bogenanleger 7 nacheinander durch das Klemmgreifersystem 8 des in Bogenlaufrichtung vorderen Druckzylinders 3 an ihrer Vorderkante erfaßt, durch den Druckspalt des in Bogenlaufrichtung vorderen Druckwerks transportiert und über die bei Schöndruck als Umführtrommel genutzte Wendetrommel dem zweiten Druckwerk zugeführt. Im Widerdruck wird der zu bedruckende Bogen 6 durch die Wendetrommel gewendet und mit seiner Hinterkante voraus dem zweiten Druckwerk zugeführt.

    [0012] Erfindungsgemäß weist die Wendetrommel 5 in Nähe ihres Greifersystems 9 angeordnete Saugdüsen 10 auf, die den im Widerdruck am übergabepunkt vorbeigeführten Bogen 6 an seiner Hinterkante gegen den Umfang der Wendetrommel 5 ansaugen und dabei eine Bewegung quer zur Maschinenlängsrichtung ausführen, so daß der an seiner Vorderkante durch das Greifersystem 8 des Druckzylinders 3 des in Bogenlaufrichtung vorderen Druckwerkes gehaltene Bogen 6 auf ganzer Länge glatt gegen den Umfang des Druckzylinders 3 anliegt und im Augenblick der übergabe mit seiner Hinterkante eine exakt definierte Position einnimmt, in der das Greifersystem 9 der Wendetrommel 5 die Bogenhinterkante erfaßt. Der übergabepunkt ist dabei durch die gerade Verbindungslinie 11 der Drehachsen des Druckzylinders 3 und der Wendetrommel 5 definiert. Nach der Freigabe der Vorderkante des Bogens 6 durch das Greifersystem 8 des Druckzylinders 3 und dem Abschalten der Saugdüsen 10 wird der nunmehr gewendete Bogen mit der Bogenhinterkante voraus dem Greifersystem 12 des Druckzylinders 4 zugeführt.

    [0013] In der Figur 3 ist schematisch dargestellt, daß die Saugdüsen 10 quer zur Maschinenlängsmitte mit einem Abstand nebeneinander angeordnet sein können, wobei die asymmetrisch angeordneten Saugöffnungen 13 in der Ansaugphase eine Drehbewegung mit einem von der Maschinenlängsmitte nach außen größer werdenden Drehwinkel ausführen, um dadurch die seitliche Bogenstraffung neben der Bogenstraffung in Umfangsrichtung zu erreichen.

    Teileliste



    [0014] 
    1
    Gummituchzylinder
    2
    Gummituchzylinder
    3
    Druckzylinder
    4
    Druckzylinder
    5
    Wendetrommel
    6
    Bogen
    7
    Bogenanleger
    8
    Greifersystem
    9
    Greifersystem
    10
    Saugdüse
    11
    Verbindungslinie
    12
    Greifersystem
    13
    Saugöffnung



    Ansprüche

    1. Rotations-Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck mit einer Wendetrommel zwischen Druckzylindern doppelt großen Durchmessers zweier aufeinanderfolgender Druckwerke, bei der der an seiner Vorderkante von Greifern des in Bogenlaufrichtung vorderen Druckzylinders erfaßte Bogen bei seiner übergabe an die ebenfalls doppelt große Wendetrommel von Greifern der Wendetrommel an seiner Hinterkante erfaßt wird, bevor die den Bogen an seiner Vorderkante haltenden Greifer des Druckzylinders öffnen,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß bei einer als Speichertrommel wirksamen Ausbildung eines doppelt großen Druckzylinders (3) Saugdüsen (10) zum diagonalen und peripheren Spannen des Bogens (6) in der Wendetrommel (5) angeordnet sind, die den an dem in Bogenlaufrichtung vorderen Druckzylinder (3) geführten Bogen (6) in Nähe seiner Hinterkante gegen den Umfang der Wendetrommel (5) ansaugen und dabei am Umfang des Druckzylinders diagonal und peripher glätten, bevor die den Bogen (6 ) an seiner Hinterkante erfassenden Greifer (9) der Wendetrommel (5) schließen und die den Bogen an seiner Vorderkante haltenden Greifer (8) des Druckzylinders (3) öffnen.
     
    2. Rotations-Bogendruckmaschine nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß im hinteren Bereich der Bogenanlage eines doppelt großen Druckzylinders (3) an sich bekannte Drehsauger (10) mit asymmetrisch zur Drehachse liegender Saugöffnung (13) angeordnet sind.
     
    3. Rotations-Bogendruckmaschine nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß im hinteren Anlagebereich des Bogens (6) an einem als Speichertrommel wirksamen Druckzylinder (3) zweifach großen Durchmessers in der Wendetrommel (5) mehrere Drehsauger (10 ) quer zur Maschinenlängsmitte mit einem Abstand nebeneinander und einem von der Maschinenlängsmitte nach außen größer werdenden Drehwinkel angeordnet sind.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht