[0001] Die Erfindung betrifft ein Winkelstück für Hohlleiterverbindungen der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Art.
[0002] Winkelstücke und Krümmer für Hohlleiterverbindungen, dienen der möglichst reflexionsfreien
Richtungsänderung des Energieflusses im Hohlleiter. Während dies in Krümmern stetig
verläuft, wird die Richtungsänderung in Winkelstücken sprungartig vollzogen. Die Biegung
bzw. Knickung kann dabei sowohl in der E-Ebene als auch in der H-Ebene erfolgen. Bei
Winkelstücken erhält man geringere Reflexionsfaktoren bei einer 45
°-Stellung oder durch Mehrfachknickung, wobei z. B. drei Umlenkflächen mit einem Knickwinkel
von 26,3°, 37,4° und 26,3° aneinandergereiht werden.
[0003] Bekannte Winkelstücke der eingangs genannten Art sind einteilig und weisen eine geschlossene
Bauform auf. Dadurch bedingt werden sie als Feingußteile hergestellt. Feinguß ist
jedoch durch sein Einzelfertigungsverfahren sehr kostenaufwendig.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Winkelstück für Hohlleiterverbindungen
der eingangs genannten Art konstruktiv so zu gestalten, daß seine Herstellung durch
kostengünstigere Verfahren möglich wird.
[0005] Die Aufgabe ist bei einem Winkelstück für Hohlleiterverbindungen der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 definierten Gattung erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichenteil
des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Das erfindungsgemäße Winkelstück zeichnet sich durch eine einseitig offene Bauweise
aus, was die Herstellung in einem Gießverfahren mit wiederverwendbaren Gießformen,
z. B. Druckgußverfahren, erlaubt. Die einseitig geöffnete Form des Werkstücks wird
durch das eingesetzte weiterführende Hohlleiterrohr vervollständigt, so daß wieder
ein geschlossenes Winkelstück entsteht. Das zweite weiterführende Hohlleiterrohr wird
dann mit einem daran ausgebildeten Stirnflansch auf die Flanschfläche des Winkelstücks
so aufgesetzt, daß es die Anschlußöffnung koaxial umschließt, wobei die Innenkontur
des Hohlleiterrohrs bündig mit der Anschlußöffnung ist. Die Fertigungskosten für das
Winkelstück lassen sich z. B. beim Übergang vom Feingußverfahren auf das Druckgußverfahren
bis auf 10 % reduzieren.
[0007] Vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Winkelstücks mit zweckmäßigen
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen
angegeben.
[0008] Zum paßgenauen Einsetzen des weiterführenden Hohlleiterrohrs in die Einstecknut der
Kappe sind die lichten Abmessungen der zur Anschlußöffnung koaxialen Einstecknut um
die doppelte Wandstärke des einzusetzenden Hohlleiterrohrs größer gewählt als die
entsprechenden lichten Maße der Anschlußöffnung. Hierdurch ist sichergestellt, daß
die Innenkontur des Hohlleiterrohrs bündig mit der Anschlußöffnung ist und keine reflektierenden
Kanten im Hohlleiterinnern vorhanden sind.
[0009] Das in die Einstecknut eingesetzte Hohlleiterrohr wird mit der Kappe elektrisch leitend
und mechanisch fest verbunden, was durch einen Metall-Leitkleber oder durch Einlöten
mit einem leitfähigen Lot bewerkstelligt werden kann.
[0010] Die Erfindung ist anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Winkelstücks für eine Hohlleiterverbindung in der
H-Ebene mit einem darin einzusetzenden weiterführenden Hohlleiterrohr,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht einer mit dem Winkelstück gemäß Fig. 1 hergestellten Hohlleiterverbindung
mit 90° -Umlenkung,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines Winkelstücks in der E-Ebene mit darin einzusetzendem
weiterführenden Hohlleiterrohr.
[0011] Das in Fig. 1 in perspektivischer Ansicht dargestellte Winkelstück 10 für eine 90°
-Umlenkung in der H-Ebene weist in bekannter Weise zwei Anschlußöffnungen 11, 12 für
jeweils ein weiterführendes, rechteckförmiges Hohlleiterrohr 13, 14 (Fig. 2) sowie
eine Umlenkfläche 15 zur reflexionsarmen Umlenkung des Energieflusses vom Hohlleiterrohr
13 zum Hohlleiterrohr 14 oder umgekehrt auf. Die Anschlußöffnungen 11, 12 sind so
zueinander angeordnet, daß ihre Normalen rechtwinklig aufeinander stehen. Die Umlenkfläche
15 ist symmetrisch zu den Anschlußöffnungen 11, 12 ausgerichtet, wobei deren Normalen
einen Winkel von 45° zu den Normalen der Anschlußöffnungen 11, 12 einschließt.
[0012] Das Winkelstück 10 weist einen Flansch 16 mit einer Flanschfläche 161 zum Auflegen
eines mit dem weiterführenden Hohlleiterrohr 14 fest verbundenen Stirnflansches 20
(Fig. 2) sowie eine einstückig am Flansch 16 angeformte Kappe 17 auf. In der Flanschfläche
161 ist die Anschlußöffnung 11 und in der Kappe 17 die Anschlußöffnung 12 sowie die
Umlenkfläche 15 ausgebildet. In der Kappe 17 ist eine zur Flanschfläche 161 hin offene
U-förmige Einstecknut 18 eingeformt, die der Anschlußöffnung 12 unmittelbar vorgeordnet
ist. Die zur Anschlußöffnung 12 koaxiale Einstecknut 18 dient der formschlüssigen
Aufnahme eines Endabschnitts des weiterführenden Hohlleiterrohrs 13 und ist so bemessen,
daß bei eingesetztem Hohlleiterrohr 13 die Innenkontur des Hohlleiterrohrs 13 bündig
mit der Anschlußöffnung 12 und die Außenkontur der die Einstecknut 18 abschließenden
Rohrwand 131 des weiterführenden Hohlleiterrohrs 13 bündig mit der Flanschfläche 161
ist. Um dies zu realisieren sind die lichten Abmessungen der Einstecknut 18 so gewählt,
daß sie um die doppelte Wandstärke des weiterführenden Hohlleiterrohrs 13 größer sind
als die entsprechenden lichten Maße der Anschlußöffnung 12.
[0013] Das beschriebene Winkelstück 10 hat durch die beschriebene konstruktive Gestaltung
eine einseitig offene Bauform, so daß es problemlos in einem Gußwerkzeug hergestellt
und ohne Zerstören des Gußwerkzeugs entformt werden kann. Mit einer Gußform kann damit
eine Vielzahl von Winkelstücken, z. B. im Druckgußverfahren, rationell gefertigt werden,
so daß die Fertigungskosten gegenüber einer Herstellung im Feingußverfahren extrem
gesenkt werden können.
[0014] Zur Herstellung einer Hohlleiterverbindung (Fig. 2) wird das weiterführende Hohlleiterrohr
13 mit seinem Endabschnitt in die Einstecknut 18 im Winkelstück 10 eingesetzt, so
daß es mit seiner Stirnseite an der die Anschlußöffnung 12 umgebenden Schulter (19)
anstößt. Dann wird das Hohlleiterrohr 13 in der Einstecknut 18 mechanisch festgelegt,
wobei zugleich auf eine elektrisch leitende Verbindung geachtet wird. Diese Festlegung
kann beispielsweise durch einen elektrisch leitenden Metallkleber erfolgen, der auf
die aneinanderliegenden Flächen von Einstecknut 18 und Hohlleiterrohr 13 vor Einsetzen
des Hohlleiterrohrs 13 aufgebracht wird. Das Hohlleiterrohr 13 kann aber auch mittels
eines elektrisch leitfähigen Lotes in der Einstecknut 18 eingelötet werden. Danach
wird, wie in Fig. 2 dargestellt ist, das zweite weiterführende Hohlleiterrohr 14 mit
dem daran vorzugsweise einstückig befestigten Stirnflansch 20 auf die Flanschfläche
161 des Flansches 16 aufgesetzt und mittels in Fig. 2 strichpunktiert angedeuteter
Schraubverbindungen 21 am Winkelstück 10 festgesetzt. Hierzu sind im Flansch 16 ebenso
wie im Stirnflansch 20 vier Durchsteckbohrungen 22 zum Durchführen der Verbindungsschrauben
vorgesehen.
[0015] In Fig. 3 ist ein Winkelstück 10' für eine Hohlleiterverbindung mit einer 90° -Umlenkung
in der E-Ebene dargestellt. Konstruktiv stimmt dieses Winkelstück 10 mit dem Winkelstück
10 in Fig. 1 überein, so daß gleiche Konstruktionselemente mit gleichen Bezugszeichen
versehen sind.
[0016] Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt.
So können anstelle der einen Umlenkfläche 15 auch mehrere Umlenkflächen vorgesehen
werden, die wiederum symmetrisch zu den Anschlußöffnungen 11, 12 angeordnet werden.
Bei einer Anordnung von drei aufeinanderfolgenden Umlenkflächen betragen die Knickwinkel
der einzelnen Umlenkflächen zueinander 26,3°, 37,4° und 26,3°.
1. Winkelstück für Hohlleiterverbindungen mit zwei Anschlußöffnungen (11, 12) für jeweils
ein Hohlleiterrohr (13, 14), deren Normalen rechtwinklig zueinander ausgerichtet sind,
und mit mindestens einer zwischen den Anschlußöffnungen (11, 12) sich befindlichen
Umlenkfläche (15), deren Normale einen spitzen Winkel zu den Normalen der Anschlußöffnungen
(11, 12) einschließt, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Anschlußöffnung (11) in
der Flanschfläche (161) eines Anschlußflansches (16) angeordnet ist und die andere
Anschlußöffnung (12) sowie die Umlenkfläche (15) in einer mit dem Anschlußflansch
(16) einstückigen Kappe (17) ausgebildet sind und daß in der Kappe (17) der Anschlußöffnung
(12) unmittelbar vorgeordnet eine zur Flanschfläche (161) hin offene Einstecknut (18)
zur formschlüssigen Aufnahme eines Endabschnitts eines Hohlleiterrohrs (13) so ausgeformt
ist, daß bei eingesetztem Hohlleiterrohr (13) die Innenkontur des Hohlleiterrohrs
(13) bündig mit der Anschlußöffnung (12) und die Außenkontur der die Einstecknut (18)
abschließenden Rohrwand (131) des Hohlleiterrohrs (13) bündig mit der Flanschfläche
(161) ist.
2. Winkelstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die lichten Abmessungen der
zur Anschlußöffnung (12) koaxialen Einstecknut (18) um die doppelte Wandstärke des
einzusetzenden Hohlleiterrohrs (13) größer gewählt sind als die entsprechenden lichten
Maße der Anschlußöffnung (12).
3. Winkelstück nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der in die Einstecknut
(18) eingesetzte Endabschnitt des Hohlleiterrohrs (13) fest und elektrisch leitend
mit der Kappe (17) verbunden wird.
4. Winkelstück nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die feste Verbindung von
Hohlleiterrohr (13) und Kappe (17) durch einen auf die aneinander anliegenden Flächen
von Einstecknut (18) und Hohlleiterrohr (13) aufgebrachten elektrisch leitfähigen
Metallkleber hergestellt wird.
5. Winkelstück nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die feste Verbindung von
Hohlleiterrohr (13) und Kappe (17) durch ein elektrisch leitfähiges Lot hergestellt
wird.
6. Winkelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlußflansch
(16) Durchsteckbohrungen (22) zum Hindurchstecken von Verbindungsmitteln (21), vorzugsweise
Verbindungsschrauben, aufweist.
7. Winkelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch seine Herstellung
im Druckgußverfahren.