[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Behandlung von Gegenständen in einer
zum Arbeiten unter Unterdruck ausgelegten, gasdichten Reaktionskammer mit einem Fluor
enthaltenden Gas, bei der ein unter Unterdruck zu haltender Speicherbehälter zur Einstellung
der erforderlichen Fluorkonzentration in dem Gas vorgesehen ist.
[0002] Eine Vorrichtung der vorstehenden Art ist Gegenstand der US-A-3,998,180. Die bekannte
Vorrichtung hat eine Reaktionskammer, in welche aus einem Speicherbehälter Reaktionsgas
geleitet werden kann. Die Leistung der bekannten Anlage ist dadurch begrenzt, daß
nach jeder Fluorbehandlung das Behandlungsgas zunächst aus der Reaktionskammer zurück
in den Speicherbehälter gepumpt und dann die Reaktionskammer belüftet werden muß,
bevor die behandelten Teile ihr entnommen und neue Teile eingefüllt werden können.
Auch die Entsorgung des Fluorgases ist bei der bekannten Vorrichtung aufwendig, da
hierzu viele Ventile geschaltet werden müssen.
[0003] Die US-A-4,994,308 zeigt auch schon eine Vorrichtung mit einer Reaktionskammer, welche
durch eine Wand in zwei Bereiche unterteilt ist, die jedoch über einen Durchlaß in
der Wand druckmäßig miteinander Verbindung haben. Diese Schrift zeigt jedoch keinen
Speicherbehälter zum Zubereiten und Bereithalten des Reaktionsgases. Weiterhin erlaubt
sie keine höhere Leistung als die eingangs genannte Vorrichtung, da in den beiden
Bereichen der Reaktionskammer Teile nur gleichzeitig behandelt werden können.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Fluorbehandlungsanlage so zu gestalten,
daß mit möglichst geringem Aufwand ein Austreten von Fluor ausgeschlossen werden kann
und die eine möglichst hohe Leistung hat.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zusätzlich zu der Reaktionskammer
eine zweite Reaktionskammer vorgesehen ist, daß die Reaktionskammern eingangsseitig
und ausgangsseitig durch jeweils eine Absperrorgane aufweisende Leitung miteinander
verbunden sind, daß zwischen den Reaktionskammern an den Leitungen der Speicherbehälter
angeordnet ist und die ausgangsseitige Leitung mit einer Entsorgungsanlage Verbindung
hat und daß zur Aktivierung der Entsorgungsanlage an den Reaktionskammern und dem
Speicherbehälter jeweils ein Drucksensor angeordnet ist.
[0006] Eine solche Vorrichtung bietet mit geringem Aufwand eine sehr große Sicherheit gegen
das Austreten von Fluor. Undichtigkeiten führen zu einem Einströmen von Umgebungsluft
in die Vorrichtung und daher zu einer sehr leicht feststellbaren Verminderung des
Unterdruckes. Die erfindungsgemäße Vorrichtung benötigt deshalb keine doppelwandige
Reaktionskammer.
[0007] Auch bei der Entsorgung der Vorrichtung stehen alle Apparateteile und Leitungen unter
Unterdruck, weil hinter der Gasentsorgungsanlage eine Vakuumpumpe zum Absaugen des
Gases aus der Reaktionskammer und/oder dem Speicherbehälter bei zu geringem Unterdruck
in der Reaktionskammer und/oder dem Speicherbehälter vorgesehen ist.
[0008] Die Leistung der Vorrichtung ist besonders hoch, weil parallel zum Speicherbehälter
zwei Reaktionskammern vorgesehen sind. Dadurch ist es möglich, eine Reaktionskammer
zu entladen und zu beschicken oder zu warten, während in der anderen Reaktionskammer
die Vorbehandlung mit Fluor stattfindet.
[0009] Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihre
Grundprinzips ist in der Zeichnung eine erfindungsgemäß gestaltete Vorrichtung als
Schaltplan dargestellt und wird nachfolgend beschrieben.
[0010] Im Schaltplan sind zu beiden Seiten eines Speicherbehälters 1 zwei Reaktionskammern
2, 3 angeordnet. Die Eingänge der Reaktionskammern 2, 3 und der Eingang des Speicherbehälters
1 sind an eine Leitung 4 angeschlossen, über die von einem Fluor-Vorratsbehälter 5
Fluor oder von einer Quelle 6 Inertgas zugeführt werden kann.
[0011] Auch die Auslässe der Reaktionskammern 2, 3 und der Auslaß des Speicherbehälters
1 sind an eine gemeinsame Leitung 7 angeschlossen. Zu Beginn des Verfahrens wird mit
einer Vakuumpumpe 8 der Speicherbehälter 1 auf beispielsweise 0,1 bar evakuiert. Dann
läßt man in den Speicherbehälter 1 so lange Fluor strömen, bis ein Fluorsensor 9 am
Speicherbehälter 1 die erforderliche Fluorkonzentration anzeigt und sperrt dann die
Fluorzufuhr ab. Der Druck im Speicherbehälter 1 ist dann durch die Fluorzufuhr auf
beispielsweise 0,2 bar angestiegen.
[0012] Gleichzeitig zu diesen Arbeiten oder auch zuvor oder danach werden beispielsweise
in die Reaktionskammer 2 die zu behandelnden Gegenstände eingeräumt und die Reaktionskammer
2 dann gasdicht verschlossen. Anschließend evakuiert man mit der Vakuumpumpe 8 die
Reaktionskammer 2 und pumpt das Gas aus dem Speicherbehälter 1 mit der Vakuumpumpe
8 über Leitungen 10, 11 in die Reaktionskammer 2, so daß in ihr die Fluorvorbehandlung
beginnen kann.
[0013] Während der Fluorvorbehandlung kann man schon die Reaktionskammer 3 mit zu behandelnden
Gegenständen füllen und mittels einer Vakuumpumpe 12 evakuieren.
[0014] Ist die Fluorvorbehandlung in der Reaktionskammer 2 abgeschlossen, dann pumpt man
mit der Vakuumpumpe 8 das Gas zurück in den Speicherbehälter 1. Danach erfolgt ein
Spülvorgang mit Inertgas von der Quelle 6. Das Spülgas mit Fluorresten wird von der
Vakuumpumpe 8 einer Entsorgungsanlage 13 zugeführt, die einen Katalysator 14 und einen
Gaswäscher 15 aufweist. Hinter der Entsorgungsanlage 13 ist eine weitere Vakuumpumpe
16 geschaltet, die dafür sorgt, daß auch bei der Entsorgung im gesamten System Unterdruck
herrscht. Die gespülte und deshalb fluorfreie Reaktionskammer 2 kann nach dem Abtrennen
von der Quelle 6 und der Vakuumpumpe 8 belüftet und geöffnet werden.
[0015] Durch erneute Zufuhr von Fluor in den Speicherbehälter 1 kann man die durch Reaktionen
mit den zu behandelnden Gegenständen und Luftresten in den Reaktionskammern 2, 3 herabgesetzte
Fluorkonzentration wieder auf den erforderlichen Wert anheben und das Gas dann nach
dem Verschließen und Evakuieren der Reaktionskammer 3 mittels der Vakuumpumpe 12 in
die Reaktionskammer 3 pumpen.
[0016] Durch die erforderliche Fluorzufuhr in den Speicherbehälter 1 vermindert sich notwendigerweise
der Unterdruck im Speicherbehälter 1. Drucksensoren 17, 18, 19 an den Reaktionskammern
2, 3 und dem Speicherbehälter 1 sprechen an, sobald der Unterdruck sich bis zu einem
Wert von beispielsweise 0,9 bar vermindert hat. Dann wird das gesamte, Fluor enthaltende
Gas aus der Anlage über die Entsorgungsanlage 13 entsorgt und erneut in dem Speicherbehälter
1 fluorhaltiges Gas mit der richtigen Fluorkonzentration und einem Unterdruck von
0,2 bar gemischt.
Auflistung der verwendeten Bezugszeichen
[0017]
- 1
- Speicherbehälter
- 2
- Reaktionskammer
- 3
- Reaktionskammer
- 4
- Leitung
- 5
- Fluorvorratsbehälter
- 6
- Quelle
- 7
- Leitung
- 8
- Vakuumpumpe
- 9
- Fluorsensor
- 10
- Leitung
- 11
- Leitung
- 12
- Vakuumpumpe
- 13
- Entsorgungsanlage
- 14
- Katalysator
- 15
- Gaswäscher
- 16
- Vakuumpumpe
- 17
- Drucksensor
- 18
- Drucksensor
- 19
- Drucksensor
1. Vorrichtung zur Behandlung von Gegenständen in einer zum Arbeiten unter Unterdruck
ausgelegten, gasdichten Reaktionskammer (2) mit einem Fluor enthaltenden Gas, bei
der ein unter Unterdruck zu haltender Speicherbehälter (1) zur Einstellung der erforderlichen
Fluorkonzentration in dem Gas vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu der Reaktionskammer (2) eine zweite Reaktionskammer (3) vorgesehen
ist, daß die Reaktionskammern (2, 3) eingangsseitig und ausgangsseitig durch jeweils
eine Absperrorgane aufweisende Leitung (7, 4) miteinander verbunden sind, daß zwischen
den Reaktionskammern (2, 3) an den Leitungen (7, 4) der Speicherbehälter (1) angeordnet
ist und die ausgangsseitige Leitung (7) mit einer Entsorgungsanlage (13) Verbindung
hat und daß zur Aktivierung der Entsorgungsanlage (13) an den Reaktionskammern (2,
3) und dem Speicherbehälter (1) jeweils ein Drucksensor (17, 18, 19) angeordnet ist.
1. Device for treating articles in a gas-tight reaction chamber (2) designed to operate
under vacuum with a fluorine-containing gas, in which a storage container (1) which
is to be kept under vacuum is provided in order to adjust the necessary fluorine concentration
in the gas, characterised in that a second reaction chamber (3) is provided in addition
to the reaction chamber (2), in that the reaction chambers (2, 3) are connected to
one another on the inlet side and outlet side by a respective pipe (7, 4) having blocking
members, in that the storage container (1) is arranged between the reaction chambers
(2, 3) on the lines (7, 4) and the outlet-side line (7) is connected to a discharge
arrangement (13) and in that a respective pressure sensor (17, 18, 19) is arranged
on the reaction chambers (2, 3) and the storage container (1) to activate the discharge
arrangement (13).
1. Dispositif pour le traitement d'objets au moyen d'un gaz contenant du fluor, dans
une chambre de réaction (2) hermétique aux gaz et conçue pour travailler en pression
négative, avec présence d'un réservoir (1) à maintenir sous pression négative, destiné
à réguler la concentration requise du fluor dans le gaz, caractérisé en ce qu'en complément
à la chambre de réaction (2) est prévue une deuxième chambre de réaction (3), en ce
que lesdites chambres de réaction (2, 3) sont reliées mutuellement, tant du côté entrée
que du côté sortie, par, respectivement, une conduite (7, 4) munie d'organes d'arrêt,
en ce que, entre les chambres de réaction (2, 3), le réservoir (1) est disposé sur
les conduites (7, 4) et la conduite côté sortie (7) est en liaison avec une installation
d'évacuation (13), et que, pour activer cette installation d'évacuation (13), sur
chaque chambre de réaction (2, 3) et sur le réservoir (1), est disposé respectivement
un capteur mano-sensible (17, 18, 19).