[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein verfahren zur Herstellung eines Stahlbetonvortriebsrohres
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und schließt auch eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 6 ein.
[0002] Stahlbetonvortriebsrohre werden nach dem Stand der Technik im waagerechten Schleuderverfahren
hergestellt. Hierbei wird in eine um eine waagerechte Achse rotierend angetriebene
hohlzylindrische Stahlform durch ein sogenanntes Schnorchelband Beton eingeführt,
der dann durch eine entsprechend hohe Drehzahl der Form wie in einer Zentrifuge verteilt
und verdichtet wird. Anschließend wird die Form mehrere Stunden gelagert, wobei die
Betonaushärtung durch Bedampfung beschleunigt werden kann. Das fertige Rohr kann erst
nach etwa sechs bis sieben Stunden aus der Form entschalt werden. Neben der langen
Herstellungsdauer bestehen weitere Nachteile des bekannten Verfahrens insbesondere
darin, daß durch das Zentrifugieren Entmischungen im Beton auftreten können, was zu
ungleichmäßigem Gefüge und Ansammlung grober Teile an der Rohraußenseite führt, und
daß eine rauhe ungleichförmige Rohrinnenwandfläche resultiert. Auch die Maßhaltigkeit
der so hergestellten Stahlbetonvortriebsrohre läßt häufig zu wünschen übrig.
[0003] Auch bei einem weiteren bekannten Verfahren, dem senkrechten Rüttelverfahren, können
neben den bereits genannten Nachteilen insbesondere zu große Längenmaßtoleranzen auftreten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine zur Verfahrensdurchführung
besonders geeignete Vorrichtung bereitzustellen, mit dessen bzw. deren Hilfe sehr
maßhaltige Stahlbetonvortriebsrohre in kurzer Zeit und guter Qualität herstellbar
sind.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird durch das im Anspruch 1 angegebene Verfahren unter Anwendung
der Arbeitsverfahrensschritte (a) bis (h) und durch die im Anspruch 6 angegebene Vorrichtung
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßer Verfahrens und der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben und nachstehend ebenfalls
erläutert.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt die Herstellung von Stahlbetonvortriebsrohren
im senkrechten Radialpreßverfahren, das bisher nur zur Herstellung von Stahlbetonrohren
mit Glockenmuffe zum Einsatz gelangte. Hierbei wird der Frischbeton im Unterschied
zur axialen Verdichtung bei anderen senkrecht arbeitenden Verfahren durch kernloses
Pressen in radialer Richtung durch rotierende Preßwerkzeuge mittels freilaufender
Preßbacken und/oder -rollen radial verdichtet und geglättet.
[0007] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Stahlbetonrohre hoher Qualität und
Maßhaltigkeit in sehr kurzer Zeit herstellbar. Nach einer sehr kurzen, von den Rohrdimensionen
abhängigen Herstellzeit in der Größenordnung weniger Minuten für die Verfahrensschritte
(d), (e) und (f) kann das Rohr entsprechend dem Verfahrensschritt (g) sofort entschalt
und der Trockenkammer zugeführt werden, wo der Beton in senkrechter Stellung des Rohres
aushärtet, bis der abschließende Verfahrensschritt (h) erfolgt. Die Preßwerkzeuge
können im Gleichlauf- oder auch im Gegenlaufverfahren rotierend angetrieben werden.
[0008] Die entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren in vergleichsweise sehr kurzen Taktzeiten
herstellbaren Stahlbetonvortriebsrohre weisen über die gesamte Rohrlänge ein sehr
gleichmäßiges Betongefüge und sehr glatte Innen- und Au- ßenwandflächen auf. Während
glatte, nicht mehr nachzuarbeitende Innenwände für den Durch- oder Abfluß von Wichtigkeit
sind, haben glatte Außenflächen für die Verlegung der Rohre im Rohrvortrieb eine hohe
Bedeutung, damit dabei die Mantelreibung so gering wie möglich ist.
[0009] Besonders kurze Fertigungstaktzeiten lassen sich unter Einsatz des erfindungsgemäßen
Verfahrens erzielen, wenn die Rohrherstellung auf einem Drehtisch erfolgt, der über
beispielsweise zwei Stationen zur Aufnahme der Rohrschalungen verfügt. Dadurch kann
während der für den Betoniervorgang des einen Rohres benötigten Zeit das andere fertig
betonierte Rohr schon ausgeschalt, zusammen mit der Stützplattform mittels eines Hallenkrans
von dem Drehtisch abgehoben, auf der Trokkenstrecke abgesetzt und die jetzt freie
Station auf dem Drehtisch für ein neues Rohr entsprechend den Verfahrensschritten
(a) und (b) vorbereitet werden.
[0010] Die Trockenstrecke kann als Transportband ausgebildet und so dimensioniert sein,
daß die gesamte Tagesproduktion auf ihr Platz findet. Über Nacht kann diese Trockenstrecke
geschlossen und beheizt werden, so daß die Rohre am nächsten Tag eine für den Verfahrensschritt
(h) ausreichende Festigkeit haben. Die sichtbaren Stahlteile der Rohre können dann
mit einem Bitumenanstrich versehen werden.
[0011] Das Verfahren läßt sich gemäß Anspruch 2 besonders wirtschaftlich einsetzen, wenn
im Betonwerk vorhandene, für das senkrechte Radialpreßverfahren bestimmte Schalungen
für Stahlbetonrohre mit Glockenmuffe eingesetzt werden können. In diesem Fall entfällt
die Anfertigung spezieller Schalungen. Im übrigen können im Bereich der gegebenen
Länge (Höhe) der Schalung im Betonwerk Rohre in beliebigen Längen hergestellt werden,
die insbesondere im Bereich zwischen etwa 2,00 und 4,50 m bei Innendurchmessern zwischen
etwa 1,00 und 3,00 m. Rohre mit größeren Längen und Durchmessern, für deren Herstellung
das erfindungsgemäße Verfahren durchaus gut geeignet ist, sind zweckmäßig am Einbauort
in Feldfabriken herzustellen, weil der Transport solcher Rohre über öffentliche Verkehrswege
mit erheblichen Problemen verbunden ist.
[0012] Unterschiedliche Rohrlängen lassen sich durch Einsatz unterschiedlich hoher Stützplattformen
leicht realisieren, weil nicht das untere Ende der Schalung die Rohrlänge bestimmt,
sondern die Stahlmanschette, die verfahrensgemäß durch die Stützplattform innerhalb
der Schalung nach oben verlagert ist.
[0013] In den Ansprüchen 3 und 4 sind zwei mögliche Alternativen angegeben, die beide ein
sicheres und lagedefiniertes Absetzen der Stahlmanschette mit angeschweißtem Bewehrungskorb
auf der Stützplattform gemäß dem Verfahrensmerkmal (b) ermöglichen. Beide Alternativen,
insbesondere aber diejenige gemäß Anspruch 4 verhindern auch ein etwaiges Nachsacken
des Frischbetons nach dem Betonieren, weil die Ringsektoren gemäß Anspruch 3 und besser
noch der geschlossene Ring gemäß Anspruch 4 die untere Stirnfläche des Rohres unmittelbar
abstützen bzw. bilden. Auf diese Weise wird auch etwaiger Ausschuß infolge Deformationen
am unteren Rohrende und der Erfordernis des manuellen Nacharbeitens minimiert. Darüber
hinaus gewährleisten großflächige Ringsektoren und besser noch ein geschlossener Ring,
daß beim Rohreinbau durch Vortrieb eine gleichmäßigere Kraftverteilung auf das Rohrende
erreicht wird. Dies ist insbesondere bei Kurven- oder Gradientvortrieben von Vorteil.
Die Vortriebspressen können ohne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen unmittelbar auf die
Ringsektoren bzw. den Ring zur Einwirkung gebracht werden, auch bei Einbau von Zwischenpreßstationen.
Im übrigen können beim Rohrvortrieb die Spitzenden nachgeschobener Rohre unmittelbar
ggf. unter Zwischenlage von den Druck verteilenden Weichholzscheiben mit ihren Stirnflächen
an die Ringsektoren bzw. den Ring am Stahlmanschettenende des vorher eingeschobenen
Rohres angreifen. Durch die Maßnahmen der Ansprüche 3 und 4 wird daher nicht nur die
Fertigung des Stahlbetonvortriebsrohres erleichtert, sondern auch der Vortrieb des
so hergestellten Rohres durch das sogenannte Gebirge am Einbauort.
[0014] Bei der verfahrensgemäßen Herstellung des Stahlbetonvortriebsrohres ist es von Vorteil,
wenn die Schalung mit der Stützplattform auf die im Anspruch 5 angegebene Weise vorübergehend
fest verbunden wird.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Stahlbetonvortriebsrohres verwendet
zweckmäßig ausschließlich Beton der Güteklasse B 11 und der Festigkeitsklasse B 45
als wasserundurchlässiger Beton. Als Zuschlag kommt ein ungebrochenes Korn der Fraktionen
0-16 mm zum Einsatz, welches alle Anforderungen der DIN 4226 "Zuschlag für Beton",
Teil 1, erfüllt. Um einen möglichst dichten und hohlraumarmen Beton zu erzielen, wird
eine Kornzusammensetzung verwendet, die leicht verarbeitbar und verdichtbar ist, einen
geringen Wassergehalt hat (Konsistenz KS) und im Festbeton ein Minimum an Hohlräumen
aufweist. Der Beton wird mit einem solchen Zement zubereitet, daß neben einer hohen
Frühfestigkeit auch eine hohe Endfestigkeit gewährleistet ist.
[0016] Zur näheren Erläuterung der in den Ansprüchen 6 bis 9 gekennzeichneten Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens wird auf die beigefügten Zeichnungen Bezug genommen.
Darin zeigt in überwiegend schematischer Darstellungsweise
Fig. 1 einen abgebrochenen Schnitt durch das untere Ende einer Glockenmuffenrohrschalung
mit Stützplattform und darauf abgesetztem Bewehrungskorb mit Stahlmanschette,
Fig. 2 einen der Fig. 1 ähnlichen abgebrochenen Schnitt bei einer modifizierten Ausführung
der Stahlmanschette und
Fig. 3 einen der Fig. 2 ähnlichen Schnitt, jedoch in einem vergleichsweise größeren
Maßstab zur Veranschaulichung weiterer Einzelheiten der Vorrichtung dargestellt.
[0017] Die allgemein mit der Bezugszahl 1 bezeichnete Schalung ist als Glockenmuffenrohrschalung
dargestellt, wie sie zur senkrechten Verwendung bei der Herstellung von Glockenmuffenbetonrohren
verwendet wird. Sie besitzt daher einen langgestreckten oberen hohlzylindrischen Abschnitt
2 und einen unteren erweiterten Glockenmuffenschalungsabschnitt 3. Die Schalung 1
ist in Fig. 3 mit ihrem unteren Ende auf einen Tisch oder Drehtisch 4 in senkrechter
Stellung abgesetzt dargestellt. Alle Figuren veranschaulichen eine Situation, in welcher
die Schalung 1 für das Einfüllen von Frischbeton vorbereitet ist. Das obere Beschikkungsende
der Schalung 1 und die rotierend antreibbare sowie axial innerhalb der Schalung bewegbare
Radialpresse sind nicht dargestellt, weil es sich hierbei um aus der Glockenmuffenbetonrohrfertigung
bekannte Anordnungen bzw. Vorrichtungen handelt.
[0018] Der Glockenmuffenschalungsabschnitt 3 wird bei den Ausführungsbeispielen gemäß den
Fig. 1 bis 3 jeweils im wesentlichen von einer allgemein mit der Bezugszahl 5 bezeichneten
Stützplattform überbrückt, die von dem Glockenmuffenschalungsabschnitt 3 zentrierend
aufgenommen ist.
[0019] Die den beiden Durchmessern des herzustellenden Stahlbetonvortriebsrohres angepaßte
und mindestens außen kreisförmige Stützplattform weist zwei mit Abstand und planparallel
zueinander ausgerichtete Platten 6 und 7 auf, die durch dazwischen befestigte Stützelemente
8 gegeneinander hochbelastbar ausgesteift und aneinander befestigt sind. Die obere
Platte 6 ist von kreisringförmiger, der Stirnfläche des herzustellenden Stahlbetonvortriebsrohres
entsprechender Gestalt. Aber auch die untere Platte 7 muß nicht als geschlossene Platte
ausgebildet sein, sondern kann ebenfalls einen inneren Ausschnitt besitzen, beispielsweise
einen kreisförmigen Ausschnitt, wodurch die Platte 7 ebenfalls kreisringförmig ist,
wie in Fig. 3 angedeutet ist. Die Stützelemente können jede geeignete Querschnittsform
aufweisen, solange die besonderen Festigkeitsanforderungen erfüllt sind. In den Fig.
1 und 2 sind die Stützelemente 8 aus Rohrabschnitten gebildet, während bei dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 3 die Stützelemente 8 aus plattenförmigen senkrechten Elementen zusammengesetzt
sind. Aus Vereinfachungsgründen sind in den Fig. 1 und 2 nur wenige Stützelemente
8 dargestellt. Die Anzahl der Stützelemente entspricht den Festigkeitsanforderungen.
Zweckmäßig sind zur Erzielung einer gleichmäßigen Belastbarkeit die Stützelemente
8 in gleichmäßigen Abständen angebracht.
[0020] Die Stützplattform 5 ist mit ihrer unteren Platte 7 auf Riegelelementen 9 abgesetzt,
die am unteren Ende des Glockenmuffenschalungsabschnitts 3 gleichmäßig am Umfang verteilt
angeordnet sind. Diese Riegelelemente 9 sind so ausgebildet, daß mit ihrer Hilfe die
Stützplattform 5 und die Schalung 1 wahlweise miteinander verriegelbar oder voneinander
entriegelbar sind. Dabei müssen die Riegelelemente 9 zum Ausschalen des fertigen Stahlbetonvortriebsrohres
vollständig aus dem Innenraum des Glockenmuffenschalungsabschnitts 3 entfernbar sein,
damit die Schalung 1 nach oben abhebbar ist. Zu diesem Zweck können die Riegelelemente,
wie in Fig. 3 dargestellt ist, als Drehriegel ausgebildet sein. Diese greifen durch
Ausnehmungen 10 in der Wandung des Glockenmuffenschalungsabschnitts 3 hindurch und
sind an senkrecht gelagerten Drehbolzen 11 befestigt. Die senkrecht angeordneten Drehbolzen
11 sind durch an der Schalung befestigte Konsolen 12 drehbar geführt. Dabei kann die
Anordnung so getroffen sein, daß zum Entriegeln bzw. Verriegeln alle am Umfang verteilt
angeordneten Drehbolzen 11 und damit die mit den Drehbolzen 11 starr und drehfest
verbundenen Riegelelemente 9 gleichzeitig betätigt werden.
[0021] In Fig. 1 ist ein konzentrisch in die Schalung 1 eingesetzter Rohrbewehrungskorb
14 angedeutet. Das untere Ende des Rohrbewehrungskorbs 14 ist mit einer daran durch
Schweißanker befestigten hohlzylindrischen Stahlmanschette 15 versehen, deren Außendurchmesser
dem Außendurchmesser des Stahlbetonvortriebsrohres entspricht. Der Rohrbewehrungskorb
14 und die Stahlmanschette 15 sind in konzentrischer Lage aneinander befestigt. Die
obere Platte 6 der Stützplattform 5 besitzt einen Außendurchmesser, der zur zentrierenden
Aufnahme des Innendurchmessers der Stahlmanschette 15 ausgebildet ist. Selbstverständlich
ist der Außendurchmesser der Stahlmanschette 15 etwas kleiner als der Innendurchmesser
des hohlzylindrischen Abschnitts 2 der Schalung 1, so daß die Stahlmanschette 15 in
axialer Richtung innerhalb der Schalung 1 bewegbar ist. Nach der Fertigstellung des
Stahlbetonvortriebsrohres ist die Stahlmanschette 15 aufgrund der Einbettung des Bewehrungskorbs
14 in die Betonmasse Teil des Betonrohres.
[0022] An der Innenwandung der Stahlmanschette 15 sind mit axialen Abständen zu dem oberen
Ende und dem unteren Ende der Stahlmanschette 15 radiale Vorsprünge starr befestigt,
vorzugsweise durch Schweißung, mit welchen der Bewehrungskorb und die daran befestigte
Stahlmanschette 15 auf die obere Platte 6 der Stützplattform 5 abgesetzt ist. Die
radialen Vorsprünge müssen daher so dimensioniert und befestigt sein, daß sie das
Gesamtgewicht des fertigen Stahlbetonvortriebsrohres tragen können. Zu diesem Zweck
sind wenigstens drei anschlagähnliche radiale Vorsprünge 16 gleichmäßig auf den Umfang
verteilt an der Innenwand der Stahlmanschette 15 angebracht. Wenn tatsächlich nur
drei radiale Vorsprünge 16 vorgesehen sind, so ist die schematische Darstellung gemäß
Fig. 1 so aufzufassen , als wenn zusätzlich zu dem einen im Schnitt sichtbaren Vorsprung
16 ein weiterer Vorsprung 16 in die Zeichenebene eingeschwenkt dargestellt ist. Die
radialen Vorsprünge befinden sich bezüglich ihrer unteren der Platte 6 der Stützplattform
5 anliegenden Flächen in einer waagerechten, d.h. bezüglich der Rohrachse senkrechten
Ebene. Die radialen Vorsprünge können aber auch als an die Stahlmanschette 15 angeschweißte
Ringsektoren oder als geschlossener mit der Stahlmanschette 15 durch Schweißung verbundener
Ring 16' ausgeführt sein, wie in den Fig. 2 und 3 gezeigt ist.
[0023] Bei allen Ausführungsvarianten der radialen Vorsprünge 16 bzw. 16' sorgen diese dafür,
daß das untere Ende der Stahlmanschette 15 an der Stützplattform 5 freihängend angeordnet
ist, d.h. nicht von unten gestützt wird. Zu diesem Zweck ist die axiale Höhe der Stützplattform
5 größer als die über die Stirnfläche des herzustellenden Betonrohres bzw. über die
radialen Vorsprünge 16 bzw. die radialen Ringsektoren oder den Ring 16' überstehende
axiale Länge der Stahlmanschette 15.
[0024] In den gezeichneten Ausführungsbeispielen ist die Stützplattform 5 von unterschiedlicher
Höhe. Während sie bei den Fig. 1 und 2 mit ihrer oberen Platte 6 axial noch in das
untere Ende des hohlzylindrischen Abschnitts 2 der Schalung 1 hineinreicht, endet
sie beim Beispiel gemäß Fig. 3 schon innerhalb des Glockenmuffenschalungsabschnitts
3. Die Höhe der Stützplattform 5 ist jedoch auf die axiale Länge der Stahlmanschette
15 so abzustimmen, daß die Stahlmanschette 15 nach dem Absetzen auf der Stützplattform
5 wenigstens mit ihrem oberen Ende noch zentriert in dem hohlzylindrischen Abschnitt
2 der Schalung 1 verbleibt, wie das in Fig. 3 dargestellt ist. Während es im allgemeinen
nicht erforderlich ist, unterschiedlich hohe Stützplattformen 5 bereitzustellen, sind
jedoch für unterschiedliche Rohrdurchmesser entsprechend im Durchmesser angepaßte
Stützplattformen vorzusehen.
[0025] Um bei der Rohrherstellung auch eine entsprechende Verdichtung des unteren Rohrendbereichs
zu erzielen, liegt der unteren Platte 7 der Stützplattform 5 eine Rütteleinrichtung
17 an, die durch eine entsprechende Öffnung 18 im Tisch 4 von unten hindurchreicht,
wie in Fig. 3 veranschaulicht ist.
[0026] Falls anstelle der in den Zeichnungen dargestellten und vorstehend beschriebenen
Glockenmuffenrohrschalung eine durchgehend hohlzylindrische Schalung verwendet wird,
so kann in diesem Fall die Höhe der Stützplattform kleiner sein, wenn nur sichergestellt
ist, daß die Stahlmanschette unten nicht aufgesetzt ist.
1. Verfahren zur Herstellung eines Stahlbetonvortriebsrohres, das an seinem einen
Ende mit einer angeformten und am Rohrbewehrungskorb befestigten hohlzylindrischen
Stahlmanschette versehen ist, die axial über die betreffende Rohrstirnfläche übersteht
und deren Außendurchmesser dem Rohraußendurchmesser entspricht,
dadurch gekennzeichnet, daß
(a) der Bewehrungskorb in eine senkrechte Stellung mit unten befindlicher Stahlmanschette
gebracht wird,
(b) der Bewehrungskorb mit an der Innenwand der Stahlmanschette befestigten radialen
Vorsprüngen auf eine in die Stahlmanschette eingreifende, horizontal ausgerichtete
und außen kreisförmige Stützplattform abgesetzt wird, wobei das untere Ende der Stahlmanschette
freihängend nicht gestützt wird,
(c) die die Rohraußenwand formende Schalung von oben unter Aufnahme des Bewehrungskorbs
und Zentrierung durch die Stahlmanschette bis zur festen stationären Auflage ihres
unteren Endes außerhalb der Stützplattform aufgesetzt wird,
(d) worauf in das obere offene Ende der Schalung Frischbeton fortlaufend eingefüllt
wird,
(e) der Beton zur Bildung des unteren Rohrendbereichs durch über die Stützplattform
von unten übertragene Rüttelschwingungen verdichtet wird,
(f) der Beton durch innerhalb der Schalung rotierend angetriebene Preßwerkzeuge an
der Innenwandfläche der Schalung verteilt und in radialer Richtung verdichtet und
zur Bildung der Rohrinnenwandfläche geglättet wird, wobei die Preßwerkzeuge nach Maßgabe
der von unten nach oben fortschreitenden Rohrbildung kontinuierlich nach oben bewegt
werden,
(g) nach Beendigung des Betoniervorgangs die Schalung nach oben von dem fertigen Rohr
abgezogen wird und
(h) schließlich das fertige Rohr nach dem Aushärten des Betons von der Stützplattform
abgehoben und in eine liegende Stellung gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Schalung die für Stahlbetonrohre
mit Glockenmuffe übliche Rohrschalung verwendet wird, in welche die Stützplattform
die axiale Länge des Glockenmuffenschalungsabschnitts überbrückend bis etwa in den
an den Muffenbereich anschließenden gleichbleibend zylindrischen Bereich von unten
hineinreicht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die an der Innenwand
der Stahlmanschette befestigten radialen Vorsprünge als in einer gemeinsamen rechtwinklig
zu der Rohrachse ausgerichteten Ebene befindliche an die Stahlmanschette angeschweißte
Ringsektoren ausgebildet sind, die auf der Stützplattform in Flächenanlage abgesetzt
werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die an der Innenwand
der Stahlmanschette befestigten radialen Vorsprünge als geschlossener mit der Stahlmanschette
durch Schweißung verbundener Ring ausgebildet sind, der sich in einer rechtwinklig
zur Rohrachse ausgerichteten Ebene befindet und auf die Stützplattform in Flächenanlage
abgesetzt wird.
5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schalung mit der Stützplattform vor Einfüllung des Frischbetons verriegelt
und vor dem Abziehen der Schalung von dem fertigen Rohr entriegelt wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Herstellung eines Stahlbetonvortriebsrohres,
das an seinem einen Ende mit einer angeformten und am Rohrbewehrungskorb (14) befestigten
hohlzylindrischen Stahlmanschette (15) versehen ist, die axial über die betreffende
Rohrstirnfläche übersteht und deren Außendurchmesser dem Rohraußendurchmesser entspricht,
mit einer im wesentlichen hohlzylindrischen zur senkrechten Verwendung ausgebildeten
Schalung (1) und einer rotierend antreibbaren und axial innerhalb der Schalung (1)
bewegbaren Radialpresse, dadurch gekennzeichnet, daß eine den beiden Durchmessern
des Stahlbetonvortriebsrohres angepaßte außen kreisförmige Stützplattform (5) vorgesehen
ist, deren Außendurchmesser zur zentrierenden Aufnahme des überstehenden Bereichs
der Stahlmanschette (15) ausgebildet ist, deren axiale Höhe größer ist als die überstehende
axiale Länge der Stahlmanschette (15), deren Bodenauflagefläche in ihren Außenabmessungen
kleiner ist als der Innendurchmesser des unteren Endes der Schalung (1), wobei die
Bodenauflagefläche der Stützplattform (5) zur Anlage an eine Rütteleinrichtung (17)
ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schalung (1) eine
Glockenmuffenrohrschalung ist, deren Glokkenmuffenschalungsabschnitt (3) die Stützplattform
(5) zentrierend aufnimmt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützplattform
(5) zwei mit Abstand und planparallel zueinander ausgerichtete Platten (6, 7) aufweist,
die durch dazwischen befestigte Stützelemente (8) gegeneinander hochbelastbar ausgesteift
und aneinander befestigt sind, wobei die obere Platte (6) von kreisringförmiger, der
Rohrstirnfläche entsprechender Gestalt ist.
9. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen Stützplattform (5) und Schalung (1) wirksame Riegelelemente (9) od.dgl.
gleichmäßig am Umfang verteilt angeordnet sind, mit welchen Stützplattform (5) und
Schalung (1) wahlweise miteinander verriegelbar oder voneinander entriegelbar sind.