[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Farbakzeptorelement für das Thermosublimationsdruckverfahren.
[0002] Um von video- oder computergespeicherten Bildern Ausdrucke zu machen, existiert eine
Reihe von Methoden, von denen sich das Thermosublimationsdruckverfahren aufgrund seiner
Vorteile gegenüber anderen Verfahren bei bestimmten Anforderungen als überlegen erwiesen
hat Diese Aufzeichnungsmethode beruht auf der thermisch induzierten Übertragung eines
Farbstoffes von einer Farbdonorschicht auf eine Farbakzeptorschicht und ist z.B. in
"High Quality Image Recording by Sublimation Transfer Recording Material", Electronic
Photography Association Documents, 27 (2), 1988 und der dort zitierten Literatur ausführlich
beschrieben. Ein besonderer Vorteil dieser Methode ist die Möglichkeit der Feinabstufung
der Farbintensität.
[0003] Als Material für die Farbakzeptorschicht können Polymere aus unterschiedlichen Substanzklassen
eingesetzt werden.
[0004] So sind in EP-A-0 234 563 folgende Beispiele von geeigneten Materialien für die Akzeptorschicht:
1. synthetische Harze mit Esterbindungen, wie Polyester, Polyacrylate, Polyvinylacetat,
Styrol-Acrylat-Harze und Vinyltoluol-Acrylat-Harze,
2. Polyurethane,
3. Polyamide,
4. Harnstoff-Harze,
5. synthetische Harze mit anderen hochpolaren Bindungen, wie Polycaprolactam, Styrol-Harze,
Polyvinylchlorid, Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymere und Polyacrylnitril.
[0005] In US-A-4 705 522 werden Polycarbonat, Polyurethan, Polyester, Polyvinylchlorid,
Poly(Styrol-co-Acrylnitril), Polycaprolacton und deren Mischungen für die Farbakzeptorschicht
angegeben.
[0006] Die EP-A-0 228 066 beansprucht eine Farbakzeptorschicht mit verbesserter Lichtstabilität,
die eine Mischung aus Polycaprolacton oder einem linearen aliphatischen Polyester
mit Poly(Styrol-co-Acrylnitril) und/oder Bisphenol-A-Polycarbonat enthält.
[0007] In US-A-4 734 397 wird ein Farbempfangselement beschrieben, das eine Poly(Styrol-co-Acrylnitril)-Schicht
enthält. Diese Schicht wird jedoch nicht als Farbakzeptorschicht sondern als sogenannte
"compression layer" genutzt.
[0008] Aus US-A-4 748 150 ist die Verwendung von Vinylidenchloridcopolymeren als Zwischenschicht
zwischen Papierunterlage und Farbakzeptorschicht bekannt.
[0009] In der japanischen Anmeldung 60/19 138 sind Farbempfangsschichten beschrieben, die
Polycarbonat und Phthalsäureester als Weichmacher enthalten.
[0010] In US-A-4 871 715 werden Empfangsschichten, vorzugsweise auf Polycarbonatbasis beansprucht,
die spezielle Phthalsäureester enthalten.
[0011] Die zur Zeit verfügbaren Farbakzeptorschichten erfüllen die Anforderungen nach leichter
Verarbeitbarkeit, großer Farbdichte, hoher Bildstabilität und guter Auflösung noch
nicht in ausreichendem Maße. Dabei ist es besonders schwierig, große Farbdichte und
ausreichende Bildstabilität bei minimaler Lateraldiffusion zu erreichen.
[0012] Aufgabe der Erfindung war die Bereitstellung eines Farbakzeptorelements für das Thermosublimationsdruckverfahren,
das die vorstehend beschriebenen Nachteile nicht aufweist. Die Aufgabe wird durch
die Verwendung eines speziellen weichgemachten Polymers im Akzeptorelement gelöst.
[0013] Gegenstand der Erfindung ist ein Farbakzeptormaterial für das Thermosublimationsdruckverfahren
mit einem Träger und einer Farbakzeptorschicht, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
die Farbakzeptorschicht ein Vinylcopolymerisat mit einer Glasübergangstemperatur Tg
von 50 bis 100°C und einen Weichmacher mit einem Molekulargewicht MG von 150 bis 1
000 enthält.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform besteht das Vinylcopolymerisat aus
a) 10 - 80 Gew.-% Vinylaromat,
b) 5 - 40 Gew.-% (Meth)acrylnitril,
c) 5 - 50 Gew.-% (Meth)acrylsäureester,
d) 0 - 30 Gew.-% weiteren Vinylmonomeren.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform besteht das Vinylcopolymerisat aus
e) 50 - 90 Gew.-% Vinylhalogenid,
f) 10 - 50 Gew.-% Vinylester,
g) 0 - 30 Gew.-% weitere Vinylmonomere.
[0016] Die Auswahl der Vinylmonomere erfolgt in Hinblick auf die einzustellenden Werte der
Glasübergangstemperatur Tg und des Löslichkeitsparameters. Die Glasübergangstemperatur
der Vinylcopolymerisate beträgt 50 - 100°C, bevorzugt 60 - 95°C. Der Löslichkeitsparameter
soll im Bereich von 8 bis 12 (cal/cm³)1/2 liegen. Tg-Werte und Löslichkeitsparameter
wichtiger Copolymerisate sowie Berechnungsmethoden für neue Copolymerisatzusammensetzungen
sind in der Literatur (z.B. in Polymer Handbook 3rd Ed., Brandrup und Immergut, John
Wiley and Sons, New York, 1989) beschrieben.
[0017] Erfindungsgemäß geeignete Vinylaromaten sind Styrol, α-Methylstyrol, p-Methylstyrol,
m-Methylstyrol, p-tert.-Butylstyrol, p-Chlorstyrol, p-Chlormethylstyrol und Vinylnaphthalin,
Bevorzugt ist Styrol.
[0018] Mit der Bezeichnung (Meth)acrylnitril ist sowohl Methacrylnitril als auch Acrylnitril
gemeint. Entsprechendes gilt für die Bezeichnung (Meth)acrylsäureester.
[0019] Die (Meth)acrylsäureester (Komponente c) leiten sich von gegebenenfalls substituierten
aliphatischen, cycloaliphatischen, aromatischen oder gemischt aromatisch-aliphatischen
Alkoholen ab. Die aliphatischen Reste können sowohl gradkettig als auch verzweigt
sowie durch Sauerstoff unterbrochen sein.
[0020] Als geeignete (Meth)acrylsäureester seien beispielhaft genannt:
Methylacrylat, Methylmethacrylat, Ethylacrylat, Ethylmethacrylat, Propylacrylat, Propylmethacrylat,
Isopropylmethacrylat, n-Butylacrylat, n-Butylmethacrylat, iso-Butylacrylat, iso-Butylmethacrylat,
n-Hexylacrylat, n-Hexylmethacrylat, Ethylhexylacrylat, Ethylhexylmethacrylat, n-Octylacrylat,
n-Octylmethacrylat, Decylacrylat, Decylmethacrylat, Stearylacrylat, Stearylmethacrylat,
Cyclohexylacrylat, Cyclohexylmethacrylat, 4-tert.-Butylcyclohexylmethacrylat, Benzylacrylat,
Benzylmethacrylat, Phenylethylacrylat, Phenylethylmethacrylat, Phenylpropylacrylat,
Phenylpropylmethacrylat, Phenyloctylacrylat, Phenylnonylacrylat, Phenylnonylmethacrylat,
3-Methoxybutylmethacrylat, Butoxyethylacrylat, Furfurylmethacrylat und Tetrahydrofurfurylacrylat.
[0021] Gut geeignet sind auch Mischungen verschiedener (Meth)acrylate. Bevorzugt sind Mischungen,
die anteilmäßig Ethylhexylacrylat, Decylmethacrylat, Dodecylmethacrylat oder Phenylethylacrylat
enthalten.
[0022] Als weitere Monomere (Komponente d) eignen sich Vinylidenchlorid, Vinylchlorid, Vinylacetat,
Vinylpropionat, Vinyllaurat und Vinyladipat.
[0023] Das Gewichtsverhältnis der Komponenten a : b ist wichtig für die Anfärbbarkeit der
erfindungsgemäßen Farbakzeptorschicht. Dieses Verhältnis beträgt 1 : 1 bis 4 : 1,
vorzugsweise 2 : 1 bis 4 : 1.
[0024] Geeignete Vinylhalogenide (Komponente e) sind Vinylchlorid und Vinylbromid, bevorzugt
ist Vinylchlorid.
[0025] Als Vinylester (Komponente f) sind die Vinylester von C₂-C₂₀-Carbonsäuren geeignet.
Beispielhaft seien genannt; Vinylacetat, Vinylpropionat und Vinylbutyrat. Bevorzugt
sind Vinylester von C₈-C₁₈-Carbonsäuren wie z.B. Vinyloctoat, Vinyllaurat und Vinylstearat.
[0026] Weitere Vinylmonomere (Komponente g) sind die oben beschriebenen (Meth)acrylsäureester,
ferner Vinylether, wie z.B. Vinylisobutylether, Maleinsäureester, wie Maleinsäurediethylester,
sowie Vinylidenchlorid, Acrylnitril und Styrol.
[0027] Sofern erwünscht, können mit Hilfe der Komponente c) bzw. e) wichtige anwendungstechnische
Eigenschaften gesteuert werden. Beispielsweise führt die Verwendung von langkettigen
Alkyl(meth)acrylaten oder Vinylestern, wie z.B. Decylmethacrylat oder Dodecylmethacrylat
bzw. Vinylstearat zu einer verringerten Klebrigkeit des erfindungsgemäßen Farbakzeptormaterials.
[0028] Das Molekulargewicht (MG) der Copolymerisate beträgt ca. 10 000 bis 1 000 000. Die
molekulare Uneinheitlichkeit ist unkritisch. Typische Werte liegen im Bereich von
2 bis 4.
[0029] In den Tabellen 1 und 2 sind Beispiele für bevorzugte Zusammensetzungen des Copolymerisates
angegeben (Mengenangaben in Gew.-%). Diese Beispiele stellen keine Begrenzung der
Erfindung dar.
Tabelle 1
| a) |
b) |
c) |
d) |
| 60 S |
20 AN |
20 Decylmethacrylat |
- |
| 55 S |
20 AN |
25 Decylmethacrylat |
- |
| 56 S |
19 AN |
25 Ethylhexylacrylat |
- |
| 52 S |
20 AN |
20 Decylmethacrylat |
- |
| |
|
8 Furfurylacrylat |
|
| 55 S |
20 AN |
15 Ethylhexylacrylat |
- |
| |
|
10 Phenylethylmethacrylat |
|
| 50 S |
20 MAN |
30 Decylmethacrylat |
- |
| 50 S |
20 AN |
15 Decylmethacrylat |
15 VDC |
| 45 S |
20 AN |
15 Ethylhexylacrylat |
20 VDC |
| 52 S |
16 AN |
10 Decylmethacrylat |
12 VDC |
| |
|
10 Furfurylacrylat |
|
Tabelle 2
| e) |
f) |
g) |
| 92 VC |
8 VAC |
- |
| 85 VC |
15 VAC |
- |
| 76 VC |
24 VAC |
- |
| 82 VC |
18 Vinylpropionat |
- |
| 61 VC |
14 VA |
25 Maleinsäurediethylester |
| 57 VC |
20 VA |
23 Maleinsäurediethylester |
| S: Styrol; AN: Acrylnitril; MAN: Methacrylnitril; VDC: Vinylidenchlorid: VC: Vinylchlorid;
VAC: Vinylacetat |
[0030] Zur Herstellung der Vinylcopolymerisate sind die an sich bekannten Polymerisationsverfahren,
wie z.B. Massepolymerisation, Lösungspolymerisation, Suspensionspolymerisation und
Emulsionspolymerisation geeignet. Diese Verfahren werden z.B. in Houben Weyl, Methoden
der Organischen Chemie, Band E 20/Teil 1 ausführlich beschrieben.
[0031] Besonders gut geeignet ist ein Emulsionspolymerisationsverfahren mit Natriumalkylsulfonat
als Emulgator und Kaliumperoxidisulfat als Initiator. Das erhaltene Polymerisat kann
durch Zugabe von Elektrolyt, z.B. Magnesiumsulfat gefällt werden. Nach gründlichem
Waschen und Trocknen kann das Polymerisat zur Anfertigung der Gießlösung in einem
geeigneten Lösungsmittel, wie z.B. Aceton, Methylethylketon, Tetrahydrofuran, Dioxan
oder Ethylacetat gelöst und nach Zugabe des Weichmachers zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Akzeptorschicht verarbeitet werden.
[0032] In einer besonderen Ausführungsform wird die Polymerisation in Polymerisation in
Anwesenheit des Weichmachers durchgeführt. Auf diese Weise erhält man eine weichmacherhaltige
Copolymerisatdispersion, die direkt zur Herstellung der Farbakzeptorschicht verwendet
werden kann.
[0033] Weichmacher im Sinne der Erfindung sind flüssige oder feste indifferente Substanzen
mit einem geringen Dampfdruck und einem Molekulargewicht von 150 bis 1 000, die ohne
chemische Reaktion vorzugsweise durch ihr Löse- oder Quellvermögen mit hochpolymeren
Stoffen in Wechselwirkung treten und dabei ein homogenes physikalisches System mit
diesen bilden.
[0034] Als Weichmacher sind in erster Linie Derivate von organischen und anorganischen Säuren
geeignet, insbesondere Ester, Amide und Imide organischer Säuren. Besonders bevorzugt
sind Ester und Imide mit C₄-C₁₂-Alkyleinheiten.
[0035] Beispielhaft seien genannt:
Abietinsäureester, Adipinsäureester, Azelainsäureester, Benzoesäureester, Buttersäureester,
Ester höherer Fettsäuren, epoxidierte Fettsäureester, Glycolsäureester, Phthalsäureester,
Isophthalsäureester, Terephthalsäureester, Propionsäureester, Sebacinsäureester, Trimellitsäureester,
Zitronensäureester, Phosphorsäureester und Sulfonsäureester.
[0036] Weiterhin geeignet sind die Alkyl- und Arylester von Hydroxysäuren wie Hydroxybenzoesäure
und Salizylsäure sowie N-Alkalphthalimide.
[0037] Gut geeignet sind beispielsweise die folgenden Weichmacher:
Di-2-ethylhexyladipat, Diisooctyladipat, Diisodecyladipat, Benzyloctyladipat, Di-2-ethylhexylazelat,
Dibutylphthalat, Dicaprylphthalat, Dioctylphthalat, Di-2-ethylhexylphthalat, Diisooctylphthalat,
Butylbenzylphthalat, Dinonylphthalat, Diisononylphthalat, Diisodecylphthalat, Diisotridecylphthalat,
Di-2-ethylhexylisophthalat, Di-2-ethylhexylterephthalat, Diisooctylsebacat, Triisooctyltrimellitat,
Salizylsäuremethylester, Salizylsäurephenylester, Butylphthalimid, 4-Hydroxybenzoesäure-n-propylester,
Tri-2-ethylhexylphosphat, Triphenylphosphat, Diphenyloctylphosphat, Diphenylkresylphosphat,
Trikresylphosphat sowie Alkylsulfonsäureester des Phenols und Kresols.
[0038] Außer den erwähnten niedermolekularen Verbindungen kommen als Weichmacher im Sinne
der Erfindung auch Oligomere mit nicht mehr als 4 wiederkehrenden Einheiten in Betracht,
z.B. Oligomere von aliphatischen oder aromatischen Polyestern auf der Basis von beispielsweise
Adipinsäure, Bernsteinsäure, Sebazinsäure, Phthalsäure und Hexahydrophthalsäure als
Säurekomponente und beispielsweise Ethylenglykol, 1,2-Propylenglykol, 1,4-Butandiol,
1,6-Hexandiol, 1,8-Octandiol und Cyclohexandimethanol als Hydroxykomponente. Weiter
geeignet sind Oligomere von Hydroxycarbonsäuren wie z.B. Polycaprolacton, Polyhydroxystearinsäure
und Polyhydroxybuttersäure und Polyole wie z.B. Polyethylenoxid, Polypropylenoxid,
Polybutylenoxid und deren Cooligomere.
[0039] Die Menge an eingesetztem Weichmacher beträgt 2 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 4 bis
15 Gew.-%, bezogen auf das Vinylcopolymerisat. Wenn die Menge an Weichmacher zu gering
ist, wird kaum eine dichtesteigernde Wirkung erzielt, Falls andererseits die Menge
an Weichmacher zu hoch ist, wird häufig eine starke Klebeneigung oder eine Verringerung
der Bildschärfe beobachtet.
[0040] Als Träger für die Farbakzeptorschichten können verschiedene Materialien verwendet
werden. Es ist möglich, transparente Filme wie z.B. Polyethylenterephthalat-, Polycarbonat-,
Polyethersulfon-, Polyolefin-, Polyvinylchlorid-, Polystyrol-, Cellulose- oder Polyvinylalkoholcopolymer-Filme
einzusetzen. Natürlich kommen auch reflektierende Unterlagen wie die verschiedensten
Arten von Papieren, z.B. Polyolefin-beschichtetes Papier oder pigmentierte Papiere,
zum Einsatz. Auch Laminate aus den o.g. Materialien sind anwendbar, Typische Kombinationen
stellen Laminate aus Cellulosepapier und synthetischem Papier, Cellulosepapier und
Polymerfilmen oder Polymerfilmen und synthetischem Papier oder auch weiteren Kombinationen
dar.
[0041] Die Träger sorgen für die notwendige mechanische Stabilität des Farbakzeptorelements,
Wenn die Farbakzeptorschicht über eine ausreichende mechanische Stabilität verfügt,
kann auf einen zusätzlichen Träger verzichtet werden.
[0042] Die Verarbeitung des Gemisches zur Erzeugung der erfindungsgemäßen Farbakzeptorschichten
erfolgt üblicherweise aus Lösung. Geeignete Lösungsmittel sind beispielsweise Methylethylketon,
Toluol, Xylol, Butylacetat, Methylenchlorid, Chlorbenzol, Tetrahydrofuran oder Dioxan.
Die Lösung kann durch Gießen oder Rakeln oder durch Bedrucken auf den Träger aufgebracht
werden. Die Beschichtung kann anschließend getempert werden, um das Lösungsmittel
zu entfernen. Die Bedingungen der Temperung richten sich nach den Gegebenheiten des
Einzelfalls, z.B. der Art der Unterlage und des verwendeten Lösungsmittels und der
Schichtdicke.
[0043] Die Farbakzeptorschichten der vorliegenden Erfindung haben vorzugsweise eine Gesamtschichtdicke
im Bereich von 0,3 bis 50 µm, besonders bevorzugt von 0,5 bis 10 µm, wenn ein Träger
der oben beschriebenen Art verwendet wird oder wenn auf diesen verzichtet wird, im
Bereich von 3 bis 120 µm. Die Farbakzeptorschicht kann aus einer Einzelschicht bestehen,
es können aber auch zwei oder mehrere Lagen auf den Träger aufgebracht werden. Bei
der Verwendung von transparenten Trägern kann eine beidseitige Beschichtung zur Erhöhung
der Farbintensität vorgenommen werden, wie z.B. in der nicht vorveröffentlichten europäischen
Patentanmeldung EP-A-0 452 566 beschrieben.
[0044] Der Farbakzeptorschicht können z.B. zur Erhöhung der Bildschärfe oder zur Verbesserung
des Weißheitsgrades Pigmente oder Mischungen mehrerer Pigmente, wie z.B. Titandioxid,
Zinkoxid, Kaolin, Ton, Calciumcarbonat oder Aerosil, zugegeben werden.
[0045] Zur weiteren Steigerung der Lichtstabilität des übertragenen Bildes können, falls
notwendig, ein oder verschiedene Arten von Additiven, wie z.B. UV-Absorber, Lichtstabilisatoren
oder Antioxidantien, zugesetzt werden.
[0046] Die Farbakzeptorschichten der vorliegenden Erfindung können ein Gleitmittel zur Verbesserung
der Gleiteigenschaften, vornehmlich zwischen Donor- und Akzeptorelement, enthalten
Beispielsweise können feste Wachse wie Polyethylenwachs, amidische Wachse oder Teflonpulver
eingesetzt werden. Aber auch gegebenenfalls fluorhaltige Tenside, Paraffin-, Silicon-
oder fluorhaltige Öle oder siliconhaltige Copolymere wie Polysiloxanpolyethercopolymere
können für diesen Zweck verwendet werden.
[0047] Das genannte Gleitmittel kann auch als separate Beschichtung, z.B. als Dispersion
oder als Lösung in einem geeigneten Lösungsmittel als "Topcoat" aufgebracht werden.
Die Dicke einer solchen Schicht beträgt dann vorzugsweise 0,01 bis 5 µm, besonders
bevorzugt zwischen 0,05 und 2 µm.
[0048] Das Farbakzeptorelement der vorliegenden Erfindung kann auch verschiedene Zwischenschichten
zwischen Unterlage und der eigentlichen Farbakzeptorschicht enthalten. Abhängig von
den spezifischen Eigenschaften des verwendeten Materials kann die Zwischenschicht
als federndes Element (elastische Schicht), als Sperrschicht für den übertragenen
Farbstoff oder auch als Haftschicht jeweils abhängig von der speziellen Anwendung
wirken. Als Material kommen z.B. Urethan-, Acrylat- oder Olefinharze, aber auch Butadienkautschuke
oder Epoxide in Frage. Die Dicke dieser Zwischenschicht liegt üblicherweise zwischen
etwa 1 bis 2 und 20 µm. Diffusionssperrschichten haben die Aufgabe, die Diffusion
der übertragenen Farbstoffe in den Träger zu verhindern Materialien, die diese Aufgabe
erfüllen, können in Wasser oder in organischen Lösungsmitteln oder in Mischungen löslich
sein. Geeignete Materialien sind z.B. Gelatine, Polyacrylsäure, Maleinsäureanhydridcopolymere,
Polyvinylalkohol, Polyvinylchloridcopolymere oder Celluloseacetat.
[0049] Die gegebenenfalls vorhandenen zusätzlichen Schichten wie elastische Schicht, Diffusionssperrschicht,
Haftschicht usw. sowie die eigentliche Farbakzeptorschicht, können z.B. Silikat-,
Ton-, Aluminiumsilicat-, Calciumcarbonat-, Calciumsulfat-, Bariumsulfat-, Titandioxid-,
Aluminiumoxidpulver enthalten.
[0050] Die Farbakzeptorelemente der vorliegenden Erfindung können auch vorder- oder rückseitig
auf die übliche Art und Weise antistatisch ausgerüstet sein. Sie können mit Markierungen,
vorzugsweise auf der Rückseite des Trägers, versehen sein, um eine genaue Positionierung
während des Druckprozesses zu ermöglichen.
[0051] Das erfindungsgemäße Farbakzeptorelement kann mit den auf dem Thermosublimationsdruck-Gebiet
üblichen Farbdonorelementen kombiniert werden.
[0052] Die in einem Thermosublimationsdrucker erhaltenen Farbbilder zeichnen sich durch
hohe Auflösung, hohe Farbdichten, hohe Brillanz und gute Langzeitstabilität aus.
Beispiele
Beispiel 1
Allgemeine Herstellvorschrift für Vinylcopolymerisate
[0053] In einem 11-Rührreaktor werden 3,0 g Emulgator Mersolat MK 30, gelöst in 300 g entionisiertem
Wasser vorgelegt. Die Vorlage wird unter Rühren mit 200 rpm unter Stickstoffspülung
auf 70°C erhitzt und mit 25 g des Monomergemisches versetzt. Durch Zugabe einer Lösung
von 0,5 g Kaliumperoxidisulfat in 20 g entionisiertem Wasser wird die Polymerisation
gestartet. Nach dem Anspringen der Reaktion werden weitere 250 g des Monomergemisches,
das zuvor mit 0,05 g Dodecylmercaptan versetzt wurde, und in einem separaten Zulauf
eine Lösung von 0,75 g Kaliumperoxidisulfat und 4,0 g Mersolat MK 30 in 200 g Wasser
in einem Zeitraum von 6 Stunden zudosiert. Anschließend werden 0,75 g Kaliumperoxidisulfat,
gelöst in 15 g entionisiertem Wasser zugesetzt und die Temperatur 8 Stunden auf 75°C
gehalten.
Beispiel 2
Herstellung von Farbakzeptorelementen und Ausprüfung
[0054] Die Copolymerisate wurden mit der angegebenen Menge an Weichmacher versetzt und in
Methylethylketon (10 % Feststoff) gelöst. Die 10 %igen Copolymerisatlösungen wurden
mit Hilfe einer Rakel in einer Naßfilmdicke von 50 µm auf gelatinebeschichtetes Polyethylenpapier
gegossen.
[0055] Die Beschichtungen wurden bei Raumtemperatur getrocknet und anschließend 15 min bei
90°C getempert. Die Trockenschichtdicken betrugen ca. 4,5 µm.
[0056] Auf den erhaltenen Farbakzeptorelementen wurde mit einem Mitsubishi CP-100 E Videoprinter
unter Verwendung der Mitsubishi Farbstoff-Kassette CK-100S Test-Bilder erzeugt. Die
Farbintensitäten wurden durch Mikrodensimetrie bestimmt. Die angegebenen Zahlenwerte
sind die in einem schwarzen Bildbereich des Testbildes ohne Filter gemessenen Dichtewerte
(Dichte).
[0057] Die Bildschärfe wurde unmittelbar nach dem Druckvorgang, nach dreitägiger Lagerung
bei 57°C und 35 % relativer Luftfeuchte (Schärfe 1) sowie nach dreitägiger Lagerung
bei Raumtemperatur (Schärfe 2) visuell beurteilt.
[0058] In Tabelle 3 bedeuten:
M1.1, M1.2, M1.3, M1.4 die verschiedenen Monomeranteile in dem erfindungsgemäßen Vinylcopolymerisat,
Menge in Gew.-%.
- AN:
- Acrylnitril
- S:
- Styrol
- EHA:
- Ethylhexylacrylat
- C10MA:
- Decylmethacrylat
- ++
- sehr scharf
- +
- scharf
