(19)
(11) EP 0 567 659 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
31.01.1996  Patentblatt  1996/05

(21) Anmeldenummer: 92106747.6

(22) Anmeldetag:  21.04.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E01D 21/00

(54)

Brückenverstärkung und Verfahren zu ihrer Herstellung

Bridge-strengthening and method for its manufacture

Renforcement de ponts et méthode pour sa réalisation


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE DK FR GB LI SE

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
03.11.1993  Patentblatt  1993/44

(73) Patentinhaber: Hamco Dinslaken Bausysteme GmbH
D-46535 Dinslaken (DE)

(72) Erfinder:
  • Risse, Joachim, Prof. Dr.
    D-18057 Rostock (DE)

(74) Vertreter: Rother, Bernhard, Dr.-Ing. 
Danziger Strasse 5
D-18107 Rostock
D-18107 Rostock (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 089 861
FR-A- 801 924
DE-C- 503 825
GB-A- 439 377
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Brückenverstärkung und ein Verfahren zu ihrer Herstellung bei laufendem Verkehr.

    [0002] Es ist bekannt, Gewölbe dadurch zu sanieren, daß geschädigte Teile ersetzt, Fugen neu mit Mörtel gefüllt und Entwässerungseinrichtungen wieder hergestellt werden.

    [0003] Weiter ist bekannt, Gewölbe dadurch zu verstärken, daß innen eine zusätzliche Gewölbeschale eingemauert bzw. außen eine zusätzliche Gewölbeschale aufgemauert wird.
    Im ersten Falle wird der Durchflußquerschnitt sehr verengt, es ist eine aufwendige Rüstung erforderlich und das Ausmauern ist sehr schwer zu realisieren. Im zweiten Fall muß das Gewölbe freigelegt werden , wozu die gesamte Fahrbahn abgenommen werden muß.

    [0004] Es ist weiterhin bekannt, Gewölbe dadurch zu verlängern, daß auf einer Rüstung an das vorhandene Gewölbe in gleicher Weise angemauert wird.
    Als nachteilig sind hierbei die aufwendige Rüstung und der schlechte Verbund zum vorhandenen Gewölbe zu nennen.

    [0005] Nach DE-C-503 825 ist eine Brückenverstärkung bekannt, bei der die gerüstlose Schalung für das Verstärken von Brückengewölben auf der Unterseite mit dem alten Gewölbe durch in Bohrungen einbetonierte Tragmittel in einem der Verstärkung entsprechenden Abstand von der Gewölbeleibung starr verbunden ist.
    Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, daß die Verschalung eine einfache additive Verstärkung der Gewölbewirkung darstellt. Eine schubfeste Verbindung zur vielfachen Erhöhung der Tragfähigkeit nach einer Sanierung ist nicht möglich.

    [0006] Die Erfindung will hier Abhilfe schaffen. Der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Brückenverstärkung durch den Einbau einer inneren zusätzlichen Stahlbetonschale vorzunehmen, die mit dem bestehenden Gewölbe durch Dübel verbunden ist. Der im Patentanspruch 2 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren sowohl zur Sanierung als auch zur Verstärkung als auch zur Verlängerung bei laufendem Verkehr bereitzustellen.

    [0007] Erfindungsgemäß werden beide Probleme durch die in den Patentansprüchen 1 und 2 angegebenen Merkmale gelöst.

    [0008] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß bei laufendem Verkehr alle bestehenden Ansprüche der Sanierung, der Verstärkung und der Verlängerung des Gewölbes gleichzeitig realisiert werden können. Weiter bewirkt das erfindungsgemäße, zusätzliche Gewölbe aus Stahlbeton, das mit dem vorhandenen Gewölbe durch rechnerisch nachgewiesene Stahldübel schubfest verbunden ist, eine vielfache Erhöhung der Tragfähigkeit.

    [0009] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen:

    Figur 1: den Grundriß eines bestehenden Gewölbes unter der Straße mit Angabe der erforderlichen Straßenverbreiterung

    Figur 2: den Querschnitt eines bestehenden Gewölbes mit den eingebauten Konstruktionselementen zur Verstärkung des Gewölbes

    Figur 3: den Querschnitt der stählernen Gewölbesschale im Bereich der Böschung



    [0010] Nach Figur 1 erfolgt die Brückenverstärkung und die Straßenverbreiterung durch das Einbringen des Stahlrohres 4, dessen Form dem bestehenden Gewölbe 1 angepaßt und das allseitig einen Abstand von 5 bis 10 cm zur Gewölbeinnenleibung hat und dessen Länge der vorgesehenen Straßenverbreiterung einschließlich der neu herzustellenden Böschung 11 entspricht. Die Straßenverbreiterung kann je Erfordernis symmetrisch oder unsymmetrisch zur bisherigen Fahrbahnmitte 8 erfolgen. Die bisherigen Stirnmauern 9 des Gewölbes 1 und die Flügelmauern 10 werden überschüttet.

    [0011] Nach Figur 2 erfolgt die Brückenverstärkung durch das Einbohren der Stahldübel 2 im berechneten Rasterabstand in das vorhandene Gewölbe 1, durch die angeknüpfte Stahlbewehrung 3, durch das eingebrachte Stahlrohr 4 und den eingefüllten Beton 5. Das Stahlrohr 4 ist der Gewölbeform und der Sohle 6 des Durchlasses 7 so angepaßt, daß allseitig ein Abstand von 5 bis 10 cm zwischen der Gewölbeinnenwand und der äußeren Mantelfläche des Stahlrohres 4 entsteht, so daß der Beton 5 in den Zwischenraum gut verteilt und verdichtet eingebracht werden kann.

    [0012] In Figur 3 ist der Querschnitt des Stahlrohres 4 im Bereich der Böschung 11 dargestellt.


    Ansprüche

    1. Brückenverstärkung für ein bestehendes Gewölbe aus Ziegel- oder Natursteinmauerwerk oder aus Beton bzw. Stahlbeton, bei der in das bestehende Gewölbe (1) in einem vorbestimmten Rasterabstand Stahldübel (2) eingebohrt sind , an die eine Stahlbewehrung (3), z. B. eine Bewehrungsmatte, angeknüpft ist, ein Stahlrohr (4) eingebracht ist, dessen Form dem bestehenden Gewölbe (1) angepaßt und das allseitig einen Abstand von 5 bis 10 cm zur Gewölbeleibung des Gewölbes (1) hat und der Zwischenraum mit Beton (5) ausgegossen ist.
     
    2. Verfahren zur Herstellung der Brückenverstärkung bei laufendem Verkehr nach Anspruch 1, bei dem in das bestehende Gewölbe (1) in einem vorher berechneten Rasterabstand Stahldübel (2) eingebohrt werden, an die Stahldübel (2) eine Stahlbewehrung (3), z. B. eine Bewehrungsmatte, angeknüpft wird, anschließend ein Stahlrohr (4), dessen Form dem bestehenden Gewölbe (1) angepaßt ist und das allseitig einen Abstand von 5 bis 10 cm zur Gewölbeleibung des Gewölbes (1) hat, eingebracht wird und anschließend der Zwischenraum mit Beton (5) ausgegossen wird.
     


    Claims

    1. Bridge strengthening for an existing vault made from brick or masonry or from concrete or reinforced concrete in which steel dowels (2) are drilled into the existing vault (1) at a previously defined grid distance, a steel reinforcement (3), for instance a bar mat, is attached to said dowels, a steel pipe (4) which has a shape matching the existing vault (1) and a clearance of 5 to 10 cm on all sides from the intrados of the vault (1) is inserted and the space between is filled with concrete (5).
     
    2. A method for the manufacture of the bridge strengthening according to claim 1 without interrupting traffic in which steel dowels (2) are drilled into the existing vault (1) at a previously calculated grid distance, a steel reinforcement (3), for instance a bar mat, is attached to the dowels (2), whereupon a steel pipe (4) which has a shape matching the existing vault (1) and a clearance of 5 to 10 cm on all sides from the intrados of the vault (1) is inserted and the space between is filled with concrete (5).
     


    Revendications

    1. Système de renfort de ponts pour une voûte existante en maçonnerie de briques ou de pierres naturelles ou bien en béton ou en béton armé, caractérisé en ce que des goujons d'acier (2) sont enfoncés, selon un quadrillage prédéterminé, dans la voûte (1) existante, destinés à recevoir une armature métallique (3), telle qu'un treillis, qu'un tube d'acier (4) est mis en place dont la forme est adaptée à celle de la voûte (1) existante et dont la distance à l'intrados de la voûte (1) est partout de 5 à 10 cm, l'interstice étant rempli de béton (5).
     
    2. Procédé de réalisation du système de renfort de ponts, sans interruption de la circulation routière, selon la revendication 1, caractérisé en ce que la voûte (1) comporte des goujons d'acier (2) enfoncés selon un quadrillage calculé, destinés à recevoir une armature d'acier (3), telle qu'un treillis, qu'un tube d'acier (4) est mis en place dont la forme est adaptée à celle de la voûte (1) existante et dont la distance à l'intrados de la voûte (1) est partout de 5 à 10 cm, l'interstice étant rempli ensuite de béton (5).
     




    Zeichnung