[0001] Die Erfindung betrifft einen Einzelblatteinzug oder Gerät mit einem solchen Einzelblatteinzug
mit einer Blattransporteinrichtung und einem eine Ebene bildenden beweglichen Träger
für Einzelblätter, einem als Blattseitenführung dienenden, im wesentlichen zum Träger
senkrechten ersten flächigem Anschlag und einem als Blatt-Stirnseitenführung dienenden,
im wesentlichen senkrecht zum Träger und ersten Anschlag ausgebildeten zweiten Anschlag.
Ein solcher Einzelblatteinzug bzw. ein Gerät mit einem solchen Einzelblatteinzug ist
aus DE-2952671 bekannt. Dort ist eine Vorrichtung zum Vereinzeln des obersten Blattes
eines Blattstapels gezeigt, bei der ein Blattstapel in einer Kassette liegt und von
unten her gegen eine über dem Blattstapel angeordnete Transportrolle gedrückt wird,
deren Wellenachse in einem festen Abstand zur Kassette liegt.
[0002] Einblatteinzugseinrichtungen verschiedenster Art werden regelmäßig in Geräten wie
Drucker, Kopierer, Telefax etc. benötigt, um der in diesen Geräten vorgesehenen Druckeinrichtung
von einem Stapel Blätter Einzelblätter zuzuführen, um somit einen geordneten Druckbetrieb
zu gewährleisten.
[0003] Regelmäßig sind die bekannten Einzelblatteinzüge jedoch nur in der Lage, ein bestimmtes
Blattformat zu verwerten. Soll auf ein anderes Blattformat gewechselt werden, so müssen
Veränderungen am Einzelblatteinzug vorgenommen werden, was regelmäßig durch eine Anpassung
des Einzelblatteinzugs hinsichtlich der Seitenführungen für die Blätter geschieht.
Bei der in DE-2952671 gezeigten Vorrichtung ist das Blattformat nach oben hin durch
die Kassettengröße beschränkt. Ferner ist es dort notwendig, daß das oberste Blatt
auch von einem Eckniederhalter erfaßt wird. Aus IBM Technical Disclosure Bulletin
Vol. 20, No. 4, September 1977, Seite 1295 ist ein Einzelblatteinzug mit einer Blattransporteinrichtung
und einem Träger für Einzelblätter und einem als Blattseitenführung dienenden im wesentlichen
zum Träger senkrechten ersten flächigen Anschlag bekannt, bei dem die Anordnung der
Transportrolle nahe der flächigen Anschlagkante dafür sorgt, daß auch nicht ausgerichtete
Einzelblätter parallel zur Anschlagkante ausgerichtet und in dieser Richtung weggeführt
werden.
[0004] Ferner ist aus CH-682321 eine Vorrichtung zum Zuführen papierartiger Aufzeichnungsträger
eine Büromaschine und ein Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung bekannt, bei der eine
Anpassung auf ein bestimmtes Blattformat für größere Blattmengen möglich ist. Nach
Anpassung des Einzelblatteinzugs auf ein bestimmtes Papierformat ist jedoch der Einzelblatteinzug
regelmäßig nur in der Lage, dieses bestimmte Blattformat zu verarbeiten. Blattformate,
bei denen die Blattseitenlänge die eingestellte Stirnseitenlänge übersteigen, können
nicht verarbeitet werden und Blattformate mit einer geringeren Stirnseitenblattlänge
verursachen regelmäßig Störungen des Einzelblatteinzugs, da ihre geordnete Erfassung
nur unsicher möglich ist. Das ist insbesondere dort unangenehm, wo einzelne Blätter
unterschiedlicher Größe oder sehr kleine Auflagen in wechselnden Größen bedruckt werden
sollen, wie es beim Bedrucken von Etiketten nicht selten ist.
[0005] In DE-OS-26 50 739 eine Blattzuführeinrichtung beschrieben, bei der eine Blatttransporteinrichtung
einen oberen Anschlag sowie einen Anschlag für eine Blatt-Stirnseitenführung aufweist,
die zusammen verschwenkbar sind.
[0006] Schließlich ist aus DE-A-20 33 126 eine Vorrichtung zur Abnahme einzelner Blätter
von einem Blattstapel bekannt, bei dem eine Dämpfungsplatte auf dem obersten Blatt
des Blattstapels aufliegt und die Dämpfungsplatte seitlich von einer Kantenplatte
begrenzt wird, welche mit ihrer oberen Kante unterhalb der Dämpfungsplatte liegt,
so daß ein Spalt zwischen Dämpfungsplatte und Kantenplatte gebildet wird, durch den
ein Blatt abtransportiert werden kann.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen einfachen Einzelblatteinzug anzugeben,
der die Verarbeitung unterschiedlich großer Einzelblätter zuläßt, ohne manuell oder
maschinell jeweils auf ein neues Blattformat umgestellt werden zu müssen und bei dem
eine sichere Abführung des obersten Blattes eines Blattstapels möglich ist.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch einen Einzelblatteinzug oder ein Gerät
in einem solchen Einzelblatteinzug mit einer Blattransporteinrichtung und einem Ebene
bildenden beweglichen Träger für Einzelblätter, einem als Blattseitenführung dienenden,
im wesentliche zum Träger senkrechten ersten flächigem Anschlag, einem als Blatt-Stirnseitenführung
dienenden, im wesentlichen senkrecht zum Träger und ersten Anschlag ausgerichteten
zweiten Anschlag, wobei die Transporteinrichtung einen oberen Anschlag sowie eine
Anschlagkante aufweist, die in Verlängerung des zweiten Anschlags unterhalb des oberen
Anschlags liegt. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
[0009] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß auf einen dritten Anschlag, der das
zu transportierende Blatt an einer dritten Seite berührt, verzichtet werden kann.
Die Fixierung der Blattanlage auf 2 Freiheitsgrade, nämlich den ersten und zweiten
Anschlag, reicht für den zuverlässigen Einzelblatteinzug aus. Außerdem ist die Ausbildung
eines oberen Anschlags sowie eine Anschlagkante, die in Verlängerung des zweiten Anschlags
unterhalb des oberen Anschlags liegt, an der Blattransporteinrichtung sehr einfach
zu bewerkstelligen, wodurch sich der konstruktive Aufwand für den Einzelblatteinzug
gegenüber bisherigen Vorrichtungen zum Vereinzeln von Blättern erheblich vereinfacht,
da das Zusammenwirken von exakt zueinander ausgerichteten Teilen wie Transportrolle,
oberer Anschlag sowie vordere Anschlagkante für die Blatt-Stirnseitenführung an einem
einzigen Teil, nämlich der Transporteinrichtung erfolgt und somit für exakt gleichbleibende
Verhältnisse und somit eine zuverlässige Blatterfassung gesorgt und ein sicherer Blattransport
gewährleistet werden kann.
[0010] Der erfindungsgemäße Einzelblatteinzug zeichnet sich durch einen sehr einfachen Aufbau
aus, wobei bekannte Einrichtungen zur Anpassung des Blattformats gänzlich weggelassen
werden. Bei der Bedienung des Einzelblatteinzugs braucht der Benutzer das Papier lediglich
auf den Träger für die Einzelblätter zu legen und an der ersten und zweiten Kante
anzulegen und dann auszurichten.
[0011] Es ist offensichtlich, daß durch das Weglassen der Anpassungseinrichtung bzw. eines
dritten Anschlags für die Blätter der Einzelblatteinzug kostengünstiger wird und die
Bedienung vereinfacht und somit auch Fehlbedienungen und damit verursachte Folgekosten
bei Störungen vermieden werden.
[0012] Es hat sich gezeigt, daß die Anordnung der Transporteinrichtung an der ersten Anschlagseite
ausreicht, die Blätter des Einzugs zuverlässig abzutransportieren, obwohl die Transporteinrichtung
nur einen relativ kleinen Bereich der eingelegten Blätter erfaßt.
[0013] Dies kann insbesondere dadurch verbessert werden, daß die Transporteinrichtung schwenkbar
oberhalb des Trägers angeordnet ist, um somit das jeweils oberste Blatt eines Stapels
welcher mittels des Trägers gegen die Transporteinrichtung gedrückt wird, sicher zu
erfassen und wegzuführen. Durch die ortsfeste Anordung der wesentlichen Blatterfassungs-
und Wegführungsteile, wie z.B. Transportrolle, Preßrolle und Spendekante, ist außerdem
jederzeit eine einfache Auswechslung oder Reparatur bzw. Einstellung dieser Teile
möglich. Die Spendekante ist in Verlängerung des zweiten Anschlags getrennt von diesem
mit einer lichten Weite unterhalb der als oberen Anschlag ausgebildeten Preßrolle
angeordnet.
[0014] Um eine zuverlässige Nachführung des Blattstapels auf dem Träger zu erreichen, wird
der Trägerantrieb in Abhängigkeit der Ausschwenkung der Transporteinrichtung gesteuert.
Als Maß für die Ausschwenkung kann dabei der Ausschwenkwinkel der Transporteinrichtung
dienen, der mittels eines Sensors in einfacher Weise erfaßt werden kann.
[0015] Der Erfindung wird nachfolgend anhand eines in Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In der Zeichnung stellen dar:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Einzelblatteinzugs ohne aufgelegte Blätter,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Einzelblatteinzugs nach Fig. 1 mit einem aufgelegten Stapel
Blätter,
- Fig. 3
- einen erfindungsgemäßen Einzelblatteinzug nach Fig. 2, bei dem der Stapel Blätter
an die Transporteinrichtung herangeführt ist,
- Fig. 4
- eine Oberansicht des in Fig. 3 dargestellten Einzelblatteinzugs,
- Fig. 5
- eine vergrößerte Ausschnittsdarstellung des Einzelblatteinzugs in Fig. 4, und
- Fig. 6
- eine nochmals vergrößerte Ausschnittsdarstellung eines Teils des Einzelblatteinzugs
in Fig. 5.
[0016] Fig. 1 zeigt einen Einzelblatteinzug mit einem als Plattform 1 ausgebildeten Träger
2, welcher entlang von Führungsschienen 3, in welchem Führungsstifte 4 des Trägers
liegen, geführt werden kann. Dabei erfolgt der Antrieb des Trägers mittels eines eine
Steuerung aufweisenden bekannten nicht dargestellten Motors. Der Einzelblatteinzug
kann Teil eines nicht dargestellten Gerätes mit einer Druckeinrichtung z.B. Laser-,
Thermodrucker usw. sein.
[0017] Die Trägerebene 5 steht senkrecht zu einer ersten Anschlagsebene 6, welche in der
Zeichenebene liegt, und als Blattseitenführung dient. Senkrecht zur Trägerebene und
ersten Anschlagsebene 6 liegt ein zweiter Anschlag 7.
[0018] Über dem beweglichen Träger ist eine schwenkbare Transporteinrichtung 8 angeordnet,
welche eine Transportrolle 9, eine als oberen Anschlag ausgebildete Preßrolle 10,
sowie in Verlängerung des zweiten Anschlags 7 eine als Spendekante 11 ausgebildete
Anschlagkante unterhalb des oberen Anschlags liegt. Die Schwenkachse 12 der Transporteinrichtung
steht senkrecht auf der ersten Anschlagsebene 6.
[0019] Mittels eines Sensors 13 kann als Maß für die Ausschwenkung der Transporteinrichtung
der Ausschwenkwinkel α ermittelt werden, welcher seinerseits als Regelgröße für die
Trägernachführung bzw. Motorsteuerung des Trägers verwendet wird.
[0020] In Fig. 2 ist gezeigt, wie ein Stapel Blätter, z.B. aus Papier, Folien usw., auf
den Träger gelegt ist, der sich seinerseits nach oben (Pfeil) in Richtung der Transporteinrichtung
bewegt. Die Trägernachführung hebt den Stapel Blätter so weit an, bis die Transporteinrichtung
angehoben wird und der Ausschwenkwinkel gegen null Grad geht. Nun ist der Einzelblatteinzug,
wie in Fig. 3 gezeigt, betriebsbereit.
[0021] Fig. 4 zeigt die in Fig. 3 angeordnete Ansicht Y, d.h. Oberansicht des Einzelblatteinzugs,
bei dem gerade ein Blatt abtransportiert wird. Wie dargestellt, ist die Antriebseinrichtung
für die Transportrolle 9 hinter der ersten Anschlagsebene angeordnet und mittels einer
die erste Anschlagsebene durchsetzenden Welle 15 mit der Transportrolle 9 verbunden.
Diese befindet sich in Transportrichtung (Pfeil) kurz vor dem zweiten Anschlag 7.
[0022] Die Ansicht macht deutlich, daß mittels des ersten und zweiten Anschlags lediglich
zwei Freiheitsgrade zur Fixierung eines Blattes festgelegt sind, so daß Blattformate
verschiedenster Art auf die Plattform 1 gelegt werden können, und trotzdem noch sicher
von der Transporteinrichtung 8 erfaßt werden.
[0023] Figur 5 und 6 zeigen vergrößerte Ausschnittsdarstellungen des Einzelblatteinzugs
im Bereich der Transporteinrichtung. Die fordere Kante der Spendekante 11 liegt getrennt
vom zweiten Anschlag 7 in Verlängerung des zweiten Anschlags 7 in einem bestimmten
Abstand unterhalb der Preßrolle 10. Der Abstand zwischen der Spendekante und der Preßrolle
ist so groß, daß ein Blatt zwischen ihnen hindurchgeführt werden kann. Der Abstand
zwischen der Spendekante und der Preßrolle ist einstellbar.
1. Einzelblatteinzug oder Gerät mit einem solchen Einzelblatteinzug mit einer Blattransporteinrichtung
(8) und einem eine Ebene bildenden beweglichen Träger (2) für Einzelblätter (16),
einem als Blattseitenführung dienenden, im wesentlichen zum Träger senkrechten ersten
flächigem Anschlag (6) und einem als Blatt-Stirnseitenführung dienenden, im wesentlichen
senkrecht zum Träger und ersten Anschlag ausgerichteten zweiten Anschlag (7)
dadurch gekennzeichnet, daß die Blattransporteinrichtung (8) über dem Träger (2) nahe
zum ersten Anschlag angeordnet und schwenkbar ausgebildet ist, und daß die Blattransporteinrichtung
(8) einen oberen Anschlag sowie eine Anschlagkante (11) aufweist, die in Verlängerung
des zweiten Anschlags getrennt davon unterhalb des oberen Anschlags liegt.
2. Einzelblatteinzug nach Anspruch 1, bei der die Transporteinrichtung (8) über dem Träger
(2) am ersten Anschlag (6) angeordnet und als schwenkbare Transporteinrichtung ausgebildet
ist, deren Schwenkachse (12) senkrecht zum ersten Anschlag (6) liegt.
3. Einzelblatteinzug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Einzelblatteinzug eine Regeleinrichtung zur Steuerung
der Trägernachführung aufweist, bei der als Regelgröße ein Maß (α) für die Ausschwenkung
der Transporteinrichtung (8) dient.
4. Einzelblatteinzug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinrichtung einen Sensor (13) zur Ermittlung
des Ausschwenkmaßes (α) der Transporteinrichtung aufweist.