(19)
(11) EP 0 694 659 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
31.01.1996  Patentblatt  1996/05

(21) Anmeldenummer: 95114768.5

(22) Anmeldetag:  15.01.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E04G 7/30, E04G 1/16, E04G 1/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE ES FR GB IT

(30) Priorität: 25.01.1992 DE 4201958

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
93100580.5 / 0553665

(71) Anmelder: PERI GMBH
D-89264 Weissenhorn (DE)

(72) Erfinder:
  • Schwörer, Artur
    D-89250 Senden (DE)

(74) Vertreter: KOHLER SCHMID + PARTNER 
Patentanwälte Ruppmannstrasse 27
D-70565 Stuttgart
D-70565 Stuttgart (DE)

 
Bemerkungen:
Diese Anmeldung ist am 20 - 09 - 1995 als Teilanmeldung zu der unter INID-Kode 60 erwähnten Anmeldung eingereicht worden.
 


(54) Traggerüst


(57) Die Erfindung bezieht sich auf ein Traggerüst mit höhenverstellbarem, ein Außenrohr und ein Innenrohr aufweisenden Stützen und mit zwischen diesen angeordneten Aussteifungen und Befestigungsmitteln für die Verbindung zwischen Stütze und Aussteifung, wobei die Aussteifung 8 sowohl am Außenrohr 2 als auch am Innenrohr 1 befestigbar ist. Die Erfindung besteht darin, daß Anschlußteile 11 der Aussteifung 8 und das Innenrohr 1 und/oder das Außenrohr 2 so ausgebildet sind, daß die Aussteifung 8 etwa in der von den Achsen 18 von zwei benachbarten Stützen bestimmten Ebene an diesen Stützen befestigbar sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Traggerüst mit höhenverstellbaren, ein Außenrohr und ein Innenrohr aufweisenden Stützen und mit zwischen diesen angeordneten Aussteifungen und Befestigungsmitteln für die Verbindung zwischen Außenrohr und Aussteifung.

[0002] Bekannte Gerüste dieser Art sind zum Abtragen von Deckenlasten durch den Prospekt "Titan" der Firma Ischebeck bekannt geworden. Bei diesen Gerüsten sind jedoch Befestigungsmittel für die Verbindung mit der Aussteifung lediglich am Außenrohr angeordnet, wogegen Aussteifungen mit dem Innenrohr nicht verbunden werden können.

[0003] Es sind Stützen bekannt, bei denen das Innenrohr etwa die Länge des Außenrohres hat, so daß bei maximal ausgezogenem Innenrohr ein relativ langer Stützenabschnitt lediglich aus dem Innenrohr besteht. Bei einer Außenrohrlänge von beispielsweise 1,90 m erhält man bei einer in der DIN vorgeschriebenen Überdeckung von 30 cm bei vollem Auszug eine Deckenstütze mit einer maximalen Länge von 3,50 m. Bei den bekannten vorgenannten Gerüsten, bei denen die Aussteifungen lediglich am Außenrohr befestigbar sind, sind Stützen verwendet, bei denen im Außenrohr lediglich eine wegen der Verringerung der Tragfähigkeit nur relativ kurze Gewindespindel mit Fuß- oder Deckenplatte angeordnet ist, so daß die Gesamtlänge der Stütze nicht sehr viel größer ist als die Länge des Außenrohres.

[0004] Die US-A-3,313,081 beschreibt ein Gerät mit Aussteifungen, die sowohl am Außenrohr als auch am Innenrohr befestigt sind. Dabei werden jedoch die Aussteifungen immer außerhalb der durch die Stützenachse benachbarter Stützen bestimmten Ebene befestigt, nämlich auf der Seite des Umfanges, die nach außen gerichtet ist. Dadurch wird jedoch auf die Stützen ein Drehmoment um die Stützenachse ausgeübt. Dies ist besonders groß, wenn Aussteifungen zweier benachbarter Gerüstabschnitte eine solche exzentrische Befestigung auf einander entgegengesetzten Seiten des Umfangs der Stützen erforderlich macht. Dies kann beispielsweise erforderlich sein, wenn der Platz nicht ausreicht, um neben oder auf der Befestigung der Aussteifung eines ersten Gerüstabschnittes die Aussteifung für einen zweiten daneben angeordnetenGerüstabschnitt befestigt werden muß. Dieses Drehmoment auf die Stützenachse beeinträchtigt jedoch die Tragkraft des Gerüstes.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gerüst zu entwickeln, bei dem ein die Tragkraft des Gerüstes schmälerndes Drehmoment auf die Stützen vermieden wird.

[0006] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß Anschlußteile der Aussteifung und des Innenrohrs und/oder dessen Außenrohres so ausgebildet sind, daß die Aussteifung in der von den Stützenachsen zweier benachbarter Stützen bestimmten Ebene an diesen Stützen befestigbar ist. Dabei kann die Aussteifung in an sich bekannter Weise aus Rahmen oder auch nur aus quer verlaufenden Stützen bestehen.

[0007] Ein Vorteil der Erfindung besteht zunächst darin, daß die Aussteifungen an der statisch günstigsten Stelle, nämlich in der durch die Achsen benachbarter Stützen bestimmten Ebene angreifen. Daher können sehr hohe Lasten abgetragen werden, beispielsweise nicht nur Lasten einer Decke, sondern auch Lasten bei anderen Traggerüsten wie z.B. Lehrgerüsten für Gewölbe, Brücken oder dergleichen.

[0008] Da die Aussteifungen gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sowohl an dem Innenrohr als auch an dem Außenrohr befestigbar ist, können die Aussteifungen in beliebiger Höhe der ausgezogenen Stütze angeordnet werden, was wiederum die Tragkraft des Gerüstes erhöht.

[0009] Bei einer Ausführungsform der Erfindung greifen die Befestigungsmittel der Aussteifung eines Gerüstabschnittes nur an einer Seite des Umfanges der Stützenrohre an. Daher können die Befestigungsmittel der Aussteifung des zweiten Gerüstabschnittes auf der entgegengesetzten Seite des Umfanges der Stützenrohre ohne Behinderung durch die Anschlußteile der Aussteifung des ersten Gerüstabschnittes befestigt werden.

[0010] Bei einer Ausführungsform der Erfindung können die Anschlußteile der Aussteifung zum Anschließen an das Innenrohr der Stütze und die Anschlußteile zum Anschließen an das Außenrohr der Stütze verschieden ausgebildet sein.

[0011] Diese Ausführungsform hat den Vorteil, daß konstruktiv sehr viele Möglichkeiten gegeben sind, um die Aussteifung sowohl am Außenrohr als auch am Innenrohr zu befestigen. Diese Ausführungsform eignet sich beispielsweise auch dann, wenn das Innenrohr über seine ganze oder jedenfalls über einen großen Teil seiner Länge ein Außengewinde aufweist. Dann nämlich können die für die Befestigung am Innenrohr bestimmten Befestigungsteile zum Eingriff in das Gewinde ausgebildet sein, die Teile zum Befestigen der Aussteifung am Außenrohr jedoch wesentlich einfacher ausgebildet sein, wenn beispielsweise am Außenrohr der Stütze lediglich Kerben oder aber Vorsprünge zum Befestigen der Aussteifung vorgesehen sind.

[0012] Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung sind die Anschlußteile der Aussteifung sowohl zum Befestigen am Innenrohr als auch die Anschlußteile zum Befestigen der Aussteifung am Außenrohr gleich ausgebildet, z. B. können auch verstellbar sein. Diese Ausführungsform der Erfindung kann dahingehend weiter ausgebildet sein, daß an einer bestimmten Stelle der Aussteifung nur ein sowohl zum Befestigen am Innenrohr als auch zum Befestigen am Außenrohr ausgebildetes Anschlußteil vorgesehen ist. Dies ermöglicht eine sehr einfache Handhabung beim Aufstellen derartiger Gerüste.

[0013] Die Erfindung eignet sich nicht nur für Stützen, bei denen das Innenrohr teleskopartig ausziehbar ist, sondern auch zur Verwendung in Verbindung mit an sich bekannten Stützen, bei denen das Innenrohr über einen längeren Längsabschnitt ein Gewinde aufweist, das zur Verstellung der Stützenhöhe dient. Dabei kann die Erfindung in Verbindung mit Stützen verwirklicht sein, bei denen das Innenrohr rund ist und das Gewinde über den ganzen Umfang des Innenrohres eingeschnitten ist.

[0014] Bei Ausführungsformen der Erfindung ist der Querschnitt des Innenrohres der Stütze nicht kreisrund und das Gewinde ist nur in den Bereichen mit großem Außendurchmesser angeordnet. Diese Ausführungsform der Erfindung hat den Vorteil, daß in den Umfangsabschnitt, die einen kleineren Durchmesser aufweisen und daher kein Gewinde tragen, spezielle Halterungen für die Anschlußteile der Aussteifung vorgesehen werden können, die also die übliche Gewindemutter zum Abstützen des Innenrohres auf dem Außenrohr oder umgekehrt nicht stören.

[0015] Dabei kann der Querschnitt des Außenrohres kreisförmig sein oder, bei einer besonderen Ausführungsform der Erfindung einen Querschnitt aufweisen, dessen Form der Form des Querschnittes des Innenrohres entspricht, jedoch zur Aufnahme des Innenrohres größer ist als dieser.

[0016] Bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsform weisen das Außenrohr und das Innenrohr radial vorspringende Nasen auf, die quer zum Radius verlaufende Vorsprünge und an der radial einwärts gelegenen Seite dieser Vorsprünge Aussparungen zum Eintritt von die Vorsprünge hintergreifenden Befestigungsmitteln aufweist, die an den Aussteifungen angeordnet sind. Eine solche Querschnittsausbildung von Außen- und Innenrohr hat den Vorteil, daß nur eine einzige Art von Befestigungsmitteln an der Aussteifung angeordnet sein muß, beispielsweise eine Art Klemme, die so ausgebildet ist, daß sie sowohl die Vorsprünge am Außenrohr als auch die Vorsprünge am Innenrohr hintergreifen kann.

[0017] Die am Außenrohr und am Innenrohr vorgesehenen Aufnahmen für die an der Aussteifung vorgesehenen Befestigungsmittel können im Abstand voneinander längs der Rohre angeordnet sein. Bei einer anderen Ausführungsform sind die Nasen und die Vorsprünge der Rohre durch die Form des Rohrquerschnitts gebildet und erstrecken sich über die ganze Länge des Rohres. Dies hat nicht nur den Vorteil, daß derartige Rohre im Strangpreßverfahren hergestellt werden können und damit die Herstellung der Stützen besonders einfach ist, sondern auch den weiteren Vorteil, daß die Aussteifung in beliebiger Höhenlage an der höhenverstellbaren Stütze angeordnet werden kann, so daß ein Gerüst von außerordentlich hoher Tragkraft entsteht, dessen Tragkraft bei geeigneter Ausbildung der Aussteifung, beispielsweise in Form eines Rahmens, bis zur mehrfachen Tragkraft einer Einzelstütze heranreicht. Die einzelnen Stützen können dabei zur Herstellung des Traggerüstes mehrfach, beispielsweise dreifach übereinander gestellt werden.

[0018] Bei der vorgenannten Ausführungsform der Erfindung kann ein Außengewinde des Innenrohres im Bereich der Umfangsfläche der Nasen angeordnet sein, so daß die Höheneinstellung der Deckenstütze in der üblichen Weise durch ein Schraubengewinde mit einer sich am Außenrohr abstützenden Gewindemutter erfolgen kann. Selbstverständlich kann die Höhenverstellbarkeit der Deckenstütze auch in an sich bekannter Weise durch in Aussparungen von Außenrohr und Innenrohr hindurchsteckbare Bolzen gewährleistet sein.

[0019] Die Stützen können aus Stahl oder aber aus Aluminium hergestellt sein. Das Gewinde kann in Teilabschnitten des Umfanges eingeschnitten oder eingerollt oder gleich bei der Herstellung des Rohres, beispielsweise beim Strangpreßverfahren, eingewalzt werden.

[0020] Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Stütze, bei der ein oder mehrere der vorgenannten Merkmale verwirklicht sind und die nicht Teil eines Traggerüstes ist.

[0021] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung einer Ausführungsform der Erfindung in Verbindung mit den Ansprüchen und der Zeichnung. Die einzelnen Merkmale können je für sich oder zu mehreren bei Ausführungsformen der Erfindung verwirklicht sein.

[0022] In der Zeichnung sind Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Stütze in Verbindung mit mehreren Ausführungsformen von an einer Aussteifung angeordneten Befestigungsteilen und nur die zum Verständnis der Erfindung notwendigen Teile im Prinzip dargestellt.
Fig. 1
zeigt eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Stütze mit zwei Ausführungsformen der Befestigungsteile;
Fig. 2
zeigt den in Fig. 1 dargestellten Stützenquerschnitt in Verbindung mit anderen Anschlußteilen einer Aussteifung im kleineren Maßstab;
Fig. 3
zeigt einen Schnitt nach der Linie III in Fig. 2.


[0023] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der Erfindung weist ein Innenrohr 1 einer ausziehbaren Stütze für ein Deckengerüst etwa die gleiche Querschnittsform auf wie ein Außenrohr 2, das das Innenrohr 1 vollständig aufnimmt. Das Innenrohr 1 weist vier über den Umfang verteilte radial abstehende Nasen 3 auf, die quer zum Radius verlaufende Vorsprünge 4 tragen und an ihrer Außenfläche ein Gewinde 5 aufweisen. Das Innenrohr 1 ist durch Stangpressen hergestellt. Die Nasen 3 und die Vorsprünge 4 verlaufen am Umfange des Innenrohres 1 in Richtung der Mantellinien über die ganze Länge des Innenrohres 1. Zwischen der Außenfläche des Innenrohres 1 und der Innenfläche des Außenrohres 2 ist soviel Spiel vorhanden, daß sich das Innenrohr 1 in Längsrichtung in dem Außenrohr 2 leicht verschieben läßt. In das Gewinde 5 greift eine nicht dargestellte Gewindemutter ein, die als Flügelmutter ausgebildet ist und die bei ausgezogenem Innenrohr 1 so weit längs des Innenrohres 1 verschraubt wird, bis diese Mutter auf der Stirnfläche des Außenrohres 2 aufliegt und damit die Auszuglänge bestimmt und die vom Innenrohr 1 abgetragene Last auf das Außenrohr 2 überträgt. Das Gewinde 5 weist, wie in der Zeichnung dargestellt, einen Durchmesser auf, der größer ist als der Innendurchmesser des Außenrohres 2. Durch eine Umdrehung der Gewindemutter wird ein verhältnismäßig großer Verstellweg in Achsrichtung der Stütze erreicht. Da das Gewinde 5 nur auf einem Teilabschnitt des Umfanges angeordnet ist, ist es wesentlich leichter herzustellen, als bei Spindeln mit über den ganzen Umfang umlaufendem Gewinde. Die anderen Wände des Innenrohres 1 weisen bei der dargestellten Ausführungsform nicht die Form von Kreisbogensegmenten, sondern eher eine an ein Achteck erinnernde Form auf, die zumindest teilweise den statischen Forderungen und auch den Forderungen an eine einfache Herstellung entgegenkommt.

[0024] Der Querschnitt des Außenrohres 2 weist zumindest an seiner Innenfläche eine Form auf, die der Form der Außenfläche des Innenrohres 1 folgt. Auch das Außenrohr 2 weist sich über die ganze Länge erstreckende Nasen 6 auf, die wiederum quer dazu verlaufende Vorsprünge 7 aufweisen. Auch der zwischen den Nasen 6 befindliche Wandabschnitt erinnert an die Form eines Achteckes. Die Wandstärke der Rohre 1 und 2 ist so gewählt, daß sie beide etwa die gleiche Stabilität aufweisen und hohe Gerüste ohne Lastabminderung auch mit ausgezogenen Einzelstützen hergestellt werden können, also beispielsweise auch ohne eine Aussteifung 8 zwischen Einzelstützen. An derjenigen Seite der Vorsprünge 4 und 7, die der Rohrwand zugewandt ist, befindet sich eine Aussparung 9 bzw. 10, die zum Eintritt von die Vorsprünge 7 bzw. 4 hintergreifende Befestigungsmittel dient, die an der Aussteifung 8 angeordnet sind und zum Befestigen dieser Aussteifung 8 an dem Innenrohr 1 oder dem Außenrohr 2 dienen.

[0025] Das Innenrohr 1 weist noch eine längs verlaufende Aussparung 118 auf, in der beispielsweise ein Maßstab befestigt sein kann. Der Querschnitt der Aussparung 118 kann T-förmig sein.

[0026] An der Aussteifung 8 vorgesehene Befestigungsmittel können in Verbindung mit der dargestellten Ausführungsform der Stütze verschieden ausgebildet sein. In der Zeichnung ist eine Ausführungsform dargestellt, die nach Art einer Klemme ausgeführt ist. Diese Klemme weist zwei einander gegenüberliegende Klemmbacken 12 auf, die an ihrer einander zugekehrten Seite Aussparungen 13 aufweisen, die sowohl die Nase 7 des Außenrohres 2 (linke Seite der unteren Darstellung) als auch die Nase 4 des Innenrohres 1 (gegenüberliegende Seite der Darstellung) zu umgreifen vermag, wobei dann der sich an die Aussparung 13 anschließende vordere Teil der Klemmbacken 12 in die Aussparung 9 bzw. 10 eintritt und damit die Nase 4 bzw. 7 hintergreift, so daß zur Aufnahme von Zug- oder Druckkräften eine formschlüssige Verbindung zwischen der Aussteifung 8 und dem Stützenrohr 1 oder 2 gewährleistet ist.

[0027] Die enge Klemmstellung, in der die Klemme die Nasen 3 des Innenrohres 1 umfaßt, wird durch einen im einzelnen nicht dargestellten Bügelkeil 14 gesichert, die zum Umgreifen der Nasen 6 des Außenrohres 2 erforderliche etwas weitere Klemmstellung wird durch den gleichen Bügelkeil an einer anderen Keilstufe gesichert. Das Befestigungsmittel 11 ist an der Aussteifung 8 befestigt, die ein Rahmen oder aber auch nur ein Querstab sein kann. An der als Befestigungsmittel 11 dienenden Klemme kann auch noch ein Anschlag 16 für die Offenstellung der Klemme und eine aus zwei Höckern 17 gebildete Führung für den Bügelkeil 14 vorgesehen sein.

[0028] Durch die Klemme 11 ist die Aussteifung 8 in der Ebene an die Stütze angeschlossen, die durch Achsen 18 von zwei benachbarten Stützen bestimmt ist. Es ist aber auch möglich, Aussteifungen außerhalb dieser Ebene an den Stützen zu befestigen, beispielsweise exzentrisch zu der Stützenachse 18, also so, daß Druck- und Zugkräfte etwa tangential an einer Stütze angreifen. Dies ist in Fig. 1 im Prinzip durch ein nach Art einer Schraubzwinge ausgebildetes Anschlußteil 19 mit einer feststehenden Klemmbacke 20 und einer verschiebbaren Klemmbacke 21 dargestellt. Die beiden Klemmbacken weisen an der einander zugewandten Innenfläche Aussparungen 22 und 23 auf, die sowohl zur Aufnahme der Nasen 7 am Außenrohr als auch zur Aufnahme der Nasen 4 am Innenrohr geeignet sind. Zum Befestigen einer Aussteifung 24 am Außenrohr der Stütze ist lediglich nach dem Anklemmen der Klemmbacke 21 die Maulweite der Schraubzwinge etwas größer als beim Befestigen der Aussteifung 24 an den entsprechenden Anschlußteilen 4 des Innenrohres.

[0029] Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist eine Aussteifung 25 wiederum in der durch die Achsen 18 benachbarter Stützen gebildeten Ebene befestigt. Am Ende eines Stabes der Aussteifung 25 ist die eine Klemmbacke 26 einer Befestigungsklemme durch Nieten 27 starr befestigt, deren Ende in Fig. 2 unten in die Aussparung 10 an der Nase 6 des Außenrohres 2 angreift. Der Klemmbacke 26 gegenüber befindet sich eine bewegliche Klemmbacke 28, die durch eine Schraube 29 in die der Aussparung 10 gegenüberliegende Aussparung an der Nase 6 eingedrückt werden kann. Die Schraube 10 ist in einem Gewindestück 30 schraubbar geführt. Je nachdem, ob die Aussteifung 25 am Außenrohr 2 in die Aussparungen 10 oder aber in Aussparungen 9 des Innenrohres befestigt werden soll, wird die Maulweite der Klemme durch Drehen der Schraube 29 eingestellt. In Fig. 2 oben ist die Befestigung der Aussteifung 25 mit Hilfe der Klemme 31 an einer Nase 3 des Innenrohres angedeutet.

[0030] Man sieht, daß wegen der starren Befestigung der Klemmbacke 26 am Rohr der Aussteifung 25 die Achse dieses Rohres bei Befestigung am Außenrohr der Stütze in einem kleinen Abstand von der durch die Achsen 18 benachbarter Stützen bestimmten Ebene verläuft. Bei Befestigung am Innenrohr 1 verläuft dagegen die Achse des Rohres der Aussteifung 25 genau in der Ebene der durch die Achsen 18 bestimmten Ebene.

[0031] In der Zeichnung nicht dargestellte Kerben können in der Aussteifung oder dem Umfang der Rohre eingedrückt oder eingefräst sein für eine formschlüssige Übertragung von Vertikallasten. Die Anschlüsse der Aussteifung an den Stützen ist auch querkraftschlüssig ausgebildet zur Aufnahme von V-Lasten.

[0032] Die Befestigungsmittel 11 sind so ausgebildet, daß sie sowohl am Außenrohr 2 als auch am Innenrohr 1 ohne Veränderung eingesetzt werden können und eine die auftretenden Kräfte aufnehmende Verbindung zwischen einer fachwerkähnlichen Aussteifung und der Stütze aufnehmen. Durch die Aussteifung 8 erhöht sich die Tragfähigkeit eines Gerüstes erheblich. Bei geeigneter fachwerkartiger Aussteifung kann beispielsweise eine Tragfähigkeit von über 60 kN entstehen, auch wenn die ausgezogene Einzelstütze nur eine Tragfähigkeit von 30 kN aufweist.

[0033] Bei Ausführungsformen der Erfindung verlaufen die Nasen 3 und 6 nicht über die ganze Länge des Rohres, sondern nur über einige Längsabschnitte der Rohre 1 und 2.

[0034] Bei der Herstellung eines Traggerüstes können mehrere aus jeweils einer ausziehbaren Stütze und einer Aussteifung bestehende Stützkonstruktionen übereinander angeordnet werden, so daß Gerüsthöhen erreicht werden, die ein Mehrfaches der Höhe einer ausgezogenen Stütze betragen. Die dargestellte Stütze kann auch als Einzelstütze verwendet werden zur Aufnahme von irgendwelchen Deckenlasten.

[0035] Das am Innenrohr 1 angeordnete Gewinde 5 für die Höhenverstellbarkeit der Stütze kann entweder in die Außenfläche der Nasen 3 spanabhebend eingeschnitten sein oder aber eingewalzt oder eingerollt sein, beispielsweise noch unmittelbar bei der zweckmäßigerweise durch Strangpressen vorgenommenen Herstellung der Profile. Die einzelnen Teile haben bei einer Außenrohrlänge von 1,90 m beispielsweise ein Gewicht unter 20 kg obwohl eine so ausgebildete Stütze, auch wegen der besonders günstigen Querschnittsform, eine Tragkraft von 30 kN hat, auch wenn sie aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung besteht.

[0036] Die Querschnittsformen des Außenrohres 2 und des Innenrohres 1 können auch an ihrer Innenfläche längs verlaufende Vorsprünge aufweisen, die zur weiteren Aussteifung der Rohre dienen. Das Gewinde 5 kann ein- oder mehrgängig sein.

[0037] Auch können mehrere Außenrohre übereinandergestellt werden und erst die oberste Stütze weist ein Innenrohr auf, mit dem die Gesamthöhe des Gerüstes eingestellt wird.

[0038] Auch kann das Innenrohr der Stütze ein weiteres Innenrohr enthalten.


Ansprüche

1. Traggerüst mit höhenverstellbarem, ein Außenrohr und ein Innenrohr aufweisenden Stützen und mit zwischen diesen angeordneten Aussteifungen und Befestigungsmitteln für die Verbindung zwischen Stütze und Aussteifung, wobei die Aussteifung (8) sowohl am Außenrohr (2) als auch am Innenrohr (1) befestigbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß Anschlußteile (11) der Aussteifung (8) und das Innenrohr (1) und/oder das Außenrohr (2) so ausgebildet sind, daß die Aussteifung (8) etwa in der von den Achsen (18) von zwei benachbarten Stützen bestimmten Ebene an diesen Stützen befestigbar sind.
 
2. Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußteile (11) der Aussteifung (8) eines Gerüstabschnittes nur an einer Seite des Umfanges der Stützenrohre (1, 2) angreifen.
 
3. Gerüst nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Innenrohr (1) und das Außenrohr (2) Anschlüsse (3, 4, 9) für die Aussteifung (8) aufweist.
 
4. Gerüst nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Aussteifung (8) unterschiedliche Anschlußteile (11) zur Befestigung am Innenrohr (1) und zum Anschluß an das Außenrohr (2) aufweist.
 
5. Gerüst nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Anschlußteil (11) der Aussteifung (8) sowohl für die Befestigung am Innenrohr (1) als auch für die Befestigung am Außenrohr (2) ausgebildet ist.
 
6. Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Innenrohr (1) ein Gewinde (5) zur Verstellung der Stützenhöhe aufweist.
 
7. Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des Innenrohres (1) unrund ist und das Gewinde (5) in den Bereichen mit großem Außendurchmesser vorgesehen ist.
 
8. Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsform des Außenrohres (2) der Querschnittsform des Innenrohres (1) etwa entspricht.
 
9. Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die am Außenrohr (2) und Innenrohr (1) vorgesehenen Anschlüsse zur Befestigung der Aussteifung (8) radial vorspringende Nasen (6) bzw. (3) aufweisen.
 
10. Gerüst nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Nasen (6) bzw. (3) quer zum Radius verlaufende Vorsprünge (7) bzw. (4) und radial einwärts von diesen Vorsprüngen (7, 4) Aussparungen (9, 10) zum Eintritt von die Vorsprünge (7, 4) hintergreifenden Befestigungsmitteln (11) aufweisen, die an den Aussteifungen (8) angeordnet sind.
 
11. Gerüst nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Nasen (3, 6) und Vorsprünge (4, 7) der Rohre (1, 2) durch die Form des Rohrquerschnittes gebildet sind.
 
12. Gerüst nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Nasen (3, 6) und Vorsprünge (4, 7) sich über die ganze Länge der Rohre (1, 2) erstrecken.
 
13. Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Innenrohr (1) radial abstehende Nasen (3) aufweist, an deren Umfangfläche ein Außengewinde (5) vorgesehen ist.
 
14. Gerüst nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stütze (34, 35) längs verlaufende T-förmige Nuten (36, 37) für den Eingriff von Befestigungsmitteln (38, 39, 41) von Aussteifungen (31, 32) aufweist.
 
15. Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die am Außenrohr (2) und Innenrohr (1) vorgesehenen Anschlüsse zur Befestigung der Aussteifung (8) in einer senkrechten Ebene liegen, die zu der durch die Achsen (18) benachbarter Stützen bestimmten Ebene rechtwinklig und außerhalb einer Stützenachse verläuft.
 




Zeichnung