(19)
(11) EP 0 694 943 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
31.01.1996  Patentblatt  1996/05

(21) Anmeldenummer: 95110673.1

(22) Anmeldetag:  07.07.1995
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6H01H 47/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DK FR GB GR IT LI NL PT SE

(30) Priorität: 28.07.1994 DE 4426804

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
D-80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Kok, Jan, Dipl.-Ing.
    D-81369 München (DE)

   


(54) Elektromagnetisches monostabiles, nichtselbsthaltendes Relais


(57) Die Relaiswicklung besteht aus zwei Teilen (W1,W2), von denen der eine (W2) von einem Ruhekontakt (r) überbrückt ist und beim Ansprechen des Relais dem anderen Teil (W1) der Wicklung, der die Anzugswicklung darstellt, in Serie geschaltet wird und mit seinem Widerstand den Haltestrom auf einen etwa 40% unterhalb dem Anzugswert liegenden Haltewert begrenzt, gleichzeitig aber zur Haltekraft beiträgt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein elektronisches monostabiles, nichtselbsthaltendes Relais.

[0002] Ein solches Relais nimmt im unerregten Zustand eine definierte Ruhe-Schaltstellung ein bzw. fallt beim Öffnen des Erregerkontaktes in diese Ruhe-Schaltstellung zurück.

[0003] Der zum vollständigen Ansprechen eines Relais erforderliche Ansprechstrom bzw. die sich aus dem Produkt von Ansprechstrom und Windungszahl der Erregerwicklung ergebende Ansprecherregung eines Relais ist beträchtlich größer als der zum Halten eines Relais erforderliche Haltestrom bzw. die dementsprechende Halteerregung.

[0004] Im Zusammenhang mit in Relaistechnik aufgebauten Speicher- und Verriegelungsschaltungen, deren Aufgabe darin besteht, einen bestimmten Schaltvorgang zu signalisieren und das Signal aufrechtzuerhalten nachdem der Schaltvorgang beendet ist, sind sogenannte Halteschaltungen bekannt, die bewirken, daß ein aufgrund des Schaltvorganges zum Anzug gebrachtes Relais sich selbst hält.

[0005] Bei einer ersten bekannten Halteschaltung (Handbuch der Relais-Schaltungstechnik, J.Th.Appels und B.H.Geels; Philips technische Bibliothek, 1967; Seite 55) ist dem Erregerkontakt, durch den der Erregerstromkreis geschlossen wird, um das Relais zum Anzug zu bringen, ein Schaltungszweig parallelgeschaltet, der einen Arbeitskontakt des Relais sowie einen strombegrenzenden Widerstand enthält. Nach Anziehen des Relais und Schließen des erwähnten Arbeitskontaktes fließt dann entsprechend der Wirkung des Begrenzungswiderstandes eine gegenüber dem Ansprechstrom verringerter Haltestrom.

[0006] Bei einer anderen bekannten Halteschaltung (siehe dieselbe Fundstelle) ist neben der eigentlichen Erregerwicklung eine Haltewicklung vorgesehen, deren Erregerkreis durch einen Arbeitskontakt des Relais wirksam geschaltet wird, wobei auch hier ein Haltestrom mit gegenüber dem Anzugsstrom verringertem Wert fließt.

[0007] Voraussetzung für das Funktionieren der genannten Schaltungen im Hinblick auf die Stromerniedrigung ist natürlich, daß der Erregerkontakt des Relais nach dessen Anzug wieder geöffnet wird.

[0008] Die Verringerung des Wertes des Relaisstroms von einem Anzugswert auf einen Haltewert ist im Hinblick auf den Stromverbrauch und die Erwärmung des Relais insbesondere dann von Interesse, wenn dieses über einen längeren Zeitraum im angezogenen Zustand verbleibt. In Situationen, in denen eine Vielzahl von Relais gleichzeitig dieselbe Speisespannungsquelle belastet, ist eine Relaisstromreduzierung auf den Haltewert aber auch dann von Interesse, wenn die Relaisbetätigung relativ kurz ist. Diese Situation ist beispielsweise bei Anschlußbaugruppen von Fernsprechvermittlungsstellen gegeben, bei denen eine Vielzahl von aus derselben Speisequelle gespeisten teilnehmerindividuellen Relais gleichzeitig aber praktisch nur während der Installationsphase der Anschlußbaugruppen betätigt sind.

[0009] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein elektromagnetisches monostabiles und selbsthaltendes Relais anzugeben, das einen geringen Strombedarf erfordert, wobei zum Erreichen dieses Ziels jedoch ein schaltungsmäßig und technologisch nur geringer Aufwand erforderlich ist.

[0010] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs angegebenen Maßnahmen gelost.

[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Relais ist ein Teil der Erregerwicklung als Begrenzungswiderstand ausgelegt und ist diesem Wicklungsteil ein Ruhekontakt des Relais parallelgeschaltet. Im Gegensatz zu den vorerwähnten Halteschaltungen ist hier also weder ein gesonderter Haltestromkreis mit einer gesonderten Haltewicklung vorzusehen, noch ist ein zusätzliche Bauelement in Form eines Begrenzungswiderstandes erforderlich, da dieser Begrenzungswiderstand in die Spule integriert ist.

[0012] Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß der Begrenzungswiderstand in seiner Eigenschaft als Teil der Erregerwicklung die Anzugswirkung unterstützt, so daß trotz verringertem Haltestrom eine zumindest nicht geringere Haltewirkung vorhanden ist und somit im Haltezustand keine Veränderung der mechanischen Eigenschaften eintritt (z.B. Empfindlichkeit gegenüber Erschütterungen).

[0013] Darüber hinaus ist durch die Integration des Begrenzungswiderstandes in die Spule eine volle Kompatibilität gegeben.

[0014] Wenn das erfindungsgemäße Relais, wie bei dem vorgenannten Beispiel Bestandteil einer Vielzahl von Relais einer Teilnehmeranschlußeinheit ist, kann die gemeinsame Stromversorgung für einen verringerten Nennstrom ausgelegt werden und arbeitet daher mit einem besseren Wirkungsgrad. Die insgesamt geringere Erwärmung der Teilnehmerleitungseinheit und die verringerten Stromkosten sind Vorteile, die bei einem solchen Anwendungsfall beträchtlich ins Gewicht fallen.

[0015] Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf eine Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt den Speisestromkreis eines erfindungsgemäßen Relais. Dieses Relais weist eine Hauptwicklung W1 und eine zum selben Wickelkörper gehörende Zusatzwicklung W2 auf. Die Wicklung W2 bildet einen Widerstand, der so bemessen ist, daß dann, wenn die Wicklung W2 wirksam geschaltet ist, der im Erregerstromkreis fließende Strom einen Haltewert annimmt und vorzugsweise 40 % des Anzugswertes beträgt.

[0016] Die Wicklung W2 ist durch einen Ruhekontakt r überbrückt.

[0017] Bei Betätigung eines im Erregerstromkreis, jedoch nicht zum Relais gehörenden Erregerkontaktes e fließt durch die Wicklung W1 ein Erregerstrom, der in Abstimmung auf die Windungszahl der Wicklung W1 so bemessen ist, daß das Relais anzieht.

[0018] Dabei öffnet der Ruhekontakt und schaltet die Wicklung W2 bzw. den durch sie gebildeten Widerstand in Reihe zur Wicklung W1 wirksam, so daß nunmehr der vorerwähnte verringerte Haltestrom fließt.


Ansprüche

1. Elektromagnetisches monostabiles, nichtselbsthaltendes Relais, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil (W2) der Erregerwicklung (W1, W2) als Begrenzungswiderstand ausgelegt ist, und daß diesem Wicklungsteil (W2) ein Ruhekontakt (r) des Relais parallelgeschaltet ist.
 
2. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ruhekontakt (R) zusammen mit der Erregerwicklung (W1, W2) im Relaisgehäuse untergebracht ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht