[0001] Die Erfindung betrifft einen Ventiltrieb für zumindest zwei gleichzeitig betätigbare
Hubventile für den Ladungswechsel einer Brennkraftmaschine, bei der jedem Hubventil
der gleichzeitig zu betätigenden Ventilgruppe ein eigener Tassenstößel und eine eigene
Ventilfeder zugeordnet sind und auf den Böden dieser Tassenstößel ein gemeinsamer
gegen Verschieben gesicherter Querbalken aufliegt, auf dessen den Tassenstößeln abgewandten
Fläche ein Steuernocken einer Nockenwelle einwirkt.
[0002] Ein derartiger Ventiltrieb ist mit FR-A-26 57 669 beschrieben. Der Querbalken ist
dabei mit zapfenartigen Vorsprüngen versehen, die in zentrische Vertiefungen am Boden
der Tassenstößel eingreifen und so den Querbalken gegen seitliches Verschieben durch
den Steuernocken sichern. Eine solche Ausführung erfordert aber einen verstärkten
Boden an den Tassenstößeln, so daß deren Gewicht nachteilig erhöht wird. Standardisierte
Tassenstößel mit ebenen Boden sind dafür nicht einsetzbar.
[0003] Ein weiterer Ventiltrieb der genannten Art ist mit US-PS 1 639 874 bekanntgeworden,
bei dem der Querbalken mit Öffnungen über axiale Zapfen am Boden der Tassenstößel
greift und mittels Schrauben fest mit den Tassenstößeln verbunden ist. Nachteilig
ist bei einer solchen Ausführung das gegenüber üblichen Tassenstößeln erhöhte Gewicht
der beweglichen Massen des Ventiltriebes sowie die Gefahr von Verspannungen zwischen
den durch den Querbalken starr verbundenen Tassenstößeln infolge der im Motorbetrieb
ständig veränderten Wärmebelastungen. Auch hier sind die üblichen mit ebenen Boden
versehenen Tassenstößel nicht einsetzbar und es müssen Sonderanfertigungen benutzt
werden.
[0004] Mit DE 40 39 075 ist ein Ventiltrieb beschrieben, bei dem für die gemeinsam zu betätigenden
Ventile ein gemeinsamer im Zylinderkopf geführter Tassenstößel vorgesehen ist, der
für jedes der ihm zugeordneten Ventile ein Ventilspielausgleichselement enthält. Die
Ventilspielausgleichselemente sind durch Bohrungen hydraulisch miteinander verbunden
und werden von einer zentralen Druckmittelkammer versorgt.
[0005] Ein derartiger sich über mehrere Ventile erstreckender Tassenstößel ist in der Herstellung
sehr aufwendig. Auf fertig konfektionierte Teile kann dabei nicht zurückgegriffen
werden. Aus Raumgründen kann ein solcher Tassenstößel auch nicht mit einer kreisrunden
Führung versehen sein. Es muß vielmehr auf eine ovale Form der Führung zurückgegriffen
werden, was sowohl die Fertigung des Zylinderkopfes als auch die des Ventilstößels
verteuert.
[0006] Ein weiterer Ventiltrieb, bei dem zwecks Verringerung der Abmessungen für mehrere
Ventile ein gemeinsamer jochartiger Ventilstößel vorgeschlagen wird, der von einer
den Ventilen gemeinsamen ihre Schäfte umschließenden Rückstellfeder beaufschlagt ist,
ist mit DE-OS 33 44 324 beschrieben. Zur Führung dieses Ventilstößels ist ein besonderer
Bolzen im Zylinderkopf vorgesehen. Auch hier bedarf es besonderer Fertigungsaufwendungen
sowohl für den Ventilstößel als auch für den Zylinderkopf. Auf standardisierte Tassenstößel
kann bei einer derartigen Konstruktion nicht zurückgegriffen werden, so daß der Fertigungsaufwand
einen solchen Ventiltrieb stark verteuert. Die für mehrere Ventile gemeinsame Ventilfeder
versperrt darüber hinaus den Bauraum, der z. B. bei einem Dieselmotor mit Direkteinspritzung
für die Einspritzdüse erforderlich ist, d. h. daß dieser Ventiltrieb nicht für jede
Brennkraftmaschinenart anwendbar ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Ventiltrieb der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, bei welchem weitestgehend standardisierte Bauteile Anwendung finden
können, der ausreichend Bauraum für eine zentral zum Zylinder anzuordnende Einspritzdüse
oder dergleichen freiläßt und der gegenüber bekannten Ausführungen mit geringerem
Gewicht der bewegten Massen auskommt.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Querbalken mit ebenen
Auflageflächen auf den ebenen Böden der Tassenstößel aufliegt und mit einer sich aus
der Ebene der Auflageflächen abhebenden Kontur zwischen die äußeren Umfänge der Tassenstößel
greift.
[0009] Der Steuernocken kann unmittelbar auf den Querbalken einwirken, indem die Nockenwelle
oberhalb der Hubventile angeordnet wird; er kann jedoch auch unter Zwischenschaltung
eines Kipphebels auf den Querbalken einwirken, wenn die Nockenwelle seitlich neben
den Hubventilen angeordnet ist.
[0010] Bei einem Ventiltrieb dieser Art können handelsübliche Tassenstößel mit den üblichen
hydraulischen Ventilspielausgleichselementen sowie handelsübliche Ventilfedern verwendet
werden. Der über den Tassenstößeln liegende Querbalken kann in einfacher Weise so
geformt werden, daß ausreichend Bauraum für eine zentrale Einspritzdüse oder dergleichen
verbleibt. Es hat sich gezeigt, daß der Querbalken lediglich gegen seitliches Verschieben
auf den Tassenstößeln gesichert werden muß, um die Funktion zu gewährleisten. Ein
Kippen oder Kanten des Querbalkens auf den Tassenstößeln, z. B. infolge des Auswanderns
der Nockenberührungslinie, tritt im Motorbetrieb nicht ein. Damit kann überraschenderweise
auf jede Art Führung des Querbalkens in Betätigungsrichtung verzichtet werden. Da
der Zylinderkopf somit lediglich mit den üblichen kreisrunden Führungen für die Tassenstößel
versehen werden muß, die Tassenstößel selbst sowie die Ventilfedern aus vorhandenen
großen Serien entnommen werden können und die Querbalken sehr einfach herstellbar
sind, ist der erfindungsgemäße Ventiltrieb auch sehr wirtschaftlich herstellbar.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend anhand von Zeichnungen näher
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen Ventiltrieb;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf den Ventiltrieb nach Figur 1;
- Fig. 3
- einen Querbalken des Ventiltriebes nach Figur 1, aufliegend auf zwei Tassenstößeln,
in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 4
- ein Schema der auf den Querbalken wirkenden Kräfte während des Motorbetriebes.
[0012] Ein Zylinderkopf 1 einer Brennkraftmaschine ist auf einem nicht dargestellten Zylinderblock
aufgesetzt, in welchem Hubkolben 2 innerhalb von Zylindern gleiten und einen Arbeitsraum
unterschiedlichen Volumens abdichten. Zu dem Arbeitsraum führen Gaswechselkanäle,
nämlich jeweils Einlaßkanäle 3, 4 sowie nicht dargestellte Abgaskanäle. Die Einlaßkanäle
3, 4 werden von zwei Hubventilen 5, 6 verschlossen oder freigegeben. Gleichfalls von
zwei Hubventilen wird der nicht dargestellte Abgaskanal gesteuert. Jedem der Hubventile
5, 6 ist ein Tassenstößel 7, 8 bzw. 7', 8' zugeordnet, in welchem in an sich bekannter
Weise ein hydraulisch wirkendes Ausgleichselement 9, 10 zum Ausgleich des Ventilspiels
vorgesehen ist. Den Ausgleichselementen 9, 10 wird von einem Ölkanal 11 im Zylinderkopf
1 durch Bohrungen 12, 13 Öl zugeführt. Über den Tassenstößeln 7, 8 der beiden den
Einlaßkanal 3, 4 steuernden Hubventile 5, 6 sowie über den Tassenstößeln 7', 8' der
nicht dargestellten Hubventile des Auslaßkanals liegt jeweils ein Querbalken 14. Jeder
der Querbalken 14 liegt mit ebenen Auflageflächen 15 auf den Böden von gemeinsam zu
betätigenden Tassenstößeln 7 und 8 bzw. 7' und 8' auf. Zwischen den Auflageflächen
15 eines jeden Querbalkens 14 befindet sich eine hervorspringende Kontur 16, welche
zwischen die von einem Querbalken 14 beaufschlagten Tassenstößel 7, 8 bzw. 7', 8'
greift. Die den Tassenstößeln 7, 8; 7', 8' abgewandte Seite der Querbalken 14 bildet
eine durchgehend ebene Fläche 17, auf welche ein Steuernocken 18 einer Nockenwelle
19 einwirkt. Ventilfedern 20, 21, welche die Hubventile 5, 6 in Schließstellung bringen,
halten die Hubventile 5, 6, die dazugehörigen Tassenstößel 7, 8 sowie den darauf liegenden
Querbalken 14 mit dem Steuernocken 18 in Wirkverbindung.
[0013] Während des Betriebes der Brennkraftmaschine läuft der Steuernocken 18, 18' der Nockenwelle
19 auf die Fläche 17 des Querbalkens 14 auf. Der Querbalken 14 überträgt die vom Steuernocken
18, 18' übernommene Bewegung auf die Tassenstößel 7, 8 bzw. 7', 8', von denen sie
über die Ausgleichselemente 9, 10 in an sich bekannter Weise auf die Hubventile 5,
6 übertragen werden. Die Querbalken 14 verbleiben dabei mit ihren Auflageflächen 15
in satter Auflage auf den ebenen Böden der Tassenstößel 7, 8 bzw. 7', 8'. Ein Kippen
der Querbalken 14, wie es in Figur 4 angedeutet ist, kann nicht eintreten, da die
von den Ventilfedern 20, 21 aufgebrachten Schließkräfte F
S1 und F
S2 in Verbindung mit der Geometrie der Tassenstößel 7, 8 und des Querbalkens 14 stets
so wirken, daß auch bei dem funktionsbedingten seitlichen Auswandern des Angriffspunktes
der vom Steuernocken 18 wirkenden Nockenkraft F
N stets ein sicheres Gleichgewicht erhalten bleibt. Die stabile Lage des Querbalkens
14 auf den Tassenstößeln 7, 8 bleibt auch dann erhalten, wenn die Schließkräfte F
S1 und F
S2 infolge von Reibkraftdifferenzen unterschiedlich sein sollten.
[0014] Natürlich kann die Erfindung auch Anwendung finden bei Brennkraftmaschinen mit drei
Ventilen pro Zylinder, indem dann z. B. lediglich für zwei Einlaßventile ein Querbalken
vorgesehen wird, während das Auslaßventil in üblicher Weise direkt vom Nocken beaufschlagt
ist. Auch für Brennkraftmaschinen mit mehr als vier Ventilen pro Zylinder ist die
Erfindung anwendbar, indem dann ein Querbalken über eine Gruppe von drei oder mehr
Tassenstößeln und dazugehörige Ventile gelegt ist und dieser von einem Nocken beaufschlagt
wird. Auch kann die Einwirkung des Nockens auf den Querbalken über einen Kipphebel
erfolgen, so daß die Nockenwelle seitlich neben den Hubventilen angeordnet werden
kann.
[0015] Es gelingt somit, mit einfachen Mitteln und unter Verwendung handelsüblicher Tassenstößel,
die auch mit hydraulischen Ausgleichselementen ausgerüstet sein können, eine Mehrventilbetätigung
von einem Nocken her zu realisieren. Damit kann eine Brennkraftmaschine mit drei,
vier oder mehr Ventilen pro Zylinder relativ kostengünstig hergestellt werden. Die
Masse der betätigten Ventiltriebsteile kann gegenüber bekannten vergleichbaren Ausführungen
verringert werden.
1. Ventiltrieb für zumindest zwei gleichzeitig betätigbare Hubventile für den Ladungswechsel
einer Brennkraftmaschine, bei der jedem Hubventil (5, 6) der gleichzeitig zu betätigenden
Ventilgruppe ein eigener Tassenstößel (7, 8; 7', 8') und eine eigene Ventilfeder (20,
21) zugeordnet sind und auf den Böden dieser Tassenstößel (7, 8; 7', 8') ein gemeinsamer
gegen Verschieben gesicherter Querbalken (14) aufliegt, auf dessen den Tassenstößeln
(7, 8; 7', 8') abgewandten Fläche (17) ein Steuernocken (18, 18') einer Nockenwelle
(19) zwischen den Ventilachsen einwirkt, dadurch gekennzeichnet, daß der Querbalken (14) mit ebenen Auflageflächen (15) auf den ebenen Böden der
Tassenstößel (7, 8; 7', 8') aufliegt und mit einer sich aus der Ebene der Auflageflächen
(15) abhebenden Kontur (16) zwischen die äußeren Umfänge der Tassenstößel (7, 8; 7',
8') greift.
2. Ventiltrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuernocken (18, 18') direkt auf den Querbalken (14) einwirkt.
3. Ventiltrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuernocken unter Zwischenschaltung eines Kipphebels auf den Querbalken
(14) einwirkt.
1. Valve gear for at least two simultaneously operated lifting valves for changing the
cylinder charge of an internal combustion engine in which each lifting valve (5, 6)
of the valve assembly to be operated simultaneously is assigned its own cup tappet
(7, 8; 7', 8') and its own valve spring (20, 21) and on the tops of these cup tappets
(7, 8; 7', 8') rests a common cross bar (14) which is prevented from sliding and of
which the surface (17) facing away from the cup tappets (7, 8; 7', 8') is acted upon
by a cam (18, 18') of a camshaft (19) between the valve axes, characterised in that
the cross bar (14) with plane bearing surfaces (15) rests on the plane tops of the
cup tappets (7, 8; 7', 8') and with a contour (16) projecting out of the plane of
the bearing surfaces (15) engages between the outer circumferences of the cup tappets
(7, 8; 7', 8').
2. Valve gear according to claim 1, characterised in that the cam (18, 18') acts directly
on the cross bar (14).
3. Valve gear according to claim 1, characterised in that the cam acts on the cross bar
(14) with the interposition of a rocker.
1. Commande pour au moins deux soupapes actionnées simultanément, dans laquelle un poussoir
à coupelle (7, 8; 7', 8') propre et un ressort (20, 21) de soupape propre sont associés
à chaque soupape (5, 6) du groupe de soupapes à actionner simultanément et dans laquelle
un pontet (14) commun qui est immobilisé en translation repose sur le fond des poussoirs
à coupelle (7, 8; 7', 8') et est sollicité, au niveau de sa face (17) éloignée des
poussoirs à coupelle (7, 8; 7', 8'), entre les axes des soupapes, par une came de
commande (18, 18') d'un arbre à cames (19), caractérisée par le fait que le pontet
(14) repose par des surfaces d'appui (15) planes sur le fond plan des poussoirs à
coupelle (7, 8; 7', 8') et pénètre par un profil (16) en saillie par rapport au plan
des surfaces d'appui (15) entre les surfaces périphériques des poussoirs (7, 8; 7',
8').
2. Commande de soupape selon la revendication 1, caractérisée par le fait que la came
de commande (18, 18') agit directement sur le pontet (14).
3. Commande de soupape selon la revendication 1, caractérisée par le fait que la came
de commande (18, 18') agit sur le pontet (14) par l'intermédiaire d'un culbuteur.