(19)
(11) EP 0 641 381 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
21.02.1996  Patentblatt  1996/08

(21) Anmeldenummer: 93909938.8

(22) Anmeldetag:  11.05.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6C11D 17/00, C11D 10/04
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP9301/146
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9323/521 (25.11.1993 Gazette  1993/28)

(54)

VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG PASTENFÖRMIGER WASCHMITTEL

PROCESS FOR PRODUCING PASTY WASHING AGENTS

PROCEDE DE FABRICATION D'UN DETERGENT SE PRESENTANT SOUS FORME DE PATE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IE IT LI NL SE

(30) Priorität: 19.05.1992 DE 4216453

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
08.03.1995  Patentblatt  1995/10

(73) Patentinhaber: Henkel Kommanditgesellschaft auf Aktien
D-40191 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • BEAUJEAN, Hans-Josef
    D-4047 Dormagen (DE)
  • BODE, Jens
    D-4000 Düsseldorf (DE)
  • SCHÄFER, Norbert
    D-4000 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 253 151
WO-A-90/13623
GB-A- 2 237 285
EP-A- 0 373 483
WO-A-91/14766
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Patentanmeldung betrifft ein Verfahren zur Herstellung pastenförmiger, wasserfreier oder wasserarmer Wasch- und Reinigungsmittel, die trotz eines Gehaltes an unlöslichen Bestandteilen sedimentationsstabil sind.

    [0002] Pastenförmige Wasch- und Reinigungsmittel, im folgenden Waschmittel genannt, haben Vorteile hinsichtlich ihrer einfachen Handhabbarkeit sowie in der apparateseitig relativ einfachen Herstellbarkeit, wobei ein weiterer Vorteil darin besteht, daß man hinsichtlich der Rezepturbestandteile einen relativ weiten Spielraum besitzt und somit die Zusammensetzung weitgehend an spezifische waschtechnische Erfordernisse anpassen kann. In dieser Hinsicht unterscheiden sich pastenförmige Waschmittel von gießfähigen Waschmitteln, die, sofern keine geeigneten Maßnahmen getroffen werden, unerwünschte Sedimentation aufweisen, falls sie unlösliche Bestandteile enthalten. Sind Aktivsauerstoff-Verbindungen Rezepturbestandteil, weisen derartige Waschmittel zudem in der Regel einen anwendungstechnisch nicht vertretbaren Abbau von Aktiv-Sauerstoff auf. Dieser wird durch nicht gebundenes Wasser, durch mehrfunktionelle Alkohole (bevorzugt mit benachbarten OH-Gruppen oder auch mit Restmonomerbestandteilen in Polyolen) begünstigt. Sedimentationsstabile pastenförmige Waschmittel verhalten sich in dieser Hinsicht günstiger.

    [0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand daher in der Bereitstellung eines Verfahrens zum einfachen Herstellen pastenförmiger Waschmittel, die trotz eines Gehaltes an unlöslichen Bestandteilen sedimentationsstabil sind. Ein wesentliches Merkmal der herzustellenden pastenförmigen Waschmittel ist deren Wasserarmut oder Wasserfreiheit.

    [0004] Die internationale Patentanmeldung WO-A-91/14766 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Pasten, wobei in eine, nichtionisches Tensid enthaltende, erhitzte Zubereitung Seife und Alkylbenzolsulfonat eingerührt wird.

    [0005] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung pastenförmiger, wasserarmer oder wasserfreier Waschmittel mit einem Gehalt an nichtionischen und anionischen Tensiden, Seife, Gerüststoffen und Bleichmitteln, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Seife in der erhitzten Mischung aus nichtionischen und anionischen Tensiden in feinteiliger oder dispergierter Form einarbeitet und nach Abkühlung dieses Gemisches die übrigen Waschmittelbestandteile einarbeitet. Im Rahmen der vorliegenden Patentanmeldung bedeutet "wasserarm", daß man den Waschmitteln bei der Herstellung höchstens 3 Gew.-% Wasser zusetzt. Darüberhinaus kann Wasser als Nebenbestandteil von Rezepturbestandteilen in geringen Mengen vorhanden sein. Dementsprechend bedeutet "wasserfrei", daß man den nach dem erfindungsgemäßen Verfahren herzustellenden Waschmitteln keinerlei Wasser zusetzt, daß aber Wasser als Nebenbestandteil von Rezepturbestandteilen in geringen Mengen vorhanden sein kann. Geeignete anionische Tenside sind beispielsweise synthetische Tenside vom Typ der Sulfonate, der Sulfate oder der Succinate.

    [0006] Als Tenside vom Sulfonattyp kommen Alkylbenzolsulfonate (C₉- bis C₁₅-Alkyl), Gemische aus Alkan- und Hydroxyalkansulfonaten sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem Schwefeltrioxid und anschließender alkalischer oder saurer Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte erhält, in Betracht. Weiter eignen sich Alkansulfonate, die aus Alkanen durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation und anschließende Hydrolyse bzw. Neutralisation bzw. durch Bisulfit-Addition an Olefine erhältlich sind. Weitere brauchbare Tenside vom Sulfonattyp sind die Ester von Alpha-Sulfofettsäuren, z. B. die Alpha-Sulfonsäuren aus hydrierten Methyl- oder Ethylestern der Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäure.

    [0007] Geeignete Tenside vom Sulfattyp sind die Schwefelsäuremonoester primärer Alkohole (z. B. aus Kokosfettalkoholen, Talgfettalkoholen oder Oleylalkoholen) und diejenigen sekundärer Alkohole. Ebenfalls geeignet sind die Alkoxylierungsprodukte der zuvor genannten Tenside vom Sulfattyp. Weiterhin eignen sich sulfatierte Fettsäurealkanolamide, Fettsäuremonoglyceride oder Umsetzungsprodukte von 1 bis 4 Mol Ethylenoxid mit primären oder sekundären Fettalkoholen. Weitere geeignete anionische Tenside sind die Fettsäureester bzw. -amide von Hydroxy- oder Aminocarbonsäuren, wie z. B. die Fettsäuresarcoside, -glykolate, -lactate, -tauride oder -isäthionate.

    [0008] Anionische Tenside vom Succinattyp sind beispielsweise Alkylsuccinate mit langkettigen Alkylresten oder Alkylsulfosuccinate.

    [0009] Die anionischen Tenside können in Form ihrer Natrium-, Kalium- und Ammoniumsalze sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oder Triethanolamin vorliegen.

    [0010] Nichtionische Tenside sind beispielsweise Anlagerungsprodukte von 4 bis 40, vorzugsweise von 4 bis 20 Mol Ethylenoxid an 1 Mol Fettalkohol, Alkylphenol, Fettsäure, Fettamin, Fettsäureamid oder Alkansulfonamid. Besonders wichtig sind die Anlagerungsprodukte von 5 bis 16 Mol Ethylenoxid an Kokos- oder Talgfettalkohol, an Oleylalkohol oder an sekundäre Alkohole mit 8 bis 18, vorzugsweise 12 bis 18, Kohlenstoffatomen, sowie an Mono- oder Dialkylphenole mit 6 bis 14 Kohlenstoffatomen in den Alkylresten. Neben diesen wasserlöslichen nichtionischen Tensiden sind aber auch nicht bzw. nicht vollständig wasserlösliche Polyglykolether mit 1 bis 4 Ethylenglykoletherresten im Molekül von Interesse, insbesondere, wenn sie zusammen mit wasserlöslichen nichtionischen oder anionischen Tensiden eingesetzt werden.

    [0011] Weiterhin sind als nichtionische Tenside die wasserlöslichen, 20 bis 250 Ethylenglykolethergruppen und 10 bis 100 Propylenglykolethergruppen enthaltenden Anlagerungsprodukte an Ethylenoxid oder Propylenoxid, Alkylendiamin-Polypropylenglykol und Alkylpolypropylenglykole mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette brauchbar, in denen die Polypropylenglykolkette als hydrophober Rest fungiert. Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide oder Sulfoxide sind verwendbar.

    [0012] Beispiele für einige besonders interessante Anlagerungsprodukte von Alkylenoxid an langkettige Alkohole sind beispielsweise Gemische aus Oleylalkohol und Cetylalkohol mit einer Jodzahl im Bereich von 50 bis 55, an die pro Mol Alkohol etwa 7 Mol Ethylenoxid angelagert worden sind, C₁₂- bis C₁₈-Fettalkohol, an den ungefähr 5 Mol Ethylenoxid angelagert worden sind sowie C₁₃- bis C₁₅-Oxoalkohol, an den 5 bis 8 Mol Ethylenoxid angelagert worden sind. Weitere interessante nichtionische Tenside dieses Typs sind Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid und Propylenoxid an Fettalkohole.

    [0013] Eine weitere Klasse geeigneter nichtionischer Tenside sind Alkylglucoside mit einem C₈- bis C₁₈-Alkylrest, vorzugsweise mit einem im wesentlichen aus C₁₀- bis C₁₆- bestehenden Alkylrest, der sich von Decyl-, Lauryl-, Myristyl-, Cetyl- und Stearylalkohol sowie von technischen Fraktionen ableitet, die vorzugsweise gesättigte Alkohole enthalten. Besonders geeignet ist der Einsatz von Alkylglucosiden, deren Alkylrest zu 50 bis 70 Gew.-% C₁₂-, und zu 18 bis 30 Gew.-% C₁₄-Alkylreste enthält. Der Oligomerisierungsgrad geeigneter Alkylglucoside liegt zwischen 1 und 10, vorzugsweise zwischen 1 und 6.

    [0014] Obwohl Seife ebenfalls ein anionisches Tensid ist, wird sie im Rahmen der vorliegenden Patentanmeldung als gesonderter Bestandteil behandelt. Geeignete Seifen sind die Salze von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, die auch in Form ihrer Gemische vorliegen können.

    [0015] Geeignete Gerüststoffe sind insbesondere Zeolith A, Polycarboxylate, Citrat, Phosphonate, Carbonate, Silikate, Aminopolycarbonsäure sowie Polymere aus Acrylsäure und Maleinsäureanhydrid.

    [0016] Geeignete Bleichmittel, die in der Waschflotte Wasserstoffperoxid abgeben, sind beispielsweise das Natriumperborat-tetrahydrat (NaBO₂˙H₂O₂˙3 H₂O) und das -monohydrat (NaBO₂ ˙ H₂O₂). Es sind aber auch andere wasserstoffperoxidlieferende Borate brauchbar, beispielsweise der Perborax (Na₂B₄O₇˙H₂O). Diese Verbindungen können teilweise oder vollständig durch andere Aktivsauerstoffträger, insbesondere durch Peroxyhydrate, wie Peroxycarbonate (Na₂CO₃ ˙ 1,5 H₂O₂), Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate, Harnstoff-H₂O₂- oder Melamin-H₂O₂-Verbindungen sowie durch wasserstoffperoxidliefernde persaure Salze, wie z. B. Caroate (KHSO₅), Perbenzoate oder Peroxyphthalate ersetzt werden. Es empfiehlt sich, übliche wasserlösliche und/oder wasserunlösliche Stabilisatoren für die Peroxyverbindungen zusammen mit diesen in Mengen von 0,25 bis 10 Gew.-% einzuarbeiten. Als unlösliche Stabilisatoren kommen beispielsweise Erdalkalimetallsilikate und als wasserlösliche Stabilisatoren beispielsweise organische Komplexbildner in Frage.

    [0017] Sollen die erfindungsgemäß herzustellenden Waschmittel bei niedrigen Waschtemperaturen eingesetzt werden, empfiehlt es sich, Aktivatoren hinzuzusetzen. Diese bewirken die Wasserstoffperoxid-Abgabe bereits bei niedrigeren Waschtemperaturen. Geeignet sind bekannte Bleichaktivatoren, wie beispielsweise Tetraacetylethylendiamin (TAED) oder Tetraacetylglykoluril (TAGU).

    [0018] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Seife entweder in feinteiliger oder dispergierter Form eingearbeitet. "Feinteilig" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Patentanmeldung eine Teilchengröße von unter 0,4 mm. In dieser feinteiligen Form kann man die Seife ohne Zusatz von Wasser und ohne Anwendung leistungsfähiger Dispergatoren einarbeiten. Eine andere Möglichkeit zur Einarbeitung der Seife besteht darin, daß man die Seife in dispergierter Form in das erhitzte Gemisch aus nichtionischen und anionischen Tensiden einarbeitet. Dabei ist es bevorzugt, daß man das Gemisch aus nichtionischen und anionischen Tensiden vor dem Einarbeiten der Seife auf 70 bis 90 °C, vorzugsweise auf 80 bis 85 °C, erhitzt.

    [0019] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß man die Seife in Teilchenform mit einer Teilchengröße von höchstens 0,4 mm ohne Wasserzusatz in das erhitzte Gemisch der nichtionischen und anionischen Tenside einarbeitet. Die Einarbeitung der Seife wird in vielen Fällen erleichtert durch die Verwendung leistungsfähiger Dispergatoren. Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht daher darin, daß man die Seife unter Verwendung eines Mischaggregats, das nach dem Stator/Rotor-Prinzip arbeitet, in das erhitzte Gemisch der nichtionischen und anionischen Tenside einarbeitet. Es ist allerdings auch möglich, daß man die Seife vor dem Einarbeiten in das Tensidgemisch in Wasser dispergiert. Dabei wird bevorzugt so viel Wasser verwendet, daß das fertige Waschmittel höchstens 1 Gew.-% Wasser enthält.

    [0020] Nach dem Abkühlen des nunmehr aus anionischen Tensiden, nichtionischen Tensiden und Seife bestehenden Gemisches arbeitet man die übrigen Waschmittelbestandteile ein. Vorzugsweise kühlt man dabei das Gemisch aus nichtionischen und anionischen Tensiden sowie Seife auf unter 30 °C ab, bevor man die übrigen Waschmittelbestandteile einarbeitet.

    [0021] Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß man in dem Gemisch aus nichtionischen und anionischen Tensiden wenigstens zwei verschiedene nichtionische Tenside verwendet. Diese nichtionischen Tenside sind vorzugsweise Fettalkoholethoxylate mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen im Fettalkoholrest und mit unterschiedlichem Ethoxylierungsgrad im Bereich von 2 bis 7 Mol Ethylenoxid pro Mol Fettalkohol, die in Mengen von 3 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das fertige Waschmittel, eingesetzt werden.

    [0022] Für die Einstellung der pastösen Konsistenz der erfindungsgemäß hergestellten Waschmittel ist die Art und die Menge der verwendeten Seife wichtig. Vorzugsweise verwendet man als Seife Natriumsalze von linearen Fettsäuren mit 12 bis 22 Kohlenstoffatomen in Mengen von 0,5 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das fertige Waschmittel. Bei der erfindungsgemäßen Verfahrensweise unter Benutzung der genannten nichtionischen und anionischen Tenside sowie Seife stellt sich die pastenförmige Konsistenz der Waschmittel im Verlauf von 24 Stunden nach erfolgter Aufmischung ein. Bis dahin ist das erfindungsgemäß hergestellte Waschmittel gießfähig und läßt sich leicht fördern, pumpen und abfüllen.

    [0023] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren setzt man als Gerüstsubstanzen vorzugsweise Polycarboxylate und/oder Phosphonate und/oder Carbonate und/oder Silikate in Mengen von 10 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das fertige Waschmittel, ein. Ein weiterer bevorzugter Gerüststoff stellt der in Wasser unlösliche Zeolith A dar.

    [0024] Bei der erfindungsgemäßen Herstellung der Waschmittel verwendet man als Bleichmittel vorzugsweise Natriumperborat und/oder Natriumpercarbonat, gewünschtenfalls in Kombination mit Aktivatoren, von denen Tetraacetylethylendiamin oder Diperoxydodecandisäureanhydrid neben Tetraacetylglykoluril in Mengen von 10 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das fertige Waschmittel, bevorzugt sind.

    [0025] Zusätzlich kann man bei der erfindungsgemäßen Herstellung der pastösen Waschmittel weitere Waschmittelbestandteile, wie z. B. Enzyme, Schauminhibitoren, optische Aufheller, Schmutzträger, Duft- und Farbstoffe in geringen Mengen einarbeiten.

    [0026] Der Vorteil der erfindungsgemäß hergestellten Waschmittel liegt darin, daß bei zuverlässiger Sedimentationsstabilität die Waschmittel zunächst fließfähig sind und in diesem Zustand leicht gepumpt, gefördert und abgefüllt werden können und daß nach etwa 24 Stunden sich die pastöse Konsistenz einstellt, wodurch die eingangs geschilderten Handhabungsvorteile gewährleistet sind. Außerdem weisen erfindungsgemäß hergestellte Waschmittel einen vernachlässigbar geringen Abbau an Aktiv-Sauerstoff auf.

    Beispiele


    Beispiel 1:



    [0027] Ein Gemisch aus nichtionischen und anionischen Tensiden der folgenden Zusammensetzung wurde bei 80 bis 85 °C hergestellt:
    33,5 Gew.-% C₁₂-₁₅-Oxoalkohol + 2 Mol Ethylenoxid
    16,5 Gew.-% C₁₂-₁₈-Fettalkohol + 7 Mol Ethylenoxid
    6,5 Gew.-% C₁₃-₁₇-Alkansulfonat - Natriumsalz
    6,5 Gew.-% C₁₂-₁₆-Alkylsulfat - Natriumsalz
    0,2 Gew.-% C₁₂-₁₈-Fettsäure - Natriumsalz.


    [0028] Dabei wurde die Seife als Dispersion in 1 Gew.-Teil Wasser eingearbeitet.

    [0029] Nach Abkühlen auf Raumtemperatur vermischte man das so erhaltene Tensid-Gemisch mit
    2,1 Gew.-% 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure,Di-Natriumsalz
    5,5 Gew.-% Copolymerisat aus Acrylsäure und Maleinsäureanhydrid ("Sokalan CP 5" (R), Firma BASF, Deutschland)
    10,0 Gew.-% Natriumperborat-Monohydrat
    3,0 Gew.-% Tetraacetylethylendiamin
    5,5 Gew.-% Zeolith A
    8,1 Gew.-% Natriumcarbonat
    Rest bis 100 % insgesamt optischer Aufheller, Schaumregulator, Duftstoff, Enzym in geringen Mengen.


    [0030] Das Gemisch war flüssig und ließ sich ohne Probleme pumpen, fördern und abfüllen.

    [0031] Nach 24 Stunden wies das Gemisch eine pastenförmige Konsistenz auf. Es war ausgezeichnet sedimentationsstabil, obwohl das Natriumperborat-Monohydrat die folgende Korngrößenverteilung aufwies:
    > 1,0 mm 0,1 %
    > 0,5 mm 14,7 %
    > 0,4 mm 37,4 %
    > 0,2 mm 90,7 %
    > 0,1 mm 99,99 %.


    [0032] Das Natriumcarbonat lag zu 60,7 % in einer Korngröße von > 0,1 mm vor.

    Beispiel 2:



    [0033] Setzte man dem Tensid-Gemisch von Beispiel 1 anstelle von 0,2 Gew.-Teilen dispergierter Seife 1 Gew.-Teil feinteiliges Seifenpulver (< 0,4 mm) zu, erhielt man ein pastenförmiges Waschmittel mit vergleichbaren Eigenschaften, wenn die Einarbeitung der Seife mit einem hochtourigen Mischer mit Stator/Rotor-Prinzip ("Supraton") erfolgte. Auf diese Weise lassen sich völlig wasserfreie pastenförmige Waschmittel herstellen.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung pastenförmiger, wasserarmer oder wasserfreier Waschmittel mit einem Gehalt an nichtionischen und anionischen Tensiden, Seife, Gerüststoffen und Bleichmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß man die Seife in der erhitzten Mischung aus nichtionischen und anionischen Tensiden in feinteiliger oder dispergierter Form einarbeitet und nach Abkühlen dieses Gemischs die übrigen Waschmittelbestandteile einarbeitet.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die nichtionischen und anionischen Tenside vor dem Einarbeiten der Seife auf 70 bis 90, vorzugsweise auf 80 bis 85 °C erhitzt.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Seife in Teilchenform mit einer Teilchengröße von höchstens 0,4 mm ohne Wasserzusatz in das erhitzte Gemisch der nichtionischen und anionischen Tenside einarbeitet.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Seife unter Verwendung eines Mischaggregats, das nach dem Stator/Rotor-Prinzip arbeitet, in das erhitzte Gemisch der nichtionischen und anionischen Tenside einarbeitet.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Seife vor dem Einarbeiten in soviel Wasser dispergiert, daß das fertige Waschmittel höchstens 1 Gew.-% Wasser enthält.
     
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die übrigen Waschmittelbestandteile nach dem Abkühlen des Gemischs aus nichtionischen und anionischen Tensiden sowie Seife auf unter 30 °C einarbeitet.
     
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man in dem Gemisch aus nichtionischen und anionischen Tensiden wenigstens zwei verschiedene nichtionische Tenside, vorzugsweise Fettalkoholethoxylate mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen im Fettalkoholrest und mit unterschiedlichem Ethoxylierungsgrad im Bereich von 2 bis 7 Mol Ethylenoxid pro Mol Fettalkohol in Mengen von 3 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das fertige Waschmittel, verwendet.
     
    8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man als Seife Natriumsalze von linearen Fettsäuren mit 12 bis 22 Kohlenstoffatomen in Mengen von 0,5 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das fertige Waschmittel, verwendet.
     
    9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man als Gerüstsubstanzen Polycarboxylate und/oder Phosphonate und/oder Carbonate und/oder Silikate in Mengen von 10 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das fertige Waschmittel, verwendet.
     
    10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß man als Bleichmittel Natriumperborat und/oder Natriumpercarbonat, gewünschtenfalls in Kombination mit Aktivatoren wie z. B. insbesondere Tetraacetylethylendiamin oder Diperoxydodecandisäureanhydrid in Mengen von 10 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das fertige Waschmittel, verwendet.
     
    11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß man zusätzlich weitere Waschmittelbestandteile, wie z. B. Enzyme, Schauminhibitoren, optische Aufheller, Schmutzträger, Duft- und Farbstoffe in geringen Mengen einarbeitet.
     


    Claims

    1. A process for the production of paste-form, water-free or substantially water-free detergents containing nonionic and anionic surfactants, soap, builders and bleaches, characterized in that the soap is incorporated in fine-particle or dispersed form in the heated mixture of nonionic and anionic surfactants and the remaining constituents of the detergent are incorporated after cooling of this mixture.
     
    2. A process as claimed in claim 1, characterized in that the nonionic and anionic surfactants are heated to 70 to 90°C and preferably to 80 to 85°C before incorporation of the soap.
     
    3. A process as claimed in claim 1 or 2, characterized in that the soap is incorporated in the heated mixture of nonionic and anionic surfactants in the form of particles having a particle size of at most 0.4 mm with no addition of water.
     
    4. A process as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that the soap is incorporated in the heated mixture of nonionic and anionic surfactants using a mixing unit operating on the stator/rotor principle.
     
    5. A process as claimed in claim 1 or 2, characterized in that, before it is incorporated, the soap is dispersed in such a quantity of water that the final detergent contains at most 1% by weight of water.
     
    6. A process as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that the remaining constituents of the detergent are incorporated after cooling of the mixture of nonionic and anionic surfactants and soap to a temperature below 30°C.
     
    7. A process as claimed in any of claims 1 to 6, characterized in that at least two different nonionic surfactants, preferably fatty alcohol ethoxylates containing 12 to 18 carbon atoms in the fatty alcohol component with different degrees of ethoxylation of 2 to 7 moles of ethylene oxide per mole of fatty alcohol in quantities of 3 to 60% by weight, based on the final detergent, are used in the mixture of nonionic and anionic surfactants.
     
    8. A process as claimed in any of claims 1 to 7, characterized in that sodium salts of linear fatty acids containing 12 to 22 carbon atoms are used as the soap in quantities of 0.5 to 10% by weight, based on the final detergent.
     
    9. A process as claimed in any of claims 1 to 8, characterized in that polycarboxylates and/or phosphonates and/or carbonates and/or silicates are used as builders in quantities of 10 to 50% by weight, based on the final detergent.
     
    10. A process as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that sodium perborate and/or sodium percarbonate are used as the bleach, if desired in combination with activators such as, in particular, tetraacetyl ethylenediamine or diperoxydodecane dioic anhydride in quantities of 10 to 30% by weight, based on the final detergent.
     
    11. A process as claimed in any of claims 1 to 10, characterized in that other detergent ingredients such as, for example, enzymes, foam inhibitors, optical brighteners, soil suspending agents, fragrances and dyes are additionally incorporated in small quantities.
     


    Revendications

    1. Procédé de préparation de produits de lavage en pâte, sans eau ou pauvres en eau ayant une teneur en tensioactifs non ioniques et anioniques, savons, substances de structure et agents de blanchiment, caractérisé en ce qu'on incorpore le savon dans le mélange chauffé des tensioactifs non ioniques et anioniques sous forme finement divisée ou dispersée, et après refroidissement de ce mélange, on incorpore les autres composants du produit de lavage.
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on chauffe les tensioactifs non ionique et anioniques avant l'incorporation du savon entre 70 et 90, de préférence entre 80 et 85°C.
     
    3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on incorpore le savon sous forme de particules ayant une taille de particules ne dépassant pas 0,4 mm sans addition d'eau dans le mélange chauffé des tensioactifs non ioniques et anioniques.
     
    4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'on incorpore le savon en utilisant un appareil de mélange, qui fonctionne selon le principe Stator-Rotor, dans le mélange chauffé des tensioactifs non ioniques et anioniques.
     
    5. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on disperse le savon avant l'incorporation dans suffisamment d'eau pour que le produit de lavage terminé contienne au plus 1 % en poids d'eau.
     
    6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'on incorpore les autres composants du produit de lavage après le refroidissement du mélange de tensioactifs non ioniques et anioniques ainsi que le savon en dessous de 30°C.
     
    7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'on utilise dans le mélange de tensioactifs non ioniques et anioniques au moins deux tensioactifs non ioniques différents, de préférence des éthoxylates d'alcool gras de 12 à 18 atomes de carbone dans le radical alcool gras et de taux d'éthoxylation différents dans l'intervalle de 2 à 7 mol d'oxyde d'éthylène par mol d'alcool gras en des quantités de 3 à 60 % en poids, par rapport au produit de lavage terminé.
     
    8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'on utilise comme savon des sels de sodium d'acides gras linéaires de 12 à 22 atomes de carbone en des quantités de 0,5 à 10 % en poids, par rapport au produit de lavage terminé.
     
    9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'on utilise comme substances de structure des polycarboxylates et/ou des phosphonates et/ou des carbonates et/ou des silicates en des quantités de 10 à 50 % en poids par rapport au produit de lavage terminé.
     
    10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'on utilise comme agent blanchissant du perborate de sodium et/ou du percarbonate de sodium, si c'est souhaité en combinaison avec des activateurs comme par exemple notamment la tétraacétyléthylènediamine ou l'anhydride d'acide diperoxydodécanedioïque en des quantités de 10 à 30 % en poids par rapport au produit de lavage terminé.
     
    11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce qu'on incorpore d'autres composants de produit de lavage, comme par exemple des enzymes, des inhibiteurs de mousse, des azurants optiques, des agents d'antiredéposition, des parfums et colorants en faibles quantités.