[0001] Stand der Technik sind Gerüstbohlen aus Holz mit einer Länge von 2,75 m, einer Breite
von 42 bis 44 cm und einer Dicke im 40 mm Bereich, die dazu dienen, bei Konsolgerüsten
und Leitergerüsten eine Plattform zu bilden. Die Bohlen müssen in der Lage sein, nicht
nur statische Lasten sondern auch dynamische Lasten aufzunehmen, also schwere Lasten,
die von einer Absturzhöhe von beispielsweise 2 m bis 3 m auf die Bohle herunterfallen.
Je nach den Verhältnissen auf der Baustelle muß von Fall zu Fall ein doppelter Bohlenbelag
vorgesehen sein um die erforderlichen Sicherheitsvorschriften zu erfüllen.
[0002] Die Erfindungsaufgabe besteht darin, eine Holzbohle so auszurüsten, daß mit einfachen
Mitteln eine wesentlich höhere Belastbarkeit als bei den bekannten Bohlen erreicht
wird.
[0003] Diese Aufgabe wird durch eine Gerüstbohle mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst.
Die Unteransprüche haben bevorzugte Ausführungsformen dieser Lösung bzw. Varianten
derselben zum Inhalt.
[0004] Bei einer Gerüstbohle nach der Erfindung ist an der Bohlenunterseite ein Stahlband
angebracht mit einer zugfesten Dimensionierung und dieses Stahlband ist durchgehend
und an seinen Enden um die Stirnflächen der Bohle herumgebogen, so daß Endabschnitte
des Stahlbandes an der Bohlenoberseite anliegen. Dort in den Endbereichen sind diese
Endabschnitte an der Bohlenoberseite mit dem Stahlband an der Bohlenunterseite durch
mehrfache zugfeste Hohlnieten verbunden, die durch das Holz der Bohle hindurch gehen.
Wenn die Bohle von oben auf Biegung belastet wird, dann werden die Zugspannungen durch
das Stahlband aufgenommen, da es in der Zugzone liegt. Die Zugkräfte werden an den
Endbereichen über die Niete auf das Holz der Bohle übertragen, dort wo die Bohle im
wesentlichen nicht auf Biegung beansprucht wird. Bei dieser Ausbildung kann eine erfindungsgemäße
Bohle erheblich höhere Belastungen aufnehmen als herkömmliche Gerüstbohlen. Durch
die erhöhte Lastaufnahme kann von Fall zu Fall die Notwendigkeit eines doppelten Bodenbelags
entfallen. Es hat sich gezeigt, daß im Falle einer extremen dynamischen Belastung
auch bei Bruch des Holzes die Bohle durch das Stahlband gehalten und getragen wird.
[0005] Für die Erprobung einer Gerüstbohle nach der Erfindung sind folgende Versuche durchgeführt
worden:
Versuch M1:
[0006] Dieser Versuch wurde mit einer Stützweite 2,0 m durchgeführt. Die Bohlen wurden nicht
künstlich geschwächt; die direkt getroffenen Bohle besaß an der Unterseite im Auftreffbereich
der Kugel Kantenäste über ca. 20 cm Breite; die Bohle entsprach günstigenfalls der
Untergrenze der Sortierklasse S10. Diese Bohle bricht vollständig, das Stahlband hält
aber und verhindert das versagen als Ganzes. Die Kugel wird aufgehalten und die statische
Last wird getragen.
Versuch M2:
[0007] Bei diesem Versuch mit Stützweite 2,0 m wurden alle Bohlen durch Bohrungen ⌀ 20mm
im mittleren Bereich so geschwächt, daß sie an der unteren Grenze der Sortierklasse
S10 im Hinblick auf die Ästigkeit liegen. Auch in diesem Bereich brechen die Bohlen,
die Prüfkugel wird aber durch die Stahlbänder aufgehalten und getragen.
Versuch M3:
[0008] Bei diesem Versuch wurde die Stützweite auf 2,5 m vergrößert. Es zeigte sich das
gleiche Verhalten wie zuvor, wobei die Verformungen der gebrochenen Bohlen doppel
so groß war.
[0009] Bei allen Versuchen wurde das Stahlband im Bereich der Bruchstelle der Bohle örtlich
gedehnt, einige Schrauben in der Nachbarschaft wurden schräg gezogen. An den Hohlnieten
waren keine Verformungen erkennbar.
[0010] Damit die Bohle auf das Gerüst so aufgelegt wird, daß sich das Stahlband unten befindet,
ist es zweckmäßig die Unterseite bzw. die Oberseite zu kennzeichnen.
[0011] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden im Holz zur Aufnahme
des Stahlbandes bzw. der Stahlband-Endabschnitte flache Nuten gebildet, derart, daß
Stahlband und Holzoberfläche eine Ebene bilden.
[0012] Bei einer Spezialausführung gemäß der weiteren Erfindung ist auch an der Bohlenoberseite
ein Stahlband zusätzlich angebracht, das in seinen Endabschnitten mit dem Stahlband
an der Bohlenunterseite bzw. in dessen Endabschnitten zugfest vernietet ist, so daß
die Bohle beidseitig verwendbar und keine Kennzeichnung z.B. "Unterseite" erforderlich
ist.
[0013] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben unter Bezugnahme
auf die beiliegenden Zeichnungen.
- Fig. 1
- ist eine Draufsicht auf die Oberseite einer Gerüstbohle nach der Erfindung;
- Fig. 2
- ist eine Ansicht auf die Unterseite;
- Fig. 3
- zeigt im vergrößerten Maßstab einen Schnitt nach III III von Fig. 1;
- Fig.4
- zeigt einen Schnitt nach IV IV von Fig. 1;
- Fig. 5
- ist ein Schnitt entsprechend Fig. 4, jedoch bei einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung.
[0014] Es handelt sich im Prinzip um eine Gerüstbohle aus Holz, mit den an sich bekannten
Abmessungen. Nach der Erfindung ist ein zugfestes Stahlband beispielsweise von einer
Stärke von 1mm und einer Breite von 50mm an der Bohlenunterseite 10b über die gesamte
Länge angebracht und mit
Kreuzschlitzschrauben 15 festgehalten. Endabschnitte 11a des Stahlbandes sind an den
beiden Stirnflächen des Holzes umgebogen, beispielsweise über eine Länge von 20 cm.
In diesem Bereich sind jeweils zwei Hohlniete 12 durchgenietet, so daß sowohl das
Stahlband 11, die Endabschnitte 11a und das Holz der Bohle erfaßt werden. Die Hohlnieten
12 sind auf Zugefestigkeit dimensioniert. Im übrigen ist zur Aufnahme des Stahlbandes
11 bzw. der Endabschnitte 11a jeweils eine flache Nut 14 im Holz gebildet, so daß
die Bandoberfläche und die Holzoberfläche der Bohle in einer Ebene liegt.
[0015] Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 ist außer dem Stahlband 11 an der Bohlenunterseite
10b ein Stahlband 13 an der Bohlenoberseite 10a angebracht, wobei das zusätzliche
Stahlband 13 unter den Endabschnitten 11a des Stahlbandes 11 liegt und in die Verbindung
durch die Hohlniete 12 mit eingeschlossen ist.
1. Gerüstbohle, dadurch gekennzeichnet, daß an der Bohlenunterseite (10b) in Längsrichtung
über die Länge durchgehend mindestens ein zugfestes Stahlband (11) angeschraubt ist,
daß Endabschnitte (11a) des Stahlbandes an den Stirnseiten der Bohlen umgebogen sind
und an der Bohlenoberseite (10a) anliegen, und daß das Stahlband und die Endabschnitte
durch mehrere zugfeste Hohlnieten (12), die durch die Bohle hindurchgehen, verbunden
sind.
2. Gerüstbohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite des Stahlbandes
im 50mm Bereich liegt.
3. Gerüstbohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stahlband (11) bzw. die
Endabschnitte (11a) von einer flachen Nut im Holz der Bohle aufgenommen sind.
4. Gerüstbohle nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein zusätzliches angeschraubtes
Stahlband (13) an der Bohlenoberseite (10a), dessen Endabschnitte mit dem Stahlband
(11) an der Bohlenunterseite und mit dessen Endabschnitten (11a) vernietet sind.