[0001] Es ist bekannt, daß bei Kontinuefärbungen von Kettgarnen der Farbstoff als konzentrierte
Stammküpe zudosiert wird. Üblicherweise werden 4-8 Tauchabteile mit Abquetschvorrichtung
zur Applizierung des verküpten Farbstoffes eingesetzt. Zwischen den Tauchschritten
wird abgequetscht und der Farbstoff im Luftgang oxidiert.
[0002] Um eine Verarmung der Tauchküpen an Farbstoff zu vermeiden, werden bei üblichen Abquetscheffekten
von 60-90 % Flottenaufnahme, Stammküpen von größer 30 g/l Farbstoff zur Dosierung
verwendet. Bei Farbstoffen mit geringer Löslichkeit der Leukoform, wie C.I.Vat Blue
5, wird teilweise mit Stammküpenkonzentrationen über dem Löslichkeitsprodukt der Leukoform,
d.h. Dispersionen der Leukoform, gearbeitet. In der Praxis führen solche Flotten leicht
zu Schwierigkeiten, insbesondere ist die Farbkonstanz nicht gewährleistet.
[0003] Aus der WO 88/03970 ist ein Verfahren zum Egalfärben von Cellulosefasermaterial nach
der Ausziehtechnik bekannt, bei dem die Küpenfarbstoffe in Form von Leukoküpenfarbstoffestern
dem Färbebad in dem Maße zugeführt werden, wie sie verbraucht werden.
[0004] Es bestand die Aufgabe, das Problem der übersättigten oder auch zu gering konzentrierten
Stammküpen bei der Kontinuefärberei zu vermeiden.
[0005] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß beim kontinuierlichen Färben von Garnen
mit Küpenfarbstoffen anstelle einer Stammküpe auch eine Farbstoffdispersion verwendet
werden kann.
[0006] Für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich z.B. wäßrige Dispersionen von Küpenfarbstoffen,
die Farbstoffe mit einer Verküpungshalbwertzeit von ≤ 20, vorzugsweise ≤ 5 Minuten,
enthalten. Zur Erhöhung der Verküpungsgeschwindigkeit kann man die Farbstoffe z.B.
in sehr kleinteiliger Form verwenden. Üblicherweise sind die von den renommierten
Küpenfarbstoffherstellern gelieferten Farbstoffe oder Zubereitungen bereits geeignet.
Bei nicht bereits optimierten Farbstoffen können diese durch bekannte Methoden, z.B.
Ultraschalldispergierung in eine geeignete Form überführt werden.
[0007] Die Verküpungsgeschwindigkeit wird im wesentlichen durch die chemische Struktur,
die Kristallinität und Kristallstruktur sowie durch die Partikelgröße bestimmt. Bei
gegebener chemischer Struktur werden hohe Verküpungsgeschwindigkeiten z.B. durch amorphe,
feinteilige Farbstoffe erhalten.
[0008] Erwünscht ist eine hohe Verküpungsgeschwindigkeit, weil dadurch die Konzentration
an nicht verküptem Farbstoff in der Tauchflotte gering gehalten wird.
[0009] Eine andere Möglichkeit zur Begrenzung der Konzentration-an nicht verküptem Farbstoff
im Tauchbad ergibt sich durch die Dosierung der Farbstoffe über einen Bypass-Mischtank.
[0010] Erfindungsgemäß können Küpenfarbstoffe sowohl einzeln als auch in Kombination verwendet
werden. Bei Kombinationen kann insbesondere bei Farbstoffen unterschiedlicher Substantivität
das Farbstoffangebot durch getrennte Dosiereinrichtungen gesteuert werden.
[0011] Als zu färbende Substrate eignen sich Cellulosegarne oder cellulosehaltige Mischgarne,
die anschließend vornehmlich zu Denim-Artikeln verarbeitet werden.
[0012] Die Zahl der Tauchgänge variiert in der Regel zwischen 1 und 8. In Abhängigkeitvon
Farbstoff und Reduktionsmittel können Farbetemperaturen von 20 bis 95°C angewendet
werden.
[0013] Man erhalt beim erfindungsgemäßen Verfahren ausgeprägte Ringfärbungen als Voraussetzung
für den "Worn-denim-look".
[0014] Zweckmäßigerweise werden Farbstoffdispersionen und Alkali und Reduktionsmittel enthaltende
Lösungen getrennt dosiert.
[0015] Als Reduktionsmittel eignen sich die für die Küpenfärberei bekannten Verbindungen,
beispielsweise seien Natriumdithionit, Thioharnstoffdioxid oder organische Reduktionsmittel
wie Hydroxyaceton genannt. Ebenfalls geeignet sind Mischungen von Reduktionsmitteln.
[0016] Für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Farbstoffe sind insbesondere die im
Colour Index unter Küpenfarbstoffen aufgeführten Verbindungen sowie verküpbare Dispersionsfarbstoffe,
gegebenenfalls nach entsprechender Dispergierung. Bevorzugt sind z.B. C.I. Vat Blue
5 (C.I. 73065), C.I. Vat Orange 2 (C.I. 59705), C.I. Vat Blue 4 (C.I. 69800), C.I.
Vat Red 32 (C.I. 71135), C.I. Vat Green 1 (C.I. 59825), C.I. Vat Green 9 (C.I. 59850)
oder Disperse Yellow 54 (C.I. 47020).
[0017] Einzelheiten des erfindungsgemäßen Verfahrens können den folgenden Beispielen entnommen
werden, in denen sich Angaben über Teile und Prozente, sofern nicht anders vermerkt,
auf das Gewicht beziehen.
Beispiel 1
[0018] Man bereitet in 4 Trögen einer Indigo-Breitfärbemaschine zum Färben von Baumwollketten
mit einem Gesamtvolumen von 3.500 1 (einschließlich Rohrleitungen und Zirkulationstank)
eine Färbeküpe mit folgender Zusammensetzung:
| 0.45 g/l |
C.I. Vat Blue 5 (C.I. 73065) |
= 1.775 kg |
| 8 ml/l |
Natronlauge (32.5 %ig) |
= 28 l |
| 3.6 g/l |
Natriumdithionit |
= 12.6 kg |
| 1 g/l |
eines Dispergiermittels |
= 3,5 kg |
(Na-Salz eines Kondensationsproduktes aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd)
Flottentemperatur 50 °C
[0019] Beim kontinuierlichen Färben werden pro Minute 10 kg vorgenetztes, auf 60 % Flottenaufnahme
abgequetschtes Bw-Garn in 4 Tauchgängen von je 8 s und Abquetschen auf 90 % Flottenaufnahme
mit anschließendem Luftgang von jeweils 60 s gefärbt.
[0020] Dabei werden etwa 0.5 % des Farbstoffes auf dem Garn fixiert, die kontinuierlich
ersetzt werden müssen, um ein Verarmen der Färbebäder zu verhindern, d.h. pro Minute
sind 50 g Farbstoff nachzusetzen. Er wird in 1 Liter Wasser als Farbstoffdispersion
kontinuierlich zudosiert. Diese Farbstoffdispersion wird ständig langsam gerührt.
[0021] Daneben werden die zum Verküpen des nachgesetzten Farbstoffes und zum Färben nötigen
Chemikalien-Mengen separat zudosiert, nämlich:
[0022] 2 Liter pro Minute der Chemikalien-Flotte mit
- 200 ml/l
- Natronlauge (32.5 %ig)
- 117 g/l
- Natriumdithionit
- 5 g/l
- des Dispergiermittels
[0023] Man erhält eine brillante Blaufärbung mit den gewünschten Eigenschaften einer geringen
Durchfärbung (Ringfärbung) und eines dadurch leichten wash down.
Beispiel 2
[0024] Beim Färben von Bunt Denim-Ketten mit Küpenfarbstoffen in IndigoBreitfärbemaschinen
arbeitet man wie folgt:
[0025] Man bereitet in einem Färbetrog eine Färbeküpe mit beispielsweise
- 12 g/l
- C.I. Vat Orange 2 (C.I. 59705)
- 40 ml/l
- Natronlauge (32.5 %ig)
- 0,5 g/l
- Anthrachinon Plv.
- 18 g/l
- Natriumdithionit
stellt eine Temperatur von 60°C ein und läßt sie 5 Minuten zum Verküpen stehen. Dann
färbt man darin vorgenetzte, auf 60 % Flottenaufnahme entwässerte Baumwollkette für
10 Sekunden. Danach wird auf 100 % Flottenaufnahme abgequetscht, an der Luft während
1 Minute oxidiert, gespült und geseift.
[0026] Färbt man wieder wie in Beispiel 1 pro Minute 10 kg vorgenetztes Baumwollgarn, so
müssen der fixierte Farbstoff und die zum Verküpen und zum Färben verbrauchten Chemikalien
nachdosiert werden:
[0027] 2 Liter pro Minute mit 60 g/l C.I. 59705 und 2 Liter pro Minute der Chemikalien-Lösung
mit:
- 150 ml/l
- Natronlauge (32.5 %ig)
- 67.5 g/l
- Natriumdithionit und
- 2,5 g/l
- Anthrachinon Plv.
[0028] Man erhält ein wenig durchgefärbtes Bw-Garn, das die bei Bunt-Denim geforderten Eigenschaften
bei der Wäsche (wash down) aufweist.
1. Verfahren zum kontinuierlichen Färben von Garnen mit verküpbaren Farbstoffen, dadurch
gekennzeichnet, daß bei kontinuierlich arbeitenden Garnfärbeanlagen, z.B. Indigo-Färbeanlagen,
zur zirkulierenden Färbeflotte eine wäßrige Farbstoffdispersion zudosiert wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Farbstoffe verwendet werden,
die eine Verküpungshalbwertszeit von ≤ 20, vorzugsweise ≤ 5 Minuten, aufweisen.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff in leicht verküpbarer
Form zugegeben wird.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Reduktionsmittel Natriumdithionit,
Thioharnstoffdioxid, organische Reduktionsmittel oder Mischungen solcher Reduktionsmittel
verwendet werden.
1. A process for continuously dyeing yarns with vattable dyes, which comprises, in continuous
yarn dyeing ranges, eg. indigo dyeing ranges, metering an aqueous dye dispersion into
the circulating dyeing liquor.
2. A process as claimed in claim 1, wherein the dyes used have a vatting half-life of
≤ 20, preferably ≤ 5, minutes.
3. A process as claimed in claim 1, wherein the dye is added in a readily vattable form.
4. A process as claimed in claim 1, wherein the reducing agents used are sodium dithionite,
thiourea dioxide, organic reducing agents or mixtures thereof.
1. Procédé de teinture continue de fils à l'aide de colorants pouvant être employés en
cuve, caractérisé en ce que dans les installations de teinture des fils travaillant
en continu, par exemple des installations de teinture en indigo, ou ajoute une dispersion
aqueuse du colorant au bain de teinture en circulation.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'on utilise des colorants
qui possèdent une durée de demi-vie en cuve de ≤ 20 minutes, de préférence, ≤ 5 minutes.
3. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le colorant est ajouté sous
une forme facilement mise en cuve.
4. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'on utilise, à titre d'agent
réducteur, du dithionite de sodium, du dioxyde de thiourée, des agents réducteurs
organiques, ou des mélanges de tels agents réducteurs.